Ein Telefongespräch und die „Unschuld der Muslime“

Es ist Freitagabend, 21. September, der erste Tag, an dem Muslime in Deutschland gegen das Mohammed-Video demonstrieren. Das Telefon klingelt. Ein Bekannter ist dran. Irgendwie lässt es sich im Laufe des Gesprächs nicht vermeiden, auf die momentane politische Situation und das unsägliche Video „Die Unschuld der Muslime“ zu sprechen zu kommen. Mein Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung gibt zu bedenken, dass Gewalt nicht unabdingbar sei, sondern Muslime ja auch friedlich zu demonstrieren in der Lage seien, wie es die heutigen Demos gezeigt hätten. Ich drücke mein Unverständnis darüber aus, dass man nicht gegen hemmungslose Gewalt, Morde in islamischen Ländern auf die Straße gehe, dass man nicht protestiere gegen die Vergewaltigung und Ermordung des amerikanischen Diplomaten Christopher Stevens z.B. (gab es nicht auch mal Zeiten, als ein Angriff auf die diplomatische Vertretung als Kriegsgrund gewertet wurde?), aber bei einem Video über Mohammed alles ganz anders aussähe. Für meinen Gesprächspartner scheint nur das friedliche Verhalten der Muslime in Deutschland zu zählen.  Darüber hatte ich selbst genug in Radioberichten gehört, hier war man voll des Lobes über die friedlichen Demonstranten. Als ich auf andere Länder verweise, zu verstehen gebe, dass sich das womöglich auch in Deutschland ändern würde, wenn in absehbarer Zukunft die Mehrheitsverhältnisse andere seien, „ernte“ ich –  schallendes Gelächter! Ich bekomme zu hören, ich würde alles zu schwarz sehen und überhaupt. … Jetzt hat mein Geduldspegel das „volle Maß“ erreicht, ich werfe meinem Gesprächspartner an den Kopf, dass er wohl keine Ahnung vom Islam habe, sich nicht genügend informiert habe und sein westliches (Gut-)Denken ebenfalls absolut fehl am Platze sei! So wirkt man überzeugend, gewinnt man Zustimmung! 😉 Im Ernst: Weitere Diskussion (wenigstens im Augenblick) überflüssig, Versuch einer sachlichen Information und Auseinandersetzung in dieser Stimmung nicht möglich, weil ich viel zu aufgebracht bin und mein Gesprächspartner mittlerweile auf „stur“ geschaltet hat. So endet das Telefongespräch in einer Missstimmung, die mich nur den Kopf schütteln lässt ob so viel Ignoranz, Gutgläubigkeit, Desinformation (um nicht zu sagen: Uninformiertheit), Borniertheit und Naivität!

Ich frage mich (erneut): Was muss eigentlich passieren, damit Menschen wach werden? Muss es erst soweit kommen, dass es an den eigenen „Kopf und Kragen“ geht? Warum gibt es so viel Unwissen? Warum fehlt es an Bereitschaft, sich mit dem Thema gründlich auseinanderzusetzen? Warum betrügt man sich selbst, indem man meint, sich ein friedvolles Miteinander durch „Appeasement“ erkaufen zu können? Warum ist man bereit, die eigenen Werte so schnell aufzugeben statt um sie zu kämpfen? Weil man keine eigenen Werte (mehr) hat? Oder ist einem alles egal, fehlt der nötige Weitblick?

Es ist jedenfalls mehr als beunruhigend, ja geradezu beängstigend zu sehen, dass auch Deutschland nicht schnell genug bei der Hand sein kann, wenn es darum geht, ein Aufführungsverbot zu diskutieren und eventuell gar durchzusetzen. Mein (hoffentlich falscher)  Eindruck: Das Verbot des Videos ist bereits beschlossene Sache. Alle scheinen sich einig zu sein, dass man damit das Problem lösen könne! Welch ein Trugschluss! Nicht der Film ist das Übel, sondern die mangelnde Bereitschaft, sich eingehend mit dem Islam auseinanderzusetzen, Ursachenforschung zu betreiben und sich wirksame und dauerhafte Gegenmaßnahmen zu überlegen. Begreift man denn nicht, dass der Islam eine Politreligion ist? Die Unruhen, Morde, (Straßen-)Schlachten in anderen Ländern, zuletzt besonders in Pakistan, zeigen doch mehr als deutlich, wohin „der Hase läuft“! Nein, die Politiker tendieren dazu nachzugeben und knicken ein, versklaven sich und die Bevölkerung gleich mit. Wer so schnell den Androhungen von Gewalt nachgibt, muss sich nicht wundern, wenn die Stimmen von islamischer Seite immer lauter, die Forderungen immer frecher und unverschämter werden. Der Koordinierungsrat der Muslime, Ali Kizilkaya, fordert eine „Kultur des Respekts“. Das kann einem die Sprache verschlagen! Soll das ein Witz sein? Wie sieht es denn mit der „Kultur des Respekts“ in der islamischen Welt aus? Wo bleibt der Respekt der Muslime gegenüber anderen Religionen und/oder Gesellschaftsformen?

Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Martina Fietz spricht in einem Artikel im Focus von „Doppelmoral“. Viele ihrer Aussagen empfinde ich als „schief“, aber in einem stimme ich ihr zu, dass es nicht zu einem Verbot des Videos kommen darf! Nicht auszudenken, was ein Aufführungsverbot bedeuten würde. Ich darf nur noch frei denken, nicht aber frei reden? Interessiert das niemanden? Oder kann man sich kaum oder gar nicht vorstellen, welche Konsequenzen das letztendlich hätte, weil man es ja immer anders gewohnt war?

Eine Frage drängt sich noch auf: Viele sprechen davon, dass nur die Extremisten und Glaubensfanatiker Gewalt und Terror verbreiten. Bedeutet das, dass man bei den Muslimen, die bei uns auf die Straße gegangen sind, von „gemäßigten Muslimen“ sprechen kann? Ist es nicht vielmehr so, dass sie  instrumentalisiert werden? Warum protestieren sie gegen ein Video statt gegen Gewalt, Terror und Mord in islamischen Ländern?

Israelnetz berichtet, dass israelische Araber gegen das Video geklagt hätten und Google als Mutterkonzern der Internetplattform „Youtube“ verpflichten wollten, das Video in Israel zu blockieren – bislang ohne Erfolg! Die Richterin Miriam Mizrahi meint, dass jeder, der den Film anstößig fände, ihn ja auch nicht ansehen müsste! Klasse! Ob sie bedacht hat, dass viele Muslime ihn wahrscheinlich gar nicht angesehen haben? 😉

Heute bin ich auf einen Beitrag von Ulli Kulke gestoßen. Er meint:

Wer die Meinungsfreiheit verteidigen will, muss gerade jetzt dafür sorgen, dass jeden Tag eine Mohammed-Karikatur, ein Mohammed-Film und ein Mohammed-Kabarett zu sehen sind. Nicht erst dann, wenn sich keiner mehr um das Thema schert.“

Lesenswert!

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Ein Gedanke zu „Ein Telefongespräch und die „Unschuld der Muslime“

  1. Pingback: Das Christentum versklavt, der Islam befreit! | faehrtensuche

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