Pulverfass Gaza

Die Hamas ist für Gazas schrecklichen Zustand verantwortlich zu machen, nicht Israel

Originalartikel: Hamas is to blame for Gaza’s terrible state, not Israel

von Ben-Dror Yamini

Veröffentlicht am 26.02.2016

Übersetzung: faehrtensuche

Op-ed: Während die Hamas entschlossen ist, das Leiden im [Gaza-]Streifen aufrechtzuerhalten, muss Israel für eine Alternative sorgen, indem sie den Menschen in Gaza Hoffnung bietet. Die Palästinenser müssen erkennen, dass sie einen Seehafen, eine offene Grenze und eine Chance für Wohlstand bekommen können. Die ganze Welt sollte das wissen.

Die Bewohner des Gazastreifens – die eine 40-prozentige Arbeitslosenquote hat, Hunderttausende von rastlosen Jugendlichen, keinen Strom während des größten Teils des Tages, verschmutztes Wasser, das nicht immer fließt und eine verschärfte Blockade, die seit Jahren andauert – sind in der Tat ein Pulverfass.

Es reicht aus, den jüngsten UN-Bericht von September 2015 zu lesen, der besagt, dass der Streifen innerhalb der nächsten fünf Jahre für die menschliche Besiedlung nicht geeignet sein wird. Das ist keine Propaganda. Es ist eine realistische Vorhersage. Man sollte vorsichtig auf den Leiter des Geheimdienstes der IDF, Generalmajor Herzl Halevi, hören, der vor dieser bitteren Realität gewarnt hat. Die einzige Erleichterung kommt in Form von Hunderten von Lastwagen, die täglich aus Israel eintreffen. Das ist die letzte Barriere, die Hunger verhindert.

Sagen Sie nicht, dass es Israels Schuld ist. Denn der Tag, an dem Israel den Gazastreifen verließ, sollte der Wendepunkt sein. Zum ersten Mal in der Geschichte bekamen die Palästinenser Unabhängigkeit und Souveränität über ein Territorium.

Ägypten und Jordanien, die von 1949 bis 1967 die Kontrolle über den Gazastreifen und dem Westjordanland hatten, dachten nicht im Traum daran, den Palästinensern die Unabhängigkeit zu geben. Ein unabhängiger Gazastreifen war eine Gelegenheit für den Wandel. Sie [die Palästinenser] hätten ein Modell für Wohlfahrt und Wohlstand werden können. Sie hätten der Welt eine Botschaft übermitteln können – und insbesondere Israel – dass man ihnen trauen kann, dass sie Verantwortung für ihr Schicksal übernehmen können, dass sie sich für eine wachsende Industrie entscheiden. Das geschah nicht. Sie entschieden sich für eine Industrie des Todes und des Hasses.

Von dem Moment an, an dem die Hamas durch einen Militärputsch Gaza übernahm, war es klar, dass das das Resultat wäre. Überall, wo eine islamische Organisation an die Macht kommt, ist das Resultat Zerstörung und Ruin. Es hat nichts mit Israel zu tun. Es hat zu tun mit dem Wesen – ja, dem Wesen – des politischen Islam. Er weiß nicht, wie man etwas aufbaut. Er weiß, wie man etwas zerstört. Er respektiert nicht das Leben. Er ehrt den Tod. Dasselbe passiert in Pakistan, Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia, im Yemen, in Nigeria, im Sinai und in Libyen. Deshalb, wenn irgendjemand dachte, in Gaza würde etwas anderes geschehen, ist er einem kurzsichtigen Wahn erlegen. Denn Hamas ist Zerstörung.

Zehntausende Tonnen an Beton für den Bau von Häusern wurden zweckentfremdet für den Bau von Tunneln des Todes. Kinder – sogar Kinder – wurden unter sklavenartigen Bedingungen zur Zwangsarbeit geschickt. Hunderte wurden dort getötet. Einem Bericht des Instituts für Palästina-Studien zufolge starben im Jahr 2012 mehr als 160 Kinder. Das Institut bekam Angst und versuchte, sich selbst zu korrigieren. Schließlich ist es verboten, das wahre Gesicht der Hamas zu zeigen, denn Israel hat derjenige zu sein, der allein Schuld hat. Nur so kann Israel verantwortlich gemacht werden. Seitdem hat es eine Zunahme der Zahl an toten Kindern gegeben. Es ist sicher davon auszugehen, dass die Zahlen sich noch erhöhen, aber die exakte Anzahl wird nie aufgedeckt werden. In dieser Welt, wenn Moslems Moslems niedermetzeln, kümmert sich die Welt nicht oder führt Strichlisten, denn es wird ihnen gestattet.

Hamas hat ein klares Interesse daran, dass dieses Pulverfass, bekannt als der Gazastreifen, explodiert. Die Hamas weiß, dass die Welt Israel verantwortlich machen wird. Schließlich tragen die Moslems keine Verantwortung für ihr Schicksal. Sie dürfen Ressourcen für die Industrie des Todes zweckentfremden und damit fortfahren, Hass zu erzeugen. Die Moslems unter ihrer Herrschaft sind ihnen egal. Denn das Ziel war und bleibt, Israel anzugreifen, selbst auf Kosten von Tausenden oder Zehntausenden zusätzlicher Opfer. „Wir lieben den Tod“, erklärt Ismail Haniyeh, der Führer der Hamas, und der Hamas TV-Kanal macht deutlich, dass „sie den Tod mehr lieben als die Zionisten das Leben lieben.“ Sie meinen es so, jedes Wort davon!

Den Menschen in Gaza Hoffnung geben

Es ist die Hamas, nicht Israel. Israel muss alles tun, um den Bewohnern im Gazastreifen Hoffnung zu geben. Israel muss zurückkehren zu dem Vorschlag der Europäischen Union: Die Blockade im Austausch gegen Entmilitarisierung aufzuheben. Es stimmt, dass Israel bereits seine Bereitschaft für eine solche Vereinbarung etwas lustlos zum Ausdruck gebracht hat, aber das genügt nicht. Die Initiative muss in einer weit deutlicheren Weise zurück auf den Tisch gestellt und praktikabel gemacht werden. Ein Seehafen sollte angeboten werden. Es ist sehr gut möglich, dass die Hamas das ablehnen wird. Sie hat kein Interesse an Wohlstand. Aber die Bewohner des Gazastreifens müssen wissen, dass sie einen Weg aus den Hamas-Tunneln des Todes und der Zerstörung haben. Sie müssen wissen, dass sie einen Seehafen und eine weit offenere Grenze sowie eine Existenzgrundlage und eine Chance für Erfolg haben können unter der Bedingung, dass ihre Führung so gut wäre, das Leben und die Hoffnung dem Tod und Krisen vorzuziehen. Die ganze Welt muss wissen, dass Israel bereit ist, den Bewohnern von Gaza eine Chance für ein besseres Leben zu geben. Nein, die Welt weiß das nicht, auch die Menschen in Gaza nicht.

Und wenn eine Explosion geschieht, ist es besser, wenn seine Schockwellen gegen das schreckliche Hamas-Regime gerichtet sind. Damit das geschehen kann, muss Israel mehr tun, viel mehr. Wir sollten auf Herzl Halevi hören. Ob die Hamas die israelische Initiative akzeptiert oder sie ablehnt, Israel wird davon profitieren. Es ist Zeit für Israel, etwas zu tun, sowohl für die Menschen in Gaza als auch für Israel.

‚ZIO‘ und ‚ZOG‘ in Oxford

Der Beiname „ZIO“ ist in erster Linie als ein vom Ku-Klux-Klan in den Vereinigten Staaten verwendeter Jargon bekannt. Es ist die Abkürzung für Zionist und meint die Juden. Alle Juden. Es spielt keine Rolle, wie viele anti-zionistische Juden versuchen werden, sich bei ihnen einzuschmeicheln – bei den Antisemiten – sie werden immer ZIO sein. Dieser Beiname geht in der Regel Hand in Hand mit ZOG, der Abkürzung für Zionist Occupied Government [zionistisch besetzte Regierung].

Letzte Woche trat Alex Chalmers von dem Co-Vorsitz des Oxford University Labour Clubs (OULC) [Labour-Klubs der Oxford-Universität] zurück. Er beschuldigte seine Klubmitglieder und Linke, antisemitische Töne, die Verwendung der Abkürzung „ZIO“ eingeschlossen, gegenüber Juden anzunehmen. Der bahnbrechende Punkt [breaking point] trat ein, als seine Klubmitglieder mit einer Mehrheit von 18 gegen 16 ihre Befürwortung der Apartheidswoche (organisiert von der BDS-Bewegung) billigten, trotz des Wissens, dass das eine Identifikation mit der Hamas und dem Antisemitismus bedeutete. Chalmers war nicht bereit, bei diesem Debakel mitzumachen.

Über Chalmers‘ mutigen Schritt wurde weit über die Grenzen der Universität hinaus berichtet. Alle Zeitungen in Großbritannien befassten sich in der letzten Woche mit dem Thema. „Oxfords Linke wird des Antisemitismus‘ bezichtigt“, verkündete eine Schlagzeile in der Times of London. Der Guardian berichtete, dass eine Untersuchung eingeleitet wurde im Auftrag der Labour Partei wegen der schweren Vorwürfe und Ed Miliband, der frühere Leiter der Labour Partei, der Ehrengast bei einem jährlichen Event des Labour Klubs an der Oxford-Universität sein sollte, verschob seinen Auftritt bis zum Abschluss der Ermittlungen.

Chalmers verursachte einen kleinen, wachsenden Schneeball. Er ist wirklich lobenswert. Aber das wird das Ausmaß des Antisemitismus nicht verringern, weil die neue Art des Antisemitismus das Resultat einer schrecklichen Propaganda gegen Israel ist. Es ist nicht mehr nur Kritik. Als im vergangenen Jahr ein irischer Redner über das mörderische Israel sprach, waren zwei Mitglieder von Breaking the Silence [Das Schweigen brechen], die dort eine Wochen vorher gewesen waren, seine primäre Informationsquelle. Wir können ihn verstehen, wenn IDF-Soldaten als eine Gruppe blutdürstiger Soldaten dargestellt werden, die bestrebt sind, Befehlen zu gehorchen, die zum Massaker von unschuldigen Zivilisten auffordern. Das Ergebnis ist ZIO und ZOG.

Chalmers‘ Linke erhalten ihre Informationen aus einer Vielzahl von Quellen, die von Hamas-Unterstützern bis zu Mitgliedern von Breaking the Silence reichen. Es ist sicher davon auszugehen, dass Letztere nicht die Absicht haben, das Niveau des Antisemitismus in die Höhe zu treiben. Sie denken wirklich, nur die Besatzung zu kritisieren, aber wenn sie sich weigern, ihre Rolle in der anti-israelischen Kampagne zu verstehen, wenn sie mit BDS kooperieren, und wenn sie Fördermittel von Personen erhalten, die den BDS unterstützen, ist das Ergebnis schon bekannt. Sie haben teil an der Kultur des Hasses.

Chalmers hat Mut gezeigt. Lasst uns hoffen, dass Israelis, die berechtigte Kritik an der israelischen Politik haben, die gleiche Art von Mut zeigen wie Chalmers.

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Ein Gedanke zu „Pulverfass Gaza

  1. Den Plan finde ich an und für sich gut. Die Gazaner sind auch Menschen, auch wenn sie und Juden feindlich gesinnt sind. Wobei ich sicher bin, daß nicht alles so sind. Die Frage ist „nur“, ob es zu verwirklichen ist? Denn wer wird die Hamas entwaffnen und darauf achten, daß sie sich nicht von neuem bewaffnet? Internationale Truppen, so zeigt die Erfahrung, können und/oder wollen es nicht tun. Kann die IDF es ohne große eigene Verluste erledigen? Denn die Hamas wird sich so leicht nicht entwaffnen lassen. Ob die Gazaner selbst mithelfen, wenn sie sehen, der Hamas geht’s am Kragen? Wenn, das wäre großartig. – Das sind die Fragen, Bedenken, die mir bis jetzt einfielen.
    lg
    caruso

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