Das ungewollte „Verdienst“ Netanyahus

oder: Ein genialer Schnitzer und seine Folgen von Ulrich W. Sahm

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit „einem Schnitzer“ das geschafft, was auf korrektem Wege nie möglich gewesen wäre: Die Rolle des Mufti von Jerusalem ist plötzlich präsent. Und weil alle Welt beim Bibi – Bashing noch eins drauf setzt, bleibt das Thema auch bei Freund und Feind auf der Agenda.

Beim zionistischen Weltkongress sagte Netanjahu, dass der Mufti von Jerusalem, Hadsch Amin el Husseini, Hitler bei deren Treffen Ende November 1941 eingeredet habe, die Juden zu „verbrennen“, anstatt sie nach Palästina zu vertreiben, um Deutschland „judenrein“ zu machen. Historiker und Journalisten aller Richtungen waren sich einig: Das ist eine krasse Geschichtsfälschung. Auch wenn die Wannseekonferenz erst nach dem Treffen Hitler/Mufti stattgefunden hat, und der Holocaust im Jahr 1942 richtig in Gang gekommen war, hatten die Nazis schon ab Mitte 1941 grausame Massaker an Juden verübt. Der Beschluss zur Massenvernichtung der Juden Europas war von Hitler lange vor dem Treffen verkündet worden.

Am Tag darauf hatte sich Netanjahu korrigiert, vor seinem Abflug nach Berlin zu einem Treffen mit der Bundeskanzlerin Merkel. Doch mit seinem Schnitzer war es gelungen, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Rolle des Muftis, die Verbindungen der Araber zu den Nazis und die Nachwirkungen des Muftis auf die heutigen Palästinenser zu lenken.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel war beleidigt, dass der israelische Premier die Initiative zum Holocaust, das Copyright, den Deutschen weggenommen und den Palästinensern zugesprochen hätte. Palästinensische Sprecher wiederum empörten sich, dass er ihnen die Verantwortung für das schlimmste Verbrechen gegen die Menschheit zugeschoben habe. Dabei spielt keine Rolle, dass auch Palästinenser, darunter Präsident Mahmoud Abbas in seiner Doktorarbeit, den Holocaust gleichzeitig verleugnen.

Die Rolle des Mufti
Die Bedeutung des Muftis beschränkt sich nicht allein auf die Fotos seines Treffens mit Hitler oder mit der SS-Truppe muslimischer Araber auf dem Balkan. […]

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5 Gedanken zu „Das ungewollte „Verdienst“ Netanyahus

  1. Daß Netanyahu diesen Schnitzer begangen hat ist prima. Denn noch nie war der Mufti in den Medien präsent, wie nachher. Hätte Netanyahu normal berichtet, also was tatsächlich geschah, hätte kein Mensch zugehört und reagiert. Die Politikerkaste und die Medienleute lesen wahrscheinlich nicht Bücher, die deutsche Politikwissenschaftler schreiben (z.B. Matthias Küntzel), geschweige denn ausländische wie Jeffrey
    Herf. Es ist für sie leichter, nicht in die Vergangenheit zu schauen, die Fortsetzung bis heute zu erkennen. Dann könnten sie nicht so schamlos große Geschäfte machen (Iran), auch nicht so schamlos lügen, verdrehen, auslassen, Stim-mungmacherei (gegen Israel) betreiben usw. wie sie es tun. Was da abläuft, ist nicht nur ein trauriges sondern auch ein gefährliches Theaterspiel. Wenn sie das selber erkennen, wird es schon zu spät, befürchte ich.
    lg
    caruso

    • Gerne! – Nicht nur der “Schnitzer” war “genial”, sondern auch die Art und Weise, wie Ulrich W. Sahm es schafft, die Blickrichtung des Lesers zu verändern, weg von Netanyahu hin zum Mufti. Und zu guter Letzt wird Netanyahu in gewisser Weise rehabilitiert. Genial!
      Liebe Grüße! 🙂

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