Lauter „Spekulatius“

Täuscht mich mein Eindruck oder habe ich Recht? Das Wort SPEKULATION wird in diesen Tagen (mal wieder) groß geschrieben, zumindest wenn es um einen möglichen Angriff Israels auf atomare Anlagen im Iran geht. Fakt ist: Der iranische Präsident Ahmadinedschad tobt und kündigt zunehmend häufig die endgültige Vernichtung Israels an. Kümmert es irgendwen? Fakt ist ebenfalls, dass der israelische Ministerpräsident Netanyahu zunehmend häufig auf die drohende Gefahr eines Atomanschlags aus dem Iran verweist.

Frage: Zieht Netanyahu wirklich ernsthaft einen Präventivschlag gegen den Iran in Erwägung? Viele Medien und auch viele Israelis scheinen das anzunehmen. Ulrich Sahm schreibt in seinem sehr lesenswerten Artikel „Israels Dilemma: Iran angreifen oder nicht“:

Noch existiert keine israelische Absichtserklärung, den Iran anzugreifen, und alle kursierenden Militärpläne erweisen sich als Spekulation. Es gilt, was Verteidigungsminister Ehud Barak gesagt und der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta jüngst bestätigt hat: „Noch ist in Jerusalem kein Beschluss gefallen.“

Sahm argumentiert sehr ausgewogen und bedacht! Solche Töne hört man einfach zu selten!

Fakt ist: Israel ist bedroht. Darüber gibt es nichts zu diskutieren. Manchmal scheint mir Netanyahu der Einzige zu sein, der auf die ernsthafte Gefahr aus Teheran verweist. Das allerdings bringt unsere (europäischen) Medien dazu, Israel als Aggressor an den Pranger zu stellen und die Gefahr klein zu reden oder gar zu verleugnen!

Wie „feinfühlig“, „wahrheitsgetreu“ und „ausgewogen“ unsere Medien bezogen auf Israel berichten, zeigt ein Artikel, der am 17. August in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) erschienen ist. Marin Woker ist der Verfasser von „Angriff gegen Iran – Israelische Brecheisen-Diplomatie“. Schon der Titel ist sehr ausgewogen, nicht wahr?!

Den folgenden Kommentar habe ich dem heutigen Newsletter von Honestly Concerned entnommen. Das muss ich einfach weitergeben!

Die Replik von Thomas Schreiber auf Behauptungen in besagtem Artikel von Martin Woker habe ich rot gekennzeichnet! Es geht los:

THOMAS SCHREIBER KOMMENTIERT…
NZZ – Israelische Brecheisen-DiplomatieMartin Woker

Es ist wieder so weit. In diesen Tagen werden in Israel an die Bevölkerung Gasmasken ausgeteilt.

Falsch. Das werden sie seit Jahren und zwar nicht sehr intensiv. Nur redet darüber vor allem die Auslandspresse jetzt.

Anlass dazu geben die sich häufenden Mutmassungen über einen bevorstehenden israelischen Militärschlag gegen iranische Nuklearanlagen, der unweigerlich eine Gegenreaktion auslösen würde.

Interessant. Das Militär handelt aufgrund eigener Mutmassungen????

Israels abtretender Minister für innere Sicherheit rechnet mit einem dreissigtägigen Krieg und etwa 500 israelischen Todesopfern.

Nein. Er hat gesagt, dass die Heimfront sich für alle Fälle vorbereite, so auch auf Erdbeben, und dazu müsse man Arbeithypothesen aufstellen, um zu wissen, was man proben sollte.

Andere pensionierte Offiziere in Israel zeichnen ein ähnliches Szenario.

Pensionäre sind immer eine gute Quelle für aktuelle Informationen.

Zu befürchten ist ein Waffengang an mehreren Fronten: einschlagende iranische Langstreckenraketen im ganzen Land, Raketenangriffe des Hizbullah im Norden und eine markante Zunahme von palästinensischen Attentaten.

„Zu befürchten ist“ sagt der Schreibtischstratege der NZZ.

Irritierend an den Prognosen sind ihre Präzision und die Tatsache, dass die Opfer der Gegenseite ausgeblendet werden.

Wer ist irritiert? Welche „Prognosen“. Propheten gibt es seit der Bibel nicht mehr.

Opfer der Gegenseite werden ausgeblendet, weil es noch gar keinen Beschluss zum Angriff gibt.

Offen bleibt auch die Teilnahme der amerikanischen Alliierten an dem Militärschlag – und an einer Abwehr der unvermeidlichen Revanche Irans.

Spekulatius. Und wer redet von der „unvermeidlichen“ Revanche Irans, doch vor allem die kriegshetzenden Medien.

Fehlende Beweise

Es ist wenig wahrscheinlich, dass sich die USA vor den Präsidentschaftswahlen auf einen neuen Waffengang im Nahen Osten einlassen.

Wahrscheinlicher Spekulatius

Die von Israels Ministerpräsident und seinen Getreuen unermüdlich wiederholte Behauptung, wonach Iran innert Kürze über funktionsfähige Atombomben verfüge und dem jüdischen Staat demnach ein Holocaust drohe, wird von der Administration Obama nicht geteilt.

Nein, die sagen was anderes, es geht um den „Point of no return“ und die Drohungen des Iran, Israel auslöschen zu wollen, in den letzten Tagen vermehrt.

Es fehlen die Beweise für die unmittelbar bevorstehende Produktion einer iranischen Atombombe, die ein Eingreifen der USA rechtfertigten.

Stimmt, wird auch von Israel bisher nicht behauptet, sondern etwas anderes.

Und weiter bedeutete ein iranischer Nuklearangriff auf Israel Selbstmord angesichts der israelischen Fähigkeit zum atomaren Zweitschlag.

Hierfür würde ich gerne seine Quelle kennen. Hat Israel überhaupt eine ABombe?

Das Gegenargument, wonach es sich bei den Machthabern in Teheran um eine Bande irrationaler und islamistischer Fanatiker handle, überzeugt nicht.

Wer behauptet das? Israel wohl nicht.

Richtig ist, dass Irans Präsident Ahmadinejad mit antisemitischer Rhetorik im In- und Ausland seinem Land einen grossen Imageschaden zugefügt hat.

Armer Iran mit Image-Schaden….

Richtig ist auch, dass er und andere die Tilgung des jüdischen Staats von der Landkarte gefordert haben (was die Promotoren eines binationalen israelisch-palästinensischen Staates in andern Worten auch tun).

Richtig, nur haben die kein Atomprogramm und auch keine Trägerraketen.

Der iranischen Führung deswegen aber die Absicht eines organisierten Judenmords zu unterstellen, ist unrichtig und tendenziös.

Ganz unrichtig, aber wenn Israel zerstört würde, mit Bombe, wären mal wieder 6 Millionen Juden tot.

In Iran selbst leben derzeit einige zehntausend Juden – mehr als in jedem andern Land in der islamischen Welt.

Falsch. 12.500 sind nicht „mehrere zehntausend“

Der in Iran und in Israel von hetzerischer Seite herbeigeredete abgrundtiefe Hass zwischen den beiden Völkern ist Fiktion.

So behaupten es Israelis, auch die Führung, aber aus Iran (Führung) kommen andere Stimmen.

Kenner der Region halten eine iranisch-israelische Allianz ohnehin für gegeben. Die Sichtweise ist in doppelter Hinsicht berechtigt. Die wachsende arabisch-sunnitische Dominanz im Nahen und Mittleren Osten macht Israel und Iran eigentlich zu natürlichen Alliierten. Hinzu kommt ein den beiden Völkern eigner, historisch und mental begründeter Anspruch, arabischer Kultur überlegen zu sein. Und israelische Regierungskritiker fügten an, dass ihre einst basisdemokratische Staatsordnung unter dem Einfluss von Religiösen und Nationalisten zur Theokratie verkomme – einer Herrschaft der Gottesgelehrten wie in Iran.

Der Mensch hat aber wirklich überhaupt keine Ahnung.

Noch aber ist es nicht so weit. In Israel steht die Mehrheit der Bevölkerung einem Militärschlag gegen Iran skeptisch gegenüber.

Erfindung, die Bevölkerung steht gar nicht, solange es nix Konkretes gibt.

Während der letzten Monate meldeten sich reihenweise ehemalige hohe Offiziere und Geheimdienstleute, die alle von einem Angriff abrieten. Dem iranischen Nuklearprogramm sei mit Militärschlägen nicht beizukommen, lautet ihre Argumentation. Ein Angriff vermöge die iranischen Pläne lediglich zeitlich zu verzögern, nicht aber das Potenzial für den Bau von Nuklearwaffen entscheidend zu schädigen.

Eine Gruppe weltoffener Bürger hat die israelischen Militärpiloten für den Fall eines Angriffs zur Befehlsverweigerung aufgerufen.

Toll. Und denen droht Strafverfolgung. Kritik ist erlaubt, nicht aber Aufrufe an Soldaten zur Befehlsverweigerung, wenn die demokratisch gewählte Regierung etwas beschließt-

Und andere Stimmen in Israel halten fest, noch nie zuvor seien Kriegspläne der eigenen Führung auf derart breite Ablehnung gestossen. Was machten Netanyahu und sein Verteidigungsminister Barak nur falsch?

Ein Ertrag nach Wunsch

Gar nichts. Die direkte Verknüpfung von Irans Nuklearprogramm mit der Frage von Israels Existenz hat sich für Israel bisher bezahlt gemacht.

Der merkt gar nicht, dass Iran das verknüpft mit täglicher Propaganda, A-Programm, Raketentests.

Die USA haben ihre ohnehin schon umfangreiche Militärhilfe an Israel erweitert. Und Deutschland hat unlängst mit der Lieferung von drei U-Booten der Dolphin-Klasse (die sich zur Bestückung mit Marschflugkörpern eignen) Israel einen grossen Dienst erwiesen oder, wie Netanyahu sich ausdrückte, entscheidende Werkzeuge zur Selbstverteidigung seines Landes zur Verfügung gestellt. Weiter legen sich die USA und die Europäer ins Zeug, um die Sanktionen gegen Iran zu verschärfen. Für Israel läuft die Sache nach Plan. Doch wie lange noch? Eine glaubwürdige Existenzbedrohung kann Israel nicht vorweisen.

Den Beweis kann Israel erst liefern, sowie über Tel Aviv eine A-Bombe explodiert ist.

Die Zeit israelischer Brecheisen-Diplomatie läuft aus.

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