Pessach – der Geschmack von Freiheit

Copyright des Bildes: Sabine Bruckner. Mit freundlicher Genehmigung.

Pessach. Die Festtage, die feiern, was es bedeutet, wirklich frei zu sein.

Aber was ist Freiheit?

Viktor Frankl, ein bekannter jüdischer Psychologe, war Überlebender zweier Konzentrationslager. Bei seiner Befreiung im April 1945 war fast jeder seiner Familie ermordet worden. Auf der Grundlage seiner Erfahrungen in den Lagern schrieb Frankl den Bestseller Man’s Search for Meaning (auf Deutsch erschienen unter dem Titel: „… trotzdem Ja zum Leben sagen“), in dem er das primäre Bedürfnis des Menschen nach Sinn als Schlüssel zum Leben bezeichnet.

Er schreibt: „Alles kann einem Menschen genommen werden, bis auf eine Sache. Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht darin, die eigene Einstellung unter den jeweiligen Umständen zu wählen.“

Die Nazis nahmen ihm alles weg; seine Kleidung, Besitztümer, seine Familie. Er saß zusammengekauert in den kalten Baracken; hungernd, erschöpft und tief betrübt. Er hatte das Gefühl, er hätte nichts mehr zu verlieren. Und dann traf es ihn. Die Nazis dachten, sie hätten das volle Kommando über ihn, er hätte keine Freiheit mehr. Aber es gab eine Sache, die sie ihm niemals nehmen konnten: seine Wahl, seine Reaktion. Frankl schreibt: „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum ist die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In dieser Macht liegt unsere Entwicklung und unsere Freiheit.”

Indem er erkannte, dass er die Macht behielt zu wählen, klammerte er sich an seine Menschlichkeit und Würde.

Wir haben nicht die Freiheit, die Umgebung, in die wir hineingeboren wurden, oder die Lage, in der wir uns befinden, zu wählen. Aber wir haben immer die Freiheit zu entscheiden, wie wir auf bestimmte Umstände reagieren wollen.

Wir machen oft den Fehler zu denken, dass andere für unser Leben verantwortlich sind – unsere Eltern, unser Chef, unser Ehepartner, die Gemeinschaft, die Wirtschaft oder der Präsident. Wir geben anderen die Schuld oder reden uns heraus – Was willst du von mir? Ich wurde faul geboren …

In Wirklichkeit bin ich der Einzige, der für den Erfolg und Misserfolg in meinem Leben verantwortlich ist.

Wenn wir anderen Menschen oder Situationen erlauben, unsere Gefühle zu bestimmen, geben wir unsere Freiheit auf und versklaven uns selbst. Freiheit bedeutet zu erkennen, dass wir diejenigen sind, die die Kontrolle haben, dass wir verantwortlich sind. Wie auf dem Schild auf Präsident Trumans Schreibtisch stand: „Die Verantwortung liegt hier.“

Deshalb wird Mazzen auch das Brot der Freiheit genannt. Das Brot ist nur aufgeblähtes Mazzen … es ist Wasser und Mehl voll heißer Luft. Das Hindernis Nummer eins, das uns daran hindert, Größe zu erreichen und ein Leben in Freiheit zu führen, ist unser aufgeblähtes Ego. Unser Ego lenkt uns ab und veranlasst uns, alle anderen für unsere Probleme und Misserfolge verantwortlich machen.

Dieses Passahfest, während Sie um den Seder-Tisch sitzen, fragen Sie sich selbst: Was hindert mich wirklich daran, das Leben bei den Hörnern zu packen und es in vollen Zügen zu leben? Wo übernehme ich nicht die volle Verantwortung für mein Leben? Wenn Sie die Mazzen essen, durchbrechen Sie die Fesseln Ihrer Ausreden und schmecken Sie die Freiheit.

Original: Rabbi Yaakov Cohen, Viktor Frankl, Passover and the Meaning of Freedom.

Beginn Pessach 2019 mit Sonnenuntergang am Freitag, 19.04.2019

Ende Pessach 2019 mt Anbruch der Nacht am Samstag, 27.04.2019

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🙂 ALLEN JÜDISCHEN LESERN FROHE FESTTAGE! 🙂

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Israel – der Jude unter den Staaten

Alex Feuerherdt und Florian Markl sind Verfasser der 2018 erschienenen Monografie „Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert“.

Nachfolgend das vom JFDA mit den beiden Autoren geführte Gespräch über die israelfeindliche Politik der Vereinten Nationen.

In Israel wird heute gewählt

Anlässlich der heute in Israel stattfindenden Wahlen hat die Botschaft des Staates Israel ein Video herausgebracht, das Fragen zum Thema „Wahlen zur Knesset“ beantwortet. Hier die Fragen und Antworten des Videos in schriftlicher Form:

Was genau ist die Knesset?

Die Knesset ist israelische Parlament. Der Ort, an dem alle relevanten und wichtigen Dinge heftig debattiert werden und Gesetze  verabschiedet werden.

Ihr wählt den Präsidenten nicht direkt?

Nein. Israel ist eine parlamentarische Demokratie. Das bedeutet, dass die Staatsbürger Repräsentanten in die Knesset wählen und der Premierminister wiederum wird durch die Mitglieder der Knesset gewählt.

Wen also wählen die Leute?

Sie wählen die von ihnen bevorzugte Partei und nicht einzelne Kandidaten.

Wählen sie Repräsentanten ihrer Stadt oder ihres Bezirks?

Israel ist sehr klein, weshalb das ganze Land ein einziger Wahlkreis ist. Die 120 Sitze der Knesset  werden proportional zu den Stimmen, die jede Partei gewinnt, verteilt.

Gibt es viele Parteien?

Ja. Israel ist ein sehr vielseitiges Land und so haben Israelis sehr unterschiedliche Ansichten. Aber es gibt einen Grenzwert, d.h. dass jede der Parteien mindestens 3,25 % der Stimmen erhalten muss, um in die Knesset einziehen zu können.

Und wer wird dann Premierminister?

Der Premierminister ist der jeweilige Vorsitzende einer dieser Parteien.

Der Partei mit den meisten Stimmen?

Meistens. Aber nicht immer. In Israel hat noch nie eine Partei die absolute Mehrheit gewonnen. Das bedeutet, dass der Parteivorsitzende bestimmt wird, der die besten Chancen hat, eine tragfähige Koalition zu bilden.

Wer kann also kandidieren?

Jeder Israeli über 21 Jahren kann kandidieren. Es sei denn, ein Gericht hat dieses Recht ausdrücklich eingeschränkt. Parteien und Kandidaten können aber auch disqualifiziert werden, wenn sie die grundsätzliche Identität Israels negieren oder zu Rassismus anstacheln. So schützt sich Israels Demokratie.

Können arabische Staatsbürger gewählt werden?

Selbstverständlich. Auf vielen Parteilisten sind auch arabisch-israelische Kandidaten. Und es gibt Parteien, die nur aus arabisch-israelischen Mitgliedern bestehen. Diskriminierung ist in Israel gesetzlich verboten.

Wer darf wählen?

Jeder israelische Staatsbürger über 18 Jahre.

Also können auch arabische Staatsbürger wählen?

Selbstverständlich. Jeder Staatsbürger. Das heißt Juden, Muslime, Atheisten, Christen, Drusen, Tscherkessen, Bahai, Männer, Frauen … Die Liste geht weiter und weiter.

Ist es schwierig zu wählen?

Nein. Israel tut alles in seiner Macht Stehende, um das Prozedere fair und einfach zu gestalten und jeden zu motivieren, wählen zu gehen.

Wie genau?

Zuerst einmal ist der Wahltag ein nationaler Feiertag.

Keine Arbeit? Keine Schule?

Nein.

Cool. – Aber muss man lange reisen?

Nein. Wie bereits gesagt, Israel ist ein sehr kleines Land. Und es gibt mehr als 11.000 Wahllokale.

Was macht es noch einfach?

Das israelische Wahlsystem verzichtet auf unnötige Technik und ist sehr benutzerfreundlich. Man muss nur einen Papierzettel mit zwei oder drei Buchstaben darauf auszuwählen. Diese stehen für eine jeweilige Partei. Man steckt den Zettel in einen Umschlag und versiegelt ihn.

Sind die Wahlen vollkommen frei, gleich und geheim?

Auf jeden Fall. Israel glaubt fest an Freiheit und Demokratie. Alles Erdenkliche wird getan, um  sicherzustellen, dass jeder israelische Bürger die Freiheit hat zu wählen, ganz nach ihrem eigenen Gewissen.

Wer wird also gewinnen?

Das weiß niemand. Fest steht bislang nur, dass Israels Demokratie am Wahltag siegen wird.

Screenshot_Video

Wer sich das Video ansehen möchte, hier zu finden!

Unter der Lupe betrachtet

DEMOKRATIE

„Es gibt keine perfekten Demokratien. Israel ist da keine Ausnahme. Eine berechtigte Einschränkung der Demokratie ist die Notwendigkeit eines Landes sich zu verteidigen. Israel hat viele gewalttätige Feinde. Für seine Verteidigung und um Morde durch Terroristen zu vermeiden, muss Israel eine gewisse Kontrolle über seine palästinensischen Nachbarn ausüben. Die in der Westbank werden von der palästinensischen Autonomiebehörde regiert, die Mörder von Israelis großzügig belohnt und die Familien solcher Mörder und inhaftierter Terroristen finanziert. Die im Gazastreifen herrschende Hamas ist noch schlimmer.

Staaten, die Mitglied in der Europäischen Union sind, können an Israels demokratische Charaktereigenschaften nicht heranreichen.“

Aus: Manfred Gerstenfeld, Warum Israel demokratischer als EU-Mitgliedsstaaten ist

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ANTISEMITISMUS

„Durch das Amt der „Antisemitismus-Beauftragten“ wird der Antisemitismus in Deutschland institutionalisiert. Er wird zur stehenden Einrichtung erklärt, um hochbezahlte Regierungsbeamte beschäftigen zu können. Sie tun zwar außer Geschwätz und Steuergeld-Verbrauch nichts wirksames gegen den wachsenden Judenhass, attackieren aber jüdische Mitbürger wie der „Antisemitismus-Beauftragte“ in Baden-Württemberg, Herr Blume. Die ganze Einrichtung wendet sich, wie üblich, „gegen Rechts“, dafür wird linker oder muslimischer Antisemitismus möglichst übersehen.

[…]

Dabei erklärt sich Deutschland zum judenfreundlichen Land. Auch die „Antisemitismus-Beauftragten“ dienen dieser Inszenierung, zugleich der Geldverschwendung für Plauderrunden und Hochglanzbroschüren, die schon am Tag ihres Erscheinens Makulatur sind. Da sieht man etwa Herrn Blume in flotten Anzügen, mit Querbinder und süßlichem Lächeln verbale Versatzstücke ins Mikrofon säuseln, assistiert von Vertretern der „Religion des Friedens“, die er als Vorsitzender der Christlich-Islamischen Gesellschaft schätzen gelernt hat. Hörbare jüdische Stimmen schätzt er weniger, gegen Malca Goldstein-Wolf, Benjamin Weinthal oder Henryk Broder kann er rüpelhaft werden. Sie „Lügner“ und „Trolle“ nennen. Und mit Beobachtung drohen: „Mal schauen“, postete er am 21. März, „ob und ggf. wer sich einspannen lässt.“ Lieber Herr Blume, mich dürfen Sie getrost notieren. In einem Land, das Sie als „Antisemitismus-Beauftragten“ besoldet, stehe ich gern auf der Schwarzen Liste.“

Aus: Chaim Noll, Gern auf der Schwarzen Liste

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SCHARIA

„Fragt nicht einen muslimischen Akademiker im Westen, der im Dienste seiner Community Wissenschaft betreibt, was Scharia bedeutet. Auch keinen westlichen Islamwissenschaftler, der Drittmittel für seine Projekte aus den Golfstaaten bekommt oder Lobbyarbeit für die Islamverbände macht. Diese werden ihr Bestes tun, um euch die Angst vor der Scharia zu nehmen. Sie werden zwischen der Hard-Core-Scharia mit Körperstrafen und der weichen Scharia unterscheiden. Sie werden behaupten, die weiche Scharia sei mit der Demokratie vereinbar. Wenn sie kritisch genug sind, werden sie „durchaus“ vor „vereinbar“ stellen. Diese erkennt man auch daran, dass sie gerne den Begriff „Islamophobie“ verwenden, um jede Kritik am Islam zu unterbinden. 

Schaut lieber hin, wo die Scharia tatsächlich implementiert wird und fragt Frauen, Homosexuelle und Minderheiten, die darunter leiden oder davon geflohen sind. Sie wissen Bescheid. Die harte Form der Scharia wurde in Saudi Arabian, im Iran, Sudan, Somalia, in Teilen von Indonesien und jetzt in Brunei eingeführt. Dort will sicherlich keiner der Experten leben, es sei denn in abgeriegelten Compounds, wo die Scharia keine Rolle spielt. Und bei der weicheren Form der Scharia, wo auf Körperstrafen verzichtet wird, haben wir immer noch ungerechte Sittengesetze, ein Erbrecht und ein Familienrecht, das Frauen benachteiligt sowie ein Minderheitenrecht, das aus religiösen Minderheiten Bürger zweiter Klasse macht. Wo ist bitte schön die Kompatibilität?

Man sollte nicht Muslime, die als Minderheit im Westen leben, fragen, was Scharia bedeutet. Man muss nur schauen, wie die Scharia implementiert wird, wenn Muslime die Mehrheit der Gesellschaft ausmachen.“

[…]

Aus: Hamed Abdel-Samad, Was ist Scharia

Das bringen nur Israelis

„Ich habe ja schon oft erklärt, daß es für Mitteleuropäer wie mich gar nicht nachzuvollziehen ist, wie tief die Erfahrung jahrhundertelanger Verfolgung, Diskriminierung, Bedrohung und Trauer um Verlorene in den jüdischen Knochen steckt. Trotzdem bereit zu sein, einer Deutschen wie mir offen und unvoreingenommen zu begegnen, trotzdem aus Mitgefühl mit den gequälten Syrern tätig einzugreifen und zu helfen, trotz allem wie eine Eins Haß und Gewalt gegen Palästinenser […] energisch zu verurteilen – das würden andere nicht bringen, das bringen nur Israelis.“

Lila, Wenn mich jemand fragte