Was geschah am …

… 7. November 1938? …

Klingelt es? – Nein? – Ich könnte noch dazusetzen … in Kassel? – Klingelt es jetzt?

Nein? – Beim 9. November 1938 wäre aber alles klar, oder …?

Genau an diesem 7. November 1938 geschah in Kassel der „Probelauf“ für das, was zwei Tage später in ganz Deutschland geschehen sollte! So schildert es jedenfalls Theo Ellesat, der Gründungsvorsitzende von „Christen an der Seite Israels“ in seinem Lebenszeugnis „Mein Weg und mein Auftrag“.

Mir war mir bis dato nicht klar, dass es Kassel war, wo die erste Synagoge brannte. Kassel galt als „Test für ganz Deutschland“, so schildert es Ellesat in der Zeitschrift „Israelaktuell“, Ausgabe Juni/Juli 2012. Würde hier die Menge schweigen, würde sie es auch woanders tun! Würde hier alles „glatt“ gehen, wäre das auch an anderen Orten so!

Er – der damals 13-Jährige – schiebt sich mit anderen Kindern und Jugendlichen durch die Ansammlung von „mehreren hundert Menschen“ in die erste Reihe. Man wollte nichts verpassen, wollte vorne mit dabei sein, war sensationshungrig. Verständlich für Jungen in dem Alter. Was ihn dann aber doch nicht losgelassen hat, schildert er so:

„…plötzlich ging von der brennenden Synagoge die Türe auf und heraus kam ein alter Mann mit  langem weißen Bart und Kippa, und er trug eine große Rolle im Arm.  … die Thora-Rolle, das heiligste Buch der Juden. Er kam aus der brennenden Synagoge und wollte diese Thora-Rolle retten. Jedenfalls hat die SA oder SS das gesehen, wie er mit  der Thora-Rolle im Arm herauskam, und in dem Moment stürzten zwei von denen auf den Mann zu, rissen ihn zu Boden, traten ihn mit den Stiefeln in den Bauch, machten die Thora-Rolle auf und wickelten ihn in die Thora-Rolle. Das war eine solche große Schändung, mit dem heiligsten Wort Gottes so umzugehen.“

Theo fragt sich, was der alte Mann getan habe. Reicht das Jude-sein aus, so behandelt zu werden? Ihm dämmert es und er begreift, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Er schaut sich die Menschen an und sie tun – NICHTS! Theo Ellesat:

„Jedenfalls hatte von der Bevölkerung, die damals da stand und gaffte, nicht einer etwas gesagt oder gerufen: ‚Hört auf‘, oder ‚Lasst den Mann gehen‘ oder so – nichts. Die haben geschwiegen, alle. Und so kam es, dass auch hinterher das alles verheimlicht wurde.“

(Hervorhebungen im Text von faehrtensuche)

Theo Ellesat sieht in Kassel eine „Hochburg der Nationalsozialisten“. Als eine Auswirkung davon versteht er die 88-prozentige Zerstörung der Stadt.“Über 10 000 Menschen sind damals in dem Angriff 1943 in Kassel ums Leben gekommen“, sagt er in dem Bericht. –

Wer Interesse an dem vollständigen Lebenszeugnis von Theo Ellesat hat, kann diese demnächst über die Homepage von „Christen an der Seite Israels“ bestellen. Hier oder hier.

                       

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s