Israel in den Medien

Ein immer wieder altes und doch jeden Tag neues Thema. Immer aktuell, immer brisant. Eigentlich beschäftigt mich dieses Thema jeden Tag durch unsere ach so wertvolle mediale Berichterstattung oder doch eher durch die wirklich gute Recherche vieler Blogger? Bin ich froh, dass es diese Blogger gibt! Also besteht doch gar  kein Grund für mich, dass ich mich auch noch mit diesem Thema beschäftige, oder etwa doch?

Es ist mal wieder ein Artikel, der mir ins Auge sticht und mir gut gefällt. Also greife ich dieses alte und doch immer wieder neue Thema auf. Eindrücklicher als „Spirit of Entebbe“ kann man die ganze Problematik der Berichterstattung über Israel nicht auf den Punkt bringen. In seinem Artikel „So wird man Nahostkorrespondent“ lädt Claudio Casula den Leser sehr überzeugend ein, Nahostkorrespondent zu werden. Er wirbt mit eindrücklichen Worten. Sei doch gar nicht schwer. Man kann es. Frau auch (obwohl nicht ausdrücklich erwähnt, nehme ich es zumindest mal an). Jeder kann es. Intelligenz braucht es nicht oder nicht unbedingt. Nicht jeder ist intelligent. Das macht gar nichts! Jeder kann Nahostkorrespondent werden, so lese ich aus den Zeilen. Wer das nicht glaubt, mag sich selbst überzeugen, indem er dem Link folgt.

Den Leser kostet es auch nicht zu viel Zeit. Denn  Zeit hat man „im Normalfall“ nicht, aber für diesen Artikel sollte man schon ein wenig davon erübrigen. Alles ist machbar, auch mit nicht allzu viel Zeit. Ist doch Erfolg versprechend: Kaum Zeit zu investieren und anschließend zu wissen, wo’s langgeht. Vielleicht hätte der Verfasser des Artikels noch die maximale Lesedauer dazuschreiben sollen. Wäre ja vielleicht ein Vorschlag für die nächsten Artikel, für die mit den leichten Lösungsvorschlägen! „So wird man Nahostkorrespondent“ – ganz einfach, klar und überzeugend! Ein gewisses Maß an Selbstverleugnung braucht es allerdings schon. Das gilt aber nur für die, die noch etwas auf sich halten und einer Sache ernsthaft auf den Grund gehen wollen. Aber wer will das schon? Das Leben bietet doch ganz andere Seiten. Schneller Erfolg vorprogrammiert – ist das nichts? Schnelle Befriedigung auch!

Der Artikel liest sich wie eine Spielanleitung. Es gibt Spiele, bei denen die Zusammenhänge ein bisschen komplizierter sind. Mag sein, aber hier ist alles ganz einfach. Es geht um Israel und den Nahen Osten und da weiß man ja, wie der Hase läuft. Ganz simpel und perfekt für einen, der anstrebt, Nahostkorrespondent zu werden. Der Leser sollte nach Lesen der „Spielanleitung“ ernsthaft überlegen, ob es nicht an der Zeit wäre, seinen Beruf zu wechseln. Wo doch alles so einfach ist! Und zudem hat man gute Chancen, die Karriereleiter schnell emporzuklettern und z.B beim ZDF oder auch woanders im „höheren Spektrum“ zu landen.  Man darf gespannt sein, wie viele flexibel sind und sich dem Vorschlag anschließen. Leider wird sich das „Ergebnis“ meiner Kenntnis entziehen, da es keine Umfrage dazu geben wird. Das führte auch zu weit!

Auf alle Fälle bleibt festzuhalten: Der Artikel ist herrlich erquickend zu lesen! Danke an Claudio Casula für seine überzeugende „Berufsberatung“!

Das Besondere an einer Spielanleitung ist es, dass die Spielregeln ihre Gültigkeit behalten – solange alle Beteiligten das Spiel mitspielen. Was die Medienberichterstattung über Israel anbetrifft, werden die im obigen Artikel erwähnten Spielregeln anscheinend nie in Frage gestellt. Warum auch, wenn das Spiel funktioniert. Aber macht es auch Spaß?

Wenn man von der Größe des Landes Israel ausgeht – diese entspricht in etwa der Größe Hessens – ist die Medienpräsenz wirklich beachtlich! Es gibt gerade mal zwei Städte, in denen die Akkreditierung von Journalisten höher ist als in Jerusalem – Washington und Moskau. Und das will was heißen!

Der neue Botschafter des Staates Israel in Deutschland – Yakov Hadas Handelsman – äußerte jüngst in einem Interview, dass er den Wunsch habe, „das Israel-Bild [würde] nicht nur von Konflikten geprägt.“ Dieser Wunsch müsste als eine wichtige Frage und als ein besonderer Auftrag an unsere Medien gegeben werden.

Vom 30.01. – 01.02.2009 fand im Haus Buchenried (München) ein Seminarwochenende unter dem Thema „Israel und die Juden in Medien und Öffentlichkeit“ statt. Veranstalter war die Münchner Volkshochschule in Zusammenarbeit mit der Initiative AmEchad n.r.V. Auslandskorrespondenten, Filmemacher, Journalisten, Kommunikationswissenschaftler und Politologen trafen sich, um über das Thema zu beraten. Wer sich die nachfolgenden Videos über diese Veranstaltung ansieht, muss (leider) feststellen, dass sich seither – es sind über drei Jahre vergangen – nichts geändert hat. Es gelten immer noch dieselben „Spielregeln“ wie damals. Und hier gilt es nochmal auf Claudio Casula zu verweisen.

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