Appell zum 9. November …

… von Chaim Noll:

„Ich wende mich an die deutschen Juden, an ihre Freunde in Deutschland, an die Freunde Israels, vor allem an ihre offiziellen Vertreter, den Zentralrat der Juden in Deutschland, die Gemeinde-Funktionäre und Rabbiner, an die Deutsch-Israelischen Gesellschaften, an die wenigen pro-israelischen Politiker in diesem Land: Bleiben Sie diesen unwürdigen, zutiefst verlogenen Veranstaltungen fern. Zeigen Sie der Welt, dass es in Deutschland kritische Menschen gibt, darunter auch Juden mit Rückgrat, die der hinterhältigen Nahost-Politik, der verräterischen Doppelzüngigkeit der jetzigen Bundesregierung nicht zustimmen. Zeigen Sie, dass der Arafat-Verehrer Steinmeier, derzeit Bundespräsident, nicht für Sie sprach, wenn er dem mörderischen Regime im Iran „im Namen seiner Landsleute“ zum vierzigsten Jahrestag seiner blutigen Machtergreifung gratulierte. Machen Sie deutlich, dass Außenminister Maas, als er lächelnd und nett gekleidet in der UNO-Vollversammlung saß und dort an einem einzigen Tag 16 anti-israelischen Resolutionen zustimmte, nicht Ihre Interessen vertrat, sondern die einer kleinen, unbeliebten Politiker-Kaste.

Überlassen Sie diese Feiern den deutschen Politikern, die sich dort selbst beweihräuchern werden wie jedes Jahr: ihre Toleranz und Menschenliebe, ihre gönnerische Herablassung, Juden ein Lebensrecht und dem Staat Israel ein Existenzrecht zuzugestehen. Zum Glück sind wir nicht von der Gnade dieser Politiker abhängig – es wäre glatter Selbstmord. Es ist eine Schande, ein Schmerz, wie sie die Shoah missbrauchen, um von ihrer juden- und israelfeindlichen Politik abzulenken. „Nie wieder!“. Und dabei geschieht es täglich.“

Aus: Chaim Noll, Eine Schande, ein Schmerz

Israel-Diffamierung pur in der ARD — Dr. Korenz Blog

Zitat

Diese Propaganda-Sendung für die Banalisierung des arabischen Terrors gegen Israel und seine jüdische Bevölkerungsmehrheit läuft/lief zur Zeit gerade im Ersten Programm der ARD. Tendentieller, Fakten-verdrehender, anti-israelischer und bösartiger gegen den jüdischen Staat kann eine Sendung kaum sein. Ist schon der Beitrag in seiner gesamten Aufmachung ein von widerwärtiger Sympathie mit dem arabischen Mordterror gegen jüdisches […]

über Israel-Diffamierung pur in der ARD — Dr. Korenz Blog

Vergangenheitsbewältigung auf Deutsch

Oder: Auf welche Art und Weise sich die Deutschen an den Holocaust erinnern

von Roie Yellinek, 10.06.2019

Originalartikel: How Germans Remember the Holocaust

Die im Dokumentationszentrum des Reichsparteitagsgeländes, einem Museum in Nürnberg, ausgewählten Informationen der Ausstellung geben Aufschluss darüber, welche Wege das deutsche Volk gewählt hat, sich an den Holocaust und die Zeit der Nazi-Herrschaft zu erinnern.


Die nationalsozialistischen Rassengesetze, die zur Ermordung von Millionen von Juden im Holocaust führten, wurden in der Stadt Nürnberg erlassen. Nürnberg ist eine durch und durch deutsche Stadt, und die Ereignisse, die dort stattfanden, haben eine besonders große Bedeutung im deutschen Geschichtsbewusstsein.

In Nürnberg hat Deutschland im nördlichen Gebäudeflügel der nicht fertiggestellten Relikte der Kongresshalle ein Museum errichtet, auf dem Gelände der großen Kundgebungen der NSDAP. Dieses Gebiet wurde Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten bombardiert.

Das Einführungsvideo des Museums ist sehr bemüht, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander zu verbinden. Es kontrastiert das, was heute im Bereich des Museums existiert (grünes Gras, Sportanlagen, ein See) mit dem, was es dort früher gab (ein riesiges Bauvorhaben, das den Namen Hitlers und seiner Partei verherrlichen sollte).

Was das Video nicht tut ist, die Folgen der Entscheidungen, die an diesem Ort getroffen wurden, anzusprechen. Es versucht, ein beruhigendes, allgemeines Bild eines weiteren historischen Museums zu schaffen, anstatt sich auf den einzigartigen Status des Ortes als ehemaliges Epizentrum der NSDAP zu konzentrieren.

Das Video drückt Neugier und sogar Stolz auf die enorme Größe des Bauprojekts der Nazizeit aus ohne einen Anhaltspunkt für Schuld oder ein Verständnis für seine historische Bedeutung zu vermitteln. Das geschmeidig aufbereitete Video wird von angenehmer Musik begleitet und die darin auftretenden Akteure sind alle jung und „cool“.

Das Museum selbst zeigt den historischen Prozess, der mit der Geburt Hitlers begann und mit den Nürnberger Prozessen, die nach Kriegsende stattfanden, endete. Auffällig ist die mangelnde Berücksichtigung des Holocausts sowie die Art und Weise, wie das Museum die Nürnberger Prozesse präsentiert.

Die Sprache des Museums ist natürlich Deutsch, aber den Besuchern werden Kopfhörer zur Verfügung gestellt, damit sie die Bildunterschriften verstehen können. Leider gehört Hebräisch nicht zu den angebotenen Sprachen. Der Auftrag des Museums scheint eher ein nach innen gerichter zu sein und der deutschen Öffentlichkeit eine bequemere Sichtweise auf die Ereignisse in Nürnberg zu ermöglichen.

Die Ausstellung beginnt mit dem Umfeld, in dem Hitler aufgewachsen ist und aus dem er seine mörderische Ideologie entwickelte. Sie präsentiert sein Buch Mein Kampf als wertvolles und seltenes Objekt, obwohl es in vielen Teilen der westlichen Welt weder zum Verkauf noch zur Weitergabe zugelassen ist. Das Museum diskutiert die Folgen des Ersten Weltkriegs für die Deutschen, darunter die Beeinträchtigung des Nationalstolzes und der finanziellen Situation des Landes. Es scheint, als wolle es darauf hindeuten, dass die Deutschen von den harten Realitäten, denen sie nach dem Ersten Weltkrieg ausgesetzt waren, in den Krieg getrieben wurden, eine Botschaft, die sie zumindest teilweise von der Schuld für ihre spätere Völkermordgeschichte befreit.

Das Museum widmet einen großen Ausstellungsraum dem innerdeutschen Widerstand gegen die NSDAP, den es als große Bewegung darstellt. In Wirklichkeit war dieses Phänomen marginal und nahezu vollkommen ineffektiv. Das Framing des Museums versucht, den Krieg und den Holocaust als Ereignisse auszumalen, die den Deutschen fast aufgedrängt wurden, nicht als nationalsozialistische Initiativen, die ohne die Beteiligung und Unterstützung der überwiegenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht hätten realisiert werden können.

Diese Partizipation wird vom Museum erwähnt, aber auf eine Weise, die nostalgisch erscheint. Einmal im Jahr fanden in Nürnberg nationalsozialistische Festivitäten statt und das Museum weist mehr als einmal darauf hin, dass Hitler selbst am Hauptbahnhof der Stadt eintraf, um diejenigen zu begrüßen, die zu den Feierlichkeiten gekommen waren.

Im gesamten Museum wird der Holocaust nur dreimal erwähnt, mit einer weiteren indirekten Erwähnung. Dieses Herunterspielen des Holocausts veranschaulicht das revisionistische Narrativ, das das Museum zu fördern versucht.

Bei seiner ersten Erwähnung (Aussstellung 1605) erscheint der Holocaust (im Vergleich mit den übrigen Darstellungen) mit einer sehr kurzen Erklärung der systematischen Vernichtung jüdischer und nicht-jüdischer Menschen in den Konzentrationslagern – ein Programm, das von den Deutschen geplant, erstellt und betrieben wurde. Die Bildunterschrift besagt, dass etwas mehr als die Hälfte der Opfer in Konzentrationslagern ermordet wurde, der Rest starb an Krankheiten, Unterernährung und anderen Ursachen. Auch das klingt nach einem Versuch, die Schuld der Nazis zu reduzieren.

Die zweite Erwähnung sind zwei verschwommene Bilder von Körperhaufen. Die Körper haben keine Gesichter oder Namen, und die Bilder sind aus großer Entfernung [dargestellt]. Das reduziert das Ausmaß des abgebildeten Grauens und mildert die Tatsache, dass die auf den Bildern gezeigten Todesfälle das Ergebnis der Entfaltung der in früheren Abteilungen des Museums dargestellten schrecklichen Dinge waren.

Das dritte Mal wird der Holocaust beim Denkmal für die sechs Millionen Toten (Ausstellung 2002) erwähnt, das in Zusammenarbeit mit dem Holocaust-Museum Yad Vashem und anderen Organisationen errichtet wurde. Der Hinweis auf dem Denkmal bezieht sich auf „Menschen“, nicht auf „Juden“, obwohl die Namen darauf jüdisch sind und die Zahl ausschließlich mit dem NS-Völkermordversuch gegen das jüdische Volk identifiziert wird.

Das Museum ist nicht bestrebt, den sorgfältig geplanten Völkermordversuch anzusprechen. Es anonymisiert die Opfer und entzieht ihnen jede spezifisch ethnisch-religiöse Identifikation. Damit versuchen die Museumsplaner im Auftrag der Nürnberger Stadtverwaltung und anderer deutscher Amtsträger die Geschichte der nationalsozialistischen Gräueltaten umzuformen.

Der letzte Teil des Museums befasst sich mit den Nürnberger Prozessen. Er beschreibt sie als einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des modernen Völkerrechts und zeigt ein nicht unerhebliches Maß an lokalem Stolz. Die Gründer des Museums verwischen die Tatsache, dass die Richter Amerikaner waren (und andere), während die Verbrecher Deutsche waren oder mit ihnen in Verbindung standen.

Das Museum, seine Planer und die an seiner Gründung Beteiligten haben versucht, sich und dem deutschen Volk eine Geschichte zu bescheren, die leichter zu ertragen ist als die historische Realität. Das Narrativ des Museums besagt, 1.) dass die Deutschen in eine Situation geführt wurden, die sie nahezu gezwungen hatte, den Krieg zu beginnen; 2.) dass während des Nazi-Regimes Dinge passierten, auf die die Deutschen stolz sein können; 3) dass die Deutschen ebenfalls Opfer und einige von ihnen gegen das Regime waren und 4.) dass der Holocaust an den Rand des historischen Gedächtnisses gehört.

Das Museum ist ein Versuch, das kollektive deutsche Gedächtnis zu betäuben und das deutsche Volk von der enormen Schwierigkeit zu befreien, im Schatten seiner Vergangenheit zu leben. Diese Botschaft macht es einfacher, die deutsche Feindseligkeit gegenüber Israel, dem einzigen jüdischen Staat der Welt, zu rechtfertigen. Wenn die Deutschen den Iran unterstützen, der danach trachtet, Israel zu zerstören, ist es an uns, sie an ihre wahre Geschichte zu erinnern, ob sie sie hören wollen oder nicht.

Roie Yellinek ist Doktorand in der Abteilung für Nahoststudien an der Bar-Ilan-Universität, Mitglied des Kohelet Policy Forums und des China-Med-Projekts sowie freier Journalist.

Übersetzung: faehrtensuche


Auch zum Thema Vergangenheitsbewältigung:

Henryk M. Broder, Das Jüdische Museum in Berlin will kein jüdisches Museum sein, 17.10.2018

Henryk M. Broder, Das Jüdische Museum Berlin macht sich nackig, 12.06.2019

Gedanken zum 6. Juni …

… von Max Zimmer in: Deutschland und der 6. Juni – nicht länger lernfähig

„Dieser Tag [6. Juni 1944] steht symbolisch für die Niederlage von Nazi-Deutschland gegen die westlichen Demokratien, die das NS-Regime neben dem “jüdischen Bolschewismus“ im Osten bis zu seinem Niedergang als den ideologischen Todfeind Deutschlands propagiert hat.

[…]

Der Antisemitismus der Nazis äußerte sich damals genau so wie der moderne Antisemitismus in dem Glauben an eine “jüdische Ostküste“ in den USA, wohlhabende jüdische Bankiers oder auch “Zionisten“, die von dort aus über die Hochfinanz die amerikanische Regierung kontrollieren würden. Was damals zu Propaganda Filmen wie “die Rothschilds“ oder “Jud süß’“ und schlussendlich der Shoa geführt hat, geistert bekanntlich noch heute als leicht abgeänderte Verschwörungstheorie durch das Internet.

Die Nationalsozialisten sahen die westlichen Demokratien, die Vereinigten Staaten und selbstverständlich Großbritannien also als ihre Feinde, gegen die sie sich in ihrem Größenwahn behaupten wollten.

Nach dem Krieg und der Gründung der Bundesrepublik schien Deutschland aus der Geschichte gelernt zu haben.

[…]

Die EU wird nach deutschem Willen geformt, viele andere Länder fühlen sich besetzt, und die USA und Großbritannien sehen von außen zu.

Die Linken skandieren “nie wieder“, und gucken in Richtung AfD.

Ich gucke kritisch auf die aktuelle Politik und frage mich, ob das wirklich ‚aus der Geschichte lernen‘ sein soll.“

Den ganzen Artikel lesen!

Das „neue Deutschland“ und die Kippa

Originalartikel: The “New Germany” and the Kippah

von Rabbi Benjamin Blech, 27.05.2019

The “New Germany” and the Kippah

Bild aus dem Originalartikel übernommen.

Die Empfehlung der Regierung, nicht überall eine Kippa zu tragen, ist eine entsetzliche Erinnerung an eine gescheiterte Holocaust-Strategie.

„Aufgrund unserer Traditionen behalten wir seit vielen, vielen Jahren unser [inneres] Gleichgewicht. Hier in Anatevka haben wir Traditionen für alles: wie man schläft, wie man isst … wie man arbeitet … wie man sich kleidet. Zum Beispiel halten wir unsere Köpfe immer bedeckt und tragen immer einen kleinen Gebetsschal, der unsere ständige Hingabe an Gott zeigt. Sie mögen sich fragen: „Wie ist diese Tradition entstanden?“ Ich sage es Ihnen! Tradition.“ – Tevye, Fiddler on the Roof

Am 1. September 1941 erließ das Bundesinnenministerium auf Initiative von Reichsminister Joseph Goebbels den Befehl, dass ab dem 19. September 1941 alle Juden des Reiches und des Protektorats ab 6 Jahren den jüdischen Stern zu tragen hätten („Judenstern“). Der Befehl sah vor, dass das handtellergroße Abzeichen auf ihre Kleidung genäht wird, auf der linken Seite der Brust, auf Herzhöhe, um an einem öffentlichen Ort sichtbar zu sein.

Als Nazi-Funktionäre das jüdische Abzeichen einführten, taten sie dies auf eine intensivierte systematische Art und Weise als Auftakt zur Deportation von Juden in Ghettos und Tötungszentren im deutsch besetzten Osteuropa. Juden mussten als Juden identifiziert werden – um sicherzustellen, dass nicht einer von ihnen der Vernichtung entkommt.

An diesem Wochenende haben wir erfahren, dass das „neue Deutschland“ die Juden in Deutschland animiert, ihre Kopfbedeckungen nicht überall in der Öffentlichkeit zu tragen. Es ist jetzt gefährlich für Juden, leicht identifizierbar zu sein. Der für die Bekämpfung des Antisemitismus zuständige deutsche Antisemitismusbeauftragte Felix Klein entschied, dass die persönliche Sicherheit wichtiger ist als die Religionsfreiheit. Und so – in einer bemerkenswerten historischen Ironie – gibt uns das Land, das uns den Holocaust und den Davidsstern als Zeichen der Schande verliehen hat, heute in Gestalt der Sorge um seine jüdischen Bewohner eine Anleitung, wie wir mit dem Anstieg des Antisemitismus fertig werden sollen, indem es vorschlägt, diesmal unsere Identität zu verbergen und unsere Traditionen aufzugeben!

Michel Friedman, der zuvor als Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses fungierte, sagte unverblümt: „Wenn ein Vertreter der Bundesregierung der jüdischen Gemeinde offiziell sagt, dass ’sie nicht überall in Deutschland vor antijüdischem Hass sicher ist‘, dann ist das eine erbärmliche Vorführung für Rechtsstaatlichkeit und politische Realität.“

Es ist kaum zu glauben, dass wir in der Spanne einer Generation von der Niederlage des Nationalsozialismus und der Realisierung des ultimativen unsäglichen Horrors des Antisemitismus zu einer Wiederholung des Judenhasses übergegangen sind, der als so unaufhaltsam und unlösbar gilt, dass die einzige praktikable Antwort darin besteht, Juden sollten ihre Identität verbergen und ihre religiösen Überzeugungen ignorieren.

Der Rat Felix Kleins an die jüdische Gemeinde findet seinen Widerhall in einer entsetzlichen Erinnerung an eine gescheiterte Holocaust-Strategie. Als die Juden für die Deportation in Konzentrationslager zusammengetrieben wurden, gab es solche, die versuchten, ihre Identität zu verbergen. Sie wagten den gefährlichen Schritt, den verlangten gelben Stern nicht zu tragen. Sie versuchten, als Nichtjuden durchzugehen. Es war keine Yarmulke [Kippa], die sie verriet. Die Nazis wussten, dass es einen einfachen Weg gab, die Wahrheit zu enthüllen. Den Männern wurde gesagt: „Zieh deine Hose runter“ – und das Zeichen ihrer Beschneidung verriet sie.

„Nehmen Sie Ihre Kappe ab“ wird nicht ausreichen, um unsere Sicherheit zu gewährleisten, wenn sich das Virus des Antisemitismus weiter ausbreitet. Schon die Tat, diesem Affront unserer Religionszugehörigkeit nachzugeben, ist bereits der größte Beweis für den Sieg unserer Feinde.

Tevye hatte recht. Der Grund für das Tragen einer Kippa ist Tradition. Das Gesetz ist nicht biblisch. Dennoch ist es verwurzelt in einem biblischen Gesetz mit tiefer Bedeutung. Heute tragen wir die Tefillin [Gebetsriemen] – die Phylakterien an Kopf und Hand – nur noch während des Gebets. Wir halten uns nicht für würdig genug, sie den ganzen Tag über zu tragen, während wir unserer regulären Arbeit nachgehen. Doch das war das ursprüngliche Gesetz. Wozu? Offensichtlich, um uns selbst gegenseitig zu erkennen und für die Welt im Allgemeinen erkennbar zu sein als die, die sich mit ihrem Geist als auch mit ihrem Körper dem Allmächtigen verpflichtet fühlen.

Wir sollten als Juden mit der göttlichen Mission, „ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation“ zu sein, erkennbar sein. Unsere Hingabe an Gott war immer sichtbar. Juden trugen Tefillin – bis wir uns nicht [mehr] heilig genug fühlten, außer beim Gebet. Aber für den Rest der Zeit müssen wir öffentlich unsere lebenslange Verpflichtung gegenüber einem „höheren Wesen“ zeigen, wie das Bedecken des Kopfes. Wir müssen beweisen, dass unsere jüdische Identität eine Quelle des Stolzes ist, nicht der Scham, eine Quelle der Freude, nicht der Last.

Wie tragisch, dass ausgerechnet Deutschland es für hilfreich hält, anders als in den 40er Jahren vorzuschlagen, sich nicht mit dem gelben Stern zu identifizieren, sondern unsere Identität zu verbergen mit unverhüllten Köpfen ohne jegliche Verbindung zu unserem Gott. Uns zu empfehlen, auf den jüdischen Stolz in unserem Glauben zu verzichten, trägt nur dazu bei, die heimtückische und gefährliche Assimilation des jüdischen Volkes zu fördern.

Übersetzung: faehrtensuche