Der Sechs-Tage-Krieg: Eine historische Zeitleiste

13. Mai 1967: Militärische Provokation und Terrorismus

Im Mai 1967 war der Staat Israel erst 19 Jahre alt. Zu seiner Gründung im Jahr 1948 hatten fünf arabische Armeen eine militärische Invasion koordiniert, um die Errichtung des kleinen jüdischen Landes zu verhindern. Aber im Unabhängigkeitskrieg gelang es Israel, die Truppen abzuwehren, die entschlossen waren, Israel zu zerstören. Israel hat die Souveränität über die alte jüdische Heimat zurückgewonnen und den Weg frei gemacht für die Etablierung eines jüdischen Staates nach 2.000 Jahren der Staatenlosigkeit und Verfolgungen.

Doch trotz des Erfolgs Israels bei der Gründung eines neuen Landes, genoss es keinen Frieden mit seinen Nachbarn. Terrorismus und häufige Angriffe an drei Grenzen hielten Israel in einen permanenten Alarmzustand.

Im Norden, von den Golanhöhen, schoss Syrien regelmäßig auf jüdische Gemeinden unten im Tal. Im Süden und Osten drangen arabische Terroristen aus dem ägyptisch kontrollierten Gaza und dem jordanisch kontrollierten Westjordanland ein und verübten Anschläge auf israelische Zivilisten und töteten in den 19 Jahren seit der israelischen Unabhängigkeit 400 [Personen].

Umgeben von feindlichen Nachbarn und an seiner schmalsten Stelle nur neun Meilen breit, war Israel gefährdet. Die Anschläge erreichten den Punkt, dass sie von dem damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen U Thant als „bedauerlich“ verurteilt wurden.

Obwohl der jüdische Staat in die Vereinten Nationen aufgenommen und von der internationalen Gemeinschaft gefeiert worden war, lehnten seine arabischen Nachbarn sein bloßes Existenzrecht ab und bereiteten sich darauf vor, wieder einen Krieg zur Zerstörung Israels aufzunehmen, den sie 19 Jahre zuvor beendet hatten. Die arabische Aufrüstung zu einem totalen Krieg stand vor der Tür. 

In diesem Video – das erste in einer 12-teiligen Serie der Erinnerung – werden Sie etwas über die regionale Atmosphäre erfahren, die zum Sechstagekrieg 1967 geführt hat, und etwas herausfinden über die frühzeitigen Schritte, die zu dem Krieg geführt haben, der die Zukunft Israels verändert hat.

Warum führte Israel Krieg? #1

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22. Mai: Kriegsgefahr

Mitte Mai 1967 war die arabische Feindschaft Israel gegenüber im Begriff, eine dramatische Wendung zum Schlechteren zu nehmen. Am 14. Mai begann der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser damit, Truppen und militärische Ausrüstung in die demilitarisierte Zone der Sinai-Halbinsel zwischen Israel und Ägypten zu verlagern.

Nassers Entscheidung wurde zum Teil durch Fehlinformationen angetrieben, die er von der Sowjetunion – Ägyptens Verbündetem und Sponsor – erhalten hatte, die behauptete, Israel sei kurz davor, in Syrien einzudringen. Doch obwohl Nasser nur einen Tag später erfahren hatte, dass diese Berichte falsch waren, fuhr er fort, Zehntausende von Truppen und Hunderte von Panzern in Richtung israelischer Grenze in Bewegung zu setzen.

Am 16. Mai, angestachelt von anderen arabischen Ländern und der ägyptischen öffentlichen Meinung, befahl Nasser die sofortige Evakuierung aller UN-Truppen und die Beendigung der UNO-Präsenz zur ägyptisch-israelischen Grenze. Die UNO kam dem nach und überließ die Pufferzone der totalen ägyptischen Kontrolle. Israel lag nun ungeschützt an seiner südlichen Grenze, während Ägypten weiterhin seine Truppen im Sinai sammelte. Am Ende der Woche hatte Ägypten 80.000 Soldaten, 550 Panzer und 1.000 Artilleriegeschütze an der israelischen Grenze in Stellung gebracht.

In dieser Woche, im zweiten Teil der insgesamt 12-teiligen Video-Serie, wird die aggressive Entscheidung des ägyptischen Präsidenten Nasser, Zehntausende von Soldaten entlang der israelischen Grenze anzusammeln, bezeugt und die überraschende Aktion der Vereinten Nationen.

Ägypten vertreibt UNO-Beobachter #2

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30. Mai 1967 – Kriegshandlung

Ende Mai war der Einsatz von Zehntausenden von Soldaten in der Pufferzone entlang der israelischen Grenze durch den ägyptischen Präsidenten Nasser eine unmissverständliche Bedrohung für Israel.

Der israelische Ministerpräsident Levi Eshkol reagierte mit großer Umsicht [und meinte], Israel würde keine Kriegshandlungen beginnen, solange Ägypten davon absähe, die internationale Wasserstraße, die zum südlichen Hafen Israels führte – die Straße von Tiran – zu schließen. Eine solche Aktion würde Israel von der Ölversorgung und anderen wichtigen Ressourcen abschneiden, indem sie den israelischen Zugang zum Golf von Aqaba und Asien blockierte.

Am 23. Mai reagierte Präsident Nasser mit der Blockade der Wasserstraße. Diese Aktion verletzte die Resolution 118 des UN-Sicherheitsrates, wurde von US-Präsident Lyndon Johnson verurteilt und stellte nach Völkerrecht eine Kriegshandlung dar.

Trotzdem ergriff Israel keine sofortigen militärischen Aktionen und bemühte sich weiterhin um eine Lösung über diplomatische Kanäle.

Aber die Feinde Israels würden durch Diplomatie allein nicht bewegt. Als fünf andere arabische Länder ihre Truppen gegen Israel aufstellten, sagte Nasser der Öffentlichkeit: „Wir wussten, dass die Schließung des Golfs von Aqaba Krieg mit Israel bedeutete … Wenn der Krieg kommt, wird er total sein und das Ziel wird Israels Zerstörung sein …“.

Die Spannungen nahmen zu. Es schien, dass Israel ein Krieg um seine schiere Existenz bevorstand.

Im dritten Video unserer 12-teiligen Serie erfahren Sie, was Israel als Reaktion auf Ägyptens bedrohlichende Entscheidungen tat und wie der ägyptische Präsident Nasser die Situation weiter aufschaukelte.

Ägypten blockiert die Straße von Tiran #3

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4. Juni 1967 – Krieg ohne Alternative

In der Woche vor Beginn des Krieges hallten die arabischen Straßen mit Aufrufen wider, den jüdischen Staat zu zerstören.

Jordanien unterzeichnete einen Militärpakt mit Ägypten und Syrien. Mittlerweile hoffte Israel, die Vereinigten Staaten würden die ägyptische Blockade der Meerenge von Tiran zwangsweise brechen, aber die USA nahmen davon Abstand zu intervenieren, da sie eine Konfrontation mit der Ägypten sponsernden UdSSR fürchteten.

Israels Armee war schwer unterlegen. Bereit für den Angriff waren 80.000 ägyptische Soldaten, 60.000 jordanische Soldaten und 50.000 syrische Soldaten und insgesamt mehr als 850 Panzer und 600 Kampfflugzeuge.

Die Stimmung in ganz Israel war angespannt und besorgt. Schulen wurden geschlossen und öffentliche Verkehrsmittel ausgesetzt. Jugendliche waren damit beschäftigt, Sandsäcke zu füllen. Schulgebäude wurden in Luftschutzräume umgewandelt. Medikamente und über 14.000 Krankenhausbetten wurden vorbereitet.

Darüber hinaus wurden Parkanlagen im ganzen Land umgegraben – um über 10.000 Gräber bereitzustellen. Israelis befürchteten einen zweiten Holocaust.

Mittlerweile hielten Juden und Nichtjuden Massendemonstrationen und Spendenaktionen in New York und London ab. Jüdische Freiwillige aus der ganzen Welt kamen, um sich zur Verteidigung Israels einzuschreiben.

Ministerpräsident Levi Eshkol wandte sich an die Nation in einer Fernsehansprache, die jetzt berühmt ist wegen ihrer Zögerlichkeit und später dazu führte, das Verteidigungsministerium an den israelischen Kriegshelden General Moshe Dayan zu übergeben.

Inzwischen war klar, dass die Diplomatie gescheitert war. In der Nacht des 4. Juni bestätigte Israels Kabinett, dass arabische Armeen die Existenz des Staates bedrohten. Die Regierung ermächtigte Ministerpräsident Eshkol und Verteidigungsminister Dayan, die israelischen Streitkräfte für präventive militärische Aktionen einzusetzen.

Diese Aktion würde bis zum Morgen streng geheim bleiben.

Was machte diesen Krieg zu einem alternativlosen? #4

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5. Juni 1967: Sechs-Tage-Krieg: Tag 1

Am frühen Morgen des 5. Juni startete Israel einen präventiven Luftangriff auf ägyptische Luftwaffenstützpunkte als Reaktion auf Ägyptens kontinuierliche Provokationen. Jeder Militärjet in der israelischen Luftwaffe, ausgenommen 12, startete und flog niedrig, um Radar-Erkennung zu vermeiden und die vollständige Funkstille einzuhalten. Sie bombardierten die Start- und Landebahnen von 11 ägyptischen Luftwaffenstützpunkten und machten sie kampfunfähig, ebenso die Flugzeuge auf dem Boden.

In nur vier Stunden zerstörte Israel zwei Drittel der gesamten ägyptischen Luftwaffe, die größte der arabischen Welt.

Israel eröffnete Jordanien dann ein letztes Angebot: Wenn ihr euch aus dem Krieg heraushaltet, wird Israel keine Vergeltung üben – auch wenn das bedeutete, dass der Tempelberg in Jerusalem und andere jüdische heilige Stätten unter jordanischer Kontrolle blieben.

Tausende von Mörsergranaten prasselten auf jüdische Gebiete in Jerusalem und trafen zivile Orte einschließlich des Hadassah-Krankenhauses und der Kirche auf dem Berg Zion. Um das Hochland des Westjordanlandes zu kontrollieren, beschoss Jordanien einfach zivile Ziele bis nach Tel Aviv und führte Luftangriffe auf Küstenstädte wie Netanya und Kfar Saba durch.

Syrien und der Irak schlossen sich auch dem Krieg an und zielten auf Haifas Ölraffinerien und jüdische Gemeinden unterhalb der syrisch kontrollierten Golanhöhen.

Israel schlug zurück und griff jordanische, syrische und irakische Luftstützpunkte an. Übermäßig beansprucht in einem Drei-Fronten-Krieg – Ägypten im Süden, Jordanien im Osten und Syrien im Norden – wäre bald klar, ob Israels Militär [die Stellung] halten oder nicht halten würde.

Tag 1 des Krieges

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6. Juni 2017: Tag 2 des Krieges

Israel hatte es gerade am Tag zuvor geschafft, zwei Drittel der ägyptischen Luftwaffe zu zerstören. Nun, am 6. Juni, bekämpften die israelische Verteidigungskräfte ägyptische Panzer und Truppen im Sinai.

In einer weiteren bemerkenswerten Leistung besiegte Israel Ägypten in der Wüste, obwohl es drei zu eins unterlegen war. Ägypten, als es das Ausmaß seiner Verluste sah, zog sich zurück und überließ Israel die Sinai-Halbinsel. Am nächsten Tag mittags würde Israel den Hafen in Sharm El-Sheikh kontrollieren und die Seestraßen wieder öffnen, die Ägypten gerade vor zwei Wochen gesperrt hatte.

Mittlerweile wurden israelische Truppen auf der strategischen Bergspitze des Scopus-Berges in Jerusalem mit Blick auf die historische Altstadt positioniert. Obwohl Israel die jordanischen Truppen hätte mit Artillerie beschießen können, verzichtete es darauf, um die Stadt zu schonen, die für das jüdische Volk eine solche Bedeutung hatte.

In einer Dringlichkeitssitzung bei den Vereinten Nationen in New York tadelte Israels Außenminister Abba Eban Ägypten für seine Aggression gegen Israel und verkündete auch den bisher erzielten großen Erfolg Israels, die Aggression abzuwehren.

In Israel wandte sich Premierminister Levi Eshkol an die Sowjets, um für die Sicherung des Friedens um Hilfe zu bitten. Doch die Sowjets blieben gegenüber der Anfrage Israels kalt und forderten von Israel einen „sofortigen und bedingungslosen“ Stopp aller militärischen Operationen.

Das war ein Weg, den Israel sich nicht leisten konnte. Der Krieg würde weitergehen.

Tag 2 des Krieges

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7. Juni 1967: Tag 3

Von ihrem strategischen Aussichtspunkt des Scopus-Berges aus auf die Altstadt blickend, bereiteten sich die israelischen Verteidigungsstreitkräfte darauf vor, die Jordanier zu schlagen.

In den letzten 19 Jahren war Jerusalem geteilt worden. Im Unabhängigkeitskrieg von 1948 hatte Jordanien den östlichen Teil der Stadt eingenommen, einschließlich der Altstadt und des Tempelbergs, den Ort des alten jüdischen Tempels und den heiligsten Ort des Judentums.

Unter jordanischer Herrschaft waren die Juden aus dem jüdischen Viertel vertrieben worden, die Synagogen wurden zerstört und der benachbarte Friedhof des Ölbergs – der älteste und heiligste des Judentums – wurde vandalisiert. Seitdem wurden Juden von ihren heiligen Stätten im östlichen Jerusalem ausgeschlossen, trotz der Zusage religiöser Rechte im Waffenstillstandsabkommen von 1949.

Am frühen Morgen des 7. Juni rückten israelische Fallschirmjäger auf die Stadt vor und benutzten, um die antike Stätte zu bewahren, keine Artillerie. Nachdem sie stundenlang gekämpft und zahlreiche Verluste erlitten hatten, gewannen die Israelis die Oberhand.

Der israelische Armee-Rundfunk übertrug einen Schrei, nun berühmt in den Annalen der israelischen Geschichte – „Har Habayit Beyadenu, Har Habayit Beyadenu!“ – der Tempelberg ist in unseren Händen, der Tempelberg ist in unseren Händen.

Fallschirmjäger und Angehörige der israelischen Armee strömten in die Altstadt, um an der Westmauer zu beten und hissten eine israelische Flagge auf dem Tempelberg. Zum ersten Mal in 2000 Jahren war Jerusalem unter jüdischer Souveränität wiedervereinigt.

Israelische Truppen fingen dann an, in die Gebiete um Jerusalem vorzurücken. Die historischen biblischen Städte Hebron und Bethlehem wurden mit wenig bis gar keinem Widerstand erobert, ebenso Gush Etzion. Das Westjordanland, der historische Geburtsort des jüdischen Volkes, und biblisch als Judäa und Samaria bezeichnet, war wieder Teil eines jüdischen Staates.

Die Schlacht an der Ostfront war fast vorbei. Aber im Norden ging der Kampf weiter.

Tag 3 des Krieges

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8. Juni: Tag 4

In nur drei Tagen hat Israel die Bedrohung von Ägypten im Süden und Jordanien im Osten mit den arabischen Kräften durch Rückzug im Westjordanland erfolgreich neutralisiert.

Aber am 8. Juni griff ein israelisches Flugzeug irrtümlicherweise die USS Liberty an, ein amerikanisches elektronisches Überwachungsschiff, das vor der Küste fuhr. Obwohl bei Entdeckung des Fehlers der Angriff abgebrochen wurde, wurden tragischerweise 34 amerikanische Seeleute getötet. Der israelische Ministerpräsident Levi Eshkol übermittelte den Vereinigten Staaten sein „tief empfundenes Beileid“.

Am selben Tag verstärkten die israelischen Streitkräfte die Kontrolle über die Westbank. Während der 19 Jahre, in denen Jordanien das Gebiet kontrollierte, betrug Israels Breite an der schmalsten Stelle kaum verteidigungsfähige neun Meilen, so dass Tel Aviv und ganz Zentral-Israel anfällig für jordanische Artillerie waren.

Jetzt, wo Israel das Westjordanland kontrollierte, wuchs das israelisch kontrollierte Territorium auf 44 Meilen Breite und konnte leichter verteidigt werden.

Aber mehr als das gerade für die Sicherheit erforderliche Territorium besaß das Westjordanland große religiöse und historische Bedeutung. Auch bekannt durch seinen biblischen Namen Judäa und Samaria, war dies die alte angestammte Heimat des jüdischen Volkes, die Wohnstätte der jüdischen Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob. Sie war immer zentral für die jüdische Identität gewesen, und die Juden hatten dort eine kontinuierliche Präsenz seit 3000 Jahren.

Dass es wieder in den Händen des jüdischen Staates war, war ein tief bewegendes Ereignis für viele Menschen auf der ganzen Welt.

Mittlerweile brachte das israelische Vordringen zum Suezkanal im Süden schließlich Ägypten dazu, spät in der Nacht einen Waffenstillstand zu akzeptieren. Aber die syrische Artillerie fuhr fort, im Norden niederzuprasseln und so Israel in die Schlacht auf den Golanhöhen hineinzuziehen.

Tag 4 des Krieges

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9. Juni 1967: Tag 5

Während des ganzen Krieges hatten die ägyptischen Medien unter Präsident Gamal Abdel Nasser fälschlicherweise militärische Siege gegen Israel gemeldet. Aber am 9. Juni konnte Nasser die Wahrheit nicht länger verbergen. Er erschien im Staatsfernsehen und während er vor allem die USA und Großbritannien beschuldigte, Israel mit massiver militärischer Unterstützung zu versorgen – was eine falsche Anschuldigung war – gab er die Niederlage der ägyptischen Armee zu und legte sein Amt nieder. Aber nachdem er eine Welle von Sympathiebekundungen der ägyptischen Öffentlichkeit erhalten hatte, zog Nasser umgehend seinen Rücktritt zurück.

Nach dem Sieg über Ägypten und Jordanien lenkte Israel seine Aufmerksamkeit auf Syrien.

Jahrzehntelang blickte das syrische Militär von den Golanhöhen aus auf Israels Galiläa-Region und bombardierte regelmäßig nördliche israelische Städte, Ortschaften und Gemeinden. Seit Ende des Krieges im Jahr 1948 wurden über 1.000 Raketen und Granaten auf Israel gefeuert, wobei syrische Terroristen regelmäßig die Grenze infiltrierten, um israelische Zivilisten anzugreifen. Über 120 Israelis waren ermordet worden.

Mit Syrien, das trotz der Niederlage Ägyptens und Jordaniens noch Angriffe ausführte, bewegten sich israelische Truppen auf den Hängen der Golanhöhen und übernahmen die Kontrolle über alle Straßen und Zugangspunkte zur strategischen Hochebene. Aber der Kampf um den Golan ging weiter mit dem Befeuern israelischer Gemeinden, das noch nicht abgeschlossen war.

Tag 5 des Krieges

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10. Juni 1967: Tag 6

Ägypten und Jordanien waren besiegt worden, und Jerusalem, das Westjordanland, die Sinai-Halbinsel und der Gazastreifen waren in israelischer Hand.

Aber der Krieg war nicht vorbei. Syrien fuhr fort, von seinem Standpunkt auf den Golanhöhen aus das nördliche Israel zu bombardieren.

Nach Sicherung der unteren Zugangspunkte zum Golan machte die israelische Armee am 10. Juni ihr Angebot für das hoch gelegene Gebiet, um den syrischen Beschuss der israelischen Zivilbevölkerung ein für allemal zu stoppen. Als die IDF vorrückte, wichen die syrischen Streitkräfte zurück und verließen ihre Posten bis hin nach Kuneitra, dem letzten syrischen Stützpunkt. Die ganzen Golanhöhen waren nun unter Israels Kontrolle.

Und damit war der Krieg vorbei. Die arabische Seite erlitt katastrophale Verluste und Israel hatte sich als die dominierende militärische Macht im Nahen Osten etabliert, zur Blamage und Wut ihrer arabischen Gegner.

Bedroht von der nahe bevorstehenden Zerstörung, hatte Israel die Oberhand behalten. Es eroberte die Golanhöhen und hinderte Syrien daran, Gemeinden im Norden Israels ins Visier zu nehmen. Es eroberte Ostjerusalem und das Westjordanland von Jordanien und verhinderte, dass die Jordanier Jerusalem und Tel Aviv bombardierten und gab Israel die strategische Hochebene und eine verteidigungsfähige Breite. Israel übernahm auch die Kontrolle über die gesamte Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen von Ägypten, schützte Israels südliche Grenze und öffnete die Wasserstraße nach Eilat, dem südlichen Hafen.

Israel wurde von einer Welle der Euphorie durchzogen. Das kleine, stark unterlegene Land hatte einen beeindruckenden militärischen Sieg errungen und sich stark vergrößert hin zu Grenzen, die realistisch verteidigt werden konnten. Es hatte das Gefühl der ständigen Gefahr, dem Israelis seit der Gründung des Staates ausgesetzt waren, beseitigt. Und vielleicht empfand es ganz spezifisch das Gefühl der nationalen und geschichtlichen Wiedergeburt, da Jerusalem, der heiligste Ort des jüdischen Staates und die Hauptstadt des alten jüdischen Reiches, erstmals in 2.000 Jahren unter jüdischer Souveränität wiedervereinigt wurde.

Tag 6 des Krieges

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13. Juni 1967: Unmittelbare Nachwirkungen

Der Krieg war vorbei. Ein Kampf ums Überleben hatte mit einem überwältigenden israelischen Sieg geendet. In nur sechs Tagen hat Israel die arabischen Armeen, die ihre Existenz bedrohten, zurückgedrängt und verteidigungsfähige Grenzen erhalten.

Im Krieg eroberte Israel Ost-Jerusalem und das Westjordanland, auch bekannt unter den biblischen Namen Judäa und Samaria, die tiefe religiöse Bedeutung besaßen. Das Westjordanland war der Geburtsort des jüdischen Volkes und hatte 3000 Jahre lang eine kontinuierliche jüdische Präsenz, bis 1948.

Das war bedeutsam. Im Jahr 1948 eroberte Jordanien diese Länder und vertrieb alle Juden aus Ost-Jerusalem, einschließlich der Altstadt von Jerusalem und des Westjordanlands. 19 Jahren lang war Juden der Zutritt zu der Westmauer oder anderen jüdischen heiligen Stätten nicht gestattet. Israels Sieg bedeutete ein wiedervereintes Jerusalem und freier Zugang zu den heiligen Stätten für alle Religionen.

Neben dem Land befand sich Israel in der Kontrolle über eine Bevölkerung, die es vor dem Krieg nicht die Absicht hatte zu regieren. Hunderttausende von arabischen Einwohnern waren nun unter israelischer Gerichtsbarkeit in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen. Israel kontrollierte auch den Tempelberg, die heiligste Stätte des Judentums, aber ebenso den Ort einer heiligen muslimischen Moschee und eines Schreins.

Um ihre (Selbst-)Verpflichtung zur Koexistenz zu zeigen und im Bestreben, künftige Gewalt zu vermeiden, machte Israel einen beispiellosen und umstrittenen Schritt: Es gab die Kontrolle über den Tempelberg an die Jordanier, nur 10 Tage nach dem Ende des Krieges.

Darüber hinaus sandte Israel nach dem Krieg ein Angebot an die arabischen Länder: Territorium im Austausch für Frieden. Aber es kam keine Reaktion – eine von vielen unerwiderten Friedensofferten, die von Israel gemacht wurden.

Drei Monate später trafen sich arabische Führer im Sudan und schufen eine Resolution, die bekannt ist als „die 3 Nein von Khartum“: „KEIN Frieden mit Israel, KEINE Anerkennung Israels, KEINE Verhandlungen mit Israel“. Israels Außenminister Abba Eban erklärte später: „Dies ist der erste Krieg in der Geschichte, der damit endete, dass die Sieger einen Frieden anstrebten und die Besiegten eine bedingungslose Kapitulation forderten.“ [Hervorhebung: faehrtensuche]

Die Israelis waren bestürzt. Sie hofften, dass ihr Sieg zu Verhandlungen führen würde, in denen erobertes Land zurückgegeben würde im Austausch für einen echten Frieden mit ihren Nachbarn, aber ihnen begegnete eine glatte Absage für Verhandlungen.

Am Tag nach dem Krieg

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Nach 1967: Suche nach Frieden

Am Vorabend des Sechstagekrieges im Juni 1967 zogen die arabischen Staaten Truppen und Panzer zusammen und drohten, Israel zu zerstören. Doch Israel drängte sie zurück und eroberte ein Territorium, das ihr verteidigungsfähige Grenzen gab. Israel hat dann signalisiert, dass es den größten Teil dieses Landes für Frieden zurückgeben würde, aber die arabische Welt lehnte Israels Angebote ab.

Am 22. November, fünf Monate nach dem Sechstagekrieg, verabschiedeten die Vereinten Nationen die Resolution 242 und forderten Israel auf, sich aus dem eroberten Land zurückzuziehen – ohne zu spezifizieren, aus wie viel – während sie auch die arabischen Nachbarn aufforderten, Aggressionen gegen Israel zu beenden und seine Grenzen anzuerkennen. Dies wurde als Formel „Land für Frieden“ bekannt. Israel würde einige seiner neu eroberten Territorien abgeben, als Gegenleistung für die Anerkennung als souveräner Staat. Aber die arabischen Staaten weigerten sich, Israel anzuerkennen oder damit zu verhandeln.

Zwölf Jahre später jedoch unterzeichnete der ägyptische Präsident Anwar Sadat einen Vertrag mit Israel, der Frieden und Zusammenarbeit im Austausch für die Rückgabe der Sinai-Halbinsel zusicherte, was fast 90% des von Israel im Sechs-Tage-Krieg eroberten Landes ausmachte. Fünfzehn Jahre später, im Jahr 1994, unterzeichnete Israel einen Friedensvertrag mit Jordanien.

Für die Araber, die im Westjordanland und im Gazastreifen leben, waren die letzten 50 Jahre schwierig. Obwohl es nie einen tatsächlichen palästinensischen Staat gab, hatte sich der palästinensische Nationalismus und die Identität seit 1967 verfestigt, einhergehend mit dem Wunsch nach einem eigenen Staat. Zu diesem Zweck wurde eine gewählte Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde geschaffen, die bis heute den Alltag der meisten Palästinenser bestimmt.

Seit Jahrzehnten haben es die palästinensischen Führer abgelehnt, Seite an Seite mit Israel zu leben, da sie glaubten, das ganze Land gehöre ihnen.

In den 1990er Jahren schien der Friedensprozess von Oslo einen ausgehandelten Weg zu einem palästinensischen Staat und Frieden mit Israel zu offerieren. Auf dem Camp David-Gipfel im Jahr 2000 bot Israel den Palästinensern eine Zwei-Staaten-Lösung an. Hätten die Palästinenser diesen Vorschlag angenommen, wäre ein palästinensischer Staat im Westjordanland und im Gazastreifen mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt geschaffen worden. Aber die Hoffnungen wurden in den frühen 2000er Jahren enttäuscht, als palästinensische Selbstmordattentäter und Terroristen Israelis in Restaurants und Bussen angriffen und mehr als 700 israelische Zivilisten töteten.

In einem weiteren Versuch, Land für den Frieden anzubieten, zog Israel im Jahr 2005 seine Kräfte aus dem Gaza-Streifen zurück und riss 8000 Juden aus ihren Häusern. Zwei Jahre später wurde dieses frei gegebene Land in einem Militärputsch von der Terrororganisation Hamas übernommen, die seitdem mehr als 12.000 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Gemeinden abgefeuert hat.

Heute präferieren die meisten Israelis immer noch eine Lösung von „zwei Staaten für zwei Völker“. Um des Friedens willen sind die meisten bereit, weitreichende territoriale Zugeständnisse zu machen, die das zu beenden, was manche als „die Besatzung“ bezeichnen, und viele jüdische Gemeinden oder Siedlungen im Westjordanland abzubauen, trotz seiner tiefen historischen und religiösen Bedeutung für viele Juden überall auf der Welt.

Doch gleichzeitig haben die Israelis heute ernsthafte Zweifel, dass die gegenwärtige palästinensische Führung jemals ein Leben Seite an Seite mit dem jüdischen Staat akzeptieren wird. Viele Israelis verweisen auf die permanenten Aktionen der palästinensischen Führung, die palästinensischen Terroristen zu ehren und zu feiern. Sie weisen auch auf die Schulbücher der Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde hin, die die Existenz Israels leugnen.

Die meisten Israelis glauben, dass die strategischen Möglichkeiten, die Israel im Sechs-Tage-Krieg – einem legitimen Verteidigungskrieg – gewonnen hat, nicht ohne starke, konfliktbeendende Vereinbarungen, die die Sicherheit Israels gewährleisten, aufgegeben werden sollte.

Heute, in diesem chaotischen Nahen Osten, ist Israel die einzige stabile Demokratie mit blühenden jüdischen, muslimischen und christlichen Gemeinden. Die Israelis sind stolz auf ihre lebendige und vielfältige Kultur, auf ihre Passion, in der Welt einen Beitrag zu leisten mit ihrer Innovation in Medizin, Wissenschaft, Technik, Landwirtschaft und den Geisteswissenschaften, und mehr als alles, mit ihrer Rolle, das 3000-Jahre-alte Erbe des jüdischen Volkes weiterzugeben.

Das Steuern des Weges zum Frieden

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Englische Fassung: Six Day War – Project

Übersetzung: faehrtensuche

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50 Jahre danach: Anti-Israel oder antisemitisch?

Originalartikel: Fifty years on: Anti-Israel oder antisemitic?

von Ira Forman, 8. Juni 2017

Der 50. Jahrestag des Sechs-Tage-Krieges bedeutet, ganze Berge an Kommentaren über den schnellen Sieg Israels und das anhaltende Scheitern des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses zu generieren. Eine Überprüfung der Ereignisse rund um den Krieg von 1967 klärt auch die Natur des Antisemitismus des 21. Jahrhunderts.

Siebzig Jahre nach dem Holocaust ist der Antisemitismus wieder auf dem Vormarsch, aber es gibt wenig Konsens über die Ursachen dieser beunruhigenden Entwicklung. Eine bedeutende Analyse erklärt einen Großteil dieser Zunahme mit einem „neuen Antisemitismus“ – eine Art von Judenhass, der sich tarnt als Opposition gegen den Zionismus und die Politik des Staates Israel. Als Antwort darauf behaupten andere, dass diese Argumentation ein Mittel sei, die freie Meinungsäußerung zu unterbinden und Kritik an der israelischen Regierungspolitik zu zensieren – insbesondere an der fünfzig Jahre andauernden militärischen Okkupation des Westjordanlandes.

Eine Betrachtung des Sechs-Tage-Krieges ist ein besonders gutes Objektiv für die Analyse der Frage „Ist die Kritik an Israel immer antisemitisch?“, weil Sprache, Bilder und Fragen im Vorfeld des Konflikts oftmals stärker/weniger nuanciert waren. Vor dem Juni 1967 gab es umfangreiche Kritik am jüdischen Staat, aber Israel hatte nicht das Westjordanland und den Gazastreifen militärisch besetzt und zahlreiche Kritikpunkte konzentrierten sich nicht auf israelische Politik, sondern auf die Legitimität des jüdischen Staates an sich und verwendeten offenkundige antisemitische Motive, um die Sache zu begründen.

Jahrhundertelang waren Diskriminierungen der jüdischen Minderheiten in der moslemischen Welt deutlich geringer als im christlichen Europa.

Das hatte im 20. Jahrhundert begonnen, sich zu verändern. Die Juden-hassende-Politik Nazi-Deutschlands hatte im Nahen Osten beträchtliche Unterstützung und nach 1945 fanden Nazi-Kriegsverbrecher Unterschlupf bei vielen arabischen Nachbarn Israels, häufig Rollen in Militär- und Sicherheitsapparaten annehmend.

In den Jahren vor dem Sechs-Tage-Krieg charakterisierte eine von den Nazis aufgegriffene Vernichtungsrhetorik die Aussagen einiger arabischer Führer.

Der damalige syrische Verteidigungsminister (und Vater des jetzigen Präsidenten) Hafiz Assad erklärte: „Wir haben uns vorgenommen, dieses Land mit eurem Blut zu durchtränken, euch Aggressoren zu vertreiben und euch in das Meer zu werfen.“ Der damalige Vorsitzende der Palästinensischen Befreiungsorganisation, Ahmed Shukairy, erklärte Ende Mai 1967: „Es wird im Heiligen Krieg zur Befreiung Palästina keine jüdischen Überlebenden geben.“

Ähnliche Rhetorik ist nicht ungewöhnlich in den heutigen Nahost-Medien.

Ägyptische Regierungserklärungen waren ausgestattet mit Behauptungen wie: Juden benutzten das Blut von Kindern für ihre religiösen Rituale (die klassische Ritualmord-Legende), Verleugnung des Holocaust und Verweise auf die niederträchtige Fälschung Die Protokolle der Weisen von Zion. Im Jahre 1966 hat Nassers persönlicher Vertreter zu einer offiziellen Publikation erklärt, dass „eine der bedeutendsten zionistischen Arbeiten zur allgemeinen politischen Planung die Protokolle der Weisen von Zion [seien], die eindeutig den Weg zur Erreichung ihres Ziels der jüdischen Weltherrschaft belegen. …“

Heute können die Staatsoberhäupter von Ländern wie Ägypten und Jordanien solchen Unsinn nicht von sich geben, doch sind die Protokolle – und ähnliches Material – im ganzen Nahen Osten weit verbreitet, während Medien, religiöse und politische Personen weiterhin auf die Protokolle und die Ritualmordlegende als feststehende Tatsachen verweisen.

Politische Karikaturen der Zeit ahmen die der Nazi-Publikation Der Stürmer nach – mit Juden/Israelis, dargestellt als böse, entstellte menschenähnliche Gestalten. Leider werden ähnliche Karikaturen immer noch im Nahen Osten und manchmal sogar in europäischen Medien veröffentlicht.

Das Ende der meisten jüdischen Gemeinden im Nahen Osten zeigt auch, wie anti-israelische Rhetorik tiefere antisemitische Gefühle verbirgt. Im Zuge der Unabhängigkeit Israels und anschließend mit dem Sechs-Tage-Krieg wurde die jüdische Bevölkerung in der ganzen Region ungerechtfertigt als zionistische Agenten geschmäht, verhaftet, der Staatsbürgerschaft beraubt, pauperisiert und dazu veranlasst, Länder zu verlassen, in denen sie mehr als zwei Jahrtausende gelebt hatten.

Natürlich steht jedes Problem, so komplex wie der moderne Antisemitismus, einfachen Erklärungen entgegen. In der arabischen Welt heute gibt es eine größere Bandbreite an Meinungen über Israel, einschließlich der Stimmen, die das Existenzrecht Israels akzeptieren. Es ist klar, dass Kritik an Israel nicht inhärent antisemitisch ist und dass falsche Antisemitismusvorwürfe den wirklichen Kampf gegen Hass behindern können. Darüber hinaus hat ein großer Teil des Antisemitismus in der ganzen Welt wenig oder nichts mit Israel zu tun.

Doch können wir dem Wiederaufleben des Antisemitismus in keinem Land entgegnen, ohne uns über seine Ursachen im Klaren zu sein. Wenn auf eine europäische Synagoge ein Brandanschlag verübt wird und Behörden darauf bestehen, es sei ein Ausdruck einer gegen Israel gerichteten Wut und nicht antisemitisch, ist es an der Zeit, zu erkennen, dass Aktivismus gegen Israel manchmal eine einfache Maske für Antisemitismus ist. Die dem Juni 1967 vorausgegangenen Ereignisse zu überdenken hilft uns an diese unglückliche Wahrheit zu erinnern.

Ira Forman war von 2013 bis 2017 der Sondergesandte des US-Außenministeriums zur Beobachtung und Bekämpfung des Antisemitismus. In diesem Herbst wird er an der Georgetown University als renommierter Gastprofessor Antisemitismus lehren.

Übersetzung und Hervorhebung im Text: faehrtensuche

Geschichte anschaulich erklärt – Der Sechs-Tage-Krieg

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„Ich war ein Kind und noch in der Grundschule. Ich erinnere mich an Angst, viel Angst. In unserem Haus gab es keinen Schutzraum. Es war klar, dass Bomben fallen würden, also hoben wir Gruben im Hof aus. (…) Die Arabische Liga und die Anführer sämtlicher Nachbarstaaten haben unzweideutig bekannt gegeben, dass es ihnen um Vernichtung ging. Ich wiederhole: Vernichtung. Arrogantes Gerede? Angesichts der nimmer endenden und bis heute anhaltenden Massaker innerhalb und zwischen verschiedenen arabischen und muslimischen Fraktionen, war es ziemlich klar, dass sie das, was sie einander antaten, auch Israel antun würden. Es ist daher wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Alternative Sieg oder Vernichtung hieß. […]“   HIER geht’s weiter!

Zwei überraschende Lektionen des Sechs-Tage-Krieges

von Jesse Ferries, 03.06.2017

Originalartikel: Two surprising lessons of the Six Day War

Grundsätzliche Dinge wie Brot und Speiseöl begannen aus den Regalen zu verschwinden. Die ägyptische Straße kochte vor Wut. Und die Fundamente des Regimes begannen ins Wanken zu geraten.

Ägypten war im Frühjahr 1967 in einer tiefen Krise. Ein ganzes Drittel seiner Armee war in einem langwierigen Krieg im fernen Yemen verstrickt. Anstatt sich auf den Krieg mit Israel vorzubereiten, verlor die Armee Tote und Verletzte durch die Jagd auf Terroristen rund um die abgelegenen Berge des südlichen Arabiens. Aus wachsender Frustration beschlossen die Ägypter, chemische Waffen gegen die aufsässigen Stämme des Nordens einzusetzen, sie drohten sogar mit Krieg gegen Saudi-Arabien, Schirmherr der Rebellen und der große Gegner Ägyptens im „Arabischen Kalten Krieg“ der 1960er Jahre.

Wachsende Spannungen mit dem Öl-Königreich führten eine Krise in den Beziehungen zwischen Kairo und Washington herbei.

Die daraus resultierende Aufhebung der US-Wirtschaftshilfe trieb den ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser tiefer in die Arme der Sowjets und brachte die ägyptische Wirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs. Als Reaktion darauf gab die Regierung unpopuläre Sparmaßnahmen bekannt.

Grundsätzliche Dinge wie Brot und Speiseöl begannen aus den Regalen zu verschwinden. Die ägyptische Straße kochte vor Wut.

Und die Fundamente des Regimes begannen ins Wanken zu geraten.

Man muss kein Stratege sein, um zu erkennen, dass Ägypten zu Beginn des Jahres 1967 nicht auf den Krieg mit Israel vorbereitet war. Und doch ließ Nasser seine Armee am 14. Mai in die Sinai-Wüste marschieren und löste eine Krise aus, die in Krieg endete. Warum? Die Ursachen für den Sechs-Tage-Krieg sind komplex. Aber sie reduzieren sich auf eine simple Wahrheit – und auf eine, die für viele der Gegenseiten des Konflikts unangenehm ist. Weder Israel noch Ägypten wollten Krieg. Der Krieg kam zustande, weil Israel in einen innerarabischen Kampf geriet, der nichts zu tun hatte mit Israel oder den Juden.

Nasser entzündete die Front mit Israel in einem Versuch, die Aufmerksamkeit von seinen ausländischen und innenpolitischen Versagen auf das eine Thema zu verschieben, dessen Legitimität in der arabischen Welt alle internen Streitigkeiten ersetzte: den gemeinsamen Kampf gegen den zionistischen Feind. Mit anderen Worten, der große arabisch-israelische Krieg war eigentlich ein Krieg unter den Arabern selbst.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich viel verändert. Der Kalte Krieg ist beendet, Friedensverträge sind unterzeichnet worden, und die regionale Ordnung ist zusammengebrochen. Doch aus einer strukturellen Perspektive kann man mehr Kontinuität als Veränderung beobachten.

Die Region ist wieder einmal von einem großen Machtkampf geprägt, diesmal zwischen der schiitischen persischen Republik Iran und dem sunnitischen arabischen Königreich Saudi-Arabien. Der Iran hat Ägyptens ehemalige Rolle als Tyrann der Nachbarschaft angenommen. Vorhersehbar hat er den Anti-Zionismus als seine Waffe der Wahl im Wettkampf um die regionale Hegemonie gewählt.

So wie in den sechziger Jahren haben sich die Krieg führenden Staaten entschlossen, ihren Kampf durch indirekte Mittel und auf Kosten Dritter auszuführen – diesmal Jemeniten, Syrer und Iraker. Heute, wie damals, haben die Vereinigten Staaten und Russland vertraute Seiten eingenommen.

Welche Lehren bietet die Erfahrung von 1967 israelischen politischen Entscheidungsträgern in der Gegenwart an? Einerseits dienen die Ursprünge des ’67er-Krieges als eine klare Warnung: Kriege zwischen Israel und seinen Nachbarn können weniger aus einer echten Feindschaft zu Israel und mehr als ein Nebenprodukt des Dilemmas innerhalb der moslemischen Welt ausbrechen. Daher, weil rivalisierende Splittergruppen Syrien auseinandernehmen, müssen sich die Israelis an die Geschwindigkeit erinnern, mit der ein arabischer Konflikt in einen arabisch-israelischen Krieg übergehen kann, und sorgfältig auf Versuche achten, sie in Bürgerkriege anderer Völker zu verwickeln.

Zugleich zeigt die Geschichte von 1967 auch, wie leicht Israel in regionale Konflikte gezogen werden kann, trotz aller Anstrengungen, sich aus ihnen herauszuhalten. Dies deutet auf eine ganz andere Lektion hin: ob wir es mögen oder nicht, Israel ist ein Staat des Nahen Ostens. Trotz seiner einzigartigen Position in der Region – einer liberalen Demokratie, umgeben von moslemischen Anfeindungen, stark verbunden mit dem Westen – ist Israel ein Hauptakteur in einem Gebiet, das es anscheinend ablehnt. Die demografischen Gegebenheiten des heutigen Israel, die es mehr dem Osten als dem Westen zuordnen, verstärken diese grundlegende strategische Erkenntnis.

Der jüdische Staat ist ein integraler Bestandteil des Nahen Ostens, egal wie beharrlich die Israelis – und ihre Kritiker – behaupten, sie wohnten in einer (europäischen) Villa im (arabischen) Dschungel.

In diesem Sinne präsentiert der Sechs-Tage-Krieg eine beständige Herausforderung für israelische Vorstellungen von ihrer kollektiven Identität und ihrer Bedeutung für die nationale Sicherheitsstrategie. Zum 50. Jahrestag des Krieges, nur wenige Jahre vor dem 70. Jahrestag der Gründung des Staates, ist für Israelis die Zeit gekommen, ihre Rolle in der Nachbarschaft zu definieren, die auf Gedeih und Verderb auch weiterhin für die kommenden Jahrhunderte dort wohnen wird.

Der Autor ist Vizepräsident für Strategie am Israel Democracy Institute und Autor von Nasser’s Gamble: How Intervention in Yemen Caused the Six-Day War and the Decline of Egyptian Power, veröffentlicht 2013 von Princeton University Press.

Übersetzung: faehrtensuche

Was Chanukka uns über Terror lehrt

In The Times of Israel erschien heute ein Artikel von Rabbi Dan Roth mit dem Titel „What Chanukka teaches us about terror [Was Chanukka uns über Terror lehrt]“. Aufgrund seiner Aktualität und weil der Artikel mir gut gefallen hat, habe ich ihn ins Deutsche übersetzt.

Rabbi Dan Roth schreibt:

Es ist schwer zu glauben, dass die jüngste Terrorwelle von Sukkot bis Chanukka angedauert hat. Es ist leicht, darauf reinzufallen, sich hoffnungslos und machtlos zu fühlen, wenn es praktisch jeden Tag mehr tragische Neuigkeiten zu verdauen und zu verinnerlichen gibt.

Aber wenn wir uns die jüdische Geschichte mit einer langfristigen Perspektive anschauen, können wir sehen, dass das jüdische Volk sich letztendlich immer durchgesetzt hat. Wie kommt es, dass von all den alten Völkern die jüdische Nation die einzige ist, die noch existiert?

Es gibt nur eine mögliche Antwort – G’ttliche Intervention.

Der Chanukka-Geschichte ist bekannt für ihre Unplausibilität – die kleine Makkabäer-Armee hatte keine Chance gegen die mächtigen Griechen zu bestehen. Der militärische Sieg war ebenso sehr ein Wunder wie der Ölkrug, der acht Tage ausreichte. Die jüdische Armee war in der Lage, die Griechen zu schlagen und den Tempel neu zu weihen, weil G-tt „die Vielen den Wenigen übergab.“ Wenn G‘tt zusammen mit den Juden kämpft, wird die gegnerische Armee automatisch besiegt.

Wir sehen den Beweis dafür in der ganzen jüdischen Geschichte. Die Israeliten besiegten Amalek, Ammon und Moab, trotz der Tatsache, dass sie ein wanderndes Volk waren, ohne Armee-Stützpunkte oder regelmäßige Schulungen. Sie überlebten Verfolgungen und Pogrome und entwickelten sich als unabhängige Nation in den Staat Israel. Jeder einzelne von Israels Kriegen wurde durch G’ttes Hilfe gewonnen.

Nehmen wir den Sechs-Tage-Krieg. Alle Juden waren sicher, dass er ein Massaker würde. Israelis bereiteten sogar Massengräber vor, zu viele Opfer antizipierend, die ordnungsgemäß zu begraben wären. Stattdessen hatte Israel eines seiner maßgeblichsten Siege, indem es Ost-Jerusalem, die Klagemauer und große Landflächen eroberte.

Die willkürlichen Messerstechereien und rammende Autos in Israel und Anschläge in London, San Bernardino und Paris machen es leicht vergessen, dass G’tt auf unserer Seite ist. Aber genauso, wie Er uns durch unsere Geschichte hindurch beschützt hat, müssen wir Glauben haben, dass er uns auch durch diese Nöte bringen wird. Wir sind eine starke Nation, eine, die im Angesicht des Terrors tanzt und wir sind sicher, dass G’tt uns die Kraft geben wird, die wir brauchen, um uns gegen den Terrorismus durchzusetzen.

Rabbi Dan Roth verweist in seinem Artikel noch auf ein Torah Live-Video, das ich ebenfalls nachfolgend einstelle. Es zeigt die Parallelen auf zwischen Chanukka und dem Sechs-Tage-Krieg.

Allen Widrigkeiten zum Trotz: