Netanyahus Rede vor der 71. UN-Vollversammlung

Aus dem Newsletter der Botschaft des Staates Israel vom 26.09.2016:

Ministerpräsident Netanyahu spricht
vor der UN-Generalversammlung

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat am Donnerstag eine Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen gehalten. Darin sagte er unter anderem:

Zum Thema Israel, die Vereinten Nationen und die Zukunft

„Israel steht eine große Zukunft bei der UN bevor. Ich weiß. dass Sie überrascht sein werden, dies von mir zu hören, da ich Jahr für Jahr auf genau diesem Podium gestanden habe und die UNO für ihre obsessive Einseitigkeit gegen Israel kritisiert habe. Und die UNO hat jedes dieser beleidigenden Worte verdient […] Die UN, die als moralische Macht begonnen haben, sind zu einer moralischen Farce geworden.

Der Wandel wird sich in diesem Saal vollziehen, weil Ihre Regierungen zu Hause dabei sind, ihre Haltung zu Israel sehr schnell zu ändern. […] [M]ehr und mehr Nationen sehen Israel als einen potenten Partner – einen Partner in der Bekämpfung des Terrorismus von heute, einen Partner in der Entwicklung der Technologien von morgen […] Sehr geehrte Delegierte aus so vielen Ländern, ich habe heute für Sie eine Nachricht: Legen Sie Ihre Waffen nieder. Der Krieg gegen Israel bei den UN ist vorbei.

[W]enn die Vereinten Nationen so viel Zeit damit verbringt, die einzige liberale Demokratie im Nahen Osten zu verurteilen, haben sie sehr viel weniger Zeit, um sich um Kriege, Krankheiten, Armut, Klimawandel und all die anderen schweren Probleme zu kümmern, die den Planeten quälen. […] Je früher die Besessenheit der UNO mit Israel zu einem Ende kommt, desto besser. Es ist besser für Israel, besser für Ihre Länder, besser für die UNO selbst.“

Zum Thema Israel und die arabische Welt

„[D]ie größte Veränderung in der Haltung gegenüber Israel ereignet sich an einem anderen Ort. Sie ereignet sich in der arabischen Welt. […] [V]iele andere Staaten in der Region erkennen, dass Israel nicht ihr Feind ist. Sie erkennen, dass Israel ihr Verbündeter ist. Unsere gemeinsamen Feinde sind Iran und der Islamische Staat [IS]. Unsere gemeinsamen Ziele sind Sicherheit, Wohlstand und Frieden. Ich glaube, dass wir in den kommenden Jahren gemeinsam daran arbeiten werden, diese Ziele zu erreichen, offen gemeinsam daran arbeiten werden.“

Zu Israel und dem unverbrüchlichen Band mit den Vereinigten Staaten

„[W]ir vergessen niemals, dass unsere am meisten geschätzte Allianz, unsere engste Freundschaft, jene mit den Vereinigten Staaten von Amerika ist. […] Unser unverbrüchliches Band mit den USA steht über Parteigrenzen und Politik. Es reflektiert, mehr als alles andere, die überwältigende Unterstützung für Israel im amerikanischen Volk, eine Unterstützung, die ein Rekordhoch hat und für die wir sehr dankbar sind.

Die UN stellen Israel bloß; die USA unterstützen Israel. Und eine zentrale Säule dieser Verteidigung ist seit jeher Amerikas Unterstützung für Israel bei den UN. Ich schätze die Verpflichtung von [US-]Präsident Obama gegenüber dieser langjährigen US-Politik […]“

Die UN und der Weg zum Frieden

„Wie [US-]Präsident Obama auf diesem Podium richtig gesagt hat, wird Frieden nicht durch Erklärungen und Resolutionen bei den Vereinten Nationen gemacht.

Wird irgendjemand angesichts ihrer Geschichte der Feindseligkeit gegenüber Israel wirklich glauben, dass Israel die Vereinten Nationen über unsere Sicherheit und unsere lebenswichtigen nationalen Interessen entscheiden lässt?

Wir werden keinen Versucht der UN akzeptieren, Israel Bedingungen zu diktieren. Der Weg zum Frieden führt über Jerusalem und Ramallah, nicht über New York.“

Zu den Palästinensern und zum Kern des Konflikts

[Palästinenser-]Präsident Abbas hat gerade von diesem Podium aus die Balfour Deklaration [von 1917] angegriffen, […] weil sie das Recht des jüdischen Volkes auf eine nationale Heimstätte im Land Israel erklärt. […] [D]ie Palästinenser weigern sich nach wie vor, diese Rechte anzuerkennen. […] Und dies bleibt der wahre Kern des Konflikts, die anhaltende palästinensische Weigerung, den jüdischen Staat in jedweden Grenzen anzuerkennen.“

Zur Frage, ob Siedlungen ein Hindernis für den Frieden darstellen

„In diesem Konflikt geht es nicht um die Siedlungen. Darum ging es auch nie. Der Konflikt tobte jahrzehntelang, bevor es auch nur eine einzige Siedlung gab. […] Dieser Konflikt hält an, weil die Siedlungen, um die es für die Palästinenser wirklich geht, Haifa, Jaffa und Tel Aviv sind.

[D]as Thema Siedlungen ist real und kann und muss in Verhandlungen zum endgültigen Status gelöst werden. Doch in diesem Konflikt ging es nie um die Siedlungen oder darum, einen palästinensischen Staat zu errichten. Es ging immer um die Existenz eines jüdischen Staates, eines jüdischen Staates in jedweden Grenzen.“

Zur Beendigung des Konflikts

„Israel ist bereit, ich bin bereit, alle Themen für einen endgültigen Status zu verhandeln, doch eine Sache werde ich niemals verhandeln: unser Recht auf den einen und einzigen jüdischen Staat.

[…] Hätten die Palästinenser 1947 ja zu einem jüdischen Staat gesagt, hätte es keinen Krieg, keine Flüchtlinge und keinen Konflikt gegeben. Und wenn die Palästinenser endlich ja zu einem jüdischen Staat sagen, dann werden wir in der Lage sein, diesen Konflikt ein für alle Mal zu beenden.“

Zu palästinensischer Hetze

„[D]ie Palästinenser sind nicht nur in der Vergangenheit gefangen, ihre Anführer vergiften auch die Zukunft. […] Wie kann man verlangen, dass junge Palästinenser den Frieden unterstützen, wenn ihre Anführer ihren Geist gegen den Frieden vergiften? In Israel tun wir so etwas nicht. Wir erziehen unsere Kinder zum Frieden.

Ich rufe also Präsident Abbas auf: Sie müssen sich entscheiden. Sie können weiter Hass verbreiten, wie Sie es heute getan haben, oder Sie können endlich etwas gegen den Hass tun und mit mir gemeinsam daran arbeiten, Frieden zwischen unseren beiden Völkern zu schaffen.“

Zu seiner Verpflichtung zum Frieden

„Ich habe den Frieden noch nicht aufgegeben. Ich bleibe einer Vision von Frieden basierend auf [der Formel] zwei Staaten für zwei Völker verpflichtet. Ich glaube wie nie zuvor, dass die Veränderungen, die sich heute in der arabischen Welt vollziehen, eine einzigartige Gelegenheit dafür bieten, diesen Frieden voranzubringen.“

Die Einladung Israels an den Präsidenten der Palästinensischen Autonomie-behörde

„Ich bin bereit, die Verhandlungen, um dieses [den Frieden] zu erreichen, heute zu beginnen – nicht morgen, nicht kommende Woche, heute.

Präsident Abbas hat hier vor einer Stunde gesprochen. Wäre es nicht besser, wenn wir, anstelle von nacheinander miteinander sprechen würden? Präsident Abbas, ich lade Sie ein, anstelle vor den Vereinten Nationen in New York gegen Israel zu schimpfen, vor der Knesset in Jerusalem zum israelischen Volk zu sprechen. Und ich würde mit Freude kommen und vor dem palästinensischen Parlament in Ramallah sprechen.“

Zum arabischen Engagement für den Frieden mit den Palästinensern

„Ich lobe den ägyptischen Präsidenten al-Sisi für seine Bemühungen, Frieden und Stabilität in unserer Region voranzubringen. Israel begrüßt den Geist der arabischen Friedensinitiative und einen Dialog mit arabischen Staaten, um einen breitangelegten Frieden voranzubringen. Ich glaube, dass es, um einen breitangelegten Frieden zu erreichen, die Palästinenser ein Teil davon sein müssen.“

Zur Bekämpfung des militanten Islam

„Während Israel nach Frieden mit all unseren Nachbarn strebt, wissen wir auch, dass der Frieden keinen größeren Feind kennt als die Kräfte des militanten Islam. Die Blutspur seines Fanatismus zieht sich durch alle hier vertretenen Kontinente. […] [D]en größten Preis zahlen dabei unschuldige Muslime. […] Den militanten Islam zu besiegen, wird daher ein Sieg für die gesamte Menschheit sein, doch es wäre vor allem ein Sieg für die vielen Muslime, die nach einem Leben ohne Angst streben, einem Leben in Frieden, in Hoffnung.

Doch, um die Kräfte des militanten Islam zu besiegen, müssen wir sie unbarmherzig bekämpfen. Wir müssen sie in der realen Welt bekämpfen. Wir müssen sie in der virtuellen Welt bekämpfen. Wir müssen ihre Netzwerke entwaffnen, ihre Finanzierung unterbrechen, ihre Ideologie diskreditieren. Wir können sie besiegen, und wir werden sie besiegen. Das Mittelalter hat in diesen modernen Zeiten nichts zu suchen. Hoffnung ist stärker als Hass, Freiheit mächtiger als Angst. Wir können es schaffen.

Israel kämpft diesen schicksalhaften Kampf gegen die Mächte des militanten Islam jeden Tag. Wir sichern unsere Grenzen gegen den IS, wir verhindern den Schmuggel von Waffen an die Hisbollah im Libanon, die alles verändern würden, wir verhindern palästinensische Terroranschläge in Judäa und Samaria, dem Westjordanland und wir fangen Raketenangriffe aus dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen ab. Es ist die selbe Hamas, die sich grausamerweise weigert, drei unserer Staatsbürger und die Leichname unserer gefallenen Soldaten zurückzugeben.“

Zur Bedrohung durch Iran

„Die größte Bedrohung für mein Land, für unsere Region, und letztendlich für unsere Welt, bleibt das militante islamische Regime Irans. Iran trachtet offen nach Israels Vernichtung. Er bedroht Länder im Nahen Osten und unterstützt Terror weltweit. In diesem Jahr hat Iran unter eindeutiger Missachtung von Entscheidungen des [UN-]Sicherheitsrates ballistische Raketen abgefeuert. Er hat seine Aggressionen im Irak, in Syrien, im Jemen ausgeweitet. Iran, der weltgrößte Unterstützer von Terrorismus, baut sein globales Terrornetzwerk weiter aus. Dieses Terrornetzwerk umspannt nun fünf Kontinente.

Die Bedrohung, die Iran für uns alle darstellt, liegt noch nicht hinter uns, nein, sie liegt vor uns. In den kommenden Jahren muss es eine nachhaltige und gemeinsame Anstrengung gegen die iranische Aggression und den iranischen Terror geben. Da die Aufhebung der nuklearen Einschränkungen für Iran nun schon ein Jahr näher gekommen sind, lassen Sie es mich klarstellen: Israel wird dem terroristischen Regime Irans nicht erlauben, Atomwaffen zu entwickeln, nicht jetzt, nicht in zehn Jahren, niemals.“

Zur Hoffnung Israels

„[…] Ich bin von Hoffnung erfüllt, weil ich glaube, dass Israel allen Schwarzsehern zum Trotz, in den kommenden Jahren dauerhaften Frieden mit all unseren Nachbarn schließen wird. Ich bin voller Hoffnung, darüber was Israel erreichen kann, weil ich gesehen habe, was Israel bereits erreicht hat.“

Die Zukunft: Israel möchte Ihr Partner sein

„Die Zukunft gehört denen, die innovativ sind, und darum gehört die Zukunft Ländern wie Israel. Israel möchte Ihr Partner für die Schaffung dieser Zukunft sein, daher rufe ich Sie alle auf: Kooperieren Sie mit Israel, träumen Sie mit Israel. Träumen Sie von der Zukunft, die wir gemeinsam bauen können, eine Zukunft des atemberaubenden Fortschritts, eine Zukunft der Sicherheit, des Wohlstands und des Friedens, eine Zukunft der Hoffnung für die ganze Menschheit, eine Zukunft, wo sogar bei den UN, sogar in diesem Saal, Israel endlich, unweigerlich, den ihm zustehenden Platz im Kreis der Nationen einnehmen wird.“

(Amt des Ministerpräsidenten, 22.09.16)

***

Nachtrag:

Vollständige Rede zum Nachlesen (Englisch).

Zum Nachhören

Abbas: Seine größten Lügen vor der 71. UN-Vollversammlung

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„Wir haben uns seit 1993 auf die Abkommen mit Israel verpflichtet, jedoch muss Israel diese Verpflichtungen erwidern.“

Sie? Verpflichtet? Wo?

Abbas spricht über die Oslo-Abkommen. Es ist eine Lüge, denn eines der Abkommen unter Oslo war, den zukünftigen Generationen Frieden zu lehren und aufzuhören, Hetze zu predigen. Es ist auch deswegen eine Lüge, weil Abbas gerade letztes Jahr bei der UNO sagte, dass er sich nicht mehr an Oslo halten wird.

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„Israel setzt seine Blockade des Gazastreifens fort.“

Ernsthaft?

Abbas „vergaß“ zu erwähnen, dass allein in diesem Jahr Israel den Rekord gebrochen hat für die Menge an Gütern und Ressourcen, die jeden Tag in den Gazastreifen kommen. Erst vor wenigen Tagen transferierte COGAT fast 17.000 Tonnen an Waren nach Gaza, aber Abbas verspürte nicht das Bedürfnis, darauf hinzuweisen … auch nicht auf die Tatsache, dass die Blockade keine israelische Blockade, sondern eine ägyptisch-israelische Blockade ist und Ägypten die Grenze zu Gaza vollkommen geschlossen hat, im Gegensatz zu Israel.

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„Israel ist der Grund für die Misserfolge aller internationalen Bemühungen.“

Wie kann das sein, da …

… Israel bereit ist, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Abbas stellt ständig Vorbedingungen, bevor Friedensverhandlungen auch nur beginnen können. Abbas war auch zu befangen zu erwähnen, dass Israel angeboten hat und bereit war, SIEBEN verschiedene Friedensabkommen seit 1948 zu akzeptieren, aber die palästinensischen Führer diejenigen sind, die diese kontinuierlich ablehnen.

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.„Israel hat die Resolution 181 des UN-Sicherheitsrates verletzt, durch die Übernahme von mehr Land als in der Zweistaatenlösung bewilligt.

Warten Sie! Was?

Hat Abbas nur Israel beschuldigt, mehr [Land] zu nehmen als für den Teilungsplan aufgestellt? Israel akzeptierte den Teilungsplan in vollem Umfang – einschließlich der Anerkennung der Existenz eines anderen arabischen Staates (Palästina). Es waren die Araber, die den Teilungsplan abgelehnt und einen mehrfachen Frontenkrieg ins Leben gerufen haben, um den jungen jüdischen Staat auszulöschen.

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„Wir respektieren die jüdische Religion voll und ganz.“

Oh, tun Sie das?

Warum haben Sie dann geschwiegen, als Ihre Leute jüdische heilige Stätten im Westjordanland niederbrannten? Warum haben Sie gesagt, dass wir „schmutzige Füße“ hätten und warum haben Sie unser Blut willkommen geheißen, das in Jerusalem zu vergießen sei? Warum ermuntern Sie Ihr Volk, Juden zu töten? Müssen wir mehr sagen?

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„Ich hoffe, wir können den Terrorismus besiegen.“

*Facepalm* [zum Begriff s. Wikipedia]

sagt der Mann, der Terroristen-Familien dafür BEZAHLT, dass sie Juden töten, der Mann, der Arbeitsplätze für Terroristen garantiert, nachdem sie aus dem Gefängnis entlassen worden sind. Das kommt von dem Mann, der Gewalt schürt und zum Aufstand gegen Israelis aufruft durch das Mittel des Terrorismus. Abbas, ist das Ihr Ernst?

Es verwundert nicht, warum die Welt voreingenommen gegenüber Israel ist.

Das ist so, weil Führer wie Mahmoud Abbas die Welt kontinuierlich über Israels Einsatz für Frieden und Sicherheit belügen. Deswegen ist es so wichtig für uns, diese Lügen zu entlarven und die Wahrheit zu verbreiten. Die Welt muss das wahre Gesicht von Abbas sehen und die Dinge, die er getan hat. Diese stehen in direktem Widerspruch zu seinen Aussagen vor den Vereinten Nationen.

Quelle: https://www.playbuzz.com/standwithus10/the-biggest-lies-abbas-told-to-the-71st-un-general-assembly

Übersetzung: faehrtensuche

UN-Vollversammlung – die 71.

Aus einem Bericht der IMRA [Independent Media Review Analysis] :

Dr. Aaron Lerner berichtet in seinem Kommentar über Mahmoud Abbas‘ Rede auf der 71. UN-Vollversammlung. In ihr hatte dieser geäußert, dass Palästinenser, die Israelis ermordeten, nicht festgenommen werden dürften. Und die Reaktion(en)? KEINE! Das ist wirklich unglaublich!

Dr. Aaron Lerner schreibt:

„Unglaublich!

Lassen Sie uns einen kurzen Ausschnitt aus Mahmoud Abbas UNGA-Rede lesen:

„Wir bleiben den mit Israel seit 1993 getroffenen Vereinbarungen verpflichtet. Jedoch, Israel muss die Verhaftung unseres Volkes beenden und muss Tausende unserer Gefangenen und Häftlinge freilassen.…“
Mahmoud Abbas, Generalversammlung der Vereinten Nationen am 22. September 2016

Richtig.

Mahmoud Abbas erklärte, dass – wenn ein Palästinenser heute Nacht losginge und 20 jüdische Babys in einem Hospital abschlachtete – Israel den Palästinenser nicht festnehmen dürfe.

Sicher, Abbas mag eine Pressemitteilung herausgeben und der Gewalt entgegentreten. Aber er ist klar [in seiner Aussage], dass Israel keine palästinensischen Mörder festnehmen darf.

Und die Reaktion?

Ohrenbetäubendes Schweigen.

Ein Kommentar aus dem Weißen Haus?

Nein.

Auch nicht aus dem Außenministerium.

Nicht einen Mucks von den verschiedenen jüdischen Organisationen, die angeblich so erpicht auf Frieden sind.

Auch keine signifikante Weiterverfolgung durch die über die Veranstaltung berichtenden Journalisten.

Schande über sie alle!“

Keine Juden

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in einer Videobotschaft. (Mit deutschen Untertiteln, Newsletter der Botschaft des Staates Israel, 12.09.2016):

„Sicher kennen viele von Ihnen die Behauptung, die jüdischen Gemeinden in Judäa und Samaria, dem Westjordanland, wären ein Friedenshindernis.

Diese Auffassung hat mich immer verwirrt. Denn niemand würde ernsthaft behaupten, dass die fast zwei Millionen Araber, die innerhalb Israels leben, dass sie ein Friedenshindernis wären. Denn sie sind es nicht. Im Gegenteil. Israels Vielfalt zeigt seine Offenheit und Bereitschaft für Frieden.

Trotzdem fordert die palästinensische Führung einen palästinensischen Staat unter einer Vorbedingung: KEINE JUDEN. Es gibt für sowas einen Begriff: Man nennt es ethnische Säuberung. Und diese Forderung ist ungeheuerlich. Es ist sogar noch ungeheuerlicher, dass die Welt dies nicht ungeheuerlich findet. Manche ansonsten aufgeklärten Länder unterstützen sogar diese Ungeheuerlichkeit.

Stellen Sie sich folgende Frage: Würden Sie eine ethnische Säuberung in Ihrem Land akzeptieren? Ein Gebiet ohne Juden, ohne Latinos, ohne Schwarze? Seit wann ist Intoleranz eine Basis für Frieden?

In diesem Moment spielen jüdische Kinder in Judäa und Samaria im Sandkasten mit ihren Freunden. Macht ihre Anwesenheit Frieden unmöglich? Ich denke nicht.

Ich glaube, was den Frieden unmöglich macht, ist die Intoleranz anderer. Gesellschaften, die alle Menschen respektieren, sind diejenigen, die nach Frieden streben. Gesellschaften, die ethnische Säuberungen fordern, streben nicht nach Frieden.

Ich habe die Vision eines Nahen Ostens, in dem junge Araber und jungen Juden gemeinsam lernen, gemeinsam arbeiten, gemeinsam leben – Seite an Seite, in Frieden. Unsere Region braucht mehr Toleranz, nicht weniger.

Wenn Sie also das nächste Mal sagen hören, dass Juden irgendwo nicht leben könnten, mal beiseite, dass es die Heimat ihrer Vorfahren ist, denken Sie einen Moment darüber nach, was das bedeutet.

Ethnische Säuberungen für den Frieden sind absurd.

Es ist Zeit, dass das mal jemand sagt. Ich hab es gerade getan.“

***

Dazu ein Kommentar von Yifat Erlich, Bibi at his best, veröffentlicht am 11.09.2016 in Ynetnews

Bibi in Bestform

Jedes Wort in Netanyahus Video zum Thema „Ethnische Säuberung“ war richtig. Die Vision von zwei Staaten für zwei Völker beinhaltet die Schaffung eines „judenreinen“ Bereiches, eines Gebietes, in dem kein Jude seinen Fuß setzen kann.

Übersetzung: faehrtensuche

[Es ist] ein kurzes Video, in dem jedes Wort richtig und scharf(sinnig) ist. Und die Worte verbinden sich zu Sätzen. Und die Sätze, mit der Melodie, mit der sie ausgesprochen wurden, schaffen ein volles Bild. Und das Bild ergibt einen Sinn: Es ist Bibi in Bestform.

Es ist schon lange her, dass ich so begeistert von Bibi war. Nicht der zögerliche, besorgte Bibi, der zu gefallen sucht, sondern der Bibi, der die Wahrheit trifft und in die Köpfe und Herzen dringt. Die Zweistaatenlösung zu unterstützen bedeutet eben auch, ethnische Säuberung zu unterstützen. Die Vision einer Zweistaatenlösung, für die US-Präsident Obama sich so stark gemacht hat, beinhaltet die Schaffung eines „judenreinen“ Gebietes. Das ist das, was man ein Territorium nennt, in das kein Jude seinen Fuß setzen kann.

Man kann es Evakuierung nennen, man kann es auch Rückzug oder Neuausrichtung, sogar Friedensprozess nennen, aber letzten Endes gibt es eine Realität. Die verwässerte Ausdrucksweise kann die Realität nicht verschleiern. Wir sind dieser Realität bereits in der horrenden Ungerechtigkeit der Vertreibung von 5000 Juden aus Gush Katif begegnet und Gaza in einen Ort verwandelt wurde, in dem kein Jude seinen Fuß setzen kann.

Wer auch immer die Idee unterstützt, meine fünf Kinder aus ihrer Heimat zu vertreiben, eine dritte Generation in [der jüdischen Siedlung] Ofra, der unterstützt eine kriminelle Handlung. Das ist das, was man den Transfer [die Umsiedlung] von 100.000 Menschen nennt, Großeltern, Eltern und Kindern. Meine Kinder sind die Kinder des Berges. Ihr Recht, weiter in dem Ort zu leben, wo sie geboren wurden, ist so stark wie das Recht von Kindern aus Ein Yabrud, dem [palästinensischen] Nachbardorf.

Jeder Ort, aus dem sich Israel zurückgezogen und den Palästinensern die Kontrolle überlassen hat, ist zu einem Ort geworden, den Juden nicht betreten sollten. 20160402_194101Jeden Tag gehe ich an einem Schild vorbei – weiße Buchstaben auf einem knallroten Untergrund – das Juden davor warnt, den Bereich A zu betreten. Israelische Araber passieren das Schild und gehen uneingeschränkt nach Ramallah. Warum? Während das Schild über Israelis redet, ist die wirkliche – politisch korrekte – Bedeutung die, dass Juden der Zugang verwehrt wird. Warum? Weil ein Jude, der aus Versehen nach Ramallah kommt, in einem Sarg zu seiner Familie zurückkehren würde. Gibt es Bereiche in Israel, in denen Araber vom Zutritt ausgeschlossen sind? Nein. Gibt es ein Gebiet in Israel, zu dem Palästinenser vom Zutritt ausgeschlossen sind? Nein.

Jeden Tag kommen Hunderttausende von Palästinensern nach Israel zur Arbeit und jeden Freitag ist es Tausenden von Palästinensern gestattet, den Tempelberg zu betreten. Gibt es Orte in Judäa und Samaria, Gebiete, die von Israel kontrolliert werden, wo Palästinenser vom Zutritt ausgeschlossen sind? Nein. Jeden Tag betreten Zehntausende von Palästinensern, die ein ehrbares Leben suchen, die gemeinsamen Industriezonen und auch die Siedlungen. Ich bin noch nie in Ramallah gewesen, aber die Bewohner Ramallahs kommen nach Ofra. Weil es unter israelischer Herrschaft Koexistenz gibt und unter der Herrschaft von Ismail Haniyeh und Mahmoud Abbas gibt es einen Zweikampf.

Ich glaube, dass der Konflikt im Nahen Osten gelöst werden kann und dass Tage des Friedens kommen werden, aber echter Friede kann nicht auf einer Umsiedlung beruhen, weder der von Arabern noch der von Juden.