Opfer und Unabhängigkeit

Originalartikel: Sacrifice and independence

von: Vic Rosenthal, 9. Mai 2016

Übersetzung: faehrtensuche

Mittwoch ist Israels Gedenktag für die gefallenen Soldaten. Mehr als 23.000 Angehörige des Militärs sind in israelischen Kriegen (einschließlich der militärischen Aktionen vor der Gründung des Staates) gestorben und etwa 4.000 Zivilisten sind getötet worden als Folge von Krieg und Terrorismus.

Das ist der wirkliche, konkrete Preis zur Aufrechterhaltung eines jüdischen Staates. Proportional zur Bevölkerung entspricht das ungefähr der Zahl der Amerikaner, die in allen Kriegen Amerikas seit 1775 gestorben sind, einschließlich des Bürgerkrieges und der zwei Weltkriege.*

Diese Israelis starben aus dem einem Grund: der arabischen / muslimischen Ablehnung jüdischer Souveränität.

Nicht ‚die Besatzung‘. Nicht die Siedlungen. Nicht die Checkpoints oder der Sicherheitszaun. Die schlichte Tatsache, dass sie nicht akzeptieren, dass das Land von Juden regiert werden kann. Sie haben es 1920 nicht akzeptiert, als nur die Möglichkeit bestand, sie haben es 1947 nicht akzeptiert, als die UN es vorschlug, und sie haben es 1948 nicht akzeptiert, als die Juden es deklarierten. Sie akzeptieren es heute nicht und es gibt keinen Grund zu denken, dass sie es in absehbarer Zeit akzeptieren werden. Und sie drückten diese Ablehnung immer gewalttätig aus.

Diejenigen, die dafür kämpfen, eine ‚Lösung‘ zu finden, die den Fortbestand eines jüdischen Staates enthält, werden auf arabischer Seite keinen Partner finden. Manche Araber werden zustimmen, Teilsiege als Schritte zu einem endgültigen, totalen Sieg zu akzeptieren und manche nicht. Aber keiner wird zustimmen, den Konflikt zu beenden, solange noch ein jüdischer Staat besteht.

Fragen Sie einfach mal einen ‚Palästinenser‘. Es hat zahlreiche Umfragen gegeben, die genau das getan haben, und überwältigende Mehrheiten sagen, dass der jüdische Staat illegitim ist und den ‚Widerstand‘ unterstützt, was gleichbedeutend ist mit Terrorismus gegen jüdische Soldaten und Zivilisten. Nach einer Umfrage von Dezember 2015 „unterstützen 67% den Einsatz von Messern in den aktuellen Auseinandersetzungen mit Israel und 31% sind dagegen. Aber etwa 3/4 (73 %) sind gegen die Beteiligung von jungen Schülerinnen an den Messerstechereien und ein Viertel unterstützt sie.“

Mit anderen Worten, die meisten Palästinenser denken, es sei in Ordnung, Juden auf der Straße zu erstechen, aber ’nur‘ jeder vierte denkt, dass Schülerinnen dazu ermutigt werden sollten.

Israel hat auf Angriffe mit militärischer Gewalt reagiert. Es gibt keinen anderen Weg, um auf Raketenhagel und Terrortunnel zu reagieren, aber Israel wurde scharf kritisiert. Israel hat auf Terroranschläge mit der Tötung von Terroristen reagiert, bevor, während und nachdem es ihnen gelang, unsere Bürger zu töten. Es gibt keinen anderen Weg, aber Israel wird kritisiert. Israel hat einen Sicherheitszaun gebaut, einen Zaun wie die, die von unzähligen Nationen errichtet worden sind, um mörderische Terroristen abzuhalten, und prompt wird Israel kritisiert.

Es stellt sich heraus, dass alles, was wir zu unserem Schutz tun, zu viel ist. Im Jahr 2014 behauptete die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, dass selbst unser Raketen-Abwehrsystem Iron Dome zu viel sei, weil wir es besitzen und die Hamas nicht!

Nach den mehr oder weniger 100 Jahren, in denen die Araber versucht haben, jüdische Souveränität zu verhindern und zu zerstören, und der Rest der Welt die meiste Zeit bestenfalls gleichgültig gewesen ist, hat eine Art kultureller Verdrossenheit eingesetzt. Sie manifestiert sich bei den Linken als Wunsch – so schön von Ehud Olmert zum Ausdruck gebracht – aufzuhören zu siegen und – ich unterstelle – zur Abwechslung ein bisschen zu verlieren. Bei den Rechten herrscht die „Wir werden es nicht mehr hinnehmen“-Einstellung und ein Terrorist, der versucht, Juden zu erstechen, sollte den Versuch nicht überleben, selbst wenn er bereits ’neutralisiert‘ ist.

Der letztgenannte Impuls motivierte einen jungen Soldaten, Elor Azaria (jetzt vor Gericht wegen Totschlags), eine Kugel in den Kopf eines verwundeten Terroristen zu setzen, der gerade seinen Freund erstochen hatte. Ich vermute, dass es erstgenannter [Impuls] war, der Generalmajor Yair Golan, stellvertretender Chef des Stabes, dazu veranlasst hat anzudeuten, dass Vorfälle wie die von Azaria und dem Terroristen ihn an Nazi-Deutschland erinnerten.

Ein Vergleich zwischen Israel und Nazi-Deutschland ist so überaus unangemessen, dass er gerade deswegen als ‚große Lüge‘ von anti-israelischen Propagandisten benutzt wird. Ironischerweise hat Azarias Handlung dem Staat Israel nicht geschadet und möglicherweise  sogar zu dessen Abschreckung gegen den Terrorismus beigetragen, während Golans außerordentlich dumme Bemerkung direkt der internationalen Kampagne zuspielte, Israel zu delegitimieren und ihre Fähigkeit zu lähmen, sich zu verteidigen.

Trotz der Tatsache, dass Azaria wahrscheinlich Anordnungen missachtete und den Terroristen nicht hätte erschießen sollen, unterstützt ihn die Mehrheit der Israelis und will ihn nicht bestraft sehen. Mit Ausnahme der Linken, die für Haaretz schreiben, waren die meisten Israelis über Golans Aussage entsetzt (geäußert am Holocaust-Gedenktag, ausgerechnet!).

Nach 100 Jahren sollten einige Dinge klar sein:

  1. Frieden kann nur kommen durch Stärke und Abschreckung, nicht durch Konzessionen, die als Schwäche angesehen werden und nur die Tür zu mehr Forderungen öffnen.
  2. Deine Feinde wollen dich töten und Stärke ist der einzige Weg, ihnen Einhalt zu gebieten.
  3. Keiner wird deinen Kampf für dich erledigen; und
  4. du kannst dich nicht einmal auf ihre Unterstützung verlassen, wenn du angegriffen wirst.
  5. Du kannst nicht mit Leuten vernünftig reden, deren Brot mit Butter bestrichen wird durch Handel mit deinen Feinden.
  6. Sogar ein guter General kann ein politischer Idiot sein.
  7. Gib normalen Soldaten eine Pause; es könnte sein, dass du sie eines Tages brauchst.

Am Mittwoch erinnern wir uns an jene, die das letzte Opfer gebracht haben, die meisten von ihnen normale Soldaten. Den Tag danach feiern wir unsere Unabhängigkeit. Die Verbindung sollte klar sein.


*Hervorhebung im Text: faehrtensuche

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s