Nahostgipfel in Paris

Am 3. Juni 2016 trafen die Außenminister verschiedener Länder in Paris zusammen, um über eine neue Friedensinitiative im Nahen Osten zu beraten. Auffällig (oder etwa nicht?) – Israel selbst war nicht zugegen, nahm an dem Treffen nicht teil bzw. war nicht eingeladen. Man kann/sollte sich die berechtigte Frage stellen, ob die Pariser Initiative wirkliche Legitimität besitzt oder doch nur einem „Pariser Wahn“ erliegt, weil „Friedensstiftermindestvoraussetzungen“ fehlen!

Welche legitime Frage sich Yaakov Kirschen stellt, zeigt sein Cartoon „European Chutzpah“ [„Europäische Chutzpe“]:

Europe, Israel, peace, talks, negotiations,

.

Europa macht eine Nahost-Friedenskonferenz ohne Israel. Also ist das möglicherweise die Art des Nahen Ostens, die sich Europa wünscht?

Eine ohne Israel?

.

Die von Kirschen gewählte Überschrift ist fein ausgewählt, „von ausgeprägter Frechheit über charmante Penetranz zur geschätzten Dreistigkeit“ scheint alles in dem Wort „Chutzpe“ enthalten zu sein.  Ob Chutzpe positiv oder negativ gedeutet werden sollte, liegt „am Standpunkt des Betrachters,“ so Christoph Gutknecht in der Jüdischen Allgemeinen. Er schreibt:

„Für denjenigen, der sie an den Tag legt, bedeutet Chuzpe Kühnheit und Entschiedenheit. Für das Opfer von Chuzpe ist sie gleichbedeutend mit Unverschämtheit.“ 

Gutknecht verweist zum Schluss auf einen Artikel von Michael Wuliger, der durch die Deutung von Chutzpe als Akronym beide Aspekte eingebracht hätte. „Je größer die Charme-und-Zynismus-Phrasen-Effizienz (Chuzpe) des Politikers, desto höher fallen die Zuschüsse für sein Land aus“.

„Zuschüsse“ wären in diesem Fall auch interpretationswürdig, aber das überlasse ich dem Leser! 😉 Wer darüber hinaus noch Interesse an Wikis erstaunlichen Erkenntnissen bezüglich der Definition von Chutzpe hat, möge auch da nachschauen!

Zurück zur „Paris-Konferenz“. Das Außenministerium des Staates Israel bezieht wie folgt Stellung:

„Die internationale Konferenz, die heute (03.06.) in Paris stattfand, ist eine verpasste Gelegenheit. Anstatt den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, aufzufordern, die wiederholten Aufrufe von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zu direkten Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu beantworten, hat die internationale Gemeinschaft den Forderungen von Abbas nachgegeben und ihm erlaubt, direkten bilateralen Verhandlungen und Vorbedingungen aus dem Weg zu gehen.

Die Geschichte wird zeigen, dass die Konferenz in Paris die palästinensische Position nur verhärtet hat und die Chance auf Frieden in weitere Ferne gerückt ist.“

In weitere Ferne gerückt?“ Es geht auch krasser. Womit wir wieder bei Yaakov Kirschen gelandet wären! …

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