Vergangenheitsbewältigung auf Deutsch

Oder: Auf welche Art und Weise sich die Deutschen an den Holocaust erinnern

von Roie Yellinek, 10.06.2019

Originalartikel: How Germans Remember the Holocaust

Die im Dokumentationszentrum des Reichsparteitagsgeländes, einem Museum in Nürnberg, ausgewählten Informationen der Ausstellung geben Aufschluss darüber, welche Wege das deutsche Volk gewählt hat, sich an den Holocaust und die Zeit der Nazi-Herrschaft zu erinnern.


Die nationalsozialistischen Rassengesetze, die zur Ermordung von Millionen von Juden im Holocaust führten, wurden in der Stadt Nürnberg erlassen. Nürnberg ist eine durch und durch deutsche Stadt, und die Ereignisse, die dort stattfanden, haben eine besonders große Bedeutung im deutschen Geschichtsbewusstsein.

In Nürnberg hat Deutschland im nördlichen Gebäudeflügel der nicht fertiggestellten Relikte der Kongresshalle ein Museum errichtet, auf dem Gelände der großen Kundgebungen der NSDAP. Dieses Gebiet wurde Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten bombardiert.

Das Einführungsvideo des Museums ist sehr bemüht, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander zu verbinden. Es kontrastiert das, was heute im Bereich des Museums existiert (grünes Gras, Sportanlagen, ein See) mit dem, was es dort früher gab (ein riesiges Bauvorhaben, das den Namen Hitlers und seiner Partei verherrlichen sollte).

Was das Video nicht tut ist, die Folgen der Entscheidungen, die an diesem Ort getroffen wurden, anzusprechen. Es versucht, ein beruhigendes, allgemeines Bild eines weiteren historischen Museums zu schaffen, anstatt sich auf den einzigartigen Status des Ortes als ehemaliges Epizentrum der NSDAP zu konzentrieren.

Das Video drückt Neugier und sogar Stolz auf die enorme Größe des Bauprojekts der Nazizeit aus ohne einen Anhaltspunkt für Schuld oder ein Verständnis für seine historische Bedeutung zu vermitteln. Das geschmeidig aufbereitete Video wird von angenehmer Musik begleitet und die darin auftretenden Akteure sind alle jung und „cool“.

Das Museum selbst zeigt den historischen Prozess, der mit der Geburt Hitlers begann und mit den Nürnberger Prozessen, die nach Kriegsende stattfanden, endete. Auffällig ist die mangelnde Berücksichtigung des Holocausts sowie die Art und Weise, wie das Museum die Nürnberger Prozesse präsentiert.

Die Sprache des Museums ist natürlich Deutsch, aber den Besuchern werden Kopfhörer zur Verfügung gestellt, damit sie die Bildunterschriften verstehen können. Leider gehört Hebräisch nicht zu den angebotenen Sprachen. Der Auftrag des Museums scheint eher ein nach innen gerichter zu sein und der deutschen Öffentlichkeit eine bequemere Sichtweise auf die Ereignisse in Nürnberg zu ermöglichen.

Die Ausstellung beginnt mit dem Umfeld, in dem Hitler aufgewachsen ist und aus dem er seine mörderische Ideologie entwickelte. Sie präsentiert sein Buch Mein Kampf als wertvolles und seltenes Objekt, obwohl es in vielen Teilen der westlichen Welt weder zum Verkauf noch zur Weitergabe zugelassen ist. Das Museum diskutiert die Folgen des Ersten Weltkriegs für die Deutschen, darunter die Beeinträchtigung des Nationalstolzes und der finanziellen Situation des Landes. Es scheint, als wolle es darauf hindeuten, dass die Deutschen von den harten Realitäten, denen sie nach dem Ersten Weltkrieg ausgesetzt waren, in den Krieg getrieben wurden, eine Botschaft, die sie zumindest teilweise von der Schuld für ihre spätere Völkermordgeschichte befreit.

Das Museum widmet einen großen Ausstellungsraum dem innerdeutschen Widerstand gegen die NSDAP, den es als große Bewegung darstellt. In Wirklichkeit war dieses Phänomen marginal und nahezu vollkommen ineffektiv. Das Framing des Museums versucht, den Krieg und den Holocaust als Ereignisse auszumalen, die den Deutschen fast aufgedrängt wurden, nicht als nationalsozialistische Initiativen, die ohne die Beteiligung und Unterstützung der überwiegenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht hätten realisiert werden können.

Diese Partizipation wird vom Museum erwähnt, aber auf eine Weise, die nostalgisch erscheint. Einmal im Jahr fanden in Nürnberg nationalsozialistische Festivitäten statt und das Museum weist mehr als einmal darauf hin, dass Hitler selbst am Hauptbahnhof der Stadt eintraf, um diejenigen zu begrüßen, die zu den Feierlichkeiten gekommen waren.

Im gesamten Museum wird der Holocaust nur dreimal erwähnt, mit einer weiteren indirekten Erwähnung. Dieses Herunterspielen des Holocausts veranschaulicht das revisionistische Narrativ, das das Museum zu fördern versucht.

Bei seiner ersten Erwähnung (Aussstellung 1605) erscheint der Holocaust (im Vergleich mit den übrigen Darstellungen) mit einer sehr kurzen Erklärung der systematischen Vernichtung jüdischer und nicht-jüdischer Menschen in den Konzentrationslagern – ein Programm, das von den Deutschen geplant, erstellt und betrieben wurde. Die Bildunterschrift besagt, dass etwas mehr als die Hälfte der Opfer in Konzentrationslagern ermordet wurde, der Rest starb an Krankheiten, Unterernährung und anderen Ursachen. Auch das klingt nach einem Versuch, die Schuld der Nazis zu reduzieren.

Die zweite Erwähnung sind zwei verschwommene Bilder von Körperhaufen. Die Körper haben keine Gesichter oder Namen, und die Bilder sind aus großer Entfernung [dargestellt]. Das reduziert das Ausmaß des abgebildeten Grauens und mildert die Tatsache, dass die auf den Bildern gezeigten Todesfälle das Ergebnis der Entfaltung der in früheren Abteilungen des Museums dargestellten schrecklichen Dinge waren.

Das dritte Mal wird der Holocaust beim Denkmal für die sechs Millionen Toten (Ausstellung 2002) erwähnt, das in Zusammenarbeit mit dem Holocaust-Museum Yad Vashem und anderen Organisationen errichtet wurde. Der Hinweis auf dem Denkmal bezieht sich auf „Menschen“, nicht auf „Juden“, obwohl die Namen darauf jüdisch sind und die Zahl ausschließlich mit dem NS-Völkermordversuch gegen das jüdische Volk identifiziert wird.

Das Museum ist nicht bestrebt, den sorgfältig geplanten Völkermordversuch anzusprechen. Es anonymisiert die Opfer und entzieht ihnen jede spezifisch ethnisch-religiöse Identifikation. Damit versuchen die Museumsplaner im Auftrag der Nürnberger Stadtverwaltung und anderer deutscher Amtsträger die Geschichte der nationalsozialistischen Gräueltaten umzuformen.

Der letzte Teil des Museums befasst sich mit den Nürnberger Prozessen. Er beschreibt sie als einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des modernen Völkerrechts und zeigt ein nicht unerhebliches Maß an lokalem Stolz. Die Gründer des Museums verwischen die Tatsache, dass die Richter Amerikaner waren (und andere), während die Verbrecher Deutsche waren oder mit ihnen in Verbindung standen.

Das Museum, seine Planer und die an seiner Gründung Beteiligten haben versucht, sich und dem deutschen Volk eine Geschichte zu bescheren, die leichter zu ertragen ist als die historische Realität. Das Narrativ des Museums besagt, 1.) dass die Deutschen in eine Situation geführt wurden, die sie nahezu gezwungen hatte, den Krieg zu beginnen; 2.) dass während des Nazi-Regimes Dinge passierten, auf die die Deutschen stolz sein können; 3) dass die Deutschen ebenfalls Opfer und einige von ihnen gegen das Regime waren und 4.) dass der Holocaust an den Rand des historischen Gedächtnisses gehört.

Das Museum ist ein Versuch, das kollektive deutsche Gedächtnis zu betäuben und das deutsche Volk von der enormen Schwierigkeit zu befreien, im Schatten seiner Vergangenheit zu leben. Diese Botschaft macht es einfacher, die deutsche Feindseligkeit gegenüber Israel, dem einzigen jüdischen Staat der Welt, zu rechtfertigen. Wenn die Deutschen den Iran unterstützen, der danach trachtet, Israel zu zerstören, ist es an uns, sie an ihre wahre Geschichte zu erinnern, ob sie sie hören wollen oder nicht.

Roie Yellinek ist Doktorand in der Abteilung für Nahoststudien an der Bar-Ilan-Universität, Mitglied des Kohelet Policy Forums und des China-Med-Projekts sowie freier Journalist.

Übersetzung: faehrtensuche


Auch zum Thema Vergangenheitsbewältigung:

Henryk M. Broder, Das Jüdische Museum in Berlin will kein jüdisches Museum sein, 17.10.2018

Henryk M. Broder, Das Jüdische Museum Berlin macht sich nackig, 12.06.2019

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Iran verletzt die Atomvereinbarung

 

Videotext:

IRAN VERLETZT DIE ATOMVEREINBARUNG.

Hier sind die Fakten:

Im Jahr 2015 unterschrieb Iran eine Internationale Vereinbarung mit 5 Weltmächten, aber droht damit, sie zu missachten.

Im April 2019 begann Iran mit der Installation von 33 weiterentwickelten IR-6-Zentrifugen, die sein Nuklearprogramm beschleunigen werden.

„Im Namen Allahs werden wir mit der Produktion von IR-6-Zentrifugen beginnen.“ (Hassan Rouhani, Präsident des Iran, April 2019)

Im Mai 2019 vervierfachte Iran die Produktion von angereichertem Uran – eine Verletzung der gegenwärtigen Vereinbarung.

Iran versteckt seine nuklearen Aktivitäten vor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Wenn Inspektoren in die nuklearen Lagerräume kommen, entfernt Iran fluchtartig Beweise. Iranische Führer haben öffentlich ihre Absicht erklärt, Teile der Vereinbarung zu verletzen.

„Wir sind darauf vorbereitet, unsere Uran-Anreicherung um 20 Prozent innerhalb von 4 Tagen zu erhöhen.“ (Ali Akbar Salehi, Leiter iranische Atomenergie-Organisation, Mai 2019)

„Ich fordere Iran entschieden auf, keine weiteren Eskalationsschritte zu gehen und zu seinen Verpflichtungen zu stehen.“ (Jeremy Hunt, britischer Außenminister)

Irans Handeln hat gefährliche Konsequenzen. Iran muss zur Verantwortung gezogen werden. Sanktionen müssen wieder verhängt werden.


Unbedingte Lese-Empfehlung zum Thema: Matthias Küntzel, Der Atomdeal zerfällt, Mena-Watch 09.06.2019


Nachtrag (11.06.2019):

Auch lesenswert ein Beitrag von Air Turkis auf Apollo-News zu dem Besuch des deutschen Außenministers in Teheran!

„Lange haben wir nichts von unserem Außenminister gehört. Doch jetzt ist seine große Stunde da – jetzt rettet er das Iran-Atomabkommen und damit den Weltfrieden.

Heiko war gestern in Teheran und posierte dort mit den großen Führern des Iran. Er ist hingegen eher ein kleiner Führer, dafür ein sehr entschlossener. Aber das Wesentliche an ihm ist, dass er ein großer Taktiker auf der Weltbühne ist. So stimmte seine Vertretung bei der UN erst im November 8 von 9 Israelfeindlicher Resolutionen zu – aber nicht jetzt, wie Sie denken. Natürlich um Israel zu schützen! … “ Ganzen Artikel lesen!

Shavuot: Der Feiertag für das Volk des Buches

von Rabbi Jonathan Feldman, Ph.D.

Originalartikel: Shavuot: The Holiday for the People of the Book

Shavuot könnte als das Fest des Buches angesehen werden. Anders als Rosh Hashana mit dem Schofar, Chanukka mit der Menora und Sukkot mit den vier Arten* und der Sukkah hat Shavuot kein konkretes Symbol. Da es der Feiertag ist, der die Übergabe der Thora auf dem Berg Sinai feiert, ist es Brauch, sich mit dem Studium der Thora zu beschäftigen. In jüngster Zeit ist es Brauch, die ganze Nacht wach zu bleiben und die Thora zu studieren.

Wir hören manchmal, dass Juden als „Das Volk des Buches“ bezeichnet werden. Paradoxerweise stammt dieser Begriff eigentlich aus dem Koran, nicht aus jüdischen Quellen. Für viele betont es den jüdischen Fokus auf Bildung und Bildungserfolge. Bis vor kurzem machten Juden 25% der Schulen in der Ivy League aus. Das Volk des Buches hat über 20% der Nobelpreise erhalten, obwohl Juden nur 0,02% der Bevölkerung ausmachen. Es ist schwierig, die Zahlen für die jüdische Alphabetisierung in der Vergangenheit zu bestimmen, aber es scheint, dass sie historisch gesehen weit über denen der allgemeinen Bevölkerung lagen. Achtzehn Jahrhunderte vor der westlichen Welt führte Rabbi Yehoshua ben Gamliel die universelle Erziehung für Kinder in jüdischen Gemeinden ein (siehe Babylonischer Talmud, Baba Batra 21a).

Es wurde vermutet, dass der jüdische Bildungserfolg und damit auch die allgemeine Gesellschaft weitgehend auf die Gewichtung zurückzuführen ist, die der Bildung in der jüdischen Gesellschaft und Kultur beigemessen wird. Das Mantra meiner Großmutter war für mich, so viel Bildung wie möglich zu erlangen, weil „sie sie dir nicht wegnehmen können“. Das wurde aus eigener Erfahrung gesagt. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden ihr und meinem Großvater ihr Haus und ihr Geschäft in Österreich weggenommen, als sie in den Fünfzigern waren und in Amerika von vorne anfangen mussten. Ich habe mir die Botschaft einverleibt und schloss mit zwei Master-Abschlüssen ab.

Wenn wir es jedoch zurückverfolgen, sehen wir, dass die jüdische Gewichtung der Bildung nicht von einem kulturellen Wert herrührt; sie kommt von der Bedeutung, die dem Thorastudium beigemessen wird. Dies ist in der rabbinischen Aussage enthalten, die wir täglich in den Morgengebeten rezitieren: „Die Talmud-Thora ist für alle gleich [seine Eltern zu ehren, freundlich zu handeln und anderer primärer Mizwot**]“ (Babylonischer Talmud, Shabbat 127a).

Eines der Merkmale eines religiösen jüdischen Hauses ist die auffällige Auslage von Büchern. Die Tatsache, dass die Bücher der Thora an einem zentralen Ort im Haus stehen, zeigt, wie wichtig das Thora-Studim für unser Leben ist.

Rabbi Judah Halevy, der spanische Philosoph, Arzt und Dichter, drückte seine Liebe zu Büchern so aus: „Mein Stift ist meine Harfe und meine Leier, meine Bibliothek ist mein Garten und meine Obstplantage.“ (Brodi S.166.) Implizit ist die Botschaft, dass der Garten zur Ernte bestimmt ist. Der Talmud sagt uns, dass das besagt, das Thora-Studium in das Muster unseres Lebens aufzunehmen.

[Rabbi] Shammai sagt uns, dass wir die Thora zu einem festen Bestandteil unseres Lebens machen sollten (Avot 1:15). Eine der fünf wichtigsten Fragen, die uns gestellt werden, wenn wir die zukünftige Welt erreichen, lautet: „Hast du regelmäßige Zeiten für das Thorastudium eingeplant?“ (Shabbat 31a) Das Thorastudium ist nicht ein bloßes Hobby; es ist die Haupttätigkeit im Leben eines Juden.

Shavuot feiert die Übergabe der Thora am Berg Sinai vor über 3000 Jahren und unsere Übermittlung der Lehren über 3000 Jahre jüdischer Geschichte. Jüdische Feiertage sind nicht nur Erinnerungen an die Vergangenheit. Wie die Passah-Haggada uns aufträgt, den Exodus tatsächlich neu zu erleben, so [ist es] auch an Shavuot, wir bringen uns selbst dazu, den Empfang der Thora neu zu erleben und weihen uns erneut unserer Verpflichtung gegenüber der Thora und studieren sie. Diese Gelegenheit kann sich über den Rest des Jahres erstrecken, wie das in der Lehre von Rabbi Yehoshua ben Levi zum Ausdruck kommt: Jeden Tag ertönt eine Stimme vom Berg Horeb (Mt. Sinai, Avot 6: 2).

Egal, ob Sie die ganze Nacht aufbleiben, um die Thora zu studieren, oder Zeit finden, Ihre eigenen Studien zu betreiben, lassen Sie uns erneut verpflichten, die Thora zu studieren und sie zu einem festen Bestandteil unseres täglichen Lebens zu machen.

Übersetzung und Links: faehrtensuche


*Zu den vier Arten ist hier zu lesen: „Zu den besonderen Mizwot** an Sukkot gehören die „vier Arten“. Wir binden drei Hadassim (Myrthenzweige) und zwei Arawot (Weidenzweige) an den Lulaw (Palmzweig) am Vortag des Sukkotfestes.

** Mitzwot (Gebote). Ausführungen dazu gibt es hier.

Gedanken zum 6. Juni …

… von Max Zimmer in: Deutschland und der 6. Juni – nicht länger lernfähig

„Dieser Tag [6. Juni 1944] steht symbolisch für die Niederlage von Nazi-Deutschland gegen die westlichen Demokratien, die das NS-Regime neben dem “jüdischen Bolschewismus“ im Osten bis zu seinem Niedergang als den ideologischen Todfeind Deutschlands propagiert hat.

[…]

Der Antisemitismus der Nazis äußerte sich damals genau so wie der moderne Antisemitismus in dem Glauben an eine “jüdische Ostküste“ in den USA, wohlhabende jüdische Bankiers oder auch “Zionisten“, die von dort aus über die Hochfinanz die amerikanische Regierung kontrollieren würden. Was damals zu Propaganda Filmen wie “die Rothschilds“ oder “Jud süß’“ und schlussendlich der Shoa geführt hat, geistert bekanntlich noch heute als leicht abgeänderte Verschwörungstheorie durch das Internet.

Die Nationalsozialisten sahen die westlichen Demokratien, die Vereinigten Staaten und selbstverständlich Großbritannien also als ihre Feinde, gegen die sie sich in ihrem Größenwahn behaupten wollten.

Nach dem Krieg und der Gründung der Bundesrepublik schien Deutschland aus der Geschichte gelernt zu haben.

[…]

Die EU wird nach deutschem Willen geformt, viele andere Länder fühlen sich besetzt, und die USA und Großbritannien sehen von außen zu.

Die Linken skandieren “nie wieder“, und gucken in Richtung AfD.

Ich gucke kritisch auf die aktuelle Politik und frage mich, ob das wirklich ‚aus der Geschichte lernen‘ sein soll.“

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8 Dinge, die Sie über die Kotel und den Tempelberg wissen müssen

Es gibt viele falsche Auffassungen über den Tempelberg, die Kotel und die Al-Aqsa-Moschee. Verwirrung und sogar viele Konflikte können beseitigt werden, wenn die Fakten klargestellt werden!

Temple Mount

Hier gibt es 8 Dinge, die Sie wissen müssen über den für das jüdische Volk heiligsten Ort der Welt:

1. Welches ist der für Juden heiligste Ort der Welt?

Haben Sie geantwortet „die Kotel“? Falls Sie das getan haben, ist das ein Fehler, den leider viele Menschen machen!

Kotel bedeutet wörtlich Mauer auf Hebräisch. Diese Mauer ist so wichtig, dass es unnötig ist, zu bestimmen, welche Mauer es ist, es ist DIE MAUER. Gleichzeitig ist sie nicht an sich wichtig, sondern in der Nähe dessen, was wirklich wichtig ist – dem Tempelberg.

Der für das jüdische Volk heiligste Ort der Welt ist der Tempelberg, im Herzen Jerusalems.

2. Warum ist der Tempelberg dem Jüdischen Volk heilig?

Es steht geschrieben:

Wie der Nabel in der Mitte des menschlichen Körpers liegt,
so ist das Land Israel der Nabel der Welt …
im Zentrum der Welt gelegen,
und Jerusalem im Zentrum des Landes Israel,
und das Heiligtum im Zentrum Jerusalems,
und der heilige Ort in der Mitte des Heiligtums,
und die Lade in der Mitte des heiligen Ortes,
und der Grundstein vor dem heiligen Ort,
denn daraus entstand die Welt.
(Midrasch Tanchuma aus der Römerzeit)

Es wird angenommen, dass der Grundstein das Fundament ist, das Gott gebraucht hat, um die Welt zu erschaffen. Um diesen Stein herum wurde der Tempel gebaut und innerhalb des Tempels, auf dem Grundstein, wurde die Bundeslade aufgestellt. Das ist die Quelle der Heiligkeit des Tempels und seiner Bedeutung für das Judentum.

Jüdische Quellen identifizieren diesen Felsen auch als den in der Bibel erwähnten Ort der Opferung Isaaks, an dem Abraham Gottes Prüfung, um zu erkennen, ob er [Abraham] bereit wäre, seinen Sohn zu opfern, bestand. An diesem Punkt hörte das Menschenopfer für Gott als legitime Praxis auf zu existieren und schon vor den 10 Geboten übernahm das Judentum die moralische Führung in der Welt.

3. Sagt man Kotel, Klagemauer oder Westmauer?

Klagemauer“ ist ein weit verbreiterter, höchst anstößiger Begriff, der eine alte Form der Delegitimierung der jüdischen Geschichte ist, indem er die jüdische Verzweiflung beim Verlust des alten jüdischen Tempels, der 70 n.d.Z. von den Römern zerstört wurde, mindert. Das ist der Begriff der Nichtjuden, die Israel besetzten und sich über den Schmerz der Juden lustig machten, die weinend an der Kotel, der Westmauer, standen, der einzigen Mauer, die noch vom alten Tempel im Herzen Jerusalems übrig geblieben ist. (Es ist nicht einmal eine Mauer des Tempelgebäudes selbst, sondern eine Stützmauer der Anlage).

Während der Zeit der christlich-römischen Herrschaft über Jerusalem (ca. 324–638) waren Juden völlig von Jerusalem ausgeschlossen, außer [bei den Feierlichkeiten] an Tisha B’Av, dem Tag der Staatstrauer um den ersten und zweiten Tempel, und an diesem Tag weinten die Juden an der heiligen Stätte. Der Begriff „Klagemauer“ wurde daher fast ausschließlich von Christen verwendet und in der Zeit der nichtjüdischen Kontrolle zwischen der Errichtung der britischen Herrschaft im Jahr 1920 und dem Sechs-Tage-Krieg 1967 wiederbelebt. Dieser abwertende Begriff verspottet den Schmerz des jüdischen Volkes, denn „da kommen diese Juden, die wieder weinen.“

Kotel ist das im Hebräischen gebrauchte Wort, das einfach „Mauer“ bedeutet. Die Wahl dieses Begriffs ist ein Hinweis auf die Bedeutung der Struktur im jüdischen Bewusstsein – diese eine verbliebene Mauer ist so bedeutsam, dass es nicht notwendig ist, genau zu beschreiben, welche Mauer erwähnt wird, es ist DIE Mauer. Es ist nicht die Mauer selbst, die heilig ist, es war der Tempel und das, was auf dem Berg stand, das war heilig. 2000 Jahre Exil und viele schreckliche Erfahrungen auf dem Weg reichten nicht aus, das jüdische Volk dazu zu bringen, die Bedeutung des Tempels zu vergessen.

Die Mauer hat an Bedeutung gewonnen, weil sie alles ist, was vom Tempel übrig geblieben ist und weil den Juden das Recht verweigert wurde (und wird), auf dem Tempelberg zu beten. Die Kotel wurde wertvoll, weil es die für das jüdische Volk nächstgelegene jüdische Stätte auf Erden war.

Westmauer“ ist eine sachliche Beschreibung der Mauer. Die Kotel ist die westliche Stützmauer des Tempels und es ist vollkommen angemessen, sie als solche zu bezeichnen.

4. Wussten Sie, dass es eine egalitäre Gebetsabteilung der Kotel (Ezrat Yisrael) gibt?

Ezrat Yisrael wurde eröffnet, um die Bedürfnisse verschiedener Juden, die anders beten wollen, auszugleichen und ihnen alle Freiheiten zu ermöglichen, nach ihrem Belieben anzubeten, ohne diejenigen zu stören, die durch unterschiedliche Gebetsentscheidungen beleidigt sind.

Der egalitäre Bereich ist Tag und Nacht geöffnet, genau wie der bekanntere traditionelle Bereich. Männer und Frauen sind frei, gemeinsam zu beten. Es steht den Frauen frei, so laut zu singen, wie sie möchten, und aus der Thora zu lesen, wenn sie das möchten. Anders als im traditionellen Teil des Kotels gibt es in Ezrat Yisrael Tische mit Sonnenschirmen, so dass die Menschen aus der Tora lesen können, ohne in der prallen Sonne stehen zu müssen.

Ein zusätzlicher Bonus ist, dass sich Ezrat Yisrael inmitten einer archäologischen Stätte befindet, in der Überreste aus der Tempelzeit zu sehen sind, was es einfacher macht, sich imaginär in die Zeit zurückzuversetzen, als der Tempel noch stand.

5. Wussten Sie, dass der Großteil der Kotel unter der Erde liegt und nur durch die Kotel-Tunnel zugänglich ist?

Im Laufe der Jahrhunderte hat die natürliche Anhäufung archäologischer Schichten einen Großteil der Kotel begraben. Ausgrabungen haben Einblick in die Pracht des Bauvorhabens des alten jüdischen Tempels gegeben. In den Tunneln können Sie entlang der Kotel spazieren gehen, über die Größe der Segmente staunen, aus denen die Mauer gebaut wurde, und sogar den einst offenen Straßenmarkt betreten, der sich jetzt vollständig unter der Erde befindet!

An einem Punkt in den Tunneln werden Sie wahrscheinlich Frauen sehen, die an dem Ort beten, der sich direkt gegenüber dem Grundstein befindet – man müsste nur durch die Mauer gehen, um zu ihm zu gelangen.

Die Ausgrabungen dauern an und je mehr Arbeit geleistet wird, desto mehr wird von unserer alten Vergangenheit entdeckt. Wenn Sie in Jerusalem sind, verpassen Sie nicht eine Tour durch die Tunnel!

6. Wann wurde der Tempelberg für den Islam heilig?

Interessanterweise wird Jerusalem im Koran überhaupt nicht erwähnt! Jerusalem wurde im Islam nicht aus religiösen Gründen wichtig, sondern um einem politischen Bedürfnis zu dienen.[…].

7. Was ist die Al Aqsa Moschee?

Die meisten Menschen glauben, dass es sich bei der goldenen Kuppelmoschee um Al Aqsa handelt, über die Moslems hinsichtlich der Bedeutung des Tempelbergs diskutieren. Das ist nicht wahr. Die goldene Kuppelmoschee wird als Felsendom bezeichnet, weil sie auf dem Grundstein errichtet wurde, der nach jüdischer Tradition der heiligste Ort der Welt ist. Die Al-Aqsa-Moschee ist eine tiefer liegende Moschee mit grauem Dach, die sich ebenfalls auf dem Tempelberg gegenüber dem Felsendom befindet.

Während Juden auf der ganzen Welt mit Blick auf den Grundstein beten, beten Muslime mit Blick auf Mekka. Dies bedeutet, dass Muslime, die auf dem Tempelberg beten, mit dem Rücken zum Grundstein beten.

8. „Apartheid“ auf dem Tempelberg

Obwohl der Staat Israel 1948 gegründet wurde und die Juden 1967 Jerusalem wiedervereinigten, ist es Juden (und Christen) bis heute nicht gestattet, auf dem Tempelberg zu beten. Die Besuchszeiten für Juden sind stark eingeschränkt:

Sonntag bis Donnerstag (bitte beachten Sie, dass Juden am Schabbat keinen Zutritt haben!):
Sommer: April bis September: 8:30 bis 10:30 Uhr und 13:30 bis 14:30 Uhr.
Winter: Oktober bis März: 7:30 – 10:30 Uhr und 12:30 – 13:30 Uhr.

Nicht-Muslime betreten den Tempelberg nur durch das Mugrabi-Tor (über den traditionellen Frauenbereich des Kotels). Nicht-Muslime werden beim Zugang von der israelischen Polizei durchsucht und davor gewarnt, religiöse Gegenstände zu benutzen oder Handlungen vorzunehmen, die als Beten angesehen werden könnten: Sie können keine Bibel herausnehmen, Ihre Augen schließen und in Ihrem Herzen beten, sich vor dem Felsendom verneigen oder irgendwelche rituellen Zeichen der Trauer zeigen.

Im Gegensatz dazu ist der Tempelberg für Muslime zu jeder Tages- und Nachtzeit über Tore zugänglich, die nur Muslimen zur Verfügung stehen. Beim Zugang werden sie nicht durchsucht.

Die Definition der Apartheid besteht aus zwei verschiedenen Gesetzen für dasselbe Volk. Der Tempelberg ist der einzige Ort in Israel, an dem Israelis verschiedenen Gesetzen unterliegen, die darauf beruhen, ob sie Muslime oder Juden sind.

Originalartikel: Forest Rain, 8 things you need to know about the Kotel and the Temple Mount, 31. Mai 2019

Übersetzung: faehrtensuche, Links und Foto- und Videomaterial aus dem Original übernommen