Traum(hafte) Doktoren

Beersheva_ClownWer hat noch nicht von den Dream-Doctors, den Traum-Doktoren, gehört? Spätestens seit dem israelischen Einsatz in Nepal sind sie „im Gespräch“ – zumindest im Bloggerbereich. Auch die Botschaft des Staates Israel in Berlin machte sie zum Thema.

Das erste Mal begegnet bin ich einem bzw. einer von ihnen im Sommer 2014 in einem Krankenhaus in Beer Sheva. Als ich beim Verlassen des Aufzugs, der uns auf die entsprechende Station bringen sollte, unerwartet einer Traum-Doktorin auf dem Flur gegenüberstand, war ich so überrascht, dass es während der kurzen Begegnung mit ihr nur zu einem mehr als mäßigen Foto kam. Dieses hat mehr den Charakter einer „Dokumentation“ als den eines „gelungenen Schnappschusses“. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn beides zusammengetroffen wäre. Seufz! … Die Traum-Doktorin jedenfalls war sehr aufgeschlossen und gab uns bereitwillig Auskunft über ihre Funktion im Krankenhaus“getriebe“. … Ich trug sie als „nette“ Erinnerung mit nach Hause und war davon überzeugt, dass sich ihr Einsatz auf der dortigen Kinderstation wirklich als genesungsförderlich erweisen könnte, hatte sie doch auch auf mein Gesicht ein Lächeln gezaubert.  …

Diese Erinnerung wurde wieder lebendig, als ich von dem Einsatz der Dream-Doctors in Nepal erfuhr und ich mich näher damit auseinandersetzte.

Das Projekt „Medical Clowns – Dream Doctors Project“ begann 2002 als Studie im Krankenhaus Hadassah Ein Kerem, Jerusalem, mit drei sorgfältig ausgewählten professionellen Clowns auf der Pädiatrie (Kinderheilkunde). Als das erste Jahr erfolgreich abgeschlossen wurde – mit positiver Rückmeldung des medizinischen Personals, der Eltern und Kinder – entschied man sich zu expandieren, zunächst um fünf weitere Krankenhäuser (2003) mit insgesamt zehn medizinischen Clowns. Mittlerweile gibt es in Israel insgesamt 110 medizinische Clowns an 29 Krankenhäusern.

Das Projekt „Dream Doctors“ soll „professionelle medizinische Clownerie mit medizinischen Dienstleistungen“ verbinden. Man möchte die Clown-Therapie in einen offiziell anerkannten und fest etablierten paramedizinischen Beruf transformieren. Die Universität Haifa hat einen Bachelor-Studiengang entwickelt, der gegenwärtig ausgebaut wird zu einem Master-Studiengang. Die Vision, die dahinter steckt, ist, „ein globales Modell für Clowns-Therapie“ zu schaffen. Dazu schreibt die Botschaft des Staates Israel in Berlin:

„Israel ist führend in der Professionalisierung des medizinischen Einsatzes von Clowns und hat wissenschaftliche Beweise für die Effektivität dieser Methode geliefert.“

Das ist wohl der Grund, warum das medizinische Personal und die Verwaltung mit dem Projekt kooperieren. Die Traum-Doktoren leisten „einen einzigartigen Beitrag zur Patienten-Behandlung und zu den Prozessen der Rekonvaleszenz und Rehabilitation„, ist auf der Homepage zu lesen. Medizinische Clownerie ist also integraler Bestandteil des Behandlungsplans.

Die IDF hat nach dem verheerenden Erdbeben sein größtes humanitäres Hilfs- Team zur Rettung und Behandlung von Opfern nach Nepal geschickt. Mit dabei: die Dream Doctors. Dazu noch einmal die israelische Botschaft:

Yaron Sancho Goshen, Smadar Harpak, Rotem Goldenberg, David DuSh BarasHi und Nimrod Eisenberg nutzen ihre Fähigkeiten, um die Auswirkung von Traumata zu reduzieren und Schmerzen und Angst der Patienten zu verringern.“

Ein kurzes Video gibt eine kurze Zusammenfassung über die ersten Tage des Einsatzes der Traum-Doktoren wieder, hier gefunden.

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Israel21c bringt einen ausführliche(re)n Bericht über den Einsatz der Traum-Doktoren in Nepal. Leider nur auf Englisch.

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Ein Gedanke zu „Traum(hafte) Doktoren

  1. Pingback: Mein Arzt und Clown… | loantruong

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