„Preisverleihung an den Terrorismus“

so der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman in der Jüdischen Allgemeinen über die heute Vormittag von der EU beschlossene Kennzeichnungspflicht israelischer Waren aus dem Westjordanland, Ostjerusalem und den Golanhöhen. Hadas Handelsman:

„Während dieser Tage palästinensische Attentäter auf offener Straße Israelis angreifen, plant die EU Handelshemmnisse gegen Israel.“

[…] die Botschaft an die Attentäter […]: Macht genau so weiter.“

Der Präsident des Europäisch-Jüdischen Kongresses, Moshe Kantor sprach davon, dass mit der Kennzeichnungspflicht ein „deutliches Element von doppelten Standards auf den jüdischen Staat“ angewandt werde. „Das ist eindeutig diskriminierend.“

Wenn die EU die Kennzeichnungspflicht als eine „Maßnahme zum Verbraucherschutz“ und als „technische Maßnahme“ bezeichnet, nicht als eine politische, zeigt sie damit, dass sie „Heuchelei auf höchstem Niveau“ betreibt!

In seinem Gastkommentar „Ein sonderbares Zeichen“ in der Jüdischen Allgemeinen schreibt Hadas Handelsman:

Wenig überraschend lobbyiert an vorderster Front die sogenannte BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions) für die neue Richtlinie. Diese Unternehmung stellt das Existenzrecht Israels infrage und fällt immer wieder mit antisemitischen Parolen auf. In Brüssel sollte man sich fragen, ob man sich solche Freunde wünscht. Dieser europäische Vorstoß dient nicht dem Verbraucherschutz. Es soll einseitig politischer Druck auf Israel ausgeübt werden. Die Produkte aus weltweit rund 200 umstrittenen Gebieten müssen nicht gekennzeichnet werden.

Damit gelten für Israel andere Regeln als für den Rest der Welt. […]

Yakov Hadas-Handelsman erinnert an die Triebfeder, die zur Gründung der Europäischen Union geführt habe: „Frieden schaffen durch Handel“ sei der Gründungsgedanke gewesen, „Gemeinsames Wirtschaften als Motor für politische Annäherung verfeindeter Staaten“, und schlussfolgert, dass die EU im Widerspruch zu ihrem Leitmotiv handele.

„Israelische Unternehmen, in denen Palästinenser und Israelis zusammenarbeiten, sind ein erster Schritt zu einer Annäherung. Viele der Produkte sind Hoffnungsträger, die Firmen bieten höhere Löhne und verlässlichere Jobs als die meisten palästinensischen Unternehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die palästinensischen Beschäftigen durch die israelischen Sozialgesetze geschützt.“

Wenn israelische Unternehmen aus Sorge vor einem Boykott ihrer Produkte in das Kernland Israels abwanderten, würden ungefähr 30.000 palästinensische Beschäftigte ihre Haupteinnahmequelle verlieren. Ist das das Ziel? […]“

Offensichtlicher kann die EU ihre Heuchelei kaum zum Ausdruck bringen!

Wie reagierte die israelische Regierung? Unmittelbar nach dem Beschluss bestellte sie den Botschafter der EU, Lars Faaborg-Anderson, in das Ministerium ein. Das Außenministerium erklärte:

„Wir bedauern, dass sich die EU aus politischen Gründen dazu entschlossen hat, inspiriert durch die Boykott-Bewegung, einen solch außergewöhnlichen und diskriminierenden Schritt zu gehen. Gerade in dieser Zeit, in der Israel mit einer Terrorwelle konfrontiert ist, die es auf alle seine Bürger abgesehen hat.“

Unterstützung findet Israel durch 36 US-Senatoren, die der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini einen Brief übersandten, in dem sie ihre Überzeugung zum Ausdruck brachten, dass „diese [Boykott-] Versuche unberechtigt und gefährlich sind sowie den Aussichten auf eine verhandelte Lösung schaden.“

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7 Gedanken zu „„Preisverleihung an den Terrorismus“

  1. Ich nehme an, Du kennst meine Meinung von den EU-Politiker, samt meiner Meinung über ihre Politik Israel betreffend. kurz: Ich halte sie für Heuchler, Opportunisten, Lügner und was alles noch in diese Liste paßt. (Wie immer, Ehre der Ausnahmen die es ja auch gibt, nur viel zu wenige).
    Daß sie den Saudis und dem Iran in den A*** kriechen, kann ich noch nachvollziehen, auch wenn ich es nicht billige. Aber warum den PalArabern? Das verstehe ich überhaupt nicht. Hast Du eine Erklärung dafür? Danke im voraus!
    lg
    caruso

    • Wer sich – wie Du in Deinem Kommentar – schon im Voraus bedankt, zeigt sein/ihr Vertrauen darauf, das Gewünschte zu bekommen. Für dieses Vertrauen danke ich Dir!
      Ich antworte also auf Deine Frage, was aber nicht bedeutet, dass ich eine Erklärung für Deine Anfrage hätte!!!
      Diese Unterordnung bei Missachtung aller Realitäten ist einfach nicht zu verstehen! Eine Erklärung? Ich wollte, es gäbe eine! …
      Noch zu Deiner Äußerung bezüglich des Iran und der Saudis: Warum ist das nachzuvollziehen? Ich kann das nicht verstehen!

      • Hab‘ Dank für Deine Antwort!!! Schade, sehr schade daß Du es auch nicht weißt. — Meine Antwort auf Deine Frage: die EU
        braucht bezahlbares Öl (Saudis) und einen großen Markt sowie
        große Geschäfte. Mir scheint’s alles andere ist der EU nebensächlich, es sei, sie kann damit (egal womit) Israel sekkieren.
        lg
        caruso

      • Das hatte ich wohl im Kopf. Aber wenn der Weg zur Erhaltung und/oder Ankurbelung der Wirtschaft über Leichen(felder) geht, ist das Ganze doch sehr wohl mehr als bedenklich!!! …
        Für das Verhalten der EU gegenüber Israel fehlen mir die Worte. Du hast es ja bereits an anderer Stelle deutlich ausgedrückt! …
        Liebe Grüße!

    • …das wuesste ich auch gerne.
      Ein Gedanke dazu: Wer sich auf Israels Seite schlaegt, macht sich automatisch zum Feind aller arabischen, und vor allem Oel foerdernden Laender. Aber das scheint mir nicht Grund genug.
      Wenn einer von Euch eine plausible Erklaerung findet, teilt sie bitte. 🙂
      Gruesse aus Jerusalem
      Ruth

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