Guter und schlechter Terrorismus

Originalartikel: Mahmoud Abbas, the Good Terrorist

Mahmoud Abbas, der gute Terrorist

von Judith Bergman, am 12.09.2017 auf NiDA veröffentlicht

Die PLO [Palästinensische Befreiungsorganisation] waren die Gründerväter des heutigen islamischen Terrorismus, der sich gerade in der ganzen westlichen Welt verbreitet. Warum werden sie dann mit Ehren und Geld überschüttet?

Die letzte Woche markierte 45 Jahre seit dem Münchner Massaker, als arabische Terroristen 11 israelische Athleten bei den Olympischen Spielen 1972 in Deutschland ermordeten. Der Terroranschlag war mehr als eine nationale Tragödie für Israel. Er wurde zum historischen Meilenstein. Er stellte den arabischen Terrorismus gegen Israel förmlich ins öffentliche Bewusstsein und half, ihn zu internationaler Bedeutung zu treiben.

Eine terroristische Gräueltat, die die allgemeine Verurteilung und die kollektive Empörung der Welt hätte nach sich ziehen sollen, wurde stattdessen ein frühes Sprungbrett – eine empörende terroristische Gräueltat in einer langen Reihe von zukünftigen Gräueltaten – für einen erstaunlichen Grad weltweiter Diplomatie und finanzieller Unterstützung für die „palästinensische“ arabische Sache. „Vor München waren wir einfache Terroristen. Nach München begannen die Menschen schließlich zu fragen, wer diese Terroristen waren. …. Vor München hatte niemand die geringste Idee von Palästina“, wie Mohamed Oudeh, auch bekannt als Abu Daoud, der Drahtzieher hinter dem Münchner Massaker, später sagte.

Der 1999 in Frankreich veröffentlichten Autobiographie Abu Daouds zufolge war Mahmoud Abbas verantwortlich für die Finanzierung des Münchner Massakers. Fünfundvierzig Jahre später, schreitet Abbas, jetzt Vorsitzender der Palästinensischen Autonomiebehörde, ungestraft die roten Teppiche dieser Welt ab, einschließlich den des Weißen Hauses. Er erhielt sogar stehende Ovationen von den europäischen Parlamentariern für eine vor ihnen im Juni 2016 gehaltenen Rede. Eine Rede, in der er sich maßgeblich auf alte antisemitische Ritualmordlegenden bezog und fälschlicherweise israelische Rabbiner beschuldigte, sie würden die israelische Regierung auffordern, das von Arabern verwendete Wasser zu vergiften. In einer Welt mit Kurzzeitgedächtnis und selektiver moralischer Empörung werden die abscheulichen Verbrechen eines der Mitbegründer des modernen Terrorismus, Abbas, als angenehmer angesehen als die von Abu Bakr al-Baghdadi, dem Führer von ISIS oder von Osama Bin Laden.

Zum Zeitpunkt des Münchner Massakers hätte sich Abbas kaum vorstellen können, dass die Weltgemeinschaft eines Tages die Bemühungen der PLO, Juden zu ermorden, so bereitwillig und großzügig unterstützen und begünstigen würde. Wirtschaftsanalysten haben geschätzt, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) seit Mitte der 1990er Jahre insgesamt 25 Milliarden US-Dollar an ausländischer Unterstützung erhalten hat, was die PA zu einem der größten Pro-Kopf-Empfänger internationaler Auslandshilfe macht. Allein die Vereinigten Staaten haben mit 5 Milliarden US-Dollar zu dieser Summe beigetragen.

Wie hat die PA das Geld ausgegeben? In erster Linie für die Sache, mit der sie begonnen hat: Terrorismus. Seit ihrer Gründung im Jahr 1993 hat die PA systematisch ihre Bürger mit einem unaufhörlichen Trommelfeuer der Anstiftung, Jihad gegen die Juden zu begehen, indoktriniert. Von dem Moment an, wo sie in den Kindergarten kommen, lernen die Kinder zum Beispiel durch die Koranverse 5:60 und 7:166, dass die Juden verflucht sind und dass Allah sie in Affen und Schweine verwandelt hat. Der gewalttätige Hass auf Juden lässt nie nach, sondern wird in den Schulen gelehrt, wo Israel von der Landkarte gelöscht, die jüdische Nationalität verleugnet und der Holocaust niemals erwähnt wird. Das wird in den Moscheen, im Internet, im Fernsehen und Radio gepredigt und manifestiert sich in den Statuen, die die PA an seinen öffentlichen Plätzen errichtet hat in Erinnerung an Terroristen, die als Märtyrer wahrgenommen werden, als nachahmenswerte Vorbilder für ihre Jugend. Die offizielle palästinensische arabische Kultur ist gesättigt mit der Nachahmung des Jihadisten, der in dem Bestreben, Juden zu ermorden, stirbt.

Darüber hinaus betreibt Abbas ein großzügiges und effizientes System von Belohnungen, die an Terroristen und ihre Familien bezahlt werden als Motivation und Entschädigung für ihre Hingabe bei der Ermordung von Juden. Allein im Jahr 2017 hat die PA eine Summe veranschlagt, die sich auf die Hälfte der in diesem Jahr zu erwartenden ausländischen Hilfe beläuft, um sie für Gehälter an Terroristen – verurteilte Häftlinge israelischer Gefängnisse – und Familien von ‚Märtyrern‘ auszugeben. Das sind fast 345 Millionen US-Dollar aus einer erwarteten Gesamtsumme an Spenden von 693 US-Dollar. Diese Summe entspricht einer Zunahme von 13 % ab dem Jahr 2016. Einige Fatah-Terroristen, die in israelischen Gefängnissen sind, sollen monatliche Stipendien von bis zu 4000 US-Dollar erhalten. Viele von ihnen werden auch mit Top-Jobs sowohl in der Fatah als auch der PA belohnt.

Als die USA vor kurzem suggerierte, dass Abbas aufhört, Terroristen zu bezahlen, wurde Abbas wütend und sein ausländischer Berater, Naabil Shaath, bezeichnete den Vorschlag als „irrsinnig“. „Es ist absurd zu verlangen, mit der Zahlung von Familien der Gefangenen aufzuhören“, sagte Shaath. „Das wäre so als wollte man von Israel verlangen damit aufzuhören, ihre Soldaten zu bezahlen.“

Offensichtlich hat sich in der Mentalität oder den Zielen von Abbas und seinen Kohorten seit dem Münchner Massaker nichts Wesentliches verändert. Jedoch, was einmal von der Weltgemeinschaft als abscheuliche Verbrechen angesehen wurden und immer noch als solche angesehen werden – vorausgesetzt, sie werden von Leuten wie ISIS gegen Europäer oder Amerikaner ausgeführt – wurde beschönigt und zu einem edlen ‚Widerstand‘ erhoben, wert geachtet für Milliarden an Dollars in ausländischer Hilfe der Weltgemeinschaft. Eine Weltgemeinschaft, die vor vielen Jahrzehnten ihren moralischen Kompass vorloren hat. Es ist gut, Mahmoud Abbas zu sein.

Dieser September markiert ein anderes Jubiläum: Sechzehn Jahre seit den Al Quaida-Terroranschlägen vom 11. September gegen die Vereinigten Staaten. Das war ein barbarischer Akt, der die Welt zu Recht wütend machte und nicht nur weltweite Verurteilung, sondern auch eine massive militärische Reaktion der Vereinigten Staaten und seiner Verbündeten nach sich zog – eine Koalition, die Israel bewusst ausgeschlossen hatte.

Anders als der ‚gute‘ Terrorismus von Abbas und der PLO, der belohnt wird mit dem Ausrollen des roten Teppichs in den Hauptstädten der Welt und mit Milliardenhilfe an Dollars belohnt wird, wurde der von Osama bin Laden, dem Führer der Al-Quaida, geschaffene Terror als ’schlecht‘ angesehen. Deshalb, anstatt mit stehenden Ovationen überschüttet zu werden, starb Osama bin Laden in einem Kugelhagel. Gleichwohl hoffte Israel nach dem 11. September, dass die Welt endlich erkennen würde, dass der Terror, den Israel bekämpft, nichts anderes ist als der Terror, der am 11. September gegen die Vereinigten Staaten entfesselt wurde. Die Al-Qaida-Angriffe stellten sich nur als Beginn einer langwierigen Kampagne des islamischen Terrorismus heraus, der sich mittlerweile regelmäßig darstellt in Form von Bombenangriffen, Messerstechereien [Stabbings] und Auto-rammenden Angriffen in den Hauptstädten Europas. All das inspiriert von den palästinensisch arabischen Paten des Terrorismus‘ in der PLO und der Hamas.

Doppelte Standards führen zu keinem Standard. Aus israelischer Sicht ist es nicht überraschend, dass sich die Welt nun in einem terroristischen Ansturm von ISIS und ihren Tausenden von Unterstützern verwickelt findet – es wird geschätzt, dass es jetzt 50.000 Jihadisten gibt, die allein in der EU leben – das zeigt kein Anzeichen, dass er bald irgendwann nachlässt. Wenn du den Terrorismus im Hinterhof eines anderen unterstützt und ihm Vorschub leistest, solltest du nicht überrascht sein, wenn er vor deiner eigenen Türschwelle auftaucht.

Judith Bergman ist Kolumnistin und politische Analytikerin.

Übersetzung und Link: faehrtensuche

Al-Husseini, Genoud, Waldheim und Arafat

Wie der Judenhass des islamischen Jihads mit dem Nationalsozialismus fusionierte, um ihn als „palästinensische Sache“ zu überleben.

So lautet der Titel eines Essays, der Zusammenhänge darstellt, die in Anbetracht des wachsenden Einflusses des Islam höchst interessant und aufschlussreich sind. Wohl wissend um meine Interessenslage, wurde mir diese Recherche eigentlich „nur“ zur Kenntnisnahme zugeschickt. Sehr eingenommen von dem Inhalt, bat ich um die Möglichkeit, den Essay, im Original auf Englisch verfasst (FDG, How Islamic Jihad’s Jew-Hatred Merged with Nazism to Outlive it as  the „Palestinian Cause“, June 2016), übersetzen und veröffentlichen zu dürfen. Dieses wurde mir zugestanden! Darüber freue ich mich sehr und danke herzlich! 🙂

Eine Sache bleibt zu sagen: Der Essay unterliegt dem Copyright! Der Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht (auch nicht in Ausschnitten) kopiert oder verwendet werden! Sollte es diesbezügliche Anfragen geben, bitte an mich unter Impressum/Kontakt!

Hier nun also der Essay:

Al-Husseini, Genoud, Waldheim und Arafat:

Wie der Judenhass des islamischen  Jihads mit dem Nationalsozialismus fusionierte, um ihn als „palästinensische Sache“ zu überleben.

screenshot-85Der vordere Buchdeckel der 1995 erschienenen Ausgabe von Mein Kampf, von Bisan Publishers herausgegeben und in London verkauft. Diese Ausgabe war eine Neuveröffentlichung einer Übersetzung, die erstmals 1963 veröffentlicht wurde, ein Jahr vor der Verabschiedung der Palästinensischen Nationalcharta.

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TEIL 1

Die gemeinsame Sache von Hitler und Al-Husseini: Judenhass

1916 kehrte Amin Al-Husseini (1897 – 1974), der Leutnant des Osmanischen Reiches war, auf Krankheitsurlaub wieder in seinen Geburtsort Jerusalem zurück und beschloss, die osmanische Armee zu verlassen und sich dem arabischen Aufstand in Großbritannien anzuschließen. Im Jahr 1917, während das Osmanische Reich in der Region besiegt wurde, wurde die Balfour Erklärung von den Briten herausgegeben, die das Recht des jüdischen Volkes, eine nationale Heimat in Palästina zu etablieren, offiziell anerkannte. Zu diesem Zeitpunkt organisierte Al-Husseini Aufstände gegen die Herrschaft des Britischen Mandats und Ausschreitungen gegen Juden, wurde verhaftet, verurteilt, aber dann – paradoxerweise – begnadigt und im Jahr 1921, obwohl er einen Volksentscheid verloren hatte, vom Generalgouverneur Palästinas, Sir Herbert Samuel, zum Großmufti von Jerusalem ernannt. Dieser Titel garantierte ihm religiöse und politische Autorität und die Briten hofften, dass er in dieser Position auf Gewalt verzichten würde. Doch Al-Husseini erkannte die Legitimität einer jüdischen Präsenz in der Region nicht an, obwohl diese lückenlos  im Land nachgewiesen werden konnte [noch] vor jeder arabischen/islamischen Präsenz (1) und stellte sich gegen die Araber, die bereit waren, mit den Juden zu kooperieren. Einige Araber verstanden die Ankunft von noch mehr Juden, europäischen im Besonderen, als eine Chance, von dem Wissen und dem technischen Fortschritt, die sie mit sich brachten, zu profitieren. In diesem Sinn hatte Emir Faisal bereits im Jahr 1919 mit Dr. Chaim Weizman, der im Auftrag einer Zionistischen Organisation tätig war,  ein Abkommen unterzeichet (2), das die Fortsetzung einer friedlichen Zusammenarbeit und Koexistenz von Juden und Arabern gewährleisten sollte. Al-Husseinis Traum eines panarabischen islamischen Reiches plante weder die Präsenz von Juden noch die Herrschaft einer nicht-islamischen Macht ein. Als er Mufti wurde, erließ Al-Husseini eine Fatwa des Jihads gegen die Zionisten und alle Muslime, die nicht mit ihm zusammenarbeiten würden. Er organisierte und lancierte die ersten modernen muslimischen Fedajin-Selbstmordkommandos, um seinen „heiligen Krieg“ zu führen, der ihn quasi zum Vater des modernen islamischen Jihad machte. Winston Churchill nannte ihn „eine auf zwei Beinen umhergehende Tonne Dynamit“ (3).

Im Jahr 1922 hatte Al-Husseini die Kuppel des Felsendoms vergolden lassen mit dem Ziel, die Bedeutung Jerusalems in der islamischen Welt zu verstärken, obwohl Jerusalem nicht im Koran erwähnt wird und bis dahin überhaupt keine Bedeutung für Muslime hatte. Al-Husseinis islamische Autorität nahm zu als er 1922 zum Obersten Befehlshaber des Obersten Muslimrates ernannt wurde und 1928 zu einem zentralen Mitglied und zur ideologischen Inspiration der Muslimbruderschaft wurde (4). Am 23. August 1929 verglich er in einer feurigen Rede in der Al-Aqsa-Moschee Palästina mit dem verlorenen Andalusien (Iberia) und erinnerte seine Zuhörerschaft daran, dass jedes Land, das jemals vom Islam erobert worden war, heilig und ewiger Besitz der „Ummah“, der islamischen Gemeinschaft, wäre. Im Anschluss an diese Rede riefen die Anhänger Al-Husseinis offen nicht nur zur Abschlachtung der Zionisten, sondern aller Juden auf während alle arabischen Führer, die seine Ansichten ablehnten, zum Schweigen gebracht werden sollten (5).

1933 war Al-Husseini der erste Führer, der Hitler ein Gratulationsschreiben zu seiner Wahl schickte. 1936 kontaktierte er Nazi-Emissär Adolf Eichmann bei seinem Besuch in Palästina und Ägypten. Bald darauf wurde Al-Husseini ein bezahlter Agent der Nazis und zettelte einen Aufstand gegen die Briten an. 1937 stellten die Briten einen Haftbefehl für ihn aus. Deswegen flüchtete er aus Palästina und suchte nacheinander Zuflucht im Französischen Mandatgebiet des Libanon, dann in Syrien, im Königreich Irak, in Italien und schließlich in Nazi-Deutschland.

Am 28. November 1941 traf Hitler mit Al-Husseini in Berlin zusammen. Al-Husseinis Tagebuch zufolge diskutierten sie damals „die jüdische Frage“. Hitler versprach, dass – nachdem die „Endlösung“ der Juden Europas erreicht worden wäre – die Nazis ihn als muslimischen Führer des Nahen Ostens einsetzen würden und eine Zeit käme, in der die ganze arabische Welt „Judenfrei“ wäre (6). Gerade mal zwei Monate nach diesem Treffen, am 20. Januar 1942, fand die Wannsee-Konferenz statt, auf der der Genozid der Juden, die sogenannte „Endlösung“, als offizielle Politik des Dritten Reiches beschlossen wurde. In seinen Memoiren schrieb Al-Husseini: „Unsere fundamentale Bedingung, mit Deutschland zu kooperieren, war Handlungsfreiheit, auch den letzten Juden in Palästina und der arabischen Welt auszurotten. Ich bat Hitler um eine ausdrückliche Vereinbarung, um uns zu erlauben, das jüdische Problem in einer Weise zu lösen, die zu unseren nationalen und rassischen Bestrebungen passte und nach den wissenschaftlichen Methoden, die Deutschland im Umgang mit seinen Juden neu entwickelte. Die Antwort, die ich bekam, lautete: ‚Die Juden gehören dir‘.“ Die Nazis gaben Al-Husseini ein luxuriöses Haus, das von einem Juden konfisziert worden war und in dem es – bis 1939 – eine hebräische Schule gegeben hatte. Er verwies auf seine neue Residenz und seinen Hauptsitz als „das Forschungsinstitut für das jüdische Problem in der moslemischen Welt“. Neben seinem Gehalt von über zehntausend Dollar (eine exorbitante Summe für den Standard der Zeit), das direkt aus dem Außenministerium stammte, erhielt er einen stetigen Geldfluss aus dem Sonderfond, Geld, das von Juden auf ihrem Weg in die Konzentrationslager konfisziert worden war. Von Berlin aus begann er damit, eine Rundfunksendung für die muslimische Bevölkerung in alle von Nazis kontrollierten Territorien auszustrahlen, in der er das Emporkommen einer muslimischen Armee im Dienste der NS-Sache und letztlich die „Befreiung“ der arabischen Welt forderte. Die Resonanz war so groß, dass eine große Anzahl von Muslimen Nazi-Militäreinheiten beitrat und dass er tatsächlich in der Lage war, ganze muslimische Divisionen, genannt Handžar-Divisione, aufzubringen. Ein von Al-Husseini im Jahr 1937 geschriebenes Buch „Apell an alle Muslime der Welt“ wurde an diese Soldaten verteilt. Darin behauptete er, im heiligen Text des Koran wäre dargelegt, dass die Juden die größten Feinde des Islam wären und er forderte die Muslime auf, für ihre Religion zu kämpfen und nie damit aufzuhören, bis alle muslimischen Länder judenrein wären: „Palästina, ein arabisches Land, wird für immer arabisch bleiben“ (7). Nach dem Krieg floh Al-Husseini mit einem falschen Pass nach Kairo, Ägypten, wo er weiterhin anti-jüdische Propaganda produzierte und verbreitete und wo er Mentor des Sohnes seines Cousins wurde, Yasser Arafat. Er starb am 24. Juli 1974 in Beirut, Libanon. Sechs Monate später würde seine pan-arabische islamische Sache – unter dem Deckmantel des „palästinensischen Kampfes“ – Eingang in die Weltpolitik erhalten – durch das Willkommenheißen Arafats in der UN. In der Tat wird im der Palästinensischen Nationalcharta im Jahr 1964 (8) das Ziel der islamischen Vorherrschaft unter dem Namen der „arabischen Einheit“ verschleiert, während die „palästinensische“ Identität als Tarnung vorgeschlagen wird. So wird das durch den Leiter der As-Sa’iqa-Fraktion der PLO, Zuheir Mohsen, in einem Interview mit der niederländischen Zeitung Trouw erklärt: „Zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syrern und Libanesen gibt es keine Unterschiede. Wir sind alle Teil eines Volkes, der arabischen Nation. … Wir sind ein Volk. Nur aus politischen Gründen unterstreichen wir sorgfältig unsere palästinensische Identität. … Ja, die Existenz einer separaten palästinensischen Identität besteht nur aus taktischen Gründen. Die Gründung eines palästinensischen Staates ist ein neues Mittel, um den Kampf gegen Israel und für die arabische Einheit (9) fortzusetzen.

TEIL 2

François Genoud (1915 – 1996): Der „Schweizer Bankier des Dritten Reiches“ … und der Großmufti Al-Husseini

François Genoud war ein Schweizer Bürger aus Lausanne, der als „der mysteriöseste Mann in Europa“, „der schwarze Bankier“, „der Schweizer Finanzier des Dritten Reiches“, „der Schattenmann“, „der Extremist“, „der Bankier des Schattens“ … bezeichnet wurde.

1932, im Alter von 17 Jahren, als er in Bonn studierte, traf er Adolf Hitler, der ihn mit folgenden Worten begrüßte: „Ihre Generation wird Europa bauen“(1). Diese Begegnung markiert den Beginn einer lebenslangen Hingabe an den Führer, wobei er später vertraulich mitteilte: „Die Wahrheit ist, ich liebte Hitler“ (2). Der junge Genoud las „Mein Kampf“ und schloss sich nach seiner Rückkehr der Pro-Nazi-Bewegung „Nationale Front“ an, die die „Protokolle der Weisen von Zion“ in der Schweiz einführte (3). 1936, im Alter von 21 Jahren, reiste er mit seinem Freund Jean Bauverd in den Nahen Osten. Sie trafen in Jerusalem den Großmufti Al-Husseini, der den jungen Abenteurern berichtete: „Ihr jungen Leute, die ihr Französisch sprecht und Freunde des arabischen Nationalismus und des Islam seid, ihr solltet an die Befreiung des französich und italienisch domininierten Maghreb denken. Dort kann eure Hilfe am effektivsten sein und dort ist sie am meisten vonnöten“ (4). Genoud erinnert sich später: „Diese wenigen Worte wurden in unsere Herzen gebrannt; sie hatten einen großen Einfluss auf unser Leben“ (5). Diese Begegnung war der Beginn einer Freundschaft, die bis zum Tode Al-Husseinis im Jahr 1974 andauerte. Später besuchte Genoud den Mufti in Berlin, der ihm die Verwaltung all seiner finanziellen Angelegenheiten anvertraute. Während er in Deutschland war, wurde Genoud – verpflichtet von dem SS-Mann Paul Dickopf –  Geheimagent für die Abwehr, dem Geheimdienst des Dritten Reiches. Er war gleichzeitig Geheimagent der schweizerischen Regierung und benutzte seine einzigartige Position, um den sicheren Transfer aller Währungen, Gold, Diamanten und anderer größtenteils von Juden gestohlener Wertsachen durch die Nazis zu Schweizer Bankkonten zu ermöglichen. Diese Zusammenarbeit verlieh ihm den Titel „des Schweizer Bankiers des Dritten Reiches“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg behielt Genoud die exklusiven Urheberrechte der Schriften Hitlers, Goebbels und Bohrmanns und verdiente so ein Vermögen. Er wurde der finanzielle Wegbereiter des Netzwerks der Nachkriegsorganisation ODESSA (Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen, d.h. Organisation der ehemaligen SS-Offiziere), des Vorläufers von „Die Spinne“ (the spider), des Geheimklubs von ehemaligen SS-Offizieren. Das komplexe Netzwerk der ODESSA umfasste antikommunistische Katholiken, das Internationale Rote Kreuz und sein islamisches Äquivalent, den Rote[n] Halbmond (6). Ironischerweise taucht nach dem Krieg Genould als Repräsentant des Schweizerischen Roten Kreuzes in Brüssel auf, während sein Freund Dickopf von 1968 bis 1972 der Präsident Interpols war. Das Odessa-Netzwerk funktionierte im Wesentlichen für den Transfer deutscher Gelder auf Schweizer Bankkonten und für die Evakuierung von Nazi-Führern durch Italien, Portugal und Spanien in den Nahen Osten, Nordafrika und Lateinamerika. 1958 gründete Genoud in Genf die Arabische Handelsbank, die zu einem Schwerpunkt für islamische Netzwerke in Europa wurde. Alle seine Aktivitäten zeigten die fortdauernde Allianz zwischen neo-nazistischen Kräften und radikalen arabischen Nationalisten und Islamisten. 1988 gründete er die Al-Taqwa-Bank in Lugano, die Al-Qaida und die Hamas finanziell unterstützte, jedoch nach den Anschlägen vom 11. September von den Schweizer Behörden geschlossen wurde. Genoulds Finanzierung war die finanzielle Quelle für die Verteidigung im Gerichtssaal der Nazi-Verbrecher Klaus Barbie und Adolf Eichmann, des Islam-Konvertiten und Holocaustleugners Roger Garaudy, des palästinensischen Terroristenführers George Habash und seines terroristischen Mitarbeiters Illich Ramirez Sanchez mit dem Spitznamen „Carlos, der Schakal“ (7). 1972 war Genould direkt an der Entführung eines Flugzeugs der Lufthansa nach Aden beteiligt, als er bei der Operation als Berater des palästinensischen Terroristen Waddi Addad fungierte und persönlich nach Köln fuhr, um den Brief mit der Lösegeldforderung über 5 Millionen Dollar zu überbringen (8).

Im Jahr 1996 kam ihm eine Untersuchung, die gebildet worden war, um geheime Bank- und Regierungsakten zu überprüfen und nach verlorengegangenen Geldmitteln von Holocaustopfern zu suchen, auf die Schliche. Am 30. Mai 1996 nahm François Genoud mit Hilfe der Suizid-Hilfe-Organisation Exit und damit den Fußstapfen seines lebenslangen Helden Adolf Hitler folgend einen tödlichen Trank in Gegenwart seiner Familie. Aus seinem französischen Gefängnis heraus erklärte „Carlos“, dass Genoud in einem „Akt der Selbstopferung“ gegen Israel gestorben wäre (9).

TEIL 3

Kurt Waldheim (1918 – 2007): Ein Nazi, der nie vor Gericht gestellt wurde, wird Generalsekretär der Vereinten Nationen und bietet dem „palästinensischen Kampf“ eine weltpolitische Legitimität

Kurt Waldheim war ein österreichischer Diplomat und Politiker, der vierte Generalsekretär der Vereinten Nationen (von 1972 bis 1981) und der neunte Präsident Österreichs (von 1986 bis 1992). Während er 1985 für die Präsidentschaftswahlen in Österreich kandidierte, verursachte die Enthüllung seines Dienstes als Geheimdienst-offizier in der „Wehrmacht“ im Zweiten Weltkrieg internationale Kontroversen (1). In der Tat hatte Waldheim bis zu dem Zeitpunkt seine Nazi-Vergangenheit verborgen und seine 46-jährige Täuschung wurde später in der New York Daily News so beschrieben: „Der österreichische Präsident Kurt Waldheim verbrachte den Zweiten Weltkrieg inmitten von schrecklichen Verbrechen, über die er sich [so] geäußert hat:

1. Er war nicht in der deutschen Armee.

2. Wenn Sie beweisen können, dass er in der deutschen Armee war, war er nicht in der Nähe von Kriegsverbrechen.

3. Wenn Sie beweisen können, dass er in der Nähe von Kriegsverbrechen war, wusste er nichts von ihnen.

4. Wenn Sie beweisen können, dass er von ihnen wusste, war er nicht daran beteiligt. (2)

Waldheims Frau Elisabeth, „Sissy“, gab in einem Interview mit dem Beiruter Wochenmagazin Usbu’ al‘Arabi der problematischen Untersuchung die Schuld, die eingeleitet worden war, um die Vergangenheit ihres Mannes über den „Weltzionismus“ aufzudecken. Diese Untersuchung, über die Eli M. Rosenbaum in seinem Buch „Betrayal: The Untold Story of the Kurt Waldheim Investigation and Cover-Up“ [Betrug: Die unerzählte Geschichte und Verschleierung der Kurt Waldheim-Untersuchung] ausführlich berichtet hat, erwies sich als Beweis der Nazi-Verbrechen Waldheims und führte dazu, dass er von den USA zur „Persona non grata“ erklärt wurde. Bemerkenswerterweise starben der leitende Mitarbeiter des US-Staatsarchivs, John Mendelsohn, und der jugoslawisch geborene Rechtsanwalt und Rechtsexperte der Library of Congress [Kongress-Bibliothek] mit der Abteilung Europäisches Recht, Stephen Katich, zwei Schlüsselpersonen, die mit den Archivdokumenten zu Waldheims Nazi-Vergangenheit beschäftigt waren, in maßgeblichen Momenten der Untersuchung (4). Unter anderen Archivdokumenten wurden anti-semitische von Waldheim unterzeichnete Propagandablätter entdeckt, die eine ausdrückliche Anstiftung zum Massenmord waren: „Genug des Jüdischen Krieges. Kommt herüber. Tötet die Juden“ (5).

1974, während seiner Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen, lud er Yasser Arafat ein, um den Völkern der Welt die „palästinensische Sache“ vorzustellen und dem renommierten Terroristen eine offizielle Anerkennung auf der größten politischen Weltbühne zu bieten.

Konklusion:

François Genoud und Kurt Waldheim verkörpern jeweils die physische und geistige Brücke, die der Nationalsozialismus für den Transfer des islamisch arabischen Traums von Amin al-Husseini und Yasser Arafat in die moderne Politik leistet.

Am 10. Mai 2016 erklärte der palästinensische Premierminister Rami Hamdallah in einer Rede auf der 7. Internationalen islamischen Bayt al-Maqdis-Konferenz in Ramallah: „Diese Konferenz ist eine Fortsetzung der ersten islamischen Bayt al-Maqdis-Konferenz, die von dem verstorbenen Mufti Haj Amin al-Husseini im Jahr 1931 auf palästinensischen Boden gehalten wurde und wir gehen hier heute auf seinem Weg, in Übereinstimmung mit den Weisungen des (PA) Präsidenten Mahmoud Abbas.“ Er fuhr fort, indem er internationalen Druck forderte, um einen unabhängigen palästinensischen Staat entlang der Waffenstillstandslinien von 1949 zu gründen, mit Jerusalem als seiner „ewigen Hauptstadt“ und Israel beschuldigte, die Geschichte neu zu schreiben. Dieser Anspruch ist eine ironische Verdrehung, wenn man weiß, dass Bayt al-Maqdis eigentlich die arabisierte Form des hebräischen „Beit Hamikdash“ ist, also die Bezeichnung für den Heiligen Tempel, der in Jerusalem seit der Zeit König Salomos stand. … (1)

Tatsächlich begann die Neuschreibung der Geschichte bereits 1964 mit Artikel 20 der „Palästinensischen Nationalcharta“, in dem es heißt: „Ansprüche der historischen und religiösen Verbindungen von Juden mit Palästina sind mit den Fakten nicht vereinbar.“ Im Jahr 2011 hat die UNESCO, als Sonderorganisation der UN, der Palästinensischen Autonomiebehörde einen Sitz unter dem Namen „Staat Palästina“ gegeben und im Oktober 2015 unternahm sie unter der Leitung von „Experten“ der Palästinensischen Autonomiebehörde einige „islamisch korrekte“ Maßnahmen, indem sie „Rachels Grab“ in der Nähe von Bethlehem in die „Bilal bin Rabah-Moschee“ und das Grab der Patriarchen in die „Ibrahimi-Moschee“ umbenannten. Am 12. April 2016 wurde eine neue Resolution mit dem Namen „Besetztes Palästina“ angenommen. Die Resolution ist völlig negativistisch: die „Westmauer“ wird in Anführungszeichen gesetzt, um anzuzeigen, dass es sich um einen ungültigen Namen handelt. Al Buraq-Mauer wird ohne Anführungszeichen verwendet. Die Gräber jüdischer Friedhöfe werden als „jüdisch gefälschte Gräber“ beschrieben. Die Resolution ist radikal antisemitisch: Sie verleugnet historische und archäologische Fakten, behauptet, dass das, was existiert, nicht existiert und stellt die Geschichte der Juden als eine Lüge dar. Unglaublich – die Resolution wurde verabschiedet mit nur sechs Ländern, die ihre Bedeutung und ihre Auswirkungen  richtig entschlüsselten und dagegen stimmten. (2)

Der Artikel 22 der Palästinensischen Nationalcharta lautet: „Israel ist das Instrument der Zionistischen Bewegung und geographische Basis für den Weltimperialismus, strategisch inmitten des arabischen Heimatlandes platziert, um die Hoffnungen der arabischen Nation auf Befreiung, Einheit und Fortschritt zu bekämpfen. Israel ist eine konstante Quelle der Bedrohung für den Frieden im Nahen Osten und der ganzen Welt.“ Seit der Rede Arafats bei den Vereinten Nationen hat die Weltpolitik diesen Vorwurf zunehmend in den Begriff „israelische Besatzung“ integriert. Die für die Schaffung des Staates Israel maßgebliche UN-Organisation ist zum Vehikel eines weltweiten Anstiegs von „islamisch korrektem“ Antisemitismus geworden durch die Annahme einer beispiellosen Zahl an Resolutionen, die den winzigen Staat verurteilen. „Wenn du eine Lüge groß genug erzählst und sie immer wiederholst, werden die Leute irgendwann dazu kommen, sie zu glauben…“ war ein großes Konzept der Propaganda des Dritten Reiches; diese funktionierte eine Zeitlang für Hitlers „Kampf“ und sie funktioniert noch immer für Mufti Al-Husseinis „Jihad“.

Währenddessen schickte Kurt Waldheim mittels der „Voyager Golden Record 2“ eine Sprachnachricht des „Friedens“ ins Weltall. Eli Rosenbaum beschreibt die edle Mission mit poetischer Ironie: Auf der Scheibe, die jetzt geräuschlos durch den Weltraum schwebt, spricht Waldheims Stimme in stark akzentuiertem Englisch für uns alle und versichert unbekannten Intelligenzen, in Galaxien gleichermaßen unbekannt, dass die Völker auf Erden ’nur Frieden und Freundschaft‘ suchen. „Als Generalsekretär der Vereinten Nationen […] sende ich Grüße im Namen der Völker unseres Planeten. Wir treten aus unserem Sonnensystem heraus in das Universum auf der Suche nur nach Frieden und Freundschaft, um zu lehren, wenn wir darum gebeten werden, um zu lernen, wenn wir Glück haben“ (3).

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Quellenangaben

TEIL 1:

Chuck Morse, The Nazi Connection to Islamic Terrorism: Adolf Hitler & Haj Amin Al-Husseini (Washington, D.C.: WND Books, 2010), xiv-5 / 71-75.

(1) “Continuous Jewish Presence in the Holy Land (with Maps)”, accessed May 25, 2016, http://www.eretzyisroel.org/~samuel/presence.html.

(2) Morse, Nazi Connection to Islamic Terrorism, Appendix C: The Weizmann-Faisal Agreement.

(3) “Eine Tonne Dynamit auf zwei Beinen”, Der Spiegel no. 41, 1948, 11.

(4) “Amin Al-Husseini”, accessed April 26, 2016,
http://www.tellthechildrenthetruth.com/amin_en.html.

(5) Morse, Nazi Connection to Islamic Terrorism, 42-43.

(6) Morse, Nazi Connection to Islamic Terrorism, Appendix E: Minutes of the meeting with Hitler and Amin Al-Husseini.

(7) Barry Rubin and Wolfgang G. Schwanitz, Nazis, Islamists, and the making of the modern Middle East (Yale University Press, 2014), 150.

(8) Morse, Nazi Connection, Appendix I: The Palestinian National Covenant.

(9) James Dorsey, “Wij zijn alleen Palestijn om politieke reden”, Trouw, 31 March 1977. [As quoted in Melanie Philips, The World Turned Upside Down: The Global Battle Over God, Truth, and Power (New York: Encounter Books, 2010), 60.]

TEIL 2:

(1) Karl Laske, Le Banquier Noir (Paris: Éditions Du Seuil, 1996), 15.

(2) Gitta Sereny, The German Trauma (Penguin Group, 2000), 230.

(3) Laske, Banquier Noir, 22.

(4) Pierre Péan, L’Extrémiste. François Genoud, de Hitler à Carlos (Paris : Fayard, 1996), 8.

(5) Péan, L’Extrémiste, 88.

(6) Rubin and Schwanitz, Nazis, Islamists, 212

(7) Morse, Nazi Connection to Islamic Terrorism, 229-230.

(8) David Lee Preston, “Hitler’s Swiss Connection”, Philadelphia Inquirer, Jan. 5, 1997.

(9) Willi Winkler, Der Schattenmann (Berlin: Rowohlt, 2011), 309.

TEIL 3

(1) “Kurt Waldheim“, accessed May 28, 2016,
https://en.wikipedia.org/wiki/Kurt_Waldheim.

(2) Lars-Erik Nelson, “Making Waldheim a Martyr”, The Daily News (New York), April 29, 1987, 33.

(3) Al-Usbu’ al-‘Arabi (“Arabweek”, Beirut), June 2, 1986.

(4) Eli M. Rosenbaum and William Hoffer, Betrayal: The Untold Story of the Kurt Waldheim Investigation and Cover-Up (New York: St. Martin’s Press, 1993), 121, 136, 242, 296-297 with footnote.

(5) Rosenbaum, Betrayal, 338.

KONKLUSION

(1) Dalit Halevi, “PA PM: We’re following the path of the Nazi Mufti”, Arutz Sheva, May 11, 2016, accessed May 28, 2016,
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/212102#.V0nDrpGLTIW

(2) Guy Millière, “Time to Leave UNESCO – Again”, Gatestone Institute, May 17, 2016, accessed May 28, 2016, http://www.gatestoneinstitute.org/8048/leaveunesco.

(3) Rosenbaum, Betrayal, 465.

Wie westliche Ideologie den Jihad bestärkt

von Vic Rosenthal, 2. Mai 2016

Das US-Militär machte vor kurzem Schlagzeilen, als es in seinen Operationen gegen den Islamischen Staat die israelische Taktik des „Anklopfens auf dem Dach“ übernahm – eine kleine Explosion zu entzünden über einem Gebäude, das bombardiert werden soll, um möglichen anwesenden Zivilisten ein Warnsignal zur Evakuierung zu geben.

Israel machte von der Technik des „Anklopfens auf dem Dach“ Gebrauch, um die Anzahl ziviler Oper in mehreren Kriegen der jüngsten Vergangenheit zu minimieren, beginnend mit der Operation „Gegossenes Blei“ in Gaza in den Jahren 2008-2009.

Eine der Taktiken, die die radikalen islamistischen Feinde des Westens im Rahmen des Paradigmas asymmetrisch geführter Kriege angenommen haben, ist der Einsatz der eigenen Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde. Hamas startet seine Raketen von den Schulhöfen und die Hisbollah hat eine enorme, feinverteilte Raketenabschussanlage konstruiert, eingebettet in die schiitischen Dörfer des Südlibanon. Wenn Israel diese neutralisieren muss, ist es wahrscheinlich, dass viele Libanesen getötet werden.

Die Taktik der menschlichen Schutzschilde ist effektiv, denn westliche militärische und politische Führer reagieren äußerst sensibel auf die Klage, Zivilisten im Krieg unnötig zu verletzen.

Dafür gibt es sowohl praktische als auch ideologische Gründe. Im Fall Israel gibt es etwaige wirtschaftliche und diplomatische Konsequenzen, wenn es einer unverhältnismäßigen Reaktion beschuldigt wird, einschließlich des Cut-offs von lebensnotwendigen Gütern in Kriegszeiten. Aber das trifft nicht auf die USA zu. Niemand wird die USA boykottieren oder zwingen, Texas an Mexiko zurückzugeben, und sie stellt ihre eigene Munition her.

Die westliche Bevölkerung fühlt stark mit „unschuldigen Opfern“ mit. Der Effekt ist noch stärker, wenn diejenigen, die mitfühlen, nicht selbst bedroht sind; so können Europäer (oder amerikanische Präsidenten), die nicht mit den Raketen der Hamas und der Hisbollah konfrontiert sind, höchst kritisch gegenüber Israels Versuchen sein, sich zu verteidigen.

Es gibt zwei wichtige Dinge zu beachten: 1. Dies ist eine relativ neue Entwicklung, historisch gesehen; und 2. dieser praktische / moralische / politische Druck des Westens, sich in einer bestimmten Weise zu verhalten, versetzt seine Feinde tatsächlich in die Lage, einen effektiv asymmetrischen Krieg gegen ihn zu führen.

Die Veränderung in der westlichen Sensibilität trat irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Nicht nur waren beide Seiten relativ unsensibel gegenüber Kollateralschäden, die Alliierten verfolgten auch eine Politik der strategischen Bombardierung nicht-militärischer Ziele sowohl um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Feinde zu reduzieren als auch ihren „Widerstandswillen“ zu mindern. Dresden, Hamburg und andere deutsche Städte waren Ziele von Brandbomben, die Zehntausende töteten.

Aber ein Angriff auf Tokio ragt heraus, auch im Vergleich zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Am 9.-10. März 1945 wurden 1.665 Tonnen Napalm-Bomben auf die Stadt abgeworfen, eine massive Feuersbrunst erzeugend, die etwa 16 Quadratmeilen und 100.000 Menschen in Schutt und Asche legte.

Es ist schwer, sich eine westliche Nation in fast jedweder Situation vorzustellen, die heute überhaupt über eine solche Operation nachdenkt.

Was hat sich geändert?

Die Antwort lautet „eine Menge Dinge“, einige von ihnen offensichtlich und andere subtiler.

Der Nationalismus wurde für die Reihe von europäischen Kriegen, die im Zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt fanden, verantwortlich gemacht und wurde mit Nachdruck abgelehnt zugunsten einer universalistischen Ethik, in der alle Menschen als Teil einer menschlichen Rasse gesehen werden. Es wurde anerkannt, dass jede Person Menschenrechte hatte, die respektiert werden sollten, sogar in Kriegszeiten. Aber zur gleichen Zeit wurden die kollektiven Rechte von nationalen Gruppen heruntergespielt. Nationale Gefühle im Westen  wurden als gefährlich angesehen.

Zur gleichen Zeit begannen die großen Kolonialreiche zu zerfallen. Während der Kolonialzeit gab es eine Annahme kultureller Überlegenheit. Mit der Auflösung der Weltreiche verschwand auch das und wurde ersetzt durch kulturellen Relativismus und durch Schuldgefühle für die von den früheren kolonialen Untertanen erlittene schlechte Behandlung.

Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung rückte Rassismus als Grundübel in den Blick. Aber die Menschen begannen, jede Form von Volkszugehörigkeit mit Rassismus zu vermengen.

An diesem Punkt nahm der ideologische Prozess eine eher gefährliche und zerstörerische Wende an, durch Postkolonialismus. Der Reiz der universalistischen Ideale und der Menschenrechte und die Ablehnung von Rassismus war zunächst auf Nationen der Ersten Welt beschränkt. Etwas später drangen sie in die weniger entwickelte Welt ein, aber auf dem Weg unterzogen sie sich einer Transformation, in der die Sprache, gewohnt, wichtige Ideen zum Ausdruck zu bringen, radikal neu definiert wurde. In der Welt des Postkolonialismus haben nur unterdrückte Menschen Rechte und nur Unterdrücker sind in der Lage, Rassisten zu sein.

„Rassismus“ bedeutet jetzt die Unterdrückung von „People Of Colour“ [„POC“ Farbigen] durch „Weiße“ (die tatsächliche Hautfarbe der beteiligten Personen ist irrelevant und die Platzierung in diesen Gruppen ist rein ideologisch).

Gewalt durch Weiße gegen POC wird (selbst im Fall von Israel, Selbstverteidigung) als „Terrorismus“ bezeichnet.

Gewalt durch Farbige gegen Weiße wird „Widerstand“ genannt und durch Fehlinterpretation der UN-Charta wird gesagt, es sei ein Menschenrecht.

Auch wenn Nationalismus und Tribalismus unter den Bewohnern des Westens als Hauptursache des Krieges verurteilt worden sind, Postkolonialismus gibt POC das Recht auf Selbstbestimmung als Völker.

Diese revolutionäre Logik wird an westlichen Universitäten gelehrt. Was passiert ist, war eine Art ideologischer Abrüstung durch westliche nationale Gruppen. Faktisch hat es auch eine militärische Abrüstung gegeben, denn die Anwendung von Gewalt durch den Westen gegen POC wird als eine Verletzung ihrer Menschenrechte betrachtet und wird nicht durch ein kollektives Recht, das wir besitzen, ausgeglichen.

Der israelisch-arabische Konflikt ist das Paradebeispiel dafür. Die palästinensischen Araber erkennen die Juden nicht als Volk an, aber bestehen darauf, dass es ein „palästinensisches Volk“ gibt. Sie nennen es „gewaltloser Widerstand“, wenn Araber Juden mit Messern, Steinen oder Brandbomben töten, und sagen, dass selbst bewaffnete Angriffe gerechtfertigter Widerstand seien. Sie beschreiben jede Aktion Israels, sich selbst zu schützen – Grenzkontrollen, die Sicherheitsbarriere – als eine Verletzung ihrer Menschenrechte während der Staat Israel kein kollektives Recht hat zu existieren.

In den letzten Jahren, obwohl der große Machtkampf zwischen Russland und dem Westen in abgeschwächter Form bleibt, ist eine neue Quelle des Konflikts aufgetaucht: der dezentrale Islamische Jihad mit dem Ziel, den Dar al Islam [das Haus des Islam] auf Kosten der übrigen Welt auszudehnen.

Viel ist geschrieben worden über die möglichen Gründe für die neu gewonnene Aggressivität von Muslimen gegenüber dem Westen. Aber die Erklärung ist nicht in irgendwelchen neuen islamischen Lehren zu finden.

Der Islam war immer expansiv und konfrontativ. Was sich geändert hat, sind wir. In der Vergangenheit zögerte der Westen nicht, seine große militärische Überlegenheit einzusetzen, wenn er es mit einem weniger fähigen Gegner zu tun hatte. Das wurde von jedem verstanden. Die Truppen des Jihad wurden abgeschreckt, uns anzugreifen.

Aber jetzt, wie [im Fall] Israel[s], befindet sich der Westen in Sorge darüber, dass – setzten wir unsere Macht ein – die essentiellen Menschenrechte der Gegner (definiert als „People of Colour“) außer Kraft gesetzt würden, wobei ‚weiße‘ Nationen keine Rechte haben. Wir dürfen unsere Personen, jedoch keine Nationen oder Kulturen schützen. Definiert als ‚rassistische Unterdrücker‘ haben wir kein Recht, ihrem Rassismus zu widersprechen, während es ihnen erlaubt ist, der ‚Unterdrückung‘ durch Gewalt ‚zu widerstehen‘.

Infolgedessen schreitet der Jihad an mehreren Fronten voran und der Westen gibt nach, gelähmt durch seine Ideologie und unfähig, seine Macht zu nutzen.

Originalartikel: How Western ideology empowers the jihad
Übersetzung: faehrtensuche. Mit freundlicher Genehmigung.

Der globale jihadistische Ansturm und die europäischen Juden

Originalartikel: The global jihadist onslaught and European Jews

von Isi Leibler

Übersetzung: faehrtensuche

Dass ein Massaker an mindestens 129 Zivilisten in Paris, im Herzen Europas, von einem halben Dutzend militärisch ausgebildeten Killern eingefädelt werden konnte, ist ein Indikator von dem, was wir in der Zukunft erwarten können, sofern nicht schonungslose Maßnahmen getroffen werden, um sich den Terroristen in ihren Heimatbasen entgegenzustellen und die Dinge aufzuhalten. Das wird mehr als Bombeneinsätze erfordern, allerdings den Einsatz von Bodentruppen, dem US-Präsident Obama sich noch immer erbittert widersetzt.

Wir wollen die Herausforderung nicht untertreiben. Wir stehen vor einem brutalen, gewaltverherrlichenden Konflikt der Kulturen, in denen böse Kräfte, motiviert durch einen Todeskult, uns zurück ins dunkle Zeitalter bringen. Die Barbaren sind bereits durch unsere Tore eingedrungen und wir haben eine weitere Vorschau gesehen auf den beängstigenden Horror, den Menschen sich selbst zuzufügen in der Lage sind.

Was erstaunlich ist: selbst nach dieser letzten Manifestation verbleiben viele europäische Führer in der Verweigerung und scheitern daran zu erkennen, dass wir es nicht mit hirnlosen nihilistischen Terroristen zu tun haben, sondern mit fanatisch inspirierten islamischen Extremisten, die sich der Zerstörung der westlichen Zivilisation und Demokratie verschworen haben. Die Bedrohung geht von dem breiten Strom islamischer Fundamentalisten aus und kann nicht eingeschränkt werden auf Sunniten oder Schiiten, trotz der Tatsache, dass sie sich gegenseitig töten.

Die Realität sieht so aus, dass beide, Schiiten nicht weniger als Sunniten, absolut gegen Demokratie und freie Meinungsäußerung sind und versuchen, die Scharia einzuführen.

Ob dies al-Qaida, ISIS, dem iranischen Regime, der Hisbollah, der Hamas und selbst der PA, die Morde in Paris verurteilt, aber das Vergießen jüdischen Blutes preist, entspringt – sie alle teilen einen grundlegenden Hass auf westliche Zivilisation, das Christentum und das Judentum.

Unsere erste große Konfrontation mit dem islamischen Terrorismus über den Nahen Osten hinaus war der Anschlag 9/11 auf das World Trade Center. Aber seit der gezielten Tötung von Osama bin Laden hat es eine entschiedene Anstrengung gegeben, uns davon zu überzeugen, dass die Bedrohung durch den islamischen Extremismus im Wesentlichen besiegt worden ist. Die Vereinigten Staaten unternahmen konzertierte Anstrengungen zu locken und zeitweise sogar kontraproduktiv zu katzbuckeln, um islamische Fundamentalisten wie die Muslimbruderschaft und das iranische Regime zu beschwichtigen.

Es war Obama, der darauf bestand, jede Bezugnahme auf „islamischen Terror“ oder jede mögliche Verbindung zwischen dem fundamentalistischen Islam und Terrorismus auszuradieren. Dies trotz der Tatsache, dass neben ein paar einzelnen weißen rassistischen Ausbrüchen jeder Fall von organisiertem Terrorismus durch islamischen religiösen Wahnsinn inspiriert wurde. Die gegenwärtig im Rampenlicht stehende Organisation ist ISIS, aus Sunniten zusammengesetzt, aber die schiitische Hisbollah wie auch die sunnitische Hamas sind Vögel mit dem gleichen Gefieder.

Trotz der mörderischen „Allahu Akbar“-Rufe durch die Killer stecken die französische Regierung und die Medien sogar jetzt noch ihre Köpfe in den Sand, wenn es darum geht, den Feind zu identifizieren. Der Ausdruck „Islamischer Terrorismus“ ist einfach aus dem politischen Lexikon gestrichen worden.

Bis die politische Korrektheit aufgehoben wird und es eine Anerkennung gibt, dass wir einer weltweiten Bedrohung unserer Existenz und Lebensqualität gegenüberstehen, die von organisierten islamischen Extremisten ausgeht, werden wir nicht in der Lage sein, uns zu versammeln und zu vereinen, um diese Elemente zu zerschlagen.

Die islamischen Extremisten erkennen, dass sie mit minimalem Aufwand Anschläge in führenden westlichen Städten zu geringen Kosten orchestrieren können. Wie jetzt in Paris und früher in Mumbai belegt, sind ein halbes Dutzend selbstmörderischer bewaffneter Fanatiker, eingeschleust oder in Gemeinden ansässig, in der Lage, immense Schäden anzurichten.

Die Situation in Europa ist katastrophal. Die meisten Länder, insbesondere Frankreich, beherbergen jetzt große muslimische Gemeinden, von denen ein wesentlicher Teil radikalisiert, antidemokratisch und wohlwollend gegenüber terroristischen Handlungen ist. Unabhängige Meinungsumfragen zeigen, dass die gesetzestreuen moderaten Muslime in der Minderheit sind und eingeschüchtert. Was erschreckend ist, ist die Entstehung von hoch gebildeten, einheimisch in Europa geborenen Muslimen der zweiten Generation, in ihren lokalen Gemeinden einer Gehirnwäsche unterzogen, um fanatische Islamisten zu werden. Eine bedeutende Anzahl ging freiwillig zum Militärdienst nach Syrien und kehrte mit der Verpflichtung in ihre Heimatländer zurück, zu einem späteren Zeitpunkt Märtyrer zu werden.

Was das Fass zum Überlaufen bringt, ist der massive Strom der “Flüchtlinge”, der die Demographie Europas vollkommen zu verändern droht. Nicht in der Lage, die bestehende muslimische Minderheit zu integrieren, gibt es wenig Zweifel, dass der neue Zustrom, der zwangsläufig eine große Anzahl von xenophobischen antidemokratischen und pathologischen antisemitischen Radikalen einschließt, nur die vorhandenen extremistischen islamischen Elemente stärken wird. Diese „Flüchtlinge“ verkörpern zweifellos auch eine beträchtliche Anzahl von Jihadisten, die unmittelbar handeln oder Schläfer bleiben werden, bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine neue terroristische Operation eingeleitet wird.

Inmitten dieser turbulenten, massiven Migration und der permanenten Ängste vor neuen Terroranschlägen erscheint die Zukunft für europäische Juden düsterer als je zuvor.

Juden in den meisten Ländern Europas wurden schon für viele Jahre als Parias angesehen. Heute hat der Grad von Anti-Israelismus Rekordniveau erreicht. Die Mehrheit der Europäer glaubt, dass Israel eine größere Bedrohung für die globale Sicherheit darstellt als Iran und Nordkorea. Die meisten sind davon überzeugt, dass Israelis genozidale Absichten bezüglich der Araber haben, sie machen keinen Unterschied zwischen palästinensischen Terroristen und jüdischen Terroropfern und verurteilen häufig Israelis dafür, dass sie sich gegen Messer schwingende religiöse Fanatiker verteidigen, die überzeugt sind, dass sie das Paradies erreichen werden, wenn sie bei der Ermordung von Juden sterben.

Während Millionen von Syrern vertrieben und abgeschlachtet worden sind, scheinen sich europäische Politiker mehr Sorgen um die Kennzeichnung von Produkten zu machen, die von Israelis jenseits der Grünen Linie hergestellt werden, als Terroristen zu identifizieren. Ironischerweise sieht die EU den politischen Flügel (sic) der Hisbollah nicht als einen terroristischen Körper an. Es bleibt eine Weigerung anzuerkennen, dass die wahnsinnigen Mörder von israelischen Juden und Terroristen des Islamischen Staats, die Zivilisten in Paris ermorden, alle Komponenten des gleichen globalen islamischen Terrorunternehmens sind.

Trotz der größeren Sorge um islamischen Terrorismus als Folge der schockierenden Anschläge in Paris, ist es selbst jetzt höchst unwahrscheinlich, dass die negativen französischen Einstellungen gegenüber Israel, darauf ausgelegt, die Araber zu beschwichtigen, vermindert werden.

Obwohl viele westliche Parlamentarier und Staatsoberhäupter gegenteilige Lippenbekenntnisse ablegen, scheint der landläufige Antisemitismus den Kontinent wie ein Tsunami zu überspülen mit zunehmender Hetze und Gewalt in den meisten europäischen Städten.

Darüber hinaus werden langjährige ruhige muslimische Minderheiten durch in ihrer Mitte gereifte Terroristen radikalisiert. Dies wird intensiviert werden durch Unterstützung von europäischen Muslimen, die aus Syrien und dem Irak nach Hause zurückkehren und ihre jihadistische Weltanschauung fördern.

Diese negativen Entwicklungen werden dramatisch verstärkt durch das, was möglicherweise die größte Wanderungsbewegung des Jahrhunderts darstellt. Nachdem der Islam seit Jahrhunderten daran gescheitert ist, Europa militärisch zu erobern, kann er, wenn die Flut von „Flüchtlingen“ nicht aufgehalten wird, noch auf demographischem Weg triumphieren.

In einer Demokratie neigen Politiker letztlich dazu, auf die öffentliche Meinung zu reagieren. In diesem Klima der lawinenartig anwachsenden antisemitischen muslimischen Wähler, kombiniert mit zunehmend verbreiteten und linken Antisemitismus, sieht die politische Zukunft für Juden düster aus.

Was es schlimmer macht, ist, dass in fast allen europäischen Ländern die Hauptnutznießer dieser Umwälzungen rechtsradikale Parteien sein werden, von denen sich einige noch in dem Prozess der Säuberung von antisemitischen Relikten der Vergangenheit befinden und anderen, vor allem in Griechenland und Ungarn, die gänzlich neonazistische Parteien sind.

Unter diesen Umständen können europäische Juden, aus jedem erdenklichen Blickwinkel, mit schwierigeren Zeiten rechnen. Ihr Paria-ähnliches Dasein wird in Niederungen absinken und ihre Sicherheit wird unweigerlich weiter untergraben werden.

Für diejenigen, die jüdische Kontinuität zu wahren suchen, beginnt Europa wie ein Friedhof auszusehen. Jüdische Gemeinden werden zweifellos auf dem Kontinent fortbestehen. Aber welche Art von Leben werden diese jüdischen Enklaven ertragen mit solchem Antisemitismus, solcher Gewalt und ungezähmter Feindseligkeit gegenüber Israel? Können jüdische Werte und Stolz unter jungen jüdischen Menschen in einem solchen Klima geweckt werden?

Viele Juden haben seit vielen Jahren erwogen wegzuziehen. Ereignisse in Paris im vergangenen Jahr und die massive Welle der muslimischen Migration, einschließlich jihadistischer und antisemitischer Elemente, verstärken nur diese legitimen Ängste. Jeder engagierte Jude sollte nun Aliyah [Immigration nach Israel (Amerkung: faehrtensuche)] in Erwägung ziehen. Diejenigen, die sich aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen nicht in der Lage sehen, ihre Wurzeln aufzugeben, sollten wenigstens ihre Kinder dazu ermutigen, nach Israel zu ziehen.

Ja, es gibt Terrorismus in Israel. Aber Juden können sich hier unendlich sicherer fühlen als in europäischen Ländern. In Israel werden sie mit ihren Verwandten vereint und partizipieren an ihrer eigenen jüdischen Heimat, in der ihre eigene Armee, anstatt ausländischer Kräfte, sie gegen Antisemiten und Jihadisten verteidigen wird.

Dies ist sicherlich ein letzter Weckruf für das europäische Judentum, in Erwägung zu ziehen, Aliyah zu machen und an diesem großen jüdischen Unternehmen teilzunehmen.

Diese Kolumne erschien auch in der Jerusalem Post und Israel Hayom.

Rückblick und Ausblick –

Rückblick auf das Jahr 5775 und Ausblick auf 5776 hält Isi Leibler in seinem Artikel „Rosh Hashana: Confronting the challenges of 5776„.

Er schreibt (Übersetzung: faehrtensuche):

Das vergangene Jahr wird, wie seine Vorgänger, wieder einmal von Vielen als ein annus horribilis [ein besonders schlechtes Jahr] angesehen werden.

Es ist in der Tat ein bitteres Jahr auf breiter Front gewesen. Israel ist eine Oase, umgeben von einem Meer an Barbarei, die an das finstere Mittelalter erinnert, mit islamischen Barbaren, die schadenfroh die Enthauptung von Geiseln filmen, Hunderttausende von Zivilisten ermorden und Millionen Flüchtlinge schaffen, die nun Asyl in Europa suchen.

Die Beziehung mit der Obama-Regierung hat sich weiter verschlechtert und gegen den Widerstand der Mehrheit der Amerikaner und beider Häuser des Kongresses hat die Regierung einen Deal zum Abschluss gebracht, der die iranischen Terroristen befähigt, ein Vermächtnis zu hinterlassen, das sich global auf die nächste Generation auswirken wird. Mit der unerbittlichen Bekräftigung der Iraner, die Zerstörung Israels werde eines ihrer wichtigsten Ziele bleiben, löst das besonders negative Assoziationen bei uns aus.

Abgesehen von den USA, wo Israel sich starker öffentlicher Unterstützung erfreut, wurde unser weltweites Ansehen weiter ausgehöhlt, besonders in Europa, wo sie nun bereit sind, neue Maßnahmen anzukündigen, um uns unter Druck zu setzen, weitere einseitige Zugeständnisse an die Palästinenser zu machen. Dieses, in einer Zeit des Chaos‘ in der Region und mit dem Level der von der offen genozidalen Hamas praktisch nicht zu unterscheidenden Hetze gegen Israel durch die palästinensische Autonomiebehörde.

Eine echte Friedensregelung mit den Palästinensern ist nicht einmal am Horizont und wird nicht eher erreicht werden bis es Führer gibt, die sich wirklich dem Frieden und der Koexistenz verschrieben haben. Während wir fortfahren müssen, auf einer Interimsbasis, Brücken zum palästinensischen Volk durch die Verbesserung ihrer Lebensqualität zu bauen, müssen wir auch Widerstand leisten gegen die internationalen Bemühungen, Israel unter Druck zu setzen, um weitere einseitige Zugeständnisse zu machen, die radikale Palästinenser, die sich eher für eine Beendigung der jüdischen Souveränität engagieren als für das Erreichen ihrer Unabhängigkeit, stärken.

Der weltweite antisemitische Tsunami ist noch am Toben und Europa wird in einen Friedhof für Juden verwandelt. Die öffentliche Meinung in Europa, dem Kontinent mit dem Blut von Juden aus der Shoah, betrachtet den jüdischen Staat als eine größere Bedrohung des Weltfriedens als Iran, Syrien oder sogar Nordkorea und sieht Israelis als genozidal an, ihr Verhalten gegenüber den Palästinensern vergleichbar mit dem der Nazis gegenüber den Juden.

Terrorakte gegen Juden durch Dschihadisten, die von syrischen Schlachtfeldern zurückkehren, schaffen eine Atmosphäre der Angst, auch in größeren europäischen jüdischen Gemeinden. Französische Juden wurden von einem amerikanischen Meinungsforscher gewarnt, dass sie, neben der Vermeidung von Gegenständen, die sie als Juden identifizierten, auch immer die Verwendung des Begriffs „Zionist“ vermeiden sollten, wegen der Feindseligkeit, die er erzeugt. Es ist nicht überraschend, dass viele europäische Juden für sich keine Zukunft in Ländern sehen, die sie als Parias betrachten, wenn sie sich nicht dem Chor der anti-israelischen Dämonisierung anschließen und beabsichtigen zu emigrieren.

Nach der Gewissensprüfung – Teshuva* – und dem kritischen Rückblick auf das vergangene Jahr im Hinblick auf unsere Vervollkommnung, müssen wir auch sensibel werden für eine Reihe von entscheidenden Bereichen, die, wenn man sie ignoriert, uns letztlich unermesslichen Schaden zufügen können.

Vor allem müssen wir einen größeren Sinn für Einheit und menschliches Zusammenleben kultivieren. Um das zu erreichen, müssen wir unser dysfunktionales politisches System reformieren – was nur mit einer Regierung der Einheit geschehen wird. Während sowohl von Ministerpräsident Netanyahu als auch von Oppositionsführer Isaac Herzog gesagt wird, eine solche Reform zu favorisieren, wird sie von den radikalen Flügeln ihrer jeweiligen Parteien verhindert.

Wir müssen auch Maßnahmen ergreifen, um die die Gesellschaft polarisierende Tribalisierung umzukehren, durch die Stärkung der zionistischen, jüdischen und demokratischen Identität des Staates und durch Auferlegung verbindlicher Kerncurricula in allen Bildungswegen, einschließlich der haredischen und arabisch-israelischen Sektoren.

Es muss auch eine konzertierte Aktion geben, um Bedingungen zu schaffen, die Haredim zu ermutigen, produktive Teile der Gesellschaft zu werden, ihre Aufnahme in die Arbeitswelt zu beschleunigen und die Lasten der Staatsbürgerschaft zu teilen, einschließlich der Einberufung [zum Militärdienst].

Ebenso sollte der Staat damit aufhören, anti-zionistischen Rabbis, die Gebete für das Wohlergehen des Staates ablehnen oder gegen die Einberufung hetzen, Gehälter bereitzustellen. Dem Oberrabbinat darf nicht gestattet werden, den neuen unabhängigen Bet Din, der orthodoxe Rabbiner umfasst, die Konversion und Eheprozesse erleichtern wollen, zu disqualifizieren.

Es müssen auch größere Anstrengungen unternommen werden, um den israelisch-arabischen Sektor zu integrieren, durch Verbesserung ihres sozialen und wirtschaftlichen Status, aber gleichzeitig durch ein härteres Vorgehen gegen radikale Elemente, die den Staat zu untergraben suchen oder unseren Feinden Unterstützung bieten.

Schließlich, da wir am Rande einer neuen Aliah-Welle stehen könnten, ist es entscheidend, dass wir größere Anstrengungen investieren, um die reibungslose Integration von Einwanderern aus wohlhabenden europäischen Ländern zu gewährleisten und ein Klima zu schaffen, das Juden, die mit Unterdrückung konfrontiert sind, ermutigt, lieber nach Israel heimzukommen anstatt in andere Diasporagemeinden auszuwandern.

Von manchen werden die externen Bedrohungen und die internen Probleme, denen wir gegenüberstehen, als ein deprimierender Background zu Rosh Hashana aufgefasst. Aber um ehrlich zu sein, der Allmächtige muss auf uns achtgeben, denn trotz unserer internen Spaltungen und anhaltender externer Herausforderungen, Jahrzehnt auf Jahrzehnt, scheinen wir gesegnet zu sein, um voranzukommen und zu wachsen von Erfolg zu Erfolg. Umfragen zeigen, dass wir Israelis trotz der Belastungen zu den glücklichsten Nationen der Welt gehören.

Da wir Rosh Hashana in einer turbulenten Welt feiern, sollten diejenigen wie ich, die glauben, dass unser fortwährendes Überleben einer g‘ttlichen Präsenz zu verdanken ist, dem Allmächtigen Dank sagen, dass trotz des enormen Hasses, der uns umgibt und entgegen aller historischen Präzedenzfälle und Begründungen wir nie so stark gewesen sind wie heute.

Man sollte nicht gleichgültig sein über die Tatsache, dass die IDF die Kapazität hat, einen Ansturm von all unseren Gegnern zusammen zu verhindern. Selbst unser größter Feind, Iran, ist sich der Folgen bewusst, sollte er versuchen, seine Drohungen umzusetzen.

Es gibt auch Gründe zu glauben, dass wir uns, unabhängig davon, wer der nächste Präsident der USA sein wird, einer deutlicher Verbesserung unserer Beziehung erfreuen werden. Die USA ist eine Demokratie und sowohl die öffentliche Meinung als auch der Kongress unterstützen uns heute mehr denn je. In der Tat dürfte Netanyahus Kampf um den Iran alle Parteien ermutigen, Israel zu kompensieren. Er wird wahrscheinlich auch Barack Obama während seiner verbleibenden Amtszeit blockieren, dass er behutsam handelt bevor er seine Drohungen umzusetzen versucht, Israel in der UN dann im Stich zu lassen, wenn Israel Bemühungen ablehnt, die nicht zu verteidigenden Waffenstillstandslinien von 1949 als zukünftige Grenzen in einem Friedensregelung zu akzeptieren.

Außerdem stärken wir die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit Asien – insbesondere Indien, Japan und China – ebenso wie wir ruhig eine begrenzte Zusammenarbeit erkunden gegen den Iran und seine Satelliten innerhalb der moderaten sunnitisch-arabischen Länder.

Wir dürfen es nie als selbstverständlich annehmen, dass unsere Generation gesegnet ist, einen jüdischen Staat zu haben. Es erfordert wenig Phantasie, sich vorzustellen, mit welch schrecklichen Bedingungen wir konfrontiert würden beim Fehlen des Staates, der den Juden zum ersten Mal seit unserer Vertreibung mehr Macht gegeben hat. Jeder Jude hat einen sicheren Hafen in seinem jüdischen Heimatland und wir hoffen, dass viel mehr in den kommenden Jahren Aliyah machen werden. Wir beten, dass eine wachsende Zahl das tun wird aus dem Wunsch heraus, in ihrer jüdischen Heimat zu leben anstatt einer Verfolgung und Diskriminierung zu entkommen.

Also trotz der heftigen Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, sollten wir mit Optimismus in die Zukunft blicken. Ohne die Notwendigkeit zu beeinträchtigen, wach und stark zu bleiben, sollten wir die Propheten des Untergangs entlassen. Wir müssen uns weiterhin an die Wirklichkeit erinnern, dass wir in der Tat die am meisten gesegnete Generation von Juden seit unserem Exil vor 2000 Jahren sind. So sehr wir auch die Freundschaft und die Unterstützung anderer Nationen suchen, sind wir gewappnet in dem Wissen, dass wir heute unsere Zukunft eigenständig bestimmen.

Shana Tova und Am Yisrael Chai!

* Zu Teshuva gibt es einen sehr lesenswerten Artikel in der Jerusalem Post. Dort heißt es, dass Teshuva oft falsch mit Buße (Reue) übersetzt wird, es im eigentlichen Sinn aber ein „Zurückkommen“ bedeutet – ein Zurückkommen zu G’tt und, noch wichtiger, ein Zurückkommen zu der Person, als die wir gedacht sind.