Abbas: „Der anti-israelische Friedenspartner“

Die Anti-Defamation-League (Antidiffamierungsliga) [Abkürzung: ADL] ist eine amerikanische Organisation (Hauptsitz in New York City), die als wichtigstes Tätigkeitsfeld die Bekämpfung von Antisemitismus ansieht. (Wer nähere Informationen haben möchte, findet sie hier oder auf der Homepage der ADL selbst (Englisch) hier.

In der vergangenen Woche hat die ADL eine „Top 10-Liste“ der größten anti-israelischen Gruppierungen bzw. Organisationen veröffentlicht. Evelyn Gordon stellt in ihrem am 25.10.2013 erschienenen Artikel („The Anti-Israel Peace Partner„) die Frage, warum eigentlich der Palästinenserpräsident Abbas und seine PA (Palästinensische Autonomiebehörde) außen vor geblieben sind, sei er doch derjenige, der bei dieser Liste an erster Stelle stehen müsste.

Zu Anfang ihres Artikels verweist Gordon auf die von der ADL verwendeten Kriterien, wie die „Förderung von anti-israelischen Aktivitäten“, „bösartig[e] Verleumdungen gegenüber Israel“, die Anerkennung von „Israels wiederholte[n] Bemühungen, […] Frieden mit den Palästinensern zu erreichen“ oder das Ernstnehmen der „Sorgen Israels im Angesicht des permanenten Terrorismus“.

Sie habe keine Probleme mit den Kriterien der ADL, schreibt Gordon, aber damit, dass man „Randgruppen“ wie „Jewish Voice for Peace“ [Jüdische Stimme für den Frieden] genau das vorwerfe, was „Israels sogenannter ‚Friedenspartner‘ eigentlich auch jeden Tag tut, ein Mann, der in den Hauptstädten der ganzen Welt gefeiert wird“ […].

Weiter schreibt Gordon:

„Die Palästinensische Autonomiebehörde und sein Präsident, Mahmoud Abbas, sind Weltmeister im Fördern von anti-israelischen Aktivitäten und der Förderung des Boykotts, sowie der Kapitalentzugs- und Sanktionsmaßnahmen. So reiste Abbas zum Beispiel gerade in dieser Woche in europäische Hauptstädte, um die EU zu drängen, die Sanktionen gegen Israel auszuweiten, während die PA gleichzeitig den bizarren Schritt unternahm, die französische Regierung dahingehend zu bitten, französische Staatsangehörige abzuziehen, die mit ihrer Staatsangehörigkeit in israelischen Siedlungen leben. Vor ein paar Wochen traten palästinensische Abgeordnete an die Interparlamentarische Union heran zwecks Befürwortung einer Bewegung, bei der nationale Parlamente aufgefordert werden sollen, Israel zu boykottieren. Im letzten Monat sandte die PA Briefe an 50 Länder mit der Aufforderung, Israel einen Wirtschaftsboykott aufzuerlegen. Und all diese antiisraelischen Aktivitäten finden statt, während gleichzeitig die israelisch-palästinensischen Gespräche scheinbar ihren Höhepunkt erreicht haben, mit Unterhändlern, die sich mehrere Male in der Woche treffen.

Trotz allem wird Abbas und die PA nicht kritisiert, wenn man bösartige Verleumdungen gegen Israel richtet. So verlieh zum Beispiel der Kulturminister der PA dem Autor eines Gedichtes einen Preis. Darin wird „mein Feind Zion“ als „Teufel mit einem Schwanz“ beschrieben, und die offizielle Fernsehstation der PA hat wiederholt Kinder gezeigt, die dieses Gedicht voller Hingabe aufsagen. PA-Offizielle beschuldigen Israel regelmäßig, Rauschgift zu verbreiten, die Rauschmittelabhängigkeit unter Palästinensern zu fördern und eine Verschwörung anzuzetteln mit dem Ziel, die Al-Aqsa Moschee zu zerstören. Tatsächlich beschuldigte Abbas in seiner Rede vor den Vereinten Nationen im letzten Monat Israel „nahezu täglicher Angriffe“ gegen die Al-Aqsa-Moschee und gegen andere religiöse Stätten in Jerusalem. Die Wirklichkeit ist jedoch: Seit dem Brandanschlag auf die Moschee im Jahre 1969, dem bislang einzigen Angriff auf Al-Aqsa, sind es vielmehr die Palästinenser gewesen, die Juden mit Steinen bewarfen. (Einige Beispiele siehe nachfolgende Links)

http://www.jta.org/2013/05/08/news-opinion/police-question-jerusalem-grand-mufti-over-temple-mount-disturbance

http://www.jpost.com/National-News/Jerusalem-police-arrest-Islamic-Movement-leaders-for-allegedly-disturbing-the-peace-326455

http://www.jpost.com/Defense/15-Palestinians-arrested-2-policemen-hurt-in-Temple-Mount-clashes-325418

Und die Rede vor den Vereinten Nationen dieses Jahres war im Vergleich zum vergangenen Jahr noch relativ gezähmt, in der er Israel angeklagt hatte wegen „einer der schrecklichsten Feldzüge der ethnischen Säuberung und Enteignung in der modernen Geschichte“. Außerdem beschuldigte er Israel, einen Militäreinsatz in Gaza zu initiieren, nur allein als Vergeltung wegen des Antrages der Palästinenser zwecks Anerkennung bei den Vereinten Nationen.

Abbas übertrifft auch alle anderen im Abstreiten von Israels „legitimer Sorgen vor dem Terrorismus“. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen im vergangenen Monat beschuldigte er Israel zum Beispiel, „immer wieder übertriebenen Sicherheitsinteressen vorzuschieben, um die Besatzung zu rechtfertigen“. Die 1.200 Israelis, die durch Terrorangriffe nach Israels teilweisem Abzug aus den Gebieten gemäß den Osloer Verträgen von 1993 starben, das jahrelange tägliche Raketenfeuer gegen Israel, nachdem Israel den Gazastreifen 2005 völlig geräumt hatte, all das sind seiner Meinung nach also nur Erfindungen. Das ist weit entfernt von einer grundlegenden Anerkennung der legitimen Sicherheitsbedenken unter einer endgültigen Friedensvereinbarung. Für Abbas sind dies alles nur „Vorwände“, um die „Besatzung zu rechtfertigen“.

Kurz gesagt, […] sollte jede Liste von antiisraelischen Organisationen eigentlich von Abbas und seiner Palästinensischen Autonomiebehörde angeführt werden. Es bleibt nur die einzige Frage, warum sowohl Israel als auch die Welt sie stattdessen mit dem unverdienten Titel „Friedenspartner“ ausstattet.“

Originalartikel: Evelyn Gordon „The Anti-Israel Peace Partner“, http://www.commentarymagazine.com/2013/10/25/the-anti-israel-peace-partner/

Übersetzung: © R.L. (Vielen Dank! 🙂 )

Hervorhebungen im Text: faehrtensuche

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