Islamismus: Wenn du ihn nicht benennen kannst, kannst du ihn auch nicht bekämpfen

Originalartikel: Islamism: If You Can’t Say it, You Can’t Fight it

erschienen bei Arutz Sheva am 19. Februar 2015

von Matthew M. Hausman

Die Übersetzung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Arutz Sheva.

Übersetzung: faehrtensuche

Die Linke scheint kein Problem damit zu haben, die Republikaner des Faschismus, Rassismus oder anderer bösartiger “Ismen”, die in den Sinn kommen, zu beschuldigen, aber sie können einfach nicht die Wahrheit aussprechen bezogen auf den radikalen Islam.

Während die Welt erschüttert war über die Terroranschläge in Paris letzten Monat, gab es endlich einige Eingeständnisse des einseitig gegen den Westen geführten Religionskrieges, weil französische Beamte die Täter als radikale Muslime identifizierten und internationale Solidarität gegenüber dem islamistischen Extremismus forderten.

Nachdem man so lange ein Auge zugedrückt hat – und nachdem man extremistische Organisationen wie die Hamas legitimiert und den wieder auflebenden Antisemitismus ermöglicht hat – sagen die Europäer endlich die Wahrheit über politische Korrektheit. Ob sie die [seelische] Kraft für eine ausdauernde Auseinandersetzung mit theologischem Totalitarismus haben, ist eine andere Sache, aber zumindest für einen kurzen Moment erkannten sie rechtzeitig die Bedrohung als die, die sie ist.

Im Gegensatz dazu ignoriert die Obama-Regierung weiterhin jede Verbindung zwischen Terrorismus und radikalem Islam. Stattdessen bezieht sie sich auf die Täter als Extremisten ohne die [von den Extremisten] vertretenen Überzeugungen zu identifizieren. Tatsächlich sprach der Präsident kürzlich in einem Interview von dem Angriff auf den koscheren Markt in Paris als „zufällig“.

Diese Weigerung, das Offensichtliche einzugestehen, mag politisch sein, aber es ist auch kurzsichtig – und es untergräbt jede ernsthafte Anstrengung zur Bekämpfung des globalen Terrorismus. So wie die Charakterisierung des Fort Hoot Amoklaufs und der Oklahoma Enthauptung durch die Regierung als „Gewalt am Arbeitsplatz“ die nationalen Auswirkungen der Terrorgefahr ignorierte, so zeigt die Weigerung des Präsidenten, die doktrinären Wurzeln der Pariser Tragödie zuzugeben, ein erstaunliches Versagen der Weltspitze.

Ob diese vorsätzliche Blindheit eine Frage der Politik ist oder der Furchtsamkeit, ist unerheblich. Die Linke scheint kein Problem damit zu haben, die Republikaner des Faschismus, Rassismus oder anderer bösartiger „Ismen“, die [ihr] in den Sinn kommen, zu beschuldigen, aber bezüglich des radikalen Islam können sie einfach nicht die Wahrheit sagen. Und durch den Dialog mit Organisationen, die im Verdacht stehen, extremistische Kontakte zu haben, durch die Behandlung der Muslimbruderschaft und der Hamas als politische Organisationen, durch die Unterstützung von denen, die Israel delegitimieren und durch die Bereitstellung sicherer Häfen für progressiven Antisemiten, hat die Linke tatsächlich die islamistische Agenda vorangetrieben.

Progressive scheinen gezwungen, Islamismus zu entschuldigen oder so zu tun als sei er nicht vorhanden, auch wenn dabei ihr Tun ihren Einsatz für Verfassungsgrundsätze gefährdet. Wann immer radikale Islamisten zuschlagen, scheint der progressive Impuls zu sein, lieber den Islam zu verteidigen als die Opfer zu trösten. Als Reaktion auf die Enthauptungen von Menschen aus dem Westen in Syrien, lehrte Herr Obama die amerikanische Öffentlichkeit, die ISIS sei nicht islamisch, und nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo und den jüdischen Markt in Paris sagte Howard Dean, [ehemaliger] Vorsitzender des Democratic National Committee, die Täter seien keine Muslime. Auf was genau stützen sie solche Behauptungen?

Sie sind im besten Fall desinformiert und im schlimmsten Fall unaufrichtig informiert. Obwohl sicherlich nicht alle Muslime ISIS unterstützen, repräsentiert es eine militante Form des Islam ähnlich der, die ab dem 8. Jahrhundert eine Ära des Jihad in Nahost, Asien, Afrika und Europa auslöste. Darüber hinaus wurden die Anschläge in Paris durch einen Fundamentalismus motiviert, der Gewalt gegen Gotteslästerer und Ungläubige billigt.

Während ISIS, die Hisbollah, Al-Quaida, Boko Haram, Hamas und die Muslimbruderschaft nicht die Meinung aller Muslime repräsentieren, sind ihre Überzeugungen sicherlich in der Schrift [Koran] und Theologie gegründet. Es handelt der Logik zuwider, zu sagen, dass solche Gruppen nicht islamisch sind, weil andere Muslime anders denken oder mit ihnen nicht einer Meinung sind. Dieselben Leute, die also daran festhalten, scheinen kein Problem damit zu haben, allen konservativen Christen die Schuld zu geben für die Taten einer Minderheit von Fanatikern der Abtreibungsgegner. Ein krasser Widerspruch.

Man kann nicht sagen, dass alle Muslime die Aktionen der ISIS in Syrien und Irak dulden, oder dass alle die Terroranschläge in Paris, das Massaker in Fort Hood oder die Anschläge von 9/11 unterstützt hätten. Viele Muslime, besonders die, die die westlichen demokratischen Werte akkulturiert haben, verurteilen öffentlich Anschläge gegen Nicht-Muslime. Aber die Frage bleibt, ob die sonstige arabisch-muslimische Welt sich philosophisch oder moralisch dem religiösen Extremismus entgegenstellt.

Obwohl sich Millionen, darunter muslimische Geistliche, für den französischen Solidaritätsmarsch versammelten, bleibt es abzuwarten, ob das Ereignis eine substantielle Ablehnung aller Formen des Terrorismus signalisierte oder stattdessen in Zeit und Umfang begrenzt war. Die Frage hängt schwer in der Luft inmitten von Berichten, dass Mitglieder der französischen Regierung versuchten, Benjamin Netanjahu von der Teilnahme abzubringen, aber es für angebracht hielten, Mahmoud Abbas einzuladen.

Die Teilnahme von Abbas an der Kundgebung bekam den Aufmacher auf der Titelseite, aber die Presse versäumte es, seine Einheitsregierung mit der Hamas zu erörtern, deren Charta zum Jihad und Genozid aufruft, oder zu erwähnen, dass das palästinensische Nationalbündnis damit fortfährt, Israel und das jüdische Volk zu delegitimieren. Ebenso haben die Medien nicht die fortlaufende Unterstützung des Terrorismus, der antisemitischen Hetze und der Verherrlichung derjenigen diskutiert, die Juden töten. Das Image der von Abbas gelobten Meinungsfreiheit war surreal, wenn man bedenkt, dass die PA und die Hamas routinemäßig Äußerungen [im Keim] ersticken und Meinungsverschiedenheit unterdrücken in den Gebieten, die unter ihrer Kontrolle stehen. Dass Abbas überhaupt eingeladen wurde, deutet auf ein Versagen hin, diese Unstimmigkeiten zu erkennen oder einzugestehen. Er lobte später die Hisbollah nach ihren jüngsten Terroranschlägen im Norden Israels.

Diejenigen, die das Konzept der Taqiyya (Täuschung der Ungläubigen) begreifen, müssen sich fragen, wieviel von der von Klerikern zum Ausdruck gebrachten Anti-Terror-Stimmung echt war. Es spielt keine Rolle, was sie in der Öffentlichkeit vor westlichen Medien sagen; es kommt nur darauf an, ob sie die Absicht haben, Toleranz, Respekt und Akzeptanz in ihren Schulen und Moscheen zu predigen und ob sich reformative Änderung auf den Straßen widerspiegeln wird.

Der Wunsch nach einer wahren Reform wird nur von denen im Westen verhindert, die eher darüber in Sorge sind, die Empfindlichkeiten einer globalen religiösen Gemeinschaft zu schützen, die mehr als eine Milliarde stark ist und Außenstehende als Ungläubige charakterisiert. Eine Veränderung wird nicht von denen angeregt werden, die alle Spannungen zwischen dem Westen und der muslimischen Gesellschaft dem westlichen Chauvinismus anlasten, jedoch die historische Rolle des Jihads und der islamistischen Vorherrschaft ignorieren. Es wird auch nicht von Politikern gefördert, die reflexartig jede Verbindung zwischen dem radikalen Islam und Terrorismus leugnen, aber dennoch ihren innenpolitischen Gegner die schlimmsten Arten von fanatischen Exzessen vorwerfen und Israel als einen kolonialen Besatzer verleumden.

Demokraten sind nicht alle im linken Lager, aber ihre Partei ist, seit Barack Obama im Jahr 2008 zum ersten Mal gewählt wurde, auf diese Weise umgekippt. Die progressiveren Elemente der Partei scheinen genötigt, sich in nichtwestliche Ideologien, die sie als Ausdruck von Indigenität betrachten, hineinzuversetzen, jedoch die politischen Gegner, die die Freiheit der Rede, des Glaubens und der Anbetung befürworten, zu verunglimpfen. Die Ironie ist, dass einige Progressive die Republikaner des Faschismus‘ beschuldigen, während sie den Extremisten, deren Ideologie wahrlich aggressiv und totalitär ist, politische Deckung geben. Diese Heuchelei stammt aus einer traditionellen Affinität zu radikalen Ideologien und Etatismus, ob als Faschismus im frühen bis mittleren 20. Jahrhundert zum Ausdruck gebracht oder als Kommunismus bis weit in den Kalten Krieg.

In der Tat, wie vom Autor Jonah Goldberg in seinem Buch “Liberal Fascism” [„Liberaler Faschismus“] gut dokumentiert, gab es viele progressive Bewunderer des Faschismus, bevor Italien 1935 in Äthiopien eindrang und Deutschland vier Jahre später Polen angriff. Mussolinis Anhänger, H.G. Wells eingeschlossen, der in den 1930-er Jahren progressive Kollegen aufforderte, „liberale Faschisten“ und „aufgeklärte Nazis“ zu sein und der schrieb, von der „unerbittlichen Logik“ des Faschismus getroffen zu sein. Sensationsjournalisten bewunderten Mussolini, unter ihnen Lincoln Steffens und Ida Tarbell. Das taten auch einflussreiche Verleger, wie zum Beispiel Samuel McClure, der den italienischen Faschismus als einen „großen Schritt nach vorn“ beschrieb, und George Soule, Herausgeber der New Republic, der die Roosevelt-Regierung für „das Ausprobieren der Ökonomie des Faschismus“ lobte.

Andere Progressive drückten Bewunderung für Hitler aus, einschließlich W.E.B. DuBois, Mitbegründer der NAACP, der den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland als „absolut notwendig, um den Staat in Ordnung zu bringen“ beschrieb und der behauptete, dass die Machtergreifung der Nazis mehr Demokratie bot als Deutschland sie seit Jahren gesehen hätte.

Wenn Etatismus definiert werden kann als die Überzeugung, dass ökonomische und/oder soziale Politik unter ausschließlicher Kontrolle der Regierung bleiben sollte, dann sollte die Affinität der Linken für jede Art von Totalitarismus nicht furchtbar überraschend sein. Wenn progressiver Antisemitismus und Hass auf Israel in die Mischung mit einbezogen werden, scheint das Widerstreben der Linkspartei ganz logisch, Islamisten, dessen Weltanschauung totalitär ist, zu verurteilen oder ihre Verbindung zum Terrorismus anzuerkennen.

Diejenigen, die Empathie für Islamisten predigen, zögern nie, konservative Christen für ihre Ansichten oder traditionelle Juden für ihr Festhalten am Brauchtum zu verurteilen. Dennoch weigern sie sich, eine rassistische Theologie, die im Widerspruch zu den ihnen angeblich am Herzen liegenden liberalen Idealen steht, in Frage zu stellen. Liberale zitieren oft die Verfassung der USA, um perverse politische Korrektheit zu rechtfertigen, aber der erste Verfassungszusatz ordnet nicht billigende Inkaufnahme von religiösem Extremismus oder die Akzeptanz von schädlichen Dogmen an. Obwohl Glaubensfreiheit gemäß der Verfassung absolut ist, kann es nicht die Freiheit der Ausübung sein, wenn es die Rechte und Freiheiten anderer verletzt. Eine Regierung hat ein berechtigtes Interesse, ideologische Strömungen, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden, zu überwachen, ob sie aus weißen Rassisten, die radikalen Hass predigen, bestehen oder aus radikalen Islamisten, die an den Jihad und Genozid glauben.

Während seiner Präsidentschaft haben die Medien-Gefolgsleute des Herrn Obama falsche Vergleiche zwischen aktiven Konservativen und Islamisten gezogen, was bedeutet, dass Erstere ebenso anfällig für Terrorismus sind wie Letztere und vielleicht sogar noch mehr. Solche Vergleiche sind jedoch unehrenhaft und rein parteiisch.

Ein übliches Manöver zur Minimierung der Gefahr des Islamismus ist zu behaupten, dass der christliche Fundamentalismus eine ziemliche Bedrohung in den Vereinigten Staaten darstelle. Aber wenn christlicher Radikalismus durch den Widerstand gegen die Abtreibung gemessen wird, zeigt eine Überprüfung der Strafverfolgungsstatistik, dass es einfach nicht vergleichbar ist. Obwohl es gelegentliche Gewalt gegen die Befürworter der Abtreibung und Kliniken in den USA gegeben hat, Brandstiftung und einige Morde seit 1993 eingeschlossen, verblassen solche Handlungen – so tadelnswert sie auch sind – in der Häufigkeit und Schwere gegenüber denen der islamistischen Terroristen, die Zehntausende von Juden, Israelis, Menschen aus dem Westen und sogar ihre eigenen Leute angegriffen und getötet haben.

Darüber hinaus wird extreme Gewalt der Abtreibungsgegner in der Regel von den Mainstream-Christen, die sich lieber auf politischem Weg ausdrücken, verurteilt. Im Gegensatz dazu wird in der muslimischen Welt der Terrorismus gegen die Ungläubigen und Gotteslästerer häufig gefeiert. Es scheint ironisch, dass die Progressiven es vorziehen, alle konservativen Christen für die Handlungen einiger weniger zu entehren, aber sich weigern, die Vertreter von echtem Terrorismus zu verurteilen.

Wenn Präsident Obama ernsthaft den globalen Terrorismus bekämpfen wollte, würde er die Ideologie, die vieles davon begründet, anerkennen und die historische Vorgeschichte, die es möglich macht. Das kann sicherlich getan werden ohne alle Muslime anzugreifen, vor allem nicht jene, die wünschen, den Extremismus in ihren eigenen Gemeinden zu eliminieren. Das Versagen des Präsidenten, das zu tun, und seine offensichtliche Bereitschaft, die Empfindsamkeiten der Extremisten zu besänftigen, ist nicht gut für den Krieg gegen den Terrorismus oder die anhaltende Relevanz der amerikanischen Außenpolitik.

Hinweis: Die Links wurden von der Übersetzerin gesetzt!

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