Rabbi Sacks über das wahre Gesicht von BDS

Die BDS-Bewegung (Boykott, Deinvestition und Sanktionen) gibt vor, für die Rechte der Palästinenser zu kämpfen. Während sie sich als Menschenrechtsorganisation darstellt, ist ihr Ziel in Wirklichkeit, Israel stufenweise zu delegitimieren und schließlich auszulöschen.

Rabbi Sacks geht im nachfolgenden Video der Frage nach, wie diese Bewegung vorgeht und wie sie ihr Ziel erreichen will.

***

Transkript:

Die Boykott-, Deinvestition- und Sanktionen-Kampagne gegen Israel ist gefährlich, denn unter der Oberfläche ist es ein Versuch, Israel zu delegitimieren als Auftakt zu ihrer Beseitigung.

Kein Jude und kein Menschenfreund kann dabeistehen und zusehen, dass das passiert.

Abgesehen davon wird sie genau den Menschen, denen sie zu helfen versucht, schaden; die Situation verlängern, die sie beenden will und zu Unrecht führen im Namen des Rechts.

Ich unterstütze das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat und das Recht von palästinensischen Kindern auf eine Zukunft der Würde und Hoffnung.

Aber die BDS-Kampagne will keines dieser Dinge erreichen. Lassen Sie mich erklären, warum.

Menschenrechte sind die Rechte, die wir haben, weil wir Menschen sind. Sie sind universell oder sie sind nichts.

So ist der Test jeder Bewegung zur Unterstützung der Menschenrechte: Ist sie wirklich universell oder ist sie eine Frage der Rechte für einige, aber nicht für andere.

Wenn es der BDS-Bewegung wirklich um Menschenrechte ginge, würden ihre Unterstützer gegen den Zusammenbruch der Menschenrechte in den Ländern im gesamten Nahen Osten protestieren, in Afrika und weltweit. Sie würden gegen die Barbarei von ISIS demonstrieren. Sie würden gegen den Missbrauch der Menschenrechte durch die Hamas in Gaza kämpfen.

Jede Nation kann beim Menschenrechtsausschuss zur Rechenschaft (Verantwortung) gezogen werden, aber in einer mit Menschenrechtsverletzungen überfluteten Welt sich nur auf eine Nation zu konzentrieren – und das auf die einzige erfolgreiche Demokratie im Nahen Osten – sieht weniger nach einer Kampagne für Menschenrechte aus als vielmehr nach einer Kampagne gegen Israels Existenzrecht.

Es ist in der Tat das letzte Kapitel in einem anhaltenden Versuch, genau das zu tun.

In den Jahren 1948, 1967 und 1973 versuchten die Feinde Israels, es militärisch zu zerstören, und sie scheiterten.

Anfang 1973 versuchten sie mit dem arabischen Boykott, es wirtschaftlich zu zerstören, und sie scheiterten.

Im Jahr 1975 versuchten sie mit der berüchtigten „Zionismus ist Rassismus“-Bewegung der Vereinten Nationen, es politisch zu zerstören, und sie scheiterten.

Von 1994 bis 2002 versuchten sie durch eine Kampagne von Selbstmordattentaten, es psychologisch zu zerstören, und sie scheiterten.

Jetzt versuchen sie durch die BDS-Kampagne, es moralisch zu delegitimieren. Auch dies wird scheitern, aber es ist ernst.

Es beruht auf einer bösartigen Lüge: Israel ist eine koloniale Präsenz im Nahen Osten. Es ist nichts dergleichen.

Die jüdische Verbindung mit dem Land Israel reicht doppelt so lange zurück wie die Geschichte des Christentums, dreimal so lange wie die Geschichte des Islam.

Die Juden sind die einzige Nation in der Geschichte überhaupt, die einen Nationalstaat im Land gegründet haben und die einzige Nation, die dort niemals ohne Präsenz war.

Und weil Israel der einzige jüdische Staat der Welt ist und der einzige Staat, dessen Recht auf Existenz ständig angefochten worden ist, ist die Kampagne dagegen die neueste Mutation des ältesten Hasses der Welt: Antisemitismus.

BDS wird scheitern, denn wenn die Menschen versuchen, einen Konflikt zu beenden, indem sie sich nur auf eine Partei in diesem Konflikt konzentrieren, beenden sie ihn nicht. Sie halten ihn aufrecht.

Es hätte einen palästinensischen Staat im Jahr 1947 mit dem Teilungsplan der Vereinten Nationen geben können, im Jahr 1948, als der moderne Staat Israel geboren war, 1967 nach dem Sechstagekrieg, im Jahr 2000 bei Camp David, 2001 in Taba, 2007 unter Ehud Olmert und danach.

Israel sagte jeweils ja und bot im Austausch Land für Frieden, aber die palästinensische Führung sagte nein.

Und selbst als Israel sich einseitig aus dem Territorium wie z.B. dem Südlibanon im Jahr 2000 und dem Gaza-Streifen im Jahr 2005 zurückgezogen hat, wurde der Raum sofort von terroristischen Organisationen – der Hisbollah und der Hamas – besetzt, die sich der Zerstörung Israels verschrieben haben.

Einfach gesagt, die BDS-Kampagne wird sich hinziehen, sich verschieben und die Chance auf einen palästinensischen Staat gefährden, indem sie das Leiden verlängert, das sie zu beenden sucht.

Das deswegen, weil sie den Konflikt als ein Nullsummenspiel falsch darstellt: entweder gewinnt Israel und die Palästinenser verlieren, oder die Palästinenser gewinnen und Israel verliert.

Aber der Konflikt ist kein Nullsummenspiel. Bei Krieg und Gewalt verlieren beide Seiten. Bei Frieden und Sicherheit gewinnen beide Seiten.

Wenn wir wirklich die Rechte der Palästinenser wichtig nehmen, dann müssen wir ebenso die der Israelis wichtig nehmen. Rechte sind universell oder sie sind nichts, und wenn sie nur eine verborgene Form von Hass sind, dann werden sie nicht Rechte, sondern Ungerechtigkeiten.

Jede Bewegung für Menschenrechte oder Frieden oder Gerechtigkeit muss für alle Seiten fair sein; die Rechte aller Seiten erkennen; die Einigung aller Seiten suchen; und das Vertrauen aller Seiten gewinnen.

Die BDS-Kampagne, die versucht, die andere Seite einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen, scheitert an diesen Tests; weshalb alle, die sich für unsere gemeinsame Menschheit interessieren, einen anderen und besseren Weg finden müssen.

Übersetzung: faehrtensuche

Video und Transkript (in Englisch) auf der Homepage von Rabbi Sacks.

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Ein Gedanke zu „Rabbi Sacks über das wahre Gesicht von BDS

  1. Eine liebliche Gesellschaft diese BDS-Bewegung. Den Himmel soll G’tt auf sie runterfallen lassen, sagt man in Ungarn, meinem Geburtsland. Ich wünsche denen etwas Ähnliches.
    lg
    caruso

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