Der Kapitulationsvertrag ist unterschrieben

14. Juli 2015: Tag der Unterwerfung. Unterwerfung unter ein anti-demokratisches, diktatorisches, die Menschenrechte verachtendes Terror-Regime. Deutschland streckt die Flügel und es wird klar: Israel-Freundschaft, mit Worten beschworen und in Festivitäten gewürdigt (schließlich „begehen“ wir das 50. Jahr des Bestehens diplomatischer Beziehungen), ist … – außer guten Worten nichts gewesen? … Ist es Deutschland nicht klar, dass „die Unterwerfung unter einen Diktator ihn dazu bringt, seine Forderungen zu erhöhen und seine Machtgier nicht stillen wird, […] dass ‘Frieden in unserer Zeit‘, wenn er auf Zugeständnisse an einen blutdürstigen Tyrannen basiert, ‚Krieg in unserer Zeit‘ bringt“?* [zitiert aus: The West’s Great Betrayal]

14. Juli 1789: Sturm auf die Bastille. Frankreich. „Der Sturm auf die Bastille […] kann als symbolischer Auftakt und Geburtsstunde der Französischen Revolution interpretiert werden,“ so Wikipedia. Die neu entstehende Republik basierte auf „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Mordechai Kedar nimmt in seinem Artikel „The End of an Era“ [„Das Ende einer Ära“] Bezug auf die Französische Revolution und betont, dass sie zum „Modell“ wurde für viele andere Völker, die „ihr Schicksal selbst in die Hand nahmen“. Für Kedar ist die Französische Revolution „die Herrschaft der mutigen Menschen, die Despotismus besiegte, eine Diktatur zerstörte und den demokratischen Rahmen setzte.*

226 Jahre liegen zwischen diesen beiden Daten. Auf den Tag genau!

Dienstag, 14. Juli 2015. Eindrückliche persönliche, wenngleich banale Erinnerung: Ich sehe mich mein Frühstück vorbereiten. Nebenbei läuft das Radio. Es wird berichtet, dass Frankreich seinen Unabhängigkeitstag begehe, und ich wundere mich darüber. Merkwürdig, diese exakte Koinzidenz, dasselbe Datum. Ein Datum, das sowohl damals als auch heute wegweisend für die Zukunft war bzw. ist. Man könnte es auch so ausdrücken: Damals ging es vorwärts, heute geht es zurück! Vor 226 Jahren war es ein Weg, der  in die Freiheit führte, heute ist es ein Weg – in die Knechtschaft?! … Das ist selbst dann so, wenn viele es nicht oder noch nicht sehen und/oder wahrhaben wollen. Der Kapitulationsvertrag ist unterschrieben.

Mordechai Kedar schreibt:

Iran verschweigt seine Pläne, Israel zu vernichten, nicht, was bedeutet, dass das Abkommen mit dem Iran nichts anderes ist als ein Dolchstoß im kollektiven Rücken des jüdischen Volkes, mit den Westmächten, die den Griff festhalten. Wie seltsam, dass von allen Nationen Deutschland ein aktiver und zentraler Teilnehmer ist und dem Iran ermöglicht, den Job zu Ende zu bringen, den Hitler abzuschließen nicht in der Lage war!“ *

Diesmal brauchen wir uns die Hände nicht mehr schmutzig zu machen, die Arbeit tun andere, stellvertretend für uns? Ich erinnere mich, dass auch Henryk M. Broder das mal auf ähnliche Weise zum Ausdruck gebracht hat. Oder anders ausgedrückt: „Nur tote Juden sind gute Juden“? Ist es das?

„Das Ende einer Ära“. Mordechai Kedar:

„Am 14. Juli verrieten Frankreich, Großbritannien, Deutschland und die Vereinigten Staaten die Werte der Demokratie, der Freiheit und der Regierung des Volkes, indem sie einer der dunkelsten, gewalttätigsten und anti-demokratischsten Regimes der Welt die Lizenz erteilten, die Entwicklung des Atomprogramms fortzuführen, das ihm erlauben wird, über ihre Nachbarn zu herrschen und Mord und Zerstörung bis in jeden Winkel der Welt zu tragen.“ *

So ist es! Mag der Westen auch noch so jubeln über den angeblich so guten Tag, jedenfalls „für alle, die sich eine friedliche Konfliktbeilegung wünschen“, wie der deutsche Außenminister Steinmeier sich nicht entblödete zu äußern. (Heute meinte er zudem, Israel zurechtweisen zu müssen ob der israelischen Kritik an dem Iran-Deal. – (Israel shouldn’t Criticize Iran Deal). „Das Wüten der Appeaser“ ist in vollem Gang! …

Viel deutlicher, als diesen Deal zu unterschreiben, kann man kaum zeigen, was einem Israel bedeutet.

Ich fürchte, das wird sich rächen – für uns alle!

Anmerkung: Alle mit * gekennzeichneten Zitate sind Übersetzungen von mir aus dem Englischen.

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4 Gedanken zu „Der Kapitulationsvertrag ist unterschrieben

  1. So ist es! Die ganze westliche Politikerkaste ist eine Sch….gesellschaft. Vor allem nehme ich es von D krumm, daß sie mitwirkten. Naja, die Wirtschaft, das große Geschäft. Dafür kann man vieles vergessen. Zum Beispiel die viel beschworene angebliche historische Verantwortung für Israel. Verantwortung hin, Verantwortung her, das Geschäft ist wichtiger. Nebenbei: Steinmeier ist unverfroren. – Aber es geht mir nicht nur um Israel. Das iranische Regime ist eine Gefahr für die ganze westl. Welt. Es kann ja, wenn es die Bomben hat, alle erpressen. Es muß ja die Bombe(n) nicht gebrauchen. Es reicht, wenn das Regime diese besitzt. Aber soweit denken unsere Politiker ja nicht. Sie meinen, wenn jemand sich benehmen kann, gut Englisch spricht, lächelt, dann ist er ein zivilisierter Mensch. Und vergessen, wie oft sie von denselben Leuten betrogen, mit Lügen abgespeist, hinters Licht geführt wurden. Unsere Politiker (wie immer, Ehre der wenigen Ausnahmen die es ja auch gibt) vergessen nicht nur die Geschichte ihrer Nationen, sondern auch das, was „gestern“ war, – Nun höre ich auf, bevor es ein Roman wird:-)))
    lg
    caruso

    • Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFA) schreibt:

      Der Iran, aber auch andere islamistische Diktaturen, haben völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge ratifiziert. Die iranische Regierung brüstet sich mit diesen Abkommen. Teheran macht aber – inzwischen seit Jahrzehnten – nicht die geringsten Anstalten, diese Verträge auch nur ansatzweise einzuhalten. Diese Verträge, werden nach Auffassung der IGFM nur dann umgesetzt, wenn die übrigen Vertragsstaaten, wie Deutschland, ihre Erfüllung konsequent einfordern. Das geschieht aber bisher nicht – und das sollte bei den Verhandlungen zum iranischen Atomprojekt zu denken geben.

  2. Im ersten Absatz soll es doch sicher „2015“ heißen?
    Der Sturm auf die Bastille war kein Akt der Freiheit. Außer für die sechs Mörder, die da einsaßen. Die Symbolik des 14. Juli wurde erst ein Jahrhundert später erdichtet, in der III. Republik, die sich ein Nationalgefühl er denken musste, um den ewig monarchistischen Gegnern Paroli zu bieten. In dieses Konstrukt gehört auch die Verachtung für alles Jüdische, die zur „Affaire Dreyfus“ führte, ein gewisser Antikatholizismus, und die historisch unhaltbare, aber Generationen von Franzosen und Kolonisierten eingetrichterte Legende „Nos ancêtres les Gaules“.
    So gesehen paßt die Entscheidung vom Dienstag doch wieder ins Bild… :/

    • Korrigiert! Vielen Dank für den Hinweis! 🙂
      Ich freue mich auch über Deine Anmerkungen zum „Sturm auf die Bastille“. Das rückt einiges zurecht! …
      Als einschneidendes Ereignis wird er allemal gesehen, sogar in der „Kinderzeitmaschine„.
      Schließlich begeht man in Frankreich den 14. Juli als Nationalfeiertag!

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