Die unglaubliche Geschichte der aus dem Irak stammenden Arabischlehrerin der IDF

von Neta Bar, Aish, 27. Oktober 2019

Originalartikel: Neta Bar, T´he Incredible Story of the IDF’s Iraqi  Arabic Instructor

Die Familie von Command Sgt. Maj.* V. lebte unter dem Regime von Saddam Hussein in Angst und verbarg ihre jüdische Identität. Sie gehörte zu den letzten Juden, die aus dem Irak nach Israel kamen.

Comand Sgt. Maj. V. ist als Arabischlehrerin im Geheimdienst der IDF tätig. Sie ist verantwortlich für die Vermittlung der arabischen Kultur und Mentalität sowie der arabischen Sprache an Geheimdienstmitarbeiter, für die die Kenntnisse von entscheidender Bedeutung sind.

Nach Ansicht ihrer Kameraden ist V. eine Art Legende, nicht nur, weil sie als Lehrerin bewundert wird oder lange Zeit in einer operativen Einheit verbracht hat, sondern auch wegen ihrer persönlichen Geschichte. Ihre Familie war eine der letzten jüdischen Familien im Irak und machte schließlich Aliyah**, nachdem sie jahrelang in ständiger Angst gelebt hatte.

V. wurde in einer jüdischen Familie im Irak geboren. Damals war die jüdische Gemeinde im Irak eine Hülle ihres früheren Glanzes und nur wenige Tausend von einer einst 120.000 Personen zählenden Gemeinde blieben im Land.

Das irakische Ba’ath-Regime verfolgte die verbliebenen Juden und betrachtete sie als Spione. Einige wurden sogar wegen des Verdachts der Spionage gehängt. Das Verhalten der Behörden überzeugte die Juden, dass es Zeit war zu gehen – einschließlich der Familie von V.. Dann aber schlug das Schicksal zu.

„Das Regime von Saddam Hussein erklärte, mein Vater sei ein Spion für Israel. Er versuchte, aus dem Land zu fliehen. Natürlich war es eine Lüge, aber während meine Eltern und ich am Flughafen waren und uns der Mukhabarat, der Geheimdienst, zur Befragung festhielt, schafften es mein Bruder und meine Großmutter, in das Flugzeug zu kommen. Mein Bruder war sieben Jahre alt. Meine Eltern und ich sahen ihn 24 Jahre lang nicht wieder.“

V., die damals vier Jahre alt war, und ihre Familie wurden als Verräter in einer feindlichen Nation eingestuft, in der nur eine winzige jüdische Gemeinde übrig blieb.

„Mein Vater wurde ins Gefängnis gesteckt und war schrecklichen Folterungen ausgesetzt. Er war jahrelang im Gefängnis und wieder draußen. Meine Mutter fastete zweimal pro Woche für ihn. Aber mein Vater war nicht der einzige, der unter der Brutalität des Saddam-Regimes litt. Mein Bruder, der erst fünf Jahre alt war, wurde ebenfalls verhört und missbraucht, wodurch er behindert wurde.“

Selbst als ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wurde, hörten die Schikanen nicht auf.

„Der Mukhabarat hörte nie auf, uns zu verfolgen. Mein Vater fing an, als Schatzmeister für die jüdische Gemeinde zu arbeiten, weil es das Einzige war, was er tun konnte. Sein Bankkonto war gesperrt und niemand würde ihn einstellen.“

Die Familie entschloss sich, nicht auf ihre jüdische Identität zu verzichten, aber sie zu ihrer eigenen Sicherheit so weit wie möglich zu verbergen. Eine der ersten Kindheitserinnerungen von V. war das Zeichnen von Figuren auf ein Blatt Papier. Eine war ein Davidstern. Ihre Familie geriet in Panik und ließ sie versprechen, es nie wieder zu tun.

V.’s erste Begegnung mit der hebräischen Sprache war ebenfalls beängstigend.

„Ich erinnere mich, dass ich einmal mit meinem Vater zu Hause saß und er nach etwas suchte, das er im Radio hören konnte. Plötzlich hörten wir eine Sendung in einer Sprache, die ich nicht identifizieren konnte und die für mich sehr seltsam klang. Mein Vater schaute mich vollkommen ruhig an und wechselte den Sender.“

„Ich habe mitbekommen, welcher Sender es war, und er sah, wie ich suchte. Und er flüsterte: ‚Wage es nicht, später danach zu suchen. Das ist Hebräisch. Es ist illegal. Wenn sie uns erwischen, sind wir erledigt.‘

„Sie müssen verstehen, dass wir niemandem gezeigt haben, dass wir Juden sind. Uns wurden weder die Sprache noch die Religion oder die Gebräuche beigebracht. Seitdem ich vier Jahre alt war, wusste ich, wusste ich, was ich den Menschen in meiner Umgebung sagen konnte und was nicht.“ Ich wusste, dass wir Juden waren, aber ich verstand in diesem Alter nicht wirklich, was das bedeutete. Ich wusste nur, dass ich kein normales Kind war.“

Ein Doppelleben in einem so jungen Alter zu führen, hatte seinen Preis, der die Loyalität dem Regime gegenüber bekundete. Als sie in die Grundschule kam, wurde V. für die Pfadfinder, die Jugendbewegung des Saddam-Regimes, rekrutiert.

Im Gegensatz zu den Jugendbewegungen in Israel handelte es sich bei den irakischen Pfadfindern um eine echte militärische Ausbildung. V. erhielt eine Uniform, eine Waffe und eine kräftige Portion Propaganda der Ba’ath-Partei.

Israel war immer der Feind. „Mir wurde klar, dass ich beweisen musste, dass ich loyaler als jeder andere dem Irak gegenüber war. Ich war die irakischste Person, die man nur sein konnte,“ sagt V.

Durch ihre Schulausbildung war sie noch stärker der Propaganda des Regimes ausgesetzt und brachte sie in ein dauerhaftes Dilemma.

„Die Gehirnwäsche war absolut. In der Schule, in den Medien, war die Botschaft immer die gleiche. Wenn es eine Kriegssituation oder eine Gefahr gab, galt unsere Loyalität in erster Linie Saddam und dem Regime. Ich war konfus wegen meiner Identität zu Hause und der, die ich annahm, wenn ich mit Freunden an der Schule oder in der Jugendbewegung war.“

Als V. zur High School kam, wurde die Sache nur noch komplizierter.

„Ich beendete die Grundschule, ohne dass einer meiner Kindheitsfreunde wusste, dass ich Jüdin bin. Als ich zur Mittel- und Oberstufe kam, stieß ich wegen des Religionsunterrichts auf Schwierigkeiten. Es war das erste Mal, dass ich mit meiner Mutter über Religion sprach. Ich bat sie, ihre Identität nicht länger zu verstecken, damit ich mich selbst als jemand zeigen kann, der ich bin. Sie schimpfte mit mir und wieder gab es die Drohung und die Geschichten darüber, was mein Vater durchgemacht hatte.“

Aber diesmal ließ sich V. nicht davon abhalten, ihren Freunden ihre wahre Identität zu offenbaren. Sie hatte es satt, sich zu verstecken.

„Am Ende beschloss ich, meinen Freunden zu sagen, dass ich Jüdin bin. Ich bereitete mich auf das Schlimmste vor, auf Antisemitismus und sogar auf Gewalt. Es gab keine Gewalt, aber es gab antisemitische Fragen … sogar die Ritualmordlegende über das Passah-Matzah wurde aufgetischt. Ich musste erklären, dass ich eine Jüdin bin, kein Monster, aber am Ende ging es gut und machte mich stärker.“

Obwohl ihre Freunde der Highschool sie akzeptierten, begann V. zu erkennen, dass sie im Irak keine Zukunft hatte. Die Familie lebte in ständiger Angst, dass das Regime herausfände, dass ihr Bruder in Israel lebte und dass ihr Vater wieder verhört werden würde. V. begann heimlich davon zu träumen, Aliyah nach Israel zu machen, und einige jüdische Freundinnen halfen ihr.

„Von klein auf hatte ich zwei jüdische Freunde und wir spielten ein Spiel, das eine echte Bedeutung hatte“, sagt sie.

„Wir haben alle möglichen schriftlichen Codes erfunden, so dass wir, falls einer von uns den Irak verlassen sollte, frei in Briefen kommunizieren könnten. Unschuldige Zeilen wie ‚Was ist dort jetzt die Trendfarbe?‘ oder ‚Wann kannst du in mit dem Studium in Holland anfangen?‘ wurden zu Codes für Visa, um den Irak zu verlassen und Aliyah zu machen. Dieses lustige Spiel hat uns im Moment der Wahrheit sehr geholfen.“

Obwohl der Irak ihrer Kindheit ein harter und beängstigender Ort war, war es nicht die Hölle auf Erden. „Es ist mir wichtig zu sagen, dass es neben all den schwierigen Erfahrungen in meiner Kindheit für mich viele Möglichkeiten gab, mich als Individuum zu entwickeln“, sagt sie.

„Ich habe an Schulen für die oberen 10% gelernt, sowohl in der Grundschule als auch in der High School. Ich bekam die beste Ausbildung, die das Land zu bieten hatte. Ich war auch in der Jugendarbeit und im Sport tätig. Ich habe Schwimmen gelernt … von klein auf. Ich habe an Wettbewerben teilgenommen und sogar den zweiten Platz bei den Jugendmeisterschaften gewonnen.“

Während V. davon träumte und plante, wie sie ihre Familie mit nach Israel nehmen und nach Israel ziehen würde, ging das Leben weiter und brachte die Herausforderungen mit sich, denen sich jeder Teenager gegenübersieht, der eine höhere Ausbildung anstrebt. Aber dann spielte das Land verrückt.

V. war gezwungen, ihre Jahresabschlussprüfungen während des Golfkrieges zu schreiben, während der Irak durch Engpässe gelähmt war und täglich bombardiert wurde.

„Saddam entschied, dass das Leben trotz der Bombardierungen wie gewohnt weitergehen würde. Ich musste Zeit und Kraft zum Lernen finden, auch wenn es weder Strom noch Wasser gab und es an Nahrung mangelte. Die Amerikaner bombardierten nur nachts und tagsüber musste ich mich darum kümmern, dass meine Familie Nahrung und Wasser fand. Deshalb lernte ich im Kerzenlicht mit dem Dröhnen der amerikanischen Bomben im Hintergrund.“

Aber die Bombardierung war nicht die einzige Ablenkung. Während des Krieges begann das Regime zu zerfallen und Soldaten brachen in Häuser ein, rauben sie aus, verhafteten Menschen, die der Spionage verdächtigt wurden, und missbrauchten jeden, dessen Loyalität angezweifelt werden konnte. Viele Frauen wurden vergewaltigt und überall herrschte Angst.

„Aber der Golfkrieg gab mir auch Momente des Stolzes“, sagt V..

„Ich erinnere mich, dass meine Nachbarn nach Radiosendern suchten, um wahre Berichte über das Geschehen an der Front zu erhalten und nicht die Lügen des Regimes. Der Sender, den sie suchten, waren die arabischen Übertragunen von Radio Israel. Natürlich war es illegal, aber die Leute waren neugierig zu erfahren, was los war und das war der einzige Weg, um Updates zu bekommen.“

Trotz der Engpässe, der Bombenanschläge und der ständigen Angst hat V. ihre Prüfungen gut bestanden und wurde an der medizinischen Fakultät angenommen.

„Wie alle irakischen Juden habe auch ich einen Beruf erlernt. Die Universität befand sich in einem der schiitischen Viertel der Stadt und ich lernte Menschen kennen, die ich noch nie zuvor getroffen hatte.

„Es gab viele palästinensische Studenten, die Stipendien vom Saddam-Regime erhalten hatten. Sie waren nicht für ihre Sympathie für Israel oder Juden berühmt. Ich hatte viele Freunde aus dem Libanon, Jemen und Marokko und lernte ihre verschiedenen Dialekte, um ihnen Respekt zu erweisen und ihre Sprache sprechen. So entdeckte ich die Liebe zum Sprachenlernen.“

Sich in einen anderen menschlichen Naturraum zu versetzen, war jedoch mit einem Preis verbunden. „Als sie merkten, dass ich jüdisch war, begannen die Fragen erneut. Dieses Mal gab es auch Antisemitismus. Es gab eine Gruppe, die plante, mich zu lynchen – mich zu entführen und als Sexsklavin zu verkaufen“, sagt sie – immer noch entsetzt.

Glücklicherweise hasteten einige Freunde, die die Gruppe der potentiellen Entführer sprechen hörten, zu ihr, um sie zu warnen. V. war gezwungen, vorsichtig zu sein, während sie auf dem Campus war.

„Ich konnte es meinen Eltern nicht sagen, weil sie mich gezwungen hätten, vorzeitig auszusteigen“, sagt sie.

Nachdem Golfkrieg vorbei war, wurde der Irak viel weniger sicher. V. stellte fest, dass sie nicht nur an der Universität als Jüdin auf der Hut sein musste, sondern auch als Frau auf der Straße.

„Während sie mit dem Bus von der Universität nach Hause fuhren, saß eine Gruppe junger Männer, meist aus Familien, die mit dem Regime verbunden waren, in Autos, suchte auf der Straße nach Frauen und zwang sie in ihre Autos. Einmal fing eine dieser Banden an, mir zu folgen, nachdem ich aus dem Bus gestiegen war. Ich konnte sie nicht wissen lassen, wo ich wohnte, also versteckte ich mich hinter dem Tor und betete, dass sie mich nicht gesehen hatten. Ich lief mit dem Messer herum, nicht, dass es geholfen hätte, aber mir half es, mich sicherer zu fühlen.“

Als V. ihr Studium beendete, verschlimmerte sich die Situation im Irak weiter. Die Kombination aus Terrorismus und Regime und totaler Anarchie auf den Straßen überzeugte sie, dass es Zeit war, ihren alten Traum zu erfüllen und zu gehen.

Das erforderte, sich gegen ihren Vater zu stellen, der immer noch Angst vor dem Regime hatte, aber V. hatte ein Ass im Ärmel. Noch während ihrer Studienzeit kontaktierten sie Geheimdienstmitarbeiter und versuchten, sie als Agentin zu gewinnen.

„Ich habe meinem Vater gesagt, dass wir eine Woche Zeit hätten, um rauszukommen. Dass diese Leute mich bereits verfolgten und wenn wir nicht gingen, würden wir sie niemals loswerden.“ Ihr Vater, geschockt, überwand sich und die Vorbereitungen begannen.

V. wandte sich an ihre Freunde aus Kindertagen und benutzte dabei denselben Code, den sie als Mädchen entwickelt hatten. Zusätzlich zu den Ausreisegenehmigungen aus dem Irak arrangierte sie Visa für ein Drittland. Das Regime stellte auf Schritt und Tritt Hindernisse auf, aber V. war entschlossen und komplettierte alle erforderlichen Verfahren.

Nach Jahren des Versteckens und der Angst stieg die Familie in einen alten, ramponierten Bus, der zur Grenze fuhr. Abgesehen von 200 Dollar, ein paar Familienfotos und der Ketuba*** von V.’s Eltern trugen sie nur ein paar kleine Koffer in eine unklare Zukunft.

Als sie den Grenzübergang erreichten, kamen all die alten Alpträume zurück. Die Männer und die Frauen wurden getrennt, und V. wurde ausführlich von einem Offizier befragt, der ein Interesse an ihr hatte, das über seine beruflichen Pflichten hinausging.

„Ich habe ihm gesagt, ich sei auf dem Weg zu meinem Verlobten, und es hat ihn irgendwie abgekühlt“, sagt sie.

„Ich wurde in einen Vernehmungszimmer für Frauen gebracht, wo mich drei weibliche Beamte des irakischen Geheimdienstes befragten. Ich hatte die Ketuba meiner Eltern, und wenn sie die gefunden hätten, wäre es das Ende gewesen. Juden waren in den Augen des irakischen Geheimdienstes gleichbedeutend mit Spionen. Zum Glück ließen sie mich mich selbst ausziehen und überprüften nicht [meine Kleidung].“

Erschöpft und mit zitternden Knien verließ V. den Grenzübergang. Sie und ihre Mutter stiegen in einen Bus, der sie über die Grenze bringen sollte, aber langsam realisierte sie, dass ihr Vater und ihr Bruder immer noch am Grenzbahnhof waren. Der Fahrer wollte die Tür schließen und losfahren. „Sollen sie doch den nächsten Bus nehmen“, fauchte er V. an.

„Ich stellte mir eine Wiederholung der Trennung von meinem Bruder vor. Ohne nachzudenken, trat ich auf die Bremse und sagte dem Fahrer: ‚Du bewegst dich nicht, bis mein Vater und mein Bruder hier sind.'“

Einige Minuten später verließen die Männer die Grenzstation und die Familie überquerte die irakische Grenze in die Freiheit.

Die Ankunft der Familie im Drittland garantierte nichts. Ein Zustrom von Flüchtlingen zwang die Regierung, auf Kurzzeitvisa zu bestehen und viele der Neuankömmlinge in den Irak zurückzuschieben, auch diejenigen, die legal eingereist waren. V. und ihre Familie waren besorgt und bereiteten sich auf das Schlimmste vor. Sie waren in einem fremden Land ohne irgendetwas, was sie ihr Eigen hätte nennen können.

„Ich habe meine Freundin kontaktiert, die uns geholfen hat, den Irak zu verlassen. Ich habe ihr gesagt, wir hätten kein Geld und Angst, sie würden uns deportieren, und wir hätten keine Ahnung, wie wir nach Israel kommen sollten. Sie sagte mir, ich solle mir keine Sorgen machen, nicht um Geld und nicht darum, wie wir es nach Israel schafften. Sie sagte, wir sollten unseren ‚Urlaub‘ genießen und sie würde sich um alles kümmern.“

Ein paar Tage später nahm die Freundin mit V. Kontakt auf und forderte sie auf, in ein bestimmtes Hotel zu kommen, erklärte aber nichts.

„Der Mann, der auf uns wartete, war ein Israeli und er brachte uns nach Israel. Ich konnte nicht glauben, dass es eine so kurze Reise war. Es fühlte sich so an, als wäre ich auf einem anderen Planeten.“

Nach zwei Jahrzehnten des Leidens, Versteckens und der Angst befand sich V. in einem Aufnahmezentrum für Immigranten in Mevasseret Zion, außerhalb Jerusalems. Plötzlich wurde ihr klar, dass die Ankunft ihrer Familie in Israel ein ungewöhnliches Ereignis gewesen war.

„Die Leute im Aufnahmezentrum schienen wirklich aufgeregt“, erinnert sie sich, ebenfalls bewegt.

„Ich habe nicht verstanden, warum – wir waren nur Zivilisten, die aus dem Irak gekommen waren. Es war wirklich ein Glück, dass ich Englisch sprach, so dass ich mit allen dort sprechen konnte. Es stellte sich heraus, dass wir irgendwie berühmt waren. Wir waren die letzten Juden, die Aliyah aus dem Irak gemacht haben und es war wirklich aufregend für alle.“

V. machte einen Sprung direkt ins kalte Wasser. Sie begann Hebräisch zu lernen, noch bevor ihre formellen Ulpan-Kurse begannen, und nach ein paar Wochen im Ulpan forderte ihre Lehrerin sie auf, in eine fortgeschrittenere Gruppe zu wechseln. Ihr wurde gesagt, es würde mindestens drei Monate dauern, bis sie in der Lage wäre, Hebräisch zu sprechen, aber V. konnte in weniger als zwei Monaten fließend sprechen.

Kurz darauf erhielt sie einen Anruf vom Geheimdienst der IDF, und er machte ihr Angst. Im Irak waren Anrufe von den Geheimdiensten keine gute Sache, und die schmerzhaften Erinnerungen an ihren Vaters und ihren Bruder wurden in ihr Bewusstsein eingebrannt.

„Sie haben mich beruhigt. Sie sagten mir, dass sie mir einen Job anbieten wollten.“ So unterrichtete V. als zivile Mitarbeiterin der IDF Arabisch und arbeitete gleichzeitig daran, ihren irakischen Universitätsabschluss in Israel anerkannt zu bekommen.

Nach einigem Zögern entschied V., dass die Armee der richtige Ort für sie war. Sie würde nicht nur weiterhin für die Armee arbeiten, sondern sich auch als Soldatin verpflichten und in einer operativen Einheit dienen.

Nach einiger Zeit mit dieser Einheit kehrte V. zum Geheimdienst zurück, diesmal als NCO****. Wenn sie über ihren Militärdienst spricht, scheint sie aus einem tiefen Gefühl von Engagement und Stolz zu sprechen.

Es freut mich, dass ich den Soldaten Kenntnisse der [arabischen] Sprache als Schlüssel für ihren Dienst vermitteln kann“, sagt sie. „Die Soldaten hören mir zu, sie sind fasziniert von meiner persönlichen Geschichte sowie der Sprache, den verschiedenen Dialekten, den Nuancen und der Kultur, die die Sprache ausdrückt. Ich erzähle ihnen gerne, woher ich komme, denn es ist eine Geschichte, die für sie relevant ist.“

Auch nach vielen Jahren in Israel prägen V.’s Erinnerungen an den Irak noch immer ihr Sendungsbewusstsein.

„Weil ich in einem Land aufgewachsen bin, das seine Bevölkerung mit Brutalität behandelt, insbesondere – aber nicht nur – Juden, verstehe ich die Bedeutung unseres Landes. Ich habe entdeckt, dass das, was ich mit auf den Weg genommen habe, viel Wert ist, sowohl in Bezug auf die Mentalität als auch auf meine Vertrautheit mit der arabischen Welt. Ich habe entdeckt, dass ich etwas beitragen und anbieten kann, was nur sehr wenige andere Menschen in Israel können. Ich lasse mich von einem Gefühl der Verpflichtung leiten. Ich muss mein Wissen an die Soldaten weitergeben.“

„Es gibt etwas in der Essenz des Irak, das mich nie verlässt“, gibt V. zu. „Der breite Fluss, das Wasser, die Wüste, die Gassen und Spiele der Kindheit, das Essen. Ich erinnere mich besonders an den irakischen gegrillten Fisch, den ‚Samak Masgouf‘, einen Flussfisch, der über offenem Feuer zubereitet wird. Trotz allem, was ich durchgemacht habe, werde ich den Irak nicht vergessen. Er liegt mir immer noch im Blut.“

Übersetzung: faehrtensuche

*Command Sgt. Maj.: Entspricht etwa dem Dienstgrad eines „Oberstabsfeldwebels“, Näheres hier]

**Aliyah: Die Rückkehr von Juden nach Israel

***Ketuba: Jüdischer Ehevertrag

**** NCO: non-commissioned officer, Unteroffizier

Warum hassen die Araber die Palästinenser so?

Diese Frage stellt Dr. Mordechai Kedar in seinem am 5. März 2018 in der Israelnationalnews erschienenen Artikel („Why do the Arabs hate the Palestinians so„). Exzellente Frage, wie ich finde, zumal kaum jemand hier in Deutschland und Europa auf die Idee zu kommen scheint, dass sich Araber und Palästinenser nicht wohlgesonnen gegenüberstünden. 

Dr. Mordechai Kedar gilt aus ausgewiesener Experte für alle die arabische Welt betreffenden Fragen. Er ist Dozent an der Fakultät für Arabisch an der Bar-Ilan-Universiät (in Ramat Gan, Bezirk Tel Aviv), diente 25 Jahre im militärischem IDF-Geheimdienst, spezialisierte sich auf Syrien, den arabischen politischen Diskurs, arabische Massenmedien, islamische Gruppen und israelische Araber. Er ist Experte für die Muslimbruderschaft und andere islamische Gruppen. Dr. Kedar spricht fließend arabisch und ist auf diese Weise mit den arabischen Medien „in Echtzeit“ vertraut. 

Hier sein Artikel in deutscher Übersetzung von faehrtensuche:

Dr. Mordechai Kedar, Warum hassen die Araber die Palästinenser so?

Die arabische Welt ist aus vielen Gründen überhaupt nicht daran interessiert, den palästinensischen Arabern einen Staat zu geben. Die palästinensischen Araber wollen auch nicht wirklich einen, denn warum sollte man die „Flüchtlings“-Gans töten, die die goldenen Eier legt?

In Israel und in weiten Teilen der westlichen Welt neigen wir dazu zu denken, dass sich die arabische Welt einig ist über die Unterstützung der Palästinenser, dass sie nichts lieber will als das palästinensische Problem durch das Zugeständnis eines Staates zu lösen und dass alle Araber und Muslime die Palästinenser lieben und Israel hassen. Das ist jedoch ein vereinfachender und einseitiger Standpunkt, denn während es wahr ist, dass viele, vielleicht sogar die Mehrheit der Araber und Muslime Israel hassen, gibt es eine ganze Menge, die die Palästinenser genauso hassen.

Ihr Hass auf Israel ist zurückzuführen auf Israels Erfolg, ungeachtet von Kriegen, Terror, Boykotts und der Feindschaft gegen den jüdischen Staat zu überleben; er ergibt sich aus der Tatsache, dass es einen existierenden jüdischen Staat gibt, obwohl das Judentum durch den Islam, der „wahren Religion“, abgelöst wurde. Er wird dadurch verschärft, dass Israel eine Demokratie ist, während sie unter Diktaturen leben, dass Israel reich ist und sie arm, dass Israel ein Paradies ist verglichen mit arabischen Ländern, von denen viele nichts mehr ähneln als der letzten Haltestelle vor der Hölle (siehe Syrien, Irak, Libyen, Yemen, Sudan – und die Liste ließe sich fortführen) … und vor allem, dass Israel in Gebieten erfolgreich war, in denen sie scheiterten und ihre Eifersucht sie zum Wahnsinn treibt.

Aber warum sollten sie die ‚unglücklichen‘ palästinensischen Araber hassen? Immerhin sagt das arabische Narrativ, das Land der palästinensischen Araber wurde gestohlen und sie wurden gezwungenermaßen Flüchtlinge. Die Antwort auf diese Frage ist komplex und abhängig von der Kultur des Nahen Ostens, die wir in Israel und die meisten Menschen des Westens weder verstehen noch anerkennen.

Eines der schlimmsten Dinge nach arabischer Ansicht ist, übervorteilt, getäuscht oder ausgenutzt zu werden. Wenn jemand versucht, einen Araber zu betrügen – und mehr noch, wenn diese Person damit Erfolg hat – wird ein Araber von rasendem Zorn überwältigt, selbst wenn der Beteiligte sein Cousin ist. Er wird seinen Bruder auffordern, sich an eben diesem Cousin zu rächen, in Übereinstimmung mit dem arabischen Sprichwort „Mein Bruder und ich gegen meinen Cousin – und mein Bruder, mein Cousin und ich gegen einen Fremden.“

Was die palästinensischen Araber anbelangt, sind viele ursprünglich gar keine Palästinenser. Sie sind Einwanderer, die während des britischen Mandats aus der ganzen arabischen Welt in das Land Israel kamen, um in den Städten und auf den Farmen, die die Juden gebaut hatten, Arbeit zu finden. Diese Einwanderer haben immer noch Namen wie „Al Hurani (aus Huran im südlichen Syrien)“, „Al Tzurani (aus Tyrus im Südlibanon)“, „Al Zrakawi (aus Mazraka in Jordanien)“, „Al Maztri (der Ägypter)“ und viele andere Namen, die auf die tatsächlichen, geographisch verschiedenen Ursprünge der sogenannten Palästinenser hinweisen. Warum – fragen Sie die anderen Araber – sollten sie im Vergleich zu denen, die in ihren ursprünglichen Ländern geblieben sind, bevorzugt behandelt werden?

Beginnend mit dem Ende des israelischen Unabhängigkeitskrieges 1948 begann sich die Politik in der arabischen Welt zu zentrieren auf Israel und das „palästinensische Problem“, dessen Lösung nur durch die Eliminierung Israels zu erreichen wäre. Um dieser Mission zum Erfolg zu verhelfen, wurden die arabischen Flüchtlinge in Lagern gehalten, mit ausdrücklichen Anweisungen der Arabischen Liga, sie dort zu halten und nicht in anderen arabischen Ländern aufzunehmen.

Die UNRWA stellte sicher, dass sie unentgeltlich versorgt wurden mit Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung – das heißt, die Nationen der Welt bezahlten die Zeche, während die arabischen Nachbarn dieser ewigen „Flüchtlinge“ im Schweiße ihres Angesichts arbeiten und Nahrung, Bildung und medizinische Versorgung für ihre Familien bereitstellen mussten. Flüchtlinge, die mit kostenlosen Nahrungsmitteln, wie Reis, Mehl, Zucker und Öl, für den Gebrauch ihrer Familien versorgt wurden, verkauften oft einen Teil davon an ihre nicht geflüchteten Nachbarn und machten einen ordentlichen Profit.

Diejenigen, die in den Flüchtlingslagern leben, zahlen keine kommunalen Steuern. Das führt zu einer beträchtlichen Anzahl von „Flüchtlingen“, die ihre Häuser an andere vermieten und dank dieser Steuerfreistellung exorbitante Summen kassieren im Vergleich mit denen, die Wohnungen in nahe gelegenen Städten mieten. Mit anderen Worten, die Welt subventioniert die Steuern und die Flüchtlinge füllen sich ihre eigenen Taschen.

Im Libanon wurden mehrere Flüchtlingslager in der Nähe von Beirut gebaut, die jedoch in die expandierende Stadt integriert wurden und sich dann in hochklassige Viertel mit imposanten Hochhäusern verwandelten. Jemand hat von dieser Veränderung profitiert, und dieser Jemand ist nicht der Mann auf der Straße, der allen Grund hat, sich übervorteilt zu fühlen.

Die palästinensischen „Flüchtlingslager“ im Libanon wurden von bewaffneten Organisationen übernommen, von der PLO bis zum IS; die Hamas, die Volksfront, die Demokratische Front und Organisationen salafistischer Dschihadisten eingeschlossen. Diese Organisationen agieren gegenüber libanesischen Bürgern brutal und haben ihnen 1975 einen 14 Jahre andauernden Bürgerkrieg gebracht mit Blutvergießen, Zerstörung und die Abwanderung Hunderttausender Libanesen aus ihren Dörfern in ein Leben von schrecklichem Leid in Zeltlagern überall im Land. Viele nahmen Zuflucht in palästinensischen Flüchtlingslagern, aber die libanesischen Flüchtlinge erhielten weniger als 10 Prozent dessen, was die palästinensischen Araber erhielten. Das führte zu viel gegenseitigem Neid und Hass.

In Jordanien versuchten die palästinensischen Araber unter Führung des PLO-Chefs Yassir Arafat das Land im Jahr 1970 dadurch zu erobern, dass sie eigene autonome Regionen errichteten, zusammen mit Straßensperren und bewaffneten palästinensischen Arabern im Norden des Landes, was die Monarchie in Frage stellte. Im September 1970, als „Schwarzer September“ bekannt, entschied König Hussein, er hätte es satt und würde ihnen zeigen, wer der Herr in Jordanien ist. Den Krieg, den er gegen sie erklärte, kostete Tausende an Menschenleben auf beiden Seiten.

Inzwischen sind in Israel 20% der Bürger innerhalb der Grenzen von 1967 „palästinensische“ Araber, die nicht rebellieren oder gegen den Staat kämpfen. Mit anderen Worten, die „Palästinenser“, die im Israel vor 1967 leben, genießen das Leben in der einzigen Demokratie im Nahen Osten, während die arabischen Länder das Blut ihrer Soldaten opfern, um „Palästina“ zu befreien. Gibt es einen gefühlsmäßig schlimmeren Fall, ausgebeutet zu werden als den eines arabischen Soldaten, der sein Leben für diese sinnlose Sache in Gefahr bringt?

Schlimmer ist noch, was jeder Araber weiß: Palästinensische Araber haben seit mindestens einem Jahrhundert Land an Juden verkauft, enorm von den Abschlüssen profitiert und gehen dann jammernd zu ihren arabischen Brüdern, damit sie kommen und „Palästina“ von der „zionistischen Besatzung“ befreien.

Im Laufe der Jahre sind den palästinensischen Arabern viele Milliarden Euros und Dollars von den Nationen der Welt gegeben worden, so dass das jährliche Pro-Kopf-Einkommen in der PA um ein Vielfaches höher ist als das des ägyptischen, sudanesischen oder algerischen Mannes auf der Straße. Sein Leben ist um Vieles besser als das der Araber, die in den letzten sieben Jahren in Syrien, im Irak, in Libyen und im Jemen gelebt haben.

Auf politischer Ebene haben es die Palästinenser geschafft, den Hass vieler ihrer arabischer Brüder zu wecken: 1990 unterstützte Arafat die irakische Invasion Saddam Husseins in Kuwait. Aus Rache vertrieb Kuwait, nachdem es von der irakischen Unterwerfung befreit worden war, Zehntausende von Palästinensern, von denen die meisten auf ihren Ölfeldern beschäftigt waren, und ließen sie über Nacht mittellos zurück. Dies führte zu einer wirtschaftlichen Krise für ihre Familien in Judäa, Samaria und Gaza, die von ihren Söhnen in Kuwait regelmäßig Stipendien erhalten hatten.

Heute werden Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad durch den Iran unterstützt, das Land, das von vielen Arabern verabscheut wird, die sich daran erinnern, dass die Flugzeugentführung und die darauf folgende Erpressung von den palästinensischen Arabern ausgedacht wurden, die 1968, also vor fünfzig Jahren, ein El-Al-Flugzeug nach Algier entführt und damit eine Zeit der Strapazen begann, die noch immer von der ganzen Welt geduldet wird.

Trotz des Taif-Abkommens aus dem Jahr 1989, das den Bürgerkrieg im Libanon beendete und zur Entwaffnung und Auflösung aller libanesischen Milizen führen sollte, gestattete Syrien der Hisbollah, ihre Waffen zu behalten und ungehindert ihre militärische Macht zu entwickeln. Die wiederholte Rechtfertigung bestand darin, dass die Waffen gedacht wären, „Palästina [zu] befreien“ und nicht auf die Libanesen gerichtet würden. Für jeden, der über ein Minimum an Verstand verfügte, war klar, dass die palästinensische Geschichte ein Feigenblatt war, das die traurige Wahrheit bedeckte, dass die Waffen gegen die syrischen und libanesischen Feinde der Hisbollah gerichtet sein würden. „Palästina“ war einfach ein Vorwand für die Übernahme des Libanon durch die Schiiten.

Am schlimmsten ist die Forderung der Palästinenser, dass die arabischen Länder keine Beziehungen zu Israel unterhalten sollten, bis das palästinensische Problem zur Zufriedenheit der PLO- und Hamas-Führer gelöst sei. Ein Großteil der arabischen Welt kann jedoch keine Gemeinsamkeiten finden, die die PLO und die Hamas einigen könnten. Sie haben es aufgegeben, eine interne palästinensische Versöhnung zu erreichen, und beobachten, wie die endlosen Streitigkeiten jegliche Chancen auf ein Vorwärtskommen in Bezug auf Israel ruinieren. Kurz gesagt: Die arabische Welt – der Teil, der Israel als einzige Hoffnung im Umgang mit dem Iran sieht – ist nicht glücklich über die Aussicht, dass sie ihre Zukunft und ihre Existenz den internen Kämpfen zwischen der PLO und der Hamas verpfänden muss.

Und es darf nicht vergessen werden, dass Ägypten und Jordanien Friedensabkommen mit Israel unterzeichnet, sich aus dem Kriegskreis zur „Befreiung Palästinas“ zurückgezogen und ihre palästinensisch-arabischen „Brüder“ im Stich gelassen haben, um sich allein mit dem Problem zu befassen.

Ein Großteil der arabischen und muslimischen Welt ist überzeugt, dass die „Palästinenser“ keinen eigenen Staat wollen. Denn wenn dieser Staat gegründet wird, wird die Welt damit aufhören, diese enormen Summen zu spenden, es wird keine „Flüchtlinge“ mehr geben und die palästinensischen Araber werden wie alle anderen arbeiten müssen. Wie können sie das tun, wenn sie alle davon abhängig sind, Handouts (Almosen) zu erhalten ohne irgendwelche damit verbundenen Bedingungen?

Man kann mit Gewissheit sagen, dass – 70 Jahre nach der Schaffung des „palästinensischen Problems“ – die arabische Welt eingesehen hat, dass es keine Lösung gibt, die diejenigen zufriedenstellen wird, die „Flüchtling-ismus“* zu einem Beruf gemacht haben, so dass das „palästinensische Problem“ zu einer emotionalen und finanziellen Masche geworden ist, die nur dazu dient, die korrupten Führer von Ramallah und Gaza zu bereichern.

* Im Englischen „refugee-ism“ : Zum Suffix -ismus als Mittel zur Ableitung s. Wikipedia

Die „Grüne Linie“ ist Fiktion. Die „Rote Linie“ ist real.

Der nachfolgende Text ist eine Übersetzung eines von Earl Cox geschriebenen Artikels in der Jerusalem Post, veröffentlicht am 30. Januar diesen Jahres, „‚Green Line‘ is Fiction. ‚Red Line‘ is Real“, also „‚Die Grüne Linie‘ ist Fiktion. Die ‚Rote Linie‘ ist real.“ Die sogenannte „Grüne Linie“ ist die bei den Friedensverhandlungen nach dem Sechstagekrieg 1967 auf der Landkarte eingezeichnete, weiterhin zu verhandelnde Demarkationslinie zur Kennzeichnung des Grenzverlaufs zwischen Israel und den 1967 von Israel besetzten Gebieten, wie dem Westjordanland, dem Gazastreifen und den Golanhöhen, vielleicht bekannter unter dem Namen „Grenzen von 1967„. De facto handelt es sich bei der „Grünen Linie“ um die Waffenstillstandslinie von 1949. Eine interessante Überschrift, wie ich fand, die mich zunächst zum Lesen, dann zum Übersetzen verlockte. Voilà!

Originalartikel: Earl Cox, “Green Line” is Fiction. “Red Line” is Real.

Die „Grüne Linie“ ist Fiktion. Die „Rote Linie“ ist real.

Übersetzung: faehrtensuche

Während ich noch nie den früheren US-Präsidenten George W. Bush als einen Propheten beschrieben gehört habe, glauben diejenigen, die in der Lage sind, sich an seine am 29. Januar 2002 gehaltenen „State of the Union“-Rede* zu erinnern, möglicherweise, dass er wenigstens für diesen einen kurzen Moment eine Kristallkugel gehabt habe. In dieser Rede erklärte Bush drei Länder als böse. In der Tat nannte er sie die „Achse des Bösen“. Nun sind wir vierzehn Jahre weiter und die Worte Bushs erscheinen als das sprichwörtliche „Menetekel an der Wand.“ Die drei Länder, die er nannte, sind nicht ruhig geblieben, sondern eher zu Brutstätten terroristischer Aktivitäten und Netzwerke gediehen.

Welches waren die drei Länder, die er nannte? Es waren Irak, Iran und Nordkorea. Diese „Achse des Bösen“ ist eine kollektiv und individuell destabilisierende Kraft in der Welt heute und eine ernsthafte Bedrohung der Sicherheit und des Wohlergehens der Menschen in Israel und anderer friedliebender Menschen des Nahen Ostens (obwohl ich – von Israel abgesehen – nicht sicher bin, ob sie wirklich existieren). Alles, was der „Achse des Bösen“ fehlt, um seinen erklärten Zielen nachzukommen, Israel und im Anschluss daran die USA zu eliminieren, ist für sie, Massenvernichtungswaffen (WMDs [weapon of mass destruction]) in ihre Hände zu bekommen, und dies scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Aber statt die Verbindungen in dieser Kette von Terror und Tyrannei aufzubrechen, übergeben die Vereinigten Staaten und andere Mitglieder der P5+1-Staaten Iran stattdessen die goldenen Schlüssel, um den ersten Satz Türen zu öffnen, die zum Erwerb nuklearer Waffen führen. Die Bedrohung durch diese „Achse des Bösen“ liegt direkt in Israels Hinterhof. Der Rest der Welt erklärt Israel, sich keine Sorgen zu machen, da es Kontrollen und Bilanzen vor Ort gebe, um Iran vom Erwerb nuklearer Waffen abzuhalten, aber die Wahrheit der Sache ist, dass die „Mechanismen“ an Ort und Stelle, um diese sogenannten „Kontrollen und Bilanzen“ zu fördern, schwach und mangelhaft sind. In der Tat, es erscheint mehr so wie der Fuchs, der dafür zuständig ist, den Hühnerstall zu bewachen. Wenn du einen instabilen Nachbarn hast, der dein Leben beständig bedroht, sagen Weisheit und Klugheit, du solltest deinen Nachbarn ernst nehmen und dementsprechend planen. Wird Israel dazu gezwungen sein, einseitig zu handeln? Vielleicht. Werden die Vereinigten Staaten ihr beistehen? H-rr G’tt, ich bitte so.

Bush erklärte Iran, Irak und Nordkorea zu einer Referenzlinie für die „Bewaffnung, um den Frieden der Welt zu bedrohen“ und zu aktiven Unterstützern von Terror. Iran unterstützt offen und schamlos die Hisbollah im Libanon, die wiederum die Hamas in Gaza unterstützt. Die Welt sollte Korrekturmaßnahmen gegen diese Länder unternehmen anstatt ihr abtrünniges Verhalten mit der Aufhebung der Sanktionen und anderer Annehmlichkeiten aus den Warenhäusern hart arbeitender Steuerzahler und derer, die Opfer des Terrors waren, zu belohnen. Ja, Bushs Warnungen sind Realität geworden. Das Atomabkommen mit Iran und schwachen Weltführern haben die „Achse des Bösen“ ermächtigt, sich aufzubäumen und sein hässliches Haupt zu schütteln in offener Missachtung jeglicher Laufzeiten und Bedingungen, Kontrollen oder Bilanzen, die nur auf dem Papier durchzusetzen sind.

Hinterher ist immer 20/20. Es gibt Situationen, in denen man gewinnt und es gibt Situationen, aus denen man lernt. Hoffentlich hat die Welt aus der Invasion des Irak gelernt, die auf fehlerhaften „Nachrichtendiensten“ basierte, indem sie darauf hinwies, es würden Massenvernichtungswaffen gefunden, was nicht der Fall war. Preziose Menschen kamen ums Leben und wertvolles, unersetzbares Eigentum wurde zerstört. Weil die Vereinigten Staaten und die Welt versäumten, entweder für die Besatzung oder für den Ausstieg zu planen, planten wir daher zu scheitern … kläglich. Aber was haben wir daraus gelernt? Einerseits haben wir gelernt, dass Husseins Draufgängertum nur Getöse war, aber ohne Invasion hätten wir es nicht erfahren. Auch hätten wir nicht erfahren, dass der Irak an und für sich keine Bedrohung war. Unglücklicherweise ebnete unser Versagen zu planen den Weg für die Missstände von ISIL (oder ISIS). Allerdings gilt nicht das Gleiche für Iran oder Nordkorea. Beide sind ernsthafte Bedrohungen für den Weltfrieden und für die Vernichtung von Israel und ihrem Volk. Brauchen wir einen weiteren Anschlag wie den auf das World Trade Center, um uns daran zu erinnern, dass wir uns im Krieg befinden? Wir befinden uns im „Krieg gegen den Terror“ und keinem anderen Land ist das bewusster als Israel. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran eine Atombombe baut, ist sehr hoch und muss aufgehalten werden. Doch, aus Gründen, die ich nicht ausloten kann, wurden die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. Warum? Warum? Warum?

Die Befürworter des Abkommens, das im Juli letzten Jahres unterzeichnet wurde, verkündeten der Öffentlichkeit, dass der Iran eng überwacht würde durch Sicherstellung von Sanktionen als Druckmittel, um Irans nukleare Ambitionen einzudämmen. Bis heute hat Iran mindestens dreimal Sicherheitsabkommen gebrochen, zuletzt mit der Veröffentlichung eines Videos durch die iranische Regierung, das eine neue (unterirdische) Startrampe von ICBM (Interkontinentalraketen) zeigt, die illegal ist und voller unbenutzter und illegaler ICBMs ist. Zum Zeitpunkt des Abfassens dieses Artikels werden keine neuen Sanktionen in Erwägung gezogen oder eingesetzt.

Nordkorea hat in den Jahren 2006, 2009 und 2013 unterirdische Atombomben gezündet. In jüngster Zeit entzündeten sie eine sogenannte miniaturisierte Wasserstoffbombe. Das ist eine sehr hohe Sprengkraft mit der zusätzlichen Bedrohung, in der Lage zu sein, zu einer ICBM montiert zu werden und so zu einer direkten Bedrohung aller zu werden, die er [Iran] als Feinde ansieht. Ob dies tatsächlich wahr ist oder nicht – es ist wegen der psychologischen Wirkung auf die Welt durch die Bedrohung unseres Gefühls der Geborgenheit, der Sicherheit und des Wohlbefindens eine Form des Terrors. Israel lebt in diesem Status des Terrors seit seiner Gründung im Jahr 1948. Es hat nicht einen einzigen Tag gegeben, an dem Israels Existenz nicht bedroht gewesen wäre.

Der existenzielle Status der gesamten Menschheit ist in Gefahr, insbesondere im Nahen Osten. Terrorakte sind eine teuflische Strategie zur Veränderung der Lebensweise der Menschen, durch das Zufügen körperlicher und psychischer Schäden oder durch deren Androhung. G-tt schuf alle Menschen mit unveräußerlichen Rechten, um das Streben nach Leben, Freiheit und Glück zu genießen. Jede Bedrohung dieses Status Quo ist übel und sollte nicht von der sogenannten zivilisierten Welt toleriert werden.

Gibt es eine rote Linie, wobei, einmal überschritten, die westliche Welt gegen Bedrohungen des Bösen durch terroristische Schurkenstaaten ankommen wird? Im Augenblick sieht es so aus, dass das in den Vereinigten Staaten nicht der Fall ist. Wir bleiben dabei umzukippen. Doch der G-tt Israels hat eine rote Linie. Die Bibel sagt uns, dass am Ende der Zeit Israel der „Prügelknabe“ der ganzen Welt werden wird. Alle Nationen werden sich gegen [Israel] wenden und wenn sie das tun, werden alle Gegner Israels durch Überschreiten der „Roten Linie“ schuldig sein und durch den G‘tt Israels vernichtet werden.

* „State of the Union“ Adress, jährliche Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten „zur Lage der Nation“

Henryk M. Broder über die Gro(e)ßen(wahnsinnigen) dieser Welt

„Jürgen Todenhöfer (Eigendarstellung: “Person des öffentlichen Lebens”) mährt sich auf seiner FB-Seite aus. Käßmann wandelt in den Fussstapfen von Luther. Marieluise Beck kümmert sich um die Durchsetzung der “informierten Kaufentscheidung”, also die Kennzeichnung israelischer Produkte, die in der Westbank hergestellt wurden. Norman Paech trauert immer noch um seinen Laptop, den er in Israel lassen musste. Alfred Grosser poliert seine Verdienstorden. Die Helden der “Mavi Marmara” spielen daheim mit ihren Badenentchen. Und die Kulturschaffenden, allen voran Ingo Schulze und Nina Hagen, müssen sich erst einmal von den Strapazen ihrer letzten Aktion erholen.

Aber da ist noch einer, unser geliebter Außenminister Frank-Walter Steinmeier. [ … ] „

Ganzen Artikel lesen! … Lesenswert!

Das nächste Ziel für ISIS – Jordanien. Und dann?

Originalartikel: Dr. Mordechai Kedar, Next Goal for ISIS – Jordan. And Then?
26. Juni 2014

Übersetzung: faehrtensuche
Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Israel steht vor einer schwierigen Entscheidung, wenn ISIS versucht, in Jordanien an die Macht zu kommen. Und der Countdown hat begonnen.

Ma’an ist ein Beduinendorf im südlichen Teil von Jordanien, der den Regierenden des Landes schon immer Kopfschmerzen bereitet hat. Die Bevölkerung ist streng fundamentalistisch und umfasst eine signifikante Zahl von Salafisten.

In der Vergangenheit fanden dort Straßendemonstrationen statt, die gewaltsam endeten, einmal verursacht durch die Lebensmittelpreise, einmal durch die Benzinpreise und einmal, weil die Monarchie die Dorfältesten nicht respektvoll genug behandelte. Mit der Zeit wurde Ma’an Jordaniens Barometer, ein Indikator für grundlegende Meinungsströmungen im Land.

Quelle: Wikipedia Link: Bitte auf die Abbildung klicken!

Quelle: Wikipedia
Link: Bitte auf die Abbildung klicken!

Am 2. Juni, in der Mitte eines Freitagnachmittags, war Ma’an der Schauplatz einer Pro-ISIL-Demonstration (“Der islamische Staat im Irak und der Levante”, bekannt als ISIS, aber genauer übersetzt als ISIL), auf der schwarze Flaggen geschwenkt wurden und die Zeichen hatten eine unmissverständliche Botschaft (meine Ergänzungen in Klammern, M. K.).

„Heute ist Unterstütze-einen-islamischen-Staat-im-Irak- und al-Sham-Tag”, “Ma’an ist Jordaniens Falludscha”, “Wir unterstützen einen islamischen Staat”, “Wir gratulieren dem islamischen Volk für die Eroberungen von Omar (Be Akhattab, 2. Kalif, Eroberer von al-Sham), den Allah auswählte, um einen islamischen Staat im Irak und al-Sham zu bilden“ waren einige der Botschaften.

Laute und hysterische Rufe wie “Allah akbar” [Allah ist der Größte], “Auf zum Dschihad”, „Es gibt keinen außer Allah und die Schiiten sind seine Feinde”, “Der, der für den Dschihad kämpft, ist von Allah geliebt”, “Die Sunniten sind die Geliebten Allahs”, “Allah ist unser Gott und nicht ihrer (der der Schiiten)”, “Der Gott der Schiiten ist Satan”, “Tod ist besser als Erniedrigung”, “Mit Blut und Geist werden wir dich retten, Islam”, “Dschihad ist unser Weg”, “Ein Dschihad-Staat für immer”, “Oh, schiitische Herrscher, wir sind im Anmarsch euretwegen“ wurden auf der Demonstration gehört und als Beweis ihrer ernsten Absichten dienten Schüsse, die in die Luft gefeuert wurden.

Der wichtigste Aspekt des Protests war, dass fast alle Anwesenden nicht ihre Gesichter verbargen, das bedeutet, dass sie keine Angst vor der jordanischen Regierung, ihrer Polizei oder ihrem Geheimdienst haben. Die Demonstranten waren sich wohl bewusst, dass sie von verschiedenen Menschen fotografiert wurden und dass die Fotos zu ihrer Identifizierung und Festnahme verwendet werden könnten, aber es kümmerte sie nicht. Und wenn es keine Angst vor dem Staat mehr gibt, kann alles Mögliche passieren.

ISIL hat nie seine Absichten, Jordanien betreffend, verborgen, das genau wie Irak und Syrien durch den europäischen Kolonialismus geschaffen wurde und es deshalb verdient, beseitigt zu werden. Der Name der Organisation drückt seine Ziele aus, denn „al-Sham“ ist die Levante, und das Gebiet umfasst Syrien, Libanon, Jordanien und Israel.

Um ihre Pläne für Jordanien offensichtlich zu machen, erweiterte die Organisation ihre Kontrolle im Irak nach Westen hin bis zur Grenze zwischen Irak und Jordanien und eroberte auch die Grenzstadt Turayvil. Ihre Erfolge im Irak und in Syrien weckten „das Adrenalin der Dschihadisten“ in den Randpopulationen Jordaniens, und die Demonstration in Ma’an drückt das aus, was wohlbekannt ist: der Erfolg von ISIS zieht die Massen an, vor allem diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, diejenigen, die endlich zu etwas Erfolgreichem gehören wollen. Und wenn diese erfolgreiche Sache dem Unterdrückerregime ein Ende bereitet, verdient es die Gruppe noch mehr, sich ihr anzuschließen.

Der Anführer und die Kontroverse

Der Mann, der als Anführer der salafistischen Dschihad-Bewegung in Jordanien gesehen wird, ist Assem Barqawi, besser bekannt als Abu Mohammad al-Maqdesi (der Jerusalemer). Er wurde am 3. Juli 1959 in dem Dorf Burqa in der Nähe von Sichem geboren (nächste Woche ist sein Geburtstag! [mittlerweile war]) und studierte Islam in Mossul und Medina. Er veröffentlichte ein Buch, in dem er behauptete, das saudische Regime hätte keine Rechtsgrundlage. Er ist der spirituelle Mentor von Abu Mussab al-Sarkawi, der im Jahr 2004 „al-Qaida im Land der Flüsse“ gründete. Letztere ist die Organisation, die in ISIL überging („Der Islamische Staat im Irak und der Levante“). Barqawi verbrachte einige Zeit seines Lebens in Pakistan und Afghanistan, traf dort die Köpfe und Führer von al-Qaida. Die jordanische Regierung verurteilte ihn zu einer langen Gefängnisstrafe und seine Anhänger erhalten ihre Aufträge aus seiner Zelle.

Es gibt in der dschihadistischen Salafistenbewegung in Jordanien diejenigen, die behaupten, dass al-Maqdesi eine “islamische Staats”-Übernahme des Irak unterstützt, nicht aber Expansionsbemühungen der Organisation nach Jordanien. Ein anderer prominenter Aktivist, Mohammad Shalabi, auch bekannt als Abu Sayyaf („Besitzer der Schwerter“), kritisierte die Ma’an Proteste und behauptete, dass „sie verdächtig seien (d.h. [sie seien] eine Verschwörung der Regierung, um die dschihadistische Bewegung zu zerstören)“ und dass nur etwa zwanzig oder dreißig Leute, darunter fünf Jugendliche (deswegen nicht verantwortlich), deren „Köpfe von irgendjemanden verdreht wurden“ daran teilgenommen hätten – und dass sie „weder die Salafisten-Strömung repräsentieren noch ihren Zielen dienen.“

Abu Sayyaf versteckt jedoch nicht seine Unterstützung für ISIL und das Massaker an Schiiten, das die Organisation im Irak durchgeführt hat, vor allem an Soldaten der Regierung. In Bezug auf Jordanien ist die Situation anders, als – ihm zufolge – einige der salafistischen Dschihadisten in Jordanien ISIL unterstützen und einige „Jibhat Al-nasura“, und wie bekannt ist, bekämpfen die beiden Salafisten-Organisationen sowohl Assad in Syrien als auch einander.

Jedoch werden die Diskussionen in Jordanien aufhören, wenn ISIS ihren bewaffneten Kampf gegen dieses Land beginnt. Der wird dann beginnen, wenn die Gruppe von Kämpfern, deren Sprache der jordanische Wüstendialekt ist, vom Irak aus nach Jordanien eindringt, mit maskierten Gesichtern vor die Kameras tritt und die „Biya“ – den Treue-Eid – auf den Kopf [Chef] von ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi, verkündet und dann anfängt, jordanische Armee-Patrouillen, militärische Straßensperren, kleine Außenposten der Armee und zivile Autos anzugreifen.

Handlungsmethoden

Die Methoden der Organisationen sind wohlbekannt: ihre Streitkräfte bekommen ihre Stärke aus ein paar Dutzend 4×4 sich schnell bewegenden Fahrzeugen, auf denen schwere Maschinengewehre montiert sind. Einige der Kämpfer haben RPG’s und einige leichte Waffen, für gewöhnlich Saar AK-47-Gewehre („Kalashnikows“). In letzter Zeit sind ihre Waffen mit einer signifikanten Menge an tödlichen und hochmodernen amerikanischen Waffen bereichert worden, direkt aus den Arsenalen der irakischen Armee und für den Kampf genommen. Diese große und destruktiv bewaffnete Streitmacht attackiert überraschend einen Außenposten, eine Straßensperre oder eine Patrouille und schafft eine Situation, in der sie aufgrund der Anzahl der Kämpfer, der Mobilität und des Überraschungsmoments den taktischen Vorteil hat.

Die Organisation macht sich die Mühe, ihre Kämpfe und ihre Erfolge zu filmen und zu fotografieren, vor allem die Massenmorde an Soldaten und Zivilisten, die sie gefangen hat, um Panik unter den Opponenten zu verbreiten. Die Gesichter des Militärs sind in der Regel mit Keffiyahs bedeckt, so dass niemand in der Lage sein wird, sie in der Zukunft zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass sie für ihre Taten bezahlen. Die erschreckenden Fotos, die die Organisation verbreitet, sind ein Hauptgrund dafür, dass die bewaffneten Streitkräfte des Irak – in der Absicht, die Stadt zu verteidigen, aus Mossul flohen und die Stadt ISIL überließen.

In Jordanien wird ISIL beobachtet und mehr als ein paar Leute warten ungeduldig auf die stark wehenden westlichen (irakischen) und nördlichen (syrischen) Winde des Dschihad, um die jordanische Wüste zu räumen, immer noch unter der Herrschaft der haschemitischen Familie, von den Briten, die das „transjordanische Emirat“ für sie schufen, vor 90 Jahren dorthin gebracht. Dieses befürwortet schließlich das Königreich Jordanien ungeachtet der Tatsache, dass „das Reich nur Allah gehört und er keinen Co-Herrscher hat (Koran, Kapitel 2, Vers 25)“

Auch wenn es heute eine Opposition gegen ISIL in Jordanien gibt, ist es wahrscheinlich, dass, wenn die Organisation beginnt, ihre Aktivitäten auf das Land hin zu verschieben, diese Opposition verschwinden wird – besonders, wenn der anti-jordanische Dschihad einige Erfolge hat. Diese Erfolge werden lokale Stämme und Einzelpersonen „überzeugen“, sich der Organisation anzuschließen, genauso wie es in Syrien und Irak passiert ist, einige aus Angst und einige aus dem Wunsch heraus, Teil des Sieges zu sein.

Es ist allen klar, dass Jordanien nicht das endgültige Ziel für ISIL sein wird, sondern dienen wird als Ausgangspunkt für die Fortsetzung des Dschihads gegen weitere illegitime Kreationen des westlichen Kolonialismus und des Sykes-Picot-Abkommens, nämlich Israel und Saudi-Arabien.

Die Option Israels

Israel und der Westen stehen dann vor einer klaren und gestochen scharfen Entscheidung, mit ihrer ganzen Schwere: Auf der einen Seite wird es jene geben, die sagen, dass die jordanischen Angelegenheiten nicht unsere seien und wenn es den Haschemiten bestimmt sei, gestürzt zu werden, wir keine Möglichkeit hätten, sie zu retten, schon gar nicht um den Preis von Blut der IDF-Soldaten – und so müssen wir warten, bis die Dschihadisten die Grenzen Israels erreichen und sie dort erledigen. Darüber hinaus können wir, wenn ein neues Land an die Stelle Jordaniens tritt, behaupten, dass es ein palästinensischer Staat ist und dass keine Notwendigkeit besteht für einen Weiteren in Judäa und Samaria, weil es bereits auch einen in Gaza gibt.

Auf der anderen Seite ist es durchaus möglich, dass die Welt – und die USA im Besonderen – dem haschemitischen Königreich zu Hilfe kommen wird, so dass es auch nicht in die Hände von Dschihadisten fällt. In diesem Fall wird der Mann im Weißen Haus erwarten, dass Israel an der Operation teilnimmt, denn schließlich dient das jordanische Regime für Israel als eine Art Schutzschild gegen die dschihadistischen Ostwinde, die im Irak aufkommen – und vielleicht im Iran zu einem späteren Zeitpunkt. Kann Israel mit verschränkten Armen verharren, wenn seine Freunde in den USA und möglicherweise in Europa dem haschemitischen Königreich zu Hilfe kommen?

Eine andere Sache ist (sonnen-)klar wie der Tag in diesen heißen Sommermonaten: Sowohl in Jordanien als auch auf unserer Seite des Flusses wird es ein Schlachtfeld zwischen der IDF und dem Dschihad, der aus dem Osten kommt, geben, es sei denn, es wird östlich des Jordantals gestoppt. Wenn irgendjemand meint, ein Palästinenserstaat in Judäa und Samaria würde Israel vor Angriffen schützen, liegt es an ihm das nachzuweisen, bevor er Israel befiehlt, das Jordantal zu verlassen. Werden die palästinensischen Streitkräfte, bewaffnet und ausgebildet durch die Amerikaner („Daytons Forces[Streitkräfte]“) stärker und motivierter sein als die irakische Armee, die auch von den USA bewaffnet und ausgebildet wurde?

Was heute in Syrien und im Irak passiert – und das kann überschwappen nach Jordanien – stellt für Israel wieder einmal die Wahrheit des arabischen Sprichworts unter Beweis: „Dein Hinterteil kann nur von deinem eigenen Fingernagel zerkratzt werden.“

Im Hebräischen findet sich dieser Gedanke in einem gut bekannten Sprichwort unserer talmudischen Weisen in den Sprüchen der Väter: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich.“ Womit dann alles gesagt wäre.

Link von der Übersetzerin gesetzt.