Der Iran-Deal und der Jüdische Kalender

Nach jüdischem Kalender hat gestern Abend mit Sonnenuntergang Tisha b’Av begonnen, “der traurigste Tag im Jüdischen Kalender“. Tisha b’Av wird am 9. Tag des Monats Av begangen und beendet eine dreiwöchige Fastenzeit, die am 17. Tammuz (dieses Jahr der 5. Juli) begann. Chabad spricht vonphysischer Verbannung und spiritueller Entwurzelung” und charakterisiert damit das, worunter Juden bis heute leiden.

Über die Bedeutsamkeit dieses Tages gibt der nachfolgende Artikel Auskunft, der am 18. Juli 2015 von Aish unter dem Titel “The Iran Deal and the Hebrew Calendar” veröffentlicht wurde. Verfasst wurde er von Rabbi Benjamin Blech.
(Übersetzung: faehrtensuche)

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Der Iran-Deal und der Jüdische Kalender

Es ist kein Zufall, dass der Deal letzte Woche zum Abschluss kam.

Fristen kamen und gingen, bevor der Deal mit dem Iran letzte Woche zum Abschluss kam.

Das anfängliche Interimsabkommen setzte eine Frist für Juli 2014. Diese wurde verlängert bis November, dann bis April 2015, gefolgt von einer “letzten Frist“ am 30. Juni, wieder einmal ignoriert und auf den 7. Juli geschoben. Aber selbst das geschah nicht. Es geschah nicht vor Dienstag, dem 14. Juli, dass der Iran und die Weltmächte verkündeten, sie hätten ein endgültiges Atomabkommen mit Teheran unterzeichnet, das die meisten wirtschaftlichen Sanktionen des Landes aufheben und ihm gestatten wird, sowohl viele der meisten umstrittenen Aspekte seines Atomprogramms als auch die Entwicklung seiner Raketen fortzusetzen.

Und für diejenigen unter uns, die sensibel sind für g’ttliche Botschaften, einschließlich der scheinbar bedeutungslosen “Zufälle“ des Kalenders, ist dieser fast bizarre Aspekt des Datums, an dem der Deal mit Iran letztendlich zum Abschluss kam, vielleicht repräsentativ für einer der stärksten Urteilssprüche über die Stellung des Abkommens in der Geschichte.

Jüdische Tradition erkennt an, dass G’tt auf viele verschiedene Arten seine Stimme hören lässt. Eine von ihnen ist die des Zusammenhangs zwischen den Ereignissen und dem Kalender, zwischen der Verknüpfung der Bedeutung eines Tages und seines historischen Stellenwertes.

In nur wenigen Tagen werden Juden auf der ganzen Welt Tisha b’Av begehen, das Fasten am neunten Tag des jüdischen Monats Av. Es ist ein Tag mit tragischer Erinnerung. An diesem Tag wurde der erste Tempel von den Babyloniern zerstört. Das allein hätte schon ausgereicht, um als Tag des Fastens und der Trauer zum Tragen zu kommen. Aber die Geschichte bestätigt fünf Jahrhunderte später wieder die tragische Realität des Tisha b’Av. Als die Römer gegen den zweiten Tempel anmarschierten und ihn in Brand setzten, waren die Juden geschockt zu sehen, dass ihr zweiter Tempel genau am gleichen Tag zerstört wurde wie der erste.

Juden sollten verstehen, dass die Geschichte einen g’ttlichen Sinn hat und himmlische Botschaften enthält. Für diejenigen, die glauben, dass G’tt das Universum regiert, ist der Zufall ein völlig fremdes Konzept.

Als die Juden gegen die römische Herrschaft rebellierten, glaubten sie, dass ihr Führer, Simon bar Kochba, ihre messianischen Sehnsüchte erfüllen würde. Aber ihre Hoffnungen wurden grausam zerschlagen, als in der letzten Schlacht bei Beitar im Jahr 135 n.d.Z. [nach der Zeitrechnung] die jüdischen Aufständischen brutal abgeschlachtet wurden. Das Datum dieses Massakers? Der neunte Av!

Die Juden wurden im Jahr 1290 n.d.Z. aus England vertrieben, wieder einmal am 9. Tag des Monats Av. 1492 ging das Goldene Zeitalter Spaniens zu Ende, als Königin Isabella und ihr Mann Ferdinand anordneten, dass die Juden “zur größeren Ehre der Kirche und der christlichen Religion“ [!!!] zu verbannen seien. Das Edikt von der Vertreibung wurde am 31. März 1492 unterzeichnet und den Juden wurde genau vier Monate Zeit gegeben, ihre Angelegenheiten zu ordnen und das Land zu verlassen. Das jüdische Datum, ab dem es den Juden nicht länger erlaubt war, in dem Land, in dem sie für Jahrhunderte willkommen waren und in dem es ihnen gut ging, zu bleiben? Aber nun kennen Sie es – der neunte Av.

Bereit für nur einen weiteren Punkt? Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust waren, diesen Schluss ziehen Historiker, eigentlich die langwierige Folge des Ersten Weltkrieges, der 1914 begann. Barbara Tuchman schrieb ein Buch über den Ersten großen Weltkrieg, das sie “The Guns of August“ nannte. [In der deutschen Übersetzung heißt das Buch: “August 1914“ (Anmerkung faehrtensuche)]. Hätte ein jüdischer Gelehrter das Buch geschrieben, wäre es vielleicht mit dem spezifischen Datum betitelt worden statt nur mit einem Monat. Ja, erstaunlich genug, der Erste Weltkrieg begann nach dem jüdischen Kalender an Tisha b’Av.

Was sollen wir aus all dem machen? Für Juden ist es eine profunde Bestätigung der tiefen Überzeugung, dass die Geschichte nicht Zufall ist. Ereignisse haben eine spirituelle Bedeutung. Ihre kalendarische Entsprechung definiert sie.

Und wichtig zu vermerken ist, dass die Trauerzeit, verbunden mit Tisha b’Av, nicht auf einen Tag begrenzt ist, sondern in der Nähe eines dreiwöchigen Zeitraums von Traurigkeit und Trauer liegt. Die Zeit unserer Trauer beginnt mit dem Fasten am 17. Tammuz. Das war der Tag, an dem die Stadtmauern von Jerusalem durchbrochen wurden. Das war der Anfang vom Ende – und die Weisen waren klug genug zu erkennen, dass die Klugen eine unmittelbar bevorstehende Katastrophe sogar noch vor dem tatsächlichen Eintreten beklagen. Die Tragödie ist nicht nur der Tag, an dem der Tempel bis auf die Grundmauern niederbrennt; wir müssen auch weinen, wenn das Potential für seine Zerstörung deutlich wird.

Die drei Wochen in der jüdischen Geschichte, die als Auftakt zu Tisha b’Av dienen, repräsentieren die Trauerzeit für den Zusammenbruch jener Mauern, die den Tempel und den Bezugsort der weltweit spirituellen Heiligkeit geschützt haben. Und deswegen wurde der Deal mit dem Iran, davon bin ich überzeugt, – ein Deal, den Charles Krauthammer als den “schlimmsten Deal in der diplomatischen Geschichte der Vereinigten Staaten“ bezeichnet hat und ein Deal, von dem Israels Ministerpräsident Netanyahu glaubt, er habe das ernste Potential, einen nuklearen Holocaust globalen Ausmaßes hervorzubringen – nicht beendet, bis seine Verbindung zur dreiwöchigen Trauerzeit eindeutig festgelegt war.

Es ist der jüdische Kalender, der eine klare Warnung vor den Vereinbarungen mit desaströsem Potential liefert. Wir können nur beten, dass die Führer der Welt seine Botschaft beachten.

Originalartikel: Rabbi Abraham Blech, The Iran Deal and the Hebrew Calendar

Unverbrüchlich an der Seite Israels?

Manche Sätze prägen sich einfach ein, ob man will oder nicht. Sie “sitzen“! So auch der vom ehemaligen Bundespräsident Christian Wulff geäußerte Satz anlässlich des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz am 20.Januar 2012. “Deutschland steht unverbrüchlich an der Seite Israels!“ Der Tagesspiegel hat die Rede im Wortlaut dokumentiert. Andere Politiker, Frau Merkel vorneweg, haben sich in ähnlicher Weise geäußert (oder besser “aus dem Fenster gehängt”?).

Die Zeiten haben sich geändert. Die Zeit der Worte ist vorbei, die “Praxis“ muss erweisen, ob Worte Bestand haben. “Zur Hölle mit Wahrheit und Werten“, schlussfolgerte* bereits vor bald zwei Jahren Mordechai Kedar, als am 24. November 2013 in Genf beschlossen wurde, die Sanktionen, mit denen der Iran belegt worden war, zu lockern – ein Schritt, der nicht in Vergessenheit geraten sollte auf dem Weg hin zum am 14. Juli 2015 abgeschlossenen Atom-Deal. Wie richtig Kedar schon damals lag, hat Deutschland jetzt – als der Deal noch nicht einmal in “trockenen Tüchern“ lag (es fehlte die Zustimmung der UN, die Abstimmung im US-Kongress steht noch aus) – in aller Deutlichkeit in Gestalt seines Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel gezeigt. “Schamlos in den Startlöchern zu stehen”, wie Sarah Honig in ihrem Artikel sagt, erscheint als Charakterisierung richtig und doch fast noch als zu harmlos. Wen wundert’s, wenn die passenden Worte ob Gabriels Verhalten fehlen.

Vic Rosenthal fragt in dem ersten seiner beiden heute erschienenen Artikel, was passieren würde, wenn sie, die Juden, alles tun würden, um die Internationale Gemeinschaft zufriedenzustellen und zu erfreuen. Wer interessiert ist, mag seinen Artikel “Zur Hölle mit der Internationalen Gemeinschaft“, “To Hell with the International Community“ im Original (leider auf Englisch) lesen.

Obwohl sich Vic Rosenthals Artikel nicht auf die am Montag von der UN verabschiedete Resolution bezieht, würde diese Überschrift auch ganz gut zu der erfolgten Abstimmung passen. Worum ging es? Zunächst auf Englisch:

Economic and social repercussions of the Israeli occupation on the living conditions of the Palestinian people  in the Occupied Palestinian Territory, including East Jerusalem, and the Arab population in the occupied Syrien Golan.

Es ging also um die Frage der “wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der israelischen Besatzung auf die Lebensbedingungen der Palästinenser in den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalems, und die arabische Bevölkerung im besetzten syrischen Golan.”

Und das Ergebnis? UN-Watch berichtet mit Datum vom 22.07.2015, dass die UN mit Hilfe der EU (einschließlich Deutschlands!!!) Israel verurteilt hat als “den schlimmsten Verletzer der Welt [!] von wirtschaftlichen und sozialen Rechten“. Wie auf unterem Screenshot zu sehen (zur Vergrößerung auf Abbildung klicken), gab es 2 Enthaltungen (von Honduras und Panama) und 2 Gegenstimmen (USA und Australien). 8 Länder waren abwesend.

Sreenshot_Abstimmung UN-Resolution

Screenshot_Abstimmungsergebnis der Resolution_Quelle: http://blog.unwatch.org/wp-content/uploads/ECOSOC-condemned-Israel.png

Bemerkenswert: In den zurückliegenden Resolutionen wurde die Hamas kein einziges Mal erwähnt, Syrien 13x.

Israel werden Verstöße gegen “die arabische Bevölkerung im besetzten syrischen Golan” vorgeworfen (s.o.), aber “das mörderische Regime Bashar al-Assads” wird “nicht verurteilt, nicht einmal erwähnt” [!].

In den deutschen Medien ist dieses Ereignis keine Erwähnung wert. Google-Ergebnis zurzeit des Verfassens dieses Artikels: Eins! Und das findet sich HIER.

Deutschland steht unverbrüchlich an der Seite Israels“. Dieser Satz, einer von vielen festen Zusicherungen an Israel, hat sich noch fester eingeprägt, allerdings nicht als Fakt, eher als “Persiflage“!!!


*Ich verwies bereits in diesem Artikel darauf!

Stellungnahme des israelischen UN-Botschafters Ron Prosor zur UNSC-Billigung des Atom-Deals mit dem Iran

Am 20. Juli 2015 stimmte der UN-Sicherheitsrat (UNSC) über das Atomabkommen mit dem Iran ab. Das Procedere war LIVE zu verfolgen. Das Ergebnis war vorauszusehen und ist bekannt. Die Presse berichtete.

Der israelische Botschafter bei der UN, Ron Prosor, nimmt Stellung:

..

Nachfolgend die Rede Ron Prosors auf Deutsch. Mein Dank geht an die Israelische Botschaft in Berlin, die diesen Text heute auf ihrer Seite veröffentlicht hat.

Meine Damen und Herren,

heute haben Sie dem gefährlichsten Land der Welt einen großen Preis verliehen.

Ich hasse es, derjenige zu sein, der die Feier verdirbt, aber irgendjemand muss sagen, dass der Kaiser keine Kleider anhat. Heute ist ein sehr trauriger Tag. Nicht nur für den Staat Israel, sondern für die ganze Welt, selbst wenn die internationale Gemeinschaft sich zum jetzigen Zeitpunkt weigert, diese Tragödie zu erkennen.

Es ist ein trauriger Tag, weil die internationale Gemeinschaft Schritte unternimmt, um die Sanktionen gegen den Iran aufzuheben, ohne zu warten und zu prüfen, ob Iran nur einer einzigen Verpflichtung des Abkommens nachkommen wird.

Es ist ein trauriger Tag, weil diese Einigung Iran einen Sitz in der Kommission zugesteht, die entscheiden wird, ob Iran das Abkommen verletzt hat oder nicht. Das ist, als würde man einem Kriminellen erlauben, zu den Geschworenen zu gehören, die über sein Schicksal entscheiden werden.

Sie haben die zerstörerische Ideologie von Iran nicht verändert, welche nicht nur darauf abzielt, tödliche Waffen zu vermehren und Terror zu finanzieren.

Nicht nur haben Sie die Symptome nicht gelindert, sondern Sie haben auch die Ursache des Problems verstärkt. Sie haben der Ursache des Problems – Iran – Geld, Stabilität im Innern und Zeit, um seine zerstörerische Ideologie zu verwirklichen, gegeben.

Zum ersten Mal, seitdem wir gedenken können, sind Israel und die Arabische Welt einer Meinung darüber, dass dieses Abkommen gefährlich ist für die Menschen in der Region – für Juden, Muslime und Christen gleichermaßen –  und für die ganze Welt.

Sie, die Sie zur internationalen Gemeinschaft gehören, haben keine gute Bilanz vorzuweisen, wenn es darum geht, bevorstehende Desaster vorauszusehen, selbst wenn diese direkt vor Ihren Augen liegen.

Gute Intentionen führen zu oft zu Wunschdenken. Schauen Sie nur, was mit dem Arabischen Frühling passiert ist, wie so viele Menschen vollkommen überzeugt waren, dass wir am Beginn eines neuen Nahen Ostens stehen würden. Erinnern Sie sich daran, wie viele Menschen Assad, der in London Augenheilkunde studiert hatte, als einen Reformer lobten, der die Wirtschaft Syriens verändern würde – und in der Tat gab es eine recht große Veränderung.

Und all diejenigen, die wagten zu sagen, dass sie die Dinge etwas anders sahen, wurden so hingestellt, als seien sie ideenlos, als hätten sie keine Kreativität und seien nicht fähig, alte Paradigmen hinter sich zulassen.

Als der Atomdeal mit Nordkorea geschlossen wurde, gab es gute und wohlwollende Menschen, an die ich mich erinnere. Sie wollten glauben, dass sie einen Vertrag unterzeichnet hätten, der Nordkorea davon abhalten würde, Atomwaffen zu entwickeln. Und wir alle wissen, was seitdem passiert ist.

Sie erzählten uns, dass wir in einer sichereren Welt leben würden.

Ich bin überzeugt, dass viele von Ihnen, viele hier, sich in der heutigen Welt nicht sicherer fühlen.

Meine Damen und Herren,

Ich möchte Ihnen diese Weltkarte zeigen, welche Irans Königreich des Terrors zeigt.

Screenshot_UN-Prosors Stellungnahme zum Iran-Deal

Iran’s Empire of Terror_Screenshot https://www.youtube.com/watch?t=12&v=MXNeOBAuNoQ

Schauen Sie sich diese Karte genau an. So sah die Welt heute Morgen aus, bevor Sie über den Prozess der Aufhebung der Sanktionen gegen Iran abstimmten. Sie können den Einfluss von Irans Terrorapparat hier mit Ihren eigenen Augen sehen. Länder wie Aserbaidschan, Thailand und die Hauptstadt der Vereinigten Staaten schafften es, in letzter Sekunde iranische Terrorplots zu verhindern, bevor sie umgesetzt werden konnten. Andere Länder hatten nicht so viel Glück. Länder von Bulgarien bis hin zu Argentinien haben den Gräuel des iranischen Terrors am eigenen Leib erfahren.

In Syrien, im Libanon, im Irak und in anderen Ländern auf der ganzen Welt hat Iran seine Tentakel ausgestreckt, um sein Reich zu vergrößern. Am letzten Wochenende vor 21 Jahren schickten Iran und die Hisbollah einen Selbstmordattentäter, der einen mit Sprengstoff beladenen Pickup fuhr, zum jüdischen Gemeindezentrum in Buenos Aires. 85 unschuldige Menschen wurden getötet und viele weitere wurden verletzt.

Seitdem kann man Irans Fingerabdrücke an jeder Ecke der Welt finden, ob er nun unschuldige Zivilisten zur Zielscheibe macht, Waffen schmuggelt, terroristische Gruppen finanziert oder illegale Aufrüstung betreibt.

Was aber tat die Welt, um auf Irans wachsendes Reich des Terrors zu antworten?
Nun, vor wenigen Minuten tat sie dies:

  • Sie stimmte dafür, Iran mehr Macht zukommen zu lassen.
  • Sie stimme dafür, Iran zu stärken.
  • Sie stimmte dafür, die Expansion Irans zu finanzieren.
  • Iran wird nun 150 Milliarden Dollar besitzen, um Terrorgruppen zu finanzieren.

Also lautet die 150-Milliarden-Dollar-Frage: Wie wird diese Weltkarte morgen aussehen?

  • Wie viel Geld werden die Hisbollah und die Hamas erhalten?
  • Wie viel Geld wird Assad erhalten?
  • Wie viel Geld wird in die Finanzierung weltweiter Terroraktivitäten fließen?
  • Und: Wie lange wird es dauern, bis diese Karte vollständig rot ist?

Wenn sich die internationale Gemeinschaft weigert, dies als eine Tragödie anzusehen, ist dies ein schwerer strategischer Fehler. Aber wenn sie sich dieser Tragödie bewusst ist und trotzdem beschließt, auf diesem gefährlichen Weg voranzuschreiten, dann ist dies eine Katastrophe.

Ich würde gerne metaphorisch sagen, dass die Iraner jedem ins Gesicht lachen. Aber das Traurige ist, dass es diesmal keine Metapher ist.

Wenn der Bösewicht lacht, weiß man, dass irgendetwas nicht stimmt. Meine Freunde, der Bösewicht lacht und das Echo seines Lachens ist in der ganzen Welt zu vernehmen. Laut und klar.

Wenn wir Lachen aus einem Land hören, dessen oberster Führer, Ayatollah Khamenei, selbst nach der Unterzeichnung des Abkommens sagt, dass Iran den Kampf gegen die USA fortführen wird, dass Iran weiterhin Terroristen im Nahen Osten und auf der ganzen Welt unterstützen wird – dann stimmt irgendetwas nicht.

Wenn wir Lachen aus einem Land hören, dessen Präsident nur wenige Tage, bevor die Einigung unterzeichnet wurde, an der Spitze einer Parade in Teheran marschierte, bei der amerikanische und israelische Flaggen verbrannt wurden – dann stimmt irgendetwas nicht.

Wenn wir Lachen aus einem Land hören, das nicht einmal versucht, seinen Hass zu verstecken, dann stimmt irgendetwas nicht.

Meine Freunde, ganz eindeutig stimmt irgendetwas nicht.

Israel – aber nicht nur Israel – steht an der Front. Wir werden den ganzen Preis bezahlen, und das nicht nur im Nahen Osten. Es mag einige von Ihnen verwundern, aber wir in Israel neigen dazu, es ernst zu nehmen, wenn jemand droht, uns zu zerstören.

Meine Damen und Herren,

in den nächsten Jahren werden die Konsequenzen dieses Fehlers allen klar werden, aber für Israel ist morgen bereits zu spät.“

(MFA, 20.07.15)

[Hervorhebungen im Text: faehrtensuche]

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin, Botschafter Prosor zur UNSC- Billigung des Atom-Deals

Geschichte wiederholt sich – nicht?

“If History repeats itself, and the unexpected always happens, how incapable must man be of learning from experience.“ (George Bernhard Shaw),

auf Deutsch: “Wenn Geschichte sich wiederholt und das Unerwartete immer wieder geschieht, wie unfähig muss der Mensch sein, aus Erfahrung zu lernen.

1938: Der britische Premier Arthur Neville Chamberlain traf sich mit Hitler nur wenige Monate vor dessen Einmarsch in Polen. Unter maßgeblicher Beteiligung seiner Appeasement-[Beschwichtigungs-] Politik kam es zum Münchner Abkommen (auch als Friedens-Abkommen [!] bezeichnet), um einen weiteren Krieg zu verhindern.

1994: Jimmy Carter, US-amerikanischer Präsident, bezeichnet das Abkommen mit Nordkorea als “ein gutes Abkommen für die Vereinigten Staaten“. Nordkorea hatte wie Iran behauptet, sein Atomprogramm diene nur für zivile Zwecke (Energieversorgung). Das Ergebnis kennt jeder!

2015 wird ein Abkommen mit dem weltgrößten Unterstützer von Terror und dem größten Feind Israels abgeschlossen. Am diesjährigen Al-Quds-Tag – also noch während der Verhandlungen in Genf und kurz vor deren Abschluss – befand sich der iranische Präsident inmitten der Demonstrationsteilnehmer, die neben “Death to Israel“ auch “Death to America“ brüllten. Auch Präsident Barack Hussein Obama bezeichnet es “als ein gutes Abkommen“, da es eine iranische Atombombe verhindere.

Hier laufen (hoffentlich) die Telefone heiß: http://www.stopthebadirandeal.com/

* Interessant(e Gedankenanregung): Sowohl Jimmy Carter als auch Barack Hussein Obama wurden mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, Carter im Jahr 2002 “für seine jahrelangen Beiträge zur Lösung internationaler Konflikte sowie zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten“, Barack Hussein Obama**, kaum im Amt als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika “für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken“. Neville Chamberlain hat das nicht geschafft, “dafür” aber sein Bruder Austen (1925). Austen Chamberlain war Vertragspartner der “Verträge von Locarno“.

Nahtlos einreihen in diese Liste lässt sich auch die Europäische Unionfür über sechs Jahrzehnte, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beitrugen“.

** Ich kann es mir nicht verkneifen: Barack Hussein Obama ist auch der erste US-Präsident, der es als Poster im Großformat in die deutsche Jugendzeitschrift “Bravo” geschafft hat.

Letzte Anmerkung (für heute): Dass es nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern auch Unterschiede gibt bezogen auf den geschichtlichen Vergleich 1938 – 2015 zeigt Edgar Davidson hier auf.