Das Volk des Narrativs

von Vic Rosenthal, 11. August 2017

Originalartikel: The People of the Narrative

Die Nachrichten von Dienstag enthielten einen besonders ärgerlichen, wenn auch völlig vorhersehbaren Bericht, um meiner Sammlung von „Dingen, die zeigen, warum eine Koexistenz unmöglich ist“ hinzugefügt zu werden. Es scheint, dass durch das Pariser Protokoll zum Oslo-Abkommen im Jahr 1994 von Israel verlangt wird, ‚qualifizierten‘ palästinensischen Reiseleitern die Genehmigung zu erteilen, in Israel zu arbeiten. Reiseunternehmen heuern sie an, weil sie ungefähr halb so viel kosten wie ein israelischer Reiseleiter oder in einigen Fällen, wenn das Unternehmen eine ‚ausgewogene‘ Tour anbieten möchte, in der die israelischen und arabischen Narrative gleichermaßen geehrt werden.

Also, was passiert, ist dies: Die palästinensischen Reiseleiter bringen naive Ausländer zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und erklären, dass die dort zu lernenden Lektionen die sind, dass die Israelis heute die Palästinenser so behandeln wie die Nazis sie behandelt haben; dass Israel aufgrund der westlichen Schuld wegen des Holocausts gegründet wurde; und dass die Palästinenser Opfer des Genozids sind (trotz der Tatsache, dass sich ihre Zahl seit 1970 verdreifacht hat).

Dann gehen sie zur Altstadt, wo sie ihren Klienten erzählen, dass die Juden keine Geschichte in Jerusalem hätten und dass es „strittig“ sei, ob es dort einen jüdischen Tempel gegeben hätte oder nicht. Sie erklären, dass es dort eine jahrhunderte-, wenn nicht jahrtausendelange palästinensische Zivilisation gab, bis die kolonialistischen Juden kamen und sie enteigneten, vertrieben und besetzten.

Dies ist nur eine kleine, aber signifikante Art und Weise, in der die palästinensischen Araber eine historische Realität demontieren und ihr Narrativ fördern – eine unwahre Geschichte, an die sie mit absoluter Ernsthaftigkeit glauben.

Sie glauben, dass der jüdische Staat voll und ganz illegitim ist und keine moralische oder legale Berechtigung hat, palästinensische Mörder zu verhaften und ins Gefängnis zu werfen, die keine Terroristen oder Verbrecher sind, sondern politische Gefangene oder Kriegsgefangene, und dass es angebracht ist, sie als Helden zu behandeln und für die palästinensische Autonomiebehörde, ihren Familien Pensionen zu bezahlen.

Und sie glauben, dass das Narrativ der Besatzung jede Form des ‚Widerstands‘ einschließlich der Ermordung von Juden rechtfertigt, die sie „Siedler“ nennen (auch wenn sie in Tel Aviv leben). Sie glauben sogar, dass sie – ebenso wie James Bond – eine Lizenz zum Töten haben, ihnen gewährt durch das Völkerrecht!

Aber es ist nicht nur ein Glaube an historische Tatsachen oder Völkerrecht oder Menschenrechte oder die Frage, wer hier zuerst war oder ob arabische Flüchtlinge im Jahr 1948 freiwillig geflohen sind oder hinausgeworfen wurden (beides ist geschehen). Es liegt ein überwältigend starker emotionaler Gehalt in dem Narrativ. Es legt ein massives Gewicht an Demütigung und Scham auf die Schultern der palästinensischen Araber, die – davon weiß die ganze Welt – im Krieg besiegt, vertrieben und unterworfen wurden, von Juden, ausgerechnet!

Jedes Argument wird herangezogen, um zu beweisen, dass die Juden es nicht selbst getan haben – dass sie die westliche Welt auf ihrer Seite und das Geld des internationalen Judentums hinter sich hatten, dass die arabischen Nationen die Palästinenser verraten haben, und so weiter. Aber Entschuldigungen schaffen es nicht. Das Einzige, was das Gewicht des Narrativs von dem palästinensischen Mann nehmen kann, ist das Blut der Juden, die ihn gedemütigt haben.

Das Narrativ ist unabhängig von dem religiösen Imperativ, der fromme Muslime antreibt, Ungläubige zu ermorden, die ein Land heimgesucht haben, das einmal muslimisch war und deswegen für immer muslimisch bleiben muss. Es ist unabhängig von der aus Scham geborenen Wut, die ein Muslim fühlt, der sich nur den geringsten Beschränkungen seines Rechts auf Anbetung (wie Metalldetektoren oder der temporären Schließung oder Altersbeschränkungen auf dem Tempelberg) – durch die Juden auferlegt – unterzuordnen hat. Aber die intensive Scham und Wut, die es erzeugt, passt sich nahtlos in die von palästinensischen Muslimen empfundene religiöse Demütigung ein.

Wenn Sie sich hinsetzten und versuchten, einen Weg zu erfinden, um einen Konflikt für immer zu verlängern, könnten Sie es nicht besser machen als das palästinensische Narrativ. Es ist das Narrativ, das die Art und Weise rechtfertigte, mit der die arabischen Nationen, die die im Jahr 1948 Geflüchteten aufnahm, sie in Flüchtlingscamps zwang und sich weigerten, ihnen die Integration in ihre Gesellschaften zu ermöglichen. Sogar die palästinensische Autonomiebehörde, von der sie behaupten, sie sei eigentlich der „Staat Palästina“, weigert sich, ihren Flüchtlingsstatus zu beenden! Es ist das Narrativ, das die Ablehnung jeder Art eines „Normalisierungs“-Prozesses anheizt, der dazu beitragen könnte, es Juden und Arabern möglich zu machen, zukünftig nebeneinander zu leben. Es ist das Narrativ, das darauf besteht, dass nur die „Rückkehr“ der Nachkommen der im Jahr 1948 Geflüchteten in „ihre Häuser“ – das heißt, die Vertreibung des jüdischen Volkes aus dem Land Israel – ein Beginn sein kann, das zu korrigieren, was sie als die moraliche Inversion von 1948 sehen.

Einige Zionisten sagen, es gäbe kein palästinensisches Volk, es sei nur ein Haufen Araber, deren Vorfahren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in das Land eingewandert seien. Und es ist richtig, dass nur wenige von ihnen hier eine langfristige Geschichte haben und dass sie keine eigene Sprache oder Religion haben.

Aber ich würde nicht zustimmen, dass es nicht so etwas wie ein palästinensisches Volk gäbe. Wenn das jüdische Volk „das Volk des Buches“ ist, so sind die Palästinenser das Volk des Narrativs. Das Narrativ und der immer schwelende und manchmal kochende Konflikt mit den Juden haben aus ihnen ein Volk gemacht, ebenso wie die Reise durch die Wüste die Arbeit beendet hat, das jüdische Volk zu erschaffen.

Die palästinensische Identität beruht heute ganz auf ihrem Narrativ und ihrer Opposition gegen uns, auch ihren Hass auf uns. Wenn das jüdische Volk morgen verschwinden würde, gäbe es keine Palästinenser, nur Araber.

Und deshalb wird der Konflikt nicht durch ein Friedensabkommen, irgendeinen Kompromiss, eine andere Teilung oder auch nur eine allmähliche Versöhnung beendet. Ein Ende des Konflikts würde ein Ende der palästinensischen Identität bedeuten, was sie nicht freiwillig aufgeben werden. Es ist alles, was sie haben.

Das Narrativ füttert sich selbst und wächst mit Konflikt und Zeit nur stärker; und je stärker es ist, desto mehr Konflikte gibt es. Es gibt nur einen Weg, um ihn zu beenden: eine Seite muss gewinnen und die andere muss verlieren.

Übersetzung: faehrtensuche

Pragmatismus hinsichtlich des Tempelbergs

von Vic Rosenthal, 28. Juni 2017

Originalartikel: Pragmatism on the Temple Mount

Die Tempelberg-Krise ist ein perfektes Beispiel dafür, was „Israel Derangement Syndrom“ genannt worden ist:

Arabische muslimische Terroristen ermorden ein paar israelische Polizeibeamte mit Pistolen, die sie auf den Berg gebracht haben. Die Terroristen werden erschossen.

Israel ergreift die minimalsten Sicherheitsmaßnahmen und schließt den Platz für kurze Zeit während der Fahndung und installiert Metalldetektoren (wie die, durch die ich jeden Tag gehe, wenn ich meine Zeitung aus der Mall hole) und Sicherheitskameras.

Palästinensische Araber und so ziemlich die ganze muslimische Welt verlieren den Verstand, inszenieren heftige Unruhen, Versuche, mehr Polizisten zu ermorden (die mit dem Tod von drei Randalierern enden) eingeschlossen. Die Waqf, die den Tempelberg kontrolliert, befiehlt den Muslimen, sich zu weigern, durch die Detektoren zu gehen und außerhalb auf der Straße zu beten.

Ein 19-jähriger Terrorist hinterlässt einen Facebook-Post, in dem er erklärt, dass er aufgrund der Demütigung seines Volkes durch die Juden zu handeln gezwungen ist, schlachtet einen 70-jährigen Mann und seine beiden Kinder ab und verletzt seine Frau ernsthaft. Nur die sofortige Ankunft eines bewaffneten Soldaten außer Dienst hindert den Terroristen an dem Versuch, die Schwiegertochter des Mannes und fünf Enkelkinder zu ermorden. Der Terrorist ist leicht verwundet und wird grinsend von seinem Krankenhausbett (wo er von israelischen Ärzten behandelt wird) gezeigt.

Ein weiterer Terrorist sticht einen israelisch-arabischen Busfahrer in einem Shwarma-Restaurant in Petach Tikva nieder, weil er ihn für einen Juden hält. Nachdem er von mehreren Bürgern überwältigt wurde (einschließlich einem, der ihn mit einer hölzernen Pizzaplatte schlägt), erzählt der Terrorist der Polizei, „er hätte es für Al-Aqsa getan“.

Ein 17-jähriger Jordanier, der Möbel in der israelischen Botschaft umrückt, sticht einen Wachmann mit einem Schraubenzieher in den Magen. Der Wachmann schießt und tötet ihn in Notwehr (und tötet auch versehentlich eine andere Person in dem Raum). Anti-Israel-Agitation ist in Jordanien auf einem hohen Niveau, aufgrund einer großen Demonstration in Amman, die zwei Tage vor dem Zwischenfall stattfand. Die Jordanier weigern sich, den Wachmann freizulassen trotz seiner diplomatischen Immunität und er kommt erst nach einer Vereinbarung auf hoher Ebene frei, die offizielle amerikanische Stellen involviert und die Entfernung der Metalldetektoren und Kameras am Tempelberg vorsieht.

Israel entfernt die Metalldetektoren und Kameras, erhöht aber die Anwesenheit der Polizei. Die Unruhen gehen weiter und die Waqf hält ihren Boykott aufrecht mit der Begründung, dass alles genau in den Zustand zurückkehren muss wie er vor dem Mord an den Polizisten war, mit dem alles begann, sonst würde sie den „Status Quo“ als verletzt ansehen.

Bei all dem haben die internationalen Medien konsequent die Themen auf einer Bandbreite präsentiert von „es ist ein Zyklus von Gewalt“ bis zu „Israel hat Schuld am Terrorismus gegen die Palästinenser“. Schlagzeilen wie die des Guardian „Sechs Tote, als die israelisch-palästinensischen Spannungen überkochen“ suggerieren, dass Araber, die während des Werfens von Brandbomben auf die Polizei getötet wurden, gleichgesetzt werden mit Juden, die erstochen wurden während sie an einer Festtafel sitzen. NPR [Hörfunknetz in den USA] erklärt, dass der Aufruhr nach Entfernung der Detektoren und Kameras nicht aufgehört hätte, weil die „Pläne für ein neues Sicherheitssystem zu weiteren Protesten geführt hätten.“ Wie herausfordernd, dass wir Pläne machen, um uns selbst zu schützen!

Mahmud Abbas von der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mitglieder der islamischen Bewegung in Israel und einige israelisch-arabische Mitglieder der Knesset geben Israel die Schuld für die Gewalt, mit einigen Behauptungen der arabischen Knesset-Mitglieder, die sich bis auf die Ebene der Anstiftung zur Gewalt steigern.

Kundgebungen und Demonstrationen zugunsten der Araber finden überall auf der Welt statt, viele in muslimischen Ländern, aber auch in Südafrika, Großbritannien und den USA. Israel wird wiederum schuldig gemacht für „Provokationen“.

Niemand scheint zu merken oder sich darum zu scheren, dass die Gewalt durchweg von Arabern initiiert worden ist, gegen Israelis. Israelische Aktionen sind auf Selbstverteidigung und noch dazu auf sehr eingeschränkte Selbstverteidigung limitiert worden. Von Anfang an hat Israel Schwäche gezeigt. Anstatt zu versuchen, die israelische Kontrolle über den Ort zu sichern, haben Ministerpräsident Netanyahu und andere israelische Parlamentarier wieder und wieder gesagt, dass es keine Absicht gäbe, den „Status quo“ zu ändern, [also] die uns im Jahr 1967 selbst auferlegte demütigende ungeschriebene Vereinbarung, die „religiöse Kontrolle“ des Ortes an die Waqf zu übergeben und zu spezifizieren, dass, während Nicht-Muslimen der Besuch des Tempelbergs gestattet ist, nur Muslime dort beten dürfen.

Nachdem verschiedene Parlamentarier äußerten, die Metalldetektoren und Kameras blieben an Ort und Stelle, komme, was da wolle, wurden sie als Reaktion auf wohl eine Geiselnahme in Jordanien entfernt.

Die Entfernung der Metalldetektoren war ein schwerer Fehler. Obwohl weit entfernt von dem ersten Mal, als Israel angesichts der Bedrohungen der arabischen Gewalt oder des amerikanischen Drucks einknickte – oft, wie in diesem Fall wahrscheinlich geschehen, gleichzeitig angewandt – waren die durch dieses Ereignis gesendeten Botschaften alle die denkbar schlimmsten:

  • Israel wies darauf hin, dass es weder jetzt noch in der Zukunft versuchen würde, den unausgewogenen „Status Quo“ zu korrigieren, der sich über den akzeptierten Grundsatz hinwegsetzt, dass alle Religionen Zugang zu ihren heiligen Stätten haben sollten. Der den Nicht-Muslimen gewährte „Zugang“ ist in jeder Hinsicht dem der Muslime weit untergeordnet, und das stärkt den muslimischen Glauben, dass sie mehr Rechte verdienen als Nicht-Muslime.

  • Derjenige, der den Zugang zu einem Ort kontrolliert, ist der Besitzer eines Ortes. Der Fehlschlag des Versuchs durch Israel, den Zugang zu kontrollieren, bestätigten die Araber in ihrem Glauben, sie seien die Besitzer des Tempelbergs und ja, der ganzen Stadt und letztendlich des Landes.

  • Die Tatsache, dass Gewalt und Geiselnahme Israel dazu veranlasst haben, sofort einzulenken, trotz der wiederholten Beteuerungen israelischer Parlamentarier, das nicht zu tun, beweist, dass die Strategie gewalttätigen „Widerstandes gegen die Besatzung“ in Verbindung mit internationalem Druck und Ausnutzung jeder Gelegenheit (der Vorfall in Amman) funktioniert. Es beweist ihnen, dass – wenn sie nur beharrlich weitermachen – ihr Traum von der Vertreibung der Juden nicht unmöglich zu erreichen ist.

Ministerpräsident Netanyahu und der überwiegende Teil seines Kabinetts verstehen das. Sie verstehen auch die Fragen, die sich auf die religiösen und nationalen Aspekte des Konfliktes mit den palästinensischen Arabern beziehen. Sie verstehen, dass nichts im Nahen Osten wichtiger ist als die Symbolik und sie verstehen, dass die Kontrolle des Tempelbergs ein Einstehen für die Souveränität in Jerusalem ist. Also – wenn sie all das verstehen, warum knicken sie ein?

Es gibt ein Problem für die Führer demokratischer Länder, das einem ähnlichen Problem vergleichbar ist, dem Führungskräfte aus der Wirtschaft gegenüberstehen, die auf Aktionäre antworten müssen. Im Geschäft gibt es einen enormen Druck, dem Ziel des nächsten Quartals zu entsprechen, selbst wenn die Zukunft des Unternehmens leidet. In der Politik ist es immer die nächste Wahl, um sich darüber Gedanken zu machen, und es gibt Druck, um jetzt Frieden und Ruhe zu fördern. Im Fernsehen sieht man jeden Abend randalierende Araber und es gibt eine Geisel in Amman, er hat Familie, und das sind Probleme, die jetzt gelöst werden müssen. Möglicherweise werden die langfristigen Konsequenzen, sie auf die einfachste Weise zu lösen, nicht so gut sein, aber damit befasst man sich später. Das kann verschoben werden.

Die heutigen israelischen Führer sind, wie die meisten im Westen, Pragmatiker. Sie tun das, was funktioniert, und die Ideologie ist viel weniger wichtig als in der Vergangenheit. Bibis Pragmatismus wäre Begin oder Ben-Gurion fremd. Nicht, dass ihre Ideologien sie nicht einigermaßen in Verlegenheit bringen konnten, wenn sie keine Alternative hatten, sondern weil Ideologie ihre Aktionen immer zu langfristigen Zielen geführt hat. Sie hatten eine Ausrichtung und starke (wenn auch verschiedene) Visionen von dem, was der Staat Israel sein sollte. Heute sind die Dinge anders. Alle, der Ministerpräsident, der Verteidigungsminister, der Chef des Shin Bet, der IDF-Stabschef und der Polizeichef haben ihre Prioritäten. Im Rahmen dieser Prioritäten lösen sie Probleme. Vielleicht sind sie zu beschäftigt, um sich um Visionen Gedanken zu machen.

In diesem Fall hat sich die Regierung dafür entschieden, nachgiebig zu sein und die in ihrer Haltung inhärente Demütigung zu ignorieren, weil das der schnellste und der am wenigsten kostspielige Weg zu sein schien, die jetzigen Probleme zu lösen. Aber am besten ist eine kurzfristige Lösung und auch das ist nicht sicher, denn die Unruhen gehen trotz unserer Nachgiebigkeit weiter.

Die Araber haben eine Vision für die Zukunft, und obwohl ihnen bislang die Mittel zu ihrer Verwirklichung fehlten, haben sie den Willen, danach zu handeln. Wir haben heute mehr Macht als wir in den Tagen König Davids gehabt haben, aber unser nationaler Wille ist fragmentiert. Wir haben die Fähigkeit, die Zukunft zu schaffen, aber wir sind uns nicht einig, welche Zukunft wir schaffen wollen. So wählen wir pragmatische Politiker, die wissen, wie Probleme zu lösen sind.

Ist diese Krise nur eine weitere Beruhigungsmaßnahme oder ist sie ein Wendepunkt? Ich bin nicht sicher, aber ich bin sicher, dass uns mehr gedient wäre mit Führern, die nicht nur Probleme lösen können, sondern eine klare Vorstellung von unserer letztendlichen Bestimmung haben.

Übersetzung: faehrtensuche

„Nur kurz“ zitiert

„[…] wer über ein paar Wohnungen in Gegenden, aus denen die Juden gewaltsam vertrieben wurden (mehrmals) und in die sie wieder zurückkehrten, Krokodilstränen vergießt, während er die unablässigen Anschläge auf Leib und Leben israelischer Zivilisten als gegeben hinnimmt – wer gemeinsame Sache macht mit Institutionen, die Israel ständig unter eine überkritische, ideologisch gefärbte Lupe nehmen, während sie Gräuel in Israels Nachbarländern elegant ignorieren – wer ohne nachzudenken immer dieselben Phrasen daherredet und das im Vollgefühl deutscher Wichtigkeit und deutscher Richtigkeit – der disqualifiziert sich selbst als Vermittler.

Es ist schade, daß Netanyahu die Gelegenheit nicht genutzt hat, gleichzeitig mit seiner Absage an Gabriel ein paar wichtigen deutschen Medien ein paar grundlegende Fakten mitzuteilen, die in Deutschland anscheinend unbekannt sind. […]

Die deutsche Einheitsmeinung zum sog. Nahostkonflikt ist jedenfalls so fest betoniert, daß keiner sich selbst mal fragt: warte mal, in welchem anderen Konflikt bin ich eigentlich FÜR ethnische Trennung, FÜR Umsiedlung, FÜR ein Regime, das Homosexuelle, Kritiker und Frauen mundtot macht, FÜR religiösen Fundamentalismus und Kompromißlosigkeit, und FÜR Terror als Mittel der Politik? Hmm, vielleicht sollte ich die Fakten, die mir von meinen palästinensischen Freunden präsentiert werden, doch noch einmal überprüfen…?

Nein, das geschieht nicht. Wie die Palästinenser und ihre israelischen Sprachrohre es vorerzählen, so wird es nachgeplappert, auch ohne jegliche Kenntnis der wahren Lage.

Und ich habe noch nichtmal angefangen, über den iranfreundlichen Unterton nachzudenken, der so viele Artikel in deutschen Zeitungen durchzieht… […]“

Den ganzen Artikel gibt’s hier!

BITTE LESEN!!!

Warum gibt es keinen palästinensischen Staat?

Viele Leute scheinen zu glauben, es gäbe keinen palästinensischen Staat, weil Israel das nicht zuließe.

Dabei hat Israel den Palästinensern immer wieder Angebote für einen eigenen Staat gemacht, doch die Palästinenser haben jedes Angebot abgelehnt.

„Land [im Austausch] für Frieden“ hat nie funktioniert. Im Gegenteil: Statt Frieden „erntete“ Israel Terror und Krieg. „Bestes“ Beispiel: die Räumung des Gazastreifen im Jahr 2005!

Ein neu erstelltes Video der Prager University gibt Auskunft.

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Der Text des Videos in Deutsch (Übersetzung: faehrtensuche):

Israel muss den Palästinensern nur einen eigenen Staat zugestehen, dann gibt es Frieden im Nahen Osten, nicht wahr?

Das ist das, was Sie von UN-Botschaftern, europäischen Diplomaten und den meisten Hochschul-Professoren hören. Aber was wäre, wenn ich Ihnen sagte, dass Israel den Palästinensern bereits einen eigenen Staat angeboten hat – und nicht nur einmal, sondern fünfmal, bei verschiedenen Anlässen. Sie glauben mir nicht?

Lassen Sie uns die Vorgeschichte prüfen!

Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Großbritannien den größten Teil des Nahen Ostens, einschließlich des Gebietes, das das moderne Israel ausmacht. Siebzehn Jahre später, im Jahre 1936, rebellierten die Araber gegen die Briten und gegen die jüdischen Nachbarn. Die Briten bildeten eine Kommission, um die Ursache der Rebellion zu untersuchen. Die Kommission kam zu dem Schluss, der Grund für die Gewalt läge darin, dass zwei Völker – Juden und Araber – das gleiche Land regieren wollten. Die Lösung wäre, so die Peel-Kommission, die Schaffung zweier unabhängiger Staaten – eine für die Juden und eine für die Araber. Eine Zwei-Staaten-Lösung.

Die vorgeschlagene Aufteilung fiel stark zugunsten der Araber aus. Die Briten boten ihnen 80 Prozent des umstrittenen Territoriums an, den Juden die restlichen 20 Prozent. Doch trotz der winzigen Größe ihres vorgeschlagenen Staates stimmten die Juden dafür, dieses Angebot anzunehmen. Aber die Araber lehnten es ab und nahmen ihre gewalttätige Revolte wieder auf.

Ablehnung #1

Zehn Jahre später, 1947, forderten die Briten die Vereinten Nationen auf, eine neue Lösung für die anhaltenden Spannungen zu finden. Ebenso wie die Peel-Kommison entschieden die Vereinten Nationen, dass der beste Weg für die Lösung des Konflikts der sei, das Land zu teilen. Am 7. November 1947 stimmten die Vereinten Nationen für die Schaffung von zwei Staaten. Wiederum nahmen die Juden das Angebot an, die Araber lehnten es ab, nur taten sie es dieses Mal, indem sie einen totalen Krieg begannen.

Ablehnung #2

Jordanien, Ägypten, Irak, Libanon und Syrien beteiligten sich an dem Konflikt. Aber sie scheiterten. Israel gewann den Krieg und baute weiterhin eine neue Nation. Der größte Teil des Landes, das von der UN für einen arabischen Staat vorgesehen war – das Westjordanland und Ost-Jerusalem -, wurde besetztes Gebiet (1949); besetzt nicht von Israel, sondern von Jordanien. Zwanzig Jahre später, 1967, versuchten die Araber, diesmal von Ägypten angeführt und gemeinsam mit Syrien und Jordanien  erneut, den jüdischen Staat zu zerstören. Der Konflikt des Jahres 1967, auch bekannt als der 6-Tage-Krieg, endete mit einem überwältigenden Sieg für Israel. Jerusalem und das Westjordanland, auch das Gebiet, das als Gaza-Streifen bekannt ist, fiel an Israel. Die Regierung war darüber geteilter Meinung, was man mit diesem neuen Territorium tun sollte. Die [eine] Hälfte wollte das Westjordanland an Jordanien und Gaza an Ägypten zurückgeben – im Austausch für Frieden. Die andere Hälfte wollte es den Arabern der Region geben, die begonnen hatten, sich selbst als die Palästinenser zu bezeichnen, in der Hoffnung, dass sie dort letztlich ihren eigenen Staat bauen würden. Keine der Initiativen kam sehr weit. Ein paar Monate später traf sich die Arabische Liga im Sudan und veröffentlichte ihre berüchtigten drei „NOs“:

NO – KEIN FRIEDE MIT ISRAEL!

NO – KEINE ANERKENNUNG ISRAELS!

NO – KEINE VERHANDLUNGEN MIT ISRAEL!

Wieder einmal wurde eine Zweistaaten-Lösung von den Arabern abgelehnt und es kam zur Ablehnung Nummer 3.

Ablehnung #3

Im Jahr 2000 traf sich der israelische Ministerpräsident Ehud Barak in Camp David mit dem Präsidenten der Palästinensischen Befreiungsorganisation Yasser Arafat, um einen neuen Zwei-Staaten-Plan abzuschließen. Barak bot Arafat einen palästinen-sischen Staat an – ganz Gaza und 94% der Westbank mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Aber der Palästinenserführer lehnte das Angebot ab. In den Worten des US-Präsidenten Bill Clinton war Arafat „hier 14 Tage lang und sagte ‚Nein‘ zu allem.“ Stattdessen begannen die Palästinenser eine blutige Woge von Selbstmordattentaten, die über 1000 Israelis tötete und weiter Tausende verstümmelte – in Bussen, in Hochzeitssälen und Pizzabuden.

Ablehnung #4

Im Jahr 2008 versuchte Israel es noch einmal. Ministerpräsident Ehud Olmert ging noch weiter als Ehud Barak, indem er das Friedensangebot um zusätzliches Land erweiterte, um den Deal zu versüßen. Wie sein Vorgänger lehnte der neue Palästinenserführer, Mahmoud Abbas, den Deal ab.

Ablehnung #5

Zwischen diesen beiden letzten israelischen Angeboten hat Israel den Gazastreifen einseitig geräumt und den Palästinensern dort die volle Kontrolle überlassen. Anstatt dieses Gebiet zum Wohl seiner Bürger weiterzuentwickeln, verwandelten die Palästinenser den Gazastreifen in einen terroristischen Stützpunkt, von dem aus sie Tausende von Raketen nach Israel abfeuerten. Jedes Mal, wenn Israel einem palästinensischen Staat zugestimmt hat, haben die Palästinenser das Angebot abgelehnt, oft gewaltsam.

Also, wenn Sie sich für Frieden im Nahen Osten interessieren, dann ist die Antwort nicht, auf Israel Druck auszuüben, um den Palästinensern ein weiteres Angebot für einen Staat zu unterbreiten. Möglicherweise ist die Antwort die, auf die Palästinenser Druck auszuüben, endlich die Existenz eines jüdischen Staates zu akzeptieren.

Mein Name ist David Brog, Geschäftsführer der Maccabbee Task Force, für die PragerU.

Ulrich W. Sahm klärt auf

Danke an Honestly Concerned, durch die ich auf das Video aufmerksam geworden bin.

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„Kleiner“ Hinweis: Wen die unter dem Video angegebene Zeit abschreckt, dem sei gesagt, dass die „reine“ Vortragszeit etwa 55 Minuten beträgt, eine Zeit, die es sich zu investieren lohnt! Versprochen! 😉