Sukkot 2017 steht vor der Tür

Heute Abend beginnt in Israel (und für alle Juden weltweit) Sukkot, das Laubhüttenfest! Es ist eines von drei Wallfahrtsfesten und das fröhlichste Fest im jüdischen Kalender. Geht es nach der Jüdische[n] Allgemeine[n], steht allen, die dieses Fest feiern, eine „Bunte Woche“ bevor. In der Tat bringt Sabine Brandes mit „zehn farbenfrohe[n] Fakten“ zum Ausdruck, was dieses Fest ausmacht.

Was auf keinen Fall fehlen darf, sind die Laubhütten, mit deren Bau gleich nach Yom Kippur begonnen wird, damit bei Beginn von Sukkot alle fertiggestellt sind. Die nachfolgenden Fotos – von mir im letzten Jahr bei Streifzügen durch Jerusalem gemacht – geben einen kleinen Eindruck von den vielfältigen, teilweise noch im Bau befindlichen Laubhütten wieder!

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CHAG SAMEACH! EIN FROHES FEST!

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Warum die Tempelberg-Krise mich nach Hause ruft – nach Israel

von Fred Menachem, 6. August 2017

Originalartikel: Why The Temple Mount Crisis Is Calling Me Home – To Israel

Dies waren für das jüdische Volk einige besonders harte Wochen.

Die Tempelberg-Krise hat Extremisten in der arabischen Welt die Gelegenheit gegeben, falsche Argumente, inszenierte Gewalt, Propaganda und eine verzerrte Version der Geschichte zu benutzen, um Gewalt anzuheizen und zu entflammen und barbarische Morde an israelischen Juden und Nichtjuden zu begehen.

Merkwürdigerweise, aber nicht überraschend scheinen die internationalen Mainstream-Medien – von denen viele nicht über ihren Hass auf den israelischen Ministerpräsidenten Bibi Netanyahu hinwegsehen können – vergessen zu haben, dass diese ganze Krise ausgelöst wurde, als drei arabische Israelis zwei drusische israelische Polizeibeamte erschossen. Traurig und paradox – diese Polizeibeamten hielten den Berg für jeden sicher, die Muslime eingeschlossen.

Doch diese Tatsache ist meist ignoriert worden und diese Krise hat leider erwiesen, dass Gewalt sich bezahlt macht.

Darüber hinaus sieht es so aus, als ob sich die internationalen Medien – wieder einmal – unverhohlen und rücksichtslos haben dazu verleiten lassen, manipuliert und als Werkzeug benutzt zu werden. Sie berichteten über die Nachrichten, indem sie die Fassade der ‚unvoreingenommenen Medienberichterstattung‘ nutzten und unrichtig und unverantworlich boshafte Verleumdungen und Propaganda verbreiteten, die fälschlicherweise Israel als den ‚Goliath‘ darstellten.

Viele andere Medien – sowohl im Westen als auch in der arabischen Welt – sind noch weiter gegangen, indem sie die Tempelberg-Krise als Entschuldigung nutzten, um Gewalt anzutreiben und das Leben unschuldiger Menschen in Gefahr zu bringen. Es scheint, dass der Mord an Israelis von den Medien nur noch ignoriert wird, während jeder Tod eines palästinensischen Mörders oder Terroristen oft legitimiert und ihm mehr oder gleiches Gewicht beigemessen wird.

Diese Ereignisse und diese ganze offengelegte Scharade zu beobachten – nachdem ich nach einem Jahr in Israel wieder in die USA gekommen bin – hat meine lebenslange Verpflichtung für den jüdischen Staat und das jüdische Volk aufgefrischt.

Obwohl ich Aliyah gemacht hatte, bin ich vor kurzem in die USA zurückgekehrt, um die Arbeit, die ich in Israel begonnen hatte, fortzusetzen. Zuerst entschloss ich mich, 2016 nach Israel zu ziehen – auf der Suche nach einer Aufgabe im Rahmen meines Judentums. Im Rückblick stelle ich fest, dass ich schlecht vorbereitet war, ich war nicht bereit für die kulturellen Barrieren, die es gab, und für die harte Umstellung aufgrund der Auswanderung in ein anderes Land, wo ich die Sprache nicht sprechen konnte und begrenzte finanzielle Mittel hatte.

Doch rückblickend erkenne ich jetzt, dass dieses Leiden notwendig war – denn das ist es, was das jüdische Volk zusammenhält. Diese Prüfungen und Bedrängnisse haben uns die Kraft und Entschlossenheit gegeben, weiterzumachen und jahrtausendelang Erfolg zu haben trotz der geschichtlichen und beständigen Verfolgung und den systematischen Mord durch die, die alle Anstrengungen unternommen haben, uns zu vernichten.

Während ich in Israel war, suchte ich zunächst nach dem Judentum, lief dann aber fort; es war zu erdrückend, doch jetzt sehne ich mich danach. Ich habe dem Schabbat oft den Rücken zugekehrt, doch jetzt suche ich ihn. Ich war frustriert wegen der Härte der hebräischen Sprache und meiner fehlenden Sprachkompetenz, doch jetzt, wenn ich jemanden sprechen höre, fühle ich mich sicher und geschützt – da ich weiß, dass meine Familie in der Nähe ist. Und wenn ich die Hatikvah und Am Yisrael Chai höre – und die israelische Flagge mit dem jüdischen Stern wehen sehe – und um den Preis wissend, den unser Volk dafür bezahlt, weine ich mit Stolz.

Unser Schicksal und unsere Zukunft hängen von einer starken IDF, von der fortgesetzten Ausübung unseres Judentums und von einem starken und erfolgreichen Israel ab.

Ich plädiere sicherlich nicht für eine besondere Behandlung Israels, lediglich für eine vernünftige und fairen Berichterstattung. Journalisten sollten die israelische Regierung und Politiker sicherlich zur Rechenschaft ziehen – aber das sollte moralisch vertretbar und verantwortungsvoll getan werden. Also, wenn ich die gegen Israel gerichtete Voreingenommenheit im Fernsehen oder sonstwo sehe, bin ich auf hundertachtzig. Aber nachdem der anfängliche Zorn und die Traurigkeit abflauen, motiviert sie mich und gibt mir größere Orientierung. Es stärkt meine Entschlossenheit und meine tiefe Verpflichtung, meinen Teil zum Kampf gegen Ungerechtigkeit beizutragen – egal, wo in der Welt sie vorkommt und zu helfen, die Verbundenheit zwischen den Vereinigten Staaten und Israel aufrechtzuerhalten und für mein Volk mit unerschütterlicher Loyalität einzustehen, koste es, was es wolle.

Während ich in Israel lebte, hatte ich schrecklich Heimweh, ich sehnte mich nach der Behaglichkeit und Vertrautheit meines Hauses in den USA. Doch als ich wieder hierher zurückkam, fühlte sich meine Seele leer an; irgendwas fehlte mir. Im Rückblick entdecke ich jetzt, dass die Mehrheit der Israelis meine Familie ist, auch wenn wir uns nie begegnet sind. Und während meine Aliyah-Reise mühsam war, veränderte sie mich und nichts kann jemals für mich wieder dasselbe sein.

Eines Tages, wenn die Zeit reif dafür ist, werde ich für immer in meine angestammte Heimat zurückkehren, um meiner tiefen Verantwortung gerecht zu werden und weiterhin meinen Teil dazu beizutragen, dass das jüdische Volk weiterhin durchhält, Erfolg hat und lange nach meiner Zeit auf diesem Planeten überlebt. Das ist mein Abkommen mit Gott, dem jüdischen Volk und der Zukunft des demokratischen und jüdischen Staates Israel. Die Tempelberg-Krise und die brutalen Ermordungen meines Volkes sind es, die mein Schicksal und diese Verpflichtung zementiert haben.


Der Autor ist leitender Angestellter bei i24NEWS und war ein politischer Kommentator und Mitwirkender bei ILTV, Miami Herald, MSNBC, The Palm Beach Post, Sun-Sentinel, Jerusalem Post und Israel National News. Er ist auch Mitglied des Ausschuss-Teams von POLITICO. Derzeit lebt er in New York. Eine Version dieses Artikels wurde auch in der Jerusalem Post veröffentlicht.


Übersetzung: faehrtensuche

Ein Volk mit Zukunft

„Über Napoleon wird erzählt, dass er auf seinem Feldzug nach Russland an Tischa beAw an einer Synagoge vorbeikam, aus der lautes Weinen zu vernehmen war. Nach Klärung der Umstände musste er erstaunt feststellen, dass die dortigen Juden die Zerstörung des Tempels beklagten, der einst im weit entfernten Jerusalem stand und dessen Zerstörung 1700 Jahre zurücklag.

Bei dieser Gelegenheit soll der französische Kaiser voller Bewunderung ausgerufen haben: Ein Volk, das so stark mit seiner Vergangenheit verbunden ist, hat auch eine Zukunft!“

Rabbiner Jaron Engelmayer in: Tischa beAw: Trauer und Sehnsucht. Die Erinnerung an den zerstörten Tempel ist Grundlage für die jüdische Gegenwart und Zukunft

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Tisha b’Av 2017. Beginn: Abend des 31. Juli (mit Sonnenuntergang), Ende: Abend des 1. August 2017.

Pragmatismus hinsichtlich des Tempelbergs

von Vic Rosenthal, 28. Juni 2017

Originalartikel: Pragmatism on the Temple Mount

Die Tempelberg-Krise ist ein perfektes Beispiel dafür, was „Israel Derangement Syndrom“ genannt worden ist:

Arabische muslimische Terroristen ermorden ein paar israelische Polizeibeamte mit Pistolen, die sie auf den Berg gebracht haben. Die Terroristen werden erschossen.

Israel ergreift die minimalsten Sicherheitsmaßnahmen und schließt den Platz für kurze Zeit während der Fahndung und installiert Metalldetektoren (wie die, durch die ich jeden Tag gehe, wenn ich meine Zeitung aus der Mall hole) und Sicherheitskameras.

Palästinensische Araber und so ziemlich die ganze muslimische Welt verlieren den Verstand, inszenieren heftige Unruhen, Versuche, mehr Polizisten zu ermorden (die mit dem Tod von drei Randalierern enden) eingeschlossen. Die Waqf, die den Tempelberg kontrolliert, befiehlt den Muslimen, sich zu weigern, durch die Detektoren zu gehen und außerhalb auf der Straße zu beten.

Ein 19-jähriger Terrorist hinterlässt einen Facebook-Post, in dem er erklärt, dass er aufgrund der Demütigung seines Volkes durch die Juden zu handeln gezwungen ist, schlachtet einen 70-jährigen Mann und seine beiden Kinder ab und verletzt seine Frau ernsthaft. Nur die sofortige Ankunft eines bewaffneten Soldaten außer Dienst hindert den Terroristen an dem Versuch, die Schwiegertochter des Mannes und fünf Enkelkinder zu ermorden. Der Terrorist ist leicht verwundet und wird grinsend von seinem Krankenhausbett (wo er von israelischen Ärzten behandelt wird) gezeigt.

Ein weiterer Terrorist sticht einen israelisch-arabischen Busfahrer in einem Shwarma-Restaurant in Petach Tikva nieder, weil er ihn für einen Juden hält. Nachdem er von mehreren Bürgern überwältigt wurde (einschließlich einem, der ihn mit einer hölzernen Pizzaplatte schlägt), erzählt der Terrorist der Polizei, „er hätte es für Al-Aqsa getan“.

Ein 17-jähriger Jordanier, der Möbel in der israelischen Botschaft umrückt, sticht einen Wachmann mit einem Schraubenzieher in den Magen. Der Wachmann schießt und tötet ihn in Notwehr (und tötet auch versehentlich eine andere Person in dem Raum). Anti-Israel-Agitation ist in Jordanien auf einem hohen Niveau, aufgrund einer großen Demonstration in Amman, die zwei Tage vor dem Zwischenfall stattfand. Die Jordanier weigern sich, den Wachmann freizulassen trotz seiner diplomatischen Immunität und er kommt erst nach einer Vereinbarung auf hoher Ebene frei, die offizielle amerikanische Stellen involviert und die Entfernung der Metalldetektoren und Kameras am Tempelberg vorsieht.

Israel entfernt die Metalldetektoren und Kameras, erhöht aber die Anwesenheit der Polizei. Die Unruhen gehen weiter und die Waqf hält ihren Boykott aufrecht mit der Begründung, dass alles genau in den Zustand zurückkehren muss wie er vor dem Mord an den Polizisten war, mit dem alles begann, sonst würde sie den „Status Quo“ als verletzt ansehen.

Bei all dem haben die internationalen Medien konsequent die Themen auf einer Bandbreite präsentiert von „es ist ein Zyklus von Gewalt“ bis zu „Israel hat Schuld am Terrorismus gegen die Palästinenser“. Schlagzeilen wie die des Guardian „Sechs Tote, als die israelisch-palästinensischen Spannungen überkochen“ suggerieren, dass Araber, die während des Werfens von Brandbomben auf die Polizei getötet wurden, gleichgesetzt werden mit Juden, die erstochen wurden während sie an einer Festtafel sitzen. NPR [Hörfunknetz in den USA] erklärt, dass der Aufruhr nach Entfernung der Detektoren und Kameras nicht aufgehört hätte, weil die „Pläne für ein neues Sicherheitssystem zu weiteren Protesten geführt hätten.“ Wie herausfordernd, dass wir Pläne machen, um uns selbst zu schützen!

Mahmud Abbas von der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mitglieder der islamischen Bewegung in Israel und einige israelisch-arabische Mitglieder der Knesset geben Israel die Schuld für die Gewalt, mit einigen Behauptungen der arabischen Knesset-Mitglieder, die sich bis auf die Ebene der Anstiftung zur Gewalt steigern.

Kundgebungen und Demonstrationen zugunsten der Araber finden überall auf der Welt statt, viele in muslimischen Ländern, aber auch in Südafrika, Großbritannien und den USA. Israel wird wiederum schuldig gemacht für „Provokationen“.

Niemand scheint zu merken oder sich darum zu scheren, dass die Gewalt durchweg von Arabern initiiert worden ist, gegen Israelis. Israelische Aktionen sind auf Selbstverteidigung und noch dazu auf sehr eingeschränkte Selbstverteidigung limitiert worden. Von Anfang an hat Israel Schwäche gezeigt. Anstatt zu versuchen, die israelische Kontrolle über den Ort zu sichern, haben Ministerpräsident Netanyahu und andere israelische Parlamentarier wieder und wieder gesagt, dass es keine Absicht gäbe, den „Status quo“ zu ändern, [also] die uns im Jahr 1967 selbst auferlegte demütigende ungeschriebene Vereinbarung, die „religiöse Kontrolle“ des Ortes an die Waqf zu übergeben und zu spezifizieren, dass, während Nicht-Muslimen der Besuch des Tempelbergs gestattet ist, nur Muslime dort beten dürfen.

Nachdem verschiedene Parlamentarier äußerten, die Metalldetektoren und Kameras blieben an Ort und Stelle, komme, was da wolle, wurden sie als Reaktion auf wohl eine Geiselnahme in Jordanien entfernt.

Die Entfernung der Metalldetektoren war ein schwerer Fehler. Obwohl weit entfernt von dem ersten Mal, als Israel angesichts der Bedrohungen der arabischen Gewalt oder des amerikanischen Drucks einknickte – oft, wie in diesem Fall wahrscheinlich geschehen, gleichzeitig angewandt – waren die durch dieses Ereignis gesendeten Botschaften alle die denkbar schlimmsten:

  • Israel wies darauf hin, dass es weder jetzt noch in der Zukunft versuchen würde, den unausgewogenen „Status Quo“ zu korrigieren, der sich über den akzeptierten Grundsatz hinwegsetzt, dass alle Religionen Zugang zu ihren heiligen Stätten haben sollten. Der den Nicht-Muslimen gewährte „Zugang“ ist in jeder Hinsicht dem der Muslime weit untergeordnet, und das stärkt den muslimischen Glauben, dass sie mehr Rechte verdienen als Nicht-Muslime.

  • Derjenige, der den Zugang zu einem Ort kontrolliert, ist der Besitzer eines Ortes. Der Fehlschlag des Versuchs durch Israel, den Zugang zu kontrollieren, bestätigten die Araber in ihrem Glauben, sie seien die Besitzer des Tempelbergs und ja, der ganzen Stadt und letztendlich des Landes.

  • Die Tatsache, dass Gewalt und Geiselnahme Israel dazu veranlasst haben, sofort einzulenken, trotz der wiederholten Beteuerungen israelischer Parlamentarier, das nicht zu tun, beweist, dass die Strategie gewalttätigen „Widerstandes gegen die Besatzung“ in Verbindung mit internationalem Druck und Ausnutzung jeder Gelegenheit (der Vorfall in Amman) funktioniert. Es beweist ihnen, dass – wenn sie nur beharrlich weitermachen – ihr Traum von der Vertreibung der Juden nicht unmöglich zu erreichen ist.

Ministerpräsident Netanyahu und der überwiegende Teil seines Kabinetts verstehen das. Sie verstehen auch die Fragen, die sich auf die religiösen und nationalen Aspekte des Konfliktes mit den palästinensischen Arabern beziehen. Sie verstehen, dass nichts im Nahen Osten wichtiger ist als die Symbolik und sie verstehen, dass die Kontrolle des Tempelbergs ein Einstehen für die Souveränität in Jerusalem ist. Also – wenn sie all das verstehen, warum knicken sie ein?

Es gibt ein Problem für die Führer demokratischer Länder, das einem ähnlichen Problem vergleichbar ist, dem Führungskräfte aus der Wirtschaft gegenüberstehen, die auf Aktionäre antworten müssen. Im Geschäft gibt es einen enormen Druck, dem Ziel des nächsten Quartals zu entsprechen, selbst wenn die Zukunft des Unternehmens leidet. In der Politik ist es immer die nächste Wahl, um sich darüber Gedanken zu machen, und es gibt Druck, um jetzt Frieden und Ruhe zu fördern. Im Fernsehen sieht man jeden Abend randalierende Araber und es gibt eine Geisel in Amman, er hat Familie, und das sind Probleme, die jetzt gelöst werden müssen. Möglicherweise werden die langfristigen Konsequenzen, sie auf die einfachste Weise zu lösen, nicht so gut sein, aber damit befasst man sich später. Das kann verschoben werden.

Die heutigen israelischen Führer sind, wie die meisten im Westen, Pragmatiker. Sie tun das, was funktioniert, und die Ideologie ist viel weniger wichtig als in der Vergangenheit. Bibis Pragmatismus wäre Begin oder Ben-Gurion fremd. Nicht, dass ihre Ideologien sie nicht einigermaßen in Verlegenheit bringen konnten, wenn sie keine Alternative hatten, sondern weil Ideologie ihre Aktionen immer zu langfristigen Zielen geführt hat. Sie hatten eine Ausrichtung und starke (wenn auch verschiedene) Visionen von dem, was der Staat Israel sein sollte. Heute sind die Dinge anders. Alle, der Ministerpräsident, der Verteidigungsminister, der Chef des Shin Bet, der IDF-Stabschef und der Polizeichef haben ihre Prioritäten. Im Rahmen dieser Prioritäten lösen sie Probleme. Vielleicht sind sie zu beschäftigt, um sich um Visionen Gedanken zu machen.

In diesem Fall hat sich die Regierung dafür entschieden, nachgiebig zu sein und die in ihrer Haltung inhärente Demütigung zu ignorieren, weil das der schnellste und der am wenigsten kostspielige Weg zu sein schien, die jetzigen Probleme zu lösen. Aber am besten ist eine kurzfristige Lösung und auch das ist nicht sicher, denn die Unruhen gehen trotz unserer Nachgiebigkeit weiter.

Die Araber haben eine Vision für die Zukunft, und obwohl ihnen bislang die Mittel zu ihrer Verwirklichung fehlten, haben sie den Willen, danach zu handeln. Wir haben heute mehr Macht als wir in den Tagen König Davids gehabt haben, aber unser nationaler Wille ist fragmentiert. Wir haben die Fähigkeit, die Zukunft zu schaffen, aber wir sind uns nicht einig, welche Zukunft wir schaffen wollen. So wählen wir pragmatische Politiker, die wissen, wie Probleme zu lösen sind.

Ist diese Krise nur eine weitere Beruhigungsmaßnahme oder ist sie ein Wendepunkt? Ich bin nicht sicher, aber ich bin sicher, dass uns mehr gedient wäre mit Führern, die nicht nur Probleme lösen können, sondern eine klare Vorstellung von unserer letztendlichen Bestimmung haben.

Übersetzung: faehrtensuche

50 Fakten über Jerusalem

Am 23./24. März feier[te]n die Israelis den 50. Jahrestag der Wiedervereinigung Jerusalem. Hinführend zu dem halb-hundertjährigem Meilenstein der Heiligen Stadt gibt es hier 50 Fakten, die die reiche Komplexität der Hauptstadt Israels hervorheben.

Wiedervereinigung

1. Der Jerusalem-Tag ist ein israelischer Nationalfeiertag, der an die Wiedervereinigung Jerusalems im Sechs-Tage-Krieg von 1967 erinnert.

2. Während der jordanischen Besetzung Jerusalems wurde den Juden der Zugang zu ihren heiligen Stätten verwehrt, einschließlich der Westmauer.

Geschichte

3. Jerusalem wurde 52-mal angegriffen, 44-mal erobert und zurückerobert, 23-mal belagert und im Laufe von 3000 Jahren zweimal zerstört.

4. Israel ist das einzige Land, das mit einem anzahlmäßigem Nettogewinn an Bäumen ins 21. Jahrhundert gekommen ist, und man kann sie bei einem Picknick oder einem Barbecue im Jerusalem Wald genießen.

5. Der Name „Jerusalem“ kommt wahrscheinlich aus „Urusalim“, ein Wort semitischen Ursprungs, das „Stiftung von Shalem (Ganzheit)“ oder „Stiftung G’ttes“ bedeutet.

Religion

6. Jerusalem hat mehr Synagogen pro Kopf als jede andere Stadt der Welt.

7. Jerusalem ist nach Aussage des Jerusalem-Instituts für Israel-Studien die einzige Stadt, in der etwa 15 verschiedene christliche Gemeinden nebeneinander leben.

8. Jerusalem gilt als ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes.

9. Jerusalem ist im Islam die drittheiligste Stadt neben Mekka und Medina, beide in Saudi-Arabien.

10. Jerusalem wird mehr als 600-mal in der hebräischen Bibel erwähnt, aber nicht ein einziges Mal im Koran.

11. Im Mittelalter wurden Juden von Christen aus Jerusalem verbannt. Später hoben Muslime den Bann auf.

12. Es gibt in den jüdischen Schriften mehr als 70 verschiedene hebräische Namen für Jerusalem, u.a. Zion.

Tourismus

13. Jerusalem ist statistisch gesehen sicherer als die meisten Großstädte in den USA und sonstwo auf der Welt.

14. Hotels in Jerusalem verzeichnen jedes Jahr mehr als 2,5 Millionen Übernachtungen ausländischer Touristen.

15. Dreißigtausend Menschen beteiligten sich dieses Jahr am Jerusalem-Marathon.

Heilige Stätte

16. Auf Jerusalems Ölberg befinden sich 150.000 jüdische Gräber, die zurück bis in das 14. Jahrhundert reichen.

17. Unter israelischer Herrschaft dürfen Juden nicht auf dem Tempelberg, dem heiligsten Ort ihrer Religion, beten.

18. Die Altstadt von Jerusalem ist eingeteilt in das Muslimische Viertel, das Christliche Viertel, das Jüdische Viertel und das Armenische Viertel.

19. Der Felsendom ist keine Moschee, sondern ein islamischer Schrein auf dem Tempelberg.

Regierung

20. Obwohl alle Abteilungen der israelischen Regierung – und der Knesset – ihren Hauptsitz in Jerusalem haben, ist die Stadt nicht Sitz für irgendeine ausländische Botschaft. […]

Archäologie

21. Die 2,5 Meilen lange Mauer um Jerusalems Altstadt wurde im Jahr 1536 von Suleyman I, [genannt] der Prächtige, erbaut.

22. Jerusalem hat mehr als 2000 archäologische Stätten.

23. Die Archäologie weist nach, dass Juden seit 3000 Jahren BCE [vor unserer Zeitrechnung] in Jerusalem gelebt haben.

24. Archäologen haben in der Davidsstadt eine 3800 Jahre alte Töpferei gefunden.

Bildung

25. Jerusalem hat getrennte Bildungs- und religiöse Systeme für seine christliche, muslimische und jüdische Bevölkerung.

Kultur

26. Jerusalem hat eines der am höchsten bewerteten Nachtclubs der Welt: Haoman 17.

27. Es gibt 26 Weingüter in Jerusalem, nach Aussage von United With Israel.

28. Bob Dylan hielt die Bar Mitzvah seines ältesten Sohnes Jesse an der Westmauer ab.

29. Die Schauspielerin Natalie Portman wurde in Jerusalem geboren.

Demographie

30. Jerusalem ist Israels größte Stadt, sowohl an Fläche als auch an Bevölkerung.

31. Jerusalems Bevölkerung setzt sich aus 61 Prozent Juden, 36 Prozent Muslimen, 1 Prozent arabischen Christen und 1 Prozent nicht-arabischen Christen zusammen.

32. Während die sich als „säkular“ definierende jüdische Bevölkerung des Landes einen Anteil von 44 Prozent ausmacht, liegt die säkulare jüdische Bevölkerung Jerusalems bei nur 19 Prozent.

33. Von Jerusalems muslimischer Bevölkerung definieren sich 62 Prozent als religiös und nur ein Prozent bezeichnen sich nicht [religiös] praktizierend.

34. Jerusalem hat seit 1864 eine jüdische demographische Mehrheit.

35. Jerusalem bildet etwa 0,001 Prozent der Fläche des Nahen Ostens ab.

36. 18 Prozent der arabischen Bevölkerung Israels lebt in Jerusalem im Gegensatz zu 8 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels.

37. 11 Prozent der Jerusalemer Hausbesitzer sind ausländische Einwohner verglichen mit 3 Prozent in Israel insgesamt.

38. 34 Prozent der Jerusalemer Juden bezeichnen sich als Haredi.

Wirtschaft

39. Fast 37 Prozent aller Jerusalemer Familien leben unterhalb der Armutsgrenze. Das entspricht 61 Prozent aller Kinder Jerusalems.

40. In Jerusalem befinden sich mehr als 400 High-Tech-Unternehmen.

41. Die Zahl der High-Tech-Start-Ups in Jerusalem ist seit dem Jahr 2012 von 200 auf über 600 angewachsen.

42. 14 Prozent der Beschäftigten in Jerusalem sind selbstständig.

43. Arabische Familien in Jerusalem leben vermutlich annähernd dreimal so oft unter der Armutsgrenze wie jüdische Familien in Jerusalem. Das ist auf einen großen Unterschied in der Anzahl der Ausbildungsjahre zurückzuführen.

44. 79 Prozent der jüdischen Frauen in Jerusalem arbeiten, verglichen mit 70 Prozent der jüdischen Männer.

45. Frauen in Jerusalem erzielen 25 Prozent weniger Einkommen als der duchschnittliche Mann, verglichen mit 46 Prozent weniger [Einkommen] in Tel Aviv.

46. Die in Jerusalem gegründete Firma Mobileye, die in diesem Jahr von Intel gekauft wurde, war Teil der bisher größten Übernahme eines israelischen Technologie-unternehmens.

Einwanderung und Migration

47. In diesem Jahr war ein spürbar hoher Anteil (fast 50 Prozent) der Neuankömmlinge in Jerusalem 20 bis 34 Jahre alt.

48. Von denen, die nach Jerusalem ziehen, kommen 38 Prozent aus Beit Shemesh und Tel Aviv.

49. Im vergangenen Jahr verdreifachte sich die brasilianische Einwanderung nach Jerusalem.

50. Die neue Einwandererpopulation – die in den vergangenen 20 Jahren angekommen sind – machen etwa 13 Prozent der jüdischen Bevölkerung der Stadt aus.

Originalartikel: 50 Jerusalem Facts von Eliane Rudee und JNS.org

Übersetzung: faehrtensuche