Israel feiert Tu biShvat – das Neujahrsfest der Bäume

Aus dem von der Botschaft des Staates Israel mit Datum von heute (21.01.2019) veröffentlichten Video anlässlich von Tu biShvat – dem Neujahrsfest der Bäume:

„Ich habe gerade einen Baum gepflanzt. Wir feiern Tu biShvat, einen alten jüdischen Feiertag, bei dem es um Bäume und Natur geht. Er wird auch „Chag la-Ilanot“ genannt – Feiertag der Bäume.

Ich weiß, was ihr jetzt denkt: Es ist Januar! Aber hier in Israel ist es schon fast Frühling – Blumen blühen, Früchte reifen und alles ist grün. Ursprünglich half Tu biShvat den Bauern bei der Berechnung des landwirtschaftlichen Kreislaufs.

Der Feiertag findet am 15. Tag des hebräischen Monats Shvat statt. Daher auch der Name: Tu biShvat. Heute wird der Feiertag begangen, indem man Bäume pflanzt und einheimische Früchte wie Feigen und Nüsse isst. Außerdem wird das Bewusstsein für die Umwelt geweckt.

Alljährlich nehmen mehr als eine Million Israelis an Baumpflanzaktionen von JNF-KKL teil. In den vergangenen 100 Jahren wurden in Israel vom JNF-KKL [Jüdischer Nationalfonds e.V./Keren Kayemeth Le Israel] mehr als 250 Millionen Bäume gepflanzt. Es ist daher wenig überraschend, dass Israel zu den wenigen Ländern weltweit gehört, in denen zu Beginn des 21. Jahrhunderts mehr Bäume wuchsen als 100 Jahre zuvor. Es gibt sogar ein spezielles Lied für den Feiertag.

Jetzt, wo ihr über Tu biShvat Bescheid wisst, zieht euch die Stiefel über und pflanzt einen Baum – hier in Israel. Und denkt an das Zitat von Robert Louis Stevenson:

‚Beurteile einen Tag nicht danach, welche Ernte du am Abend eingefahren hast, sondern danach, welche Samen du gesät hast.‘

Frohes Tu biShvat aus Israel!“

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Israel 2018: Neuer Touristenrekord

Neuer Rekord: 4.000.000 Touristen besuchten Israel im Jahr 2018.

Der 4.000.000. Besucher ist in dieser Woche in Israel gelandet. Seit 2006 hat sich die Zahl der Touristen, die Israel besucht haben, mehr als verdoppelt.

Touristen aus allen Teilen der Welt kommen hierher wegen des fantastischen Wetters (Küste von Tel Aviv), der vielfältigen Küche & Kulturszene (Altstadt von Jerusalem) und der Naturwunder (Totes Meer). Von verschneiten Bergspitzen (Berg Hermon) über weite Wüstenlandschaften (Judäische Wüste) zu saftigem Grün (Banyas-Wasserfall, Golanhöhen) ist Israel das ultimative Urlaubsziel.

Aus diesen 5 Ländern kamen 2018 die meisten Touristen:

5. Platz: Großbritannien, 203.000 Besucher

4. Platz: Deutschland, 243.000 Besucher

3. Platz: Russland, 294.000 Besucher

2. Platz: Frankreich, 316.000 Besucher

1. Platz: USA, 1.094.000 Besucher

Wer wird der 5.000.000. Besucher?

 

Mit Freunden wie Angela Merkel, braucht Israel [da noch] Feinde?

Originalartikel: With Friends Like Angela Merkel, Does Israel Need Enemies?

von P. David Hornig

Die Christdemokratische Partei Angela Merkels hat am vergangenen Samstag einen Antrag abgelehnt, die Mittel für die Palästinensische Autonomiebehörde einzufrieren, bis sie ihre „Pay to slay“-Zahlungen an Terroristen und ihre Familien einstellt. In dem Antrag heißt es, dass „mit den Zahlungen die Palästinensische Autonomiebehörde wissentlich und willentlich den Terror gegen Israel unterstützt und dies zu einem würdigen Finanzgeschäft macht.“ Aber Merkels Partei war nicht dazu zu bewegen.

Einen Tag später wurde bei einem palästinensischen Terroranschlag eine schwangere Frau schwer verletzt. Das Baby, das in einer Notfalloperation zur Welt gebracht wurde, überlebte für wenige Tage und starb am Mittwoch.

Im Oktober verwies Merkel bei einem Besuch im Jerusalemer Holocaust-Museum Yad Vashem auf „die immerwährende Verantwortung Deutschlands, sich an dieses Verbrechen zu erinnern und Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt zu bekämpfen.“

Gegen Antisemitismus und andere Übel anzugehen, bedeutet für Merkel jedoch wenig, wenn sie den Stempel „Made in Iran“ tragen. Im vergangenen Monat, während eines von Hunderten direkten oder impliziten Aufrufs des Iran zur Zerstörung Israels, bezeichnete der angeblich „gemäßigte“ Präsident des Iran, Hassan Rouhani, Israel als ein „Krebsgeschwür in der Region“ und  als ein „falsches Regime“. The European, bei dem Deutschland im Fokus [der Debatten] steht, bezeichnete Rouhanis Worte als „völlig inakzeptabel“.

Aber das war nur ein Lippenbekenntnis. Während der Iran Israel mit Zerstörung bedroht, Terrororganisationen entlang der Grenzen Israels finanziert und ausbildet, den Holocaust leugnet, ballistische Raketen baut, im gesamten Nahen Osten Chaos anrichtet und schwere Menschenrechtsverletzungen im Iran begeht, bleibt Deutschland „der wichtigste Handelspartner des Iran“. Im vergangenen Monat hat die Bundesregierung 911 Millionen Euro an Exportkrediten an 58 deutsche Unternehmen vergeben, um die US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Die Kredite zielen darauf ab, „den Geschäftsverkehr [dieser Unternehmen] mit dem Iran vor den hohen Risiken seiner Märkte zu schützen.“ Tatsächlich waren die Exporte deutscher Unternehmen in den Iran bereits im Oktober in die Höhe geschnellt.

Später im November deckten Nachrichtenberichte auf, dass Deutschland und Frankreich die Führung bei der Entwicklung eines EU-Iran-Handelsmechanismus, der als „Special Purpose Vehicle“ bekannt ist, übernehmen, um dem Iran dabei zu helfen, die US-Sanktionen zu meistern. Die SVP wäre im Wesentlichen „eine Clearingstelle, die Geldtransfers in [US-]Dollar zwischen der EU und dem Iran vermeidet“.

Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron setzen alles daran, um das Ayatollah-Regime liquide, wohlhabend und in der Lage zu halten, alle seine Aktivitäten zu finanzieren.

Merkels Toxizität gegenüber Israel und ihr Schmusekurs gegenüber dem Iran gehen noch weiter. Letzte Woche gab Tomas Sandell, Direktor der in Brüssel ansässigen Europäischen Koaliton für Israel, bekannt, dass Merkel „eine Kampagne geführt habe, um zu verhindern, dass die mittel- und osteuropäischen Länder ihre [Botschaften von Tel Aviv] nach Jerusalem verlegen.“ Sandell sagte, diese und andere anti-israelischen Schritte Merkels „haben mit dem iranischen Atomabkkommen zu tun.“

Der Bericht implizierte, ohne jedoch ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Merkel auf iranische Initiative hin handelt und dazu aufruft, Bewegungen zu blockieren, die die Mullahs verärgerten. Angesichts der von Merkel unternommenen Schritte, die den Iran schützen und unterstützen, ist diese Schlussfolgerung durchaus plausibel.

Unter Merkel steht nicht das gesamte Verhalten Deutschlands gegenüber Israel auf der Sollseite. Deutschland ist Israels führender europäischer Handelspartner, und seine Unternehmen investieren stark in israelische Start-ups. Auch im Sicherheitsbereich gibt es Kooperationen. Anfang des Jahres hat Deutschland einen Vertrag über die Anmietung von Heron-UAVs [Aufklärungsdronen] der Israel Aerospace Industries unterzeichnet.

Die Gesamtbilanz unter Bundeskanzlerin Merkel in Bezug auf Israel ist jedoch negativ, so dass die Frage bleibt, ob ihre Regierung Freund oder Feind ist.

Übersetzung: faehrtensuche

Video: Die Hamas. 31 Jahre Terror

Hamas feiert 31 Jahre des Terrors.

Seit 1987 haben Hamas-Terroristen Hunderte Terroranschläge auf israelische Zivilisten verübt und dabei Hunderte Menschen getötet und Tausende verwundet.

Israel hat den Gazastreifen vor mehr als 13 Jahren verlassen. Im Juni 2007 übernahm die Hamas gewaltsam den Gazastreifen. Seitdem hat die Hamas nichts getan, um den Menschen in Gaza zu helfen. Stattdessen steckt sie ihre Ressourcen in Gewalt und Terror mit dem Ziel, Israel zu vernichten. Die Hamas investiert lieber in Waffen. Ihre Terroristen haben über 15.000 Raketen auf Israel geschossen. Sie sind in Wohnhäuser und Schulen eingeschlagen und haben Menschen getötet und verletzt. Anstatt Krankenhäuser für die Menschen im Gazastreifen zu bauen, hat die Hamas Dutzende teils kilometerlange Terrortunnel gebaut unterhalb der Grenze, damit ihre Terroristen israelische Städte und Dörfer angreifen können. Anstatt den Kindern Bildung zukommen zu lassen, um ihr Leben zu verbessern, investiert die Hamas in die Erziehung zu Hass und Gewalt. Seit März hat die Hamas massive Brände entfacht, die in israelischen Gemeinden schwere Schäden verursacht haben. Die Hamas bringt junge Palästinenser bewusst in Gefahr, um von ihrer gescheiterten Diktatur abzulenken.

Die Hamas zerstört den Gazastreifen.

Botschaft des Staates Israel, 17. Dezember 2018

Chanukka Sameach!

Chanukka. Gestern Abend wurde die 1. Kerze an der Chanukkiya angezündet. Jeden Tag kommt eine Kerze hinzu. 8 Nächte lang. Zeit des Nachdenkens, der Besinnung. Verleiten Kerzen nicht genau dazu? … Am Rande sei bemerkt, dass der Beginn von Chanukka in diesem Jahr mit dem 1. Advent zusammenfällt! …

Rabbi Sacks hat in dem Artikel „8 Short Thoughts for 8 Chanukka Nights“ Gedanken zusammengefasst, die zum Nachdenken anregen. Erkenntnisse, immer gültig und „schön“ portionsgerecht dargeboten. Also:

8 knappe Gedanken für 8 Chanukka-Nächte

[1]

DURCH GLAUBEN INSPIRIERT KÖNNEN WIR DIE WELT VERÄNDERN

Vor zweiundzwanzig Jahrhunderten, als Israel sich unter der Herrschaft des Reiches Alexanders des Großen befand, entschloss sich ein bestimmter Führer, Antiochus IV., die Hellenisierung zu beschleunigen, den Juden zu verbieten, ihre Religion zu praktizieren und im Tempel in Jerusalem eine Statue des Zeus Olympus aufzustellen.

Das war zu viel, um es zu ertragen, und eine Gruppe von Juden, die Makkabäer, kämpfte für ihre Religionsfreiheit und gewann einen beeindruckenden Sieg gegen die mächtigste Armee der Antike. Nach drei Jahren eroberte sie Jerusalem zurück, weihte den Tempel neu ein und zündete die Menora wieder an mit dem einzigen Krug reinen Öls, das sie unter den Trümmern fanden.

Es war eine der beeindruckendsten militärischen Errungenschaften der Antike. Es war, wie wir in unseren Gebeten sagen, ein Sieg der Wenigen über die Vielen, der Schwachen über die Starken. Es ist in wunderbarer Linie vom Propheten Sacharja zusammengefasst: Nicht durch Macht oder Stärke, sondern durch meinen Geist, sagt der HERR. Die Makkabäer hatten weder Macht noch Stärke, weder Waffen noch Zahlen. Aber sie hatten einen doppelten Anteil des jüdischen Geistes, der sich nach Freiheit sehnt und bereit ist, dafür zu kämpfen.

Glauben Sie niemals, dass eine Handvoll engagierter Menschen die Welt nicht verändern kann. Inspiriert durch Glauben, schaffen sie es. Die Makkabäer taten es damals. Das können wir auch heute.

[2]

DAS LICHT DES GEISTES STIRBT NIEMALS

Es gibt eine interessante Frage, die die Kommentatoren zu Chanukka stellen. Acht Tage lang zünden wir Lichter an und jede Nacht sprechen wir den Segen über die Wunder: she-asah nissim la-avotenu. Aber was war das Wunder der ersten Nacht? Das Licht, das einen Tag hätte andauern sollen, dauerte acht [Tage]. Das bedeutet aber, dass an den Tagen 2 bis 8 etwas Wunderbares passierte, aber nichts Wunderbares am ersten Tag.

Vielleicht war das Wunder das, dass die Makkabäer einen Ölkrug mit einem intakten Siegel fanden. Es gab keinen Grund anzunehmen, dass irgendetwas die systematische Schändung des Tempels durch die Griechen und ihrer Anhänger überstanden hätte. Doch die Makkabäer suchten und fanden das eine Gefäß. Warum haben sie gesucht? Weil sie der Überzeugung waren, dass von der schlimmsten Tragödie irgendetwas erhalten geblieben wäre. Das Wunder der ersten Nacht war das des Glaubens selbst, der Glaube, dass etwas bleibt, mit dem man wieder beginnen könnte.

So war es schon immer in der jüdischen Geschichte. Es gab Zeiten, in denen irgendein anderes Volk verzweifelt aufgegeben hätte: nach der Zerstörung des Tempels oder den Massakern der Kreuzzüge oder der spanischen Vertreibung oder der Pogrome oder der Shoa. Aber irgendwie setzten sich die Juden nicht hin und weinten. Sie trugen zusammen, was übrig blieb, bauten unser Volk wieder auf und zündeten ein Licht wie kein anderes in der Geschichte an, ein Licht, das uns und der Welt von der Kraft des menschlichen Geistes erzählt, jede Tragödie zu überwinden und eine Niederlage nicht zu akzeptieren.

Seit den Tagen von Moses und dem brennenden [Dorn-]Busch, der nicht konsumiert wurde bis zu den Tagen der Makkabäer und dem einzigen Ölkrug, war das Judentum der Ner tamid der Menschheit, das immerwährende Licht, das keine Macht auf Erden auslöschen kann.

[3]

CHANUKKA IN UNSERER ZEIT

1991 entzündete ich Chanukka-Kerzen mit Michail Gorbatschow, der bis dahin Präsident der Sowjetunion gewesen war. Seit siebzig Jahren war die Ausübung des Judentums im kommunistischen Russland praktisch verboten. Es war einer der beiden großen Angriffe auf unser Volk und unseren Glauben im zwanzigsten Jahrhundert. Die Deutschen versuchten, Juden zu töten; die Russen versuchten, das Judentum zu töten. Unter Stalin wurde der Angriff brutal. Dann, 1967, nach dem Sieg Israels im Sechs-Tage-Krieg, versuchten viele sowjetische Juden, Russland zu verlassen und nach Israel zu gehen. Nicht nur wurde die Genehmigung verweigert, sondern die betroffenen Juden verloren oft ihren Arbeitsplatz und wurden inhaftiert. Auf der ganzen Welt kämpften Juden für die Gefangenen – sie wurden Verweigerer genannt -, um freigelassen zu werden und gehen zu dürfen. Schließlich erkannte Michail Gorbatschow, dass das gesamte Sowjetsystem nicht funktionsfähig war. Der Kommunismus hatte nicht Freiheit und Gleichheit gebracht, sondern Unterdrückung, einen Polizeistaat und eine neue Hierarchie der Macht. Am Ende kollabierte es und die Juden erhielten wieder die Freiheit, das Judentum zu praktizieren und nach Israel zu gehen.

An diesem Tag im Jahr 1991, nachdem wir gemeinsam Kerzen angezündet hatten, fragte mich Herr Gorbatschow über seinen Dolmetscher, was wir gerade getan hätten. Ich sagte ihm, dass vor 22 Jahrhunderten in Israel, nachdem die öffentliche Ausübung des Judentums verboten worden war, die Juden für ihre Freiheit gekämpft und sie gewonnen hatten und diese Lichter wären das Symbol für diesen Sieg. Und ich fuhr fort: Vor siebzig Jahren haben die Juden in Russland den gleichen Verlust an Freiheit erlitten, und Sie haben ihnen jetzt geholfen, die Freiheit wieder zu erlangen. Sie sind also Teil der Chanukka-Geschichte geworden. Als der Dolmetscher diese Worte ins Russische übersetzte, errötete Michail Gorbatschow. Die Chanukka-Geschichte lebt noch immer, inspiriert noch immer und berichtet nicht nur uns, sondern auch der Welt, dass die Freiheit, obwohl es Tyrannei gibt, mit G’ttes Hilfe immer die letzte Schlacht gewinnen wird.

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DER ERSTE KAMPF DER KULTUREN

Einer der Schlüsselbegriffe unserer Zeit ist der Kampf der Kulturen. Und Chanukka ist einer der ersten großen Zusammenstöße der Kulturen zwischen den Griechen und den Juden der Antike, zwischen Athen und Jerusalem.

Die alten Griechen haben eine der bemerkenswertesten Zivilisationen aller Zeiten hervorgebracht: Philosophen wie Platon und Aristoteles, Historiker wie Herodot und Thukydides, Dramatiker wie Sophokles und Aischylos. Sie produzierten Kunst und Architektur von einer Schönheit, die nie übertroffen wurde. Doch im zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurden sie von der Gruppe jüdischer Kämpfer, den Makkabäern, besiegt, und von da an geriet Griechenland als Weltmacht in einen rasanten Niedergang, während das winzige jüdische Volk jedes Exil und jede Verfolgung überlebte und heute noch am Leben und gesund ist.

Was war der Unterschied? Die Griechen, die nicht an einen einzigen, liebenden G’tt glaubten, gaben der Welt das Konzept der Tragik. Wir strengen uns an, wir kämpfen, manchmal erreichen wir Größe, aber das Leben hat keinen ultimativen Zweck. Weder versteht uns das Universum noch interessiert es sich dafür, dass wir da sind.

Das alte Israel gab der Welt die Idee der Hoffnung. Wir sind hier, weil G’tt uns in Liebe geschaffen hat und wir entdecken durch Liebe den Sinn und Zweck des Lebens.

Tragische Kulturen zerfallen schließlich und sterben. Da ihnen jeglicher Sinn der ultimativen Bedeutung fehlt, verlieren sie die moralischen Überzeugungen und Gewohnheiten, von denen Kontinuität abhängt. Sie opfern das Glück für das Vergnügen. Sie verkaufen die Zukunft für die Gegenwart. Sie verlieren die Leidenschaft und die Energie, die ihnen überhaupt Größe gebracht hat. Das ist es, was mit dem antiken Griechenland passiert ist.

Das Judentum und seine Kultur der Hoffnung haben überlebt, und die Chanukka-Lichter sind das Symbol dieses Überlebens, der Weigerung des Judentums, seine Werte für den Glamour und das Prestige einer säkularen Kultur aufzugeben, damals wie heute.

Eine Kerze der Hoffnung mag als kleine Sache erscheinen, aber davon kann das Überleben einer Zivilisation abhängen.

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DAS LICHT DES KRIEGES UND DAS LICHT DES FRIEDENS

Es gibt ein Chanukka-Gesetz, das ich bewegend und tiefgründig finde. Maimonides schreibt, dass ‚die Anweisung, die Chanukka-Lichter betreffend, sehr wertvoll ist. Einer, dem das Geld fehlt, um Lampen zu kaufen, sollte etwas verkaufen oder, wenn nötig, leihen, um die Mitzwa erfüllen zu können.‘

So stellt sich die Frage: Was wäre, wenn du am Freitagnachmittag entdeckst, dass du nur eine Kerze hast? Zündest du sie als Shabbat-Kerze oder Chanukka-Kerze an? Sie kann nicht beides sein. Die Logik schlägt vor, dass du sie als Chanukka-Kerze anzünden solltest. Schließlich gibt es kein Gesetz, dass man verkaufen oder leihen muss, um Lichter für den Schabbat anzuzünden. Doch das Gesetz besagt, dass man – wenn man vor einer solchen Wahl steht – sie als Shabbat-Licht anzündet. Warum?

Hören Sie Maimonides: „Das Schabbatlicht hat Vorrang, denn es symbolisiert Shalom Bayit, den häuslichen Frieden. Und der Frieden ist groß, denn die gesamte Thora wurde geschenkt, um Frieden in der Welt zu schaffen.“

Bedenken Sie: Chanukka erinnert an einen der größten militärischen Siege in der jüdischen Geschichte. Doch das jüdische Gesetz bestimmt, dass – wenn wir nur eine Kerze anzünden können – das Schabbatlicht Vorrang hat, weil im Judentum der größte militärische Sieg den zweiten Platz einnimmt, hinter dem Frieden im Haus.

Warum überlebte nur das Judentum unter den Zivilisationen der Antike? Weil es das Zuhause mehr schätzte als das Schlachtfeld, die Ehe mehr als militärische Größe und Kinder mehr als Generäle. Der Frieden im Haus war unseren Vorfahren wichtiger als der größte militärische Sieg.

Wenn wir also Chanukka feiern, sollten wir auch an den wirklichen Sieg denken, nicht an den militärischen, sondern den spirituellen [Sieg]. Juden waren das Volk, das die Ehe, das Zuhause und den Frieden zwischen [Ehe-]Mann und [Ehe-]Frau mehr schätzten als den höchsten Ruhm auf dem Schlachtfeld. Im Judentum hat das Licht des Friedens Vorrang vor dem Licht des Krieges.

[6]

DAS DRITTE WUNDER

Wir alle kennen die Wunder von Chanukka, den militärischen Sieg der Makkabäer über die Griechen und das Wunder des Öls, das für einen Tag hätte reichen sollen, aber acht Tage lang brannte. Aber es gab ein drittes Wunder, von dem nicht viele Menschen wissen. Es fand mehrere Jahrhunderte später statt.

Nach der Zerstörung des zweiten Tempels waren viele Rabbiner überzeugt, dass Chanukka abgeschafft werden sollte. Schließlich feierte man die Wiedereinweihung des Tempels. Und der Tempel war nicht mehr da. Er war von den Römern unter Titus zerstört worden. Ohne einen Tempel – was gab es da noch zu feiern?

Der Talmud berichtet uns, dass in mindestens einer Stadt, Lod, Chanukka abgeschafft wurde. Doch letztlich setzte sich die andere Sichtweise durch, weshalb wir bis heute Chanukka feiern.

Warum? Denn obwohl der Tempel zerstört wurde, wurde die jüdische Hoffnung nicht zerstört. Wir haben zwar das Gebäude verloren, aber wir hatten immer noch die Geschichte, die Erinnerung und das Licht. Und was einmal in den Tagen der Makkabäer passiert war, könnte wieder passieren. Und es waren diese Worte, od lo avdah tikvatenu, „unsere Hoffnung wird nicht zerstört“, die Teil der Hatikvah wurden und die die Juden inspirierte, nach Israel zurückzukehren und ihren alten Staat wieder aufzubauen. Wenn Sie also die Chanukka-Kerzen anzünden, erinnern Sie sich daran. Das jüdische Volk bewahrte die Hoffnung und die Hoffnung bewahrte das jüdische Volk. Wir sind die Stimme der Hoffnung im Gespräch der Menschheit.

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INNEN/AUßEN

Es gibt mehr als ein Gebot im Judentum, Lichter anzuzünden. Es gibt drei. Es gibt die Schabbat-Kerzen. Es gibt die Havdalah Kerze. Und es gibt die Chanukka-Kerzen.

Der Unterschied zwischen ihnen besteht darin, dass Schabbat-Kerzen den Shalom Bayit, Frieden zu Hause, verkörpern. Sie werden drinnen angezündet. Sie sind – wenn man so will – das innere Licht des Judentums, das Licht der Heiligkeit der Ehe und der Heiligkeit des Heims.

Die Chanukka-Kerzen wurden gewöhnlich draußen angezündet – vor der Haustür. Es war nur die Angst vor der Verfolgung, die die Chanukka-Kerzen wieder ins Haus brachte, und in jüngster Zeit führte der Lubavitcher Rebbe den Brauch ein, riesige Menorahs auf öffentlichen Plätzen anzuzünden, um den ursprünglichen Sinn wiederherzustellen.

Chanukka-Kerzen sind das Licht, das das Judentum der Welt bringt, wenn wir keine Angst haben, unsere Identität in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, nach unseren Grundsätzen zu leben und – wenn nötig – für unsere Freiheit zu kämpfen.

Was die Havdalah-Kerze betrifft, die immer aus mehreren miteinander verwobenen Dochten besteht, so stellt sie die Verschmelzung der beiden [Lichter] dar, das innere Licht des Schabbats, das mit dem äußeren Licht verbunden ist, das wir während der sechs Tage der Woche bilden, wenn wir in die Welt hinausgehen und unseren Glauben in der Öffentlichkeit leben.

Wenn wir als Juden im Privaten leben und unsere Häuser mit dem Licht der Shekhina [der Gegenwart G’ttes] füllen, wenn wir als Juden in der Öffentlichkeit leben und anderen das Licht der Hoffnung bringen und wenn wir beides zusammen leben, dann bringen wir Licht in die Welt.

Es gab immer zwei Möglichkeiten, in einer Welt zu leben, die oft dunkel und voller Tränen ist. Wir können die Dunkelheit verfluchen oder wir können ein Licht anzünden, und – wie die Chassidim sagen – vertreibt ein bisschen Licht viel Dunkelheit. Mögen wir alle dazu beitragen, die Welt zu erhellen.

[8]

EIN ANDERES LICHT ANZÜNDEN

Im Talmud gibt es eine faszinierende Auseinandersetzung. Kann man eine Chanukka-Kerze nehmen, um eine andere anzuzünden? Normalerweise nehmen wir natürlich eine besondere Kerze, den Shamash [Diener], und zünden damit alle Kerzen an. Aber angenommen, wir haben keine. Können wir die erste Kerze anzünden und dann mit ihr die anderen anzünden?

Zwei große Weisen des dritten Jahrhunderts, Rav und Shmuel, waren unterschiedlicher Meinung. Rav sagte „Nein“. Shmuel sagte „Ja“. Normalerweise haben wir eine Regel, dass – wenn Rav und Shmuel sich nicht einigen – das Gesetz Rav folgt. Es gibt nur drei Ausnahmen und dies ist eine.

Warum sagte Rav, man dürfe keine Chanukka-Kerze nehmen, um die anderen anzuzünden?

Weil, so sagt der Talmud, ka mach-chish mitzvah. Man schmälert die erste Kerze. Unweigerlich verschüttet man etwas von dem Wachs oder Öl. Und Rav sagt: Tue nichts, was das Licht der ersten [Kerze] verringern könnte.

Aber Shmuel widerspricht und das Gesetz folgt Shmuel. Warum?

Die beste Art, darauf zu antworten, ist an zwei Juden zu denken: beide religiös, beide engagiert, beide führen ein jüdisches Leben. Einer sagt: Ich darf mich nicht mit Juden einlassen, die weniger religiös sind als ich, denn wenn ich das tue, werden meine eigenen Standards fallen. Ich werde weniger einhalten. Mein Licht wird abnehmen. Das ist die Ansicht von Rav.

Der andere sagt, nein, wenn ich das Feuer meines Glaubens benutze, um im Leben eines anderen eine Kerze anzuzünden, wird mein Judentum nicht gemindert. Es wächst, weil es jetzt mehr jüdisches Licht in der Welt gibt. Wenn es um geistige Güter statt materielle Güter geht, gilt: Je mehr ich teile, desto mehr habe ich. Wenn ich mein Wissen, meinen Glauben oder meine Liebe mit anderen teile, werde ich nicht weniger haben. Ich habe vielleicht sogar mehr. Das ist die Ansicht von Shmuel, und so wurde das Gesetz schließlich beschlossen.

Also teile dein Judentum mit anderen. Nimm das Feuer deines Glaubens und hilf, andere anzustecken.

Übersetzung: faehrtensuche

Foto: Copyright: Sabine Bruckner