2020: Frohes Shavuot

und frohe Pfingsten

Heute Abend beginnt Shavuot, das Wochenfest, an welchem der Erhalt der Tora auf dem Berg Sinai gefeiert wird. Das Fest markiert zudem das Ende der Gersten- und den Beginn der Weizenernte. In den Kibbutzim und Moshavim, die eine bedeutende Rolle in Israels Landwirtschaft haben, bezeichnet Shavuot den Höhepunkt der Ernte des neuen Getreides und der ersten Reife von Früchten, darunter die sieben in der Bibel erwähnten Früchte des Heiligen Landes (Weizen, Gerste, Trauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln).

Wir wünschen Chag sameach!

Nicht zu vergessen ist der christliche Feiertag Pfingsten, der am Sonntag und Montag begangen wird. Auch hierzu wünschen wir ein frohes Pfingsten!

Allen übrigen Leserinnen und Lesern gilt unser Wunsch für ein sonniges und erholsames Wochenende!

Newsletter der Botschaft des Staates Israel, 28.05.2020

28. April 2020: Israel gedenkt der gefallenen Soldaten und Opfer von Terrorismus

Diese Woche ist eine besondere Woche für Israel. In der vergangenen Woche wurde der Holocaustgedenktag begangen, und in dieser Woche gedenkt Israel derjenigen, die in den letzten Jahr(zehnt)en im Kampf um die Existenz Israels gefallen oder Opfer des Terrorismus geworden sind. Dieser Gedenktag, der Yom HaZikaron, beginnt heute Abend. Alle Gedenkveranstaltungen finden aufgrund des Coronavirus ohne die Öffentlichkeit statt, sie werden aber digital übertragen.

Die Jüdische Allgemeine berichtet mit Datum von heute [27. April 2020], dass Friedhöfe zwar vor Beginn dieses Tages von Angehörigen besucht werden dürften, jedoch am Tag selbst keine Besuche der Friedhöfe erlaubt seien, um einen verstärkten Corona-Ausbruch zu verhindern. Mit dieser Regelung seien einige Betroffene nicht einverstanden und hätten beim Obersten Gerichtshof eine Petition eingereicht, um die Zugänglichkeit der Friedhöfe auch am Yom HaZikaron zu gewährleisten. Eine Entscheidung des Gerichts stehe noch aus.

Wie auch immer diese Entscheidung ausfällt – heute Abend werden wie üblich im ganzen Land die Sirenen ertönen, um mit einer Schweigeminute der bis jetzt 23816 Gefallenen zu gedenken und sie zu ehren. Die Namen aller Gefallenen finden sich in der 2017 eröffneten Halle der Erinnerung auf dem Herzlberg wider und werden morgen früh von Soldaten der IDF verlesen. Keine/r soll vergessen sein.

Möge ihre Erinnerung ein Segen sein.

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Am morgigen Dienstagabend wird es mit dem Sonnenuntergang einen kompletten Umschwung geben, denn er signalisiert den Beginn der Feierlichkeiten für den 72. Unabhängigkeitstag Israels. Auch an diesem Tag werden wieder harte Maßnahmen greifen und alle öffentlichen Feierlichkeiten wie Konzerte, Kulturveranstaltungen, Straßenfeste etc. finden nicht statt. Wieder gilt Ausgangssperre und allen, die sich nicht an die diesjährigen Regelungen halten, drohen hohe Geldbußen. „Außer in medizinischen Notfällen ist es den Bürgern nicht erlaubt sich mehr als 100 Meter von ihren Häusern weg zu bewegen“, schreibt Fokus Jerusalem.

21. April 2020: Holocaustgedenken im Schatten von Corona

Die diesjährigen öffentlichen Feierlichkeiten wurden abgesagt, während die Überlebenden gegen die Einsamkeit und die Angst vor Ansteckung kämpfen. Lokale gemeinnützige Organisationen wenden sich an die Überlebenden und bieten Unterstützung an.

Von Lauren Marcus, World Israel News

Der am Montagabend [heute Abend] beginnende Holocaust-Gedenktag wird in Israel normalerweise mit bedrückenden Zeremonien und emotionalen öffentlichen Zusammenkünften begangen, bei denen häufig ein Holocaust-Überlebender vor einem Publikum über seine Erlebnisse spricht. Doch dieses Jahr werden die Veranstaltungen aufgrund des Coronavirus virtuell verlaufen, während die Überlebenden mit Einsamkeit, Isolation und der Bedrohung durch Krankheit kämpfen.

Heute leben 189.500 Holocaust-Überlebende in Israel. Siebenundsiebzig Prozent von ihnen sind über 80 Jahre alt, mit einem Durchschnittsalter von 83,9 Jahren. Damit gehören sie zur höchsten Risikogruppe für Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. Achthundert Holocaust-Überlebende in Israel sind über 100 Jahre alt.

Anstelle öffentlicher Zeremonien sollen virtuelle Veranstaltungen stattfinden, wie z.B. das „Memory in the Living Room Project“ [Gedenken im Wohnzimmer], bei dem Menschen an einem Online-Meeting teilnehmen können und hören, wie ein Überlebender seine Geschichte erzählt. Zoom-Meetings werden von den Stadtverwaltungen in Jerusalem, Haifa und Ashdod organisiert, wo Diskussionen über den Holocaust und seine Auswirkungen stattfinden.

Allerdings fehlen vielen Holocaust-Überlebenden, die an öffentlichen Zeremonien teilgenommen hätten, Heimcomputer und die technischen Kenntnisse, die für die Teilnahme an virtuellen Veranstaltungen erforderlich sind.

Im Rahmen des diesjährigen modifizierten Holocaust-Gedenktages starten die Städte Netanya und Hadera eine Initiative mit der Aviv Association for Holocaust Survivors. Die neue Veranstaltung „Gedenken an die Opfer: Umarmung der Überlebenden von den Balkonen“ findet vormittags um 10:00 Uhr statt.

Das Programm fordert die Israelis auf, auf ihre Balkone zu treten und nach der Sirene und der Schweigeminute gemeinsam Israels Nationalhymne „HaTikvah“ zu singen, als Zeichen der Solidarität mit den Holocaust-Überlebenden.

Der Wohlfahrtsfonds für Holocaust-Opfer verstärkt seine Bemühungen in dieser schwierigen Zeit. Die Stiftung, die Zehntausende von Holocaust-Überlebenden betreut, hat ihr Freiwilligensystem erweitert. Sie hilft Überlebenden in der Einsamkeit, indem sie emotionale und psychische Gesundheit fördert und Lebensmittel und Medikamente nach Hause liefert und Soforthilfe leistet.

Limor Livnat, Vorsitzende der Vereinigung von Freiwilligen des Wohlfahrtsfonds für Holocaustopfer, äußerte sich Israel Hayom gegenüber: „Wir alle haben eine moralische Verpflichtung, eine Pflicht, für Holocaust-Überlebende da zu sein. Sie haben den Horror überlebt und sind immer noch hier. Wir müssen sicherstellen, dass sie ein Leben in Würde führen.“

Die Organisation Holocaust Survivors‘ Right Authority bietet einen unterstützenden Rahmen für etwa 7000 Überlebende. Auf psychische und emotionale Gesundheit fokkussiert, bietet die Organisation Beratung durch professionelle Psychologen per Telefon und Videoanrufe an. Bei Fragen zu den Rechten von Holocaust-Überlebenden und Bitten um Hilfe kann das Informationszentrum der Organisation unter der Nummer *5105 kontaktiert werden.

Der erste Coronavirus-Todesfall in Israel war der 88-jährige Holocaust-Überlebende Aryeh Even. Er war Bewohner des Novim Towers, einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Jerusalem, wo das Corona-Virus mindestens vier älteren Menschen das Leben kostete. Viele Holocaust-Überlebende in Israel leben in betreuten Wohnungseinrichtungen, die sich als Hotspot für tödliche Ausbrüche sowohl im Jüdischen Staat als auch weltweit erwiesen haben.

Originalartikel: Lauren Marcus, Observing Holocaust Remembrance Day in the shadow of coronavirus

Übersetzung: faehrtensuche