Der Niedergang der arabischen Geschichte

von Dr. Mordechai Kedar

16. FEBRUAR 2014

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Dr. Mordechai Kedar
Middle East Insights
Januar 2014

Arabische Intellektuelle schauten seinerzeit sehr genau hin, als der nationalstaatliche Wind seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts durch Europa wehte. Sie haben die Entwicklungen studiert, haben sie für gut befunden und haben versucht, sie auch in den Ländern des Nahen Ostens umzusetzen. So kam es letztlich zu den panarabischen Bewegungen, die die Errichtung der Nationalstaaten Marokko im Westen, dem Irak im Osten, Syrien im Norden und Jemen im Süden auslösten. Parallel dazu etablierten die britischen, französischen und italienischen Kolonialmächte lokale Staaten, die versuchten, ihre Existenz auf der Schaffung eines lokalen Bewusstseins zu gründen, wobei dies in Syrien, dem Irak, Jordanien usw. auf Kosten eines inbegriffenen arabischen Bewusstseins geschah und letztlich zur Bildung der Arabischen Liga führte.

Das positive Image, das die Sowjetunion in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts genoss, hat das Aufblühen von Bewegungen ausgelöst, aus denen sich der arabische Sozialismus von Gamal Abd al-Nassar und die Baath-Partei ableitete, die in Syrien und im Irak herrschte. Andere wurden durch den westlichen Liberalismus inspiriert, und man versuchte, ihn zu imitieren, und dann gab es noch jene, die im Gegensatz dazu ein monarchistisches Modell angenommen hatten, das auf einer lokalen Tradition basierte und sich mit einer pseudo-westlichen Verfassung umgab.

Der rote Faden, der sich durch alle diese Ideologien zog, war die Tatsache, dass hinter all diesen Bewegungen der Versuch stand, eine neue Substanz und ein modernes Selbstverständnis für die arabische Gesellschaft zu finden, mit dem Ziel, die traditionelle Substanz abzulösen, die eine Kombination aus dem Stammeswesen und dem Islam war, was die beiden grundsätzlichen  Elemente des kollektiven Bewusstseins im Nahen Osten sind. Die Basis für alle neuen Ideologien war die Tatsache, dass man sich jetzt auf eine einzelne arabische Nation mit einzigartigen Eigenschaften bezog, in der die Anpassung von westlichen Ideologien an die besonderen Bedingungen des arabischen Ostens erforderlich wurde.

Im Laufe der Jahre war das eigentliche Ergebnis nur ein Kartenhaus, hohle Phrasen und gescheiterte Ideen, die es nie wirklich geschafft haben, ein gemeinsames Bewusstsein mit einer festen und allgemein anerkannten Substanz zu erschaffen, die, so hatte man gehofft, sich in den Herzen der Massen manifestieren sollte, um die übermächtig starke, grundlegende Loyalität gegenüber den religiösen Traditionen und gegenüber dem Stammeswesen abzulösen. Wir sehen den Beweis davon – in vielfältigen Ausprägungen – an den Entwicklungen der letzten drei Jahre, die den Zusammenbruch dieser vielen leeren Ideen ausgelöst haben, jene Ideen, die den öffentlichen Bereich in den letzten Jahrzehnten durchdrungen hatten.

Der arabische Nationalismus, der von der Arabischen Liga und seinen Institutionen, unter anderem auch auf dem arabischen Gipfel, formuliert wurde, hat sich jedoch erwiesen, nichts anderes als ein Feigenblatt zu sein, um die Blöße der internen Querelen, der Intrigen, der Rachegelüste, des Hasses, des Neides und des Konkurrenzdenkens zu bedecken, wovon jede kollektive Handlung der arabischen Länder belastet wurde.

Auch die vielbeschworene arabische Solidarität hat sich erwiesen, nicht mehr als ein Klischee und ein sinnentleerter Slogan zu sein, weil die arabischen Länder bei einem Angriff durch ausländische Mächte nicht nur einander nicht unterstützt haben, sondern zudem auch gegeneinander gekämpft haben, was im absoluten Widerspruch zur Gründungsurkunde der Arabischen Liga steht. Während der letzten drei Jahre waren wir Zeuge der offenen militärischen Verstrickung Katars, Saudi-Arabiens und anderer Staaten in Libyen, Syrien, Bahrain und dem Jemen. In einigen Fällen war das ausländische Eingreifen sogar gewollt, um die jeweiligen Machthaber zu stärken, und in anderen Fällen war wiederum die Unterstützung der Gegner jener Machthaber beabsichtigt. Außerdem gibt es das unveränderliche Verschwörertum von Al-Jazeera, dem Fernsehkanal der Moslembruderschaft, der von Katar aus sendet und seit seiner Gründung im Jahre 1996 einen Medien-Dschihad gegen die arabischen Machthaber geführt hat.

Diese Machthaber, oder genauer gesagt, diese Diktatoren, von Gamal Abd al-Nassar bis Saddam Hussein, von Gaddafi bis Assad (der Vater wie der Sohn), haben in der vorherigen Generation Hunderttausende ihrer eigenen Bürger ohne Mitgefühl abgeschlachtet, nicht etwa diejenigen anderer Länder, und das alles natürlich im Namen des Nationalismus und des Patriotismus. Sie sind gemeinhin akzeptierte Gäste auf Kongressen, Konferenzen, Empfängen und in den Fluren der Macht gewesen, und jeder Politiker will unbedingt mit ihnen zusammen abgelichtet werden. Es gab sogar einige Politiker unter den arabischen Bürgern Israels, die vor ein paar Jahren nach Libyen gingen, um sich zusammen mit dem Massenmörder fotografieren zu lassen, der dort über 42 Jahre geherrscht hat. Ihr Verhalten bringt alle Bestrebungen des Nationalismus und des Patriotismus in Verruf, der durch ihre Propagandamaschinerie ausposaunt wird, und die einfachen Bürger von der Straße können diese Botschaften einfach nicht mehr hören, die sie zu verbreiten versuchen.

Der arabische Bürger hat, im Vergleich zu Bürgern anderer Länder in der Welt, ein erstaunlich niedriges Vertrauen zu seinem Staat. Der einfache arabische Mann von der Straße ist unzweifelhaft davon überzeugt, dass die Regierung seines Landes korrupt und verdorben ist und einzig zu Gunsten derjenigen agiert, die auf der Lohnliste des Staates stehen. Sie missbrauchen das Regierungsamt und die damit verbundene Autorität für den persönlichen Gewinn durch Bestechlichkeit und Korruption. Es gibt ein allgemeines Gefühl der Verzweiflung unter den Menschen auf der Straße wegen der Unfähigkeit der Araber, einen geregelten, modernen Staat mit Transparenz der Regierung und wirtschaftlicher Fairness zu führen. Die Gewalt, die die Regime in arabischen Staaten seit Jahrzehnten angewandt haben, entfremdet sie von der Mehrheit der Bevölkerung und schafft eine tief eingewurzelte Feindschaft zwischen dem Regime und den Bürgern. Dennoch, parallel dazu gibt es auch ein Verständnis dahingehend, dass eine Regierung ohne Anwendung von Gewalt innerhalb der arabischen Welt nicht in der Lage wäre,  ein geregeltes und effizientes System auf Dauer aufrechtzuerhalten.

Die Anwendung von Gewalt durch die Regierung existiert sowohl auf nationaler, staatlicher Ebene, wie auch im kommunalen Bereich. Staatliche Organisationen, wie das Militär, Polizei und Ministerien leiden unter ähnlichen Missständen. Das Niveau der familiären Gewalt ist im Nahen Osten höher als in anderen Regionen der Welt, und die arabische Frau wird mehr unterdrückt, als irgendwo sonst in der Welt.

Die arabische Loyalität gegenüber den Palästinensern hat sich ebenso erwiesen, nichts anderes als ein sinnentleerter Slogan zu sein. Was haben die arabischen Länder getan, um das Leiden der Flüchtlinge von 1948 zu vermindern, die auf „Flüchtlingslager“ beschränkt sind? Die Palästinenser in Judäa, Samaria und Gaza halten ihre Brüder weiter in den Flüchtlingslagern!! Was haben die arabischen Behörden mit den Milliarden an Fördermitteln getan, die sie im Laufe der vergangenen Jahre aus allen Teilen der Welt für die Flüchtlinge erhalten haben? Wohin sind all die Spendengelder verschwunden, die die Welt über die Jahre hinweg für die Flüchtlinge aufgebracht hat? Haben nicht arabische Länder wie Ägypten und  Jordanien einen Friedensvertrag mit Israel abgeschlossen, auch ohne dass das palästinensische Problem gelöst wurde? Es scheint, dass die besonderen Interessen dieser Länder über die fadenscheinigen Slogans der angeblichen Solidarität mit den Palästinensern obsiegt haben. Die Ereignisse, die man in den letzten Tagen im Flüchtlingslager Jarmouk in Syrien beobachten konnte, beweisen doch nur, wie lieb und teuer die Palästinenser in den Herzen der anderen Araber wirklich sind.

Sogar die Bedrohung von Seiten des Iran, die kürzlich im Nachgang der Genfer Vereinbarung noch mehr an Bedeutung gewann, hat es nicht geschafft, die Araber zu vereinigen. Aus dieser Verzweiflung heraus knüpfen sie deshalb auch hinter den Kulissen Beziehungen mit Israel, in der Hoffnung, dass Israel sie vielleicht vor den Iranern retten wird. Hassan Nasrallah nennt diese Araber jedoch „falsche Männer“ [fake men], und das arabische Lexikon kennt eigentlich kein schärferes Wort der Verunglimpfung.

Mehr als ein hundert Millionen Araber leben weit unter der Armutsgrenze, und ihr Leben ist durch Krankheit, Unwissenheit und Verwahrlosung gekennzeichnet. Andererseits führt eine sehr kleine Oberschicht von Arabern ein luxuriöses Leben als Milliardäre in den Ölländern sowie an anderen Orten. Die wirtschaftliche Solidarität innerhalb der „arabischen Nation“ ist annähernd bei Null, und eine echte Fürsorge für die Armen, die Waisen und die Witwen ist fast nicht existent. Das Fehlen der wirtschaftlichen Solidarität ist das Ergebnis der Schwächung der sozialen Solidarität. Die Rücksicht auf menschliche Werte in der arabischen Welt ist äußerst niedrig angesiedelt. Deshalb liegt die Sorge nach Lebensqualität auf einem ziemlich niedrigen Niveau.

Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen

Während der letzten drei Jahre, infolge des Verfalls der modernen Ideologien und der Schwächung der arabischen Regime, haben die Geier der Al- Qaeda damit begonnen, diesen schwachen und kranken Körper der arabischen Nation anzupicken. Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen. Überall dort, wo ein Staat nicht mehr richtig funktioniert, kommen die Terroristen aus aller Welt, um dort einen „islamischen Staat“, zu gründen. Das ist so im Irak, in Syrien, in Libyen, im Jemen und im Sinai, ebenso auch in Somalia, Mali, Nigeria, Afghanistan und Pakistan. Das Hauptziel dieser Agenten des Todes ist die arabische Nation, und die Zahl der Moslems, die sie getötet haben, ist viel größer, als die Zahl der „Ungläubigen“, die im Feuer getötet worden sind, dass sie überall dort entfachen, wo sie dazu in der Lage sind. Die Al-Kaida hat Allah in einen Schlachtfeldkrieger verwandelt, und er kämpft gegen die eigenen gläubigen Moslems.

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Vor ein paar Jahren hieß es in einer ägyptischen Zeitung, dass die arabische Nation ein toter, eingefrorener Körper im Leichenhaus ist, für den keiner den Mut aufbringt, eine Sterbeurkunde auszufüllen. Ich überlasse dem verehrten Leser die Entscheidung darüber, wie korrekt und angemessen die damalige Einschätzung des Verfassers war.

Quelle: The Demise of the Arab Narrative by Dr. Mordechai Kedar

Übersetzung: R.L. (Vielen herzlichen Dank! 🙂 )

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Können die Palästinenser ihr Narrativ der Opferrolle überwinden?

von Michael Curtis am 4. November 2013. In: The Balfour Post

Zwischen Ideologie, einem fundamentalen Glaubenssystem, und Anerkennung der Realität hat es immer eine große intellektuelle Diskrepanz gegeben. Die Geschichte (Historie) ist voll von Beispielen, bei denen sich allzu viele Menschen weigerten, die desaströsen Konsequenzen durch das Festhalten an einer gewöhnlich auf Mythen basierenden Ideologie zu erkennen, ohne Rücksicht auf die Realität, die im Widerspruch steht zu ihren festen Überzeugungen.

Das zentrale Problem ist, dass die Einzelnen, die irgendeinen ideologischen Standpunkt vertreten, daran so viel emotionale Verbundenheit investieren, dass sie nicht nur die Objektivität verlassen, sondern auch unfähig sind, auf ihren Standpunkt zu verzichten, einen Mythos oder eine falsche politische Religion, die diskreditiert worden ist oder irrelevant sein kann. Sie wollen nicht von dem Teil ihrer selbst, der Falsches akzeptiert hat, abrücken.

Dies gilt nun für die ideologischen Gläubigen in der palästinensischen Darstellung der Opferrolle. Fast jeder erkennt die Fehler der „wahren Gläubigen“ an der Ablehnung, sich die Schrecken der stalinistischen Ära in der Sowjetunion und der Jahre Mao Tsetungs in China einzugestehen. Unterstützer und Verteidiger solcher Regime ignorieren beharrlich die Realität, dass diese totalitär waren, brutal grausam, verantwortlich für systematischen Terror und beteiligt an der Abschlachtung von -zig Millionen unschuldiger Bürger, die für Feinde gehalten wurden.

Das Festhalten an der Ideologie des Kommunismus bedeutete, sowohl die Schrecken und Grausamkeit als unvermeidbar zu betrachten als auch etwaige Beeinträchtigungen oder Vorbehalte dieser Ideologie zu akzeptieren. Auch konnten Anhänger [dieser Ideologie] nicht akzeptieren, dass diese ideologische Sicht, obwohl teils rational, im Wesentlichen ein Mythos war, wenn auch in der Lage, Menschen zu mobilisieren.
Heute ist diese Mischung aus Vernunft und Mythos präsent in einer palästinensischen Ideologie der Opferrolle, einer Ideologie, die politische Unterstützung mobilisieren will, indem sie darauf beharrt, dass die Palästinenser von Israel, einem Staat, der abzulehnen ist, verfolgt werden. Unterstützer der palästinensischen Sache können als Teil dieser Ideologie streiten für den israelischen Rückzug aus umstrittenen oder besetzten Gebieten, die 1967 erobert worden sind, für die Errichtung eines palästinensischen Staates und für eine Lösung des palästinensischen Flüchtlingsproblems durch das palästinensische Rückkehrrecht.

Aber die Ideologie rückt ab von Objektivität, indem sie auf Israel verweist als eine Kolonialmacht, von der die Palästinenser befreit werden müssen. Man sagt, diese Macht unterdrücke die Palästinenser und beteilige sich am Terror gegen sie. Die Realität sieht so aus, dass es palästinensischer Terrorismus ist, der für den Mord von mehr als 1500 Israelis in den letzten zwanzig Jahren verantwortlich ist. Die Ideologen sprechen möglicherweise legitime Punkte zu den Siedlungen, die seit 1967 im Westjordanland gebaut worden sind, an.

Doch es bringt nichts zu argumentieren, dass diese Siedlungen das Haupthindernis für Friedensverhandlungen sind. Auch ist es nicht sinnvoll zu argumentieren, dass israelische Politik unveränderlich und unflexibel ist, dass sie unaufhörlich unterdrückend ist und dass sie auf dem Argument basiert, dass es „Zwischen dem Meer und dem Jordan nur israelische Souveränität geben wird.“ Es stimmt, dass dieses Argument von einer relativ kleinen Gruppe in der Likud-Partei im Jahr 1977 vorgebracht wurde. Aber das ist nicht die Politik der israelischen Regierungen, wie durch die verschiedenen Angebote einer Kompromisslösung auf dem Territorium gezeigt worden ist, im Jahr 2000 durch Ministerpräsident  Ehud Barack und durch Ehud Olmert im Jahr 2008.

Die palästinensische Ideologie hat das Konzept der Nakba, Katastrophe, ausgearbeitet, die aus der arabischen Niederlage in ihrem Krieg gegen Israel in den Jahren 1948-49 resultiert. Was unausgesprochen blieb ist die entscheidende Tatsache, dass es die arabischen Armeen waren, die in Israel [am Tag] nach seiner Gründung eingedrungen sind und die Katastrophe verursachten. Der palästinensische Staat kam, wie durch die UNGA*- Resolution vom November 1947 vorgeschlagen, wegen der arabischen Weigerung vor 66 Jahren nie zustande, wohl aber das Flüchtlingsproblem.

[*UNGA: Generalversammlung der Vereinten Nationen]

Außerdem war es die Drohung, bekräftigt u.a. von Präsident Nasser, den jüdischen Staat Israel und seine Handlungen zu eliminieren und einen casus belli herzustellen, der zu dem Krieg von 1967 und der Eroberung von arabischem Gebiet führte – das jetzt umstrittene Westjordanland und Ost-Jerusalem. Diese Drohung war es und die daraus folgenden Maßnahmen, die die Gründung eines palästinensischen Staates verhindert haben.
Die palästinensische Ideologie und Aktivisten lehnen es im Interesse dieser Ideologie oder Verteidiger des palästinensischen Terrorismus ab, Leistungen anzuerkennen, die sich aus der Beschäftigung von Palästinensern in israelischen Unternehmen ergeben. Vielmehr beharren sie auf die selbstzerstörerische Politik des Boykott, der Desinvestition und Sanktionen [BDS] in so vielen Bereichen des Lebens gegen Israel. Oder sie halten das Bild der israelischen/ jüdischen Verschwörung aufrecht, um über ein unterdrücktes Volk zu regieren.

Noch mehr weigern sich die Ideologen, das Sicherheitsproblem Israels anzuerkennen als auch die Realität der anhaltenden Angriffe auf israelische Zivilisten durch die Hamas aus dem Gazastreifen und die Hisbollah aus dem Libanon. Vielmehr konzentrieren sie sich auf eine Reihe von Problemen: eine kompromisslose Sicht des Territoriums in der Gegend, eine Lösung des Flüchtlingsproblems, das den jüdischen Staat Israel beseitigen würde; das Beharren auf Jerusalem als Hauptstadt eines palästinensischen Staates und Antiimperialismus , das heißt, Feindseligkeit gegenüber den Vereinigten Staaten und auch gegenüber Israel. Hass und Bosheit sind in diesen Argumenten stärker spürbar als Ouvertüren der Einigung.

Eine Einigung ist nicht wahrscheinlich, wenn die Ausgangsvoraussetzung der palästinensischen Ideologie das Festhalten an einem Staat ist, der aus dem gesamten Gebiet von Palästina bestehen muss, wie im Britischen Mandat definiert. Auf diese Weise würde der bestehende Staat Israel eliminiert. Ebenso ungelöst bleibt das palästinensische Flüchtlingsproblem, wenn Palästinenser – und vormals andere Araber, die das ebenfalls als Propagandainstrument gebrauchten – daran festhalten, dass alle Flüchtlinge, und jetzt ihre Nachkommen, Enkelkinder eingeschlossen, das Recht haben, an Orte zurückzukehren, wo sie vor dem Krieg im Jahr 1948 wohnten und von denen die meisten nicht mehr existieren. Die demographische Wirkung davon würde eindeutig das Ende des jüdischen Staates Israel bedeuten.

Die Frage nach der Zukunft Jerusalems steht auch im Zusammenhang mit dem abwegigen palästinensischen ideologischen Narrativ der Opferrolle. Dieses behauptet, dass die Juden kein historisches Recht auf irgendein Gebiet des unter Mandat gestellten Palästina haben, da sie dort nur für eine kurze Zeit lebten, wenn überhaupt. Diese Behauptung bedeutet, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen Juden und ihrer alten Heimat und ihre historischen heiligen Stätten. Vielmehr identifiziert die Ideologie „Palästinenser“ mit den Kanaanitern von vor etlichen tausend Jahren und behauptet, dass – weil es seit dem 7. Jahrhundert islamistische Eroberungen der Region gegeben hätte – sie eine andere islamische Gruppe mit einem Recht auf das Land seien. In dieser absurden Verfälschung der Geschichte hat Israel keinen Rechtsanspruch auf Jerusalem oder anderswo in Palästina.

Die palästinensische Ideologie hat sich einverleibt, was nun das politisch korrekte Mantra von Opposition gegen Kolonialismus und Imperialismus ist. Nicht nur ist die palästinensische Selbstbestimmung ein Selbstzweck, sondern sie impliziert auch das Ende der israelischen Kolonisierung. Eine Ideologie dieser Art kann kaum die Basis von Friedensverhandlungen sein, wenn sie, vor allem in der Fassung der Hamas und anderer radikaler Islamisten, zur Zerstörung des jüdischen Staates aufruft. Auch kann es nicht hilfreich sein, wenn die Palästinenser vor Verhandlungsbeginn auf Voraussetzungen oder Zugeständnisse durch Israel bestehen.

Wenn Berlin und Wien mit beachtlichem Erfolg versuchen, klarzukommen mit ihrer schändlichen Vergangenheit des Nationalsozialismus, warum können die Palästinenser nicht das Gleiche tun, indem sie die jüdische Vergangenheit in Palästina anerkennen? Diese Anerkennung  steht nicht kurz bevor. Stattdessen lautet die Antwort der Hamas, einen sehr großen, gut konstruierten und anspruchsvollen Tunnel zu bauen, von Khan Younis im südlichen Teil des Gazastreifens nach Israel, um Zivilisten in israelischen Grenzstädten und Dörfern anzugreifen. Hamas, der islamistische Ausdruck palästinensischer Ideologie, zieht es vor, Einnahmen seiner Untertanen zu verschwenden und in Terror zu investieren, nicht in Frieden.

Michael Curtis ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Rutgers Universität und hat an mehreren anderen Institutionen gelehrt, darunter der Yale Universität und der Cornell Universität. Er hat mehr als fünfzehn Bücher geschrieben und herausgegeben in den Bereichen Vergleichende Politikwissenschaft, Politische Theorie und Angelegenheiten des Nahen Osten. Michael ist ein Mitarbeiter für das Gatestone Institute, The American Thinker & Leitender Autor für die Balfour Post.

Originalartikel: Michael Curtis, Can The Palestinian’s Overcome Their Narrative of Victimhood

Übersetzung: faehrtensuche

„Ein säkulares demokratisches Ägypten wäre ein Segen für die Region“

schreibt Yaakov Kirschen unter sein Cartoon vom 10. Juli 2013 und ergänzt: „Hey, ich darf träumen, … nicht wahr?“

Diesen Traum träume ich gerne mit!

High Hopes

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Die Armee hat die Islamisierung Ägyptens gestoppt, indem sie über den Traum der Revolution von einer säkularen Demokratie gewacht hat.

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Wow! Mit etwas Glück könnte das neue Ägypten das werden, was die Türkei einmal war!

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.Ergänzend dazu ein Video:

Eine Botschaft an Obama & die Amerikaner [und Westerwelle, jetzt auch Merkel … !!!] (Siehe auch hier!)

Die englische Version beginnt bei 0:40!

Westerwelle: Deutscher Außenminister auf der Seite der Islamisten?

Heute Morgen flatterte mir eine E-Mail ins Haus. Hintergrund der Mail ist das Geschehen in Ägypten.

In Ägypten kam – wie jeder weiß – im Juni 2012 Mohammed Mursi, ein Hardliner der islamistischen Muslimbruderschaft, an die Macht. Fast genau ein Jahr später geschieht das, was so manch einer insgeheim hoffte, aber nicht zu hoffen wagte: Mursi wird wieder aus seinem Amt „befördert“. Viele atmeten auf, denn der sogenannte „arabische Frühling“, der einem arabischen Winter Platz zu machen drohte, hatte damit eine zweite Chance bekommen. In Ägypten ist etwas passiert, was Matthias Küntzel so beschreibt:

Hier hat nicht in das Militär, sondern eine unerwartet massenhafte Bewegung den islamistischen Präsidenten zu Fall gebracht. Das militärische Moment – die offenkundig unblutige Festsetzung Mursis durch Soldaten – war notwendig. Ohne Gewaltandrohung wäre er nicht gewichen. Der Einsatz der Streitkräfte war Begleiterscheinung eines ägyptischen Aufstands, der am 30. Juni mit mehr als 17 Millionen Menschen die bislang größte Mobilisierung in der Geschichte des Landes auslöste.

Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung, die in ihrem Privatleben so muslimisch ist, wie eine Bevölkerung nur muslimisch sein kann – diese Mehrheit hat dem Islamismus und dessen Parole „Der Islam ist die Lösung“ eine eindrucksvolle Absage erteilt.
                                                                                [Hervorhebungen: faehrtensuche]

Matthias Küntzel weist in seinem Artikel, aus dem obiges Zitat stammt, weiterhin sehr schön nach, dass in Ägypten spätestens seit November 2012 mit dem Außerkraftsetzen der Judikative (Mursi ermächtigte sich selbst, jedes Gerichtsurteil mit einem „Veto“ blockieren zu können!!!) von Demokratie nicht mehr die Rede sein konnte!

Mit Hinblick auf diese Fakten kann man über die Äußerungen des deutschen Außenministers Westerwelle nur verwundert den Kopf schütteln. Dieser hatte sich allen Ernstes entsetzt gezeigt und von „einem schweren Rückschlag für die Demokratie in Ägyptengesprochen. Eine krasse Aussage ob  der vollkommenen Realitätsferne! (Da sollte man sich eher fragen, ob die Entmachtung Mursis zu früh kam, als von Demokratie in Ägypten zu sprechen!)

Wie auch immer, mittlerweile hat Westerwelle mit der Forderung nach sofortiger Freilassung Mursis noch „ein Sahnehäubchen“ dazugesetzt! Ist er wirklich der Realität so entfremdet (oder so dumm?), dass er nicht oder nicht mehr zu sehen vermag, wie er permanent Öl ins Feuer gießt und islamistischen Kräften Auftrieb verleiht? Hier seine neueste Verlautbarung im Wortlaut:

„Wir sind mit unseren Partnern einer Meinung, dass jeder Anschein von selektiver Justiz in Ägypten vermieden werden muss und es keine politische Verfolgung geben darf. Es ist nicht nur Ausdruck unserer rechtsstaatlichen Grundsätze, sondern auch unserer politischen Überzeugung, dass jede Form politischer Verfolgung schädlich für die Zukunft Ägyptens wäre. Wir fordern daher ein Ende der aufenthaltsbeschränkenden Maßnahmen für Herrn Mursi.“

Spätestens dann, wenn Westerwelle in diesem Zusammenhang eine „Rückkehr zur Demokratie“ fordert, eine Demokratie, die de facto nie existiert hat, und die Unterstützung Deutschlands für einen „demokratischen Transformationsprozesses“ zusagt, kommt man auf den Gedanken, auf den der Schreiber der nachfolgenden Zeilen gekommen ist: Das geht zu weit, ich protestiere! Der Nachdruck des nachfolgenden Protestbriefes geschieht mit ausdrücklicher Genehmigung des Verfassers (danke!) und mag dem einen oder anderen als Anreiz dienen, ebenso zu verfahren und beim deutschen Außenminister Protest einzulegen!

Keine schlechte Idee – oder?

Der Protestbrief im Wortlaut (darf auch gern so übernommen werden)!:

An Herrn Bundesaußenminister
Guido Westerwelle
Auswärtiges Amt,
Berlin

in Kopie
an alle Mitglieder
des Deutschen Bundestages
– über die Fernschreibstelle
des Bundestages –

Sehr geehrter Herr Außenminister Westerwelle,

ich bin entsetzt und beschwere mich mit allem Nachdruck zu diesen Ihren für mich nicht nachvollziehbaren Verlautbarungen:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Aktuelle_Artikel/Aegypten/130702-EGY-Demonstrationen.html

“Politisch verfolgt“ hat zunächst mal Herr Mursi Christen, Atheisten und Juden!

Wie kann man ausgerechnet aus Deutschland die Freilassung eines solchen Verbrechers, Antisemiten und bekennenden Islamisten wie Herrn Mursi fordern?

Nach deutschem Recht wäre Herr Mursi bereits mehrfach wegen Volksverhetzung und Verfassungsbruch verurteilt worden.

Mursi war kein Demokrat, sondern ein Islamist, der mehrere Ermächtigungsgesetze zur Erhaltung seiner Macht erließ, was an Hitler erinnert:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-mursi-will-das-referendum-um-jeden-preis-durchziehen-a-871838.html

So entließ er massenhaft Staatsanwälte und wollte diese mit eigenen Leuten bestücken und die Verfassung in Richtung Scharia ändern, also das Gegenteil von Demokratie

Wird Mursi nun freigelassen, wird er seine Anhänger gegen seine Gegner aufhetzen und dann wird Ägypten weit schlimmer in Krieg und Chaos untergehen als dies jetzt der Fall ist.

Unter Mursi wurden die Christen stark verfolgt:

http://www.wirtschaft.com/20121208-kauder-beklagt-christenverfolgung-in-aegypten-68248

und (wie hier dokumentiert)  betet Mursi für den Tod aller Juden:

http://www.youtube.com/watch?v=gfrtXPH41vs

Hier nennt Mursi Juden korangemäß ”Affen und Schweine”:

http://www.youtube.com/watch?v=rBtkyBhzJ4o

und hier sagt er, den Holocaust sei eine Lüge der Juden und hätte es nicht gegeben:

http://www.youtube.com/watch?v=CccQW1UYV-Y

und hier stachelt er gegen Ungläubige auf:

http://www.christenverfolgung.org/mursi-stachelt-gegen-unglaeubige-auf.html

Mursi – kein Demokrat:

”Als Vertreter eines politisch-religiösen Geheimbundes, die sich als Elite sehen, haben sie gierig nach den Fleischtöpfen geschielt, gezielt Ausgrenzung betrieben, eine heterogene Gesellschaft gespalten. Sie sind trotz ihrer Bekenntnisse keine Demokraten. Die Muslimbrüder betrachten Wahlen nur als Vehikel, um die von ihnen erträumte Staatsform zu erreichen.”

http://www.sueddeutsche.de/politik/umsturz-in-aegypten-warum-der-militaerputsch-notwendig-war-1.1713046-2

Wirklich demokratisch finde ich 22 Mio Unterschriften, die für Mursis Absetzung plädierten…

Ich beschwere mich mit allem Nachdruck!

Verhalten Sie sich aus Deutschland – wenn schon nicht auf der Seite der Freiheit und der Gerechtigkeit und der Menschenrechte – dann wenigstens neutral!

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Haller, Israelfreunde Norddeutschland – Hannover

                               [Hervorhebungen im Brief durch den Verfasser!]

Auf die Schnelle …

… kurze Anmerkungen zum Holocaustgedenktag und dem Besuch des ägyptischen Präsidenten in Berlin

Die SPD entblödet sich nicht, von einer strategischen Partnerschaft mit der Fatah zu sprechen. Alles ist möglich, auch Friedensgespräche mit der Fatah – und da Fatah und Hamas gerade dabei sind, sich zu versöhnen, um gemeinsam Israel auszuradieren – ist die Hamas bei den Friedensgesprächen natürlich eingeschlossen. Ist doch alles ganz easy! Hat da jemand was anderes behauptet?

Wie sieht es mit der CDU und Merkel aus?

Der Holocaustgedenktag am 27. Januar lag dieses Jahr auf einem Sonntag. Pech, so sind die Feierlichkeiten im Deutschen Bundestag eben auf Mittwoch, den 30. Januar verlegt worden.

Ja – und dann stand da noch – an eben diesem Datum – der rote Teppich auf dem Plan. Der ägyptische Präsident – Judenhasser und Holocaustleugner, der kürzlich noch dazu ermahnt hat, ägyptische Kinder zum Hass gegen Juden zu erziehen – wird mit allen militärischen Ehren empfangen! Merkel ist das nicht zu blöd? Als ich das Foto sah – Merkel und Mursi einander die Hand reichend – tauchte dahinter in mir ein ebensolches Foto auf, nur dass darauf der israelische Ministerpräsident Netanyahu zu sehen war. Das alles kein Widerspruch? Alles ganz leicht unter einen Hut zu kriegen?

Ein weiteres historisches Datum kollidiert mit eben erwähntem „Ereignis“. Der 30. Januar 1933 – warum sollen wir uns an den erinnern?, ist ja schon 80 Jahre her – ist der Tag der Machtergreifung Hitlers! Das ganze Zusammentreffen nur ein Zufall? Hat sich halt so ergeben? – Merkwürdiger Zufall!!!!

Wie passt das zusammen – Holocaustgedenktag, Empfang mit militärischen Ehren eines Judenhassers, dessen Medienberater Fathi Shihab-Eddim u.a. äußert, dass die Behauptungen über den Holocaust eine „Ente“(„hoax“=Falschmeldung) seien – natürlich mit Mursis Rückendeckung – und Hitlers Machtergreifung? Schon mal darüber nachgedacht????

Sturm der Entrüstung? Mitnichten! Höchstens ein Sturm im Wasserglas.

Deutschland hat andere, echte Probleme, als da sind z.B. Naturschutz, Energiewende und – noch ganz frisch aus der Presse – ein Sexismusproblem! Was die anderen „Nebenschauplätze“ (s.o.) betrifft, können wir also ganz beruhigt sein!