Iran: Nur die Aufhebung aller Sanktionen …

… wird Hoffnung auf erfolgreiche Atomgespräche geben

So äußerte sich der Iran bzw. seine offiziellen Vertreter! So titelt die Jerusalem Post in ihrem heutigen Artikel. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was Netanyahu in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung gefordert hatte, den Druck auf den Iran nicht nachzulassen. Das fordert z.B. auch „STOP THE BOMB„, eine Kampagne, die auf die nukleare Bedrohung durch den Iran hinweist und intensive Aufklärungsarbeit betreibt. [Mehr dazu nachzulesen auf ihrer Webseite (deutsch)].

In einer Redensart heißt es: „Wenn man jemandem den kleinen Finger reicht, nimmt er meist die ganze Hand.“ Diesen Satz kann man auch als Aufforderung formulieren: „Reiche jemandem den kleinen Finger und er nimmt gleich die ganze Hand.“

Der Westen ist dabei, Rouhanis Charme-Offensive aufzusitzen. Der kleine Finger ist gereicht. Da kann die „andere Seite“ langsam versuchen, auf’s Ganze zu gehen. Letztes Ziel: „Aufhebung aller Sanktionen“! Wie vernebelt sind schon die Blicke der westlichen Politiker?

Einzig der israelische Ministerpräsident Netanyahu bleibt ganz Staatsmann und sieht klar. In seiner Rede hatte er es so auf den Punkt gebracht: „Das letzte Jahrhundert hat uns gelehrt, dass, wenn ein radikales Regime mit globalen Ambitionen unglaubliche Macht gewinnt, früher oder später sein Appetit auf Aggression keine Grenzen kennt“ – und damit die Forderung nach einem Stopp des gesamten Atomprogramms des Iran verbunden. Nun fordert der Iran einen Stopp sämtlicher Sanktionen, denn nur so – sagt er – könne man erfolgreiche Gespräche führen.

Die Äußerungen des nachfolgenden Artikels basieren auf zweitägigen Gesprächen, die in der vergangenen Woche zwischen dem Iran, den fünf Veto-Mächten (Russland, den USA, China, Großbritannien, Frankreich) und Deutschland stattgefunden haben.

Iran: Nur die Aufhebung aller Sanktionen wird Hoffnung auf erfolgreiche Atomgespräche geben

JPOST, 20.10.2013

Iranischer Parlamentarier: Teheran sollte nicht als Erster vertrauensbildende Maßnahmen ergreifen

Iran betrachtet die Aufhebung von Sanktionen des Westens als das einzige Zeichen des Fortschritts bei Gesprächen mit Weltmächten über sein Atomprogramm, sagte Alaeddin Boroujerdi, Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats des iranischen Parlaments und der Kommission für Außenpolitik am Samstag.

„(Nur) die Aufhebung aller Sanktionen kann ein Zeichen für konkrete Schritte (durch den Westen) sein, sonst können wir nicht hoffnungsvoll über die Gesprächsergebnisse sein,“ zitierte Irans halbamtliche Nachrichtenagentur Fars die Worte Boroujerdis.

Iranische Verhandlungsführer trafen mit Russland, den Vereinigten Staaten, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland am Dienstag und Mittwoch zu zweitägigen Atomgesprächen in Genf zusammen.

Die islamische Republik hat Berichten zufolge ihre Bereitschaft signalisiert, Teile ihres Atomprogramms zu drosseln, um dringende Sanktionserleichterungen zu sichern.

„Der entscheidende wichtige Punkt in den Verhandlungen ist die Anerkennung des Rechts des Iran auf [Uran-]Anreicherung,“ betonte er.

Am Mittwoch bekräftigte ein anderer iranischer Gesetzgeber Teherans Skepsis gegenüber den Weltmächten und sagte, dass der Westen vertrauensbildende Maßnahmen ergreifen müsste, bevor die islamische Republik das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag [Non-Proliferation Treaty ] (NTP) ratifiziert.

Der iranische Parlamentarier Seyed Baqer Hosseini berichtete Fars, Iran sollte nicht der Erste sein, der vertrauensbildende Schritte unternimmt, da die Weltmächte das Ziel hätten, Teheran an der Herstellung der Atombombe zu hindern.

„Unsere (nuklearen) Aktivitäten haben bis jetzt keine Probleme bereitet und alle sind im Rahmen der Internationalen Atomenergiebehörde [International Atomic Energy Agency (IAEA) geschehen und durch IAEA-Inspektoren kontrolliert worden,“ zitierte Fars Hosseinis Worte.

Am Donnerstag zitierte die New York Times einen hochrangigen Regierungsbeamten Obamas mit den Worten, dass die USA die Möglichkeit erwäge, Billionen Dollars an iranischen Vermögenswerten freizugeben, als Reaktion auf potentielle Zugeständnisse durch Teheran bezüglich seines Atomprogramms, das bei den kürzlich abgeschlossenen Atomgesprächen in Genf diskutiert wurde.

Diese Maßnahme würde es Washington ermöglichen, Iran allmählich einige wirtschaftliche Entlastung zu verschaffen ohne dass die Sanktionen aufgehoben würden, die angesichts der Nichteinhaltung der westlichen Forderungen hinsichtlich seines umstrittenen Atomprogramms international aufgebaut wurden.

[Übersetzung: faehrtensuche]

Orignialartikel: Iran: Only removal of all sanctions will provide hope for successful nuke talks, http://www.jpost.com/Iranian-Threat/News/Iran-Only-removal-of-all-sanctions-will-provide-hope-for-successful-nuke-talks-329195

Ergänzende LESE-EMPFEHLUNGEN zum Thema:

STOP THE BOMB hat Buchtipps zusammengestellt, hier zu finden.

Auf Audiatur online findet sich ein lesenswerter Artikel von Steven Ditto zu den Absichten Rouhanis. Rouhanis Verhandlungsstrategie: Teile und isoliere.

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Ein Gedanke zu „Iran: Nur die Aufhebung aller Sanktionen …

  1. Wenn der Westen Rohani aufsitzt, dann geschieht das weniger aus Dummheit, sondern weil er aufsitzen will, aus welchen Gründen immer. (Ausnahmen gibt es, ihnen gebührt Ehre, aber sie sind zu schwach).
    lg
    caruso

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