Warum die Medien den Nahen Osten nie richtig verstehen

Am 24. Oktober 1993 veranstaltete das Commitee für Accuracy in Middle East Reporting in Amerika (CAMERA) [Deutsch: Komitee für korrekte Berichterstattung über den Nahen Osten in Amerika (CAMERA)] eine Konferenz an der Brandeis University mit dem Titel: „The Media, the Message, and Middle East Peace“ („Die Medien, die Nachrichten und der Frieden im Nahen Osten.“) Unter den Rednern der Konferenz war auch Charles Krauthammer, ein jüdisch-amerikanischer Publizist, der 1987 für seine Kolumnen in der Washington Post den Pulitzer-Preis erhielt.

Charles Krauthammer starb am 21. Juni 2018 an einem Krebsleiden. Er wurde 68 Jahre alt.

Um Charles Krauthammers Andenken zu ehren, veröffentlichte CAMERA seine auf oben genannter Konferenz gehaltene Rede „Why the Media Never Gets the Middle East Right“, „Warum die Medien den Nahen Osten nie richtig verstehen“ am 28. Juni 2018 neu.

Wer sich mit dem Text befasst, wird erkennen, wie trefflich die Analyse von Charles Krauthammer ist. Die Rede, 1993 gehalten, ist in vielerlei Hinsicht immer noch aktuell.

Hier also der Artikel, in deutscher Übersetzung von faehrtensuche.

Charles Krauthammer, Why the Media Never Gets the Middle East Right

Warum die Medien den Nahen Osten nie richtig verstehen

Lassen Sie mich mit den guten Nachrichten beginnen. Ich habe eine Karikatur mitgebracht, die am 31. Juli in einer großen Zeitung abgebildet war. Sie zeigt eine Reihe von Menschen, unter ihnen auch einige Kinder. Bomben explodieren über ihren Köpfen und sie rennen um ihr Leben. Warum? Sie werden von einer großen Kreatur, einem Tyrannosaurus Rex, gejagt. Aber kein gewöhnlicher T.Rex. Dieser trägt einen Armeestahlhelm mit einem darauf abgebildeten Davidstern. Das ist eine Karikatur über den Südlibanon. Die Bildunterschrift lautet: „Sechzig Millionen in der Herstellung, eine Woche in der Zerstörung. Jewrassic Park, alias Südlibanon.“ Jurassic ist Jew-rassic geschrieben.

Warum sind das gute Nachrichten? Weil sie in der Irish Times erschienen. Es ist weniger leicht, so etwas in diesem Land zu finden. So voreingenommen, unfreundlich und unangemessen die amerikanische Medienberichterstattung über den Nahen Osten auch sein mag, sie kann dem Rest der Welt und insbesondere Europa nicht das Wasser reichen. Schließlich ist Irland kein Land, das für seinen wütenden Antisemitismus bekannt ist. Doch ist dies ihre typische europäische Sicht der israelischen Kampagne im Südlibanon in diesem Sommer als Reaktion auf die Katyusha-Raketenangriffe.

Also, meine erste gute Nachricht ist: Es könnte schlimmer sein. (Ich freue mich immer über Gespräche mit guten Nachrichten. Chesterton hat einmal von Zola gesagt: „Er war schlimmer als ein Pornograf, er war ein Pessimist.“ – Ich bin hier, um Sie aufzuheitern.)

Meine zweite gute Nachricht ist, dass die anti-israelische Voreingenommenheit in den Medien meiner Ansicht nach nicht in erster Linie eine Funktion der Bosheit ist. Das sind gute Nachrichten, denn Bosheit ist unheilbar. Die Voreingenommenheit in den Medien ist meiner Meinung nach eine Verbindung von anderen Faktoren, hauptsächlich Sentimentalität, Unkenntnis, Faulheit und Über-Aufmerksamkeit. Und gegen einige – vor allem Unkenntnis – können Sie etwas tun.

Meine Grundaussage ist, dass der Antisemitismus in der amerikanischen Mainstream-Presse eine sehr kleine Rolle in der Medienverzerrung über den Nahen Osten einnimmt. Dies steht wiederum im Gegensatz zu Europa, wo, wie die Karikatur der Irish Times zeigt, Judenhetze und Judenhass ein ziemlich großer – und akzeptierter – Teil der anti-israelischen Presseberichterstattung sind.

Die Voreingenommenheit der Medien in den amerikanischen Medien beginnt mit einer politischen Sentimentalität, die nicht nur Sympathie für den Außenseiter, sondern auch Bevorzugung gegenüber dem Außenseiter diktiert, welcherlei Außenseiter es zu diesem betreffenden Zeitpunkt auch sein mag.

Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben, das überhaupt nichts mit dem Nahen Osten zu tun hat. Es hat mit einer ehemaligen Studentin an dieser Universität zu tun, mit Katharine Anne Power, einer politischen Radikalen, die sich 23 Jahre nach der Teilnahme an einem Banküberfall, bei dem ein Polizist aus Boston erschossen wurde, den Behörden gestellt hat. Wenn Sie die Presseberichte über ihre Wiederkehr gelesen hätten, wären Sie entsetzt gewesen: Lange, mitfühlende Artikel über ihre mentale Qual, ihre seelischen Kämpfe, ihre Traurigkeit, alles, was sie verwirkt hatte, alles was sie verloren hatte, auf was alles sie in den 23 Jahren im Untergrund verzichtet hatte. Über den Verlust und die Sorgen der neun Kinder und der Witwe, die der ermordete Polizist zurückgelassen hat – sehr wenig.

Ein großes Magazin beendete seine mitfühlende Titelgeschichte über Katherine Power folgendermaßen: „Nach all den Jahren ist es schwer zu wissen, für wen man die größte Sympathie empfinden soll: die Kinder des Polizisten, die einen Vater verloren haben … [oder] die junge Frau, die sich im Tumult der 60er Jahre verirrt hat.“

Dieses erstaunliche, atemberaubende Stück unreflektierten moralischen Unsinns ist wichtig, weil es dem ähnelt, was die Berichterstattung über den Nahen Osten betrifft: eine hirnlose Opferverehrung, Sentimentalität, unter der ein Opfer, jedes Opfer, ein Objekt der Sympathie – und Voreingenommenheit wird.

Ich behaupte, dass diese Art von Sentimentalität sich auf die Medienberichterstattung über die meisten Themen und vor allem auf den Nahen Osten erstreckt.

Im Nahen Osten wie anderswo versuchen die Medien, sich für den Außenseiter einzusetzen. In den ersten etwa 20 Jahren der Existenz Israels war Israel der Nutznießer dieser Befangenheit. Es wurde eine „Exodus“-Berichterstattung – bis 1967. Als die Juden siegreich waren, änderte sich die Berichterstattung schnell. Die Presse entdeckte neue Außenseiter, die Palästinenser. Sie wurden die Lieblinge der Presse, wurden hoch gejubelt, gefördert und von den normalen Regeln moralischen Verhaltens befreit.

Ich möchte noch einmal betonen, dass diese Sympathie für die Palästinenser weitgehend eine Art Sympathie für den historischen Außenseiter ist – den wahrgenommenen Außenseiter – und keine Form des Antisemitismus. Schließlich sind viele Kommentatoren, die diese Position eingenommen haben, selbst jüdisch, und einige sind weder verschlossene Juden noch Selbsthasser. Sie sind einfach blind ihren allgemeinen liberalen Instinkten gefolgt und für das neueste offiziell sanktionierte Opfer in Ohnmacht gefallen.

Aber Sentimentalität ist nicht der einzige Faktor. Ein zweiter wichtiger Faktor, der die Medeinvoreingenommenheit im Nahen Osten erklärt, ist schiere Unkenntnis. Und wenn diese Unkenntnis mit Sentimentalität verbunden ist, ergibt sich ein sehr ausgeprägtes Medienphänomen, nämlich die unmoralische Äquivalenz. Da die Medien sehr wenig über die Geschichte des Nahen Ostens wissen und zwei Völker um dasselbe Territorium wetteifern sehen, stellen sie die beiden Parteien unaufhörlich als moralisch gleichwertig dar.

Eines der auffälligsten Merkmale der Berichterstattung über das Abkommen zwischen Israel und der PLO im September waren die kleinen Geschichten, die die Presseberichte begleiteten. Und diese Artikel beschrieben immer 50, 100, 1000 Jahre „gegenseitigen Hasses“ zwischen Arabern und Israelis.

Das alles passt sehr gut in die liberale Kategorie, nach der alle gleich sind. Aber das stimmt einfach nicht. Es verrät eine erstaunliche Unkenntnis der Kultur des Nahen Ostens. Die Israelis lehren an ihren Schulen keinen Araberhass. Die Syrer hingegen hatten arithmetische Lehrbücher, in denen eine typische Aufgabe die folgende ist: Wenn du einen Juden am Dienstag und fünf Juden am Donnerstag tötest, wie viele hast du dann insgesamt getötet? Diese Art von anti-semitischer, anti-zionistischer Indoktrination, die in arabischen Ländern und in der palästinensischen Gemeinschaft vor sich geht, ist eine Art bösartiger Propaganda, die in Israel einfach unvorstellbar ist.

Die Israelis hassen die Araber nicht. Einige mögen das privat tun, aber die Partei, die es predigt – die Kach-Partei – erhielt höchstens ein Prozent der Stimmen, bevor sie aus der Knesset verbannt wurde. Araberhass wird in den Schulen nicht gelehrt. Es ist nicht Teil der bürgerlichen Kultur, der politischen Kultur, der Medienkultur. Vergleichen Sie dies mit der arabischen Welt, in der die „Protokolle der Weisen von Zion“ als Fakten präsentiert, wo Israelis als Monster, Usurpatoren, Folterer und Menschen dargestellt werden, die aus dem Nahen Osten ausgelöscht werden sollen.

Dennoch hören wir ständig vom „gegenseitigen Hass“ zwischen Arabern und Juden. Dies ist ein typisches Produkt dieser fatalen Kombination aus liberaler Sentimentalität und historischer Unkenntnis, die eine besonders virulente und absurde Form der moralischen Äquivalenz ergibt. Das ist nicht überraschend. Eine Kultur, die während des Kalten Krieges, in dem das Sowjetimperium dem amerikanischen Commonwealth gleichgestellt wurde, regelmäßig Theorien der moralischen Gleichwertigkeit hervorbringen konnte, ist eine [Kultur], die leicht für ähnlich ahistorische und ignorante Formen der moralischen Gleichwertigkeit im Nahen Osten prädisponiert war.

Die Unkenntnis in der Berichterstattung der Presse nimmt weitere Formen an. Es gibt geographische Unkenntnis. Es ist fast kein Verständnis für das Ausmaß der Entfernungen in und um Israel vorhanden. Manchmal denke ich, dass eines der größten Probleme Israels in den Medien das Aufkommen der Wetterkarte im amerikanischen Fernsehen ist. Die Amerikaner sind es gewohnt, eine Karte der kontinentalen Vereinigten Staaten zu sehen, die jeden Morgen und Abend während der Nachrichten ihre Fernsehbildschirme ausfüllt. Das gibt den Maßstab vor. Wenn sie also eine Karte von Israel auf dem gleichen Bildschirm sehen, um ein Nachrichten-Ereignis zu illustrieren, geht man natürlich davon aus, dass die Entfernung von links nach rechts – vom Mittelmeer bis zum Jordan – ungefähr gleich groß sein muss wie die von L[os]A[ngeles] nach N[ew]Y[ork], die man beim Wetter am Morgen sieht. Die Idee, dass Tel Aviv in Reichweite des Westjordanlandes liegt, ist in diesem Zusammenhang schwer zu vermitteln.

Aber die Unkenntnis besteht nicht nur geographisch, sondern auch historisch. Es gibt kein Gespür für Gegenüberstellungen, z. B. der Satz, der in der arabischen Propaganda immer zu hören ist und im Westen oft nachgeplappert wird, dass die Juden immer Freude [an ein Leben] ohne Unterdrückung in den arabischen Ländern gehabt hätten. Es stimmt, dass die Juden im Vergleich zu den Pogromen und Massenmördern des christlichen Europas ein relativ sicheres Leben in der islamischen Welt geführt haben. Aber nur im Vergleich zum christlichen Europa! In Wirklichkeit wurden die Juden als äußerst untergeordnete und unterworfene Personen behandelt, die einer besonderen Steuer für Ungläubige unterlagen. Es ist kein Zufall, dass die überwältigende Mehrheit der in arabischen Ländern lebenden Juden nach Gründung des jüdischen Staates die Gelegenheit zur Flucht nutzte, wenn sie konnte.

Es gibt im Nahen Osten auch kein Gespür für historische Zusammenhänge. In Anbetracht der Tatsache, dass Israels Methoden bei der Niederschlagung der Intifada mit den Methoden der Polizei im Westen verglichen werden (und die Israelis unter der Gegenüberstellung dieser Methoden nicht leiden), ergibt es keinen Sinn, dass Israel in einer Nachbarschaft lebt, in der solche Methoden höchst ungewöhnlich und bemerkenswert human sind, verglichen damit, wie die benachbarten Araber ihre Dissidenten behandeln. Das dramatischste Beispiel [dafür] ist natürlich [das Massaker von] Hama, wo Syrien innerhalb einer Woche 20.000 islamische Fundamentalisten getötet und die Stadt [mit ihnen] gepflastert hat. Aber man sieht es auch unter den Palästinensern, wo die Intifada zur Orgie von Lynchmorden und Schnelljustiz degenerierte, neben der israelische Gerichtsverfahren und Revisionen positiv jeffersonian* sind.

Und vergleichen Sie die Israelis noch nicht einmal mit Palästinensern. Vergleichen Sie sie mit einem westlichen Land. Die letzte Intifada war der arabische Aufstand von 1936 bis 1939. Die Briten schlugen sie nieder, „ohne Gnade, ohne Bedenken“, um Fouad Ajami zu zitieren. Ganze Dörfer wurden gleichgemacht. Dreitausend Palästinenser wurden getötet. Allein 1939 haben die Briten 109 erhängt. Die Israelis haben keinen einzigen Palästinenser hingerichtet.

Aber diese Vergleiche werden nie angestellt – wiederum nehme ich an, dass das nicht in erster Linie aus Bosheit geschieht -, sondern weil die Presse nicht in der Lage ist, einen historischen Kontext herzustellen. Alles, was sie tun kann, ist, über das Letzte zu berichten, was sie erkennt.

Die Unkenntnis reicht viel tiefer. Es herrscht nahezu eine völlige Unkenntnis gegenüber der spezialisierten Code-Sprache des Nahen Ostens. Yassir Arafats Fahrt nach Washington war ein Triumph. Die Medien waren absolut geblendet, allein durch seine Anwesenheit. Und er entging einem politischem Mord. Abgesehen von der Tatsache, dass er von der Presse und den Politikern – Senatoren, die um ein Autogramm wetteiferten – katzbuckelnd behandelt wurde, gab es wenig Verständnis dafür, wie widerwillig und unkooperativ er war, das Abkommen umzusetzen, das er gerade unterzeichnet hatte.

Die Hauptsache, die die Israelis von der PLO gefordert hatten – und die Israelis leisten den größten Teil des Zugeständnisses – war ein Ende der Intifada. Arafat wurde darüber am Tag nach der Unterzeichnung im National Press Club befragt. Er wurde gefragt: „Warum rufen Sie die Hamas und andere Palästinenser nicht klar dazu auf, ihre Angriffe auf die Israelis einzustellen?“

„Ich habe es geschafft. Und das hier, ich habe es unterschrieben,“ antwortete Arafat und weigerte sich, eine einfache, direkte Aussage wie z.B. diese zu machen: „Ich bitte mein Volk, damit aufzuhören, Israelis zu töten.“ Stattdessen bot er Folgendes an: „Die genaue Umsetzung dieses Abkommens wird die Ursachen von … Gewalt entschärfen.“ Das bedeutet: Gib mir, was ich verlange („genaue Umsetzung“) und es wird keine Notwendigkeit mehr geben, israelische Busfahrer niederzustechen. Bis dahin? Nun, ich habe es unterschrieben, nicht wahr?

Genau so ging der „alte Arafat“ mit solchen Fragen um: wackeln, erfinden, manövrieren. Diese aalglatte Art ging in den amerikanischen Medien, die das historische Gedächtnis eines Molches haben, verloren. Stattdessen wurden sie von „dem Handschlag“ gebannt. Mit feuchten Augen interpretierten sie ihn als ein Zeichen der Freundschaft, während es für Arafat eindeutig ein Mittel zur augenblicklichen Gleichstellung mit zwei großen Staatschefs war, Yitzhak Rabin und Bill Clinton.

Lassen Sie mich abschließend auf eine besonders perfide Form der historischen Ignoranz hinweisen, die es verdient, erwähnt zu werden. Also: Immer, wenn Sie auf die Worte Judäa und Samaria stoßen, folgt stets die Parenthese: „die biblischen Namen für das Westjordanland“.

Nun, in einer säkularen Kultur etwas biblisch zu nennen, bedeutet, dass wir es mit einer Frage des Aberglaubens, der alten Tradition und des Hokuspokus zu tun haben. Wie zum Beispiel die Schöpfungsgeschichte. Als ob man, wenn man Judäa und Samaria benennt, glauben würde, dass das Land von Gott mit großem weißen Bart auf dem Berg Sinai an einem bestimmten Mittwoch vor 5000 Jahren geschenkt wurde.

Tatsächlich sind Judäa und Samaria nicht weniger biblische Namen als Galiläa oder Hebron oder Tyrus und Sidon. Außerdem sind Judäa und Samaria eben nicht nur die biblischen Namen für dieses Gebiet, sie sind die historischen Namen. So wurden diese Länder nicht nur in der Bibel, sondern überall durch die Römerzeit hindurch genannt. Es ist das Westjordanland, das als neue Wortschöpfung entstand. Aber anzuerkennen, dass Judäa und Samaria die historischen Namen für das Westjordanland sind, bedeutet erstens, etwas Geschichte zu kennen, und zweitens, dem jüdischen Anspruch auf das Land eine gewisse Legitimität zu verleihen.

Aber die Medien, die den Nahen Osten falsch verstehen, sind nicht nur eine Frage von Sentimentalität und Unkenntnis. Israel ist auch eine Art Obsession in den westlichen Medien. Die Tatsache, dass der Nahe Osten und insbesondere die jüdische Saga für die Presse so faszinierend sind, erhöht, verstärkt und verschärft die mediale Voreingenommenheit. Also wird jeder Fehler, den sie macht, vergrößert. Wenn sie Fehler in der Berichterstattung über Bangladesch macht, lesen Sie darüber auf Seite 63. Die Fehler über Israel stehen auf der ersten Seite. Und die Voreingenommenheit hat weit mehr Wirkung und schädlichen Einfluss als für jedes andere Land.

Diese Faszination kommt von vielen Dingen. Das eine ist die traditionelle europäische und christliche Faszination für die jüdische Saga, die so eng mit der des christlichen Westens verbunden ist und in diesem Jahrhundert so dramatisch wieder aufersteht. Und auf der anderen Seite besteht das erhöhte Interesse am Nahen Osten sowohl als Quelle von Reichtum und Macht als auch als Reservoir für den größten Teil des Erdöls der Welt.

Das Ergebnis ist eine übertriebene Aufmerksamkeit für die Dinge in Israel und dem Nahen Osten, die man nur als atemberaubend bezeichnen kann. Der paradigmatische Fall ereignete sich 1988: die Seite in der International Herald Tribune, die sieben ihrer [insgesamt] acht Kolumnen dem palästinensischen Aufstand widmete. Schlagzeile: „Israelischer Soldat erschossen. Die Verlustziffer bei den Palästinensern stieg auf 96.“ Die achte Kolumne enthielt einen Bericht, demzufolge 5.000 Kurden bei einem irakischen Gasangriff ums Leben gekommen seien.

Zusammengefasst möchte ich die amerikanischen Medien nicht für antisemitische Vorurteile anklagen, sondern eher [dafür], dass sie es einfach vermasselt haben. Unkenntnis, Sentimentalität, all dies zusammengesetzt mit einer Faszination über ein Gebiet, das sie nur schwer verstehen und präsentieren können. Ich fasse die Medienberichterstattung über den Nahen Osten zusammen, indem ich das zitiere, was Louis Theirs, ehemaliger Premierminister Frankreichs, einmal über den Grafen von Paris, den Thronanwärter sagte: „Aus der Ferne wirkt er preußisch, aus der Nähe wie ein Schwachkopf.“ Aus der Ferne sieht die Medienberichterstattung aus wie ein monolithischer Anti-Israel-Moloch. Aus der Nähe zeichnet sie vor allem durch Unkenntnis und Sentimentalität aus.

Aber hierbei handelt es sich um die Vergangenheit. Meines Erachtens ist der schlimmste Medienkrieg über den Nahen Osten jetzt wahrscheinlich vorbei. Mit Rabins Zugeständnissen und Israels historischer Anerkennung der PLO wird es für die Medien immer schwerer werden, die Israelis als das unnachgiebige, landraubende Jurassic Park-Monster zu bezeichnen.

Es wird weitergehen, vor allem in Europa, aber es wird nicht wirklich andauern. Das Gesicht Israels veränderte sich 1967, es änderte sich 1977 mit dem Machtantritt Begins, es änderte sich 1987 mit dem Ausbruch der Intifada. Es änderte sich wiederum am 13. September 1993.

Auch die Berichterstattung über die PLO wird sich ändern. Wo immer es ein sehr breites Reservoir an Sympathie für die Palästinenser gab, haben Yassir Arafat und die PLO als Organisation mehr gemischte Kritiken erhalten, verdientermaßen für eine Organisation, die den politischen Terrorismus in unserer Zeit praktisch erfunden hat.

Hier wird es auch eine Veränderung geben. Mit dem großen Händedruck und der Anerkennung Israels wird die PLO, wie die Israelis, in gedämpfteren Tönen dargestellt werden.

Der Hauptakteur im arabisch-israelischen Konflikt, der eine ungünstige Berichterstattung erhalten wird, wird die Hamas sein. Und nicht gerade aus den richtigen Gründen, [etwa] wegen seiner mörderischen Methoden, seiner Unnachgiebigkeit und seiner Ideologie des Hasses. Nein. Die Hamas ist für die westlichen Medien schwer zu verstehen und zu lieben, weil die westlichen Medien im Grunde genommen säkular sind und Religion nicht mögen, besonders keine fanatische Religion. Sie stehen jeder religiös-fundamentalistischen Bewegung, ob christlich, islamisch, jüdisch oder anderen feindlich gegenüber. Es wird gelegentlich eine Geschichte über ein besonders heroisches Hamas-Mitglied geben. Aber die eingebaute antireligiöse Voreingenommenheit in der Presse wird die Hamas davor schützen, den Mantel der Sympathie zu erben, der der palästinensischen Opferrolle gewährt wird.

Was ist mit der Zukunft? Ich möchte Sie an dieser Stelle einladen, sich auf das Datum des 13. September 1993 zu konzentrieren. Alles im Nahen Osten hat sich an diesem Tag mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der PLO und Israel verändert. Ich möchte Sie davor warnen, zu viel Zeit mit der Vergangenheit zu verbringen. Alle [Eereignisse] vor dem September gehören zur alten Geschichte. Die Welt hat sich an diesem Tag radikal verändert, weitaus radikaler als es damals offensichtlich war.

Der Kampf um Palästina ist vorbei. Der palästinensische Staat ist eine Tatsache. Das Abkommen zwischen Israel und der PLO räumt den Palästinensern die Kontrolle über etwa 92 Prozent des Westjordanlands ein. Die Flagge wird legalisiert, die Polizei wird versammelt, die Institutionen werden aufgebaut. Es wird kein Zurück mehr geben.

Vielleicht noch wichtiger als das, was vor Ort geschieht, ist das, was in der Meinung des Westens passiert ist. Als Israel schließlich die PLO, die Verkörperung des palästinensischen nationalen Bestrebens, anerkannte, erkannte es Palästina an. Das Wort darf noch nicht verwendet werden, aber es wird verwendet werden. Und es hat im Westen jede Barriere niedergerissen, die der Anerkennung dieses Palästinas entgegenstand.

Die offizielle Position der Vereinigten Staaten steht immer noch einem palästinensischen Staat entgegen, aber diese Position wird die Übergangszeit zwischen dem Heute und den Verhandlungen über den endgültigen Status nicht überleben. In den Augen des Westens, als Rabin die Hand Yassir Arafats schüttelte, erteilte er der Sache, für die Arafat steht, nämlich die palästinensische Staatlichkeit, seinen Segen. Die Amerikaner werden nicht königlicher sein als der König.

Und trotz der Schwierigkeiten, die sich in den kommenden Verhandlungen ergeben mögen, Schwierigkeiten, die den Prozess möglicherweise verlangsamen, gibt es keinen Weg, die Uhr zurückzustellen und zurückzunehmen, was er anerkannt hat. Aus diesem Grund hat Arafat all diese Zugeständnisse gemacht, um diesen Deal zu bekommen.

Was bedeutet das für Sie? Es bedeutet, dass der Kampf um Palästina vorbei ist und der Kampf um Jerusalem begonnen hat. Die einzig wirklich verbleibende Frage ist, was mit Jerusalem geschehen wird. Und hier scheint es mir, dass Gruppen wie CAMERA und andere, die sich um Fairness in der Berichterstattung über den Nahen Osten bemühen, ihre Aufmerksamkeit verlagern müssen. Es macht keinen Sinn, Werbung zu betreiben, um Israels Anspruch auf Judäa und Samaria erklären. So richtig sie auch liegen mögen, dieses Problem ist größtenteils von historischem Interesse. Die eigentliche Schlacht findet für Jerusalem statt und die Zeit, sich darauf vorzubereiten, ist jetzt gekommen.

Die Presseberichterstattung über Jerusalem war ebenso flach wie insgesamt über den Nahen Osten. Es bedarf einer gewaltigen Kampagne, um die einzigartige Bedeutung Jerusalems für die Juden und den einzigartigen Platz, den es in der jüdischen Geschichte und im jüdischen Bewusstsein einnimmt, zu erklären.

Das ist wichtig, weil die Berichterstattung über Jerusalem unter den gleichen Problemen leidet wie die Medienberichterstattung über den Nahen Osten im Allgemeinen. Die üblichen Quellen der Medienvoreingenommenheit kommen ins Spiel: Sentimentalität verschmolzen mit einer abgrundtiefen Unkenntnis transportiert in Jerusalem, wie anderswo in der Berichterstattung über den Nahen Osten, moralische Äquivalenz.

Deshal das allgegenwärtige Medienklischee: „Jerusalem, die Stadt, die den Christen, Muslimen und den Juden heilig ist“, was wiederum eine Art Gleichwertigkeit in ihren Ansprüchen und ihrer historischen Bedeutung impliziert.

Es ist unerlässlich, darauf hinzuweisen, dass dies historischer Unsinn ist.

Ich brauche diesem Publikum nicht die Geschichte der einzigartigen jüdischen Verbundenheit mit Jerusalem, die fast 3000 Jahre zurückreicht, zu erläutern. Für die Juden war es immer die Hauptstadt ihres Staates, alt und modern, das Zentrum ihrer religiösen Bestrebungen. Doch unter muslimischer Herrschaft, türkisch und jordanisch, war es ein Provinznest.

Muslime verbeugten sich Richtung Mekka. Christen wenden sich nach Rom. Nur die Juden wenden sich Jerusalem zu, wenn sie beten.

Man kann mit einfachen demographischen Daten beginnen. Die vorherrschende Vorstellung ist, dass Juden bis vor kurzem eine Minderheit in Jerusalem bildeten. Man geht davon aus, dass die Juden erst jetzt nach Jerusalem zurückgekehrt sind. [Dem ist] nicht so. Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass es in der türkischen Volkszählung von 1844 – der ersten offiziellen Volkszählung – mehr Juden in Jerusalem gab als Muslime: 7.120 zu 5.760 (und 3.390 Christen). Diese jüdischen Mehrheiten wurden dokumentiert: 1876 (Guide von Lievin de Hamme), 1909 (Mayers Enzyklopädisches Lexikon): 45.000 Juden, 12.000 Muslime, 10.200 Christen), 1911 (Baedekers Reiseführer: 30.800 Juden, 10.000 Muslime, 15.000 Christen) und 1948 (Encyclopedia Britannica: 99.320 Juden, 36.680 Muslime, 31.300 Christen).

Es ist wichtig zu erklären, warum ganz Ost-Jerusalem, als die Juden 1967 [dort] ankamen, arabisch war. Nicht weil es das schon immer war, sondern weil es 1948/49 Juden-rein gemacht – ethnisch gesäubert – wurde, von den Jordaniern. Die Juden lebten kontinuierlich in Ost-Jerusalem, bis Jordanien die Macht übernahm und jeden darin lebenden Juden vertrieb oder ermordete. Im Jüdischen Viertel von Jerusalem lebte kein einziger Jude.

Als Jerusalem 1967 von den Juden übernommen wurde, blieb das arabische Viertel arabisch. Das wirft die Frage des historischen Vertrauens auf, wenn man vergleicht, wie die Juden Respekt und Zugang zu allen christlichen und muslimischen heiligen Stätten gewährt haben und das der Entweihung und Zerstörung jüdischer Stätten unter den Jordaniern entgegenstellt.

Ein letztes Klischee, dem begegnet werden muss: Der palästinensische Anspruch auf Jerusalem mit der Begründung, es sei die drittheiligste Stadt des Islam. Bekommen wir jetzt alle unsere besten drei (Wahl-)Möglichkeiten? Warum haben die Juden für so einen Fall keinen Anspruch auf Jerusalem, Hebron und den Berg Sinai?

Es gibt viel zu tun, meine Damen und Herren. Gehen Sie sparsam mit Ihren Ressourcen um und denken Sie an Jerusalem!

*jeffersonian: Nach Art Thomas Jeffersons oder nach der Art seiner demokratischen Prinzipien. Thomas Jefferson war der 3. Präsident der Vereinigten Staaten (1801 – 1809). Er wurde auch bezeichnet als der „größte Demokrat der Gründerväter„. Über das Zustandekommen der Unabhängigkeitserklärung und das Anliegen Thomas Jeffersons finden sich hier einige wesentliche Aussagen.

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Sehr geehrter Prinz William …

von Meira Svirsky, Montag, 25. Juni 2018

Sehr geehrter Prinz William,

Zunächst möchte ich Ihnen ein wahres und herzliches Willkommen für Ihren Besuch bereiten. Wirklich, keine harten Gefühle dafür, dass Sie nicht früher gekommen sind (obwohl 70 Jahre eine lange Wartezeit sind). Obwohl Ihre Großmutter in ihrer Regierungszeit als Königin mehr als 120 Länder besucht hat, ist sie nie hierher gekommen.

Es ist also ein wahrhaft historisches Ereignis, das wir zusammen erleben. Ich muss zugeben, als du gegangen bist, nachdem du 30 Jahre bei mir warst, wurde ich an diesen großartigen Song aus den 70er-Jahren erinnert „I Will Survive“ [„Ich werde überleben“]:

Zuerst hatte ich Angst, ich war gelähmt

Ich dachte, ich könnte niemals leben ohne dich an meiner Seite [zu haben]

Aber dann habe ich so viele Nächte damit verbracht, darüber nachzudenken, wie du mir Unrecht getan hast

Und ich wurde stark

Und ich habe gelernt, wie ich zurechtkomme

„Und so bist du zurück“, heißt es weiter im Lied. Ich kann es kaum erwarten, den Ausdruck in Ihrem Gesicht zu sehen, wenn Sie sehen, wie sich die Dinge verändert haben, seit Ihre 80.000 Soldaten im Jahr 47 aus ihm abgezogen sind.

Ich bin eine lebendige Demokratie geworden, die erfolgreich mit den Rechten jongliert und die drei großen Weltreligionen herausfordert.

Man könnte mich sogar als virtuelles Leuchtfeuer bezeichnen, wenn man bedenkt, in welcher Nachbarschaft ich lebe – an mindestens drei Seiten umgeben von radikalen islamistischen Regimes: Libanon im Norden, kontrolliert von der vom Iran unterstützten Terrorgruppe Hisbollah, Gaza im Süden, regiert von der Terrororganisation Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Osten, die islamistischen Hass gegen mein Volk schürt und ihre Kinder schon vor dem Kindergarten in dieser mörderischen Ideologie indoktriniert.

Trotzdem bin ich ein autarker, unternehmerischer Hightech-Knotenpunkt geworden. Ich bin froh zu sehen, dass Sie all diese Dinge erleben werden, nachdem Sie sich Ihre Reiseroute angesehen haben.

Es gibt nur einen heiklen Punkt an Ihrem letzten Tag mit mir. Sie planen den Ölberg zu besuchen, wo Ihre Urgroßmutter, Prinzessin Alice, in der Kirche St. Maria Magdalena begraben liegt.

Prinzessin Alice war eine besondere Frau, die eine jüdisch-griechische Familie vor den Nazis rettete. (Wenn Sie Yad Vashem besuchen, das berühmte Holocaust-Museum, werden Sie sie für diese Tat als „Gerechte unter den Völkern“ sehen.)

Mir wurde gesagt, dass Sie dann zu einer meiner heiligsten Stätten, der Klagemauer, gehen.

Ihre Auslandsvertretungen haben jedoch Ihre Reisen zu diesen Orten als Teil Ihres „Programms in den Besetzten Palästinensischen Gebieten der Altstadt Jerusalems“ aufgelistet.

Vielleicht, William, könnten Sie in diesem Punkt Ihr Auswärtiges Amt ein wenig bilden. Dies war das Land, das 3000 Jahre lang die Hauptstadt meines Volkes war, das Herz meines alten nationalen Königreichs.

Im Jahr 1922, als Sie dieses Gebiet verwalteten, beauftragte der Völkerbund Sie, in diesem Land eine Heimstätte für mein Volk zu schaffen.

Nachdem Sie ohne viel Federlesens gegangen sind und mich der sicheren Zerstörung durch meine Feinde ausgesetzt haben, habe ich mich auf wundersame Weise durchgesetzt und bin schließlich wieder ein Staat geworden. Dabei wurde mir dieses Stück Land – der Teil meiner alten Stadt – abgenommen und von Jordanien illegal besetzt.

Als ich also im Krieg 1967 auf wundersame Weise erneut allen Widrigkeiten zum Trotz überlebte, nahm ich nur das zurück, was mir ursprünglich gegeben worden war.

Also, im Gegensatz zu den Aufzeichnungen, die Sie von Ihrem Auswärtigen Dienst erhalten haben, gab es für mich keine „palästinensischen Gebiete“, die zu besetzen gewesen wären. Palästina war das Wort, mit dem Israel Jahrhunderte lang beschrieben wurde, doch das „Palästina“, auf das sich die Welt heute bezieht, konnotiert ein gewalttätiges Regime, das mich wild entschlossen zerstören will, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, einschließlich der zynischen Verwendung islamistischer Ideologie.

Ich wollte mir das nur von der Seele reden, damit es keine Missverständnisse zwischen uns gibt, wenn Sie heute Abend in Ben Gurion, meinem hochmodernen Flughafen, landen.

Wir freuen uns auf einen tollen Besuch mit Ihnen!

Hochachtungsvoll,

 der Staat Israel

Originalartikel: Meira Svirsky, Dear Prince William …

Übersetzung: faehrtensuche

Israel ist nicht das Problem, sondern die Lösung

Gedanken zum Jerusalemtag (Yom Yerushalayim)

von Daniel Greenfield, 13. Mai 2018

Originalartikel: Liberating Our Jerusalem

Als die Arabische Legion Jordaniens halb Jerusalem eroberte [1948], die jüdische Bevölkerung einer ethnischen Säuberung unterzog und die Stadt annektierte – war die einzige Entität, die die Annexion anerkannte, das Vereinigte Königreich. Dieses hatte die Offiziere und die Schulung gestellt, die die Eroberung möglich machte. Offiziere wie Oberst Bill Newman, Major Geoffrey Lockett und Major Bob Slade unter Glubb Pasha, besser bekannt als General John Bagot Glubb, dessen Sohn später zum Islam konvertierte, marschierten in Jerusalem ein und setzten die muslimischen Streitkräfte unter ihrem Befehl ein, um die Teilung und ethnische Säuberung Jerusalems durchzuführen und zu ermöglichen.

Die Juden, die in der freien Hälfte Jerusalems lebten, wurden weiterhin von jordanischen Scharfschützen getötet. Zu den Opfern jener Jahre unter muslimischer Besatzung gehörten Yaffa Binyamin, ein 14-jähriges Mädchen, das auf dem Balkon seines eigenen Hauses saß, und ein christlicher Zimmermann, der am Kloster Notre Dame arbeitete.

Während muslimische Scharfschützen kaltblütig ihre Kinder ermordeten, konnten die jüdischen Bewohner, die unter Beschuss lebten, unter muslimischer Besatzung nicht einmal ein Plumpsklo aufstellen, ohne bei den Vereinten Nationen wegen illegaler Bauarbeiten angezeigt zu werden. In einem Fall hielt eine UN-Beobachterorganisation vier Sitzungen ab, um ein Plumpsklo für Anwohner zu diskutieren, bevor Israel wegen illegaler Bautätigkeit verurteilt wurde.

Sie hat jedoch nicht Jordanien verurteilt, als einer seiner Soldaten das Feuer auf einen Zug eröffnete und eine jüdische Teenagerin verwundete.

Es hat sich nicht sehr viel verändert.

Die hysterische Verurteilung „illegaler Bautätigkeiten“ hörte nicht auf, als die muslimische Besatzung endete. Die großen Außentoiletten der Vereinten Nationen und die kleineren der Außenministerien von Ländern, deren Führer zittern, wenn Muslime sich über eine Karikatur oder ein YouTube-Video aufregen, füllen die Luft mit den übelsten Substanzen, wann immer eine jüdische Familie in Jerusalem ein Haus bezieht.

Für die internationale Gemeinschaft wäre es unvorstellbar, eine Gruppe, Opfer einer ethnischen Säuberung, die den versuchten Genozid überlebt hat, für ihre Rückkehr in ihre eigene Stadt anzuprangern. Jedoch ist es im Außenministerium und im Auswärtigen Amt gängige Praxis, die Juden, die in den Teilen Jerusalems leben, die ethnisch gesäubert worden sind, als „Siedler“, die in „Siedlungen“ leben, anzuprangern und sie zu bezichtigen, ein „Friedenshindernis“ zu sein.

Frieden ist die Sachlage, die einsetzt, wenn eine ethnische Säuberung unangefochten bleibt.

Worüber wir hier sprechen, ist nicht Frieden, sondern ethnische Säuberung. Im Jahr 1948 waren die Juden Opfer einer ethnischen Säuberung in Jerusalem, um die Stadt zu islamisieren. Ihre Synagogen wurden von den muslimischen Besatzern gesprengt. Ihre Grabsteine wurden verwendet, um die Straßen zu säumen, die von den rassistischen muslimischen Siedlern befahren wurden. Im Jahr 1948 waren die Juden Opfer einer ethnischen Säuberung in Jerusalem mit dem Ziel, die Stadt zu islamisieren. Ob sie Zionisten oder Anti-Zionisten waren, spielte keine Rolle. Sie waren keine Muslime. Das war alles, was zählte.

„Zum ersten Mal seit 1000 Jahren ist im Jüdischen Viertel kein einziger Jude mehr übrig“, hatte Abdullah el-Talal, ein Befehlshaber der muslimischen Invasoren, geprahlt. „Kein einziges Gebäude bleibt erhalten. Das macht die Rückkehr der Juden hier unmöglich.“ In seinen Memoiren schrieb er: „Ich wusste, dass das Jüdische Viertel dicht mit Juden, die ihren Kämpfern eine ganze Menge Behinderungen und Schwierigkeiten bereiteten, bevölkert war. …. Nur vier Tage nach unserem Einzug in Jerusalem war das Jüdische Viertel ihr Friedhof geworden. Tod und Zerstörung herrschten darüber.“

Jeder Politiker, der den Juden, doch nicht den Muslimen, die das Gleiche tun, vorwirft, in Jerusalem Häuser zu bauen, unterstützt Abdullahs genozidale Vision und den ganzen Terrorismus, der damit einhergeht.

1920 hatten rassistische muslimische Siedlermobs in Jerusalem „Mohammeds Religion wurde mit dem Schwert geboren“, „Tod den Juden“ und „die Regierung ist mit uns“ skandiert, während muslimische Polizisten unter britischer Kolonialherrschaft sich ihnen bei der Vergewaltigung und der Ermordung der indigenen jüdischen Bevölkerung angeschlossen hatten.

Zu viele Regierungen stimmen immer noch denen zu, die Mohammeds Schwert schwingen und „Tod den Juden“ brüllen. Sie ermutigen sie, verteidigen ihre Agenda und geben schwache Zurechtweisungen heraus, wenn in Jerusalem im Namen der Islamisierung Blut vergossen wird, wie es durch ISIS in Kobani und tausend anderen Orten der Fall ist. Diejenigen, die die Islamisierung Jerusalems unterstützen, können sich der Verantwortung für die Verbrechen der Islamisten nicht entziehen.

Jüdische Häuser in Jerusalem, einer der ältesten Städte der Welt, einer Stadt, die alle drei Religionen in der Region mit Juden und jüdischer Geschichte assoziieren, als „Siedlungen“ zu bezeichnen, ist ein Triumph der verfälschten Sprache – Referenz an [George] Orwell. Wie kommt es, dass sich „Siedlungen“ in einer Stadt befinden, die älter ist als London oder Washington D.C.?

Um das zu verstehen, müssten Sie London und Washington DC fragen. Dort insistieren die Diplomaten darauf, eine weitere Runde israelischer Kompromisse werde den Frieden bringen.

Sie sagen, dass es in Jerusalem drei Religionen gebe, aber in Wirklichkeit sind es vier. Die vierte Religion ist die wahre Religion des Friedens, die darauf besteht, dass es Frieden geben wird, wenn die Juden aus Judäa und Samaria vertrieben worden sind, hinausgejagt aus ihren Häusern in Jerusalem und wieder zu Wanderern und Bettlern gemacht werden. Seltsamerweise ist der Name dieser Religion nicht gerade der Islam – er heißt Diplomatie.

Die Diplomatie sagt, dass die 1948 von arabischen Ländern in Israel eingeführten Grenzen die endgültigen Grenzen sein sollten und dass die Wiedervereinigung der geteilten Stadt durch Israel 1967 ein Akt der Aggression war, während es ein legitimer Weg war, dauerhaft Grenzen zu setzen, als sieben arabische Armeen im Jahr 1948 in Israel einmarschierten. Als Jordanien Ost-Jerusalem ethnisch säuberte, setzte es eine Richtlinie fest, die zu befolgen Israelis sich bis heute verpflichtet haben, indem sie sich aus Ost-Jerusalem fernhalten. Gegen diese ethnische Säuberung zu verstoßen, gefährdet den Frieden.

Wenn Muslime in eine jüdische Stadt ziehen, gibt es kein Geschrei. Wenn muslimische Länder muslimischen Wohnungsbau in Israel finanzieren, gibt es keine verärgerten Stellungnahmen. Muslimischer Wohnungsbau in Jerusalem oder irgendwo sonst in Israel ist kein Problem. Nur der jüdische Wohnungsbau ist es.

Das Problem ist nicht Israel. Wenn das so wäre, würden auch Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft verurteilt werden. Es sind nur die Juden, die das Problem darstellen.

Der gesamte Friedensprozess ist eigentlich eine verlängerte Lösung für die letzte Phase des jüdischen Problems. Das Problem, wie von so vielen Diplomaten behauptet, ist, dass Juden an Orten leben, die von Muslimen beansprucht werden. Es gab Juden, die vor 1948 in Gaza lebten, aber sie wurden vertrieben; sie kamen zurück, und dann wurden sie von ihrer eigenen Regierung erneut vertrieben, um den internationalen Forderungen zu entsprechen. Jetzt lebt nur die Hamas in Gaza und es ist so friedlich und ohne die Juden so angenehm wie Deutschland unter den Nazis.

Aber es gibt immer noch Juden im Westjordanland und man muss sie los werden. Wenn dereinst genug Juden vertrieben sind, wird es Frieden geben. Das ist kein Absatz von Mein Kampf, es ist keine verrückte Predigt aus dem Fernsehen der Palästinensischen Autonomiebehörde – es ist der Konsens der internationalen Gemeinschaft. Dieser Konsens besagt, dass der einzige Grund, warum es immer noch keinen Frieden gibt, darin besteht, dass nicht genug Juden aus ihren Häusern vertrieben wurden. Die ethnische Säuberung für den Frieden ist nicht weit genug gegangen.

Es wird Frieden geben, wenn alle Juden weg sind. Das ist sicherlich unbestreitbar. Schauen Sie sich Gaza oder Ägypten oder den Irak oder Afghanistan mit insgesamt zwei Juden in den Siebzigern an. Oder Pakistan, Saudi-Arabien und Syrien, wo Frieden herrscht, seit die Juden weg sind. Manche mögen sagen, dass die Gewalt proportional zur Anzahl der Muslime zuzunehmen scheint, aber wir alle wissen, dass das islamfeindlich wäre. Auf der anderen Seite zu suggerieren, dass die Gewalt mit der Zahl der Juden, die auf dem von Muslimen geforderten Land leben, steige, ist nur Diplomatie. Eine Sache des gesunden Menschenverstandes, die jeder in der Außenpolitik Tätige als wahr erkennt.

Wie werden wir erfahren, wann die Muslime alles Land bekommen haben, das sie verlangen? Wenn die Gewalt aufhört. Jeder weiß, dass Abkommen überhaupt nichts bedeuten. Egal wie viele Zettel unterschrieben sind, die Bomben und Raketen brechen immer noch los. Der einzige Weg, zu einer Einigung zu kommen, besteht darin, blind im Dunkeln zu tappen, ein Stück Land nach dem anderen zu übergeben, bis die Explosionen aufhören oder die Muslime ihr eigentliches Ziel verwirklichen, die Juden ins Meer zu drängen.

Das ist das Wunderbare an der Diplomatie, wenn Sie Diplomat sind, und das Schreckliche daran, wenn Sie ein anderer sind, der keinen sicheren Ausweg aus dem Land hat, wenn die Diplomatie scheitert. Und die Diplomatie in der Region scheitert immer. Camp David und jedes einzelne Abkommen, das Israel mit muslimischen Ländern geschlossen hat, sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen. Der einzige Friedensvertrag, der zählt, ist der von Panzern und Gewehren. Es ist der, der durch israelische Flugzeuge am ägyptischen Himmel und israelische Soldaten geschlossen wird, die an der Grenze spazieren. Der einzige Frieden, der irgendeinen Wert hat, ist der Frieden der Soldaten und der Siedler.

1966 war Jerusalem eine zweigeteilte Stadt, geteilt durch Stacheldraht und die Kugeln von muslimischen Scharfschützen. Diplomatie hat sie nicht wieder vereint. Israel setzte die Diplomatie fast bis zum bitteren Ende fort, bis es verstand, dass es keine andere Wahl hatte als zu kämpfen. Israel hat den Kampf nicht über’s Knie gebrochen, ihre Führungskräfte haben ihr Bestes gegeben, um den Konflikt zu vermeiden und die internationale Gemeinschaft aufgefordert, einzugreifen und Ägypten davon abzuhalten, in den Krieg zu ziehen. Lesen Sie die Schlagzeilen der letzten fünf Jahre über Israel und den Iran, und Sie werden einen Sinn für den Mut und die Entschlossenheit der israelischen Führungspersönlichkeiten bekommen.

Als Israel in den Krieg zog, hatten ihre Führer nicht die Absicht, Jerusalem zu befreien, sie hatten den Wunsch, dass sich Jordanien aus dem Krieg heraushielt. Selbst als Jordanien in den Krieg eintrat, wollten sie nicht die Stadt befreien. Göttliche Vorsehung und muslimische Feindseligkeit zwangen sie dazu, Jerusalem zu befreien, und zu behalten. Jetzt möchten einige von ihnen sie zurückgeben, ein weiteres Opfer für die blutige Gottheit der Diplomatie, deren Altar von Blut und Brandopfern überschwemmt.

Wenn wir uns an Yom Yerushalayim, den Jerusalem-Tag, erinnern, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Stadt vereint und frei ist, weil die Diplomatie scheiterte. Der größte Triumph des modernen Staates geschah nur, weil sich die Diplomatie als hoffnungslos und nutzlos erwies, um die genozidalen Ambitionen der Muslime abzuwehren. Hätte sich Israel dem internationalen Druck gebeugt und hätte Nasser so subtil wie Sadat gehandelt, dann hätte der Sechs-Tage-Krieg dem Jom-Kippur-Krieg, ausgefochten in den Grenzen von 1948, geähnelt – und Israel würde heute höchstwahrscheinlich nicht existieren.

Auch wenn sich die Juden an den großen Triumph des Yom Yerushalayims erinnern, sind die ethnischen Säuberer und ihre Komplizen auf der Suche nach Wegen, Juden aus Jerusalem, aus Städten, Dörfern und Städten zu vertreiben. Es geht nicht um die arabischen Bewohner Jerusalems, die wiederholt beteuert haben, Teil des Staates Israel bleiben zu wollen. Es geht nicht um Frieden, der aus keiner vorherigen Runde an Zugeständnissen gekommen ist und auch nicht daraus kommen wird. Es geht darum, das jüdische Problem zu lösen.

Solange es die Juden zulassen, als Problem definiert zu werden, wird es viele geben, die Lösungen anbieten. Und die Lösungen gehen immer damit einher, etwas gegen die Juden zu tun. Es leuchtet ein, dass – wenn die Juden das Problem sind – die Lösung darin besteht, sie umzusiedeln oder sie loszuwerden. Es gibt weniger Reibungspunkte, wenn man die Juden als Problem definiert als wenn man die Muslime als das Problem ansieht. Allein die Zahlen belegen, dass dem so ist.

Yom Yerushalayim ist eine Mahnung daran, was das eigentliche Problem ist und was die wirkliche Lösung. Muslimische Besetzung Israels ist das Problem. Die Islamisierung Jerusalems ist das Problem. Muslimische Gewalt zur Förderung von muslimischer Besetzung Israels und überall sonst ist das Problem. Israel ist die Lösung. Nur wenn wir uns von den Lügen befreien, wenn wir aufhören zu glauben, dass wir das Problem sind und erkennen, dass wir die Lösung sind, nur dann wird die Befreiung, die 1967 begann, komplett sein.

Nur dann werden wir unser Jerusalem befreit haben. Das Jerusalem der Seele. Es liegt an uns allen, dieses kleine Jerusalem im Inneren zu befreien. Die heilige Stadt, die in uns allen lebt. Um den Unrat von ihren goldenen Toren zu reinigen, wasche den Schmutz von ihren Steinen und vertreibe die Eindringlinge, die an unseren Herzen nagen, bis wir stolz auf eine strahlende Stadt blicken, Um dann anderen zu helfen, ihr eigenes Jerusalem zu befreien. Nur dann werden wir wirklich frei sein.

Übersetzung: faehrtensuche

„Unsägliche Tradition anti-israelischer Politik“

„Indem die Europäer Trumps Entscheidung als gefährlich darstellen und vor allen möglichen schrecklichen Folgen warnen, machen sie sich zu den diplomatischen Anwälten der arabischen und palästinensischen Extremisten, die – wie aktuell die angeblich gemäßigte Fatah von Mahmud Abbas – die Bevölkerung zu Gewalttaten aufhetzen und solche inszenieren wollen.

Abbas & Co. können auf eine Eskalation setzen, weil sie wissen, dass ihnen die Europäer die Mauer machen und wahlweise Trump oder Israel für die zu erwartende Gewalt verantwortlich machen werden. Anstatt die düsteren Ankündigungen und Drohungen entschieden zurückzuweisen, die von der Fatah über die Hamas bis zur Türkei und dem Iran ausgesprochen werden, verschaffen die Europäer diesen einen Hauch von Legitimation.“

Aus: „Die Europäer machen sich zu Anwälten der Extremisten“, Mena-Watch, 8.12.2017

Hervorhebungen im Text: faehrtensuche

Sukkot 2017 steht vor der Tür

Heute Abend beginnt in Israel (und für alle Juden weltweit) Sukkot, das Laubhüttenfest! Es ist eines von drei Wallfahrtsfesten und das fröhlichste Fest im jüdischen Kalender. Geht es nach der Jüdische[n] Allgemeine[n], steht allen, die dieses Fest feiern, eine „Bunte Woche“ bevor. In der Tat bringt Sabine Brandes mit „zehn farbenfrohe[n] Fakten“ zum Ausdruck, was dieses Fest ausmacht.

Was auf keinen Fall fehlen darf, sind die Laubhütten, mit deren Bau gleich nach Yom Kippur begonnen wird, damit bei Beginn von Sukkot alle fertiggestellt sind. Die nachfolgenden Fotos – von mir im letzten Jahr bei Streifzügen durch Jerusalem gemacht – geben einen kleinen Eindruck von den vielfältigen, teilweise noch im Bau befindlichen Laubhütten wieder!

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CHAG SAMEACH! EIN FROHES FEST!