Raketen, Raketen, Raketen

und kein Ende in Sicht!!!

In diesem Artikel konnte man lesen, dass es im Jahr 2012 bereits über 600 Einschläge von Raketen aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels gegeben hat. Mit Blick darauf, dass der Artikel Ende Oktober 2012 geschrieben worden ist, ergibt das im Durchschnitt pro Monat etwa 60 Raketen, macht im Schnitt 2 Raketen pro Tag. Das reicht aus, um einen Menschen in Unruhe zu versetzen, zumal man nicht weiß, wann die nächste Rakete kommt. Darauf kann man sich nicht einstellen. Jeder Moment ist der falsche.

Wenn jemand gedacht hat, das könnte so schnell nicht getoppt werden, ist er jetzt am vergangenen Wochenende eines Besseren belehrt worden. Mir jedenfalls verschlägt es die Sprache, wenn ich lese, was im Newsletter der Botschaft des Staates Israel vom 12. November (also gestern) berichtet wird:

148 Raketen haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen seit dem Samstagabend auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Raketen trafen Sderot, sowie die Bezirke Eshkol, Shaar ha-Negev und Chof Ashkelon und haben am Sonntagmorgen mehrere Menschen verletzt.“

An nur einem Wochenende 148 Raketen, man stelle sich das mal vor! Man mag es sich gar nicht ausdenken, wie schrecklich das ist. Den Menschen bleibt, um sich in Sicherheit zu bringen, etwa 15 Sekunden Zeit. 15 Sekunden, um sein Leben zu retten und den nächsten Bunker aufzusuchen. Nicht viel, wie man beispielsweise hier sehen kann!

Auswirkungen? In einem Bericht über Sderot aus dem Jahr 2006 wird gesagt, dass viele Betroffene psychologische Hilfe benötigen. Etwa 50 Prozent der Familien mit Kleinkindern hatten mit „posttraumatischen Störungen“ zu tun. Wie viel es heute sind, vermag ich  nicht zu sagen, habe keine neueren Zahlen gefunden. Weniger werden es wohl nicht sein, eher mehr in Anbetracht der eskalierenden Situation.

Die Botschaft zitiert Ministerpräsident Binyamin Netanyahu mit der Aussage:

„ZAHAL [Israelische Verteidigungsstreitkräfte] geht gegenwärtig aggressiv gegen die Terrororganisation im Gazastreifen vor, die von ZAHAL harte Schläge einstecken müssen. Die Welt muss verstehen, dass Israel nicht dasitzen wird, wenn es angegriffen wird. Wir sind bereit, unsere Reaktion zu intensivieren.“

           Hervorhebungen im Text: faehrtensuche

Die Welt muss verstehen“? Eher wohl „müsste verstehen“. Oder doch „Die Welt sollte verstehen?

Was Israel anbetrifft, sind viele nicht nur auf einem, sondern auf beiden Augen blind. Auf Haolam ist zu lesen:

„Mehr als 1 Millionen Israelis leben seit Jahren mit dem Raketen- und Granatenterror aus Gaza – ohne das die Weltöffentlichkeit sonderlich Notiz davon nimmt. Aber die Weltöffentlichkeit registriert auch nicht, dass trotz des Raketenterrors wöchentlich mehrere tausend Tonnen Hilfsgüter aus Israel in den Gazastreifen gebracht werden. Aufregung erregt es lediglich, wenn die israelischen Verteidigungsstreitkräfte gezielt Waffenlager und Abschußrampen der Terroristen angreift – geradeso als wie wenn nicht der Terror, sondern die Notwehr das Verbrechen wäre.“

Hervorhebung: faehrtensuche

Wohl wahr!

Wie gern würde ich die von Haolam getroffenen Aussagen widerlegen – wenn es denn möglich wäre!!! Aber die Realität spricht eine andere Sprache – leider! :-(.

Ein Blick auf die heutigen Mitteilungen bezüglich der netten Raketenbeschüsse aus dem Gazastreifen (ganz abgesehen vom Norden Israels) besagt, dass der am gestrigen Abend vereinbarte neue Waffenstillstand gerade mal „mit drei Raketenabschüssen ‚begrüßt‘ “ wurde. Das zeugt von einer enormen Friedensbereitschaft, nicht wahr?!

Aber man braucht ja gar nicht weit zu gucken, um zu sehen, dass den Palästinensern die Zustimmung des Westens sicher ist, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Persilschein für ewig?

Wie ich entdeckt habe, bin ich nicht die Einzige, die sich über den „Realitätsverlust der deutschen Nachrichten“ nur wundern kann.

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4 Gedanken zu „Raketen, Raketen, Raketen

  1. „Wie ich entdeckt habe, bin ich nicht die Einzige, die sich über den “Realitätsverlust der deutschen Nachrichten” nur wundern kann.“

    Ja das ist auch gut und wichtig so. Ich verbreite vieles in anderen Foren oder auch per E-Mail. Aufklärung ist wichtig.
    Die wahren Freunde stoßen wir von uns, und kriechen den wirklichen Feinden sonst wohin…Das ist verkehrte Welt. Dagegen muss man doch angehen!!!

    Bitte mach weiter, auch auf deine Texte greif ich oft und gern zu. Leider hab ich keine Zeit einen eigenen Blog zu betreiben, um so wichtiger ist es, dass es Menschen wie dich in diesen verrückten Zeiten gibt.
    Vielen Dank, Manuela

    • Danke für Deine Rückmeldung!
      Kommt gerade richtig! 😀
      Spontan fiel mir dazu ein Sprichwort ein: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren!“
      Es stammt von Bertolt Brecht. (Habe ich aber auch erst nachsehen müssen! :D)

  2. Pingback: marijuana | neuköllner botschaft

  3. Pingback: Final Score (1) – illustrated.bukowski.space

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