Frag den israelischen Botschafter – ein Neujahrsvideo …

… und noch ein bisschen „obendrauf“!

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Die Botschaft des Staates Israel hat anlässlich des diesjährigen Jahreswechsels ein Video mit dem israelischen Botschafter aufgezeichnet. Menschen in Berlin wurden befragt, welche Fragen sie an den Botschafter Yakov Hadas-Handelsman hätten. Hier das Resultat:

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Ich wollte fragen, was Sie den ganzen Tag machen?

Das eigentlich fragt sich meine Frau auch. Fast jeden Tag fragt sie mich: „Wo warst du? Was hast du gemacht?“ Und manchmal frage ich mich selbst dieselbe Frage auch.“

Also, guten Tag Herr Botschafter! Wir wollten mal wissen, was denn so die interessanteste Routine ist, die Sie sich hier angewöhnt haben in Deutschland?

Ich bin Sportfan bzw. Fußball-Anhänger und deswegen habe ich die Gelegenheit, viele Fußballspiele anzuschauen. Ich weiß, das ist nicht so oft populär bei den Diplomaten, aber ich genieße es und besonders, wenn ich Anhänger von Hertha BSC bin und diese Saison sind wir glücklich, G’tt sei Dank – bis jetzt zumindestens.

So, I have a question. Dear Ambassador for Israel, what is your favourite music from Germany? [Ich habe eine Frage. Sehr geehrter Botschafter für Israel, was ist Ihre Lieblingsmusik aus Deutschland?]

Ich glaube, das ist Boney M. Zwar nicht eine typische deutsche Band, aber auch eine deutsche Band, Rock- und Pop-Band, die so viel beeinflusst diese Kultur und die Geschichte des Rock und Pop auf der ganzen Welt. Und sie hatten viele Schlager gehabt. Mein Lieblingslied ist selbstverständlich Daddy Cool. Aber auch Rivers of Babylon, Rasputin usw., usf., aber vor allem Daddy Cool.

Ich würde gern von dem israelischen Botschafter wissen, wie er zur Flüchtlingspolitik steht.

Es ist eine große Schande, dass im 21. Jahrhundert dieses Phänomen überhaupt existiert. Aber es existiert. Und hunderttausende Leute, wenn nicht mehr, nach ganz Europa kommen und auch nach Deutschland. Die sind schon da. Man kann nicht wegschauen und sagen „Was soll das? Es geht uns nichts an.“, usw. Auf der anderen Seite, es ist keine Einbahnstraße mit der Bedeutung, dass die Leute, die hierher kommen und hier bleiben wollen und leben und sich integrieren wollen, dann muss man sie voll integrieren lassen.

Guten Tag, Herr Botschafter aus dem Land Israel. Meine Frage wäre: Welche Pläne verfolgt der Premierminister Ihres Landes, Benjamin Netanyahu, im nächsten Jahr für eine mögliche Zweistaatenlösung?

An den Verhandlungstisch zurückzukehren, dort zusammenzusitzen und zu diskutieren, bis eine Lösung erreicht ist und die Lösung ist sehr einfach. Zwei Nationalstaaten. Einer ist Israel, jüdisch demokratischer Staat, der Nationalheimat des jüdischen Volkes, und der andere Palästina, der Nationalheimat des palästinensischen Volkes.

Ich würde gern nach Israel, aber ist es wirklich sicher, wenn ich jetzt nächstes Jahr dahin fahre?

Ich bin kein Prophet, deswegen kann ich nicht versprechen, dass es sicher ist. Aber eines weiß ich, dass wir leider die Erfahrung haben mit diesen Bedrohungen, auch mit Terror seit dem ersten Tag als Israel gegründet wurde, 1948. Und deswegen kann ich Ihnen eines versprechen, dass wir hundertprozentige Anstrengungen machen, damit es sicher bleibt.

Was ist die eigenartigste Erfahrung, die Sie aufgrund der deutschen Kultur je hier gemacht haben?

Dass ohnehin die Schlange. Ich habe den Eindruck, dass die Deutschen es lieben, sich an die Schlange zu stellen, als ob dort die nötigsten Lebensmittel verteilt würden. Aber das  verstehe ich nicht. In jedem Land, wenn es eine leere Kasse gibt und die andere voll ist, dann geht man selbstverständlich an die leere. Aber nicht in Deutschland.

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2017?

Auf allgemeiner Ebene, dass es ruhiger, stabiler ist und weniger Konflikte nächstes Jahr gibt. Dieses Jahr war ziemlich schrecklich in diesem Bereich. Und schließlich möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um euch alle HAPPY NEW YEAR 2017 und einen guten Rutsch zu wünschen. Danke!

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Wer sich nun in Deutschland ‚guten Rutsch‘ wünscht, verwendet vielleicht das hebräische Wort ‚Rosch‘, ‚Kopf des Jahres‘. Wissenschaftler streiten, ob Rutsch/Rosch eine Verballhornung des Jiddischen ist und wie Mischpoke, Macke oder Schmiere-stehen über die Gaunersprache ins Deutsche gelangt sind.

Ulrich W. Sahm in: Sylvester im Heiligen Land, Honestly Concerned, 30.12.2016

AUCH LESENSWERT:

Silvester oder Rosch Haschana? Warum das christliche Neujahrsfest im Heiligen Land umstritten ist. Jüdische Allgemeine, 30.12.2016

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Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesundes, glückliches und gesegnetes JAHR 2017 und grüße mit Shalom!

Eure (Ihre) faehrtensuche!

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