Lag Ba’Omer 5776 (2016)

„Lag BaOmer markiert eine Pause in der 50-tägigen Trauerzeit, die im traditionellen Judentum bis heute eine wichtige Bedeutung hat. Ein Tag, auf den religiöse Juden besonders warten, denn in der siebenwöchigen Omerzeit – den beschwerlichen Tagen zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai – darf ansonsten nicht gefeiert werden.“
(Aus: LAG BAOMER, Grillen auf dem Dach)

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„Zu den Kindheitserinnerungen eines jeden Israeli gehört der Geruch von Feuer und gebratenen Kartoffeln genauso wie das Bild von Dutzenden riesiger Feuerstellen unter dem unendlich weiten Sternenhimmel.“
(Aus: Juden feiern „Lag Ba’Omer“)

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Das Fest geht auf Rabbi Akiba zurück, ein bedeutender Gelehrter der Mischna nach der Zerstörung des 2. Tempels durch die Römer im Jahr 70 n.Chr.. Es wird erzählt, dass von Rabbi Akibas Schülern 24.000 Schüler – da sie einander zu wenig geachtet hätten – zwischen Pessach und diesem Tag gestorben seien. Historisch gesehen ist davon auszugehen, dass seine Schüler während des Bar-Kochba-Aufstandes gegen die Römer (132 – 135) getötet wurden. Es heißt, dass das Sterben an Lag Ba’Omer aufhörte. Erwähnenswert ist, dass auch die Ausschreitungen während der Kreuzzüge (106 – 109) und der Aufstand im Warschauer Ghetto in diese Zeit des Omer fielen. Wie bereits erwähnt: Die Zeit des Omer ist Trauerzeit. Deswegen wird in diesem Zeitraum zwischen Pessach und Shavuot z.B. auch keine Hochzeit gefeiert. Am 33. Tag allerdings, dem Lag Ba’Omer, ist das erlaubt und erwünscht. Dieser Tag wird wohl auch reichlich für Hochzeitsfeierlichkeiten genutzt.

Das Fest hält auch die Erinnerung an einen weiteren großen Rabbi wach, der ein Schüler Rabbi Akibas war. Der Legende nach war er einer der fünf Schüler, der nicht wie die anderen 24.000 umgekommen war. Sein Name ist Rabbi Shimon bar Yochai aus Meron, in der Nähe von Sfad gelegen. Er gilt als der Verfasser des Buches Sohar, „das rätselhafteste und gleichzeitig das wichtigste Buch der Weisheit der Kabbala“, so zu lesen bei Hagalil. Rabbi Shimon bar Yochai soll am Lag Ba’Omer gestorben sein. Viele nutzen diesen Tag, um sein Grab auf dem Berg Meron zu besuchen.
(Aus meinem ArtikelLag Ba’Omer 5774 (2014)“)

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Ein interessanter Shiur [eine Lehre zu einem Thema der Tora] von Rabbi Sacks zum Omer-Zählen findet sich hier (leider nur auf Englisch)!

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Allen, die dieses Fest feiern, wünsche ich CHAG SAMEACH!

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