Obama und Israel

„In seiner achtjährigen Amtszeit hat Obama immer wieder die israelische Regierung kritisiert, kaum einmal aber die PA, ihre Antifriedenspolitik und die von ihr entfachte Terrorwelle. Es war Obama, der 2010 ein totales Bauverbot in „jüdischen Siedlungen“ zu einer Vorbedingung für Friedensgespräche zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde machte – Israel sollte kapitulieren, bevor überhaupt verhandelt wurde – und dabei seit 40 Jahren bestehende jüdische Viertel in Ost-Jerusalem zu „Siedlungen“ erklärte. „Obama war derjenige, der einen vollständigen Siedlungsstopp vorgeschlagen hat“, sagte Abbas 2011 gegenüber dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek. „Ich sagte okay, ich akzeptiere das. Wir kletterten beide auf den Baum. Dann stieg er mit einer Leiter vom Baum runter, entfernte die Leiter und sagte zu mir: ‚Spring!’. Dreimal hat er das gemacht.“ Ein Nebeneffekt von Obamas fehlgeleiteter Politik war es, international die Wahrnehmung zu bestärken, dass diese „Siedlungen“ das entscheidende „Friedenshindernis“ seien – und so die Stimmung gegen Israel weiter anzufachen.

Viele weitere Affronts folgten. Im Sommer 2014, als die Hamas ganz Israel mit Raketenfeuer belegte, gaben Obama und sein Außenminister Kerry Stellungnahmen ab, die den Eindruck erweckten, als stünden sie auf der Seite der Terroristen. Die US-Regierung legte etwa einen Waffenstillstandsplan vor, der Forderungen der Hamas – etwa eine Grenzöffnung und den Bau eines Hochseehafens – enthielt. Sie brüskierte damit nicht nur Israel, sondern auch Ägypten und die Palästinensische Autonomiebehörde, die beide erst kurz zuvor zu einem sofortigen Waffenstillstand ohne Bedingungen aufgerufen hatte – was Israel akzeptiert, die Hamas aber abgelehnt hatte. Wäre Obamas Plan angenommen worden, wäre der auf dem Feld verlorene Krieg am grünen Tisch zu einem Sieg für die Hamas geworden, und der Gazastreifen wäre in der Folge für Waffenlieferungen aus dem Iran völlig offen gewesen. Ungefähr zu selben Zeit sprach John Kerry 2014 von einem angeblich drohenden „Apartheidsregime“ in Israel – eine Vokabel, die man von denen kennt, die Israel durch Sanktionen und Boykotte vernichten wollen.

Ein Boykott wäre beinahe Wirklichkeit geworden: Amerikas zivile Luftfahrtbehörde FAA unterbrach damals den Flugverkehr nach Israel für insgesamt 36 Stunden, was die Hamas als einen Sieg feierte. Der republikanische Senator Ted Cruz vermutete dahinter eine Anweisung aus dem Weißen Haus und verlangte Rechenschaft; daraufhin wurde das Verbot überraschend wieder aufgehoben. Beispiellos war auch, dass Obama den Munitionsnachschub an Israel zeitweilig blockierte – mitten im Krieg mit der Hamas.

Wie sehr Obama den Kurs seiner Partei verändert hat, zeigt vor allem sein Atom-Deal mit dem Iran. Noch Anfang 2015 bestand Hoffnung, dass das Abkommen, welches das iranische Atomprogramm legitimiert und dem Iran den Weg zur Bombe ebnet, im Senat von Senatoren beider Parteien abgelehnt würde – schließlich war die Unterstützung für Sanktionen parteiübergreifend gewesen. Doch Obama erklärte bessere Beziehungen zum Iran – und damit gleichzeitig die Abkühlung des Verhältnisses zu Israel – zu einer Priorität seiner Regierung und zwang seine Partei, ihm zu folgen. Am Ende waren die Senatoren Robert Menendez und Chuck Schumer die einzigen beiden Demokraten, die den Deal ablehnten. Schumer war so eingeschüchtert von dem Hass, der ihm von der Parteilinken entgegenschlug, dass er versprach, nicht zu versuchen, für seine Position zu werben.“

Aus: Stefan Frank, Nationalkonvent der Demokraten: Menetekel für Israel

Globales Chaos – ein Nebenprodukt des Scheiterns, das Böse zu bekämpfen

von Isi Leibler
21. Juli 2016

Englischer Originaltext: Global chaos – a byproduct of the failure to confront evil
Übersetzung: faehrtensuche

Vor einer Generation hatte der Begriff „böse“ Bedeutung. Es gab keine mitfühlenden Seelen – gewiss keine Juden -, die die Boshaftigkeit der Nazis bagatellisiert hätten. Das Böse war böse.

Heute, da moralischer Relativismus dominiert, hat die Welt tatsächlich das Konzept des Bösen aufgegeben und es durch „kultivierte“ politische Korrektheit ersetzt, in der Aggressoren und Opfer häufig als moralische Äquivalente angesehen werden. Zum Beispiel werden Kritiker des islamischen Terrors der Islamophobie beschuldigt.

Angesichts der Massenmorde und Enthauptungen durch islamische Fundamentalisten besteht ein Schock, aber es wird uns gesagt, dass es irreführend sei, ein solches Verhalten als „böse“ zu beschreiben, da das von der wirklichen Quelle ablenke – der kolonialen Ausbeutung. Wir hören auch immer wieder das Mantra, dass soziales und wirtschaftliches Leiden Verzweiflung verursache und Anreiz böte für die Rekrutierung zum Dschihad. Doch die Mehrheit der ISIS-Terroristen, die in westlichen Städten operieren, sind Hochschulabsolventen aus Familien der Mittelklasse.

Darüber hinaus stecken westliche Regierungen, deren Länder nun Terroranschlägen von „Schläfern“ und selbstgezogenen ISIS-Unterstützern gegenüberstehen, ihre Köpfe in den Sand und weigern sich, der Realität des bösen Feindes ins Auge zu sehen, dem islamischen Fundamentalismus, ausgebrütet in muslimischen Gemeinden, deren breite Masse nicht willens oder ängstlich ist, die Dschihadisten in ihrer Mitte zu enttarnen.

Im Kern ist das die Weigerung, die islamisch-fundamentalistische Bedrohung als ein globales Übel zu identifizieren, das versucht, das jüdisch-christliche moralische Erbe zu zerstören und Demokratie durch die Scharia oder dem Kaliphat zu ersetzen.

Dieses Ausweichen, Begriffe wie gut und böse zu verwenden, wird durch die Behandlung Israels deutlich erkennbar, das in diesem Zusammenhang wahrlich der Kanarienvogel in der Kohlengrube ist und den globalen Niedergang in die Amoralität beleuchtet. Beispiele dafür:

• Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten – eine Gesellschaft, die auf Recht und Gleichheit und der uneingeschränkten Freiheit der Meinungsäußerung basiert. Obwohl feindliche arabische Nachbarn seine Zerstörung suchen, bietet es allen Bürgern gleichermaßen, Arabern wie Juden, volle politische Gleichstellung. Besuchen Sie ein Krankenhaus, ein Einkaufszentrum oder einen Park, um einzuschätzen, wie empörend es ist, Begriffe wie Apartheid in Israel zu verwenden.

Vergleichen Sie das mit der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas, wo grundlegende Menschenrechte verwehrt werden und wo eine kriminelle Gesellschaft den Terrorismus fördert. Die Mullahs verherrlichen „Shaheeds“ [„Märtyrer“] und Mütter brüsten sich im Fernsehen stolz ihrer den Märtyrertod gestorbenen Kinder und verleihen ihrer Hoffnung Ausdruck, dass mehr ihrer Sprösslinge ihnen folgen werden.

Die PA und die Hamas stellen den Familien derjenigen, die während der Ermordung von Juden getötet wurden oder in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind, beträchtliche Renten zur Verfügung. Schulen, Plätze und Fußballvereine sind ihnen zu Ehren benannt. Darüber hinaus brechen jedes Mal, wenn ein Jude ermordet worden ist, spontane Feste in den palästinensischen Straßen aus. Wahrlich eine Kultur des Todes.

Doch die Weltgemeinschaft wendet kontinuierlich moralische Äquivalenz auf die Demokratie Israels und die kriminelle palästinensische Gesellschaft an. Das Böse wird ignoriert.

Zwei israelische Ministerpräsidenten, Ehud Barak und Ehud Olmert, wurden von Jassir Arafat und Mahmoud Abbas zurückgewiesen, als sie den Palästinensern 97% der Gebiete, die vorher von den Jordaniern besetzt waren, anboten. Der „rechte“ Benjamin Netanjahu machte weitreichendere Zugeständnisse als Yitzchak Rabin jemals in Betracht zu ziehen bereit war, einschließlich der Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Politik unter Sicherheitsgarantien und der palästinensischen Anerkennung Israels als jüdischer Staat. Die palästinensische Zielvorstellung bleibt, die jüdische Souveränität stufenweise zu beenden, indem sie Zugeständnisse ohne irgendwelche Gegenseitigkeit fordern.

Doch die Weltgemeinschaft – angeführt von der Obama-Regierung – beschuldigte im besten Fall beide Seiten gleichermaßen für den Abbruch der Verhandlungen, aber in der Regel machte sie Israel verantwortlich. Wiederum ein Verleugnen des Bösen und die Anwendung moralischer Äquivalenz.

• Der Nahe Osten erinnert an das finstere Mittelalter mit einer halben Million abgeschlachteter unschuldiger Zivilisten und mehr als 4 Millionen aus ihren Häusern Vertriebener.

Statt diese Grausamkeiten anzusprechen, steht die Obama-Regierung an der Spitze, wenn es darum geht, Israelis für den Hausbau in jüdischen Vierteln zu dämonisieren. Diese Obsession wegen der „Siedlungen“, die über Jerusalem hinaus 3% der Gebiete, die vormals von den Jordaniern verwaltet wurden, umfasst, ist völlig bizzar. Niemand würde argumentieren, dass es einem israelischen Araber verboten sei, auf dem von ihm erworbenen Grundstück zu bauen. Jedoch werden Juden, die Land legitim jenseits der grünen Linie gekauft haben, kriminalisiert. Wie grotesk ist es, dass die Erweiterung einer Terrasse im Haus eines Israelis in Jerusalem Sanktionen zur Folge hat, während ein paar Kilometer entfernt Mord und Totschlag ungebremst fortgesetzt werden.

• Westliche Führer und ihre Medien zeigen Feigheit, wenn sie gegenüber den Islamisten in ihrer Berichterstattung über terroristische Gräueltaten katzbuckeln mit ihren Rückschlüssen, dass terroristische Handlungen wie z.B. das Erstechen eines 13-jährigen Mädchen in ihrem Bett in Israel „Widerstand gegen die Besatzung“ seien.

Es ist verabscheuungswürdig, wie Repräsentanten der USA und Europas in der UN geschwiegen haben, als der Palästinenserpräsident, nachdem er seine Ritualmord-legenden gegen Israel übermittelt und jede Verbindung zwischen Juden und Jerusalem bestritten hatte, stehende Ovationen erhielt. Wenn sie die UN-Resolutionen unterstützen oder sich enthalten, indem sie den jüdischen Staat dämonisieren oder delegitimieren, werden sie aktive Komplizen des Bösen.

Moralische Äquivalenz – in Zusammenhang mit Israel an der Tagesordnung – war eine Vorstufe zu einem weltweiten Zusammenbruch des Vertrauens unter der breiten Masse in demokratischen Ländern.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Geschichte die Aufnahme von Millionen von „Flüchtlingen“ aus dem Nahen Osten – die ironischerweise von Saudi-Arabien und den Golfstaaten als Sicherheitsrisiko abgelehnt worden sind – durch die Europäische Union, angeführt von Deutschland, als den Wendepunkt in der Islamisierung Europas definieren. Die meisten dieser Migranten wurden gegen Demokratie erzogen und sind fanatisch antisemitisch. Ihre Demütigung von Frauen und ihre großen kriminellen Elemente werden von Regierungen und Medien heruntergespielt. Ihre Anwesenheit wird die bestehende islamische Konzentration in großen europäischen Städten verstärken und dauerhaft die Demographie verändern.

Die Ablehnung und das Scheitern, dem bösen Feind [in Form] des islamischen Fundamentalismus entgegenzutreten, hat die globale politische Stabilität untergraben und Chaos und grundlegende Revolte gegen das Establishment erzeugt. In den USA ist das Niveau des Vorwahlen-Diskurses auf ein Allzeittief abgesunken. Das gleiche gilt für die europäischen Länder, mit dem Brexit als Signal der möglichen Auflösung der Europäischen Union. Es gibt einen Anstieg der nationalistischen und rechten politischen Parteien, da die Menschen entsetzt beobachten, wie ihre Gesellschaften von Islamisten verschlungen und vor ihrer Haustür mit Terrorismus konfrontiert werden – zuletzt dem schrecklichen Massaker in Nizza mit mehr als 80 Toten.

Es gibt Licht am Ende des Tunnels. Letztlich werden die grundlegenden Umwälzungen hoffentlich einen weltweiten Warnruf schaffen und eine mehr verantwortliche und mutige Führung ergeben, die eindeutig das Böse bekämpfen wird.

In diesem Zusammenhang ist Israel nie so stark gewesen, wie es heute ist. Es ist in der Lage, sich zu behaupten und wird hoffentlich als konstruktiver und geschätzter Partner im weltweiten Krieg gegen den islamischen Fundamentalismus erkannt werden und nicht länger Sündenbock für das Scheitern der Beschlüsse durch die gegenwärtige globale Führung sein.

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Der Artikel ist auch in der Jerusalem Post und in Israel Hayom erschienen.

Ein „MUST SEE“! „München 1970: Als der Terror zu uns kam“

Nachfolgenden Beitrag hatte ich im August 2012 veröffentlicht. Noch immer aktuell! Oder um es mit dem Kommentar eines Lesers zu sagen: „Leider ist das Thema aktueller als uns lieb sein kann und ein großartiges Beispiel dafür, wie man aus der Geschichte lernen könnte. Könnte…!“
Dem ist nichts hinzuzufügen! …

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Dokumentarfilm von Georg M. Hafner

Das Massaker bei den Olympischen Spielen 1972 hat jeder vor Augen, aber wem ist schon bewusst, dass es bereits zweieinhalb Jahre zuvor – 1970 – erschreckende Anschläge auf Juden in Deutschland gab, so dass man hätte „gewappnet“ sein müssen? Wieso vertraute man anscheinend blind darauf, dass bei den Olympischen Spielen schon „alles gut gehen wird“?

Georg M. Hafner hat einen eindrucksvollen Dokumentarfilm erstellt. „München 1970 – Als der Terror zu uns kam„. „Aufhänger“ für Hafners Recherche ist der Tod seines Onkels, der bei einem palästinensischen Terroranschlag auf ein Flugzeug der Swissair im Februar 1970 ums Leben gekommen war. 40 Jahre nach dem Anschlag begibt sich Hafner auf Spurensuche. Er stellt sich der „schmerzvolle[n] Reise in das Jahr 1970 und in die eigene Vergangenheit„, so heißt es in der Dokumentation. 40 Jahre sind die Hintergründe dieser Tragödie im Dunkeln geblieben. Jetzt deckt Hafner…

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