Ralph Giordano zu Israel und Deutschland

Israel

Umgeben von einem Hass, der keine rationalen Wurzeln hat, was ihn unzerstörbar macht, sind Gegenwart und  Zukunft des Judenstaates zur offenen Wunde meiner späten Tage geworden. Und der Titel meines Buches „Israel, um Himmels willen, Israel“ noch weit aktueller als im Jahr seines Erscheinens 1991. Wird das kleine Land am Ende dieses Jahrhunderts noch existieren?

Das ist morgens mein erster und abends mein letzter Gedanke.

Dann Deutschland ...

Bilanz nach mehr als sechzig Jahren: Hitler, und was der Name symbolisiert, ist wohl militärisch, aber immer noch nicht geistig zerschlagen, die zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus dabei, sich parlamentarisch dauerhaft zu etablieren, und die Zahl der rechtsextremen Anschläge höher denn je. Was heftig an den mir von den Nazis injizierten Fluchtinstinkt appelliert – Deutschland ist mit seiner Hakenkreuzgeschichte nicht im Reinen. Und ich will, dass die Probleme, die es mir macht, gesehen werden.

Dieses Deutschland soll zu Beginn des 21. Jahrhunderts wissen, dass in ihm immer noch Augenzeugen weilen, die nicht vergessen können. Es muss wissen, dass darunter Menschen sind, die beim unfreiwilligen Einatmen der Auspuffschwaden im Stau des motorisierten Wohlstandsblechs unweigerlich Gedanken an die Gaskammern von Ausschwitz, an die Gaswagen von Chelmo kommen; Menschen, die beim Anblick jeder Wunde, jeden Tropfen Bluts, jedes Kindes an Babi Jar, an Sobibor, Chelmno, Treblinka und andere Vernichtungslager denken müssen.

Ralph Giordano, DAVONGEKOMMEN oder EIN EPIGRAMM. In: Erinnerungen eines Davongekommenen, S. 551

***

Ralph Giordano ist vor einem Jahr, am 10. Dezember 2014, im Alter von 91 Jahren in Köln verstorben.

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3 Gedanken zu „Ralph Giordano zu Israel und Deutschland

  1. Israel wird nicht untergehen !!! Wer Israel antastet, der tastet den Augapfel Gottes an!! Unsere
    christlichen Kirchen beteiligen sich an der Vernichtung des Juden Staates – durch Schweigen bei den Lügen der Moslems. Jesus war ein Palästinenser, Es hat in Jerusalem nie einen jüdischen Tempel gegeben. Aber Gott sei Dank – nicht die moslemischen Lügner und Mörder werden Recht
    behalten – sondern die Zusagen Gottes an sein Volk. Lest mal wieder die Bibel !!
    Und achtet auf ihr Ende.( Ich stelle mir den Mörder Arafat vor, der mit Vorliebe Kinder gemordet
    hat.)
    Und hier in Deutschland vergrößert sich der braune Sumpf immer mehr. Wir hatten nach dem
    2.Weltkrieg eine Gnadenzeit. Wir dürfen das nicht – auch nicht durch Schweigen – wegwerfen.
    Es darf sich keiner Christ nennen, der Israel ablehnt.
    Der Ewige segne Israel und sein Volk.
    Martin Fiedler Bad Salzuflen

  2. Ralph Giordano war ein Mensch mit Herz und Verstand. Alles, was ich von ihm gelesen habe,
    hat mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet. Dafür bin ich ihm ewig dankbar.
    lg
    caruso

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