Der globale jihadistische Ansturm und die europäischen Juden

Originalartikel: The global jihadist onslaught and European Jews

von Isi Leibler

Übersetzung: faehrtensuche

Dass ein Massaker an mindestens 129 Zivilisten in Paris, im Herzen Europas, von einem halben Dutzend militärisch ausgebildeten Killern eingefädelt werden konnte, ist ein Indikator von dem, was wir in der Zukunft erwarten können, sofern nicht schonungslose Maßnahmen getroffen werden, um sich den Terroristen in ihren Heimatbasen entgegenzustellen und die Dinge aufzuhalten. Das wird mehr als Bombeneinsätze erfordern, allerdings den Einsatz von Bodentruppen, dem US-Präsident Obama sich noch immer erbittert widersetzt.

Wir wollen die Herausforderung nicht untertreiben. Wir stehen vor einem brutalen, gewaltverherrlichenden Konflikt der Kulturen, in denen böse Kräfte, motiviert durch einen Todeskult, uns zurück ins dunkle Zeitalter bringen. Die Barbaren sind bereits durch unsere Tore eingedrungen und wir haben eine weitere Vorschau gesehen auf den beängstigenden Horror, den Menschen sich selbst zuzufügen in der Lage sind.

Was erstaunlich ist: selbst nach dieser letzten Manifestation verbleiben viele europäische Führer in der Verweigerung und scheitern daran zu erkennen, dass wir es nicht mit hirnlosen nihilistischen Terroristen zu tun haben, sondern mit fanatisch inspirierten islamischen Extremisten, die sich der Zerstörung der westlichen Zivilisation und Demokratie verschworen haben. Die Bedrohung geht von dem breiten Strom islamischer Fundamentalisten aus und kann nicht eingeschränkt werden auf Sunniten oder Schiiten, trotz der Tatsache, dass sie sich gegenseitig töten.

Die Realität sieht so aus, dass beide, Schiiten nicht weniger als Sunniten, absolut gegen Demokratie und freie Meinungsäußerung sind und versuchen, die Scharia einzuführen.

Ob dies al-Qaida, ISIS, dem iranischen Regime, der Hisbollah, der Hamas und selbst der PA, die Morde in Paris verurteilt, aber das Vergießen jüdischen Blutes preist, entspringt – sie alle teilen einen grundlegenden Hass auf westliche Zivilisation, das Christentum und das Judentum.

Unsere erste große Konfrontation mit dem islamischen Terrorismus über den Nahen Osten hinaus war der Anschlag 9/11 auf das World Trade Center. Aber seit der gezielten Tötung von Osama bin Laden hat es eine entschiedene Anstrengung gegeben, uns davon zu überzeugen, dass die Bedrohung durch den islamischen Extremismus im Wesentlichen besiegt worden ist. Die Vereinigten Staaten unternahmen konzertierte Anstrengungen zu locken und zeitweise sogar kontraproduktiv zu katzbuckeln, um islamische Fundamentalisten wie die Muslimbruderschaft und das iranische Regime zu beschwichtigen.

Es war Obama, der darauf bestand, jede Bezugnahme auf „islamischen Terror“ oder jede mögliche Verbindung zwischen dem fundamentalistischen Islam und Terrorismus auszuradieren. Dies trotz der Tatsache, dass neben ein paar einzelnen weißen rassistischen Ausbrüchen jeder Fall von organisiertem Terrorismus durch islamischen religiösen Wahnsinn inspiriert wurde. Die gegenwärtig im Rampenlicht stehende Organisation ist ISIS, aus Sunniten zusammengesetzt, aber die schiitische Hisbollah wie auch die sunnitische Hamas sind Vögel mit dem gleichen Gefieder.

Trotz der mörderischen „Allahu Akbar“-Rufe durch die Killer stecken die französische Regierung und die Medien sogar jetzt noch ihre Köpfe in den Sand, wenn es darum geht, den Feind zu identifizieren. Der Ausdruck „Islamischer Terrorismus“ ist einfach aus dem politischen Lexikon gestrichen worden.

Bis die politische Korrektheit aufgehoben wird und es eine Anerkennung gibt, dass wir einer weltweiten Bedrohung unserer Existenz und Lebensqualität gegenüberstehen, die von organisierten islamischen Extremisten ausgeht, werden wir nicht in der Lage sein, uns zu versammeln und zu vereinen, um diese Elemente zu zerschlagen.

Die islamischen Extremisten erkennen, dass sie mit minimalem Aufwand Anschläge in führenden westlichen Städten zu geringen Kosten orchestrieren können. Wie jetzt in Paris und früher in Mumbai belegt, sind ein halbes Dutzend selbstmörderischer bewaffneter Fanatiker, eingeschleust oder in Gemeinden ansässig, in der Lage, immense Schäden anzurichten.

Die Situation in Europa ist katastrophal. Die meisten Länder, insbesondere Frankreich, beherbergen jetzt große muslimische Gemeinden, von denen ein wesentlicher Teil radikalisiert, antidemokratisch und wohlwollend gegenüber terroristischen Handlungen ist. Unabhängige Meinungsumfragen zeigen, dass die gesetzestreuen moderaten Muslime in der Minderheit sind und eingeschüchtert. Was erschreckend ist, ist die Entstehung von hoch gebildeten, einheimisch in Europa geborenen Muslimen der zweiten Generation, in ihren lokalen Gemeinden einer Gehirnwäsche unterzogen, um fanatische Islamisten zu werden. Eine bedeutende Anzahl ging freiwillig zum Militärdienst nach Syrien und kehrte mit der Verpflichtung in ihre Heimatländer zurück, zu einem späteren Zeitpunkt Märtyrer zu werden.

Was das Fass zum Überlaufen bringt, ist der massive Strom der “Flüchtlinge”, der die Demographie Europas vollkommen zu verändern droht. Nicht in der Lage, die bestehende muslimische Minderheit zu integrieren, gibt es wenig Zweifel, dass der neue Zustrom, der zwangsläufig eine große Anzahl von xenophobischen antidemokratischen und pathologischen antisemitischen Radikalen einschließt, nur die vorhandenen extremistischen islamischen Elemente stärken wird. Diese „Flüchtlinge“ verkörpern zweifellos auch eine beträchtliche Anzahl von Jihadisten, die unmittelbar handeln oder Schläfer bleiben werden, bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine neue terroristische Operation eingeleitet wird.

Inmitten dieser turbulenten, massiven Migration und der permanenten Ängste vor neuen Terroranschlägen erscheint die Zukunft für europäische Juden düsterer als je zuvor.

Juden in den meisten Ländern Europas wurden schon für viele Jahre als Parias angesehen. Heute hat der Grad von Anti-Israelismus Rekordniveau erreicht. Die Mehrheit der Europäer glaubt, dass Israel eine größere Bedrohung für die globale Sicherheit darstellt als Iran und Nordkorea. Die meisten sind davon überzeugt, dass Israelis genozidale Absichten bezüglich der Araber haben, sie machen keinen Unterschied zwischen palästinensischen Terroristen und jüdischen Terroropfern und verurteilen häufig Israelis dafür, dass sie sich gegen Messer schwingende religiöse Fanatiker verteidigen, die überzeugt sind, dass sie das Paradies erreichen werden, wenn sie bei der Ermordung von Juden sterben.

Während Millionen von Syrern vertrieben und abgeschlachtet worden sind, scheinen sich europäische Politiker mehr Sorgen um die Kennzeichnung von Produkten zu machen, die von Israelis jenseits der Grünen Linie hergestellt werden, als Terroristen zu identifizieren. Ironischerweise sieht die EU den politischen Flügel (sic) der Hisbollah nicht als einen terroristischen Körper an. Es bleibt eine Weigerung anzuerkennen, dass die wahnsinnigen Mörder von israelischen Juden und Terroristen des Islamischen Staats, die Zivilisten in Paris ermorden, alle Komponenten des gleichen globalen islamischen Terrorunternehmens sind.

Trotz der größeren Sorge um islamischen Terrorismus als Folge der schockierenden Anschläge in Paris, ist es selbst jetzt höchst unwahrscheinlich, dass die negativen französischen Einstellungen gegenüber Israel, darauf ausgelegt, die Araber zu beschwichtigen, vermindert werden.

Obwohl viele westliche Parlamentarier und Staatsoberhäupter gegenteilige Lippenbekenntnisse ablegen, scheint der landläufige Antisemitismus den Kontinent wie ein Tsunami zu überspülen mit zunehmender Hetze und Gewalt in den meisten europäischen Städten.

Darüber hinaus werden langjährige ruhige muslimische Minderheiten durch in ihrer Mitte gereifte Terroristen radikalisiert. Dies wird intensiviert werden durch Unterstützung von europäischen Muslimen, die aus Syrien und dem Irak nach Hause zurückkehren und ihre jihadistische Weltanschauung fördern.

Diese negativen Entwicklungen werden dramatisch verstärkt durch das, was möglicherweise die größte Wanderungsbewegung des Jahrhunderts darstellt. Nachdem der Islam seit Jahrhunderten daran gescheitert ist, Europa militärisch zu erobern, kann er, wenn die Flut von „Flüchtlingen“ nicht aufgehalten wird, noch auf demographischem Weg triumphieren.

In einer Demokratie neigen Politiker letztlich dazu, auf die öffentliche Meinung zu reagieren. In diesem Klima der lawinenartig anwachsenden antisemitischen muslimischen Wähler, kombiniert mit zunehmend verbreiteten und linken Antisemitismus, sieht die politische Zukunft für Juden düster aus.

Was es schlimmer macht, ist, dass in fast allen europäischen Ländern die Hauptnutznießer dieser Umwälzungen rechtsradikale Parteien sein werden, von denen sich einige noch in dem Prozess der Säuberung von antisemitischen Relikten der Vergangenheit befinden und anderen, vor allem in Griechenland und Ungarn, die gänzlich neonazistische Parteien sind.

Unter diesen Umständen können europäische Juden, aus jedem erdenklichen Blickwinkel, mit schwierigeren Zeiten rechnen. Ihr Paria-ähnliches Dasein wird in Niederungen absinken und ihre Sicherheit wird unweigerlich weiter untergraben werden.

Für diejenigen, die jüdische Kontinuität zu wahren suchen, beginnt Europa wie ein Friedhof auszusehen. Jüdische Gemeinden werden zweifellos auf dem Kontinent fortbestehen. Aber welche Art von Leben werden diese jüdischen Enklaven ertragen mit solchem Antisemitismus, solcher Gewalt und ungezähmter Feindseligkeit gegenüber Israel? Können jüdische Werte und Stolz unter jungen jüdischen Menschen in einem solchen Klima geweckt werden?

Viele Juden haben seit vielen Jahren erwogen wegzuziehen. Ereignisse in Paris im vergangenen Jahr und die massive Welle der muslimischen Migration, einschließlich jihadistischer und antisemitischer Elemente, verstärken nur diese legitimen Ängste. Jeder engagierte Jude sollte nun Aliyah [Immigration nach Israel (Amerkung: faehrtensuche)] in Erwägung ziehen. Diejenigen, die sich aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen nicht in der Lage sehen, ihre Wurzeln aufzugeben, sollten wenigstens ihre Kinder dazu ermutigen, nach Israel zu ziehen.

Ja, es gibt Terrorismus in Israel. Aber Juden können sich hier unendlich sicherer fühlen als in europäischen Ländern. In Israel werden sie mit ihren Verwandten vereint und partizipieren an ihrer eigenen jüdischen Heimat, in der ihre eigene Armee, anstatt ausländischer Kräfte, sie gegen Antisemiten und Jihadisten verteidigen wird.

Dies ist sicherlich ein letzter Weckruf für das europäische Judentum, in Erwägung zu ziehen, Aliyah zu machen und an diesem großen jüdischen Unternehmen teilzunehmen.

Diese Kolumne erschien auch in der Jerusalem Post und Israel Hayom.

Das nächste Ziel für ISIS – Jordanien. Und dann?

Originalartikel: Dr. Mordechai Kedar, Next Goal for ISIS – Jordan. And Then?
26. Juni 2014

Übersetzung: faehrtensuche
Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Israel steht vor einer schwierigen Entscheidung, wenn ISIS versucht, in Jordanien an die Macht zu kommen. Und der Countdown hat begonnen.

Ma’an ist ein Beduinendorf im südlichen Teil von Jordanien, der den Regierenden des Landes schon immer Kopfschmerzen bereitet hat. Die Bevölkerung ist streng fundamentalistisch und umfasst eine signifikante Zahl von Salafisten.

In der Vergangenheit fanden dort Straßendemonstrationen statt, die gewaltsam endeten, einmal verursacht durch die Lebensmittelpreise, einmal durch die Benzinpreise und einmal, weil die Monarchie die Dorfältesten nicht respektvoll genug behandelte. Mit der Zeit wurde Ma’an Jordaniens Barometer, ein Indikator für grundlegende Meinungsströmungen im Land.

Quelle: Wikipedia Link: Bitte auf die Abbildung klicken!

Quelle: Wikipedia
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Am 2. Juni, in der Mitte eines Freitagnachmittags, war Ma’an der Schauplatz einer Pro-ISIL-Demonstration (“Der islamische Staat im Irak und der Levante”, bekannt als ISIS, aber genauer übersetzt als ISIL), auf der schwarze Flaggen geschwenkt wurden und die Zeichen hatten eine unmissverständliche Botschaft (meine Ergänzungen in Klammern, M. K.).

„Heute ist Unterstütze-einen-islamischen-Staat-im-Irak- und al-Sham-Tag”, “Ma’an ist Jordaniens Falludscha”, “Wir unterstützen einen islamischen Staat”, “Wir gratulieren dem islamischen Volk für die Eroberungen von Omar (Be Akhattab, 2. Kalif, Eroberer von al-Sham), den Allah auswählte, um einen islamischen Staat im Irak und al-Sham zu bilden“ waren einige der Botschaften.

Laute und hysterische Rufe wie “Allah akbar” [Allah ist der Größte], “Auf zum Dschihad”, „Es gibt keinen außer Allah und die Schiiten sind seine Feinde”, “Der, der für den Dschihad kämpft, ist von Allah geliebt”, “Die Sunniten sind die Geliebten Allahs”, “Allah ist unser Gott und nicht ihrer (der der Schiiten)”, “Der Gott der Schiiten ist Satan”, “Tod ist besser als Erniedrigung”, “Mit Blut und Geist werden wir dich retten, Islam”, “Dschihad ist unser Weg”, “Ein Dschihad-Staat für immer”, “Oh, schiitische Herrscher, wir sind im Anmarsch euretwegen“ wurden auf der Demonstration gehört und als Beweis ihrer ernsten Absichten dienten Schüsse, die in die Luft gefeuert wurden.

Der wichtigste Aspekt des Protests war, dass fast alle Anwesenden nicht ihre Gesichter verbargen, das bedeutet, dass sie keine Angst vor der jordanischen Regierung, ihrer Polizei oder ihrem Geheimdienst haben. Die Demonstranten waren sich wohl bewusst, dass sie von verschiedenen Menschen fotografiert wurden und dass die Fotos zu ihrer Identifizierung und Festnahme verwendet werden könnten, aber es kümmerte sie nicht. Und wenn es keine Angst vor dem Staat mehr gibt, kann alles Mögliche passieren.

ISIL hat nie seine Absichten, Jordanien betreffend, verborgen, das genau wie Irak und Syrien durch den europäischen Kolonialismus geschaffen wurde und es deshalb verdient, beseitigt zu werden. Der Name der Organisation drückt seine Ziele aus, denn „al-Sham“ ist die Levante, und das Gebiet umfasst Syrien, Libanon, Jordanien und Israel.

Um ihre Pläne für Jordanien offensichtlich zu machen, erweiterte die Organisation ihre Kontrolle im Irak nach Westen hin bis zur Grenze zwischen Irak und Jordanien und eroberte auch die Grenzstadt Turayvil. Ihre Erfolge im Irak und in Syrien weckten „das Adrenalin der Dschihadisten“ in den Randpopulationen Jordaniens, und die Demonstration in Ma’an drückt das aus, was wohlbekannt ist: der Erfolg von ISIS zieht die Massen an, vor allem diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, diejenigen, die endlich zu etwas Erfolgreichem gehören wollen. Und wenn diese erfolgreiche Sache dem Unterdrückerregime ein Ende bereitet, verdient es die Gruppe noch mehr, sich ihr anzuschließen.

Der Anführer und die Kontroverse

Der Mann, der als Anführer der salafistischen Dschihad-Bewegung in Jordanien gesehen wird, ist Assem Barqawi, besser bekannt als Abu Mohammad al-Maqdesi (der Jerusalemer). Er wurde am 3. Juli 1959 in dem Dorf Burqa in der Nähe von Sichem geboren (nächste Woche ist sein Geburtstag! [mittlerweile war]) und studierte Islam in Mossul und Medina. Er veröffentlichte ein Buch, in dem er behauptete, das saudische Regime hätte keine Rechtsgrundlage. Er ist der spirituelle Mentor von Abu Mussab al-Sarkawi, der im Jahr 2004 „al-Qaida im Land der Flüsse“ gründete. Letztere ist die Organisation, die in ISIL überging („Der Islamische Staat im Irak und der Levante“). Barqawi verbrachte einige Zeit seines Lebens in Pakistan und Afghanistan, traf dort die Köpfe und Führer von al-Qaida. Die jordanische Regierung verurteilte ihn zu einer langen Gefängnisstrafe und seine Anhänger erhalten ihre Aufträge aus seiner Zelle.

Es gibt in der dschihadistischen Salafistenbewegung in Jordanien diejenigen, die behaupten, dass al-Maqdesi eine “islamische Staats”-Übernahme des Irak unterstützt, nicht aber Expansionsbemühungen der Organisation nach Jordanien. Ein anderer prominenter Aktivist, Mohammad Shalabi, auch bekannt als Abu Sayyaf („Besitzer der Schwerter“), kritisierte die Ma’an Proteste und behauptete, dass „sie verdächtig seien (d.h. [sie seien] eine Verschwörung der Regierung, um die dschihadistische Bewegung zu zerstören)“ und dass nur etwa zwanzig oder dreißig Leute, darunter fünf Jugendliche (deswegen nicht verantwortlich), deren „Köpfe von irgendjemanden verdreht wurden“ daran teilgenommen hätten – und dass sie „weder die Salafisten-Strömung repräsentieren noch ihren Zielen dienen.“

Abu Sayyaf versteckt jedoch nicht seine Unterstützung für ISIL und das Massaker an Schiiten, das die Organisation im Irak durchgeführt hat, vor allem an Soldaten der Regierung. In Bezug auf Jordanien ist die Situation anders, als – ihm zufolge – einige der salafistischen Dschihadisten in Jordanien ISIL unterstützen und einige „Jibhat Al-nasura“, und wie bekannt ist, bekämpfen die beiden Salafisten-Organisationen sowohl Assad in Syrien als auch einander.

Jedoch werden die Diskussionen in Jordanien aufhören, wenn ISIS ihren bewaffneten Kampf gegen dieses Land beginnt. Der wird dann beginnen, wenn die Gruppe von Kämpfern, deren Sprache der jordanische Wüstendialekt ist, vom Irak aus nach Jordanien eindringt, mit maskierten Gesichtern vor die Kameras tritt und die „Biya“ – den Treue-Eid – auf den Kopf [Chef] von ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi, verkündet und dann anfängt, jordanische Armee-Patrouillen, militärische Straßensperren, kleine Außenposten der Armee und zivile Autos anzugreifen.

Handlungsmethoden

Die Methoden der Organisationen sind wohlbekannt: ihre Streitkräfte bekommen ihre Stärke aus ein paar Dutzend 4×4 sich schnell bewegenden Fahrzeugen, auf denen schwere Maschinengewehre montiert sind. Einige der Kämpfer haben RPG’s und einige leichte Waffen, für gewöhnlich Saar AK-47-Gewehre („Kalashnikows“). In letzter Zeit sind ihre Waffen mit einer signifikanten Menge an tödlichen und hochmodernen amerikanischen Waffen bereichert worden, direkt aus den Arsenalen der irakischen Armee und für den Kampf genommen. Diese große und destruktiv bewaffnete Streitmacht attackiert überraschend einen Außenposten, eine Straßensperre oder eine Patrouille und schafft eine Situation, in der sie aufgrund der Anzahl der Kämpfer, der Mobilität und des Überraschungsmoments den taktischen Vorteil hat.

Die Organisation macht sich die Mühe, ihre Kämpfe und ihre Erfolge zu filmen und zu fotografieren, vor allem die Massenmorde an Soldaten und Zivilisten, die sie gefangen hat, um Panik unter den Opponenten zu verbreiten. Die Gesichter des Militärs sind in der Regel mit Keffiyahs bedeckt, so dass niemand in der Lage sein wird, sie in der Zukunft zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass sie für ihre Taten bezahlen. Die erschreckenden Fotos, die die Organisation verbreitet, sind ein Hauptgrund dafür, dass die bewaffneten Streitkräfte des Irak – in der Absicht, die Stadt zu verteidigen, aus Mossul flohen und die Stadt ISIL überließen.

In Jordanien wird ISIL beobachtet und mehr als ein paar Leute warten ungeduldig auf die stark wehenden westlichen (irakischen) und nördlichen (syrischen) Winde des Dschihad, um die jordanische Wüste zu räumen, immer noch unter der Herrschaft der haschemitischen Familie, von den Briten, die das „transjordanische Emirat“ für sie schufen, vor 90 Jahren dorthin gebracht. Dieses befürwortet schließlich das Königreich Jordanien ungeachtet der Tatsache, dass „das Reich nur Allah gehört und er keinen Co-Herrscher hat (Koran, Kapitel 2, Vers 25)“

Auch wenn es heute eine Opposition gegen ISIL in Jordanien gibt, ist es wahrscheinlich, dass, wenn die Organisation beginnt, ihre Aktivitäten auf das Land hin zu verschieben, diese Opposition verschwinden wird – besonders, wenn der anti-jordanische Dschihad einige Erfolge hat. Diese Erfolge werden lokale Stämme und Einzelpersonen „überzeugen“, sich der Organisation anzuschließen, genauso wie es in Syrien und Irak passiert ist, einige aus Angst und einige aus dem Wunsch heraus, Teil des Sieges zu sein.

Es ist allen klar, dass Jordanien nicht das endgültige Ziel für ISIL sein wird, sondern dienen wird als Ausgangspunkt für die Fortsetzung des Dschihads gegen weitere illegitime Kreationen des westlichen Kolonialismus und des Sykes-Picot-Abkommens, nämlich Israel und Saudi-Arabien.

Die Option Israels

Israel und der Westen stehen dann vor einer klaren und gestochen scharfen Entscheidung, mit ihrer ganzen Schwere: Auf der einen Seite wird es jene geben, die sagen, dass die jordanischen Angelegenheiten nicht unsere seien und wenn es den Haschemiten bestimmt sei, gestürzt zu werden, wir keine Möglichkeit hätten, sie zu retten, schon gar nicht um den Preis von Blut der IDF-Soldaten – und so müssen wir warten, bis die Dschihadisten die Grenzen Israels erreichen und sie dort erledigen. Darüber hinaus können wir, wenn ein neues Land an die Stelle Jordaniens tritt, behaupten, dass es ein palästinensischer Staat ist und dass keine Notwendigkeit besteht für einen Weiteren in Judäa und Samaria, weil es bereits auch einen in Gaza gibt.

Auf der anderen Seite ist es durchaus möglich, dass die Welt – und die USA im Besonderen – dem haschemitischen Königreich zu Hilfe kommen wird, so dass es auch nicht in die Hände von Dschihadisten fällt. In diesem Fall wird der Mann im Weißen Haus erwarten, dass Israel an der Operation teilnimmt, denn schließlich dient das jordanische Regime für Israel als eine Art Schutzschild gegen die dschihadistischen Ostwinde, die im Irak aufkommen – und vielleicht im Iran zu einem späteren Zeitpunkt. Kann Israel mit verschränkten Armen verharren, wenn seine Freunde in den USA und möglicherweise in Europa dem haschemitischen Königreich zu Hilfe kommen?

Eine andere Sache ist (sonnen-)klar wie der Tag in diesen heißen Sommermonaten: Sowohl in Jordanien als auch auf unserer Seite des Flusses wird es ein Schlachtfeld zwischen der IDF und dem Dschihad, der aus dem Osten kommt, geben, es sei denn, es wird östlich des Jordantals gestoppt. Wenn irgendjemand meint, ein Palästinenserstaat in Judäa und Samaria würde Israel vor Angriffen schützen, liegt es an ihm das nachzuweisen, bevor er Israel befiehlt, das Jordantal zu verlassen. Werden die palästinensischen Streitkräfte, bewaffnet und ausgebildet durch die Amerikaner („Daytons Forces[Streitkräfte]“) stärker und motivierter sein als die irakische Armee, die auch von den USA bewaffnet und ausgebildet wurde?

Was heute in Syrien und im Irak passiert – und das kann überschwappen nach Jordanien – stellt für Israel wieder einmal die Wahrheit des arabischen Sprichworts unter Beweis: „Dein Hinterteil kann nur von deinem eigenen Fingernagel zerkratzt werden.“

Im Hebräischen findet sich dieser Gedanke in einem gut bekannten Sprichwort unserer talmudischen Weisen in den Sprüchen der Väter: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich.“ Womit dann alles gesagt wäre.

Link von der Übersetzerin gesetzt.