Maximal ergebnisoffen?

„Muss man Antisemitismus heute ganz neutral sehen? Muss man auf das Pro und Contra achten, damit keine Argumente vergessen werden, die evtl. für die Antisemiten sprechen? Vor einigen Jahren hätte diese Frage so absurd geklungen, als hätte man für ein Pro und Contra bei der Bewertung des Nationalsozialismus geworben. Doch heutzutage kann, wer einen Film produziert, der sich ganz klar gegen Antisemitismus und gegen Antisemiten positioniert, richtig Ärger bekommen und zwar auch mit öffentlich rechtlichen Sendern.

Die Autoren des Films „Auserwählt und ausgegrenzt“ haben dies erlebt. Sie sind dafür vom Auftrag-gebenden Sender öffentlich angeklagt und verurteilt worden. Ist das nun der neue deutsche Umgang mit Antisemitismus oder der Umgang mit kritischen Journalisten?

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.“

So die einleitenden Worte zu nachfolgendem Video, in dem Joachim Schröder, einer der beiden Autoren der Dokumentation, das Wort hat.

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„Auserwählt und ausgegrenzt, der Hass auf Juden in Europa“ – Doku 24 Stunden online

BILD zeigt heute die Dokumentation, die ARTE nicht zeigen will.

Noch bis 24 Uhr online unter folgendem Link:

http://www.bild.de/politik/inland/bild/zeigt-die-doku-die-arte-nicht-zeigen-will-52155394.bild.html

BITTE WEITERSAGEN!!!

Vielen Dank an Henny Jahn, durch die ich darauf aufmerksam geworden bin!

UPDATE: Siehe Kommentar!

Ayaan Hirsi Ali, Kultur spielt eine Rolle

Kultur spielt eine Rolle. Kultur ist die primäre Quelle sozialen Fortschritts oder Rückschritts. Nirgendwo sehen wir es deutlicher als am Status der Frauen.

Die jüdisch-christliche Kultur – und vielleicht ist Zivilisation ein passenderes Wort – hat im Laufe der Zeit die Gesetzeslage, die Sprache und materielles Wohlergehen hergestellt, die den Status der Frauen stark verbessert haben. Aber dieser Fortschritt wird nicht überall geteilt. Es gibt noch immer Hunderte von Millionen Menschen, die in einer Kultur leben, beispielsweise der islamischen, die weibliche Minderwertigkeit als selbstverständlich ansieht. Bis vor kurzem waren diese Kulturen, die westliche und die islamische, getrennt. Aber das beginnt sich zu verändern – und zwar dramatisch! Eine große Anzahl männlicher Immigranten aus dem Nahen Osten, Südafrika und verschiedenen Teilen Afrikas haben eine andere Besiedlung des Westens erbracht, besonders in Europa. Allein im Jahr 2015 kamen mehr als eine Million an, weitere sind auf dem Weg. Dadurch haben Verbrechen gegen Mädchen und Frauen – Begrapschen, Belästigungen, Angriffe und Vergewaltigungen – stark zugenommen. Diese Verbrechen illustrieren den großen Unterschied zwischen der westlichen Kultur der Opfer und die der Täter.

Lassen Sie es mich klar sagen: Nicht alle Muslime oder nicht die meisten ergehen sich in sexuellen Angriffen oder heißen sexuelle Angriffe gut, aber es ist ein schwerer Fehler zu verleugnen, dass das Wertesystem der Angreifer sich radikal von dem Wertesystem des Westens unterscheidet. Im Westen sind die Frauen emanzipiert, sexuell autonom; religiöses und sexuelles Verhalten wird von individuellen Wünschen bestimmt. In dem anderen Wertesystem werden Frauen entweder als Ware betrachtet, sprich, ihr Wert ist abhängig von ihrer Jungfräulichkeit, oder sie wird als Prostituierte angesehen, wenn sie öffentlicher Unanständigkeit für schuldig befunden wird wie z.B. durch das Tragen eines kurzen Rockes.

Ich glaube nicht daran, dass diese verschiedenen Überzeugungen koexistieren können.

Die Frage ist: Welches Wertesystem wird sich durchsetzen? Leider bleibt das eine offene Frage. Die gegenwärtige Situation in Europa ist äußerst beunruhigend. Nicht nur muslimische Frauen sind innerhalb Europas Objekt einer erheblichen Unterdrückung in vielfacher Weise ausgesetzt, diese Normen drohen sich nun auch auf nicht-muslimische Frauen zu verbreiten, die mit Belästigungen durch muslimische Männer konfrontiert werden. Man würde annehmen, dass westliche Feministinnen in den Vereinigten Staaten und in Europa sehr verstört über diese offensichtliche Frauenfeindlichkeit wären, aber traurigerweise, bis auf wenige Ausnahmen, scheint das nicht der Fall zu sein.

Verbreitet unter vielen westlichen Feministinnen ist eine Art modellhafter Verwirrung, in der gesagt wird, Frauen seien überall unterdrückt und diese Unterdrückung – [um es] mit den Worten der Feministin Eve Enslers [zu sagen] – sei überall auf der Welt die gleiche, im Westen ebenso wie in Pakistan, Saudi-Arabien und Iran. Für mich weist das auf zu viel moralischen Relativismus hin und auf ein inadäquates Verständnis der Gesetze der Scharia. Es ist wahr, dass die Situation für Frauen im Westen nicht perfekt ist. Aber kann irgendjemand wirklich leugnen, dass Frauen in den Vereinigten Staaten, Frankreich und Finnland größere Freiheit und Möglichkeiten haben als im Iran, Pakistan oder Saudi-Arabien? Andere Feministinnen haben auch argumentiert, dass nicht-westliche Frauen keine „Rettung“ brauchen und dass jeder Vorschlag, sie benötigten Hilfe von westlichen Frauen, beleidigend und herablassend für nicht-westliche Frauen sei.

Meine Sichtweise ist eine praktische. Alle Bemühungen, muslimischen Frauen – ob sie nun im Westen oder unter islamischer Regierung leben – zu helfen, sollten gefördert werden. Jeder Versuch, diese Regierungen unter Druck zu setzen, ungerechte Gesetze zu ändern, sollte unterstützt werden. Westliche Feministinnen und weibliche westliche Führungspersonen haben eine einfache Wahl zu treffen: Entweder das Unentschuldbare zu entschuldigen oder in jenen Kulturen und Religionslehren, die weiterhin Frauen unterdrücken, Reformen einzufordern. Nichts verdeutlicht das besser als das, was in Köln, Deutschland, am Neujahrsabend 2015 passiert ist. Nach dem letzten Stand haben 467 Frauen berichtet, von Männern aus Nordafrika oder arabischer Herkunft sexuell belästigt oder angegriffen worden zu sein. Innerhalb von zwei Monaten sind 73 Verdächtige identifiziert worden, davon die meisten aus Nordafrika. 12 von ihnen wurden mit sexuellen Verbrechen in Verbindung gebracht. Als Reaktion hat Kölns Bürgermeisterin Henriette Reker eine Richtlinie für Frauen herausgegeben: Halte nur „eine Armlänge“ Abstand ein zwischen dir und einem Mob arabischer Männer und dir wird’s gutgehen! Die Kommentare der Bürgermeisterin unterstreichen die Ernsthaftigkeit des Problems.

Ein Kulturkampf ist angebrochen. Der erste Schritt, ihn zu lösen, besteht darin, unverfroren die Werte zu verteidigen, die es Frauen möglich machte, aufzublühen. Feministinnen mit ihren Organisationen, Netzwerken und Lobbyarbeit stehen an der Front dieses Kampfes. Auf ihre Relevanz kommt es an. Und so verhält es sich mit dem Wohlergehen zahlloser Frauen, westlicher und nicht-westlicher.

Mein Name ist Ayaan Hirsi Ali von der Havard University für die Prager Universität.“

Rede vom 27.06.2016, nachzuhören hier (Englisch).

Übersetzung: faehrtensuche

Globales Chaos – ein Nebenprodukt des Scheiterns, das Böse zu bekämpfen

von Isi Leibler
21. Juli 2016

Englischer Originaltext: Global chaos – a byproduct of the failure to confront evil
Übersetzung: faehrtensuche

Vor einer Generation hatte der Begriff „böse“ Bedeutung. Es gab keine mitfühlenden Seelen – gewiss keine Juden -, die die Boshaftigkeit der Nazis bagatellisiert hätten. Das Böse war böse.

Heute, da moralischer Relativismus dominiert, hat die Welt tatsächlich das Konzept des Bösen aufgegeben und es durch „kultivierte“ politische Korrektheit ersetzt, in der Aggressoren und Opfer häufig als moralische Äquivalente angesehen werden. Zum Beispiel werden Kritiker des islamischen Terrors der Islamophobie beschuldigt.

Angesichts der Massenmorde und Enthauptungen durch islamische Fundamentalisten besteht ein Schock, aber es wird uns gesagt, dass es irreführend sei, ein solches Verhalten als „böse“ zu beschreiben, da das von der wirklichen Quelle ablenke – der kolonialen Ausbeutung. Wir hören auch immer wieder das Mantra, dass soziales und wirtschaftliches Leiden Verzweiflung verursache und Anreiz böte für die Rekrutierung zum Dschihad. Doch die Mehrheit der ISIS-Terroristen, die in westlichen Städten operieren, sind Hochschulabsolventen aus Familien der Mittelklasse.

Darüber hinaus stecken westliche Regierungen, deren Länder nun Terroranschlägen von „Schläfern“ und selbstgezogenen ISIS-Unterstützern gegenüberstehen, ihre Köpfe in den Sand und weigern sich, der Realität des bösen Feindes ins Auge zu sehen, dem islamischen Fundamentalismus, ausgebrütet in muslimischen Gemeinden, deren breite Masse nicht willens oder ängstlich ist, die Dschihadisten in ihrer Mitte zu enttarnen.

Im Kern ist das die Weigerung, die islamisch-fundamentalistische Bedrohung als ein globales Übel zu identifizieren, das versucht, das jüdisch-christliche moralische Erbe zu zerstören und Demokratie durch die Scharia oder dem Kaliphat zu ersetzen.

Dieses Ausweichen, Begriffe wie gut und böse zu verwenden, wird durch die Behandlung Israels deutlich erkennbar, das in diesem Zusammenhang wahrlich der Kanarienvogel in der Kohlengrube ist und den globalen Niedergang in die Amoralität beleuchtet. Beispiele dafür:

• Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten – eine Gesellschaft, die auf Recht und Gleichheit und der uneingeschränkten Freiheit der Meinungsäußerung basiert. Obwohl feindliche arabische Nachbarn seine Zerstörung suchen, bietet es allen Bürgern gleichermaßen, Arabern wie Juden, volle politische Gleichstellung. Besuchen Sie ein Krankenhaus, ein Einkaufszentrum oder einen Park, um einzuschätzen, wie empörend es ist, Begriffe wie Apartheid in Israel zu verwenden.

Vergleichen Sie das mit der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas, wo grundlegende Menschenrechte verwehrt werden und wo eine kriminelle Gesellschaft den Terrorismus fördert. Die Mullahs verherrlichen „Shaheeds“ [„Märtyrer“] und Mütter brüsten sich im Fernsehen stolz ihrer den Märtyrertod gestorbenen Kinder und verleihen ihrer Hoffnung Ausdruck, dass mehr ihrer Sprösslinge ihnen folgen werden.

Die PA und die Hamas stellen den Familien derjenigen, die während der Ermordung von Juden getötet wurden oder in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind, beträchtliche Renten zur Verfügung. Schulen, Plätze und Fußballvereine sind ihnen zu Ehren benannt. Darüber hinaus brechen jedes Mal, wenn ein Jude ermordet worden ist, spontane Feste in den palästinensischen Straßen aus. Wahrlich eine Kultur des Todes.

Doch die Weltgemeinschaft wendet kontinuierlich moralische Äquivalenz auf die Demokratie Israels und die kriminelle palästinensische Gesellschaft an. Das Böse wird ignoriert.

Zwei israelische Ministerpräsidenten, Ehud Barak und Ehud Olmert, wurden von Jassir Arafat und Mahmoud Abbas zurückgewiesen, als sie den Palästinensern 97% der Gebiete, die vorher von den Jordaniern besetzt waren, anboten. Der „rechte“ Benjamin Netanjahu machte weitreichendere Zugeständnisse als Yitzchak Rabin jemals in Betracht zu ziehen bereit war, einschließlich der Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Politik unter Sicherheitsgarantien und der palästinensischen Anerkennung Israels als jüdischer Staat. Die palästinensische Zielvorstellung bleibt, die jüdische Souveränität stufenweise zu beenden, indem sie Zugeständnisse ohne irgendwelche Gegenseitigkeit fordern.

Doch die Weltgemeinschaft – angeführt von der Obama-Regierung – beschuldigte im besten Fall beide Seiten gleichermaßen für den Abbruch der Verhandlungen, aber in der Regel machte sie Israel verantwortlich. Wiederum ein Verleugnen des Bösen und die Anwendung moralischer Äquivalenz.

• Der Nahe Osten erinnert an das finstere Mittelalter mit einer halben Million abgeschlachteter unschuldiger Zivilisten und mehr als 4 Millionen aus ihren Häusern Vertriebener.

Statt diese Grausamkeiten anzusprechen, steht die Obama-Regierung an der Spitze, wenn es darum geht, Israelis für den Hausbau in jüdischen Vierteln zu dämonisieren. Diese Obsession wegen der „Siedlungen“, die über Jerusalem hinaus 3% der Gebiete, die vormals von den Jordaniern verwaltet wurden, umfasst, ist völlig bizzar. Niemand würde argumentieren, dass es einem israelischen Araber verboten sei, auf dem von ihm erworbenen Grundstück zu bauen. Jedoch werden Juden, die Land legitim jenseits der grünen Linie gekauft haben, kriminalisiert. Wie grotesk ist es, dass die Erweiterung einer Terrasse im Haus eines Israelis in Jerusalem Sanktionen zur Folge hat, während ein paar Kilometer entfernt Mord und Totschlag ungebremst fortgesetzt werden.

• Westliche Führer und ihre Medien zeigen Feigheit, wenn sie gegenüber den Islamisten in ihrer Berichterstattung über terroristische Gräueltaten katzbuckeln mit ihren Rückschlüssen, dass terroristische Handlungen wie z.B. das Erstechen eines 13-jährigen Mädchen in ihrem Bett in Israel „Widerstand gegen die Besatzung“ seien.

Es ist verabscheuungswürdig, wie Repräsentanten der USA und Europas in der UN geschwiegen haben, als der Palästinenserpräsident, nachdem er seine Ritualmord-legenden gegen Israel übermittelt und jede Verbindung zwischen Juden und Jerusalem bestritten hatte, stehende Ovationen erhielt. Wenn sie die UN-Resolutionen unterstützen oder sich enthalten, indem sie den jüdischen Staat dämonisieren oder delegitimieren, werden sie aktive Komplizen des Bösen.

Moralische Äquivalenz – in Zusammenhang mit Israel an der Tagesordnung – war eine Vorstufe zu einem weltweiten Zusammenbruch des Vertrauens unter der breiten Masse in demokratischen Ländern.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Geschichte die Aufnahme von Millionen von „Flüchtlingen“ aus dem Nahen Osten – die ironischerweise von Saudi-Arabien und den Golfstaaten als Sicherheitsrisiko abgelehnt worden sind – durch die Europäische Union, angeführt von Deutschland, als den Wendepunkt in der Islamisierung Europas definieren. Die meisten dieser Migranten wurden gegen Demokratie erzogen und sind fanatisch antisemitisch. Ihre Demütigung von Frauen und ihre großen kriminellen Elemente werden von Regierungen und Medien heruntergespielt. Ihre Anwesenheit wird die bestehende islamische Konzentration in großen europäischen Städten verstärken und dauerhaft die Demographie verändern.

Die Ablehnung und das Scheitern, dem bösen Feind [in Form] des islamischen Fundamentalismus entgegenzutreten, hat die globale politische Stabilität untergraben und Chaos und grundlegende Revolte gegen das Establishment erzeugt. In den USA ist das Niveau des Vorwahlen-Diskurses auf ein Allzeittief abgesunken. Das gleiche gilt für die europäischen Länder, mit dem Brexit als Signal der möglichen Auflösung der Europäischen Union. Es gibt einen Anstieg der nationalistischen und rechten politischen Parteien, da die Menschen entsetzt beobachten, wie ihre Gesellschaften von Islamisten verschlungen und vor ihrer Haustür mit Terrorismus konfrontiert werden – zuletzt dem schrecklichen Massaker in Nizza mit mehr als 80 Toten.

Es gibt Licht am Ende des Tunnels. Letztlich werden die grundlegenden Umwälzungen hoffentlich einen weltweiten Warnruf schaffen und eine mehr verantwortliche und mutige Führung ergeben, die eindeutig das Böse bekämpfen wird.

In diesem Zusammenhang ist Israel nie so stark gewesen, wie es heute ist. Es ist in der Lage, sich zu behaupten und wird hoffentlich als konstruktiver und geschätzter Partner im weltweiten Krieg gegen den islamischen Fundamentalismus erkannt werden und nicht länger Sündenbock für das Scheitern der Beschlüsse durch die gegenwärtige globale Führung sein.

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Der Artikel ist auch in der Jerusalem Post und in Israel Hayom erschienen.

Eine Welt ohne Juden (2012)

Vic Rosenthal hat heute auf seiner Seite einen Artikel gepostet, den er als „Gedankenexperiment Zeit“ bezeichnet. Hierin stellt er sich eine Welt ohne Juden vor. Dank des Facebook-Features „Memories“ [Erinnerungen] stieß er wieder auf seinen zuerst vor vier Jahren veröffentlichten Artikel und fand ihn so gut („No need to change a word“), dass er ihn unverändert noch einmal „ins Rennen“ gebracht hat.

Originalartikel: Vic Rosenthal, A world without Jews (2012)

Übersetzung: faehrtensuche

Gedankenexperiment Zeit:

Vielleicht werden die Juden der Welt eines Tages endgültig die Schnauze voll haben. Vielleicht werden sie ein enormes Raumschiff bauen und ihre Argumente mit zu einem anderen Planeten nehmen (wir wissen, die Juden sind intelligent, deswegen könnten sie dies tun).

Was auf diesem Planeten passieren würde, könnte interessant sein, aber ich werde nicht spekulieren, obschon es verlockend ist, sich zu fragen, wie ein jüdischer Planet sein würde. Wie Israel ohne ausländische Arbeiter, Terrorismus und Reservedienst?

Ich bin mehr daran interessiert, wie die Erde sein würde. Stell dir einen Nahen Osten ohne Juden vor (das iranische Regime tut das die ganze Zeit). Schade um die ‚Palästinenser‘, deren Kultur plötzlich ihre Daseinsberechtigung verlöre. Nach ein paar Tagen der Freude an den schönen Autos und Gebäuden, die die Juden zurückgelassen hätten, müssten sie sich eine wirkliche Identität schaffen.

Plötzlich gäbe es sehr wenig Interesse, die ‚Flüchtlinge‘ zu unterstützen. Wer würde sich um sie kümmern? Die arabischen Länder nicht, die sie nun wie Abfall (Müll) behandeln. Ich nehme an, dass es zwischen verschiedenen Fraktionen – einigen islamistischen und einigen säkularen – Kämpfe gäbe. Die Hisbollah übernähme die Kontrolle über den Norden, Hamas über den Süden und Fatah über den Osten. Die UN würde sie füttern, zumindest für eine Weile. Türkei, Ägypten, Iran, Saudi-Arabien, etc. würden jeweils ihre favorisierte Fraktion mit Waffen beliefern und sie würden kämpfen bis der größte Teil des Landes von seinen Nachbarn verschluckt oder unter Kontrolle der verschiedenen Milizen wäre.

Die ehemaligen israelischen Araber, an einen gewissen Grad der Zivilisation gewöhnt und in Ermangelung der aufgestauten Boshaftigkeit der Milizen, hätten kein Glück. Ihr Eigentum würde bald gestohlen oder von den Milizen beschlagnahmt werden. Der US-Präsident hielte eine Rede über die Förderung der Demokratie in der Region, und würde eine Fraktion zur Unterstützung auswählen, eine, die darüber reden könnte, aber die wirkliche Macht käme aus den Gewehrläufen. Bald würde viel wie Libyen aussehen, doch schlimmer.

Für die Katastrophe würden die Juden verantwortlich gemacht werden, aber daraus ergäbe sich wenig Genugtuung, denn es gäbe keine Möglichkeit, sie zu bestrafen. Mearsheimer und Walt müssten echte Arbeitsplätze erhalten. Viele Wissenschaftler müssten neue Ursachen finden, aber keine wäre emotional erfüllend. Bestimmte Industrien und Städte in den USA würden dezimiert; es gäbe ein sofortiges Desaster für die Wirtschaft der USA, obwohl sie sich erholen würde. Europa, wo es weniger Juden gab, würde weiterhin wie bisher kulturellen Selbstmord begehen.

Ohne Israel würden sich die muslimischen Staaten, Sekten und Milizen darauf konzentrieren, ihre Macht auf Kosten der jeweils anderen auszuweiten. Letztlich würden ein paar Gruppen dominieren und die anderen brutal unterdrücken.

In 50 Jahren wären der Nahe Osten, Teile des heutigen Russland und der größte Teil Europas in türkische, pakistanische und iranische Einflusssphären, vielleicht sogar Weltreiche, aufgeteilt. Alle wären islamistisch.

Die USA, immer noch unabhängig, würde nach und nach eine andere Kultur ohne den jüdischen Einfluss (und unter dem Druck des einheimischen Terrorismus) entwickeln. Viele Amerikaner würden Ordnung wichtiger finden als die Bewahrung individueller Rechte. Die speziell jüdischen Spannungen des nicht-zwingenden Liberalismus auf der einen Seite und dem Liberalismus auf der anderen Seite würden abklingen und auf der Linken durch einen unterdrückenden Kommunismus nach sowjetischem Stil und auf der Rechten durch Faschismus ersetzt.

Es gäbe weiterhin Nobelpreise, aber sie würden alle an Muslime vergeben. Kritik am Islam wäre in Europa verboten, allerdings, und Scharia wäre in vielen Ländern das Gesetz des Landes. Die Zahl der Christen würde überall stark sinken. In Europa würden Christen als Dhimmis leben. In den USA würden viele zum Islam konvertieren, aber es bliebe eine starke christliche Präsenz, einschließlich militanter, den Muslimen gegenüber feindlich eingestellter Gruppen.

Wissenschaftlicher Fortschritt in vielen Bereichen wäre durch den Verlust so vieler Wissenschaftler unterbrochen. Insbesondere die medizinische Wissenschaft würde einen schweren Schlag erleiden. Epidemien von neuen Krankheiten, verursacht durch arzneimittelresistente Erreger und biologische in den Kriegen des Mittleren Osten freigegebene Mittel, würden die Welt verwüsten; die jüdischen Ärzte und Wissenschaftler, die darauf Antworten entwickelt hätten, wären woanders beschäftigt.

Literatur, Kunst und Wissenschaft, die man für den Islam als herausfordernd ansah, würden in vielen Teilen der Welt unterdrückt. In den USA wäre es ’strittig‘. Von Juden kreierte Bücher und Kunstwerke würden vernichtet, wo der radikale Islam vorherrscht.

In den unsterblichen Worten von Thomas Hobbes wäre das Leben auf der Erde wieder „böse, brutal und kurz“.