Warum hassen die Araber die Palästinenser so?

Diese Frage stellt Dr. Mordechai Kedar in seinem am 5. März 2018 in der Israelnationalnews erschienenen Artikel („Why do the Arabs hate the Palestinians so„). Exzellente Frage, wie ich finde, zumal kaum jemand hier in Deutschland und Europa auf die Idee zu kommen scheint, dass sich Araber und Palästinenser nicht wohlgesonnen gegenüberstünden. 

Dr. Mordechai Kedar gilt aus ausgewiesener Experte für alle die arabische Welt betreffenden Fragen. Er ist Dozent an der Fakultät für Arabisch an der Bar-Ilan-Universiät (in Ramat Gan, Bezirk Tel Aviv), diente 25 Jahre im militärischem IDF-Geheimdienst, spezialisierte sich auf Syrien, den arabischen politischen Diskurs, arabische Massenmedien, islamische Gruppen und israelische Araber. Er ist Experte für die Muslimbruderschaft und andere islamische Gruppen. Dr. Kedar spricht fließend arabisch und ist auf diese Weise mit den arabischen Medien „in Echtzeit“ vertraut. 

Hier sein Artikel in deutscher Übersetzung von faehrtensuche:

Dr. Mordechai Kedar, Warum hassen die Araber die Palästinenser so?

Die arabische Welt ist aus vielen Gründen überhaupt nicht daran interessiert, den palästinensischen Arabern einen Staat zu geben. Die palästinensischen Araber wollen auch nicht wirklich einen, denn warum sollte man die „Flüchtlings“-Gans töten, die die goldenen Eier legt?

In Israel und in weiten Teilen der westlichen Welt neigen wir dazu zu denken, dass sich die arabische Welt einig ist über die Unterstützung der Palästinenser, dass sie nichts lieber will als das palästinensische Problem durch das Zugeständnis eines Staates zu lösen und dass alle Araber und Muslime die Palästinenser lieben und Israel hassen. Das ist jedoch ein vereinfachender und einseitiger Standpunkt, denn während es wahr ist, dass viele, vielleicht sogar die Mehrheit der Araber und Muslime Israel hassen, gibt es eine ganze Menge, die die Palästinenser genauso hassen.

Ihr Hass auf Israel ist zurückzuführen auf Israels Erfolg, ungeachtet von Kriegen, Terror, Boykotts und der Feindschaft gegen den jüdischen Staat zu überleben; er ergibt sich aus der Tatsache, dass es einen existierenden jüdischen Staat gibt, obwohl das Judentum durch den Islam, der „wahren Religion“, abgelöst wurde. Er wird dadurch verschärft, dass Israel eine Demokratie ist, während sie unter Diktaturen leben, dass Israel reich ist und sie arm, dass Israel ein Paradies ist verglichen mit arabischen Ländern, von denen viele nichts mehr ähneln als der letzten Haltestelle vor der Hölle (siehe Syrien, Irak, Libyen, Yemen, Sudan – und die Liste ließe sich fortführen) … und vor allem, dass Israel in Gebieten erfolgreich war, in denen sie scheiterten und ihre Eifersucht sie zum Wahnsinn treibt.

Aber warum sollten sie die ‚unglücklichen‘ palästinensischen Araber hassen? Immerhin sagt das arabische Narrativ, das Land der palästinensischen Araber wurde gestohlen und sie wurden gezwungenermaßen Flüchtlinge. Die Antwort auf diese Frage ist komplex und abhängig von der Kultur des Nahen Ostens, die wir in Israel und die meisten Menschen des Westens weder verstehen noch anerkennen.

Eines der schlimmsten Dinge nach arabischer Ansicht ist, übervorteilt, getäuscht oder ausgenutzt zu werden. Wenn jemand versucht, einen Araber zu betrügen – und mehr noch, wenn diese Person damit Erfolg hat – wird ein Araber von rasendem Zorn überwältigt, selbst wenn der Beteiligte sein Cousin ist. Er wird seinen Bruder auffordern, sich an eben diesem Cousin zu rächen, in Übereinstimmung mit dem arabischen Sprichwort „Mein Bruder und ich gegen meinen Cousin – und mein Bruder, mein Cousin und ich gegen einen Fremden.“

Was die palästinensischen Araber anbelangt, sind viele ursprünglich gar keine Palästinenser. Sie sind Einwanderer, die während des britischen Mandats aus der ganzen arabischen Welt in das Land Israel kamen, um in den Städten und auf den Farmen, die die Juden gebaut hatten, Arbeit zu finden. Diese Einwanderer haben immer noch Namen wie „Al Hurani (aus Huran im südlichen Syrien)“, „Al Tzurani (aus Tyrus im Südlibanon)“, „Al Zrakawi (aus Mazraka in Jordanien)“, „Al Maztri (der Ägypter)“ und viele andere Namen, die auf die tatsächlichen, geographisch verschiedenen Ursprünge der sogenannten Palästinenser hinweisen. Warum – fragen Sie die anderen Araber – sollten sie im Vergleich zu denen, die in ihren ursprünglichen Ländern geblieben sind, bevorzugt behandelt werden?

Beginnend mit dem Ende des israelischen Unabhängigkeitskrieges 1948 begann sich die Politik in der arabischen Welt zu zentrieren auf Israel und das „palästinensische Problem“, dessen Lösung nur durch die Eliminierung Israels zu erreichen wäre. Um dieser Mission zum Erfolg zu verhelfen, wurden die arabischen Flüchtlinge in Lagern gehalten, mit ausdrücklichen Anweisungen der Arabischen Liga, sie dort zu halten und nicht in anderen arabischen Ländern aufzunehmen.

Die UNRWA stellte sicher, dass sie unentgeltlich versorgt wurden mit Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung – das heißt, die Nationen der Welt bezahlten die Zeche, während die arabischen Nachbarn dieser ewigen „Flüchtlinge“ im Schweiße ihres Angesichts arbeiten und Nahrung, Bildung und medizinische Versorgung für ihre Familien bereitstellen mussten. Flüchtlinge, die mit kostenlosen Nahrungsmitteln, wie Reis, Mehl, Zucker und Öl, für den Gebrauch ihrer Familien versorgt wurden, verkauften oft einen Teil davon an ihre nicht geflüchteten Nachbarn und machten einen ordentlichen Profit.

Diejenigen, die in den Flüchtlingslagern leben, zahlen keine kommunalen Steuern. Das führt zu einer beträchtlichen Anzahl von „Flüchtlingen“, die ihre Häuser an andere vermieten und dank dieser Steuerfreistellung exorbitante Summen kassieren im Vergleich mit denen, die Wohnungen in nahe gelegenen Städten mieten. Mit anderen Worten, die Welt subventioniert die Steuern und die Flüchtlinge füllen sich ihre eigenen Taschen.

Im Libanon wurden mehrere Flüchtlingslager in der Nähe von Beirut gebaut, die jedoch in die expandierende Stadt integriert wurden und sich dann in hochklassige Viertel mit imposanten Hochhäusern verwandelten. Jemand hat von dieser Veränderung profitiert, und dieser Jemand ist nicht der Mann auf der Straße, der allen Grund hat, sich übervorteilt zu fühlen.

Die palästinensischen „Flüchtlingslager“ im Libanon wurden von bewaffneten Organisationen übernommen, von der PLO bis zum IS; die Hamas, die Volksfront, die Demokratische Front und Organisationen salafistischer Dschihadisten eingeschlossen. Diese Organisationen agieren gegenüber libanesischen Bürgern brutal und haben ihnen 1975 einen 14 Jahre andauernden Bürgerkrieg gebracht mit Blutvergießen, Zerstörung und die Abwanderung Hunderttausender Libanesen aus ihren Dörfern in ein Leben von schrecklichem Leid in Zeltlagern überall im Land. Viele nahmen Zuflucht in palästinensischen Flüchtlingslagern, aber die libanesischen Flüchtlinge erhielten weniger als 10 Prozent dessen, was die palästinensischen Araber erhielten. Das führte zu viel gegenseitigem Neid und Hass.

In Jordanien versuchten die palästinensischen Araber unter Führung des PLO-Chefs Yassir Arafat das Land im Jahr 1970 dadurch zu erobern, dass sie eigene autonome Regionen errichteten, zusammen mit Straßensperren und bewaffneten palästinensischen Arabern im Norden des Landes, was die Monarchie in Frage stellte. Im September 1970, als „Schwarzer September“ bekannt, entschied König Hussein, er hätte es satt und würde ihnen zeigen, wer der Herr in Jordanien ist. Den Krieg, den er gegen sie erklärte, kostete Tausende an Menschenleben auf beiden Seiten.

Inzwischen sind in Israel 20% der Bürger innerhalb der Grenzen von 1967 „palästinensische“ Araber, die nicht rebellieren oder gegen den Staat kämpfen. Mit anderen Worten, die „Palästinenser“, die im Israel vor 1967 leben, genießen das Leben in der einzigen Demokratie im Nahen Osten, während die arabischen Länder das Blut ihrer Soldaten opfern, um „Palästina“ zu befreien. Gibt es einen gefühlsmäßig schlimmeren Fall, ausgebeutet zu werden als den eines arabischen Soldaten, der sein Leben für diese sinnlose Sache in Gefahr bringt?

Schlimmer ist noch, was jeder Araber weiß: Palästinensische Araber haben seit mindestens einem Jahrhundert Land an Juden verkauft, enorm von den Abschlüssen profitiert und gehen dann jammernd zu ihren arabischen Brüdern, damit sie kommen und „Palästina“ von der „zionistischen Besatzung“ befreien.

Im Laufe der Jahre sind den palästinensischen Arabern viele Milliarden Euros und Dollars von den Nationen der Welt gegeben worden, so dass das jährliche Pro-Kopf-Einkommen in der PA um ein Vielfaches höher ist als das des ägyptischen, sudanesischen oder algerischen Mannes auf der Straße. Sein Leben ist um Vieles besser als das der Araber, die in den letzten sieben Jahren in Syrien, im Irak, in Libyen und im Jemen gelebt haben.

Auf politischer Ebene haben es die Palästinenser geschafft, den Hass vieler ihrer arabischer Brüder zu wecken: 1990 unterstützte Arafat die irakische Invasion Saddam Husseins in Kuwait. Aus Rache vertrieb Kuwait, nachdem es von der irakischen Unterwerfung befreit worden war, Zehntausende von Palästinensern, von denen die meisten auf ihren Ölfeldern beschäftigt waren, und ließen sie über Nacht mittellos zurück. Dies führte zu einer wirtschaftlichen Krise für ihre Familien in Judäa, Samaria und Gaza, die von ihren Söhnen in Kuwait regelmäßig Stipendien erhalten hatten.

Heute werden Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad durch den Iran unterstützt, das Land, das von vielen Arabern verabscheut wird, die sich daran erinnern, dass die Flugzeugentführung und die darauf folgende Erpressung von den palästinensischen Arabern ausgedacht wurden, die 1968, also vor fünfzig Jahren, ein El-Al-Flugzeug nach Algier entführt und damit eine Zeit der Strapazen begann, die noch immer von der ganzen Welt geduldet wird.

Trotz des Taif-Abkommens aus dem Jahr 1989, das den Bürgerkrieg im Libanon beendete und zur Entwaffnung und Auflösung aller libanesischen Milizen führen sollte, gestattete Syrien der Hisbollah, ihre Waffen zu behalten und ungehindert ihre militärische Macht zu entwickeln. Die wiederholte Rechtfertigung bestand darin, dass die Waffen gedacht wären, „Palästina [zu] befreien“ und nicht auf die Libanesen gerichtet würden. Für jeden, der über ein Minimum an Verstand verfügte, war klar, dass die palästinensische Geschichte ein Feigenblatt war, das die traurige Wahrheit bedeckte, dass die Waffen gegen die syrischen und libanesischen Feinde der Hisbollah gerichtet sein würden. „Palästina“ war einfach ein Vorwand für die Übernahme des Libanon durch die Schiiten.

Am schlimmsten ist die Forderung der Palästinenser, dass die arabischen Länder keine Beziehungen zu Israel unterhalten sollten, bis das palästinensische Problem zur Zufriedenheit der PLO- und Hamas-Führer gelöst sei. Ein Großteil der arabischen Welt kann jedoch keine Gemeinsamkeiten finden, die die PLO und die Hamas einigen könnten. Sie haben es aufgegeben, eine interne palästinensische Versöhnung zu erreichen, und beobachten, wie die endlosen Streitigkeiten jegliche Chancen auf ein Vorwärtskommen in Bezug auf Israel ruinieren. Kurz gesagt: Die arabische Welt – der Teil, der Israel als einzige Hoffnung im Umgang mit dem Iran sieht – ist nicht glücklich über die Aussicht, dass sie ihre Zukunft und ihre Existenz den internen Kämpfen zwischen der PLO und der Hamas verpfänden muss.

Und es darf nicht vergessen werden, dass Ägypten und Jordanien Friedensabkommen mit Israel unterzeichnet, sich aus dem Kriegskreis zur „Befreiung Palästinas“ zurückgezogen und ihre palästinensisch-arabischen „Brüder“ im Stich gelassen haben, um sich allein mit dem Problem zu befassen.

Ein Großteil der arabischen und muslimischen Welt ist überzeugt, dass die „Palästinenser“ keinen eigenen Staat wollen. Denn wenn dieser Staat gegründet wird, wird die Welt damit aufhören, diese enormen Summen zu spenden, es wird keine „Flüchtlinge“ mehr geben und die palästinensischen Araber werden wie alle anderen arbeiten müssen. Wie können sie das tun, wenn sie alle davon abhängig sind, Handouts (Almosen) zu erhalten ohne irgendwelche damit verbundenen Bedingungen?

Man kann mit Gewissheit sagen, dass – 70 Jahre nach der Schaffung des „palästinensischen Problems“ – die arabische Welt eingesehen hat, dass es keine Lösung gibt, die diejenigen zufriedenstellen wird, die „Flüchtling-ismus“* zu einem Beruf gemacht haben, so dass das „palästinensische Problem“ zu einer emotionalen und finanziellen Masche geworden ist, die nur dazu dient, die korrupten Führer von Ramallah und Gaza zu bereichern.

* Im Englischen „refugee-ism“ : Zum Suffix -ismus als Mittel zur Ableitung s. Wikipedia

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Die „Grüne Linie“ ist Fiktion. Die „Rote Linie“ ist real.

Der nachfolgende Text ist eine Übersetzung eines von Earl Cox geschriebenen Artikels in der Jerusalem Post, veröffentlicht am 30. Januar diesen Jahres, „‚Green Line‘ is Fiction. ‚Red Line‘ is Real“, also „‚Die Grüne Linie‘ ist Fiktion. Die ‚Rote Linie‘ ist real.“ Die sogenannte „Grüne Linie“ ist die bei den Friedensverhandlungen nach dem Sechstagekrieg 1967 auf der Landkarte eingezeichnete, weiterhin zu verhandelnde Demarkationslinie zur Kennzeichnung des Grenzverlaufs zwischen Israel und den 1967 von Israel besetzten Gebieten, wie dem Westjordanland, dem Gazastreifen und den Golanhöhen, vielleicht bekannter unter dem Namen „Grenzen von 1967„. De facto handelt es sich bei der „Grünen Linie“ um die Waffenstillstandslinie von 1949. Eine interessante Überschrift, wie ich fand, die mich zunächst zum Lesen, dann zum Übersetzen verlockte. Voilà!

Originalartikel: Earl Cox, “Green Line” is Fiction. “Red Line” is Real.

Die „Grüne Linie“ ist Fiktion. Die „Rote Linie“ ist real.

Übersetzung: faehrtensuche

Während ich noch nie den früheren US-Präsidenten George W. Bush als einen Propheten beschrieben gehört habe, glauben diejenigen, die in der Lage sind, sich an seine am 29. Januar 2002 gehaltenen „State of the Union“-Rede* zu erinnern, möglicherweise, dass er wenigstens für diesen einen kurzen Moment eine Kristallkugel gehabt habe. In dieser Rede erklärte Bush drei Länder als böse. In der Tat nannte er sie die „Achse des Bösen“. Nun sind wir vierzehn Jahre weiter und die Worte Bushs erscheinen als das sprichwörtliche „Menetekel an der Wand.“ Die drei Länder, die er nannte, sind nicht ruhig geblieben, sondern eher zu Brutstätten terroristischer Aktivitäten und Netzwerke gediehen.

Welches waren die drei Länder, die er nannte? Es waren Irak, Iran und Nordkorea. Diese „Achse des Bösen“ ist eine kollektiv und individuell destabilisierende Kraft in der Welt heute und eine ernsthafte Bedrohung der Sicherheit und des Wohlergehens der Menschen in Israel und anderer friedliebender Menschen des Nahen Ostens (obwohl ich – von Israel abgesehen – nicht sicher bin, ob sie wirklich existieren). Alles, was der „Achse des Bösen“ fehlt, um seinen erklärten Zielen nachzukommen, Israel und im Anschluss daran die USA zu eliminieren, ist für sie, Massenvernichtungswaffen (WMDs [weapon of mass destruction]) in ihre Hände zu bekommen, und dies scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Aber statt die Verbindungen in dieser Kette von Terror und Tyrannei aufzubrechen, übergeben die Vereinigten Staaten und andere Mitglieder der P5+1-Staaten Iran stattdessen die goldenen Schlüssel, um den ersten Satz Türen zu öffnen, die zum Erwerb nuklearer Waffen führen. Die Bedrohung durch diese „Achse des Bösen“ liegt direkt in Israels Hinterhof. Der Rest der Welt erklärt Israel, sich keine Sorgen zu machen, da es Kontrollen und Bilanzen vor Ort gebe, um Iran vom Erwerb nuklearer Waffen abzuhalten, aber die Wahrheit der Sache ist, dass die „Mechanismen“ an Ort und Stelle, um diese sogenannten „Kontrollen und Bilanzen“ zu fördern, schwach und mangelhaft sind. In der Tat, es erscheint mehr so wie der Fuchs, der dafür zuständig ist, den Hühnerstall zu bewachen. Wenn du einen instabilen Nachbarn hast, der dein Leben beständig bedroht, sagen Weisheit und Klugheit, du solltest deinen Nachbarn ernst nehmen und dementsprechend planen. Wird Israel dazu gezwungen sein, einseitig zu handeln? Vielleicht. Werden die Vereinigten Staaten ihr beistehen? H-rr G’tt, ich bitte so.

Bush erklärte Iran, Irak und Nordkorea zu einer Referenzlinie für die „Bewaffnung, um den Frieden der Welt zu bedrohen“ und zu aktiven Unterstützern von Terror. Iran unterstützt offen und schamlos die Hisbollah im Libanon, die wiederum die Hamas in Gaza unterstützt. Die Welt sollte Korrekturmaßnahmen gegen diese Länder unternehmen anstatt ihr abtrünniges Verhalten mit der Aufhebung der Sanktionen und anderer Annehmlichkeiten aus den Warenhäusern hart arbeitender Steuerzahler und derer, die Opfer des Terrors waren, zu belohnen. Ja, Bushs Warnungen sind Realität geworden. Das Atomabkommen mit Iran und schwachen Weltführern haben die „Achse des Bösen“ ermächtigt, sich aufzubäumen und sein hässliches Haupt zu schütteln in offener Missachtung jeglicher Laufzeiten und Bedingungen, Kontrollen oder Bilanzen, die nur auf dem Papier durchzusetzen sind.

Hinterher ist immer 20/20. Es gibt Situationen, in denen man gewinnt und es gibt Situationen, aus denen man lernt. Hoffentlich hat die Welt aus der Invasion des Irak gelernt, die auf fehlerhaften „Nachrichtendiensten“ basierte, indem sie darauf hinwies, es würden Massenvernichtungswaffen gefunden, was nicht der Fall war. Preziose Menschen kamen ums Leben und wertvolles, unersetzbares Eigentum wurde zerstört. Weil die Vereinigten Staaten und die Welt versäumten, entweder für die Besatzung oder für den Ausstieg zu planen, planten wir daher zu scheitern … kläglich. Aber was haben wir daraus gelernt? Einerseits haben wir gelernt, dass Husseins Draufgängertum nur Getöse war, aber ohne Invasion hätten wir es nicht erfahren. Auch hätten wir nicht erfahren, dass der Irak an und für sich keine Bedrohung war. Unglücklicherweise ebnete unser Versagen zu planen den Weg für die Missstände von ISIL (oder ISIS). Allerdings gilt nicht das Gleiche für Iran oder Nordkorea. Beide sind ernsthafte Bedrohungen für den Weltfrieden und für die Vernichtung von Israel und ihrem Volk. Brauchen wir einen weiteren Anschlag wie den auf das World Trade Center, um uns daran zu erinnern, dass wir uns im Krieg befinden? Wir befinden uns im „Krieg gegen den Terror“ und keinem anderen Land ist das bewusster als Israel. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran eine Atombombe baut, ist sehr hoch und muss aufgehalten werden. Doch, aus Gründen, die ich nicht ausloten kann, wurden die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. Warum? Warum? Warum?

Die Befürworter des Abkommens, das im Juli letzten Jahres unterzeichnet wurde, verkündeten der Öffentlichkeit, dass der Iran eng überwacht würde durch Sicherstellung von Sanktionen als Druckmittel, um Irans nukleare Ambitionen einzudämmen. Bis heute hat Iran mindestens dreimal Sicherheitsabkommen gebrochen, zuletzt mit der Veröffentlichung eines Videos durch die iranische Regierung, das eine neue (unterirdische) Startrampe von ICBM (Interkontinentalraketen) zeigt, die illegal ist und voller unbenutzter und illegaler ICBMs ist. Zum Zeitpunkt des Abfassens dieses Artikels werden keine neuen Sanktionen in Erwägung gezogen oder eingesetzt.

Nordkorea hat in den Jahren 2006, 2009 und 2013 unterirdische Atombomben gezündet. In jüngster Zeit entzündeten sie eine sogenannte miniaturisierte Wasserstoffbombe. Das ist eine sehr hohe Sprengkraft mit der zusätzlichen Bedrohung, in der Lage zu sein, zu einer ICBM montiert zu werden und so zu einer direkten Bedrohung aller zu werden, die er [Iran] als Feinde ansieht. Ob dies tatsächlich wahr ist oder nicht – es ist wegen der psychologischen Wirkung auf die Welt durch die Bedrohung unseres Gefühls der Geborgenheit, der Sicherheit und des Wohlbefindens eine Form des Terrors. Israel lebt in diesem Status des Terrors seit seiner Gründung im Jahr 1948. Es hat nicht einen einzigen Tag gegeben, an dem Israels Existenz nicht bedroht gewesen wäre.

Der existenzielle Status der gesamten Menschheit ist in Gefahr, insbesondere im Nahen Osten. Terrorakte sind eine teuflische Strategie zur Veränderung der Lebensweise der Menschen, durch das Zufügen körperlicher und psychischer Schäden oder durch deren Androhung. G-tt schuf alle Menschen mit unveräußerlichen Rechten, um das Streben nach Leben, Freiheit und Glück zu genießen. Jede Bedrohung dieses Status Quo ist übel und sollte nicht von der sogenannten zivilisierten Welt toleriert werden.

Gibt es eine rote Linie, wobei, einmal überschritten, die westliche Welt gegen Bedrohungen des Bösen durch terroristische Schurkenstaaten ankommen wird? Im Augenblick sieht es so aus, dass das in den Vereinigten Staaten nicht der Fall ist. Wir bleiben dabei umzukippen. Doch der G-tt Israels hat eine rote Linie. Die Bibel sagt uns, dass am Ende der Zeit Israel der „Prügelknabe“ der ganzen Welt werden wird. Alle Nationen werden sich gegen [Israel] wenden und wenn sie das tun, werden alle Gegner Israels durch Überschreiten der „Roten Linie“ schuldig sein und durch den G‘tt Israels vernichtet werden.

* „State of the Union“ Adress, jährliche Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten „zur Lage der Nation“

Henryk M. Broder über die Gro(e)ßen(wahnsinnigen) dieser Welt

„Jürgen Todenhöfer (Eigendarstellung: “Person des öffentlichen Lebens”) mährt sich auf seiner FB-Seite aus. Käßmann wandelt in den Fussstapfen von Luther. Marieluise Beck kümmert sich um die Durchsetzung der “informierten Kaufentscheidung”, also die Kennzeichnung israelischer Produkte, die in der Westbank hergestellt wurden. Norman Paech trauert immer noch um seinen Laptop, den er in Israel lassen musste. Alfred Grosser poliert seine Verdienstorden. Die Helden der “Mavi Marmara” spielen daheim mit ihren Badenentchen. Und die Kulturschaffenden, allen voran Ingo Schulze und Nina Hagen, müssen sich erst einmal von den Strapazen ihrer letzten Aktion erholen.

Aber da ist noch einer, unser geliebter Außenminister Frank-Walter Steinmeier. [ … ] „

Ganzen Artikel lesen! … Lesenswert!

Das nächste Ziel für ISIS – Jordanien. Und dann?

Originalartikel: Dr. Mordechai Kedar, Next Goal for ISIS – Jordan. And Then?
26. Juni 2014

Übersetzung: faehrtensuche
Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Israel steht vor einer schwierigen Entscheidung, wenn ISIS versucht, in Jordanien an die Macht zu kommen. Und der Countdown hat begonnen.

Ma’an ist ein Beduinendorf im südlichen Teil von Jordanien, der den Regierenden des Landes schon immer Kopfschmerzen bereitet hat. Die Bevölkerung ist streng fundamentalistisch und umfasst eine signifikante Zahl von Salafisten.

In der Vergangenheit fanden dort Straßendemonstrationen statt, die gewaltsam endeten, einmal verursacht durch die Lebensmittelpreise, einmal durch die Benzinpreise und einmal, weil die Monarchie die Dorfältesten nicht respektvoll genug behandelte. Mit der Zeit wurde Ma’an Jordaniens Barometer, ein Indikator für grundlegende Meinungsströmungen im Land.

Quelle: Wikipedia Link: Bitte auf die Abbildung klicken!

Quelle: Wikipedia
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Am 2. Juni, in der Mitte eines Freitagnachmittags, war Ma’an der Schauplatz einer Pro-ISIL-Demonstration (“Der islamische Staat im Irak und der Levante”, bekannt als ISIS, aber genauer übersetzt als ISIL), auf der schwarze Flaggen geschwenkt wurden und die Zeichen hatten eine unmissverständliche Botschaft (meine Ergänzungen in Klammern, M. K.).

„Heute ist Unterstütze-einen-islamischen-Staat-im-Irak- und al-Sham-Tag”, “Ma’an ist Jordaniens Falludscha”, “Wir unterstützen einen islamischen Staat”, “Wir gratulieren dem islamischen Volk für die Eroberungen von Omar (Be Akhattab, 2. Kalif, Eroberer von al-Sham), den Allah auswählte, um einen islamischen Staat im Irak und al-Sham zu bilden“ waren einige der Botschaften.

Laute und hysterische Rufe wie “Allah akbar” [Allah ist der Größte], “Auf zum Dschihad”, „Es gibt keinen außer Allah und die Schiiten sind seine Feinde”, “Der, der für den Dschihad kämpft, ist von Allah geliebt”, “Die Sunniten sind die Geliebten Allahs”, “Allah ist unser Gott und nicht ihrer (der der Schiiten)”, “Der Gott der Schiiten ist Satan”, “Tod ist besser als Erniedrigung”, “Mit Blut und Geist werden wir dich retten, Islam”, “Dschihad ist unser Weg”, “Ein Dschihad-Staat für immer”, “Oh, schiitische Herrscher, wir sind im Anmarsch euretwegen“ wurden auf der Demonstration gehört und als Beweis ihrer ernsten Absichten dienten Schüsse, die in die Luft gefeuert wurden.

Der wichtigste Aspekt des Protests war, dass fast alle Anwesenden nicht ihre Gesichter verbargen, das bedeutet, dass sie keine Angst vor der jordanischen Regierung, ihrer Polizei oder ihrem Geheimdienst haben. Die Demonstranten waren sich wohl bewusst, dass sie von verschiedenen Menschen fotografiert wurden und dass die Fotos zu ihrer Identifizierung und Festnahme verwendet werden könnten, aber es kümmerte sie nicht. Und wenn es keine Angst vor dem Staat mehr gibt, kann alles Mögliche passieren.

ISIL hat nie seine Absichten, Jordanien betreffend, verborgen, das genau wie Irak und Syrien durch den europäischen Kolonialismus geschaffen wurde und es deshalb verdient, beseitigt zu werden. Der Name der Organisation drückt seine Ziele aus, denn „al-Sham“ ist die Levante, und das Gebiet umfasst Syrien, Libanon, Jordanien und Israel.

Um ihre Pläne für Jordanien offensichtlich zu machen, erweiterte die Organisation ihre Kontrolle im Irak nach Westen hin bis zur Grenze zwischen Irak und Jordanien und eroberte auch die Grenzstadt Turayvil. Ihre Erfolge im Irak und in Syrien weckten „das Adrenalin der Dschihadisten“ in den Randpopulationen Jordaniens, und die Demonstration in Ma’an drückt das aus, was wohlbekannt ist: der Erfolg von ISIS zieht die Massen an, vor allem diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, diejenigen, die endlich zu etwas Erfolgreichem gehören wollen. Und wenn diese erfolgreiche Sache dem Unterdrückerregime ein Ende bereitet, verdient es die Gruppe noch mehr, sich ihr anzuschließen.

Der Anführer und die Kontroverse

Der Mann, der als Anführer der salafistischen Dschihad-Bewegung in Jordanien gesehen wird, ist Assem Barqawi, besser bekannt als Abu Mohammad al-Maqdesi (der Jerusalemer). Er wurde am 3. Juli 1959 in dem Dorf Burqa in der Nähe von Sichem geboren (nächste Woche ist sein Geburtstag! [mittlerweile war]) und studierte Islam in Mossul und Medina. Er veröffentlichte ein Buch, in dem er behauptete, das saudische Regime hätte keine Rechtsgrundlage. Er ist der spirituelle Mentor von Abu Mussab al-Sarkawi, der im Jahr 2004 „al-Qaida im Land der Flüsse“ gründete. Letztere ist die Organisation, die in ISIL überging („Der Islamische Staat im Irak und der Levante“). Barqawi verbrachte einige Zeit seines Lebens in Pakistan und Afghanistan, traf dort die Köpfe und Führer von al-Qaida. Die jordanische Regierung verurteilte ihn zu einer langen Gefängnisstrafe und seine Anhänger erhalten ihre Aufträge aus seiner Zelle.

Es gibt in der dschihadistischen Salafistenbewegung in Jordanien diejenigen, die behaupten, dass al-Maqdesi eine “islamische Staats”-Übernahme des Irak unterstützt, nicht aber Expansionsbemühungen der Organisation nach Jordanien. Ein anderer prominenter Aktivist, Mohammad Shalabi, auch bekannt als Abu Sayyaf („Besitzer der Schwerter“), kritisierte die Ma’an Proteste und behauptete, dass „sie verdächtig seien (d.h. [sie seien] eine Verschwörung der Regierung, um die dschihadistische Bewegung zu zerstören)“ und dass nur etwa zwanzig oder dreißig Leute, darunter fünf Jugendliche (deswegen nicht verantwortlich), deren „Köpfe von irgendjemanden verdreht wurden“ daran teilgenommen hätten – und dass sie „weder die Salafisten-Strömung repräsentieren noch ihren Zielen dienen.“

Abu Sayyaf versteckt jedoch nicht seine Unterstützung für ISIL und das Massaker an Schiiten, das die Organisation im Irak durchgeführt hat, vor allem an Soldaten der Regierung. In Bezug auf Jordanien ist die Situation anders, als – ihm zufolge – einige der salafistischen Dschihadisten in Jordanien ISIL unterstützen und einige „Jibhat Al-nasura“, und wie bekannt ist, bekämpfen die beiden Salafisten-Organisationen sowohl Assad in Syrien als auch einander.

Jedoch werden die Diskussionen in Jordanien aufhören, wenn ISIS ihren bewaffneten Kampf gegen dieses Land beginnt. Der wird dann beginnen, wenn die Gruppe von Kämpfern, deren Sprache der jordanische Wüstendialekt ist, vom Irak aus nach Jordanien eindringt, mit maskierten Gesichtern vor die Kameras tritt und die „Biya“ – den Treue-Eid – auf den Kopf [Chef] von ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi, verkündet und dann anfängt, jordanische Armee-Patrouillen, militärische Straßensperren, kleine Außenposten der Armee und zivile Autos anzugreifen.

Handlungsmethoden

Die Methoden der Organisationen sind wohlbekannt: ihre Streitkräfte bekommen ihre Stärke aus ein paar Dutzend 4×4 sich schnell bewegenden Fahrzeugen, auf denen schwere Maschinengewehre montiert sind. Einige der Kämpfer haben RPG’s und einige leichte Waffen, für gewöhnlich Saar AK-47-Gewehre („Kalashnikows“). In letzter Zeit sind ihre Waffen mit einer signifikanten Menge an tödlichen und hochmodernen amerikanischen Waffen bereichert worden, direkt aus den Arsenalen der irakischen Armee und für den Kampf genommen. Diese große und destruktiv bewaffnete Streitmacht attackiert überraschend einen Außenposten, eine Straßensperre oder eine Patrouille und schafft eine Situation, in der sie aufgrund der Anzahl der Kämpfer, der Mobilität und des Überraschungsmoments den taktischen Vorteil hat.

Die Organisation macht sich die Mühe, ihre Kämpfe und ihre Erfolge zu filmen und zu fotografieren, vor allem die Massenmorde an Soldaten und Zivilisten, die sie gefangen hat, um Panik unter den Opponenten zu verbreiten. Die Gesichter des Militärs sind in der Regel mit Keffiyahs bedeckt, so dass niemand in der Lage sein wird, sie in der Zukunft zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass sie für ihre Taten bezahlen. Die erschreckenden Fotos, die die Organisation verbreitet, sind ein Hauptgrund dafür, dass die bewaffneten Streitkräfte des Irak – in der Absicht, die Stadt zu verteidigen, aus Mossul flohen und die Stadt ISIL überließen.

In Jordanien wird ISIL beobachtet und mehr als ein paar Leute warten ungeduldig auf die stark wehenden westlichen (irakischen) und nördlichen (syrischen) Winde des Dschihad, um die jordanische Wüste zu räumen, immer noch unter der Herrschaft der haschemitischen Familie, von den Briten, die das „transjordanische Emirat“ für sie schufen, vor 90 Jahren dorthin gebracht. Dieses befürwortet schließlich das Königreich Jordanien ungeachtet der Tatsache, dass „das Reich nur Allah gehört und er keinen Co-Herrscher hat (Koran, Kapitel 2, Vers 25)“

Auch wenn es heute eine Opposition gegen ISIL in Jordanien gibt, ist es wahrscheinlich, dass, wenn die Organisation beginnt, ihre Aktivitäten auf das Land hin zu verschieben, diese Opposition verschwinden wird – besonders, wenn der anti-jordanische Dschihad einige Erfolge hat. Diese Erfolge werden lokale Stämme und Einzelpersonen „überzeugen“, sich der Organisation anzuschließen, genauso wie es in Syrien und Irak passiert ist, einige aus Angst und einige aus dem Wunsch heraus, Teil des Sieges zu sein.

Es ist allen klar, dass Jordanien nicht das endgültige Ziel für ISIL sein wird, sondern dienen wird als Ausgangspunkt für die Fortsetzung des Dschihads gegen weitere illegitime Kreationen des westlichen Kolonialismus und des Sykes-Picot-Abkommens, nämlich Israel und Saudi-Arabien.

Die Option Israels

Israel und der Westen stehen dann vor einer klaren und gestochen scharfen Entscheidung, mit ihrer ganzen Schwere: Auf der einen Seite wird es jene geben, die sagen, dass die jordanischen Angelegenheiten nicht unsere seien und wenn es den Haschemiten bestimmt sei, gestürzt zu werden, wir keine Möglichkeit hätten, sie zu retten, schon gar nicht um den Preis von Blut der IDF-Soldaten – und so müssen wir warten, bis die Dschihadisten die Grenzen Israels erreichen und sie dort erledigen. Darüber hinaus können wir, wenn ein neues Land an die Stelle Jordaniens tritt, behaupten, dass es ein palästinensischer Staat ist und dass keine Notwendigkeit besteht für einen Weiteren in Judäa und Samaria, weil es bereits auch einen in Gaza gibt.

Auf der anderen Seite ist es durchaus möglich, dass die Welt – und die USA im Besonderen – dem haschemitischen Königreich zu Hilfe kommen wird, so dass es auch nicht in die Hände von Dschihadisten fällt. In diesem Fall wird der Mann im Weißen Haus erwarten, dass Israel an der Operation teilnimmt, denn schließlich dient das jordanische Regime für Israel als eine Art Schutzschild gegen die dschihadistischen Ostwinde, die im Irak aufkommen – und vielleicht im Iran zu einem späteren Zeitpunkt. Kann Israel mit verschränkten Armen verharren, wenn seine Freunde in den USA und möglicherweise in Europa dem haschemitischen Königreich zu Hilfe kommen?

Eine andere Sache ist (sonnen-)klar wie der Tag in diesen heißen Sommermonaten: Sowohl in Jordanien als auch auf unserer Seite des Flusses wird es ein Schlachtfeld zwischen der IDF und dem Dschihad, der aus dem Osten kommt, geben, es sei denn, es wird östlich des Jordantals gestoppt. Wenn irgendjemand meint, ein Palästinenserstaat in Judäa und Samaria würde Israel vor Angriffen schützen, liegt es an ihm das nachzuweisen, bevor er Israel befiehlt, das Jordantal zu verlassen. Werden die palästinensischen Streitkräfte, bewaffnet und ausgebildet durch die Amerikaner („Daytons Forces[Streitkräfte]“) stärker und motivierter sein als die irakische Armee, die auch von den USA bewaffnet und ausgebildet wurde?

Was heute in Syrien und im Irak passiert – und das kann überschwappen nach Jordanien – stellt für Israel wieder einmal die Wahrheit des arabischen Sprichworts unter Beweis: „Dein Hinterteil kann nur von deinem eigenen Fingernagel zerkratzt werden.“

Im Hebräischen findet sich dieser Gedanke in einem gut bekannten Sprichwort unserer talmudischen Weisen in den Sprüchen der Väter: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich.“ Womit dann alles gesagt wäre.

Link von der Übersetzerin gesetzt.

Der Niedergang der arabischen Geschichte

von Dr. Mordechai Kedar

16. FEBRUAR 2014

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Dr. Mordechai Kedar
Middle East Insights
Januar 2014

Arabische Intellektuelle schauten seinerzeit sehr genau hin, als der nationalstaatliche Wind seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts durch Europa wehte. Sie haben die Entwicklungen studiert, haben sie für gut befunden und haben versucht, sie auch in den Ländern des Nahen Ostens umzusetzen. So kam es letztlich zu den panarabischen Bewegungen, die die Errichtung der Nationalstaaten Marokko im Westen, dem Irak im Osten, Syrien im Norden und Jemen im Süden auslösten. Parallel dazu etablierten die britischen, französischen und italienischen Kolonialmächte lokale Staaten, die versuchten, ihre Existenz auf der Schaffung eines lokalen Bewusstseins zu gründen, wobei dies in Syrien, dem Irak, Jordanien usw. auf Kosten eines inbegriffenen arabischen Bewusstseins geschah und letztlich zur Bildung der Arabischen Liga führte.

Das positive Image, das die Sowjetunion in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts genoss, hat das Aufblühen von Bewegungen ausgelöst, aus denen sich der arabische Sozialismus von Gamal Abd al-Nassar und die Baath-Partei ableitete, die in Syrien und im Irak herrschte. Andere wurden durch den westlichen Liberalismus inspiriert, und man versuchte, ihn zu imitieren, und dann gab es noch jene, die im Gegensatz dazu ein monarchistisches Modell angenommen hatten, das auf einer lokalen Tradition basierte und sich mit einer pseudo-westlichen Verfassung umgab.

Der rote Faden, der sich durch alle diese Ideologien zog, war die Tatsache, dass hinter all diesen Bewegungen der Versuch stand, eine neue Substanz und ein modernes Selbstverständnis für die arabische Gesellschaft zu finden, mit dem Ziel, die traditionelle Substanz abzulösen, die eine Kombination aus dem Stammeswesen und dem Islam war, was die beiden grundsätzlichen  Elemente des kollektiven Bewusstseins im Nahen Osten sind. Die Basis für alle neuen Ideologien war die Tatsache, dass man sich jetzt auf eine einzelne arabische Nation mit einzigartigen Eigenschaften bezog, in der die Anpassung von westlichen Ideologien an die besonderen Bedingungen des arabischen Ostens erforderlich wurde.

Im Laufe der Jahre war das eigentliche Ergebnis nur ein Kartenhaus, hohle Phrasen und gescheiterte Ideen, die es nie wirklich geschafft haben, ein gemeinsames Bewusstsein mit einer festen und allgemein anerkannten Substanz zu erschaffen, die, so hatte man gehofft, sich in den Herzen der Massen manifestieren sollte, um die übermächtig starke, grundlegende Loyalität gegenüber den religiösen Traditionen und gegenüber dem Stammeswesen abzulösen. Wir sehen den Beweis davon – in vielfältigen Ausprägungen – an den Entwicklungen der letzten drei Jahre, die den Zusammenbruch dieser vielen leeren Ideen ausgelöst haben, jene Ideen, die den öffentlichen Bereich in den letzten Jahrzehnten durchdrungen hatten.

Der arabische Nationalismus, der von der Arabischen Liga und seinen Institutionen, unter anderem auch auf dem arabischen Gipfel, formuliert wurde, hat sich jedoch erwiesen, nichts anderes als ein Feigenblatt zu sein, um die Blöße der internen Querelen, der Intrigen, der Rachegelüste, des Hasses, des Neides und des Konkurrenzdenkens zu bedecken, wovon jede kollektive Handlung der arabischen Länder belastet wurde.

Auch die vielbeschworene arabische Solidarität hat sich erwiesen, nicht mehr als ein Klischee und ein sinnentleerter Slogan zu sein, weil die arabischen Länder bei einem Angriff durch ausländische Mächte nicht nur einander nicht unterstützt haben, sondern zudem auch gegeneinander gekämpft haben, was im absoluten Widerspruch zur Gründungsurkunde der Arabischen Liga steht. Während der letzten drei Jahre waren wir Zeuge der offenen militärischen Verstrickung Katars, Saudi-Arabiens und anderer Staaten in Libyen, Syrien, Bahrain und dem Jemen. In einigen Fällen war das ausländische Eingreifen sogar gewollt, um die jeweiligen Machthaber zu stärken, und in anderen Fällen war wiederum die Unterstützung der Gegner jener Machthaber beabsichtigt. Außerdem gibt es das unveränderliche Verschwörertum von Al-Jazeera, dem Fernsehkanal der Moslembruderschaft, der von Katar aus sendet und seit seiner Gründung im Jahre 1996 einen Medien-Dschihad gegen die arabischen Machthaber geführt hat.

Diese Machthaber, oder genauer gesagt, diese Diktatoren, von Gamal Abd al-Nassar bis Saddam Hussein, von Gaddafi bis Assad (der Vater wie der Sohn), haben in der vorherigen Generation Hunderttausende ihrer eigenen Bürger ohne Mitgefühl abgeschlachtet, nicht etwa diejenigen anderer Länder, und das alles natürlich im Namen des Nationalismus und des Patriotismus. Sie sind gemeinhin akzeptierte Gäste auf Kongressen, Konferenzen, Empfängen und in den Fluren der Macht gewesen, und jeder Politiker will unbedingt mit ihnen zusammen abgelichtet werden. Es gab sogar einige Politiker unter den arabischen Bürgern Israels, die vor ein paar Jahren nach Libyen gingen, um sich zusammen mit dem Massenmörder fotografieren zu lassen, der dort über 42 Jahre geherrscht hat. Ihr Verhalten bringt alle Bestrebungen des Nationalismus und des Patriotismus in Verruf, der durch ihre Propagandamaschinerie ausposaunt wird, und die einfachen Bürger von der Straße können diese Botschaften einfach nicht mehr hören, die sie zu verbreiten versuchen.

Der arabische Bürger hat, im Vergleich zu Bürgern anderer Länder in der Welt, ein erstaunlich niedriges Vertrauen zu seinem Staat. Der einfache arabische Mann von der Straße ist unzweifelhaft davon überzeugt, dass die Regierung seines Landes korrupt und verdorben ist und einzig zu Gunsten derjenigen agiert, die auf der Lohnliste des Staates stehen. Sie missbrauchen das Regierungsamt und die damit verbundene Autorität für den persönlichen Gewinn durch Bestechlichkeit und Korruption. Es gibt ein allgemeines Gefühl der Verzweiflung unter den Menschen auf der Straße wegen der Unfähigkeit der Araber, einen geregelten, modernen Staat mit Transparenz der Regierung und wirtschaftlicher Fairness zu führen. Die Gewalt, die die Regime in arabischen Staaten seit Jahrzehnten angewandt haben, entfremdet sie von der Mehrheit der Bevölkerung und schafft eine tief eingewurzelte Feindschaft zwischen dem Regime und den Bürgern. Dennoch, parallel dazu gibt es auch ein Verständnis dahingehend, dass eine Regierung ohne Anwendung von Gewalt innerhalb der arabischen Welt nicht in der Lage wäre,  ein geregeltes und effizientes System auf Dauer aufrechtzuerhalten.

Die Anwendung von Gewalt durch die Regierung existiert sowohl auf nationaler, staatlicher Ebene, wie auch im kommunalen Bereich. Staatliche Organisationen, wie das Militär, Polizei und Ministerien leiden unter ähnlichen Missständen. Das Niveau der familiären Gewalt ist im Nahen Osten höher als in anderen Regionen der Welt, und die arabische Frau wird mehr unterdrückt, als irgendwo sonst in der Welt.

Die arabische Loyalität gegenüber den Palästinensern hat sich ebenso erwiesen, nichts anderes als ein sinnentleerter Slogan zu sein. Was haben die arabischen Länder getan, um das Leiden der Flüchtlinge von 1948 zu vermindern, die auf „Flüchtlingslager“ beschränkt sind? Die Palästinenser in Judäa, Samaria und Gaza halten ihre Brüder weiter in den Flüchtlingslagern!! Was haben die arabischen Behörden mit den Milliarden an Fördermitteln getan, die sie im Laufe der vergangenen Jahre aus allen Teilen der Welt für die Flüchtlinge erhalten haben? Wohin sind all die Spendengelder verschwunden, die die Welt über die Jahre hinweg für die Flüchtlinge aufgebracht hat? Haben nicht arabische Länder wie Ägypten und  Jordanien einen Friedensvertrag mit Israel abgeschlossen, auch ohne dass das palästinensische Problem gelöst wurde? Es scheint, dass die besonderen Interessen dieser Länder über die fadenscheinigen Slogans der angeblichen Solidarität mit den Palästinensern obsiegt haben. Die Ereignisse, die man in den letzten Tagen im Flüchtlingslager Jarmouk in Syrien beobachten konnte, beweisen doch nur, wie lieb und teuer die Palästinenser in den Herzen der anderen Araber wirklich sind.

Sogar die Bedrohung von Seiten des Iran, die kürzlich im Nachgang der Genfer Vereinbarung noch mehr an Bedeutung gewann, hat es nicht geschafft, die Araber zu vereinigen. Aus dieser Verzweiflung heraus knüpfen sie deshalb auch hinter den Kulissen Beziehungen mit Israel, in der Hoffnung, dass Israel sie vielleicht vor den Iranern retten wird. Hassan Nasrallah nennt diese Araber jedoch „falsche Männer“ [fake men], und das arabische Lexikon kennt eigentlich kein schärferes Wort der Verunglimpfung.

Mehr als ein hundert Millionen Araber leben weit unter der Armutsgrenze, und ihr Leben ist durch Krankheit, Unwissenheit und Verwahrlosung gekennzeichnet. Andererseits führt eine sehr kleine Oberschicht von Arabern ein luxuriöses Leben als Milliardäre in den Ölländern sowie an anderen Orten. Die wirtschaftliche Solidarität innerhalb der „arabischen Nation“ ist annähernd bei Null, und eine echte Fürsorge für die Armen, die Waisen und die Witwen ist fast nicht existent. Das Fehlen der wirtschaftlichen Solidarität ist das Ergebnis der Schwächung der sozialen Solidarität. Die Rücksicht auf menschliche Werte in der arabischen Welt ist äußerst niedrig angesiedelt. Deshalb liegt die Sorge nach Lebensqualität auf einem ziemlich niedrigen Niveau.

Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen

Während der letzten drei Jahre, infolge des Verfalls der modernen Ideologien und der Schwächung der arabischen Regime, haben die Geier der Al- Qaeda damit begonnen, diesen schwachen und kranken Körper der arabischen Nation anzupicken. Man hat die Position der Führung aufgegeben, und Allah ist mit einer Kalaschnikow in seiner Hand eingegangen. Überall dort, wo ein Staat nicht mehr richtig funktioniert, kommen die Terroristen aus aller Welt, um dort einen „islamischen Staat“, zu gründen. Das ist so im Irak, in Syrien, in Libyen, im Jemen und im Sinai, ebenso auch in Somalia, Mali, Nigeria, Afghanistan und Pakistan. Das Hauptziel dieser Agenten des Todes ist die arabische Nation, und die Zahl der Moslems, die sie getötet haben, ist viel größer, als die Zahl der „Ungläubigen“, die im Feuer getötet worden sind, dass sie überall dort entfachen, wo sie dazu in der Lage sind. Die Al-Kaida hat Allah in einen Schlachtfeldkrieger verwandelt, und er kämpft gegen die eigenen gläubigen Moslems.

Die arabische Welt versinkt vor unseren Augen in einem Sumpf aus Blut, Tränen und Feuer. Ihre nahöstliche Kultur zieht dreihundert Millionen Araber und dazu noch viele weitere Moslems, die keine Araber sind, buchstäblich hinab in die Tiefen der Hölle. Gesetzt den Fall, Israel gäbe heute bekannt, dass man die Grenzen öffnet für eine unbegrenzte Einwanderung von Arabern und Moslems nach Israel, wie viele Araber würden wohl in den jüdischen „Zionistenstaat“ eilen, um ein neues Leben zu beginnen?

Vor ein paar Jahren hieß es in einer ägyptischen Zeitung, dass die arabische Nation ein toter, eingefrorener Körper im Leichenhaus ist, für den keiner den Mut aufbringt, eine Sterbeurkunde auszufüllen. Ich überlasse dem verehrten Leser die Entscheidung darüber, wie korrekt und angemessen die damalige Einschätzung des Verfassers war.

Quelle: The Demise of the Arab Narrative by Dr. Mordechai Kedar

Übersetzung: R.L. (Vielen herzlichen Dank! 🙂 )