Valentinstag im Jahr 1349

Am Valentinstag 1349 wurden Tausende von Juden verbrannt, denen unterstellt wurde, Brunnen vergiftet zu haben.

von Dr. Yvette Alt Miller

Originalartikel: Horrific Valentine’s Day Massacre of Jews

Das entsetzliche Valentinstag-Massaker an Juden

Die meisten Menschen assoziieren den 14. Februar mit Liebe und Romantik. Doch vor Hunderten von Jahren kam es am Valentinstag zu einem entsetzlichen Massenmord, als 2.000 Juden in der französischen Stadt Straßburg lebendig verbrannt wurden.

Es war das Jahr 1349, als die (Beulen-)Pest, bekannt als der Schwarze Tod, über ganz Europa hinwegfegte und ganze Gemeinden auslöschte. Zwischen 1347 und 1352 tötete sie Millionen von Menschen. Der Historiker Ole J. Benedictow schätzt, dass 60% der Europäer an der Krankheit starben. Ein italienischer Schriftsteller hat dokumentiert, was die Pest der Stadt Florenz, in der er lebte, angetan hat: „Alle Bürger taten nur wenig anderes, als Leichen zu transportieren, die begraben werden mussten. … An jeder Kirche gruben sie tiefe Gruben bis zur Grundwasserschicht; und so wurden diejenigen, die arm waren und in der Nacht verstarben, schnell zusammengepackt und in die Grube geworfen.“

Die Beulenpest wird durch ein Bakterium namens Yersinia pestis verursacht und am häufigsten durch Flöhe verbreitet, die sich von Nagetieren wie Ratten und Mäuse ernähren. Die Krankheit existiert immer noch und jedes Jahr erkranken Tausende von Menschen, darunter eine Handvoll Menschen in den Vereinigten Staaten und anderen Industrieländern. Frühzeitig erkannt, ist die Beulenpest mit modernen Medikamenten behandelbar. Im Mittelalter gab es natürlich keine medizinische Behandlung, um die verheerenden Auswirkungen der Pest zu mildern. Schätzungsweise sind etwa 80% der Menschen, die sich im Mittelalter mit der Pest infiziert haben, gestorben.

Der erste große europäische Ausbruch der Pest ereignete sich 1347 in Messina, Italien, und von dort breitete sie sich rasch aus. Historiker schätzen, dass die größte Woge der Beulenpest – die Pandemie, die als Schwarzer Tod bezeichnet wurde – ihren Ursprung in Zentralasien hatte. Als sie durch die europäischen Gemeinden zu fegen begann, sahen sich verängstigte Menschen nach einem Schuldigen um. Juden waren eine natürliche Wahl. Als der Schwarze Tod vorrückte, wandten sich die Christen gegen die Juden in ihrer Mitte und beschuldigten diese, die Pest durch Vergiftung der Brunnen der Christen zu verbreiten.

Juden, die oft gezwungen wurden, in überfüllte und umzäunte jüdische Viertel zu leben, litten in einem vergleichbaren Ausmaß unter dem schwarzen Tod wie ihre christlichen Nachbarn. Doch obwohl es offensichtlich war, dass auch Juden krank wurden und starben, beschuldigten viele Christen die Juden, die Krankheit absichtlich zu verbreiten, um Christen zu schaden. Der Historiker Heinrich Graetz beschrieb die fieberhafte Atmosphäre des Hasses und der Anschuldigungen gegen die europäischen Juden wie folgt: „… Es entstand der Verdacht, dass die Juden die Bäche und Brunnen und sogar die Luft vergiftet hätten, um die Christen eines jeden Landes mit einem Schlag zu vernichten ”. (Ausführlich in Graetz‘ Geschichte der Juden, 1894)

Jüdische Gemeinden wurden angegriffen. Damals existierten etwa 363 jüdische Gemeinden in Europa. In der Hälfte von ihnen wurden Juden von Mobs angegriffen, die sie für die Verbreitung der Pest verantwortlich machten.

Diese Angriffe waren entsetzlich gewalttätig. In Köln wurden die Juden in eine Synagoge gesperrt, die dann in Brand gesteckt wurde. In Mainz wurde die gesamte große jüdische Gemeinde der Stadt an nur einem Tag ermordet. Juden wurden in ganz Europa, in Spanien, Italien, Frankreich, den Niederlanden und den germanischen Ländern massakriert und gefoltert. Kaiser Karl I., der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, verfügte, dass der Besitz von Juden, die wegen angeblicher Ausbreitung der Pest ermordet wurden, ungestraft von ihren christlichen Nachbarn beschlagnahmt werden durfte. Mit diesem finanziellen Anreiz, Juden zu töten, wurden die Angriffe nur noch verstärkt.

1349 versuchte eine Gruppe von Feudalherren im französischen Elsass, die Angriffe auf Juden offiziell zu machen. Sie versammelten sich in der französischen Stadt Benfeld und gaben den Juden formell die Schuld am Schwarzen Tod. Sie verabschiedeten auch eine Reihe von Maßnahmen, um Juden ins Visier zu nehmen. Sie sonderten sie wegen Mordes aus und forderten ihre Vertreibung aus den Städten. Dieses „Benfeld-Dekret“ hatte eine sofortige Wirkung. In 30 Gemeinden im ganzen Elsass wurden Juden angegriffen. Nur die Stadt Straßburg, die eine große jüdische Gemeinde hatte, leistete Widerstand und schützte die Juden ihrer Stadt.

In Straßburg herrschte zu Beginn des Jahres 1349 eine angespannte Stimmung. Der Schwarze Tod hatte die Stadt noch nicht erreicht; allerdings warteten die Bürger ängstlich auf den ersten Fall von Opfern, die jeden Tag erkranken und sterben würden. Straßburgs Bischof Berthold III. wetterte gegen die Juden, aber die gewählten Vertreter der Stadt blieben standhaft. Bürgermeister Kunze aus Wintertur, Straßburgs Schultheiß Gosse Sturm und ein örtlicher Laienführer namens Peter Swaber verteidigten und schützten die Straßburger Juden lautstark.

Am 10. Februar 1349 hatten die unruhigen Bürger schließlich genug. Ein Mob erhob sich und stürzte die Straßburger Stadtregierung. Stattdessen setzte er eine instabile Regierung „des Volkes“ ein. Diese hasserfüllte Gruppe, die nun das Sagen hatte, war ein seltsames Amalgam: Angeführt von den örtlichen Metzger- und Schneidergilden, wurde sie von örtlichen Adligen, die die Juden hassten und hofften, deren Besitz zu beschlagnahmen, finanziell unterstützt. Eine der ersten Aktionen dieses neuen Mobs bestand darin, die Juden der Stadt unter dem Vorwurf zu verhaften, christliche Brunnen zu vergiften, um den Schwarzen Tod zu verbreiten.

Freitag, der 13. Februar 1349, war ein schwarzer Tag für die Straßburger Juden. Normalerweise hätten sie den Tag damit verbracht, sich auf den Shabbat vorzubereiten, Challah zu backen, ihre Häuser zu putzen und festliche Mahlzeiten zuzubereiten. Stattdessen wurden Frauen, Kinder und Männer unter schwerer bewaffneter Bewachung aus ihren Häusern geschleppt, inhaftiert und des Mordes angeklagt. Jeder Jude, der bereit sei, zum Christentum zu konvertieren, würde verschont bleiben, hieß es. Während die verängstigten Juden auf ihr Schicksal warteten, bauten die neuen Gouverneure der Stadt eine riesige Holzplattform, die Tausende von Menschen im Inneren des jüdischen Friedhofs halten konnte. Für die Juden war der nächste Tag der Shabbat. Für die christlichen Bürger von Straßburg war der nächste Tag der 14. Februar, der Valentinstag. Sie bestimmten diesen Tag des Heiligen [Valentin] als den Tag, an dem sie Straßburgs gesamte jüdische Bevölkerung exekutieren würden.

Am Morgen des Valentinstags versammelte sich eine große Menschenmenge, um zuzuschauen. Ein ortsansässiger Priester namens Jakob Twinger von Konigshofen hat das grausame Massaker festgehalten: „Sie verbrannten die Juden auf einer hölzernen Plattform auf ihrem Friedhof“, schrieb er. „Es waren etwa zweitausend.“ Einige kleine Kinder wurden den Armen ihrer Eltern entrissen und gerettet, damit sie getauft und als Christen erzogen werden konnten. Jedoch gab es für die meisten Juden keine solche Hilfe. Als die riesige Holzkonstruktion in Flammen aufging, wurden rund zweitausend Juden langsam bei lebendigem Leib verbrannt.

Ihre Ermordung dauerte Stunden. Danach durchkämmten eifrige Stadtbewohner die schwelende Asche, nicht [etwa], um Überlebende zu suchen, sondern um nach Wertsachen zu suchen. Von Konigshofen notierte das finanzielle Motiv für dieses enorme Massaker: „… alles (alle Schulden), was den Juden geschuldet wurde, wurde gestrichen … Der Rat … nahm das Geld, das die Juden besaßen, und teilte es anteilig unter die Arbeiter auf. Das Geld war in der Tat das, was die Juden tötete. Wenn sie arm gewesen wären und wenn die Feudalherren keine Schulden gehabt hätten, wären sie nicht verbrannt worden.“

Straßburgs Regierung des Mobs und seine Bürger wurden nicht kritisiert. Einige Monate später begnadigte Kaiser Karl IV. offiziell die Bürger von Straßburg dafür, dass sie die Juden ihrer Stadt ermordet und ihr Geld gestohlen hatten.

Im Laufe der Zeit schienen viele die Katastrophe der Gewalt zu vergessen, die zur Folter und Ermordung so vieler Juden zur Zeit des Schwarzen Todes führte. Jedoch sind wir es den Opfern schuldig, ihrer zu gedenken.

Übersetzung: faehrtensuche

Appell zum 9. November …

… von Chaim Noll:

„Ich wende mich an die deutschen Juden, an ihre Freunde in Deutschland, an die Freunde Israels, vor allem an ihre offiziellen Vertreter, den Zentralrat der Juden in Deutschland, die Gemeinde-Funktionäre und Rabbiner, an die Deutsch-Israelischen Gesellschaften, an die wenigen pro-israelischen Politiker in diesem Land: Bleiben Sie diesen unwürdigen, zutiefst verlogenen Veranstaltungen fern. Zeigen Sie der Welt, dass es in Deutschland kritische Menschen gibt, darunter auch Juden mit Rückgrat, die der hinterhältigen Nahost-Politik, der verräterischen Doppelzüngigkeit der jetzigen Bundesregierung nicht zustimmen. Zeigen Sie, dass der Arafat-Verehrer Steinmeier, derzeit Bundespräsident, nicht für Sie sprach, wenn er dem mörderischen Regime im Iran „im Namen seiner Landsleute“ zum vierzigsten Jahrestag seiner blutigen Machtergreifung gratulierte. Machen Sie deutlich, dass Außenminister Maas, als er lächelnd und nett gekleidet in der UNO-Vollversammlung saß und dort an einem einzigen Tag 16 anti-israelischen Resolutionen zustimmte, nicht Ihre Interessen vertrat, sondern die einer kleinen, unbeliebten Politiker-Kaste.

Überlassen Sie diese Feiern den deutschen Politikern, die sich dort selbst beweihräuchern werden wie jedes Jahr: ihre Toleranz und Menschenliebe, ihre gönnerische Herablassung, Juden ein Lebensrecht und dem Staat Israel ein Existenzrecht zuzugestehen. Zum Glück sind wir nicht von der Gnade dieser Politiker abhängig – es wäre glatter Selbstmord. Es ist eine Schande, ein Schmerz, wie sie die Shoah missbrauchen, um von ihrer juden- und israelfeindlichen Politik abzulenken. „Nie wieder!“. Und dabei geschieht es täglich.“

Aus: Chaim Noll, Eine Schande, ein Schmerz

Die Erosion des Holocaust-Gedenkens

Nachdenkenswertes zum Holocaust-Gedenken von Isi Leibler.

Der Artikel „THE EROSION OF HOLOCAUST MEMORY“ wurde erstmals in der  Jerusalem Post veröffentlicht, am 4. Mai 2016. Trotz seines „Alters“ ist der Artikel alles andere als „alt“ – ganz im Gegenteil! …

Isi Leibler schreibt:

Meine Großeltern und viele meiner Familienmitglieder wurden von den Nazis ermordet. Ich wäre vermutlich auch umgekommen, wenn meine Eltern nicht die Weitsicht gehabt hätten, vor Ausbruch des Krieges Antwerpen auf dem vermutlich letzten Schiff nach Australien zu verlassen, als ich Kleinkind war.

Ähnlich wie die Überlebenden halten diejenigen von uns, deren Familien von den Nazis ermordet wurden, die Erinnerung an den Holocaust als Teil unserer DNA fest. In der Tat gilt das in den meisten Fällen auch für unsere Kinder, die die Sensibilität ihrer Eltern teilen.

Heute aber, 70 Jahre später, wird für unsere Enkelkinder – die meisten von ihnen hatten keine Gelegenheit zu erfahren, wie sich ihre Familien mit Erinnerungen herumquälten – die Bedeutung des Holocaust verblassen, es sei denn, es gibt einen bewussten Kraftaufwand, ihn im Rahmen ihrer (Vor-) Geschichte zu vermitteln.

In welchem Umfang die Erinnerung an den Holocaust durch künftige jüdische Generationen erhalten bleibt, wird weitgehend bestimmt werden durch den Bildungsansatz und das Curriculum des israelischen Schulsystems.

Wir sollten uns keine Illusionen machen. Das sogenannte Holocaust-Gedenken in Europa und anderen westlichen Ländern ist Augenwischerei. In den meisten Fällen trivialisiert es den Holocaust, indem es ihn mit anderen Massenmorden verknüpft. Tatsächlich ist das Gedenken so breit und universell geworden, dass die Worte „Jude“ und „Antisemitismus“ in den langwierigen Forderungen der Europäischen Union an ihre Konstituenten, am Holocaust-Gedenken teilzunehmen, nicht einmal erwähnt werden.

Wenn das Bewusstsein für den Holocaust wirklich existiert hätte, wäre es undenkbar gewesen, dass der gegenwärtige antisemitische Tsunami über den ganzen Kontinent Europa hinwegfegt, der durchtränkt ist mit dem Blut von 6 Millionen Juden, die von den Nazis und ihren Kollaborateuren ermordet wurden.

In der Tat zeigt eine Umfrage unter Erwachsenen in 101 Ländern, dass nur 54 Prozent jemals vom Holocaust gehört haben, und ein Großteil davon hielt ihn für einen Mythos.

Mit der aktuellen Zahl der Überlebenden, die drastisch abnimmt, haben sich Holocaust-leugner stark vermehrt. Tatsächlich gibt es heute eine wachsende Kampagne, angeführt von islamischen Antisemiten, um die Leugnung des Holocaust zu befördern.

Ich glaube, dass es für uns als Juden unsere Pflicht ist, dafür zu sorgen, dass dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte von künftigen jüdischen Generationen bedacht und studiert wird. Das nicht nur deswegen, um unsere Märtyrer zu ehren, sondern auch um den Kontrast zwischen dem jüdischen Volk heute – das sich mit seiner nationalen Wiedergeburt selbst verteidigen kann – und der Ohnmacht jener dunklen Jahre, in denen die Welt zuschaute, wie wir ermordet wurden, zu honorieren. Wenn wir den Doppelstandards und den Vorurteilen folgen, die uns laufend und besonders durch die Vereinten Nationen entgegengebracht werden, oft mit der Unterstützung oder der Gleichgültigkeit der Europäer, müssen wir es zu schätzen wissen, wie glücklich wir heute sind, dass wir uns auf unsere eigenen Maßnahmen zur Verteidigung verlassen können.

Es gibt einige, darunter extrem linke Israelis, die versuchen, das Gedenken an den Holocaust in Israel zu reduzieren oder gar zu streichen – mit der fadenscheinigen Begründung, das er dazu benutzt würde, um ein Umfeld jüdischer Opfer zu schaffen und Geld und politische Gefälligkeiten aus europäischen Ländern zu erpressen.

Das wäre verheerend, denn es ist notwendig, dass künftige Generationen verstehen, was mit ihren europäischen Vorfahren passiert ist, und zu erkennen, dass der Staat, in dem sie leben, nicht als selbstverständlich angesehen werden kann.

Wie wir uns an unseren Exodus – weg von der ägyptischen Sklaverei, hin zur Freiheit – erinnern, so sind wir ebenso dazu verpflichtet, uns daran zu erinnern, wie wir nach 2000 Jahren Exil und unmittelbar nach dem barbarischsten Völkermord die jüdische Nationalität im Staat Israel wiederbelebt haben.

Mein Enkel kam vor ein paar Wochen von der Fahrt seiner Schule zu den deutschen NS-Todeslagern zurück. Obwohl seine Familie bereits sensibel gegenüber dem Holocaust war, hatte die Reise einen tiefen Einfluss auf ihn.

Deshalb war ich zutiefst bedrückt zu lesen, dass der Rektor des prestigeträchtigen elitären säkularen Hebräischen Herzliya-Gymnasiums in Tel Aviv, Dr. Zeev Dagani, die Annullierung der jährlichen Reisen in die NS-Todeslager vorschlug. Er behauptet: „Es gibt viele Jugendliche, die emotional nicht in der Lage sind, die Realität des Schreckens zu erfassen. Es ist zu viel für sie und ich glaube, es ist zu früh, 16- bis 17-Jährige auf Reisen nach Polen zu schicken. Es ist eine Reise, die emotionale und intellektuelle Reife erfordert.“

Die Realität ist dergestalt, dass – wenn ein angemessener Unterricht geleistet wird und die Führungen von gut informierten Reiseleitern geführt werden – die Resultate sich als außergewöhnlich erwiesen haben und eine größere positive Auswirkung auf die Teilnehmer hatten, nicht nur hinsichtlich des Erfassens des Holocaust, sondern ebenso in Bezug auf das Verstehen und die Wertschätzung für den jüdischen Staat.

Es gibt eine berechtigte Beschwerde, dass die eskalierenden Kosten einige Schüler von der Teilnahme abhielten. Das ist etwas, was die Regierung mit dem Ziel überprüfen sollte, Subventionen bereitzustellen, damit allen Schüler, die teilnehmen möchten, dies[e Teilnahme] ermöglicht wird. Das würde sich als lohnende langfristige Bildungsinvestition erweisen.

Natürlich ist es abscheulich, von vereinzelten Gruppen zu hören, die ein Todeslager besuchen und abends an einem Trinkgelage teilnehmen oder in ihren Aufenthalt einen Einkaufstag in Warschau einstreuen. Unter solchen Umständen wäre es zweifellso vorzuziehen, solche Reisen zu stornieren.

Aber die meisten Reisen sind gut geplant und haben immense pädagogische Wirkungen, indem sie die Entstehung eines jüdischen Staates – wie ein Phönix aus der Asche des Holocaust – hervorheben, etwas, das kein Studiengang eines Klassenzimmers  nachbilden kann.

Ich hörte bewundernd zu, als mein Enkel schilderte, wie seine Gruppe vor dem Flug Rachels Grab besichtigte und sich nach ihrer Rückkehr zu einer bewegenden Zeremonie an der Westmauer zusammenfand. Er schilderte, dass einer der bewegendsten Momente für ihn nicht nur die Lager, die Museen oder etwa die Krematorien und Gaskammern war. Was ihn am tiefsten berührte, war das Stehen auf dem Boden, wo Tausende von Juden brutal ermordet und ihre Leichen in Massengräbern begraben worden waren.

Die Unermesslichkeit dessen, was während dieser schrecklichen Periode geschah, wurde weiterhin realisiert, als er und seine Begleiter sich auf Zahlen in ihren eigenen Heimatgemeinden bezogen und ihnen bewusst wurde, dass an einem einzigen Tag mehr als das Äquivalent einer ganzen Gemeinde ermordet wurde.

Die Reise verdeutlichte auch das außergewöhnlich florierende religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben der großen jüdischen Gemeinden in Polen – von den Nazis über Nacht ausgelöscht.

Wenn wir nicht weiterhin die jüngeren Generationen dazu erziehen, dass sie die Lektionen des Holocaust und seine Verbindung zu unserem heutigen Status als unabhängigen jüdischen Staat (der in der Lage ist, sich sowohl selbst zu verteidigen als auch einen sicheren Hafen für jeden Juden in Bedrängnis zu bieten), werden wir unsere feierliche Verpflichtung verraten haben, uns zu erinnern. Und diese schreckliche Episode wird einfach eine Fußnote der Geschichte sein.

Übersetzung: faehrtensuche

Nie wieder ist jetzt

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Oder: „Nie wieder“ heißt, für Israel zu sein

Es ist wieder mal Internationaler Holocaust-Gedenktag und damit drohen uns erneut die üblichen Phrasen und Floskeln, vorgetragen von Politikerinnen in Schwarz und Politikern, die Hüte tragen. Aus Respekt. Ernst blicken sie drein, die Präsidenten und Bundeskanzlerinnen, und sagen, was sie seit Jahrzehnten sagen: „Nie wieder“. Sie meinen damit allerdings ausschließlich „nie wieder Auschwitz“. Was diesseits von Vernichtungslagern ist, fällt nicht unter diesen Schwur, wird nicht abgedeckt vom Wiederholungsverbot. Seit dem von außen erzwungenen Ende der Naziherrschaft nicht.

Nirgendwo in Europa waren Juden nach 1945 je so sicher, wie sie es sein hätten müssen, hätten wir tatsächlich aus der Geschichte gelernt.  Weiterlesen …

Zur Erinnerung an 6 Millionen …

… hat die IDF eine Aktion gestartet, die (ge-)denk-würdig ist.

Anlässlich des heutigen Holocaust-Gedenktages fordert  die IDF auf:

Lasst uns gemeinsam 6.000.000 Kerzen anzünden, in Erinnerung an die 6.000.000 Menschen, die lebten, lernten, Erfolg hatten, kämpften, lachten, arbeiteten und liebten.

Zünde eine Kerze an, um ihre Erinnerung lebendig zu erhalten!*

Um eine Kerze zu entzünden, bitte auf die Abbildung klicken!
Light a candle*Aus dem Newsletter der IDF