Kein Land mit vergleichbaren Möglichkeiten würde es dulden, permanent angegriffen zu werden …

… und das seit Jahrzehnten!

„Seit Monaten stehen die Israelis im Süden des Landes unter Dauerbeschuss. Am Morgen des 4. Mai regneten innerhalb weniger Stunden 200 Raketen auf die Bevölkerung. 15 Sekunden bleiben nach jedem Alarm, um einen Schutzbunker aufzusuchen. Ein Leben auf Abruf. Das Weinen der Kinder, die Sorge der Eltern. Das Wissen, dass die Angriffe nicht enden werden, nur unterbrochen. Auch wenn sie morgen aufhören, fangen sie irgendwann wieder an. Morgen vielleicht. Oder nächste Woche, nächsten Monat. Ein Leben in Ungewissheit.

[…]

Die Reaktion der Botschafterin […] entspricht offensichtlich der Linie des Deutschen Außenamtes. „Wir verurteilen den massiven Raketenbeschuss aus #Gaza nach #Israel scharf. Angriffe auf Zivilisten sind durch nichts zu rechtfertigen. Israel hat das Recht, sich zu verteidigen und seine Bevölkerung zu schützen“, twitterte das Amt zuerst in überraschender Klarheit. Zuviel Klarheit, wie es scheint, denn schon vier Minuten später relativierte es: „Wir sind sehr besorgt über die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen und fordern alle Seiten zu Zurückhaltung und Wahrung der Verhältnismäßigkeit auf. Die wichtigen Bemühungen von Ägypten und den VN um Beruhigung der Lage genießen unsere volle Unterstützung“. Wer da wen zurückgepfiffen hat, wissen wir nicht.

Terrorangriffe als „militärische Auseinandersetzung“? „Zurückhaltung und Wahrung der Verhältnismäßigkeit“? An wen soll sich das richten, wenn nicht an Israel? Was wäre denn nach Ansicht des Deutschen Außenamts eine verhältnismäßige Reaktion darauf, wenn man von Raketen beschossen wird und die Felder der Bauern in Brand gesteckt werden? Kaffee und Kuchen in der deutschen Botschaft? Diese Äquidistanz zwischen Terroristen und Israel ist eine Form von Antisemitismus. Niemand, wirklich niemand, wäre auf die Idee gekommen, nach den Anschlägen in Paris, Nizza, Berlin, London oder Sri Lanka den IS und das betroffene Land aufzufordern, „das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen“.

[…]

Dass Israel nach 70 Jahren voller Krieg und Terror noch immer ein demokratisches Land ist, das sich im Umgang mit seinen Feinden größtmögliche Zurückhaltung auferlegt, ist ein wahres Wunder. Kein Land mit vergleichbaren Möglichkeiten würde es dulden, seit Jahrzehnten permanent angegriffen zu werden.

Und nichts ist verzichtbarer als die kaltschnäuzige Arroganz, mit der sich das deutsche Außenamt anmaßt, Israel zum Schutz der Zivilbevölkerung aufzufordern. Das tut Israel auch ohne Zurufe: Die israelische Armee tut mehr dafür, die Unversehrtheit von Zivilisten in einer Kampfzone zu beschützen, als jede andere Armee in der Geschichte der Kriegsführung.

Aus: Thomas Eppinger, Die kaltschnäuzige Äquidistanz Deutschlands zu den Angriffen auf Israael ist eine Form von Antisemitismus.

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