Shabbat Hebron 5774

Machpela HebronWer mit Hebron nicht die Urvätergeschichten von Abraham, Isaak und Jakob verbindet, Hebron nicht als Ausgangspunkt der jüdischen Geschichte sieht, hat gewiss eins „abgespeichert“: Hebron ist gefährlich, bekannt für gewalttätige Auseinandersetzungen, hat „den Ruf eines Konfliktherdes und eines Epizentrums der Auseinandersetzungen zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern.“ Und gefährlichen Orten bleibt man am besten fern. Tatsächlich kam es kurz vor Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern (!!!) dort zu einem Mord an vier Israelis. Beim jüngsten Anschlag im September diesen Jahres wurde der IDF- Soldat Gabriel Koby von arabischen Scharfschützen erschossen. Verantwortlich für diesen Mord war die Fatah. Neben allen Meldungen über Anschläge, Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Israelis und Mord finden sich aber auch Meldungen wie diese.

Der Thora-Abschnitt des heute Abend beginnenden Shabbats ist der „Chaje Sara“, aus Genesis (1. Buch Mose) 23,1 bis 25,18. Er

„beginnt mit Saras Tod und dem Kauf der Grabstätte »Mearat Hamachpela« durch Awraham. Dieser Kauf wird sehr ausführlich geschildert. Später beauftragt Avraham den Knecht Elieser, für seinen Sohn eine geeignete Frau zu suchen. Er findet in Riwka die richtige Partnerin für Jizchak. Auch Awraham bleibt nicht allein. Er heiratet eine Frau namens Ketura. Schließlich stirbt er und wird in der Höhle begraben, in der auch Sara beigesetzt ist.“  [Quelle]

Dieser Shabbat ist für die jüdische Gemeinde in Hebron ein besonderer Tag. Dieses Video [in englischer Sprache] gibt Auskunft über die diesjährigen Vorbereitungen.

Alle Unterkünfte sind fertig für Tausende von Gästen von überall her aus der ganzen Welt. Sie kommen, um mit uns den Shabbat zu feiern. […] Hier können wir uns mit den Vorvätern und Vormüttern wieder vereinigen. Sehen Sie, Tausende von Leuten, wir feiern zusammen, wir essen zusammen. Wir haben spezielle Lieder und Treffen. Wir haben ein paar Mitglieder der Knesset hier. […]

Wir möchten unsere Gäste aus Amerika und aus der ganzen Welt willkommen heißen, damit sie wissen und empfinden, dies ist die Quelle der Energie, die Quelle des Glaubens, hier zu sein mit Abraham und Sarah, mit Isaak und Rebekka, mit Jakob und Lea – eine besondere Erfahrung. […]

Die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr streng. Sie können Tausende von Touristen sehen, die Situation ist sehr, sehr ruhig. Die ganze Spannung ist niedrig. Dank G’tt ist es eine friedliche Stadt und wartet nur darauf, dass Sie kommen. […] Alles ist fast ausgebucht, aber wir haben noch einige wenige Plätze für Sie, Sie können noch kommen, um mit uns „Shabbat Hevron“ zu feiern. [Übersetzung: faehrtensuche]

Aus jedem Wort von David Wilder, dem Vorsteher der Gemeinde in Hebron, schwingt Freude mit.

Zum ersten Mal überhaupt hat auch Ministerpräsident Netanyahu anlässlich dieses Festes ein Grußwort übermittelt. Arutz Sheva hat einen gesonderten Artikel darüber ins Netz gestellt („Netanyahu in einer Botschaft der Unterstützung für die Juden in Hebron“) und schreibt [Übersetzung: faehrtensuche]:

„Erstmals hat der Premierminister Binyamin Netanyahu der jüdischen Gemeinde in Hebron einen besonderen Brief zur Unterstützung geschickt, zu Ehren des “Shabbat Hebron”, zu dem Tausende von Menschen erwartet werden, die Hebron besuchen wollen.

Die Geste mag politisch bedeutsam sein und könnte ausgelegt werden als eine Botschaft der Standhaftigkeit in Verbindung mit den laufenden „Friedensgesprächen“ mit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Die PA will, dass Israel seine Gemeinden in Judäa und Samaria entwurzelt – von denen die Hebron-Gemeinde der erste Vorbote wäre.

Shabbat Hebron ist eine relative neue Tradition, die an dem Shabbat stattfindet, an dem der Thora-Abschnitt Chayei Sarah in den Synagogen gelesen wird. Der Torah-Abschnitt erzählt die Geschichte von Abrahams Kauf der Machpela-Höhle (Grab der Patriarchen), um seine Frau Sarah zu bestatten.

“Die Wurzeln der Existenz des Volkes Israel sind in den Geschichten der Vorfahren eingepflanzt, über die wir in der Torah in diesen Wochen lesen“, schrieb Netanyahu in seinem Sendschreiben.

“In Hebron, einer der ältesten Städte im Land Israel, pflanzte unser Urvater Abraham seinen Anteil und kaufte die Höhle von Machpela und ihre Umgebung. Auf diesem Grundstück begann die ewige Verbindung unseres Volkes mit seiner Heimat, und es ist der Ort, wo unsere Urväter und Urmütter begraben wurden. Dort gründete David sein Reich, bevor er es nach Jerusalem verlegte. Und genau hier lebten Juden seit Generationen und zum Zeitpunkt, an dem das Land von Fremden besetzt wurde.“

Netanyahu fuhr fort, um besonders zu erwähnen, dass die jüdische Verbindung zu Hebron nie abgebrochen wurde und das, obwohl ein arabisches Pogrom die Juden im Jahr 1929 herausdrängte, die Erneuerung (der Wiederaufbau) der dortigen jüdischen Ansiedlung nach dem Sechstagekrieg „wird ein neues Verbindungsstück in der langen Kette der Generationen.“

Seit Generationen, als die Höhle unter muslimischer Herrschaft war, wurden Juden daran gehindert, über die siebte Stufe in der Treppe, die zu ihr führte, hinaufzusteigen, merkte der Ministerpräsident an. „Die Standhaftigkeit der Söhne zu der Stadt der Vorväter bestand ihren Test in der Diaspora und die erneuerte und florierende Gemeinde in Hebron bezeugt das.

Originalartikel: „Netanyahu in Message of Support for Hevron Jews“ von Gil Ronen, Arutz Sheva, 23.10.2013

Wer einmal anwesend war, als Juden mit der Torah tanzten, hat einen kleinen Eindruck vermittelt bekommen, welche Freude sie dabei ausstrahlen. Es ist für mich schwer vorstellbar, dass man sich davon nicht anstecken lässt. Ein bisschen Freude kommt auch beim folgenden Video ‚rüber:

Fotos können hier auf der Homepage der Hebroner Gemeinde eingesehen werden!

SHABBAT SHALOM!

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