Israel – die Kassandra der Welt?

Soeben „flatterte“ mir der Newsletter der Botschaft des Staates Israel ins Haus. Ein Beitrag daraus setze ich auf meine Seite, da er sich „nahtlos“ an meine beiden vorigen Artikel anfügt, hier und hier!

Im Newsletter heißt es:

„Israels ‚Kassandra-Moment‘

David Harris, der Direktor des American Jewish Committee, hat in der israelischen Tageszeitung Haaretz einen Kommentar zu der neuen Wahrnehmung des Iran infolge der diesjährigen UN-Vollversammlung in New York und den wiederholten Warnungen Israels publiziert:

„In der griechischen Mythologie ist Kassandra die schöne Tochter des Königs Priamos und der Königin Hekabe. Als sie die Offerten des Apollon abwies, verfluchte er ihre Fähigkeit zur Vorsehung, indem ihr niemand mehr Glauben schenken werde. So sah sie beispielsweise die Zerstörung Trojas und die Gefahren voraus, die vom Trojanischen Pferd ausgehen würden, doch ihre Warnungen blieben unerhört und die Folgen der Tragödie bewiesen, dass sie Recht hatte.

Ist Israel heute die Kassandra der Welt? Und sind der iranische Präsident Hassan Rohani und Außenminister Javad Zarif das iranische Trojanische Pferd?

Israel hat erfolgreich dazu beigetragen, dass die Aufmerksamkeit der Welt auf die Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm gerichtet ist. Nun zeigen sich neue Gesichter auf der diplomatischen Bühne des Iran, die das vereinfachte Bild des vorherigen kämpferischen und offensiven Präsidenten, Mahmoud Ahmedinejad, durcheinanderbringen. Mit Ahmedinejad an der Macht schien alles so klar.

Eine Welt ohne Israel fordern, den Holocaust leugnen, behaupten, es gebe keine Homosexuellen in seinem Land, darüber zu triumphieren, dass iranische Frauen die freiesten Frauen der Welt seien, machte es für jeden außerhalb von Caracas, Pjönjang oder Damaskus schwer, ihn als glaubwürdigen Gesprächspartner anzusehen.

Währenddessen drehten sich Irans Zentrifugen weiter und wurden optimiert, die Raketenproduktion wuchs rasant und die iranischen Verhandlungspartner gewannen Zeit, ohne irgendeine Gegenleistung zu erbringen.

Aber nun sind Rohani und Zarif an der Reihe, nutzen die sozialen Medien, sprechen fließend Englisch, absolvieren öffentliche Auftritte, nehmen an Diplomatie-Marathons teil, um den Eindruck von Engagement, Offenheit und Mäßigung zu erwecken.
Und ohne Zweifel wissen sie, dass sie noch eine Triumphkarte im Ärmel haben – die Überzeugung, dass der Westen wirklich kein Interesse an einer Konfrontation einschließlich einer möglichen militärischen Option hat. Und zumindest in ihren Augen trägt die Syrien-Geschichte zu dieser Ansicht bei.“

Harris erläutert, dass Israel angesichts dieser neuen Konstellation weiterhin als warnende Stimme die Rolle der Kassandra innehaben könne, der niemand mehr glaubt.
Laut Israel, das seine Lehren aus der Geschichte gezogen habe, sei es München 1938 oder Pjönjang 2005, sollte nicht den beruhigenden Worten, sondern den Taten des Iran Glauben geschenkt werden. Andererseits, so Harris, sollte Israel, wenn es sich nicht isoliert auf der Weltbühne wiederfinden wolle, einen anderen Weg finden, um seine Position zu vertreten, als nur mit seinen Partnern und Unterstützern zu sprechen und jeden, der mit Rohani spricht, als modernen Neville Chamberlain oder Édouard Daladier zu bezeichnen.

Gleichzeitig stellt Harris in Aussicht, dass sich Israel doch zur Kassandra des 21. Jahrhunderts entwickeln könnte, wenn sich herausstellen sollte, dass an den Worten des Iran nichts dran ist und sich offenbart, zu welchem Zweck sich Irans Zentrifugen tatsächlich drehen.“

Aus dem Newsletter der Botschaft des Staates Israel, 01.10.2013

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