Hände weg vom Holocaust

Hands off the Holocaust,

so postet Michael Freund mit Datum vom 09. April 2013 auf seiner Homepage. Er spricht von der Tendenz, das Geschehen des Holocaust dadurch zu relativieren, dass man ihn mit anderen historischen Geschehnissen vergleicht. Der Autor ist der Auffassung, dass das auf gar keinen Fall passieren oder zugelassen werden dürfte.

Trend der Zeit, alles zu relativieren und dadurch als „weniger schlimm“ darzustellen? Auch in Deutschland gibt es solche Tendenzen und auch hier, nein besonders hier, sollte man besonders aufmerksam sein!

Michael Freund schreibt:

„Hände weg vom Holocaust

Jetzt ist wieder die Zeit des Jahres, in der Juden überall auf der Welt feierlich der Opfer des Holocausts gedenken, während verschiedene Experten und Politiker ihr Gedenken herabwürdigen und entweihen.

Mit wenig Respekt für die Fakten und noch weniger für die, die ermordet wurden, zögern diese kindischen Lieferanten von Propaganda nicht, sich auf den schrecklichsten Vorgang von organisiertem Massenmord in der Geschichte der Menschheit zu berufen, allein aus dem Grund, weil man versucht, einen oder zwei politische Standpunkte zu gewinnen.

Zum Beispiel hatte das liberale Fernsehen am 22. März Chris Matthews zu Gast, der den früheren Präsidenten George W. Bush und diejenigen, die hinter dem Krieg Amerikas im Irak standen, mit den Nazis verglich, die im Nürnberger Prozess vor Gericht standen.

Ich war wirklich beschämt„, meinte Matthews, „von meinem Land, wie ein Präsident mit solch eingeschränkter Qualifikation, solch begrenzter rhetorischer Fähigkeit, geistiger Fähigkeit, historischer Qualifikation uns zu einem Krieg breitschlagen konnte. Wie Sie wissen, richteten sich die Nürnberger Prozesse in erster Linie, vor dem Holocaust und all den anderen Problemen, gegen die Menschen, die sich für einen Angriffskrieg einsetzten. Und dies war ein Angriffskrieg“, sagte er.

Wenn Matthews über irgendetwas beschämt sein sollte, dann über seine atemberaubende Ignoranz. Wie kann er es wagen, eine prinzipiell demokratische Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, mit einer mörderischen Diktatur gleichzusetzen, die auf Genozid erpicht ist! Und dann gibt es natürlich die hirnrissigen Aktivisten von PETA (People for the Ethical Treatment of Animals [Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren]), die eine Kampagne ins Leben gerufen haben, die sich „Holocaust auf Ihrem Teller“ nennt und die Schlachtung von Hähnchen in Tierfabriken vergleicht mit dem NS-Mord an Juden in Todeslagern.

So wie die Nazis versuchten, Juden dadurch zu entmenschlichen, dass sie sie zwangen, unter schmutzigen, überfüllten Bedingungen zu leben“, hieß es in einer PETA-Pressemitteilung, „werden Tiere in den heutigen Tierfabriken all dessen beraubt, was ihnen angenehm und natürlich ist, und sie werden nur behandelt als fleisch-, eier- und milchproduzierende ‚Maschinen‘“. Solch verachtenswertes Denken wird jedoch nicht nur im linken politischen Spektrum gefunden.

Im vergangenen Monat sagte eine Studentengruppe an der „Easter Michigan University“, die sich Students for Life [Studenten für das Leben] nennt, sie wollten eine Campus –Ausstellung machen und verglichen Abtreibung mit dem Holocaust. Und wiederum im Januar verglich die republikanische Senatorin Idahos, Sheryl Nuxoll, Präsident Barack Obamas Gesundheitsreform mit Hitlers Massenmord an den Juden. In einer E-Mail, die sie an Unterstützer sendete, schrieb Nuxoll: „Die Versicherungsgesellschaften schaufeln ihre eigenen Gräber. Ganz wie die Juden, die in die Züge zu den Konzentrationslagern einstiegen, so werden private Versicherer von den Regierungsvertretern benutzt, um das System einzuführen, weil das Bundesministerium keine Möglichkeit hat, den Austausch einzurichten.“

Huh?! So absurd solche Vergleiche auch sein mögen, bedeuten sie doch einen besorgniserregenden Trend. Eine wachsende Zahl von Menschen haben keine Hemmungen, sie zu machen. In der Tat, dies dient dazu, die Besonderheit der Katastrophe des Holocausts zu untergraben, indem man unterstellt, dass der Holocaust mit anderen Weltgeschehen vergleichbar ist, anstatt in einer ganz eigenen Kategorie zu stehen.

Das ist auch eine Form der Holocaustleugnung, eine, die nicht weniger schädlich ist als die unverhohlenen Versuche zu sagen, dass er nie passiert wäre. In Kürze werden solche Stellungnahmen, wenn sie sich weiterhin vermehren und ohne Antwort bleiben, zur Norm werden.

Und das kann nicht zugelassen werden.

Lassen Sie uns eins klarstellen: der Holocaust ist keine Sache politischer Unterhaltung. Er war der systematische Versuch der Deutschen und ihrer Kollaborateure, das jüdische Volk von der Erde auszulöschen.

Als der Cousin ersten Grades meiner verstorbenen Großmutter, Isaac Kottler, und seine Frau Anna, von der französischen Polizei verhaftet und am 2. September 1942 mit dem Transport 27 nach Ausschwitz deportiert worden sind, wo sie von den Deutschen ermordet wurden, hatte das nichts zu tun mit heutigen politischen Agenda oder politischen Debatten. Es war Antisemitismus, der uralte Hass auf Juden.

Der Holocaust ist ohnegleichen in den Annalen der Geschichte und kein Platz, von Politikern oder Interessengruppen als Vergleichsinstrument oder Analogie gebraucht zu werden.

Deswegen hören Sie auf!

Hören Sie auf zu suggerieren, dass Darfur und Ruanda wie Ausschwitz sind.

Hören Sie auf zu sagen, dass das von der Regierung beauftragte Gesundheitswesen oder Kentuckys Brathähnchen der Inbegriff von Hitlers Endlösung sind.

Sie sind es nicht!

Wenn Sie für Ihre Sache kämpfen wollen, wie gerecht oder lächerlich sie auch immer sein könnte, tun Sie das. Aber lassen Sie Ihre Hände vom Holocaust. Wenn Sie den Holocaust mit einer Gleichung vermischen, ist es ähnlich, als ob Sie auf die Toten spuckten und ihre Erinnerung entstellten.

Und dafür kann es keine Vergebung geben.

[Übersetzung: faehrtensuche]

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