Warum Antizionismus eine Manifestation von Antisemitismus ist

Der israelische Nachrichtensprecher und Korrespondent bei i24news, Eylon A. Levy, legt im nachfolgenden Video dar, warum Antizionismus eine Manifestation von Antisemitismus ist.

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Lassen Sie uns über Antizionismus reden und warum er eine Erscheinungsform des Antisemitismus‘ ist.

Antizionismus ist inhärent, essentiell, zwangsläufig antisemitisch. Tatsächlich handelt es sich um die stärkste Veränderung des alten Virus heute.

Zionismus ist die Überzeugung, dass das jüdische Volk das Recht auf Selbstbestimmung im Land Israel hat. Zumindest ist es zutreffend, dass der Staat Israel das Recht hat, weiterhin zu existieren. Antizionismus ist die Ideologie, die besagt, dass Israel kein Recht hat zu existieren, dass es nicht existieren sollte. Sie bedeutet nicht Kritik an Israel. Sie ist die Negation Israels. Praktisch angewandt ist Antizionismus die Bewegung, die bestrebt ist, politischen, wirtschaftlichen und moralischen Druck einzusetzen, um Israel von der Landkarte zu löschen und durch ein mehrheitlich arabisches Palästina zu ersetzen.

Also: Warum ist Antizionismus eine Manifestation von Antisemitismus?

Erstens: Der Antizionismus versucht, den Juden ein Grundrecht zu entziehen, das sie derzeit als Juden genießen – das Recht auf Selbstbestimmung. Der Antizionismus sagt nicht, dass Nationalstaaten nicht existieren sollten. Er sagt, dass der JÜDISCHE Nationalstaat nicht existieren sollte. Aber Israel ist keine abstrakte Idee. Es ist ein Ort, wo Juden aus der ganzen Welt ihre alte hebräische Sprache zum Leben erweckt und ihre geschichtliche, heimische Kultur regeneriert haben. Antizionismus besagt, dass allein den Juden ihr international anerkanntes Recht auf einen Raum, in dem ihre unverwechselbare Kultur gedeihen kann, entzogen werden sollte. Das ist Antisemitismus.

Zweitens: Der Antizionismus versäumt es zwangsläufig, Juden als politisch gleichberechtigt anzuerkennen. Der Zionismus ist keine Form der „Vormachtstellung“. Er ist eine Forderung nach grundlegender politischer Gleichheit für Juden als Nation. Aber Antizionismus ist eine Forderung, dass allein die Juden, die ihre nationale Freiheit gesichert haben, gewaltsam anderen Mehrheiten untergeordnet werden sollten. Er ist die Forderung, dass Juden wieder dauerhafte Minderheiten werden sollten, trotz ihrer tragischen Geschichte. Antizionisten sagen den Juden, sie könnten nur gleich behandelt werden nach antizionistischen Begrifflichkeiten – mit einem ihnen aberkannten Kollektiv. Es ist eine Geltendmachung einer politischen Vorherrschaft über die Juden. Das ist Antisemitismus.

Drittens: Der Antizionismus setzt Juden Gefahren aus, für die Antizionisten keine Antwort haben. Seit Jahrtausenden waren Juden Verfolgungen ausgesetzt. Im 20. Jahrhundert sind faschistische, kommunistische und arabische Regimes auf der ganzen Welt auf ihre Juden losgegangen, während liberale Demokratien ihnen einen sicheren Hafen verwehrten. Die meisten Juden realisierten, dass der beste oder einzige Weg zu überleben war, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, ihren eigenen demokratischen Staat zu gründen. Das ist Zionismus. Er brachte die Juden aus Ländern, in denen sie unerwünscht waren, in ihre alte Heimat. Der Antizionismus besagt, dass sie auch in Israel nicht erwünscht sind und dort nicht die Garanten ihrer eigenen Existenz sein können. Aber für den Fall, dass Israel verschwände, würde das jüdische Volk ihren erfolgreichsten Selbstverteidigungsmechanismus überhaupt verlieren. Der Antizionismus missachtet zwangsläufig die Überzeugungen, die Handlungsfähigkeit und die Bestrebungen des jüdischen Volkes. Das ist Antisemitismus.

Sie sehen, Antisemitismus war nie nur ein Vorurteil gegen Juden wie andere Formen von Rassismus. Er war eine totalitäre politische Ideologie, die Gesellschaften gegen „die Juden“ mobilisierte, die sie behandelte wie ein hoffnungsloses Problem, das zu lösen war. Und genau das ist es, worum es beim Antizionismus geht. Er ist keine Kritik. Er ist eine hasserfüllte, totalitäre, destruktive Ideologie. Zionismus wurde als eine revolutionäre Bewegung geboren, die den Juden Leben einhauchte. Der Gründer der anti-israelischen BDS*-Bewegung sagte, er favorisiere die „Euthanasie“ Israels. Wählen Sie den Zionismus. Wählen Sie das Leben.

*BDS: Boykott, Deinvestition und Sanktionen

Übersetzung: faehrtensuche

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Irrationaler Hass stirbt nicht

Gedanken zum heutigen Shabbat von Rabbi Sacks

Originaltext: Two Types of Hate (Ki Teitse 5777)

Zwei Varianten von Hass

Es ist bei allen Standards ein seltsames, fast unverständliches Gesetz. Hier sehen wir es in der Form, wie es in der Parasha dieser Woche erscheint:

Erinnere dich daran, was die Amalekiter dir auf dem Weg angetan haben, als du aus Ägypten herauskamst. Als du müde und erschöpft warst, trafen sie sich auf deiner Reise und griffen alle an, die zurückgeblieben waren; sie hatten keine Furcht vor Gott. Wenn der Herr, dein Gott, dir Ruhe gibt vor allen Feinden um dich herum in dem Land, das er dir als Erbe gibt, so sollst du den Namen Amalek unter dem Himmel austilgen. Vergiss das nicht. (Deuteronomiun 25, 17-19)

Die Israeliten hatten zwei Feinde in den Tagen des Mose: die Ägypter und die Amalekiter. Die Ägypter versklavten die Israeliten. Sie wurden zu einer Kolonie der Zwangsarbeit. Sie unterdrückten sie. Pharao befahl ihnen, jedes männliche israelitische Kind zu ertränken. Es war versuchter Völkermord. Doch über sie befiehlt Mose:

Verachte nicht einen Ägypter, weil ihr Fremde in seinem Land wart. (Deut. 23:8)

Die Amalekiter haben nichts anderes getan als die Israeliten ein erstes Mal [1] anzugreifen, ein Angriff, den diese erfolgreich abgewehrt haben (Exodus 17, 16). Doch Mose befiehlt: „Erinnere dich daran.“ „Vergiss nicht.“ „Tilge den Namen aus.“ Im Buch Exodus sagt die Thora: „Gott wird für alle Generationen im Krieg mit Amalek sein.“ (Ex. 17, 16) Warum der Unterschied? Warum hat Mose den Israeliten praktisch gesagt, den Ägyptern zu vergeben, jedoch nicht den Amalekitern?

Die Antwort ist als Korrelation zur Lehre der Mischna, Avot (5:19) zu finden:

Wenn die Liebe von einem Beweggrund abhängt und der Beweggrund vergeht, dann verschwindet die Liebe auch. Aber wenn die Liebe nicht von einem Beweggrund abhängt, dann wird die Liebe niemals vergehen. Was ist ein Beispiel für die Liebe, die von einem Beweggrund abhing? Die von Amnon für Tamar. Und was ist ein Beispiel für die Liebe, die nicht von einem Beweggrund abhing? Die von Jonathan und David.

Wenn die Liebe konditional, also an Bedingungen geknüpft ist, dauert sie solange die Bedingung dauert, aber nicht darüber hinaus. Amnon liebte oder es gelüstete ihm nach Tamar, weil sie ihm verboten war. Sie war seine Halbschwester. Nachdem er seinen Willen mit ihr durchgesetzt hatte, „hasste Amnon sie mit intensivem Hass. Tatsächlich hasste er sie mehr, als er sie geliebt hatte“ (2. Samuel 13, 15). Aber wenn die Liebe bedingungslos und irrational ist, hört sie nie auf. Um es mit den Worten von Dylan Thomas zu sagen: „Obwohl die Liebhaber verloren gehen, wird es die Liebe nicht [tun] und der Tod wird keine Herrschaft haben.“

Dasselbe gilt für den Hass. Wenn der Hass rational ist, auf Angst oder Missbilligung gestützt ist, die – gerechtfertigt oder nicht – eine gewissen Logik hat, dann kann er damit begründet und zu einem Ende gebracht werden. Aber bedingungsloser, irrationaler Hass kann nicht begründet werden. Es gibt nichts, was man tun kann, um ihn zu addressieren und ihn zu beenden. Er bleibt bestehen.

Das war der Unterschied zwischen den Amalekitern und den Ägyptern. Der Hass der Ägypter und die Angst vor den Israeliten war nicht irrational. Pharao sagte zu seinem Volk:

„Die Israeliten werden für uns zu zahlreich und zu stark. Wir müssen klug mit ihnen umgehen. Andernfalls können sie so viel vermehren, dass – wenn es Krieg gibt – sie sich unseren Feinden anschließen und gegen uns kämpfen und uns aus dem Land vertreiben.“ (Ex. 1, 9-10)

Die Ägypter fürchteten die Israeliten, weil sie zahlreich waren. Sie stellten eine potenzielle Bedrohung für die einheimische Bevölkerung dar. Historiker sagen uns, dass das nicht grundlos war. Ägypten hatte bereits unter einer Invasion von Außenseitern gelitten, den Hyksos, ein asiatisches Volk mit kanaanäischen Namen und Glauben, die während der Zweiten Zwischenzeit des Ägyptens der Pharaonen das Nil-Delta einnahm. Schließlich wurden sie aus Ägypten vertrieben und alle Spuren ihrer Besatzung wurden gelöscht. Aber die Erinnerung überdauerte. Es war nicht irrational für die Ägypter zu befürchten, dass die Hebräer eine weitere Bevölkerung derselben Art war. Sie fürchteten die Israelis, weil sie stark waren.

(Es sei angemerkt, dass es einen Unterschied gibt zwischen „rational“ und „gerechtfertigt“. Die Angst der Ägypter war in diesem Fall sicherlich ungerechtfertigt. Die Israeliten wollten Ägypten nicht übernehmen, im Gegenteil, sie hätten es vorgezogen wegzugehen. Nicht jedes rationale Gefühl ist gerechtfertigt. Es ist nicht irrational, nach der Reportage eines größeren Flugzeugunglücks Angst zu empfinden, trotz der Tatsache, dass es – statistisch gesehen – gefährlicher ist, ein Auto zu steuern als ein Passagier in einem Flieger zu sein. Der Punkt ist einfach, dass rationales, aber ungerechtfertigtes Gefühl im Prinzip durch Argumente geheilt werden kann.)

Genau das Gegenteil trifft auf die Amalekiter zu. Sie griffen die Israeliten an, als sie „müde und erschöpft“ waren. Sie konzentrierten ihren Angriff auf diejenigen, die „zurückblieben“. Wer schwach ist und zurückbleibt, stellt keine Gefahr dar. Das war irrationaler, grundloser Hass.

Bei ratinalem Hass ist es möglich, rational zu urteilen. Außerdem gab es für die Ägypter keinen Grund, die Israeliten noch zu fürchten. Sie waren weggegangen. Sie stellten keine Bedrohung mehr dar. Aber bei irrationalem Hass ist es unmöglich zu rationalisieren. Er hat keine Ursache, keine Logik. Deshalb kann er niemals weggehen. Irrationaler Hass ist so haltbar und hartnäckig wie irrationale Liebe. Der von Amalek symbolisierte Hass dauert „für alle Generationen“. Alles, was man tun kann, ist, sich zu erinnern und nicht zu vergessen, ständig wachsam zu sein und ihn zu bekämpfen, wann und wo immer er auftaucht.

Es gibt so etwas wie rationale Fremdenfeindlichkeit: Angst und Hass des Ausländers, des Fremden, dem, der nicht ist wie wir. Im Menschheitsstadium der Jäger und Sammler war es wichtig, zwischen den Mitgliedern deines Stammes und denen eines anderen Stammes zu unterscheiden. Es gab einen Wettstreit um Nahrung und Territorium. Es existierte kein Zeitalter des Liberalismus und der Toleranz. Der andere Stamm würde dich wahrscheinlich töten oder dich verdrängen, hätte er die Chance.

Die alten Griechen waren fremdenfeindlich und betrachteten alle Nicht-Griechen als Barbaren. So verhalten sich noch viele native Bevölkerungen. Sogar so tolerante Menschen wie die Briten und Amerikaner waren traditionell misstrauisch gegenüber Einwanderer, seien es Juden, Iren, Italiener oder Puerto-Ricaner – und für einige trifft das bis heute zu. Was jedoch passiert ist, dass die Neulinge sich innerhalb von zwei oder drei Generationen akkulturieren und integrieren. Sie werden angesehen als Beitrag zur Volkswirtschaft, der zu Reichtum und Vielfalt der Kultur beitragen. Wenn ein Gefühl wie Angst vor Einwanderern rational, aber ungerechtfertigt ist, geht es schließlich zurück und verschwindet.

Antisemitismus unterscheidet sich von Fremdenfeindlichkeit. Er ist das Paradebeispiel für irrationalen Hass. Im Mittelalter wurden Juden angeklagt, Brunnen zu vergiften, die Pest zu verbreiten und in einer der absurdesten Behauptungen überhaupt – der Ritualmordlegende – wurden sie verdächtigt. christliche Kinder zu töten, um ihr Blut zum Backen von Matzot für Pessch zu benutzen. Das war selbstverständlich unmöglich, aber das hat die Menschen nicht davon abgehalten, daran zu glauben.

Von der europäischen Aufklärung, mit ihrer Verehrung von Wissenschaft und Ratio, konnte erwartet werden, dass all dieser Hass beendet würde. Stattdessen gab es davon eine neue Version, den Rassenantisemitismus. Im neunzehnten Jahrhundert wurden Juden gehasst, weil sie reich waren und weil sie arm waren; weil sie Kapitalisten waren und weil sie Kommunisten waren; weil sie exklusiv waren und sie unter sich blieben und weil sie überall infiltrierten; weil sie an einer alten, abergläubigen Religion festhielten und weil sei Kosmopoliten ohne Wurzeln waren, die an nichts glaubten.

Der Antisemitismus war die höchste Irrationalität des Zeitalters der Vernunft.

Er gab Anlass für einen neuen Mythos, Die Protokolle der Weisen von Zion, eine literarische Fälschung, von Mitgliedern der zaristischen russischen Geheimpolizei gegen Ende des 19. Jahrhunderts produziert. Sie hielt fest, dass Juden die Macht über ganz Europa hätten – dies zur Zeit der russischen Pogrome von 1881 und der antisemitischen Mai-Gesetze von 1882, die etwa drei Millionen Juden, machtlos und verarmt, in die Flucht von Russland in den Westen schickten.

Die Situation, in der sich Juden am Ende befunden haben, was das Jahrhundert der Aufklärung und Emanzipation sein sollte, wurde von Theodor Herzl im Jahr 1897 eloquent erklärt:

Wir haben aufrichtig überall versucht, uns mit den nationalen Gemeinschaften, in denen wir leben, zu fusionieren und nur danach getrachtet, den Glauben unserer Väter zu bewahren. Es wird uns nicht gestattet. Vergeblich sind wir loyale Patrioten, manchmal superloyal; vergeblich bringen wir die gleichen Opfer des Lebens und des Eigentums wie unsere Mitbürger; vergeblich bemühen wir uns, den Ruf unserer Heimatländer in den Künsten und Wissenschaften oder ihren Reichtum durch Handel und Gewerbe zu fördern. In unseren Heimatländern, in denen wir jahrhundertelang gelebt haben, sind wir imer noch als Ausländer verurteilt, oft von Menschen, deren Vorfahren noch nicht hierhergekommen waren in einer eit, als längst jüdische Seufzer im Lande gehört worden waren. … Wenn wir in Ruhe gelassen würden. … Aber ich glaube, wir werden nicht in Ruhe gelassen werden.

Das war zutiefst schockierend für Herzl. Nicht weniger schockierend war die Rückkehr des Antisemitismus in Teilen der heutigen Welt, besonders des Nahen Ostens und sogar Europas, in der lebendigen Erinnerung an den Holocaust. Doch die Thora gibt uns zu verstehen, warum das so ist. Irrationaler Hass stirbt nicht.

Nicht jede Feindseligkeit gegenüber den Juden oder Israel als jüdischem Staat ist irrational, und wo es das nicht ist, kann man es begründen. Aber etwas davon ist irrational. Ein Teil davon ist auch heute noch eine Wiederholung der Mythen der Vergangenheit, angefangen von der Ritualmordlegende bis zu den Protokollen. Alles, was wir tun können, ist zu erinnern und nicht zu vergessen, ihm entgegenzutreten und uns dagegen zu verteidigen.

Amalek stirbt nicht. Aber das tut das jüdische Volk auch nicht. So viele Male über die Jahrhunderte hinweg angegriffen, lebt es noch immer und gibt Zeugnis von dem Sieg des Gottes der Liebe über die Mythen und den Wahnsinn des Hasses.

Shabbat Shalom!

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[1] Natürlich gab es nachfolgende Angriffe durch Amalek (einschließlich, gemäß der Traditon, in Bamidbar 21:1), aber das Dekret, Amalek auszulöschen, wurde nach ihrem ersten Angriff ausgegeben.

Hier auf Englisch nachzulesen und nachzuhören (SoundCloud)!

Übersetzung des englischen Originaltextes und Links: faehrtensuche

Antisemitismus ohne Antisemiten

von Eldad Beck, 29. Juni 2017

Originalartikel: Anti-Semitism without anti-Semites

Alle paar Jahre bricht in Deutschland ein Skandal über einige antisemitische Vorfälle aus. Alle paar Jahre werden Artikel geschrieben, Fernsehsendungen von leidenschaftlicher Debatte bestimmt und die Gemüter kochen hoch. Und dann – nichts. Jedenfalls bis zum nächsten Antisemitismus-Skandal. Wie der, der kürzlich ausbrach, als sich deutsche öffentliche Fernsehsender weigerten, einen Dokumentarfilm zu senden über anti-israelische, antisemitische Gefühle in Europa und dem Nahen Osten.

Deutschland sollte sich diese unglaubliche Erfindung wirklich patentieren lassen: Antisemitismus ohne Antisemiten. Ein unabhängiger Sachverständigenausschuss, der vor kurzem dem Bundestag (dem Deutschen Parlament) einen Bericht über Antisemitismus in Deutschland vorgelegt hat, stellte fest, dass – während immer mehr Deutsche klassische antisemitische Überzeugungen haben – immer mehr Juden spüren, dass sich der Antisemitismus in ihrer unmittelbaren Umgebung in den letzten fünf Jahren stetig erhöht hat und befürchten, er werde in den nächsten fünf Jahren sogar noch mehr anwachsen.

Wie kann dieses Paradoxon erklärt werden? Ganz einfach: Das Problem heute ist kein klassischer Antisemitismus – die Art, die Juden dafür verantwortlich macht, Jesus ermordet und christliche Kinder abgeschlachtet zu haben, um ihr Blut zum Backen von Matzot zu benutzen. Das Problem heute ist, dass der moderne Antisemitismus Israel – den jüdischen Staat – dafür verantwortlich macht, unschuldige Palästinenser zu ermorden und palästinensische Kinder absichtlich abzuschlachten. Während sich herausstellt, dass die meisten Deutschen kein Problem mit jüdischen Nachbarn haben (im Gegensatz zu muslimischen und rumänischen Nachbarn), vergleichen 40% von ihnen Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis gegenüber den Juden.

Diese Art von Logik führt zu einem deutschen Gerichtsurteil, das entschied, das Werfen von Molotow-Cocktails auf eine deutsche Synagoge sei ein akzeptabler Ausdruck des Protestes. Es sei kein Antisemitismus, sondern vielmehr legitime Kritik an der Politik Israels! In deutscher Sprache nennt man das einfach Israelkritik – keine Kritik an einer bestimmten Politik der Regierung, die gerade an der Macht ist, sondern vielmehr [Kritik] an Israel allgemein. In der Praxis wäre es sehr leicht, von da aus zu einer kompletten Ablehnung der Existenz Israels zu kommen, oder mit anderen Worten, zum Anti-Zionismus, oder zur Ablehnung des Rechts der Juden auf Selbstbestimmung und einen Staat oder zum Antisemitismus.

Deutschland strengt sich mit Hilfe von Meinungen in der israelischen und jüdischen Linken besonders an, um zu behaupten, Israelkritik sollte gesehen werden nicht als eine Variante des Antisemitismus, sondern lediglich als eine andere legitime Form der Kritik. Gibt es dieselbe Art von legitimer Kritik, in ähnlichen Ausmaßen, gegenüber irgendeinem anderen Land des Nahen Ostens, ganz zu schweigen von der Palästinensischen Autonomiebehörde? Nein. Israel bekommt in dieser Hinsicht eine besondere Behandlung.

Sollte Deutschland jemals aufhören, seinen Antisemitismus abzustreiten und schließlich zugeben, dass der Antisemitismus noch lebendig ist und sich, nun ja, unter der Maske starker gegen Israel gerichteten Gefühle verbirgt, könnte das der Beginn der Lösung des Problems sein. Aber Deutschland zieht es vor, das Problem zu ignorieren. Die deutsche Obsession, seinen Antisemitismus auf den Staat Israel zu projizieren, hat Deutschlands Beziehungen zu Israel zu einer neurotischen gemacht und eine positive Entwicklung verhindert.

Darüber hinaus stellt diese Obsession eine Bedrohung für Deutschland selbst dar. Der Grund, warum die Muslime sich heute frei fühlen, ungezügelte antisemitische Gewalt zu zeigen, liegt nicht nur in ihrer Erziehung, sondern in der Tatsache, dass sie das ausleben, was viele Deutsche im privaten Bereich glauben. Diese Gewalt ist letztlich auch an Deutsche gerichtet, weil die radikalen Islamisten nicht zwischen Juden und Christen unterscheiden.

Übersetzung: faehrtensuche

Nach(t)-GedankenLese

zur Antisemitismus-Dokumentation der ARD und zur anschließenden Diskussion bei Maischberger.

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Die verschlimmbesserte Dokumentation in der „Lange[n] Nacht der Antisemitismus-Verharmlosung“ und der „Peinliche[n] Offenbarungen beim WDR

– ist ein Schuss ins Knie, „eingebettet in ein Tribunal über die beiden Autoren“, das „Bände spricht über die Qualität des Qualitätsjournalismus im Jahr 2017.“

– kommt einem Schauprozess gleich, bei dem die Filmemacher „vom eigenen Auftraggeber an den öffentlichen Medienpranger gestellt werden.

– lässt sich interpretieren als „Abgesang auf journalistischen Anstand“ oder auch als „Selbstentleibung des WDR.“

– präsentiert antisemitisches Geraune als Faktencheck. Frederik Schindler hat den Faktencheck des WDR genauer unter die Lupe genommen und dröselt ihn auf.

– verdeutlicht Das Handwerk des Antisemitismus“, wie Ulrich W. Sahm in seinem Artikel (vortrefflich) analysiert.

– bzw. der Umgang des WDR mit ihr kann auch gesehen werden als „Betreuter Antisemitismus“.

„Auserwählt und ausgegrenzt, der Hass auf Juden in Europa“ – Doku 24 Stunden online

BILD zeigt heute die Dokumentation, die ARTE nicht zeigen will.

Noch bis 24 Uhr online unter folgendem Link:

http://www.bild.de/politik/inland/bild/zeigt-die-doku-die-arte-nicht-zeigen-will-52155394.bild.html

BITTE WEITERSAGEN!!!

Vielen Dank an Henny Jahn, durch die ich darauf aufmerksam geworden bin!

UPDATE: Siehe Kommentar!