Kerry ignoriert die Unterstützung der Palästinenser für „Hitler“

Der taube, dümmliche und blinde US- Außenminister John Kerry ignoriert völlig die Unfähigkeit von Abbas, als ‚Vertreter‘ des palästinensischen Volkes zu verhandeln, während gleichzeitig die Hamas in Gaza öffentlich verkündete, dass sie jede wie auch immer geartete Friedensvereinbarung mit dem Zionisten-Staat niemals anerkennen werde.

Was die Enttäuschung über die zerschlagenen Illusionen bezüglich Kerrys angeblicher Größe und Erhabenheit noch schlimmer macht ist seine Unfähigkeit, zu erkennen, dass nicht nur Gaza sich von Abbas abgewendet hat, sondern dass sich auch innerhalb der gegenwärtigen Palästinensischen Autonomiebehörde ein Bürgerkrieg zusammenbraut… und „Hitler“ scheint wieder auferstanden und quicklebendig zu sein.

von Khaled Abu Toameh, 25. Dezember 2013

Abbas hat, so scheint es, nicht nur die Kontrolle über den Gazastreifen verloren, sondern auch über seine Fatah-Partei. Die weit verbreitete Unterstützung für „Hitler“ [Jamal Abu al Rub] ist ein Spiegelbild für einen Zustand der Unzufriedenheit mit Abbas und seinen Spitzenfunktionären. Einige Palästinenser sehen die jüngsten Ereignisse bereits als den Beginn einer Meuterei gegen Abbas. Die wachsenden Spannungen sind ein Hinweis auf das, was Abbas erwartet, wenn er wirklich eine Vereinbarung mit Israel unterzeichnen sollte.

Was die Vereinigten Staaten nicht zu verstehen scheinen ist die Tatsache, dass eine schwache, gespaltene und in Verruf geratene Fatah niemals im Stande sein wird, einen Vertrag mit Israel abzuschließen.

Was die Sache noch schlimmer macht ist die Tatsache, dass die internen Probleme der Fatah zugleich gute Nachrichten für die Hamas und die Feinde des Friedens sind.

Der amerikanische Außenminister John Kerry wird wohl bald einen neuen Plan präsentieren müssen, um dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas zu helfen, die internen Probleme innerhalb seiner Fatah-Partei in den Griff zu bekommen.

Der einzige Plan, den Kerry bislang eingebracht hat, betrifft die  zukünftigen Sicherheitsmaßnahmen zwischen einem palästinensischen Staat und Israel.

Was Kerry und das State Department jedoch wahrscheinlich nicht wissen ist die Tatsache, dass die Fatah, also Israels „Friedenspartner“, eigentlich auch ganz dringend einen Plan braucht, um eine Lösung für die internen Rivalitäten herbeizuführen.

Was die Vereinigten Staaten ebenfalls nicht zu verstehen scheinen ist die Tatsache, dass eine schwache, gespaltene und in Verruf geratene Fatah niemals im Stande sein wird, einen Vertrag mit Israel abzuschließen.

Eine Reihe von Ereignissen im Laufe der letzten Wochen hat viele Palästinenser an den Punkt gebracht, sich zu fragen, ob die Fatah jemals im Stande sein wird, zu überleben und sich nach dem Sieg der Hamas bei den Parlamentswahlen im Januar 2006 neu aufzustellen.

Diese Ereignisse werfen auch Fragen auf bezüglich der Fähigkeit von Abbas, die Lage im Zaum zu halten und seine eigenen Treugesinnten innerhalb der Fatah zu kontrollieren. Abbas hat, so scheint es, nicht nur die Kontrolle über den Gazastreifen verloren, sondern auch über seine Fatah-Partei.

Die jüngste Krise innerhalb der Fatah brach letzte Woche aus, als der Fatah-Abgeordnete und Aktivist Jamal Abu al Rub, der den Spitznamen „Hitler“ trägt, dem hochrangigen Fatah-Widersacher Jibril Rajoub nach einer gewaltsamen Konfrontation im Grand-Park-Hotel von Ramallah dreimal ins Gesicht schlug. Rajoub, ein ehemaliger Fatah- Sicherheitskommandant, weilte dort, um sich mit dem chinesischen Außenminister zu treffen.

Abu al Rub erklärte später, dass Rajoub ihn „provoziert“ habe, und deshalb hätte er sich dazu entschieden, ihn anzugreifen. Gemäß den Angaben von Abu al Rub hatte einer der Leibwächter von Rajoub ihn bereits vor ungefähr zwei Monaten während einer hitzigen Debatte zwischen Fatah-Führern in Ramallah angegriffen.

Abbas entschied sich als Reaktion darauf, Abu al Rub aus der Fatah auszuschließen.

Die Entscheidung bewirkte harte Verurteilungen von Seiten der  Unterstützer von Abu al Rub in der Region von Jenin im nördlichen Westjordanland, wo Dutzende von Fatah-Aktivisten ihre Kündigung bei Abbas einreichten. In einer weiteren Eskalation der Lage vertrieben bewaffnete Fatah-Kämpfer und Anhänger von Abu al Rub die Polizisten der Palästinensischen Autonomiebehörde aus der Stadt Qabatya in der Nähe von Jenin.

Die Palästinenser befürchten, dass der Machtkampf zwischen Abu al Rub und Rajoub zu einer totalen und blutigen Konfrontation zwischen den Unterstützern der beiden Männer führen könnte.

Abu al Rub hat Bewunderung unter vielen Palästinensern geerntet, nachdem er es gewagt hatte, eine der mächtigsten Figuren in der Fatah anzugreifen.

„Oh Hitler, du hast die Ehre über unser Heimatland und vor Allah gebracht“, schrieb einer der Anhänger von Abu al Rub auf Facebook.

Ein anderer Anhänger schrieb: „Wir sind alle Hitler. Wir sind mit dir, sogar bis zum Tode!“

Die weit verbreitete Unterstützung für „Hitler“ [Jamal Abu al Rub] ist ein Spiegelbild für einen Zustand der Unzufriedenheit mit Abbas und seinen Spitzenfunktionären. Rajoub, der unter anderem die palästinensische Fußballvereinigung anführt, ist einer der engsten Vertrauten von Abbas.

Der Ausschluss von Abu al Rub aus der Fatah durch Abbas hat bewirkt, dass viele Fatah-Aktivisten im nördlichen Westjordanland wütend sind, zumal sie bereits länger beklagt haben, dass der palästinensische Präsident versucht habe, sie „ins Abseits zu drängen“.

Einige Palästinenser sehen die jüngsten Ereignisse bereits als den Beginn einer Meuterei gegen Abbas und die Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah.

Abu al Rub vertritt die Gruppe der „jungen Wilden“ innerhalb der Fatah, die schon immer Abbas und die „alte Garde“ der Fatah herausgefordert hat.

Diese „junge Garde der Fatah“ glaubt, dass die alten Führer ihrer Partei, die nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge vor 20 Jahren in das Westjordanland und in den Gazastreifen kamen, die palästinensische Sache „verraten“ haben, indem sie die alleinige Kontrolle über die Palästinensische Autonomiebehörde übernahmen.

Abbas und die Fatah-Veteranen haben es inzwischen bereits geschafft, viele weitere bodenständige Vertreter der „jungen Garde“ zu entfremden.

Im letzten Monat entging ein weiterer dieser jüngeren Fatah-Führer, Sufyan Abu Zaida, nur knapp einem Attentat, als unbekannte Bewaffnete 20 Schüsse auf sein Auto abgaben. Der Angriff auf Abu Zaida geschah nur wenige Wochen, nachdem dieser in einem Artikel Abbas als einen Tyrannen verurteilt hatte.

Ähnliche Angriffe haben auch die prominenten Fatah-Funktionäre und Abbas-Kritiker Hussam Khader und Majed Abu Shamaleh erfahren.

Die Machtkämpfe innerhalb der Fatah sind kein gutes Vorzeichen für die Bemühungen von John Kerry, Frieden zwischen den Palästinensern und Israel zu erreichen. Die wachsenden Spannungen sind vielmehr ein Hinweis auf das, was Abbas erwartet, wenn er wirklich eine Vereinbarung mit Israel unterzeichnen sollte.

Was die Sache noch schlimmer macht ist die Tatsache, dass die  internen Probleme der Fatah zugleich gute Nachrichten für die Hamas und die Feinde des Friedens sind.

Originalartikel: Khaled Abu Toameh, Kerry Ignores the Palestinians‘ Support for „Hitler“

Übersetzung: R.L. (Vielen herzlichen Dank! 🙂 )

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