Iran: Einblicke in ein „gemäßigtes“ Regime

In einem Interview mit der Zeitung DIE WELT vom 15.02.2016 äußerte sich der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon wie folgt:

„Sie können mich gern anrufen, wenn McDonald’s in Teheran eröffnet. Keine Chance. Das ist pures Wunschdenken.“

***

Durch „United with Israel“ bin ich auf ein Video aufmerksam geworden, das das iranische Staatsfernsehen vor wenigen Tagen ausgestrahlt hat.

In dem Video-Clip werden Kinder angeregt, sich an dem Krieg in Syrien zu beteiligen, um Assad zu retten. Die Kinder singen: „Auf Geheiß meines Führers [Khameneis] bin ich bereit, mein Leben zu geben.“ Das Ziel ist nicht nur, Syrien zu retten, sondern Jerusalem zu erreichen und zu „befreien“.

Ein Blick zurück: Während des Krieges zwischen Iran und Irak schickte das iranische Regime Tausende von Kindern in den Krieg und benutzte sie als Werkzeug zur Räumung der Minenfelder. „Kanonenfutter der Mullahs“, schreibt Matthias Küntzel. Treffender kann man’s wohl kaum ausdrücken!

Hier also das Video:

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Unverbrüchlich an der Seite Israels?

Manche Sätze prägen sich einfach ein, ob man will oder nicht. Sie „sitzen“! So auch der vom ehemaligen Bundespräsident Christian Wulff geäußerte Satz anlässlich des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz am 20.Januar 2012. „Deutschland steht unverbrüchlich an der Seite Israels!“ Der Tagesspiegel hat die Rede im Wortlaut dokumentiert. Andere Politiker, Frau Merkel vorneweg, haben sich in ähnlicher Weise geäußert (oder besser „aus dem Fenster gehängt“?).

Die Zeiten haben sich geändert. Die Zeit der Worte ist vorbei, die „Praxis“ muss erweisen, ob Worte Bestand haben. „Zur Hölle mit Wahrheit und Werten“, schlussfolgerte* bereits vor bald zwei Jahren Mordechai Kedar, als am 24. November 2013 in Genf beschlossen wurde, die Sanktionen, mit denen der Iran belegt worden war, zu lockern – ein Schritt, der nicht in Vergessenheit geraten sollte auf dem Weg hin zum am 14. Juli 2015 abgeschlossenen Atom-Deal. Wie richtig Kedar schon damals lag, hat Deutschland jetzt – als der Deal noch nicht einmal in „trockenen Tüchern“ lag (es fehlte die Zustimmung der UN, die Abstimmung im US-Kongress steht noch aus) – in aller Deutlichkeit in Gestalt seines Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel gezeigt. „Schamlos in den Startlöchern zu stehen“, wie Sarah Honig in ihrem Artikel sagt, erscheint als Charakterisierung richtig und doch fast noch als zu harmlos. Wen wundert’s, wenn die passenden Worte ob Gabriels Verhalten fehlen.

Vic Rosenthal fragt in dem ersten seiner beiden heute erschienenen Artikel, was passieren würde, wenn sie, die Juden, alles tun würden, um die Internationale Gemeinschaft zufriedenzustellen und zu erfreuen. Wer interessiert ist, mag seinen Artikel „Zur Hölle mit der Internationalen Gemeinschaft“, „To Hell with the International Community“ im Original (leider auf Englisch) lesen.

Obwohl sich Vic Rosenthals Artikel nicht auf die am Montag von der UN verabschiedete Resolution bezieht, würde diese Überschrift auch ganz gut zu der erfolgten Abstimmung passen. Worum ging es? Zunächst auf Englisch:

Economic and social repercussions of the Israeli occupation on the living conditions of the Palestinian people  in the Occupied Palestinian Territory, including East Jerusalem, and the Arab population in the occupied Syrien Golan.

Es ging also um die Frage der „wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der israelischen Besatzung auf die Lebensbedingungen der Palästinenser in den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalems, und die arabische Bevölkerung im besetzten syrischen Golan.“

Und das Ergebnis? UN-Watch berichtet mit Datum vom 22.07.2015, dass die UN mit Hilfe der EU (einschließlich Deutschlands!!!) Israel verurteilt hat als „den schlimmsten Verletzer der Welt [!] von wirtschaftlichen und sozialen Rechten„. Wie auf unterem Screenshot zu sehen (zur Vergrößerung auf Abbildung klicken), gab es 2 Enthaltungen (von Honduras und Panama) und 2 Gegenstimmen (USA und Australien). 8 Länder waren abwesend.

Sreenshot_Abstimmung UN-Resolution

Screenshot_Abstimmungsergebnis der Resolution_Quelle: http://blog.unwatch.org/wp-content/uploads/ECOSOC-condemned-Israel.png

Bemerkenswert: In den zurückliegenden Resolutionen wurde die Hamas kein einziges Mal erwähnt, Syrien 13x.

Israel werden Verstöße gegen „die arabische Bevölkerung im besetzten syrischen Golan“ vorgeworfen (s.o.), aber „das mörderische Regime Bashar al-Assads“ wird „nicht verurteilt, nicht einmal erwähnt“ [!].

In den deutschen Medien ist dieses Ereignis keine Erwähnung wert. Google-Ergebnis zurzeit des Verfassens dieses Artikels: Eins! Und das findet sich HIER.

Deutschland steht unverbrüchlich an der Seite Israels„. Dieser Satz, einer von vielen festen Zusicherungen an Israel, hat sich noch fester eingeprägt, allerdings nicht als Fakt, eher als „Persiflage„!!!


*Ich verwies bereits in diesem Artikel darauf!

Der Niedergang der arabischen Geschichte

von Dr. Mordechai Kedar

16. FEBRUAR 2014

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Dr. Mordechai Kedar
Middle East Insights
Januar 2014

Arabische Intellektuelle schauten seinerzeit sehr genau hin, als der nationalstaatliche Wind seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts durch Europa wehte. Sie haben die Entwicklungen studiert, haben sie für gut befunden und haben versucht, sie auch in den Ländern des Nahen Ostens umzusetzen. So kam es letztlich zu den panarabischen Bewegungen, die die Errichtung der Nationalstaaten Marokko im Westen, dem Irak im Osten, Syrien im Norden und Jemen im Süden auslösten. Parallel dazu etablierten die britischen, französischen und italienischen Kolonialmächte lokale Staaten, die versuchten, ihre Existenz auf der Schaffung eines lokalen Bewusstseins zu gründen, wobei dies in Syrien, dem Irak, Jordanien usw. auf Kosten eines inbegriffenen arabischen Bewusstseins geschah und letztlich zur Bildung der Arabischen Liga führte.

Das positive Image, das die Sowjetunion in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts genoss, hat das Aufblühen von Bewegungen ausgelöst, aus denen sich der arabische Sozialismus von Gamal Abd al-Nassar und die Baath-Partei ableitete, die in Syrien und im Irak herrschte. Andere wurden durch den westlichen Liberalismus inspiriert, und man versuchte, ihn zu imitieren, und dann gab es noch jene, die im Gegensatz dazu ein monarchistisches Modell angenommen hatten, das auf einer lokalen Tradition basierte und sich mit einer pseudo-westlichen Verfassung umgab.

Der rote Faden, der sich durch alle diese Ideologien zog, war die Tatsache, dass hinter all diesen Bewegungen der Versuch stand, eine neue Substanz und ein modernes Selbstverständnis für die arabische Gesellschaft zu finden, mit dem Ziel, die traditionelle Substanz abzulösen, die eine Kombination aus dem Stammeswesen und dem Islam war, was die beiden grundsätzlichen  Elemente des kollektiven Bewusstseins im Nahen Osten sind. Die Basis für alle neuen Ideologien war die Tatsache, dass man sich jetzt auf eine einzelne arabische Nation mit einzigartigen Eigenschaften bezog, in der die Anpassung von westlichen Ideologien an die besonderen Bedingungen des arabischen Ostens erforderlich wurde.

Im Laufe der Jahre war das eigentliche Ergebnis nur ein Kartenhaus, hohle Phrasen und gescheiterte Ideen, die es nie wirklich geschafft haben, ein gemeinsames Bewusstsein mit einer festen und allgemein anerkannten Substanz zu erschaffen, die, so hatte man gehofft, sich in den Herzen der Massen manifestieren sollte, um die übermächtig starke, grundlegende Loyalität gegenüber den religiösen Traditionen und gegenüber dem Stammeswesen abzulösen. Wir sehen den Beweis davon – in vielfältigen Ausprägungen – an den Entwicklungen der letzten drei Jahre, die den Zusammenbruch dieser vielen leeren Ideen ausgelöst haben, jene Ideen, die den öffentlichen Bereich in den letzten Jahrzehnten durchdrungen hatten.

Der arabische Nationalismus, der von der Arabischen Liga und seinen Institutionen, unter anderem auch auf dem arabischen Gipfel, formuliert wurde, hat sich jedoch erwiesen, nichts anderes als ein Feigenblatt zu sein, um die Blöße der internen Querelen, der Intrigen, der Rachegelüste, des Hasses, des Neides und des Konkurrenzdenkens zu bedecken, wovon jede kollektive Handlung der arabischen Länder belastet wurde.

Auch die vielbeschworene arabische Solidarität hat sich erwiesen, nicht mehr als ein Klischee und ein sinnentleerter Slogan zu sein, weil die arabischen Länder bei einem Angriff durch ausländische Mächte nicht nur einander nicht unterstützt haben, sondern zudem auch gegeneinander gekämpft haben, was im absoluten Widerspruch zur Gründungsurkunde der Arabischen Liga steht. Während der letzten drei Jahre waren wir Zeuge der offenen militärischen Verstrickung Katars, Saudi-Arabiens und anderer Staaten in Libyen, Syrien, Bahrain und dem Jemen. In einigen Fällen war das ausländische Eingreifen sogar gewollt, um die jeweiligen Machthaber zu stärken, und in anderen Fällen war wiederum die Unterstützung der Gegner jener Machthaber beabsichtigt. Außerdem gibt es das unveränderliche Verschwörertum von Al-Jazeera, dem Fernsehkanal der Moslembruderschaft, der von Katar aus sendet und seit seiner Gründung im Jahre 1996 einen Medien-Dschihad gegen die arabischen Machthaber geführt hat.

Diese Machthaber, oder genauer gesagt, diese Diktatoren, von Gamal Abd al-Nassar bis Saddam Hussein, von Gaddafi bis Assad (der Vater wie der Sohn), haben in der vorherigen Generation Hunderttausende ihrer eigenen Bürger ohne Mitgefühl abgeschlachtet, nicht etwa diejenigen anderer Länder, und das alles natürlich im Namen des Nationalismus und des Patriotismus. Sie sind gemeinhin akzeptierte Gäste auf Kongressen, Konferenzen, Empfängen und in den Fluren der Macht gewesen, und jeder Politiker will unbedingt mit ihnen zusammen abgelichtet werden. Es gab sogar einige Politiker unter den arabischen Bürgern Israels, die vor ein paar Jahren nach Libyen gingen, um sich zusammen mit dem Massenmörder fotografieren zu lassen, der dort über 42 Jahre geherrscht hat. Ihr Verhalten bringt alle Bestrebungen des Nationalismus und des Patriotismus in Verruf, der durch ihre Propagandamaschinerie ausposaunt wird, und die einfachen Bürger von der Straße können diese Botschaften einfach nicht mehr hören, die sie zu verbreiten versuchen.

Der arabische Bürger hat, im Vergleich zu Bürgern anderer Länder in der Welt, ein erstaunlich niedriges Vertrauen zu seinem Staat. Der einfache arabische Mann von der Straße ist unzweifelhaft davon überzeugt, dass die Regierung seines Landes korrupt und verdorben ist und einzig zu Gunsten derjenigen agiert, die auf der Lohnliste des Staates stehen. Sie missbrauchen das Regierungsamt und die damit verbundene Autorität für den persönlichen Gewinn durch Bestechlichkeit und Korruption. Es gibt ein allgemeines Gefühl der Verzweiflung unter den Menschen auf der Straße wegen der Unfähigkeit der Araber, einen geregelten, modernen Staat mit Transparenz der Regierung und wirtschaftlicher Fairness zu führen. Die Gewalt, die die Regime in arabischen Staaten seit Jahrzehnten angewandt haben, entfremdet sie von der Mehrheit der Bevölkerung und schafft eine tief eingewurzelte Feindschaft zwischen dem Regime und den Bürgern. Dennoch, parallel dazu gibt es auch ein Verständnis dahingehend, dass eine Regierung ohne Anwendung von Gewalt innerhalb der arabischen Welt nicht in der Lage wäre,  ein geregeltes und effizientes System auf Dauer aufrechtzuerhalten.

Die Anwendung von Gewalt durch die Regierung existiert sowohl auf nationaler, staatlicher Ebene, wie auch im kommunalen Bereich. Staatliche Organisationen, wie das Militär, Polizei und Ministerien leiden unter ähnlichen Missständen. Das Niveau der familiären Gewalt ist im Nahen Osten höher als in anderen Regionen der Welt, und die arabische Frau wird mehr unterdrückt, als irgendwo sonst in der Welt.

Die arabische Loyalität gegenüber den Palästinensern hat sich ebenso erwiesen, nichts anderes als ein sinnentleerter Slogan zu sein. Was haben die arabischen Länder getan, um das Leiden der Flüchtlinge von 1948 zu vermindern, die auf „Flüchtlingslager“ beschränkt sind? Die Palästinenser in Judäa, Samaria und Gaza halten ihre Brüder weiter in den Flüchtlingslagern!! Was haben die arabischen Behörden mit den Milliarden an Fördermitteln getan, die sie im Laufe der vergangenen Jahre aus allen Teilen der Welt für die Flüchtlinge erhalten haben? Wohin sind all die Spendengelder verschwunden, die die Welt über die Jahre hinweg für die Flüchtlinge aufgebracht hat? Haben nicht arabische Länder wie Ägypten und  Jordanien einen Friedensvertrag mit Israel abgeschlossen, auch ohne dass das palästinensische Problem gelöst wurde? Es scheint, dass die besonderen Interessen dieser Länder über die fadenscheinigen Slogans der angeblichen Solidarität mit den Palästinensern obsiegt haben. Die Ereignisse, die man in den letzten Tagen im Flüchtlingslager Jarmouk in Syrien beobachten konnte, beweisen doch nur, wie lieb und teuer die Palästinenser in den Herzen der anderen Araber wirklich sind.

Sogar die Bedrohung von Seiten des Iran, die kürzlich im Nachgang der Genfer Vereinbarung noch mehr an Bedeutung gewann, hat es nicht geschafft, die Araber zu vereinigen. Aus dieser Verzweiflung heraus knüpfen sie deshalb auch hinter den Kulissen Beziehungen mit Israel, in der Hoffnung, dass Israel sie vielleicht vor den Iranern retten wird. Hassan Nasrallah nennt diese Araber jedoch „falsche Männer“ [fake men], und das arabische Lexikon kennt eigentlich kein schärferes Wort der Verunglimpfung.

Mehr als ein hundert Millionen Araber leben weit unter der Armutsgrenze, und ihr Leben ist durch Krankheit, Unwissenheit und Verwahrlosung gekennzeichnet. Andererseits führt eine sehr kleine Oberschicht von Arabern ein luxuriöses Leben als Milliardäre in den Ölländern sowie an anderen Orten. Die wirtschaftliche Solidarität innerhalb der „arabischen Nation“ ist annähernd bei Null, und eine echte Fürsorge für die Armen, die Waisen und die Witwen ist fast nicht existent. Das Fehlen der wirtschaftlichen Solidarität ist das Ergebnis der Schwächung der sozialen Solidarität. Die Rücksicht auf menschliche Werte in der arabischen Welt ist äußerst niedrig angesiedelt. Deshalb liegt die Sorge nach Lebensqualität auf einem ziemlich niedrigen Niveau.

Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen

Während der letzten drei Jahre, infolge des Verfalls der modernen Ideologien und der Schwächung der arabischen Regime, haben die Geier der Al- Qaeda damit begonnen, diesen schwachen und kranken Körper der arabischen Nation anzupicken. Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen. Überall dort, wo ein Staat nicht mehr richtig funktioniert, kommen die Terroristen aus aller Welt, um dort einen „islamischen Staat“, zu gründen. Das ist so im Irak, in Syrien, in Libyen, im Jemen und im Sinai, ebenso auch in Somalia, Mali, Nigeria, Afghanistan und Pakistan. Das Hauptziel dieser Agenten des Todes ist die arabische Nation, und die Zahl der Moslems, die sie getötet haben, ist viel größer, als die Zahl der „Ungläubigen“, die im Feuer getötet worden sind, dass sie überall dort entfachen, wo sie dazu in der Lage sind. Die Al-Kaida hat Allah in einen Schlachtfeldkrieger verwandelt, und er kämpft gegen die eigenen gläubigen Moslems.

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Vor ein paar Jahren hieß es in einer ägyptischen Zeitung, dass die arabische Nation ein toter, eingefrorener Körper im Leichenhaus ist, für den keiner den Mut aufbringt, eine Sterbeurkunde auszufüllen. Ich überlasse dem verehrten Leser die Entscheidung darüber, wie korrekt und angemessen die damalige Einschätzung des Verfassers war.

Quelle: The Demise of the Arab Narrative by Dr. Mordechai Kedar

Übersetzung: R.L. (Vielen herzlichen Dank! 🙂 )

Zwei entscheidende Dinge

in der Syrienfrage!

Bundesaußenminister(darsteller) Westerwelle:

„Jetzt sind zwei Dinge entscheidend: Erstens muss Syrien seinen Ankündigungen zur Chemiewaffenkontrolle und Vernichtung nachprüfbare Taten folgen lassen.

Zweitens muss Russland als bisherige Schutzmacht des Diktators endlich genügend Druck auf das Regime ausüben, damit es nicht weiter auf Zeit spielt.“

Erstens: „Nachprüfbare Taten“ sehen so aus:

Assad versteckt seine Chemiewaffen bei arabischen Verbündeten

Report: Syria transported chemical weapons to Iraq

Report: Syria is transferring chemical weapons to Hezbollah to avoid international inspection

http://www.worldjewishdaily.com/chem-weapons-hezbollah.php

Zweitens: Frage: Was führt Westerwelle zur zweiten „entscheidend“[en] Aussage“? Wo steht Russland? Hat Putin etwa die Seite(n) gewechselt?

Festzuhalten gilt: Für alles gibt es eine Lösung, einen Code sozusagen, jedenfalls, wenn man Westerwelle heißt. Er hat es bereits oft genug betont und betont es auch jetzt:

„Es gibt wieder eine Chance für die Diplomatie, …“

Wer hat da noch Worte? …

Das Schweigen der freien Welt, außer natürlich, wenn es um Israel geht

Es sind jene progressiven, liberalen Medien, die einerseits einen Bericht über ungefähr 133.000 Kinder abgedruckt haben, die von Islamisten in Somalia getötet wurden. Aber die Hauptschlagzeile war eine andere. Noch am selben Tag, auf derselben Seite jener Zeitung, die ein treuer Vertreter der liberalen Presse ist, erschien die Hauptschlagzeile über den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, der es gewagt hat, ein nationales Referendum über einen zukünftigen Friedensvertrag mit den Palästinensern zu indossieren.

Von Ben-Dror Yemini

Times of Israel
28. August 2013

Es ist nicht Russland und China, die der internationalen Gemeinschaft Schande machen. Es ist vielmehr die freie Welt, die über viele Jahre hinweg zu Heuchelei, zu einer Doppelmoral und zur Beschwichtigungspolitik neigt, während man als Gegenleistung für diese Haltung immer mehr Gewalt erntet. Es ist diese Freie Welt, deren „Menschenrechtsaktivisten“ mit dem Apparat des Bösen sympathisieren, aber im Gegenzug wird immer noch mehr Gewalt produziert. Falls die Freie Welt nicht ohnehin bereits zum Instrumentarium des Bösen geworden ist, so wird dieses Instrumentarium des Bösen eben irgendwann die freie Welt erreichen, und dies geschieht bereits.

Ungefähr 1.300 Syrier wurden an nur einem Tag abgeschlachtet, und dennoch sind die Straßen in Paris, London, Madrid und Brüssel leer. Immerhin ist es kein Geringerer als die Freie Welt, die eine neue und äußerst merkwürdige moralische Richtung eingeschlagen hat. Gemäß dieser moralischen Ausrichtung können Dutzende, Hunderte, Tausende oder auch Zehntausende von Schicksalsschlägen in der moslemischen, arabischen oder in der Dritten Welt die weltweite Friedensbewegung nicht mobilisieren. Dies ist auch in dieser Woche nicht geschehen. Und das läuft nun schon seit Dutzenden von Jahren so.

Wo war diese so genannte Freie Welt, als Hunderttausende in Ruanda niedergemetzelt wurden? Wo war sie, als Hunderttausende in Darfur abgeschlachtet wurden? Wo war die Freie Welt, als Sri Lanka 40.000 Tamilen abschlachtete? Wo war sie, als Russland die Rebellen in Tschetschenien unterdrückte und im Zuge dessen auch Hunderttausende von Unschuldigen tötete? Die Freie Welt war einfach nur still. Über Dutzende von Jahren bis heute hat die Freie Welt gegenüber der Dritten Welt deutlich gemacht: Das ist nicht unser Anliegen. Also warum fordern China und Russland, sich jetzt irgendwie anders zu verhalten?

Die internationale Gemeinschaft gründet unzählige „Menschenrechtsgruppen“, aber diese Organisationen haben überhaupt keine Verbindung zur realen Welt. Immerhin gehen die „Menschenrechtsaktivisten der Freien Welt“ niemals in Massen auf die Straßen, um gegen die Politik der Ausrottung zu protestieren, die im Iran, bei der Hamas, bei den Taliban, der Hisbollah und bei anderen Dschihad-Organisationen praktiziert wird. Sie bevölkern niemals die Straßen, um gegen diejenigen zu protestieren, die sich die Vernichtung auf die Fahnen geschrieben haben, und die, wie etwa die Hamas und die Hisbollah, ganz offen erklären, dass die Juden ausgerottet werden sollten. Vielmehr  protestieren sie natürlich nur gegen Israel, das versucht, gegen diesen Apparat des Terrors und der Vernichtung anzukämpfen.

Es ist diese Freie Welt, in der Akademiker wie Noam Chomsky und Norman Finkelstein Pilgerfahrten zu den Führern der Hisbollah unternehmen. Da sind die Intellektuellen, die Autoren und der Nobelpreisträger wie Mairead Maguire, die sich auf Schiffe begeben, um mit dem Regime der Hamas zu sympathisieren. In einem kann man sich sicher sein: Wann immer sie von humanitärer Solidarität sprechen, so bezieht sich diese Solidarität auch auf die Regierung der Hamas.

Die Freie Welt sieht absolut keine Notwendigkeit, bei jedem Konflikt in der Welt einzuschreiten. Natürlich gibt es ja auch nicht bei jedem Konflikt den Ruf nach einem solchem Eingreifen. Das ist hier auch nicht der Punkt. Eine zögerliche Haltung ist in diesem Zusammenhang ja durchaus legitim. Immerhin kämpft im syrischen Konflikt ja auch keine moralisch gute Partei gegen das Böse. Das Problem sind vielmehr die „fortschrittlichen“ Kreise in der Freien Welt, wenn sie mit dem Bösen sympathisieren und  andererseits gegen jene zu Felde ziehen, die das Böse bekämpfen wollen. Immerhin sind aber jene Menschen, die bislang stillgehalten haben, auf die Straßen im Westen geströmt, als Israel in einen Krieg gegen das Böse hineingezogen wurde.

Gemäß dieser neuen moralischen Ausrichtung wird Israel als kampfes- und streitlustig angesehen, weil es gewagt hatte, Syriens Nuklearanlagen und zuvor Iraks Kernreaktoren anzugreifen. Wo würde die Freie Welt wohl heute stehen, wenn Israel nicht diese Mittel der Massenzerstörung vernichtet hätte? Und wie sieht es aus mit den Auswirkungen der riesigen Verbrechen, die in dieser Woche durch die Achse des Bösen, konkret „Hisbollah – Syrien – Iran“, begangen wurden, oder wie verhält es sich mit dem iranischen Atomprogramm? Stellt der Iran wirklich „keine Gefahr dar“, wie viele „Experten“ argumentieren?

In den letzten Jahrzehnten hat die moslemische Welt Hunderttausende von Schicksalsschlägen und Millionen von Flüchtlingen verursacht. Araber und Moslems haben wiederum Araber und Moslems getötet. Statistisch gesehen ist Israels Beitrag zur globalen Gewalt dagegen fast gleich Null. Und dennoch haben die „Menschenrechts aktivisten der Freien Welt“ gegen Israel protestiert. Aber sie haben eben nicht gegen das eigentliche Übel protestiert. Sie haben nicht gegen die Hamas protestiert, die seit Jahren der Schützling des Iran war. Sie haben nie gegen das Reich des Bösen protestiert, sondern vielmehr gegen diejenigen, die versucht haben, sich gegen dieses böse Reich zu verteidigen.

Es ist die Freie Welt, die meint, dass die Moslems unterdrückt werden, und dass es ihnen deshalb „erlaubt sein muss, in dieser Weise zu handeln“. Es ist die Arabische Liga, die die Logik der Freien Welt angenommen und Sudans Führer, Omar Al-Bashir, voll und ganz Unterstützung gewährt hat, der für den Rassenmord von Hunderttausenden von Menschen in Darfur verantwortlich ist. Und es ist Recep Erdogan, der Günstling von Barack Obama, der genau diesen sudanischen Führer Al-Bashir mit einer Umarmung begrüßt hat.

Es sind die Medien der Freien Welt, die die meisten Völkermorderklärungen fast komplett ignoriert haben, die von Seiten der Hamas und der Hisbollah verbreitet wurden. Es ist das UN-Menschenrechtskomitee, das von rückwärts gerichteten Staaten beherrscht wird, die unter anderem jenes schändliche Dokument, bekannt unter dem Namen „Goldstone- Bericht“ herausgebracht haben, während die westlichen Länder allesamt mit dem UN-Menschenrechtskomitee kooperiert und dessen Arbeit legitimiert haben.

Es sind jene progressiven, liberalen Medien, die einerseits einen Bericht über ungefähr 133.000 Kinder abgedruckt haben, die von Islamisten in Somalia getötet wurden. Aber die Hauptschlagzeile war eine andere. Noch am selben Tag, auf derselben Seite jener Zeitung, die ein treuer Vertreter der liberalen Presse ist, erschien die Hauptschlagzeile über den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, der es gewagt hat, ein nationales Referendum über einen zukünftigen Friedensvertrag mit den Palästinensern zu indossieren.

So sehen die Verhältnisse aus. Das ist die moralische Ausrichtung. Das ist die Freie Welt. So verhalten sie sich, die „Menschenrechtsaktivisten der Freien Welt“. Das ist die Presse der Freien Welt. Also bitte, beklagen sie sich nicht über Russland und China, denn sie hatten und haben einen guten Fremdenführer; im Namen der Beschwichtigungspolitik und der politischen Korrektheit haben wir uns eine heuchlerische und kraftlose Welt erschaffen. Wir haben Beschwichtigung und Ausgleich gewollt; bekommen haben wir dafür jedoch noch viel mehr Gewalt und Mordlust.

Wenn der Tag kommt, an dem die Vernichtungsmaschinerie, zu der die Hamas, die Hisbollah, der Iran, die Al-Qaida, Syrien und die anderen Tentakel des Ungeheuers gehören, versucht, ihren offen erklärten Wunsch in die Tat umzusetzen, Israel auszurotten, dann soll Israel allein gelassen werden. Die heuchlerische Welt würde sich dann nicht aufmachen, genauso, wie sie sich nicht aufmachte, um die in Syrien abgeschlachteten Tausenden von Menschen zu retten. Jedoch wird diese Vernichtungsmaschinerie auch die freie Welt erreichen. Sie ist bereits auf dem Weg.

Quelle:
http://calevbenyefuneh.blogspot.de/2013/08/the-free-worlds-silence-except-when-it.html#more

Übersetzung: R.L. (Vielen Dank! :-))