Der WDR kündigt Zusammenarbeit mit Roger Waters auf

In meinem Artikel „Klare Kante zeigen“ hatte ich eine von Mara Goldstein-Wolf initiierte Petition beworben, in der sie den WDR-Intendanten Tom Buhrow dazu auffordert, die Zusammenarbeit mit dem Antisemiten Roger Waters zu beenden.

Wie mehrere Medien heute berichten (u.a. die Welt, Bild, Frankfurter Rundschau) nimmt der WDR nun Abstand von der angekündigten Zusammenarbeit mit Roger Waters.

Eine schöne Bestätigung für alle, die ihren Optimismus (noch) nicht (ganz) verloren haben! 🙂

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Klare Kante zeigen

Man könnte auch sagen „Einfach hervortreten“ ! Diese Aussage jedenfalls trifft den, der die entsprechende Webseite aufruft. Mir hat die Aussage imponiert, suggeriert sie doch, dass es gar nicht so schwer ist, sich zu positionieren, klare Kante zu zeigen. Zumindest regt die Aussage zum Nachdenken an!

Besonders wenn es um Antisemitismus und Judenhass geht, sollte sich jeder positionieren und sich fragen, wo und wie er einen Beitrag leisten und Taten sprechen lassen kann! Manchmal reicht eine Unterschrift! 🙂

Um eine solche geht es bei der von Malca Goldstein-Wolf ins Leben gerufenen Petition „Kein Support des Antisemiten Roger Waters durch öffentliche Gelder des WDR“ . Die Petition wendet sich gegen die Unterstützung eines Konzerts des Künstlers Roger Waters, bekannt als Gründer der britischen Rockband Pink Floyd und jetzt als Solokünstler unterwegs. Roger Waters ist eifriger Unterstützer der BDS-Bewegung und nutzt seine Konzerte explizit dazu, um in massivster Form gegen Israel Stellung zu beziehen. Der Petitionstext auf Change gibt Auskunft.

Mara Goldstein wendet sich an den Intendanten des Westdeutschen Rundfunks Thomas (Tom) Buhrow und schreibt:

Sehr geehrter Herr Buhrow,

nach dem unschönen Eklat um die Ausstrahlung der Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt“, scheint sich der WDR beim Thema Antisemitismus wiederholt auf der falschen Seite zu positionieren.

Auch wenn ich es mir wünschen würde, kann ich niemanden zwingen, judenfreundlich zu sein.

Allerdings kann ich von einem öffentlich-rechtlichen Sender zumindest Neutralität im Angesicht von Antisemitismus erwarten, auch wenn Solidarität angebracht wäre.

Keinesfalls bin ich aber bereit mich damit abzufinden, dass mit meinen Geldern Judenhasser subventioniert werden.

Es schockiert mich zutiefst, dass WDR4 das Kölner Konzert des BDS Aktivisten und leidenschaftlichen Antisemiten Roger Waters präsentiert. ARD und SWR subventionieren Waters‘ Konzerte (als ebenfalls öffentlich-rechtliche Sender) in anderen bundesdeutschen Städten…

Roger Waters mag ein talentierter Künstler sein, allerdings setzt er einen großen Teil seines Engagement als Gallionsfigur für den antisemitischen Verein BDS (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) im Kampf gegen Israel ein.

Er setzt internationale Künstler massiv unter Druck, um deren Konzerte in Israel zu verhindern.

Während seiner Konzerte lässt Waters Ballons in Schweineform (!), auf denen ein Davidstern abgebildet ist, aufsteigen und fordert seine Fans zum Boykott israelischer Produkte auf.

Will der WDR tatsächlich das neue „Kauft nicht bei Juden“ unterstützen? Und dann auch noch mit öffentlich-rechtlichen Mitteln?

Städte wie Berlin, Frankfurt und München haben sich klar gegen diese antisemitische Organisation positioniert und der WDR promotet gar ihren prominentesten Anführer , hilft dabei Judenhass salonfähig zu machen?

Nein, Herr Buhrow, so geht das nicht!

Gerade im Hinblick auf den steigenden Antisemitismus appelliere ich an Ihre soziale Verantwortung und daran, dass Sie die Gebühren der GEZ Zahler nicht missbrauchen.

Antisemitismus ist kein Kavaliersdelikt und wenn Sie Juden in Deutschland schon nicht schützen wollen, dann unterstützen Sie wenigstens deren Feinde nicht!

Ich bitte Sie, über mein Anliegen nachzudenken und hoffe auf ein Statement Ihrerseits.

Bis dahin verbleibe ich mit besorgten Grüßen und einem dennoch herzlichen Shalom,

Malca Goldstein-Wolf

Hier geht’s zur Petition!

Mahmoud Abbas‘ Anti-Balfour-Artikel. Eine Falsifizierung.

Englischer Originalartikel: Fisking Mahmoud Abbas‘ anti-Balfour article

von Elder Of Ziyon, 5. November 2017

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, hat seinen eigenen Artikel darüber geschrieben, wie Großbritannien für die Balfour-Deklaration „büßen“ sollte.

Obwohl der Artikel in Englisch ist, kann ich ihn in nur einer Zeitung der Golfregion finden. Die britische Presse scheint Abbas während der Balfour-Woche durchweg ignoriert zu haben!

Aber sein Artikel muss noch analysiert werden – weil es eine Litanei palästinensischer Lügen ist, auf die reagiert werden muss.

Viele Briten werden Sir Arthur James Balfour nicht kennen, ein Außenminister des frühen 20. Jahrhunderts. Für 12 Millionen Palästinenser ist sein Name nur allzu bekannt. Am 100. Jahrestag der Balfour-Deklaration sollte die britische Regierung die Gelegenheit ergreifen, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.

An seinem Schreibtisch in London unterzeichnete Balfour am 2. November 1917 einen Brief, in dem er das Land Palästina der Zionistischen Föderation versprach, einer erst kurz zuvor gegründeten politischen Bewegung, deren Ziel die Schaffung eines jüdischen Staates war. Er versprach ein Land, das er – die politische Rechte derjenigen, die dort bereits lebten, missachtend – nicht versprechen konnte. Für das palästinensische Volk – mein Volk – waren die Ereignisse, die dieser Brief lostrat, so verheerend wie weitreichend.

Nein. Balfour sagte: „Die Regierung Seiner Majestät blickt mit Wohlwollen auf die Gründung einer nationalen Heimstätte für das Jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes geben, um die Erreichung dieses Ziels zu ermöglichen.“ Es war kein Versprechen, und die Erklärung lautete nicht, der Zionistischen Föderation Land zu geben, sondern dem Jüdischen Volk.

Am Ende sagt Balfours Brief aus: „Ich wäre dankbar, wenn Sie diese Erklärung der Zionistischen Föderation zur Kenntnis bringen würden.“ Das war die 1899 gegründete britische Zionistische Föderation. Balfour versprach Palästina nicht der britischen ZF – er sagte, Großbritannien würde helfen, eine nationale Heimstätte für Juden weltweit zu ermöglichen.

Abbas möchte nicht sagen, dass der Brief dazu bestimmt war, einen Staat für „Juden“ zu schaffen, weil er verdammt gut weiß, dass Juden sich seit dem ersten Jahrhundert ndZ [nach der Zeitenwende] wünschten, nach Israel zurückzukehren. So lügt er gezielt und charakterisiert Balfour als ein Versprechen an einige Zionisten.

Abbas‘ Lügen enden dort nicht. Seine Behauptung, Balfour habe die „politischen Rechte“ der Palästinenser missachtet, lässt den Leser vermuten, dass es ein palästinensisches Volk gab, das 1917 politische Rechte geltend machte. Das war nicht der Fall. Eine sehr kleine Zahl palästinensischer Araber sagte, sie wollten ein arabisches Palästina (als Reaktion auf den Zionismus, nicht aus irgendeinem tatsächlichen Wunsch nach einem Staat), aber die Mehrheit der palästinensischen Araber, wenn sie sich überhaupt irgendwelche nationalen Rechte wünschten, wollte, dass es Teil von Syrien sein sollte.

Im Jahr 1948 haben zionistische Milizen gewaltsam mehr als 800.000 Männer, Frauen und Kinder aus ihrem Heimatland vertrieben und schreckliche Massaker begangen und dabei Hunderte von Dörfern zerstört. Ich war zur Zeit unserer Vertreibung aus Safed 13 Jahre alt. Der Anlass, an dem Israel seine Schaffung als Staat feiert, kennzeichnen wir Palästinenser als den dunkelsten Tag unserer Geschichte.

Abbas selbst hat beschrieben, wie seine Familie 1948 Safed verließ – und sie sahen nie einen einzigen jüdischen Soldaten. Sie gingen von selbst weg. In seinen Worten:

„Wir gingen zu Fuß bei Nacht zum Jordan. … Schließlich ließen wir uns in Damaskus nieder. … Mein Vater hatte Geld, und er gab sein Geld systematisch aus. Nach einem Jahr, als das Geld ausging, begannen wir zu arbeiten. „Die Menschen waren motiviert wegzulaufen. … Sie fürchteten Vergeltung von zionistischen Terrororganisationen – besonders von denjenigen aus Safed. Diejenigen von uns, die aus Safed kamen, fürchteten besonders, dass die Juden alte Wünsche hegten, um das, was sich bei den Aufständen von 1929 ereignet hat, zu rächen. Das war im Gedächtnis unserer Familien und Eltern. … Sie realisierten, dass sich das Gleichgewicht der Kräfte verlagerte und deswegen wurde die ganze Stadt auf Basis dieser Begründung verlassen – und unser Leben und unser Hab und Gut wurden gerettet.“

Das war die Erfahrung der meisten Palästinenser, die 1947/48 weggingen – eine kleine Anzahl wurde tatsächlich vertrieben, eine größere Zahl ist freiwillig von selbst weggegangen und die meisten sind aus Angst geflohen. (Beachten Sie auch, wie Abbas die Zahl auf „mehr als 800.000“ aufgebläht hat – eine weitere Lüge, die reale Zahl lag bei ungefähr 600.000).

Die Balfour-Deklaration ist nicht etwas, das vergessen werden kann. Heute zählen die Palästinenser mehr 12 Millionen und sind in der ganzen Welt verstreut. Einige wurden 1948 aus ihrer Heimat vertrieben, mehr als 6 Millionen leben bis heute noch im Exil. Diejenigen, denen es gelang, in ihren Häusern zu bleiben, beziffern sich auf ungefähr 1,75 Millionen und leben in einem System von institutionalisierter Diskriminierung im heutigen Staat Israel.

Eine Lüge zusätzlich zu den anderen Lügen.

Etwa 2,9 Millionen leben im Westjordanland unter einer drakonischen militärischen, in eine Kolonialisierung gekehrten Besatzung, von dieser Zahl sind 300.000 heimische Bewohner Jerusalems, die bis jetzt einer Politik der Vertreibung aus ihrer Stadt widerstanden haben. Etwa 2 Millionen leben im Gazastreifen, einem offenen Gefängnis, das regelmäßiger Zerstörung durch die ganze Kraft des israelischen Militärapparats unterworfen ist.

Sind 300.000 Jerusalemer Araber in Gefahr, aus der Stadt vertrieben zu werden? Natürlich nicht.

Ist Gaza ein offenes Gefängnis? Natürlich nicht.

Hat Israel jemals seine ganze Stärke gegen Gaza eingesetzt? Natürlich nicht.

Jeder Satz ist eine Lüge, die nicht unterstützt werden kann.

Die Balfour-Deklaration darf nicht gefeiert werden – schon gar nicht, solange eines der betroffenen Völker weiterhin solche Ungerechtigkeit erleidet. Die Schaffung einer Heimat für ein Volk führte zur Enteignung und fortgesetzten Verfolgung des anderen – jetzt eine tiefe Ungleichheit zwischen Besatzern und Besetzten. Das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden und Großbritannien trägt ein großes Maß an Verantwortung bei der Wegweisung. Feierlichkeiten müssen warten bis zu dem Tag, an dem jeder in diesem Land über Freiheit, Würde und Gleichheit verfügt.

Abbas selbst hat Friedensvorschläge abgelehnt – wie die Palestine Papers und Haaretz gezeigt haben. Alle hätten seinem Volk einen Staat gegeben. Er [Abbas] und sein blutdurchtränkter Vorgänger Arafat sind diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass sie dieses vermeintliche Ziel nicht erreicht haben, nicht Großbritannien.

Trotz der Schrecken, die wir im vergangenen Jahrhundert erlitten haben, ist das palästinensische Volk standhaft geblieben. Wir sind eine stolze Nation mit einem reichen Erbe an alten Zivilisationen und die Wiege der abrahamitischen Religionen. Im Laufe der Jahre haben wir uns an die Realitäten um uns herum angepasst – die im Jahr 1917 losgetretene Kette von Ereignissen – und zutiefst schmerzliche Kompromisse um des Friedens willen geschlossen, angefangen mit der Entscheidung, einen Staat auf nur 22% unseres historischen Heimatlandes zu akzeptieren, während wir den Staat Israel anerkennen, bisher ohne Gegenleistung.

Versuchen Sie, in einer Zeitung oder einem Buch, das vor 1950 geschrieben wurde, irgendwelche Aufzeichnungen über ein spezifisch palästinensisches arabisches Erbe oder eine Zivilisation zu finden. Ich habe es versucht. Es gibt keine.

Und es gibt einen Widerspruch innerhalb dieses Absatzes selbst. Wenn es ein altes palästinensisches Volk gab, dann haben sie in Bereichen gelebt, die vor Balfour und San Remo als Palästina betrachtet wurden. Was bedeutet, sie haben Transjordanien eingeschlossen. Aber Abbas sagt hier, dass das Westjordanland und der Gazastreifen 22% seines „historischen Heimatlandes“ seien – doch sie schließen nur Bereiche des britischen Mandats Palästina ein, nicht „das östliche Palästina“.

Warum akzeptiert Mahmoud Abbas, der so stolz auf das palästinensische Erbe ist, eine kolonialistische Definition Palästinas, die vieles von dem ausschließt, was vor 1917 als Palästina galt?

Die Antwort ist die gleiche wie auf die Frage, warum die PLO 1964 das Westjordanland und Gaza explizit von Bereichen ausgeschlosse hat, die sie als ihr Land beanspruchte. Weil es dem palästinensischen Nationalismus niemals um die Schaffung eines Staates ging, sondern darum, einen zu zerstören. Und als Jordanien und Ägypten Teile des britischen Mandatsgebietes Palästina kontrolliert haben, hat Mahmoud Abbas nie jene Bereiche als seine gefordert.

Nur das Land, das die Juden kontrollieren, ist das, das „befreit“ werden muss. Es war in Ordnung, wenn Araber einen Teil Palästinas kontrollierten.

Das bedeutet, dass das Palästinensertum keine nationale Befreiungsbewegung ist. Es ist eine antisemitische Bewegung.

Aber das ist nicht politisch korrekt.

Übersetzung: faehrtensuche

Warum Antizionismus eine Manifestation von Antisemitismus ist

Der israelische Nachrichtensprecher und Korrespondent bei i24news, Eylon A. Levy, legt im nachfolgenden Video dar, warum Antizionismus eine Manifestation von Antisemitismus ist.

***

Lassen Sie uns über Antizionismus reden und warum er eine Erscheinungsform des Antisemitismus‘ ist.

Antizionismus ist inhärent, essentiell, zwangsläufig antisemitisch. Tatsächlich handelt es sich um die stärkste Veränderung des alten Virus heute.

Zionismus ist die Überzeugung, dass das jüdische Volk das Recht auf Selbstbestimmung im Land Israel hat. Zumindest ist es zutreffend, dass der Staat Israel das Recht hat, weiterhin zu existieren. Antizionismus ist die Ideologie, die besagt, dass Israel kein Recht hat zu existieren, dass es nicht existieren sollte. Sie bedeutet nicht Kritik an Israel. Sie ist die Negation Israels. Praktisch angewandt ist Antizionismus die Bewegung, die bestrebt ist, politischen, wirtschaftlichen und moralischen Druck einzusetzen, um Israel von der Landkarte zu löschen und durch ein mehrheitlich arabisches Palästina zu ersetzen.

Also: Warum ist Antizionismus eine Manifestation von Antisemitismus?

Erstens: Der Antizionismus versucht, den Juden ein Grundrecht zu entziehen, das sie derzeit als Juden genießen – das Recht auf Selbstbestimmung. Der Antizionismus sagt nicht, dass Nationalstaaten nicht existieren sollten. Er sagt, dass der JÜDISCHE Nationalstaat nicht existieren sollte. Aber Israel ist keine abstrakte Idee. Es ist ein Ort, wo Juden aus der ganzen Welt ihre alte hebräische Sprache zum Leben erweckt und ihre geschichtliche, heimische Kultur regeneriert haben. Antizionismus besagt, dass allein den Juden ihr international anerkanntes Recht auf einen Raum, in dem ihre unverwechselbare Kultur gedeihen kann, entzogen werden sollte. Das ist Antisemitismus.

Zweitens: Der Antizionismus versäumt es zwangsläufig, Juden als politisch gleichberechtigt anzuerkennen. Der Zionismus ist keine Form der „Vormachtstellung“. Er ist eine Forderung nach grundlegender politischer Gleichheit für Juden als Nation. Aber Antizionismus ist eine Forderung, dass allein die Juden, die ihre nationale Freiheit gesichert haben, gewaltsam anderen Mehrheiten untergeordnet werden sollten. Er ist die Forderung, dass Juden wieder dauerhafte Minderheiten werden sollten, trotz ihrer tragischen Geschichte. Antizionisten sagen den Juden, sie könnten nur gleich behandelt werden nach antizionistischen Begrifflichkeiten – mit einem ihnen aberkannten Kollektiv. Es ist eine Geltendmachung einer politischen Vorherrschaft über die Juden. Das ist Antisemitismus.

Drittens: Der Antizionismus setzt Juden Gefahren aus, für die Antizionisten keine Antwort haben. Seit Jahrtausenden waren Juden Verfolgungen ausgesetzt. Im 20. Jahrhundert sind faschistische, kommunistische und arabische Regimes auf der ganzen Welt auf ihre Juden losgegangen, während liberale Demokratien ihnen einen sicheren Hafen verwehrten. Die meisten Juden realisierten, dass der beste oder einzige Weg zu überleben war, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, ihren eigenen demokratischen Staat zu gründen. Das ist Zionismus. Er brachte die Juden aus Ländern, in denen sie unerwünscht waren, in ihre alte Heimat. Der Antizionismus besagt, dass sie auch in Israel nicht erwünscht sind und dort nicht die Garanten ihrer eigenen Existenz sein können. Aber für den Fall, dass Israel verschwände, würde das jüdische Volk ihren erfolgreichsten Selbstverteidigungsmechanismus überhaupt verlieren. Der Antizionismus missachtet zwangsläufig die Überzeugungen, die Handlungsfähigkeit und die Bestrebungen des jüdischen Volkes. Das ist Antisemitismus.

Sie sehen, Antisemitismus war nie nur ein Vorurteil gegen Juden wie andere Formen von Rassismus. Er war eine totalitäre politische Ideologie, die Gesellschaften gegen „die Juden“ mobilisierte, die sie behandelte wie ein hoffnungsloses Problem, das zu lösen war. Und genau das ist es, worum es beim Antizionismus geht. Er ist keine Kritik. Er ist eine hasserfüllte, totalitäre, destruktive Ideologie. Zionismus wurde als eine revolutionäre Bewegung geboren, die den Juden Leben einhauchte. Der Gründer der anti-israelischen BDS*-Bewegung sagte, er favorisiere die „Euthanasie“ Israels. Wählen Sie den Zionismus. Wählen Sie das Leben.

*BDS: Boykott, Deinvestition und Sanktionen

Übersetzung: faehrtensuche

Irrationaler Hass stirbt nicht

Gedanken zum heutigen Shabbat von Rabbi Sacks

Originaltext: Two Types of Hate (Ki Teitse 5777)

Zwei Varianten von Hass

Es ist bei allen Standards ein seltsames, fast unverständliches Gesetz. Hier sehen wir es in der Form, wie es in der Parasha dieser Woche erscheint:

Erinnere dich daran, was die Amalekiter dir auf dem Weg angetan haben, als du aus Ägypten herauskamst. Als du müde und erschöpft warst, trafen sie sich auf deiner Reise und griffen alle an, die zurückgeblieben waren; sie hatten keine Furcht vor Gott. Wenn der Herr, dein Gott, dir Ruhe gibt vor allen Feinden um dich herum in dem Land, das er dir als Erbe gibt, so sollst du den Namen Amalek unter dem Himmel austilgen. Vergiss das nicht. (Deuteronomiun 25, 17-19)

Die Israeliten hatten zwei Feinde in den Tagen des Mose: die Ägypter und die Amalekiter. Die Ägypter versklavten die Israeliten. Sie wurden zu einer Kolonie der Zwangsarbeit. Sie unterdrückten sie. Pharao befahl ihnen, jedes männliche israelitische Kind zu ertränken. Es war versuchter Völkermord. Doch über sie befiehlt Mose:

Verachte nicht einen Ägypter, weil ihr Fremde in seinem Land wart. (Deut. 23:8)

Die Amalekiter haben nichts anderes getan als die Israeliten ein erstes Mal [1] anzugreifen, ein Angriff, den diese erfolgreich abgewehrt haben (Exodus 17, 16). Doch Mose befiehlt: „Erinnere dich daran.“ „Vergiss nicht.“ „Tilge den Namen aus.“ Im Buch Exodus sagt die Thora: „Gott wird für alle Generationen im Krieg mit Amalek sein.“ (Ex. 17, 16) Warum der Unterschied? Warum hat Mose den Israeliten praktisch gesagt, den Ägyptern zu vergeben, jedoch nicht den Amalekitern?

Die Antwort ist als Korrelation zur Lehre der Mischna, Avot (5:19) zu finden:

Wenn die Liebe von einem Beweggrund abhängt und der Beweggrund vergeht, dann verschwindet die Liebe auch. Aber wenn die Liebe nicht von einem Beweggrund abhängt, dann wird die Liebe niemals vergehen. Was ist ein Beispiel für die Liebe, die von einem Beweggrund abhing? Die von Amnon für Tamar. Und was ist ein Beispiel für die Liebe, die nicht von einem Beweggrund abhing? Die von Jonathan und David.

Wenn die Liebe konditional, also an Bedingungen geknüpft ist, dauert sie solange die Bedingung dauert, aber nicht darüber hinaus. Amnon liebte oder es gelüstete ihm nach Tamar, weil sie ihm verboten war. Sie war seine Halbschwester. Nachdem er seinen Willen mit ihr durchgesetzt hatte, „hasste Amnon sie mit intensivem Hass. Tatsächlich hasste er sie mehr, als er sie geliebt hatte“ (2. Samuel 13, 15). Aber wenn die Liebe bedingungslos und irrational ist, hört sie nie auf. Um es mit den Worten von Dylan Thomas zu sagen: „Obwohl die Liebhaber verloren gehen, wird es die Liebe nicht [tun] und der Tod wird keine Herrschaft haben.“

Dasselbe gilt für den Hass. Wenn der Hass rational ist, auf Angst oder Missbilligung gestützt ist, die – gerechtfertigt oder nicht – eine gewissen Logik hat, dann kann er damit begründet und zu einem Ende gebracht werden. Aber bedingungsloser, irrationaler Hass kann nicht begründet werden. Es gibt nichts, was man tun kann, um ihn zu addressieren und ihn zu beenden. Er bleibt bestehen.

Das war der Unterschied zwischen den Amalekitern und den Ägyptern. Der Hass der Ägypter und die Angst vor den Israeliten war nicht irrational. Pharao sagte zu seinem Volk:

„Die Israeliten werden für uns zu zahlreich und zu stark. Wir müssen klug mit ihnen umgehen. Andernfalls können sie so viel vermehren, dass – wenn es Krieg gibt – sie sich unseren Feinden anschließen und gegen uns kämpfen und uns aus dem Land vertreiben.“ (Ex. 1, 9-10)

Die Ägypter fürchteten die Israeliten, weil sie zahlreich waren. Sie stellten eine potenzielle Bedrohung für die einheimische Bevölkerung dar. Historiker sagen uns, dass das nicht grundlos war. Ägypten hatte bereits unter einer Invasion von Außenseitern gelitten, den Hyksos, ein asiatisches Volk mit kanaanäischen Namen und Glauben, die während der Zweiten Zwischenzeit des Ägyptens der Pharaonen das Nil-Delta einnahm. Schließlich wurden sie aus Ägypten vertrieben und alle Spuren ihrer Besatzung wurden gelöscht. Aber die Erinnerung überdauerte. Es war nicht irrational für die Ägypter zu befürchten, dass die Hebräer eine weitere Bevölkerung derselben Art war. Sie fürchteten die Israelis, weil sie stark waren.

(Es sei angemerkt, dass es einen Unterschied gibt zwischen „rational“ und „gerechtfertigt“. Die Angst der Ägypter war in diesem Fall sicherlich ungerechtfertigt. Die Israeliten wollten Ägypten nicht übernehmen, im Gegenteil, sie hätten es vorgezogen wegzugehen. Nicht jedes rationale Gefühl ist gerechtfertigt. Es ist nicht irrational, nach der Reportage eines größeren Flugzeugunglücks Angst zu empfinden, trotz der Tatsache, dass es – statistisch gesehen – gefährlicher ist, ein Auto zu steuern als ein Passagier in einem Flieger zu sein. Der Punkt ist einfach, dass rationales, aber ungerechtfertigtes Gefühl im Prinzip durch Argumente geheilt werden kann.)

Genau das Gegenteil trifft auf die Amalekiter zu. Sie griffen die Israeliten an, als sie „müde und erschöpft“ waren. Sie konzentrierten ihren Angriff auf diejenigen, die „zurückblieben“. Wer schwach ist und zurückbleibt, stellt keine Gefahr dar. Das war irrationaler, grundloser Hass.

Bei ratinalem Hass ist es möglich, rational zu urteilen. Außerdem gab es für die Ägypter keinen Grund, die Israeliten noch zu fürchten. Sie waren weggegangen. Sie stellten keine Bedrohung mehr dar. Aber bei irrationalem Hass ist es unmöglich zu rationalisieren. Er hat keine Ursache, keine Logik. Deshalb kann er niemals weggehen. Irrationaler Hass ist so haltbar und hartnäckig wie irrationale Liebe. Der von Amalek symbolisierte Hass dauert „für alle Generationen“. Alles, was man tun kann, ist, sich zu erinnern und nicht zu vergessen, ständig wachsam zu sein und ihn zu bekämpfen, wann und wo immer er auftaucht.

Es gibt so etwas wie rationale Fremdenfeindlichkeit: Angst und Hass des Ausländers, des Fremden, dem, der nicht ist wie wir. Im Menschheitsstadium der Jäger und Sammler war es wichtig, zwischen den Mitgliedern deines Stammes und denen eines anderen Stammes zu unterscheiden. Es gab einen Wettstreit um Nahrung und Territorium. Es existierte kein Zeitalter des Liberalismus und der Toleranz. Der andere Stamm würde dich wahrscheinlich töten oder dich verdrängen, hätte er die Chance.

Die alten Griechen waren fremdenfeindlich und betrachteten alle Nicht-Griechen als Barbaren. So verhalten sich noch viele native Bevölkerungen. Sogar so tolerante Menschen wie die Briten und Amerikaner waren traditionell misstrauisch gegenüber Einwanderer, seien es Juden, Iren, Italiener oder Puerto-Ricaner – und für einige trifft das bis heute zu. Was jedoch passiert ist, dass die Neulinge sich innerhalb von zwei oder drei Generationen akkulturieren und integrieren. Sie werden angesehen als Beitrag zur Volkswirtschaft, der zu Reichtum und Vielfalt der Kultur beitragen. Wenn ein Gefühl wie Angst vor Einwanderern rational, aber ungerechtfertigt ist, geht es schließlich zurück und verschwindet.

Antisemitismus unterscheidet sich von Fremdenfeindlichkeit. Er ist das Paradebeispiel für irrationalen Hass. Im Mittelalter wurden Juden angeklagt, Brunnen zu vergiften, die Pest zu verbreiten und in einer der absurdesten Behauptungen überhaupt – der Ritualmordlegende – wurden sie verdächtigt. christliche Kinder zu töten, um ihr Blut zum Backen von Matzot für Pessch zu benutzen. Das war selbstverständlich unmöglich, aber das hat die Menschen nicht davon abgehalten, daran zu glauben.

Von der europäischen Aufklärung, mit ihrer Verehrung von Wissenschaft und Ratio, konnte erwartet werden, dass all dieser Hass beendet würde. Stattdessen gab es davon eine neue Version, den Rassenantisemitismus. Im neunzehnten Jahrhundert wurden Juden gehasst, weil sie reich waren und weil sie arm waren; weil sie Kapitalisten waren und weil sie Kommunisten waren; weil sie exklusiv waren und sie unter sich blieben und weil sie überall infiltrierten; weil sie an einer alten, abergläubigen Religion festhielten und weil sei Kosmopoliten ohne Wurzeln waren, die an nichts glaubten.

Der Antisemitismus war die höchste Irrationalität des Zeitalters der Vernunft.

Er gab Anlass für einen neuen Mythos, Die Protokolle der Weisen von Zion, eine literarische Fälschung, von Mitgliedern der zaristischen russischen Geheimpolizei gegen Ende des 19. Jahrhunderts produziert. Sie hielt fest, dass Juden die Macht über ganz Europa hätten – dies zur Zeit der russischen Pogrome von 1881 und der antisemitischen Mai-Gesetze von 1882, die etwa drei Millionen Juden, machtlos und verarmt, in die Flucht von Russland in den Westen schickten.

Die Situation, in der sich Juden am Ende befunden haben, was das Jahrhundert der Aufklärung und Emanzipation sein sollte, wurde von Theodor Herzl im Jahr 1897 eloquent erklärt:

Wir haben aufrichtig überall versucht, uns mit den nationalen Gemeinschaften, in denen wir leben, zu fusionieren und nur danach getrachtet, den Glauben unserer Väter zu bewahren. Es wird uns nicht gestattet. Vergeblich sind wir loyale Patrioten, manchmal superloyal; vergeblich bringen wir die gleichen Opfer des Lebens und des Eigentums wie unsere Mitbürger; vergeblich bemühen wir uns, den Ruf unserer Heimatländer in den Künsten und Wissenschaften oder ihren Reichtum durch Handel und Gewerbe zu fördern. In unseren Heimatländern, in denen wir jahrhundertelang gelebt haben, sind wir imer noch als Ausländer verurteilt, oft von Menschen, deren Vorfahren noch nicht hierhergekommen waren in einer eit, als längst jüdische Seufzer im Lande gehört worden waren. … Wenn wir in Ruhe gelassen würden. … Aber ich glaube, wir werden nicht in Ruhe gelassen werden.

Das war zutiefst schockierend für Herzl. Nicht weniger schockierend war die Rückkehr des Antisemitismus in Teilen der heutigen Welt, besonders des Nahen Ostens und sogar Europas, in der lebendigen Erinnerung an den Holocaust. Doch die Thora gibt uns zu verstehen, warum das so ist. Irrationaler Hass stirbt nicht.

Nicht jede Feindseligkeit gegenüber den Juden oder Israel als jüdischem Staat ist irrational, und wo es das nicht ist, kann man es begründen. Aber etwas davon ist irrational. Ein Teil davon ist auch heute noch eine Wiederholung der Mythen der Vergangenheit, angefangen von der Ritualmordlegende bis zu den Protokollen. Alles, was wir tun können, ist zu erinnern und nicht zu vergessen, ihm entgegenzutreten und uns dagegen zu verteidigen.

Amalek stirbt nicht. Aber das tut das jüdische Volk auch nicht. So viele Male über die Jahrhunderte hinweg angegriffen, lebt es noch immer und gibt Zeugnis von dem Sieg des Gottes der Liebe über die Mythen und den Wahnsinn des Hasses.

Shabbat Shalom!

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[1] Natürlich gab es nachfolgende Angriffe durch Amalek (einschließlich, gemäß der Traditon, in Bamidbar 21:1), aber das Dekret, Amalek auszulöschen, wurde nach ihrem ersten Angriff ausgegeben.

Hier auf Englisch nachzulesen und nachzuhören (SoundCloud)!

Übersetzung des englischen Originaltextes und Links: faehrtensuche