Verlangt die jüdische Moral, dass Israel das Westjordanland verlässt?

von Evelyn Gordon, 20. November 2019

Originalartikel: Does Jewish morality require Israel to leave the West Bank?

Der Zionismus scheint ein binärer Satz zu sein: Man ist entweder für oder gegen die Existenz eines jüdischen Staates. Aber eine dritte Option ist immer beliebter geworden, eine, die ich als konditionalen Zionismus bezeichnen würde. Demgemäß hat ein jüdischer Staat ein Existenzrecht, jedoch nur, wenn er bestimmte Bedingungen erfüllt.

Diese Position breitet sich unter liberalen amerikanischen Juden rasch aus. In einem Aufsatz in Haaretz vom August argumentierte Abe Silberstein zum Beispiel, dass Israel zur Schaffung eines palästinensischen Staates gezwungen werden müsse, weil sonst die einzigen Alternativen die Aufrechterhaltung des Status Quo oder eine Einstaatenlösung seien – und jeder moralische Jude müsste der Meinung sein, Letzteres sei „eindeutig vorzuziehen“, obwohl das wahrscheinlich die jüdische Staatlichkeit beenden würde. Mit anderen Worten, das Existenzrecht des jüdischen Staates hängt von der Erfüllung palästinensischer (und amerikanisch-jüdischer) Forderungen ab.

Diese Position ist auch unter Nichtjuden verbreitet. So kam beispielsweise Gavin D’Costa in einem für Mosaic verfassten Essay vom September zu der Frage, ob ein katholisches Äquivalent zum protestantischen Zionismus möglich sei, zu dem Schluss: „Wenn der israelisch-palästinensische Konflikt morgen mit voller Zustimmung beider Seiten und internationaler Unterstützung beigelegt werden sollte, glaube ich, dass der offizielle katholische Zionismus ziemlich schnell zum Vorschein käme.“ Mit anderen Worten, die Kirche könnte eines Tages einen jüdischen Staat akzeptieren, aber nur, wenn Israel die palästinensischen (und westlichen) Forderungen erfüllt.

Angeblich könnten solche Positionen als einfacher Antisemitismus abgetan werden, der auf Natan Sharanskys berühmtem 3D-Test (Dämonisierung, Delegitimierung und Doppelmoral) basiert. Das maßgebliche Kriterium ist hier die Doppelmoral, da die Existenz eines anderen Landes nicht von dessen Verhalten abhängig gemacht wird, selbst wenn dieses Verhalten weitaus schlimmer ist als das Israels. Zum Beispiel besetzt China Tibet seit fast 70 Jahren und hält derzeit eine Million Uiguren in Gefangenenlagern fest. Viele Menschen wollen, dass diese Politik gestoppt wird. Aber niemand sagt, dass ein chinesischer Staat ohne solche Veränderungen kein Existenzrecht hat.

Dennoch ist es ein offensichtliches Problem, den konditionalen Zionismus als antisemitisch abzutun: Jede Begründung für einen jüdischen Staat, ob religiös oder säkular, beruht auf dem Anspruch der Juden, ein eigenes Volk mit einer eigenen Religion, Sprache und Kultur zu sein. Und genau dieses Erbe betrachtet das Recht des jüdischen Volkes, in seinem Land zu bleiben, in Abhängigkeit von seinem moralischen Verhalten. Das ist kein kleines Detail, sondern ein Kernelement der jüdischen Theologie.

Das wird wiederholt in der Bibel erwähnt. Es ist im Shema-Gebet enthalten, der engsten Annäherung des Judentums an ein Credo, das observante Juden zweimal täglich rezitieren. Es ist der Grund, den die Rabbiner des Talmud sowohl für das erste als auch für das zweite Exil angeben (sie führten das erste auf Mord, Götzendienst und verbotene sexuelle Beziehungen zurück und das zweite auf grundlosen Hass). In der Tat, gerade weil dies so grundlegend ist, scheint es selbst für säkulare Juden, die fast jede sonstige Spur des Judentums aufgegeben haben, oder für eine katholische Kirche, die die hebräische Bibel zugunsten des Neuen Testaments herabgestuft hat, immer noch selbstverständlich zu sein. (Der Hauptgrund, warum der christliche Zionismus ein protestantisches Phänomen ist, liegt darin, dass die Protestanten der hebräischen Bibel mehr Gewicht beimessen als die Katholiken).

Bedeutet das, dass konditionale Zionisten Recht haben und dass Israels Existenzrecht von der Erfüllung palästinensischer Forderungen abhängt? Keineswegs, denn es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen dem modernen konditionalen Zionismus und der biblischen Version: Weder die Bibel noch das damit verbundene talmudische Judentum haben jemals darauf bestanden, dass die jüdische Moral vom jüdischen Staat verlangt, Selbstmord zu begehen.

Ein weiteres Grundprinzip des Judentums ist wohl, dass die Befolgung der Gesetze Gottes zum Leben führt und nicht zum Tod (siehe 5. Mose 30:19 oder 3. Mose 18: 5). Folglich erlaubt der Talmud, dass – um ein Leben zu retten – gegen fast jedes religiöse Gebot (außer Mord, Götzendienst und verbotene sexuelle Beziehungen) verstoßen werden kann. Er deklariert auch, dass, wenn jemand kommt, um dich zu töten, [gilt]: „Erhebe dich und töte ihn zuerst.“

Aus dem gleichen Grund wird die nationale Selbstverteidigung als eine der wichtigsten Aufgaben eines jüdischen Führers und möglicherweise sogar als religiöse Verpflichtung angesehen. Die Bibel selbst sagt lediglich, dass einige Kriege obligatorisch sind, ohne zu definieren, welche Kriege in diese Kategorie fallen. Aber eine Interpretation, die unter anderem vom großen mittelalterlichen jüdischen Gelehrten Maimonides angenommen wurde, besagt, dass sie Selbstverteidigungskriege einschließt.

Das heißt natürlich nicht, dass alles möglich ist. Selbst in Kriegszeiten setzt die Bibel dem Verhalten einer Armee Grenzen – durch das ursprüngliche Kriegsrecht. Aber die jüdische Tradition lehnt die Vorstellung, dass Moral nationalen Selbstmord verlangt, vollkommen ab. Im Gegenteil, sie betrachtet die Verteidigung des jüdischen Gemeinwesens als positives moralisches Gut.

Was hat das alles mit den Palästinensern zu tun? Ganz einfach: Selbst wenn man die (falsche) Prämisse akzeptiert, dass der Verzicht auf das Westjordanland tatsächlich den palästinensischen Ansprüchen genügen würde, bleibt die Tatsache bestehen, dass Israel nicht allein oder nicht einmal in erster Linie wegen der Siedler da ist, die sich wiederholt als unfähig erwiesen haben, territoriale Zugeständnisse zu verhindern (siehe die Osloer Abkommen, den Rückzug aus Gaza, die weitreichenden Angebote der Ministerpräsidenten Ehud Barak und Ehud Olmert). Es ist da, weil die meisten Israelis aufgrund bitterer Erfahrung keine Möglichkeit sehen wegzugehen, ohne nationalen Selbstmord zu begehen.

Der Rückzug aus Teilen des Westjordanlandes im Rahmen der Osloer Abkommen führte zu dem tödlichen Terror der Zweiten Intifada, der erst endete, als die israelische Armee die Kontrolle über diese Gebiete wieder übernahm. Der Rückzug aus dem Gazastreifen führte zu 14 Jahren (und mehr) fast ununterbrochenem Raketen- und Mörserfeuer auf Südisrael. Ein ähnliches Ergebnis wäre im Westjordanland weitaus tödlicher, das sich – anders als Gaza – in unmittelbarer Nähe zu Israels wichtigsten Bevölkerungszentren, Wirtschaftszentren und dem internationalem Flughafen befindet. Der Rückzug aus dem Südlibanon im Jahr 2000 befähigte die Hisbollah, einer Terrororganisation, ein direkt auf Israel gerichtetes Raketenarsenal zu erwerben, das größer ist als das vieler nationaler Armeen.

All das hat die meisten Israelis davon überzeugt, dass die Abtretung des Westjordanlandes militärisch selbstmörderisch ware, wenn es keine radikale und unvorhergesehende Änderung des palästinensischen Verhaltens gibt. Und da eine Einstaatenlösung sich immer noch demografisch selbstmörderisch ausnimmt, bleibt eine Version des Status Quo die am wenigsten schlechte Option – nicht nur für Israel, sondern auch für die Palästinenser, wie ich in einer nachfolgenden Kolumne erläutern werde.

Ist also der konditionale Zionismus antisemitisch? Das hängt von den Bedingungen ab. Aber heutzutage umfasst die zentrale Bedingung normalerweise selbstmörderische israelische Konzessionen an die Palästinenser. Daher verlangen die heutigen konditionalen Zionisten, dass sich eine Nation, von allen Nationen der Welt, um der anderen willen selbst zerstört. Und ja, das ist antisemitisch.

Übersetzung: faehrtensuche

Killer-Drohnen

Pressemitteilung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, 24.8.19 / Amt des Premierministers, 25.8.2019:

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben Samstagabend (24.8.) einen bevorstehenden umfangreichen Angriff mit mehreren mit Sprengstoff beladenen Killer-Drohnen auf Israel durch Angriffe auf Kräfte der iranischen Quds-Einheit und Ziele schiitischer Milizen in Syrien verhindert.

Kampfflugzeuge der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte griffen dazu präventiv eine Reihe von Zielen in Aqraba, Syrien, südöstlich von Damaskus an, wo Kräfte der iranischen Quds-Einheit und schiitischer Milizen in den letzten Tagen einen umfangreichen Angriff auf Israel planten.

„‚Wenn jemand kommt, um dich zu töten, töte ihn zuerst.‘ In einer komplizierten Operation des Sicherheitsapparats haben wir aufgedeckt, dass Irans Quds-Einheit eine Sondereinheit schiitischer Milizen nach Syrien entsandt hat, um Israelis auf den Golanhöhen mit mit Sprengstoff beladenen Drohnen zu töten. Ich möchte betonen: Dies war eine Operation des Iran, unter der Führung des Iran, auf Geheiß des Iran. Mit einer mutigen Entscheidung und der makellosen operativen und nachrichtendienstlichen Leistung der Armee sind wir ihnen zuvorgekommen und haben diesen Angriff vereitelt; wir haben schwerwiegende Angriffe verhindert. Wir werden ab jetzt jeden Versuch des Iran, uns anzugreifen, aufdecken sowie jeden Versuch iranischer Offizieller, sich hinter dieser oder jener Ausrede zu verstecken. Ich möchte betonen, dass wir keinerlei Aggression gegen Israel von keinem Land der Region tolerieren werden. Jedes Land, das es zulässt, dass sein Gebiet für Aggressionen gegen Israel genutzt wird, wird die Konsequenzen tragen. Ich wiederhole: Das Land wird die Konsequenzen tragen.“

Die folgende Aufnahme zeigt Kräfte der iranischen Quds-Einheit in Syrien mit einer Killer-Drohne, die für einen Angriff gegen Israel verwendet werden sollte. Die israeliche Armee konnte den Angriff verhindern.

Lila in: Sderot Live:

Wir wissen nicht, wie es weitergeht, das weiß man ja nie. Ich habe mir abgewöhnt, deutsche Medien zu konsumieren, seit der letzten Hetzgeschichte des Spiegel Online gegen Israel habe ich mein Bookmark gelöscht und klicke keine Links mehr an. Das will ich mir einfach nicht antun. Aber bei der Tagesschau gucke ich noch auf die Homepage – dort stehen zwei Artikel, die Israel eindeutig als Aggressor darstellen.

Überschriften:

Israelische Kampfflugzeuge – Palästinenserposten im Libanon attackiert

und

Israel greift Syrien an – Bombardements gegen „Killerdrohnen“

Der Iran und die Hisbollah werden nicht erwähnt, mMn mit gutem Grund. Schließlich sind deutsche Medien außerstande, Israel anders als durch die palästinensische Linse zu sehen. Und in dem Konflikt sind die Rollen schon vergeben: Israel der böse Aggressor, Palästinenser arme Häschen. „Killerdrohnen“ klingt wie eine lächerliche Übertreibung, aber wie soll man eine Drohne anders nennen, die mit Sprengstoff über zivile Ziele geschickt wird? Meinetwegen Kampfdrohne. Die Anführungszeichen jedenfalls ziehen das ganze Szenario ins Lächerliche.

Israel greift an – grundlos. Und das ist der Eindruck, den deutsche Medien, wie ihr wißt, euch seit Jahren und Jahrzehnten vermitteln wollen.

Den ganzen Artikel lesen!

Es ist an der Zeit, …

… dass mehr Länder die Hisbollah als Terrororganisation einstufen.


Buenos Aires, Argentinien, 18. Juli 1994

Die Hisbollah verübt einen Terroranschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires. 85 Menschen werden bei dem Anschlag getötet.

Am 18. Juli 2919, den 25. Jahrestag des Hisbollah-Terroranschlags, erklärt Argentinien die Hisbollah zur Terrororganisation.

Die Hisbollah ist verantwortlich für Dutzende Terroranschläge auf der ganzen Welt, bei denen Tausende Menschen getötet und verletzt wurden.

Anschlag auf die US-Botschaft – Beirut 1983

Anschlag auf die Khobar-Türme, Saudi-Arabien 1996

Bus-Anschlag in Burgas, Bulgarien 2012

Kuwait 1983 – Griechenland 1985 – Argentinien 1992, 1994 – Panama 1994 – Saudi-Arabien 1996 – Bulgarien 2012

Premierminister Benjamin Netanyahu, 17. Juli 2019:

„Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass Frankreich und der Rest Europas genau das Gleiche wie Argentinien tun und zwar, die Hisbollah zur Terrororganisation zu erklären.“

Argentinien steht damit in einer Reihe mit den USA, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden und mehreren Golfstaaten, die die Hisbollah als das bezeichnen, was sie wirklich ist: eine Terrororganisation.

US-Außenminister Mike Pompeo, 19. Juli 2019:

„Ich möchte Argentinien dafür loben, dass sie gestern die Hisbollah als Terrororganisation eingestuft haben. Wir hoffen, dass weitere [Länder] diesem Beispiel hier und heute folgen werden.“

Es ist an der Zeit, dass mehr Länder dem Beispiel Argentiniens folgen und Hisbollah für ihren Terror zur Rechenschaft ziehen.

Quelle: Newsletter der Botschaft des Staates Israel, 29.07.2019

Iran: Wohin verschwindet das ganze Geld?

Warum gehen Iraner gegen das iranische Regime auf die Straße?

Die iranische Wirtschaft steckt in der Krise. Die Währung hat 80% ihres Wertes verloren und es herrscht Wassermangel. Dies geschieht, weil das Regime lieber Terrorismus finanziert als die Wirtschaft anzukurbeln.

Wohin fließen die Gelder?

Das Regime ist verantwortlich für Terroranschläge in Europa und den Beschuss von Schiffen im Roten Meer. Es bewaffnet Terrororganisationen wie die Hisbollah und die Hamas. Es heizt den Krieg in Syrien an und im Jemen. Dadurch werden Millionen Menschen zu Flüchtlingen.

Iran steckt sein Geld in seine Raketen, die mit Atomwaffen bestückt werden können. Das Regime zerstört die Wirtschaft.

Es gibt nur einen Weg, den Menschen im Iran zu helfen: Die Aggressionen des Regimes müssen aufgehalten werden.

Warum hassen die Araber die Palästinenser so?

Diese Frage stellt Dr. Mordechai Kedar in seinem am 5. März 2018 in der Israelnationalnews erschienenen Artikel („Why do the Arabs hate the Palestinians so„). Exzellente Frage, wie ich finde, zumal kaum jemand hier in Deutschland und Europa auf die Idee zu kommen scheint, dass sich Araber und Palästinenser nicht wohlgesonnen gegenüberstünden. 

Dr. Mordechai Kedar gilt aus ausgewiesener Experte für alle die arabische Welt betreffenden Fragen. Er ist Dozent an der Fakultät für Arabisch an der Bar-Ilan-Universiät (in Ramat Gan, Bezirk Tel Aviv), diente 25 Jahre im militärischem IDF-Geheimdienst, spezialisierte sich auf Syrien, den arabischen politischen Diskurs, arabische Massenmedien, islamische Gruppen und israelische Araber. Er ist Experte für die Muslimbruderschaft und andere islamische Gruppen. Dr. Kedar spricht fließend arabisch und ist auf diese Weise mit den arabischen Medien „in Echtzeit“ vertraut. 

Hier sein Artikel in deutscher Übersetzung von faehrtensuche:

Dr. Mordechai Kedar, Warum hassen die Araber die Palästinenser so?

Die arabische Welt ist aus vielen Gründen überhaupt nicht daran interessiert, den palästinensischen Arabern einen Staat zu geben. Die palästinensischen Araber wollen auch nicht wirklich einen, denn warum sollte man die „Flüchtlings“-Gans töten, die die goldenen Eier legt?

In Israel und in weiten Teilen der westlichen Welt neigen wir dazu zu denken, dass sich die arabische Welt einig ist über die Unterstützung der Palästinenser, dass sie nichts lieber will als das palästinensische Problem durch das Zugeständnis eines Staates zu lösen und dass alle Araber und Muslime die Palästinenser lieben und Israel hassen. Das ist jedoch ein vereinfachender und einseitiger Standpunkt, denn während es wahr ist, dass viele, vielleicht sogar die Mehrheit der Araber und Muslime Israel hassen, gibt es eine ganze Menge, die die Palästinenser genauso hassen.

Ihr Hass auf Israel ist zurückzuführen auf Israels Erfolg, ungeachtet von Kriegen, Terror, Boykotts und der Feindschaft gegen den jüdischen Staat zu überleben; er ergibt sich aus der Tatsache, dass es einen existierenden jüdischen Staat gibt, obwohl das Judentum durch den Islam, der „wahren Religion“, abgelöst wurde. Er wird dadurch verschärft, dass Israel eine Demokratie ist, während sie unter Diktaturen leben, dass Israel reich ist und sie arm, dass Israel ein Paradies ist verglichen mit arabischen Ländern, von denen viele nichts mehr ähneln als der letzten Haltestelle vor der Hölle (siehe Syrien, Irak, Libyen, Yemen, Sudan – und die Liste ließe sich fortführen) … und vor allem, dass Israel in Gebieten erfolgreich war, in denen sie scheiterten und ihre Eifersucht sie zum Wahnsinn treibt.

Aber warum sollten sie die ‚unglücklichen‘ palästinensischen Araber hassen? Immerhin sagt das arabische Narrativ, das Land der palästinensischen Araber wurde gestohlen und sie wurden gezwungenermaßen Flüchtlinge. Die Antwort auf diese Frage ist komplex und abhängig von der Kultur des Nahen Ostens, die wir in Israel und die meisten Menschen des Westens weder verstehen noch anerkennen.

Eines der schlimmsten Dinge nach arabischer Ansicht ist, übervorteilt, getäuscht oder ausgenutzt zu werden. Wenn jemand versucht, einen Araber zu betrügen – und mehr noch, wenn diese Person damit Erfolg hat – wird ein Araber von rasendem Zorn überwältigt, selbst wenn der Beteiligte sein Cousin ist. Er wird seinen Bruder auffordern, sich an eben diesem Cousin zu rächen, in Übereinstimmung mit dem arabischen Sprichwort „Mein Bruder und ich gegen meinen Cousin – und mein Bruder, mein Cousin und ich gegen einen Fremden.“

Was die palästinensischen Araber anbelangt, sind viele ursprünglich gar keine Palästinenser. Sie sind Einwanderer, die während des britischen Mandats aus der ganzen arabischen Welt in das Land Israel kamen, um in den Städten und auf den Farmen, die die Juden gebaut hatten, Arbeit zu finden. Diese Einwanderer haben immer noch Namen wie „Al Hurani (aus Huran im südlichen Syrien)“, „Al Tzurani (aus Tyrus im Südlibanon)“, „Al Zrakawi (aus Mazraka in Jordanien)“, „Al Maztri (der Ägypter)“ und viele andere Namen, die auf die tatsächlichen, geographisch verschiedenen Ursprünge der sogenannten Palästinenser hinweisen. Warum – fragen Sie die anderen Araber – sollten sie im Vergleich zu denen, die in ihren ursprünglichen Ländern geblieben sind, bevorzugt behandelt werden?

Beginnend mit dem Ende des israelischen Unabhängigkeitskrieges 1948 begann sich die Politik in der arabischen Welt zu zentrieren auf Israel und das „palästinensische Problem“, dessen Lösung nur durch die Eliminierung Israels zu erreichen wäre. Um dieser Mission zum Erfolg zu verhelfen, wurden die arabischen Flüchtlinge in Lagern gehalten, mit ausdrücklichen Anweisungen der Arabischen Liga, sie dort zu halten und nicht in anderen arabischen Ländern aufzunehmen.

Die UNRWA stellte sicher, dass sie unentgeltlich versorgt wurden mit Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung – das heißt, die Nationen der Welt bezahlten die Zeche, während die arabischen Nachbarn dieser ewigen „Flüchtlinge“ im Schweiße ihres Angesichts arbeiten und Nahrung, Bildung und medizinische Versorgung für ihre Familien bereitstellen mussten. Flüchtlinge, die mit kostenlosen Nahrungsmitteln, wie Reis, Mehl, Zucker und Öl, für den Gebrauch ihrer Familien versorgt wurden, verkauften oft einen Teil davon an ihre nicht geflüchteten Nachbarn und machten einen ordentlichen Profit.

Diejenigen, die in den Flüchtlingslagern leben, zahlen keine kommunalen Steuern. Das führt zu einer beträchtlichen Anzahl von „Flüchtlingen“, die ihre Häuser an andere vermieten und dank dieser Steuerfreistellung exorbitante Summen kassieren im Vergleich mit denen, die Wohnungen in nahe gelegenen Städten mieten. Mit anderen Worten, die Welt subventioniert die Steuern und die Flüchtlinge füllen sich ihre eigenen Taschen.

Im Libanon wurden mehrere Flüchtlingslager in der Nähe von Beirut gebaut, die jedoch in die expandierende Stadt integriert wurden und sich dann in hochklassige Viertel mit imposanten Hochhäusern verwandelten. Jemand hat von dieser Veränderung profitiert, und dieser Jemand ist nicht der Mann auf der Straße, der allen Grund hat, sich übervorteilt zu fühlen.

Die palästinensischen „Flüchtlingslager“ im Libanon wurden von bewaffneten Organisationen übernommen, von der PLO bis zum IS; die Hamas, die Volksfront, die Demokratische Front und Organisationen salafistischer Dschihadisten eingeschlossen. Diese Organisationen agieren gegenüber libanesischen Bürgern brutal und haben ihnen 1975 einen 14 Jahre andauernden Bürgerkrieg gebracht mit Blutvergießen, Zerstörung und die Abwanderung Hunderttausender Libanesen aus ihren Dörfern in ein Leben von schrecklichem Leid in Zeltlagern überall im Land. Viele nahmen Zuflucht in palästinensischen Flüchtlingslagern, aber die libanesischen Flüchtlinge erhielten weniger als 10 Prozent dessen, was die palästinensischen Araber erhielten. Das führte zu viel gegenseitigem Neid und Hass.

In Jordanien versuchten die palästinensischen Araber unter Führung des PLO-Chefs Yassir Arafat das Land im Jahr 1970 dadurch zu erobern, dass sie eigene autonome Regionen errichteten, zusammen mit Straßensperren und bewaffneten palästinensischen Arabern im Norden des Landes, was die Monarchie in Frage stellte. Im September 1970, als „Schwarzer September“ bekannt, entschied König Hussein, er hätte es satt und würde ihnen zeigen, wer der Herr in Jordanien ist. Den Krieg, den er gegen sie erklärte, kostete Tausende an Menschenleben auf beiden Seiten.

Inzwischen sind in Israel 20% der Bürger innerhalb der Grenzen von 1967 „palästinensische“ Araber, die nicht rebellieren oder gegen den Staat kämpfen. Mit anderen Worten, die „Palästinenser“, die im Israel vor 1967 leben, genießen das Leben in der einzigen Demokratie im Nahen Osten, während die arabischen Länder das Blut ihrer Soldaten opfern, um „Palästina“ zu befreien. Gibt es einen gefühlsmäßig schlimmeren Fall, ausgebeutet zu werden als den eines arabischen Soldaten, der sein Leben für diese sinnlose Sache in Gefahr bringt?

Schlimmer ist noch, was jeder Araber weiß: Palästinensische Araber haben seit mindestens einem Jahrhundert Land an Juden verkauft, enorm von den Abschlüssen profitiert und gehen dann jammernd zu ihren arabischen Brüdern, damit sie kommen und „Palästina“ von der „zionistischen Besatzung“ befreien.

Im Laufe der Jahre sind den palästinensischen Arabern viele Milliarden Euros und Dollars von den Nationen der Welt gegeben worden, so dass das jährliche Pro-Kopf-Einkommen in der PA um ein Vielfaches höher ist als das des ägyptischen, sudanesischen oder algerischen Mannes auf der Straße. Sein Leben ist um Vieles besser als das der Araber, die in den letzten sieben Jahren in Syrien, im Irak, in Libyen und im Jemen gelebt haben.

Auf politischer Ebene haben es die Palästinenser geschafft, den Hass vieler ihrer arabischer Brüder zu wecken: 1990 unterstützte Arafat die irakische Invasion Saddam Husseins in Kuwait. Aus Rache vertrieb Kuwait, nachdem es von der irakischen Unterwerfung befreit worden war, Zehntausende von Palästinensern, von denen die meisten auf ihren Ölfeldern beschäftigt waren, und ließen sie über Nacht mittellos zurück. Dies führte zu einer wirtschaftlichen Krise für ihre Familien in Judäa, Samaria und Gaza, die von ihren Söhnen in Kuwait regelmäßig Stipendien erhalten hatten.

Heute werden Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad durch den Iran unterstützt, das Land, das von vielen Arabern verabscheut wird, die sich daran erinnern, dass die Flugzeugentführung und die darauf folgende Erpressung von den palästinensischen Arabern ausgedacht wurden, die 1968, also vor fünfzig Jahren, ein El-Al-Flugzeug nach Algier entführt und damit eine Zeit der Strapazen begann, die noch immer von der ganzen Welt geduldet wird.

Trotz des Taif-Abkommens aus dem Jahr 1989, das den Bürgerkrieg im Libanon beendete und zur Entwaffnung und Auflösung aller libanesischen Milizen führen sollte, gestattete Syrien der Hisbollah, ihre Waffen zu behalten und ungehindert ihre militärische Macht zu entwickeln. Die wiederholte Rechtfertigung bestand darin, dass die Waffen gedacht wären, „Palästina [zu] befreien“ und nicht auf die Libanesen gerichtet würden. Für jeden, der über ein Minimum an Verstand verfügte, war klar, dass die palästinensische Geschichte ein Feigenblatt war, das die traurige Wahrheit bedeckte, dass die Waffen gegen die syrischen und libanesischen Feinde der Hisbollah gerichtet sein würden. „Palästina“ war einfach ein Vorwand für die Übernahme des Libanon durch die Schiiten.

Am schlimmsten ist die Forderung der Palästinenser, dass die arabischen Länder keine Beziehungen zu Israel unterhalten sollten, bis das palästinensische Problem zur Zufriedenheit der PLO- und Hamas-Führer gelöst sei. Ein Großteil der arabischen Welt kann jedoch keine Gemeinsamkeiten finden, die die PLO und die Hamas einigen könnten. Sie haben es aufgegeben, eine interne palästinensische Versöhnung zu erreichen, und beobachten, wie die endlosen Streitigkeiten jegliche Chancen auf ein Vorwärtskommen in Bezug auf Israel ruinieren. Kurz gesagt: Die arabische Welt – der Teil, der Israel als einzige Hoffnung im Umgang mit dem Iran sieht – ist nicht glücklich über die Aussicht, dass sie ihre Zukunft und ihre Existenz den internen Kämpfen zwischen der PLO und der Hamas verpfänden muss.

Und es darf nicht vergessen werden, dass Ägypten und Jordanien Friedensabkommen mit Israel unterzeichnet, sich aus dem Kriegskreis zur „Befreiung Palästinas“ zurückgezogen und ihre palästinensisch-arabischen „Brüder“ im Stich gelassen haben, um sich allein mit dem Problem zu befassen.

Ein Großteil der arabischen und muslimischen Welt ist überzeugt, dass die „Palästinenser“ keinen eigenen Staat wollen. Denn wenn dieser Staat gegründet wird, wird die Welt damit aufhören, diese enormen Summen zu spenden, es wird keine „Flüchtlinge“ mehr geben und die palästinensischen Araber werden wie alle anderen arbeiten müssen. Wie können sie das tun, wenn sie alle davon abhängig sind, Handouts (Almosen) zu erhalten ohne irgendwelche damit verbundenen Bedingungen?

Man kann mit Gewissheit sagen, dass – 70 Jahre nach der Schaffung des „palästinensischen Problems“ – die arabische Welt eingesehen hat, dass es keine Lösung gibt, die diejenigen zufriedenstellen wird, die „Flüchtling-ismus“* zu einem Beruf gemacht haben, so dass das „palästinensische Problem“ zu einer emotionalen und finanziellen Masche geworden ist, die nur dazu dient, die korrupten Führer von Ramallah und Gaza zu bereichern.

* Im Englischen „refugee-ism“ : Zum Suffix -ismus als Mittel zur Ableitung s. Wikipedia