Der Niedergang der arabischen Geschichte

von Dr. Mordechai Kedar

16. FEBRUAR 2014

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Dr. Mordechai Kedar
Middle East Insights
Januar 2014

Arabische Intellektuelle schauten seinerzeit sehr genau hin, als der nationalstaatliche Wind seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts durch Europa wehte. Sie haben die Entwicklungen studiert, haben sie für gut befunden und haben versucht, sie auch in den Ländern des Nahen Ostens umzusetzen. So kam es letztlich zu den panarabischen Bewegungen, die die Errichtung der Nationalstaaten Marokko im Westen, dem Irak im Osten, Syrien im Norden und Jemen im Süden auslösten. Parallel dazu etablierten die britischen, französischen und italienischen Kolonialmächte lokale Staaten, die versuchten, ihre Existenz auf der Schaffung eines lokalen Bewusstseins zu gründen, wobei dies in Syrien, dem Irak, Jordanien usw. auf Kosten eines inbegriffenen arabischen Bewusstseins geschah und letztlich zur Bildung der Arabischen Liga führte.

Das positive Image, das die Sowjetunion in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts genoss, hat das Aufblühen von Bewegungen ausgelöst, aus denen sich der arabische Sozialismus von Gamal Abd al-Nassar und die Baath-Partei ableitete, die in Syrien und im Irak herrschte. Andere wurden durch den westlichen Liberalismus inspiriert, und man versuchte, ihn zu imitieren, und dann gab es noch jene, die im Gegensatz dazu ein monarchistisches Modell angenommen hatten, das auf einer lokalen Tradition basierte und sich mit einer pseudo-westlichen Verfassung umgab.

Der rote Faden, der sich durch alle diese Ideologien zog, war die Tatsache, dass hinter all diesen Bewegungen der Versuch stand, eine neue Substanz und ein modernes Selbstverständnis für die arabische Gesellschaft zu finden, mit dem Ziel, die traditionelle Substanz abzulösen, die eine Kombination aus dem Stammeswesen und dem Islam war, was die beiden grundsätzlichen  Elemente des kollektiven Bewusstseins im Nahen Osten sind. Die Basis für alle neuen Ideologien war die Tatsache, dass man sich jetzt auf eine einzelne arabische Nation mit einzigartigen Eigenschaften bezog, in der die Anpassung von westlichen Ideologien an die besonderen Bedingungen des arabischen Ostens erforderlich wurde.

Im Laufe der Jahre war das eigentliche Ergebnis nur ein Kartenhaus, hohle Phrasen und gescheiterte Ideen, die es nie wirklich geschafft haben, ein gemeinsames Bewusstsein mit einer festen und allgemein anerkannten Substanz zu erschaffen, die, so hatte man gehofft, sich in den Herzen der Massen manifestieren sollte, um die übermächtig starke, grundlegende Loyalität gegenüber den religiösen Traditionen und gegenüber dem Stammeswesen abzulösen. Wir sehen den Beweis davon – in vielfältigen Ausprägungen – an den Entwicklungen der letzten drei Jahre, die den Zusammenbruch dieser vielen leeren Ideen ausgelöst haben, jene Ideen, die den öffentlichen Bereich in den letzten Jahrzehnten durchdrungen hatten.

Der arabische Nationalismus, der von der Arabischen Liga und seinen Institutionen, unter anderem auch auf dem arabischen Gipfel, formuliert wurde, hat sich jedoch erwiesen, nichts anderes als ein Feigenblatt zu sein, um die Blöße der internen Querelen, der Intrigen, der Rachegelüste, des Hasses, des Neides und des Konkurrenzdenkens zu bedecken, wovon jede kollektive Handlung der arabischen Länder belastet wurde.

Auch die vielbeschworene arabische Solidarität hat sich erwiesen, nicht mehr als ein Klischee und ein sinnentleerter Slogan zu sein, weil die arabischen Länder bei einem Angriff durch ausländische Mächte nicht nur einander nicht unterstützt haben, sondern zudem auch gegeneinander gekämpft haben, was im absoluten Widerspruch zur Gründungsurkunde der Arabischen Liga steht. Während der letzten drei Jahre waren wir Zeuge der offenen militärischen Verstrickung Katars, Saudi-Arabiens und anderer Staaten in Libyen, Syrien, Bahrain und dem Jemen. In einigen Fällen war das ausländische Eingreifen sogar gewollt, um die jeweiligen Machthaber zu stärken, und in anderen Fällen war wiederum die Unterstützung der Gegner jener Machthaber beabsichtigt. Außerdem gibt es das unveränderliche Verschwörertum von Al-Jazeera, dem Fernsehkanal der Moslembruderschaft, der von Katar aus sendet und seit seiner Gründung im Jahre 1996 einen Medien-Dschihad gegen die arabischen Machthaber geführt hat.

Diese Machthaber, oder genauer gesagt, diese Diktatoren, von Gamal Abd al-Nassar bis Saddam Hussein, von Gaddafi bis Assad (der Vater wie der Sohn), haben in der vorherigen Generation Hunderttausende ihrer eigenen Bürger ohne Mitgefühl abgeschlachtet, nicht etwa diejenigen anderer Länder, und das alles natürlich im Namen des Nationalismus und des Patriotismus. Sie sind gemeinhin akzeptierte Gäste auf Kongressen, Konferenzen, Empfängen und in den Fluren der Macht gewesen, und jeder Politiker will unbedingt mit ihnen zusammen abgelichtet werden. Es gab sogar einige Politiker unter den arabischen Bürgern Israels, die vor ein paar Jahren nach Libyen gingen, um sich zusammen mit dem Massenmörder fotografieren zu lassen, der dort über 42 Jahre geherrscht hat. Ihr Verhalten bringt alle Bestrebungen des Nationalismus und des Patriotismus in Verruf, der durch ihre Propagandamaschinerie ausposaunt wird, und die einfachen Bürger von der Straße können diese Botschaften einfach nicht mehr hören, die sie zu verbreiten versuchen.

Der arabische Bürger hat, im Vergleich zu Bürgern anderer Länder in der Welt, ein erstaunlich niedriges Vertrauen zu seinem Staat. Der einfache arabische Mann von der Straße ist unzweifelhaft davon überzeugt, dass die Regierung seines Landes korrupt und verdorben ist und einzig zu Gunsten derjenigen agiert, die auf der Lohnliste des Staates stehen. Sie missbrauchen das Regierungsamt und die damit verbundene Autorität für den persönlichen Gewinn durch Bestechlichkeit und Korruption. Es gibt ein allgemeines Gefühl der Verzweiflung unter den Menschen auf der Straße wegen der Unfähigkeit der Araber, einen geregelten, modernen Staat mit Transparenz der Regierung und wirtschaftlicher Fairness zu führen. Die Gewalt, die die Regime in arabischen Staaten seit Jahrzehnten angewandt haben, entfremdet sie von der Mehrheit der Bevölkerung und schafft eine tief eingewurzelte Feindschaft zwischen dem Regime und den Bürgern. Dennoch, parallel dazu gibt es auch ein Verständnis dahingehend, dass eine Regierung ohne Anwendung von Gewalt innerhalb der arabischen Welt nicht in der Lage wäre,  ein geregeltes und effizientes System auf Dauer aufrechtzuerhalten.

Die Anwendung von Gewalt durch die Regierung existiert sowohl auf nationaler, staatlicher Ebene, wie auch im kommunalen Bereich. Staatliche Organisationen, wie das Militär, Polizei und Ministerien leiden unter ähnlichen Missständen. Das Niveau der familiären Gewalt ist im Nahen Osten höher als in anderen Regionen der Welt, und die arabische Frau wird mehr unterdrückt, als irgendwo sonst in der Welt.

Die arabische Loyalität gegenüber den Palästinensern hat sich ebenso erwiesen, nichts anderes als ein sinnentleerter Slogan zu sein. Was haben die arabischen Länder getan, um das Leiden der Flüchtlinge von 1948 zu vermindern, die auf „Flüchtlingslager“ beschränkt sind? Die Palästinenser in Judäa, Samaria und Gaza halten ihre Brüder weiter in den Flüchtlingslagern!! Was haben die arabischen Behörden mit den Milliarden an Fördermitteln getan, die sie im Laufe der vergangenen Jahre aus allen Teilen der Welt für die Flüchtlinge erhalten haben? Wohin sind all die Spendengelder verschwunden, die die Welt über die Jahre hinweg für die Flüchtlinge aufgebracht hat? Haben nicht arabische Länder wie Ägypten und  Jordanien einen Friedensvertrag mit Israel abgeschlossen, auch ohne dass das palästinensische Problem gelöst wurde? Es scheint, dass die besonderen Interessen dieser Länder über die fadenscheinigen Slogans der angeblichen Solidarität mit den Palästinensern obsiegt haben. Die Ereignisse, die man in den letzten Tagen im Flüchtlingslager Jarmouk in Syrien beobachten konnte, beweisen doch nur, wie lieb und teuer die Palästinenser in den Herzen der anderen Araber wirklich sind.

Sogar die Bedrohung von Seiten des Iran, die kürzlich im Nachgang der Genfer Vereinbarung noch mehr an Bedeutung gewann, hat es nicht geschafft, die Araber zu vereinigen. Aus dieser Verzweiflung heraus knüpfen sie deshalb auch hinter den Kulissen Beziehungen mit Israel, in der Hoffnung, dass Israel sie vielleicht vor den Iranern retten wird. Hassan Nasrallah nennt diese Araber jedoch „falsche Männer“ [fake men], und das arabische Lexikon kennt eigentlich kein schärferes Wort der Verunglimpfung.

Mehr als ein hundert Millionen Araber leben weit unter der Armutsgrenze, und ihr Leben ist durch Krankheit, Unwissenheit und Verwahrlosung gekennzeichnet. Andererseits führt eine sehr kleine Oberschicht von Arabern ein luxuriöses Leben als Milliardäre in den Ölländern sowie an anderen Orten. Die wirtschaftliche Solidarität innerhalb der „arabischen Nation“ ist annähernd bei Null, und eine echte Fürsorge für die Armen, die Waisen und die Witwen ist fast nicht existent. Das Fehlen der wirtschaftlichen Solidarität ist das Ergebnis der Schwächung der sozialen Solidarität. Die Rücksicht auf menschliche Werte in der arabischen Welt ist äußerst niedrig angesiedelt. Deshalb liegt die Sorge nach Lebensqualität auf einem ziemlich niedrigen Niveau.

Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen

Während der letzten drei Jahre, infolge des Verfalls der modernen Ideologien und der Schwächung der arabischen Regime, haben die Geier der Al- Qaeda damit begonnen, diesen schwachen und kranken Körper der arabischen Nation anzupicken. Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen. Überall dort, wo ein Staat nicht mehr richtig funktioniert, kommen die Terroristen aus aller Welt, um dort einen „islamischen Staat“, zu gründen. Das ist so im Irak, in Syrien, in Libyen, im Jemen und im Sinai, ebenso auch in Somalia, Mali, Nigeria, Afghanistan und Pakistan. Das Hauptziel dieser Agenten des Todes ist die arabische Nation, und die Zahl der Moslems, die sie getötet haben, ist viel größer, als die Zahl der „Ungläubigen“, die im Feuer getötet worden sind, dass sie überall dort entfachen, wo sie dazu in der Lage sind. Die Al-Kaida hat Allah in einen Schlachtfeldkrieger verwandelt, und er kämpft gegen die eigenen gläubigen Moslems.

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Vor ein paar Jahren hieß es in einer ägyptischen Zeitung, dass die arabische Nation ein toter, eingefrorener Körper im Leichenhaus ist, für den keiner den Mut aufbringt, eine Sterbeurkunde auszufüllen. Ich überlasse dem verehrten Leser die Entscheidung darüber, wie korrekt und angemessen die damalige Einschätzung des Verfassers war.

Quelle: The Demise of the Arab Narrative by Dr. Mordechai Kedar

Übersetzung: R.L. (Vielen herzlichen Dank! 🙂 )

Nachrichten aus dem „Kindergarten“: Obama an Netanyahu

WorldJewishDaily” bringt mit Datum von heute [30.11.2013] eine Meldung, die stark nach Kindergarten-Mentalität riecht. Da heißt es „Obama asks Netanyahu to please stop criticizing him on Iran deal, also:

„Obama fordert Netanyahu auf, ihn doch bitte schön wegen des Iran-Deals nicht mehr zu kritisieren“

In der Meldung ist zu lesen [Übersetzung: faehrtensuche]:

„Offenbar unfähig, entweder die Hitze zu ertragen oder aus der Küche zu gehen, hat US-Präsident Barack Obama persönlich den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu aufgefordert, ihn nicht mehr wegen seines Deals mit dem Iran zu kritisieren.

YNet und die Washington Post berichteten am Donnerstag [28.11.2013], dass sich Obama beschwert habe über Netanyahus ‚aufsehenerregende Kritik‘ des Abkommens, der es dem Iran erlaubt, seine nukleare Infrastruktur zu erhalten und weiter Uran anzureichern. Netanyahu wendet sich gegen jede Vereinbarung, die das Atomprogramm des Iran nicht vollkommen beendet.

Obama führte offensichtlich die offizielle Linie der Regierung fort – bereits durch den Iran selbst zurückgewiesen –, dass die Vereinbarung viel besser sei als anfangs berichtet, und bat Netanyahu, ein diplomatisches Team nach Washington zu schicken, um die Frage zu klären.

Netanyahus Reaktion auf Obamas Anfrage wurde nicht berichtet, aber es wird weitgehend erwartet, dass der Premierminister wenigstens einen persönlichen Gesandten zum Weißen Haus schicken wird.“

Ganz abgesehen von Obamas Arroganz, dadurch ersichtlich, dass er  einem anderen Staatsmann – Netanyahu – den Mund verbieten will, fragt man sich, warum Obama meint, genau das zu tun zu müssen! Hätte er ein „reines Gewissen“, hätte er also aus tiefster Überzeugung die Interessen Israels im Auge gehabt, könnte er sich ganz gelassen zeigen angesichts der Äußerungen Netanyahus und sie nicht als Vorwurf betrachten, sondern als Anfrage, seine eigenen Überlegungen noch einmal zu überdenken.

Muss man nicht Obamas Verhalten als „Eingeständnis“ werten, Israel im entscheidenden Moment im Stich gelassen zu haben? Er selbst weiß das sehr wohl, tut aber so, als ob das nicht der Fall wäre. Das Abkommen von Genf – Ergebnis von offiziellen Gesprächen? Jedenfalls nicht nur, wie sich herausgestellt hat! Obama arbeitete bereits seit etwa einem Jahr an einem Deal mit dem Iran. Das ist ein noch größerer Affront für Israel.

Außerdem: Einem Politiker, der ernstgenommen werden will, steht Beleidigtsein schlecht zu Gesicht. Bevormundung auch!

Netanyahu weiß, dass er seinem Volk und seinem Land verpflichtet ist und sein Handeln und seine Reaktionen werden daran gemessen werden.

24. November 2013

Genf. Die 5+1 Staaten (USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China als permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrates) + Deutschland haben entschieden. Im Atomstreit mit dem Iran ist man übereingekommen, dass Iran seine Urananreicherung herunterfährt und der Westen im Gegenzug die Sanktionen lockert, erstmal für ein halbes Jahr. Sie sind mächtig stolz darauf. Sie feiern „den Durchbruch„! Spiegel online schreibt:

„Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete die Einigung als einen „bedeutenden Schritt in die richtige Richtung“: „Sie stellt eine Etappe hin zur Einstellung des iranischen Atomprogramms dar und damit hin zur Normalisierung unserer Beziehungen mit Iran.“ Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach von einem „Sieg für alle“. Es sei „gelungen, eine der größten Aufgaben der Weltpolitik zu lösen“.

Der Iran feiert auch. Er feiert einen entscheidenden Schritt zur Vernichtung Israels! Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Khamenei, erklärt noch wenige Tage vor dem Abkommen, am 20. November 2013, dass Israel seinem Untergang nicht entgehen könne.Die Grundlagen des zionistischen Regimes sind zerbrechlich, und selbst die Gewalt wird es nicht vor dem Untergang retten.“

Präsident Netanyahu äußert sich zu dem Abkommen wie folgt:

Was erreicht wurde gestern Abend in Genf ist kein historisches Abkommen, es ist ein historischer Fehler. Heute ist die Welt zu einem viel gefährlicheren Ort geworden, weil das gefährlichste Regime der Welt einen bedeutenden Schritt gemacht hat in Richtung des Erreichens der gefährlichsten Waffe der Welt. Zum ersten Mal haben die führenden Mächte der Welt der Urananreicherung im Iran zugestimmt, während sie die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates, den sie selbst leiteten, ignorieren. Sanktionen, die viele Jahre benötigten, um in Kraft gesetzt zu werden, enthalten die beste Chance für eine friedliche Lösung. Diese Sanktionen wurden im Austausch für kosmetische iranische Zugeständnisse aufgegeben, die innerhalb von Wochen annulliert werden können. Dieses Abkommen und seine Bedeutung gefährden viele Länder, einschließlich Israel natürlich. Israel ist nicht an diese Vereinbarung gebunden. Das iranische Regime hat sich der Zerstörung Israels verpflichtet und Israel hat das Recht und die Pflicht, sich selbst zu verteidigen, durch sich selbst, gegen jede Bedrohung. Als Ministerpräsident von Israel möchte ich es klarstellen: Israel wird es nicht zulassen, dass der Iran eine militärische nukleare Fähigkeit entwickelt.“

[Übersetzung: faehrtensuche]

Bundesaußenminister(darsteller) Guido Westerwelle:

„Wir sind unserem Ziel, eine atomare Bewaffnung Irans zu verhindern, einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

Nach zehn Jahren der Verhandlungen, auch des Stillstands und der Konfrontation, haben wir heute erstmals eine politische Einigung über erste substanzielle Schritte erzielt.

Die nächsten Monate müssen wir nutzen, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Entscheidend sind eine transparente, überprüfbare Umsetzung der Vereinbarungen und eine zügige Fortsetzung der Verhandlungen mit Blick auf eine abschließende Lösung. Wir sind dazu bereit und erwarten das Gleiche von der iranischen Führung.“

Wie man, wie der US-Außenminister John Kerry, zu der Aussage kommen kann, dass dieses Abkommen Israel sicherer mache, verstehe, wer will – ich tue es jedenfalls nicht!

Michael Spaney, Europa-Sprecher von STOP THE BOMB:

Die Aussetzung von Sanktionen ist ein fatales Signal des Appeasement. Iran wird in sechs Monaten über mehr angereichertes Uran verfügen, und den Schwerwasserreaktor Arak weiter ausgebaut haben. Gefährlich ist aber insbesondere das politische Signal. Es ist nach diesem Abkommen ungleich schwieriger, den Sanktionsdruck noch einmal zu erhöhen. Dem Regime in Teheran wird außerdem signalisiert, dass der Westen jede ernsthafte Konfrontation mit dem Regime scheut. Der Westen ignoriert die Sicherheitsbedenken der arabischen Staaten und Israels, für das die iranische Nuklearrüstung eine existenzielle Bedrohung darstellt.”

Dr. Stephan Grigat, wissenschaftlicher Direktor von STOP THE BOMB kritisierte bereits im Vorfeld:

Wenn schon Verhandlungen geführt werden, die dem Regime eine Legitimität verleihen, die es bei großen Teilen der iranischen Bevölkerung längst verloren hat, müssen diese die Gefahren des iranischen Atomprogramms beenden. Das Ziel der Verhandlungen müsste also die vollständige und überprüfbare Beendigung der Urananreicherung beinhalten, das Außerlandesbringen des bereits angereicherten Urans, die Schließung der Anlage in Fordo, den Abbau der Zentrifugen in Natanz und das Ende der Arbeiten am Schwerwasserreaktor in Arak.“

Michael Spaney, ebenfalls bereits im Vorfeld:

„Als Chefunterhändler hat Rohani das Atomprogramm der Ajatollahs bis 2005 durch seine Verhandlungsstrategie entscheidend vorangebracht. Rohani hat sich im Wahlkampf offen für die iranische Taktik des Täuschens, Zeitschindens und Faktenschaffens gerühmt. Das Regime in Teheran will auch heute Zeit schinden. Eine neue Studie des Institute for Science and International Security besagt, dass Iran schon heute die Uranmenge für eine Atombombe in einem Monat herstellen kann. Der Westen darf sich von der Hinhaltetaktik der Machthaber im Iran nicht täuschen lassen und muss den Druck auf das Regime noch intensivieren.“

Daniel Dagan („Internationale Presseschau mit Bild und Biss“) am 24.11.2013:

Der Iran und die Großmacht USA verstehen das Abkommen ganz unterschiedlich. Und zwar an einer wesentlichen Stelle. Der Iran behauptet offiziell und lautstark, dass das Abkommen sein Recht anerkennt, weiterhin Uran anzureichern (und damit der Produktion einer Nuklearwaffe langsam aber sicher näher zu kommen). Die USA behauptet offiziell und lautstark, dass die Uran-Anreicherung durch den Iran ausgeschlossen wurde.“

Ein Exil-Iraner:

„Ich weiss nur, dass die Mullahs gar nicht an einer Einigung interessiert sind und nur Zeit schinden wollen. Leider hat Obama keine Eier und betreibt eine katastrophale Aussenpolitik. Insofern ruhen meine Hoffnungen auf Israel, dass sie das tun was für ihre Nation richtig ist.“

Wie die Welt-Presse auf den Atom-Deal mit dem Iran reagiert, hat „Bild“ zusammengestellt.
Link:
http://www.bild.de/politik/ausland/atomprogramm-iran/das-sagt-die-welt-zum-iran-deal-33536540.bild.html

[Alle Hervorhebungen in den Texten: faehrtensuche]

Lese-Empfehlungen zum Thema:

Voller Text des Abkommens (Englisch): http://edition.cnn.com/2013/11/24/world/meast/iran-deal-text/

Israswiss, Iran feiert den Sieg über das „zionistische Komplott“

Matthias Küntzel: Der Kniefall von Genf

In einem weiteren Beitrag („Facebook und Steinigungen“) nennt Matthias Küntzel drei Fehler, die der Westen im Umgang mit dem iranischen Präsidenten Rouhani macht:

  1. Fehler: Ignoranz
  2. Fehler: Wunschdenken
  3. Fehler: Anbiederung

Aufschlussreich!