Purim Sameach!

Gestern Abend, am Abend des 9. März 2020, wurde in Israel der Beginn von Purim gefeiert. Zu den wichtigen Ereignissen dieses Festes gehört das Verlesen der Megillah [Buchrolle] Esther.

Ich überlasse an dieser Stelle das Wort an Rabbi Sacks. In seinem Artikel „The Therapeutic Joy of Purim“ (Die therapeutische Freude von Purim) führt er aus:

In Purim liegt etwas sehr Seltsames. Es ist vor allem ein Fest der Freude, „Yamei mishtei b’simcha“. Und nicht nur der Tag selbst ist ein freudiger, sondern einzigartig ist, dass wir diese Freude zwei Wochen vorher beginnen: „Misheh nichnas Adar marbim b’simcha“ bedeutet, dass wir von Anfang [des Monats] Adar [s. Wikipedia] an beginnen, unsere Freude zu vergrößern.

Und das ist nicht nur in den Wochen vor Purim so. Diese Freude ist das ganze Jahr über präsent. An jedem Ende eines Shabbats, während des Havdallah-Gottesdienstes [zur Bedeutung von „Havdallah“ s. Wikipedia], erinnern wir uns an diese Zeile aus der Megillah [Buchrolle] „Layehudim haitah orah v’simcha“, was bedeutet: „Für Juden gab es Licht und Freude“.

Doch was genau feiern wir an Purim? Die bloße Tatsache, dass wir überlebt haben? Dass Hamans Völkermorddekret nicht in Kraft getreten ist? Dass das teuflische Dekret „L’harog u’lehabed u’lehashmid“, [also] jeden einzelnen Juden, ob jung und alt, ob Mann oder Frau, an einem einzigen Tag zu töten, zu vernichten und auszurotten, abgewendet wurde? Das ist kein Grund zur Freude, das ist ein Grund zur Erleichterung. Das ist kein Grund zum Feiern, sondern in Wirklichkeit [Grund] für eine posttraumatische Belastungsstörung. Die Frage, die ich hier stelle, ist also, was ist diese einzigartige Freude von Purim?

Ich möchte die folgende Antwort vorschlagen. Es gibt zwei Arten von Freude. Es gibt die expressive Freude, die Freude, die man erlebt und kommuniziert, weil man sich so fühlt. Aber es gibt auch die therapeutische Freude, die Freude, die man selbst empfinden will, um sich vor negativen Emotionen zu schützen. Und wenn wir uns über Purim freuen, über dieses Fest, das genau genommen das Fest [der Sieg] über den Antisemitismus ist, sagen wir etwas sehr Wichtiges. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir werden nicht traumatisiert sein. Wir lassen uns nicht über unsere Feinde definieren. Wir werden mit den Bedrohungen leben und sogar darüber lachen, denn worüber wir lachen können, das kann uns nicht gefangen halten.“ Und das ist es, was die Freude an Purim wirklich ausmacht. Es geht darum zu überleben und darüber hinaus zu prosperieren, selbst wenn wir durch das Tal des Todesschattens gehen. Es ist eine Art zu sagen: „Ich werde essen und werde trinken und werde feiern und werde keine dunklen Wolken in meinen Geist oder mein Herz eindringen lassen.“

Daher enthält Purim eine echte Botschaft für unsere Zeit, in der wir die Rückkehr des Antisemitismus sehen. Wir dürfen uns niemals einschüchtern lassen. Und der jüdische Weg, dies zu vermeiden, besteht darin, marbim b’simcha zu sein, unsere Freude zu steigern. Denn das Volk, das die volle Dunkelheit der Geschichte kennt und sich dennoch freuen kann, ist ein Volk, dessen Seele keine Energie [Macht] auf Erden jemals brechen kann.

Lassen Sie mich Ihnen also Purim Sameach wünschen, ein Purim voller Freude.

Übersetzung: faehrtensuche

Ein Gedanke zu „Purim Sameach!

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