Warum die Tempelberg-Krise mich nach Hause ruft – nach Israel

von Fred Menachem, 6. August 2017

Originalartikel: Why The Temple Mount Crisis Is Calling Me Home – To Israel

Dies waren für das jüdische Volk einige besonders harte Wochen.

Die Tempelberg-Krise hat Extremisten in der arabischen Welt die Gelegenheit gegeben, falsche Argumente, inszenierte Gewalt, Propaganda und eine verzerrte Version der Geschichte zu benutzen, um Gewalt anzuheizen und zu entflammen und barbarische Morde an israelischen Juden und Nichtjuden zu begehen.

Merkwürdigerweise, aber nicht überraschend scheinen die internationalen Mainstream-Medien – von denen viele nicht über ihren Hass auf den israelischen Ministerpräsidenten Bibi Netanyahu hinwegsehen können – vergessen zu haben, dass diese ganze Krise ausgelöst wurde, als drei arabische Israelis zwei drusische israelische Polizeibeamte erschossen. Traurig und paradox – diese Polizeibeamten hielten den Berg für jeden sicher, die Muslime eingeschlossen.

Doch diese Tatsache ist meist ignoriert worden und diese Krise hat leider erwiesen, dass Gewalt sich bezahlt macht.

Darüber hinaus sieht es so aus, als ob sich die internationalen Medien – wieder einmal – unverhohlen und rücksichtslos haben dazu verleiten lassen, manipuliert und als Werkzeug benutzt zu werden. Sie berichteten über die Nachrichten, indem sie die Fassade der ‚unvoreingenommenen Medienberichterstattung‘ nutzten und unrichtig und unverantworlich boshafte Verleumdungen und Propaganda verbreiteten, die fälschlicherweise Israel als den ‚Goliath‘ darstellten.

Viele andere Medien – sowohl im Westen als auch in der arabischen Welt – sind noch weiter gegangen, indem sie die Tempelberg-Krise als Entschuldigung nutzten, um Gewalt anzutreiben und das Leben unschuldiger Menschen in Gefahr zu bringen. Es scheint, dass der Mord an Israelis von den Medien nur noch ignoriert wird, während jeder Tod eines palästinensischen Mörders oder Terroristen oft legitimiert und ihm mehr oder gleiches Gewicht beigemessen wird.

Diese Ereignisse und diese ganze offengelegte Scharade zu beobachten – nachdem ich nach einem Jahr in Israel wieder in die USA gekommen bin – hat meine lebenslange Verpflichtung für den jüdischen Staat und das jüdische Volk aufgefrischt.

Obwohl ich Aliyah gemacht hatte, bin ich vor kurzem in die USA zurückgekehrt, um die Arbeit, die ich in Israel begonnen hatte, fortzusetzen. Zuerst entschloss ich mich, 2016 nach Israel zu ziehen – auf der Suche nach einer Aufgabe im Rahmen meines Judentums. Im Rückblick stelle ich fest, dass ich schlecht vorbereitet war, ich war nicht bereit für die kulturellen Barrieren, die es gab, und für die harte Umstellung aufgrund der Auswanderung in ein anderes Land, wo ich die Sprache nicht sprechen konnte und begrenzte finanzielle Mittel hatte.

Doch rückblickend erkenne ich jetzt, dass dieses Leiden notwendig war – denn das ist es, was das jüdische Volk zusammenhält. Diese Prüfungen und Bedrängnisse haben uns die Kraft und Entschlossenheit gegeben, weiterzumachen und jahrtausendelang Erfolg zu haben trotz der geschichtlichen und beständigen Verfolgung und den systematischen Mord durch die, die alle Anstrengungen unternommen haben, uns zu vernichten.

Während ich in Israel war, suchte ich zunächst nach dem Judentum, lief dann aber fort; es war zu erdrückend, doch jetzt sehne ich mich danach. Ich habe dem Schabbat oft den Rücken zugekehrt, doch jetzt suche ich ihn. Ich war frustriert wegen der Härte der hebräischen Sprache und meiner fehlenden Sprachkompetenz, doch jetzt, wenn ich jemanden sprechen höre, fühle ich mich sicher und geschützt – da ich weiß, dass meine Familie in der Nähe ist. Und wenn ich die Hatikvah und Am Yisrael Chai höre – und die israelische Flagge mit dem jüdischen Stern wehen sehe – und um den Preis wissend, den unser Volk dafür bezahlt, weine ich mit Stolz.

Unser Schicksal und unsere Zukunft hängen von einer starken IDF, von der fortgesetzten Ausübung unseres Judentums und von einem starken und erfolgreichen Israel ab.

Ich plädiere sicherlich nicht für eine besondere Behandlung Israels, lediglich für eine vernünftige und fairen Berichterstattung. Journalisten sollten die israelische Regierung und Politiker sicherlich zur Rechenschaft ziehen – aber das sollte moralisch vertretbar und verantwortungsvoll getan werden. Also, wenn ich die gegen Israel gerichtete Voreingenommenheit im Fernsehen oder sonstwo sehe, bin ich auf hundertachtzig. Aber nachdem der anfängliche Zorn und die Traurigkeit abflauen, motiviert sie mich und gibt mir größere Orientierung. Es stärkt meine Entschlossenheit und meine tiefe Verpflichtung, meinen Teil zum Kampf gegen Ungerechtigkeit beizutragen – egal, wo in der Welt sie vorkommt und zu helfen, die Verbundenheit zwischen den Vereinigten Staaten und Israel aufrechtzuerhalten und für mein Volk mit unerschütterlicher Loyalität einzustehen, koste es, was es wolle.

Während ich in Israel lebte, hatte ich schrecklich Heimweh, ich sehnte mich nach der Behaglichkeit und Vertrautheit meines Hauses in den USA. Doch als ich wieder hierher zurückkam, fühlte sich meine Seele leer an; irgendwas fehlte mir. Im Rückblick entdecke ich jetzt, dass die Mehrheit der Israelis meine Familie ist, auch wenn wir uns nie begegnet sind. Und während meine Aliyah-Reise mühsam war, veränderte sie mich und nichts kann jemals für mich wieder dasselbe sein.

Eines Tages, wenn die Zeit reif dafür ist, werde ich für immer in meine angestammte Heimat zurückkehren, um meiner tiefen Verantwortung gerecht zu werden und weiterhin meinen Teil dazu beizutragen, dass das jüdische Volk weiterhin durchhält, Erfolg hat und lange nach meiner Zeit auf diesem Planeten überlebt. Das ist mein Abkommen mit Gott, dem jüdischen Volk und der Zukunft des demokratischen und jüdischen Staates Israel. Die Tempelberg-Krise und die brutalen Ermordungen meines Volkes sind es, die mein Schicksal und diese Verpflichtung zementiert haben.


Der Autor ist leitender Angestellter bei i24NEWS und war ein politischer Kommentator und Mitwirkender bei ILTV, Miami Herald, MSNBC, The Palm Beach Post, Sun-Sentinel, Jerusalem Post und Israel National News. Er ist auch Mitglied des Ausschuss-Teams von POLITICO. Derzeit lebt er in New York. Eine Version dieses Artikels wurde auch in der Jerusalem Post veröffentlicht.


Übersetzung: faehrtensuche

Pragmatismus hinsichtlich des Tempelbergs

von Vic Rosenthal, 28. Juni 2017

Originalartikel: Pragmatism on the Temple Mount

Die Tempelberg-Krise ist ein perfektes Beispiel dafür, was „Israel Derangement Syndrom“ genannt worden ist:

Arabische muslimische Terroristen ermorden ein paar israelische Polizeibeamte mit Pistolen, die sie auf den Berg gebracht haben. Die Terroristen werden erschossen.

Israel ergreift die minimalsten Sicherheitsmaßnahmen und schließt den Platz für kurze Zeit während der Fahndung und installiert Metalldetektoren (wie die, durch die ich jeden Tag gehe, wenn ich meine Zeitung aus der Mall hole) und Sicherheitskameras.

Palästinensische Araber und so ziemlich die ganze muslimische Welt verlieren den Verstand, inszenieren heftige Unruhen, Versuche, mehr Polizisten zu ermorden (die mit dem Tod von drei Randalierern enden) eingeschlossen. Die Waqf, die den Tempelberg kontrolliert, befiehlt den Muslimen, sich zu weigern, durch die Detektoren zu gehen und außerhalb auf der Straße zu beten.

Ein 19-jähriger Terrorist hinterlässt einen Facebook-Post, in dem er erklärt, dass er aufgrund der Demütigung seines Volkes durch die Juden zu handeln gezwungen ist, schlachtet einen 70-jährigen Mann und seine beiden Kinder ab und verletzt seine Frau ernsthaft. Nur die sofortige Ankunft eines bewaffneten Soldaten außer Dienst hindert den Terroristen an dem Versuch, die Schwiegertochter des Mannes und fünf Enkelkinder zu ermorden. Der Terrorist ist leicht verwundet und wird grinsend von seinem Krankenhausbett (wo er von israelischen Ärzten behandelt wird) gezeigt.

Ein weiterer Terrorist sticht einen israelisch-arabischen Busfahrer in einem Shwarma-Restaurant in Petach Tikva nieder, weil er ihn für einen Juden hält. Nachdem er von mehreren Bürgern überwältigt wurde (einschließlich einem, der ihn mit einer hölzernen Pizzaplatte schlägt), erzählt der Terrorist der Polizei, „er hätte es für Al-Aqsa getan“.

Ein 17-jähriger Jordanier, der Möbel in der israelischen Botschaft umrückt, sticht einen Wachmann mit einem Schraubenzieher in den Magen. Der Wachmann schießt und tötet ihn in Notwehr (und tötet auch versehentlich eine andere Person in dem Raum). Anti-Israel-Agitation ist in Jordanien auf einem hohen Niveau, aufgrund einer großen Demonstration in Amman, die zwei Tage vor dem Zwischenfall stattfand. Die Jordanier weigern sich, den Wachmann freizulassen trotz seiner diplomatischen Immunität und er kommt erst nach einer Vereinbarung auf hoher Ebene frei, die offizielle amerikanische Stellen involviert und die Entfernung der Metalldetektoren und Kameras am Tempelberg vorsieht.

Israel entfernt die Metalldetektoren und Kameras, erhöht aber die Anwesenheit der Polizei. Die Unruhen gehen weiter und die Waqf hält ihren Boykott aufrecht mit der Begründung, dass alles genau in den Zustand zurückkehren muss wie er vor dem Mord an den Polizisten war, mit dem alles begann, sonst würde sie den „Status Quo“ als verletzt ansehen.

Bei all dem haben die internationalen Medien konsequent die Themen auf einer Bandbreite präsentiert von „es ist ein Zyklus von Gewalt“ bis zu „Israel hat Schuld am Terrorismus gegen die Palästinenser“. Schlagzeilen wie die des Guardian „Sechs Tote, als die israelisch-palästinensischen Spannungen überkochen“ suggerieren, dass Araber, die während des Werfens von Brandbomben auf die Polizei getötet wurden, gleichgesetzt werden mit Juden, die erstochen wurden während sie an einer Festtafel sitzen. NPR [Hörfunknetz in den USA] erklärt, dass der Aufruhr nach Entfernung der Detektoren und Kameras nicht aufgehört hätte, weil die „Pläne für ein neues Sicherheitssystem zu weiteren Protesten geführt hätten.“ Wie herausfordernd, dass wir Pläne machen, um uns selbst zu schützen!

Mahmud Abbas von der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mitglieder der islamischen Bewegung in Israel und einige israelisch-arabische Mitglieder der Knesset geben Israel die Schuld für die Gewalt, mit einigen Behauptungen der arabischen Knesset-Mitglieder, die sich bis auf die Ebene der Anstiftung zur Gewalt steigern.

Kundgebungen und Demonstrationen zugunsten der Araber finden überall auf der Welt statt, viele in muslimischen Ländern, aber auch in Südafrika, Großbritannien und den USA. Israel wird wiederum schuldig gemacht für „Provokationen“.

Niemand scheint zu merken oder sich darum zu scheren, dass die Gewalt durchweg von Arabern initiiert worden ist, gegen Israelis. Israelische Aktionen sind auf Selbstverteidigung und noch dazu auf sehr eingeschränkte Selbstverteidigung limitiert worden. Von Anfang an hat Israel Schwäche gezeigt. Anstatt zu versuchen, die israelische Kontrolle über den Ort zu sichern, haben Ministerpräsident Netanyahu und andere israelische Parlamentarier wieder und wieder gesagt, dass es keine Absicht gäbe, den „Status quo“ zu ändern, [also] die uns im Jahr 1967 selbst auferlegte demütigende ungeschriebene Vereinbarung, die „religiöse Kontrolle“ des Ortes an die Waqf zu übergeben und zu spezifizieren, dass, während Nicht-Muslimen der Besuch des Tempelbergs gestattet ist, nur Muslime dort beten dürfen.

Nachdem verschiedene Parlamentarier äußerten, die Metalldetektoren und Kameras blieben an Ort und Stelle, komme, was da wolle, wurden sie als Reaktion auf wohl eine Geiselnahme in Jordanien entfernt.

Die Entfernung der Metalldetektoren war ein schwerer Fehler. Obwohl weit entfernt von dem ersten Mal, als Israel angesichts der Bedrohungen der arabischen Gewalt oder des amerikanischen Drucks einknickte – oft, wie in diesem Fall wahrscheinlich geschehen, gleichzeitig angewandt – waren die durch dieses Ereignis gesendeten Botschaften alle die denkbar schlimmsten:

  • Israel wies darauf hin, dass es weder jetzt noch in der Zukunft versuchen würde, den unausgewogenen „Status Quo“ zu korrigieren, der sich über den akzeptierten Grundsatz hinwegsetzt, dass alle Religionen Zugang zu ihren heiligen Stätten haben sollten. Der den Nicht-Muslimen gewährte „Zugang“ ist in jeder Hinsicht dem der Muslime weit untergeordnet, und das stärkt den muslimischen Glauben, dass sie mehr Rechte verdienen als Nicht-Muslime.

  • Derjenige, der den Zugang zu einem Ort kontrolliert, ist der Besitzer eines Ortes. Der Fehlschlag des Versuchs durch Israel, den Zugang zu kontrollieren, bestätigten die Araber in ihrem Glauben, sie seien die Besitzer des Tempelbergs und ja, der ganzen Stadt und letztendlich des Landes.

  • Die Tatsache, dass Gewalt und Geiselnahme Israel dazu veranlasst haben, sofort einzulenken, trotz der wiederholten Beteuerungen israelischer Parlamentarier, das nicht zu tun, beweist, dass die Strategie gewalttätigen „Widerstandes gegen die Besatzung“ in Verbindung mit internationalem Druck und Ausnutzung jeder Gelegenheit (der Vorfall in Amman) funktioniert. Es beweist ihnen, dass – wenn sie nur beharrlich weitermachen – ihr Traum von der Vertreibung der Juden nicht unmöglich zu erreichen ist.

Ministerpräsident Netanyahu und der überwiegende Teil seines Kabinetts verstehen das. Sie verstehen auch die Fragen, die sich auf die religiösen und nationalen Aspekte des Konfliktes mit den palästinensischen Arabern beziehen. Sie verstehen, dass nichts im Nahen Osten wichtiger ist als die Symbolik und sie verstehen, dass die Kontrolle des Tempelbergs ein Einstehen für die Souveränität in Jerusalem ist. Also – wenn sie all das verstehen, warum knicken sie ein?

Es gibt ein Problem für die Führer demokratischer Länder, das einem ähnlichen Problem vergleichbar ist, dem Führungskräfte aus der Wirtschaft gegenüberstehen, die auf Aktionäre antworten müssen. Im Geschäft gibt es einen enormen Druck, dem Ziel des nächsten Quartals zu entsprechen, selbst wenn die Zukunft des Unternehmens leidet. In der Politik ist es immer die nächste Wahl, um sich darüber Gedanken zu machen, und es gibt Druck, um jetzt Frieden und Ruhe zu fördern. Im Fernsehen sieht man jeden Abend randalierende Araber und es gibt eine Geisel in Amman, er hat Familie, und das sind Probleme, die jetzt gelöst werden müssen. Möglicherweise werden die langfristigen Konsequenzen, sie auf die einfachste Weise zu lösen, nicht so gut sein, aber damit befasst man sich später. Das kann verschoben werden.

Die heutigen israelischen Führer sind, wie die meisten im Westen, Pragmatiker. Sie tun das, was funktioniert, und die Ideologie ist viel weniger wichtig als in der Vergangenheit. Bibis Pragmatismus wäre Begin oder Ben-Gurion fremd. Nicht, dass ihre Ideologien sie nicht einigermaßen in Verlegenheit bringen konnten, wenn sie keine Alternative hatten, sondern weil Ideologie ihre Aktionen immer zu langfristigen Zielen geführt hat. Sie hatten eine Ausrichtung und starke (wenn auch verschiedene) Visionen von dem, was der Staat Israel sein sollte. Heute sind die Dinge anders. Alle, der Ministerpräsident, der Verteidigungsminister, der Chef des Shin Bet, der IDF-Stabschef und der Polizeichef haben ihre Prioritäten. Im Rahmen dieser Prioritäten lösen sie Probleme. Vielleicht sind sie zu beschäftigt, um sich um Visionen Gedanken zu machen.

In diesem Fall hat sich die Regierung dafür entschieden, nachgiebig zu sein und die in ihrer Haltung inhärente Demütigung zu ignorieren, weil das der schnellste und der am wenigsten kostspielige Weg zu sein schien, die jetzigen Probleme zu lösen. Aber am besten ist eine kurzfristige Lösung und auch das ist nicht sicher, denn die Unruhen gehen trotz unserer Nachgiebigkeit weiter.

Die Araber haben eine Vision für die Zukunft, und obwohl ihnen bislang die Mittel zu ihrer Verwirklichung fehlten, haben sie den Willen, danach zu handeln. Wir haben heute mehr Macht als wir in den Tagen König Davids gehabt haben, aber unser nationaler Wille ist fragmentiert. Wir haben die Fähigkeit, die Zukunft zu schaffen, aber wir sind uns nicht einig, welche Zukunft wir schaffen wollen. So wählen wir pragmatische Politiker, die wissen, wie Probleme zu lösen sind.

Ist diese Krise nur eine weitere Beruhigungsmaßnahme oder ist sie ein Wendepunkt? Ich bin nicht sicher, aber ich bin sicher, dass uns mehr gedient wäre mit Führern, die nicht nur Probleme lösen können, sondern eine klare Vorstellung von unserer letztendlichen Bestimmung haben.

Übersetzung: faehrtensuche

Ulrich W. Sahm zur Verdrehung der Geschichte

„Weil die Moslems und Araber behaupten und fest daran glauben, dass Abraham der erste Moslem und Jesus der erste Palästinenser gewesen seien, ist angesichts dieser absurden Verdrehung der Geschichte ein sachlicher Dialog oder gar „Friedensprozess“ kaum mehr möglich. Wenn zudem jede Seite das „historische Narrativ“ des Anderen anerkennen sollte, müssten die Juden akzeptieren, dass es sie gar nicht gibt, während die Moslems alles Recht auf alle Heiligen Stätten und alles Land in Palästina hätten.“

Ulrich W. Sahm, in: Der absurde Kampf um Al-Aksa. Lese-Empfehlung!

Friedenspartner Abbas ?

„Wir begrüßen [freuen uns über] jeden Tropfen Blut, der in Jerusalem vergossen wird.”

Näheres dazu im Newsletter der Botschaft des Staates Israel vom 21.09.2015.

Das Video ist hier zu finden.

Überlegungen zum Jerusalemtag 2015

von Vic Rosenthal in: Jerusalem Day: exercise sovereignty or lose it

Übersetzung: faehrtensuche

Mit freundlicher Genehmigung des Autors

Jerusalemtag: Übe Souveränität aus oder verlier sie!

[Vor-] Gestern war Jerusalemtag. Eine der Veranstaltungen war ein Marsch durch die Stadt zur Westmauer [Klagemauer], einschließlich des muslimischen Viertels der Altstadt. Die meisten Teilnehmer sind Jugendliche aus nationalistisch-religiösen Schulen. Es gab Beschwerden von arabischen Bewohner, dass einige der Demonstranten anti-arabischen Slogans riefen, und dass sie ihre Geschäfte schließen und im Haus bleiben mussten; und natürlich warfen einige der Araber Steine und andere Gegenstände auf die Demonstranten. Es gibt auch (wie könnte es anders sein) linke Israelis, die gegen den Marsch demonstrieren.

In diesem Jahr gab es mehrere gewalttätige Zwischenfälle. Mehrere Polizisten wurden leicht verletzt. Linke Organisationen hatten eine Petition beim Obersten Gerichtshof eingereicht, um den Marsch zu stoppen, aber das Gericht entschied, es gäbe nicht genügend Beweise, dass es ‚rassistische Hetze‘ geben würde, um ein Stoppen des Marsches zu rechtfertigen.

Klar ist es eine Belästigung für die arabischen Bewohner, und es erfordert die Anwesenheit von mehreren tausend Polizisten, um Gewalt zu verhindern (um ehrlich zu sein, die Araber von der Tötung der Teilnehmer abzuhalten). Und es wird immer mindestens einen Idioten geben, der brüllt, „Tod den Arabern“, was beschämend ist. Also, warum es tun?

Weil wir uns nicht leisten können, es nicht zu tun.

Als Israel im Jahr 1967 die Altstadt eroberte, erwarteten die Araber, dass sie rausgeschmissen würden. Schließlich ist es das, was sie 1948 mit den Juden in Ostjerusalem getan haben. Das ist etwas, was ein siegreiches Volk in einem nationalen Konflikt um Landbesitz immer getan hat, sofern es die Bevölkerung nicht tötete oder versklavte. Aber das ist nicht das, was Israel getan hat. Als das israelische Gesetz 1967 auf Ost-Jerusalem ausgeweitet wurde, wurde den arabischen Einwohnern die israelische Staatsbürgerschaft angeboten. Die meisten lehnten das ab und wurden dauerhafte Einwohner, mit dem Recht bei den Kommunalwahlen zu wählen, Gesundheits- und Sozialversicherungsleistungen zu bekommen usw..

Das wichtigste Stück Grundbesitz in Ost-Jerusalem ist natürlich der Tempelberg – der heiligste Ort im Judentum, und der Standort der al-Aqsa-Moschee. Als die IDF die Kontrolle über den Tempelberg übernahm, wollte der IDF Oberrabbiner Shlomo Goren eine Synagoge bauen (er wollte nicht, wie ihm oft vorgeworfen wurde, die Moscheen zerstören und den Tempel wieder aufbauen). Aber Verteidigungsminister Moshe Dayan hatte andere Ideen: er verbot den Juden, auf dem Berg zu beten und legte die Verwaltung in die Hände des jordanischen Waqf.

Dayan dachte, seine Aktion würde die Spannung mit den Arabern reduzieren und es weniger wahrscheinlich machen, dass der Konflikt zu einem religiösen würde. Bedauerlicherweise hat er die Araber nicht sehr gut verstanden.

Die Araber waren ohne Zweifel verwirrt, aber sie zogen die entsprechenden Rückschlüsse. Wenn die Juden es ihnen erlaubten, in Ost-Jerusalem zu bleiben, ihnen alle Privilegien der Israelis gaben und sogar bereit waren, die Kontrolle über ihre eigenen heiligsten Stätten zu gefährden, konnte es dafür nur einen Grund geben: Sie sind zu schwach, um ihren Willen durchzusetzen. So war der Same für die aktuelle Situation gesät, Absurditäten eingeschlossen, z.B. israelische Polizisten, die Juden verhaften, die bei einem Besuch auf dem Berg zu sehen sind, wie sie ihre Lippen bewegen, und kreischende arabische Frauen, die Juden entgegentreten, die nur dort sein wollen.

Auf der größeren Bühne hatte die Gewährung voller Rechte für die arabischen Bewohner von Ost-Jerusalem (und die Tausende von Arabern aus Judäa/Samaria, die dorthin migriert waren) einen ähnlichen Effekt, den, lieber ihre ‚palästinensische‘ Identität zu stärken als ihnen eine israelische zu geben.

Heute ist der Konflikt sehr stark ein religiöser, mit dem Ruf ‚al Aqsa ist in Gefahr‘, dafür benutzt, um Muslime in der ganzen Welt und besonders in Jerusalem zu mobilisieren. Und indem die PLO die Schwäche des Bekenntnisses Israels zu einem geeinten Jerusalem (trotz offizieller Erklärungen) wittert, hat sie ihre [Jerusalems] Teilung zur höchsten Priorität bei ihren Forderungen gemacht. Vor Ort haben arabische Steinewerfer Teile Jerusalems in No-Go-Zonen für jüdische Autofahrer gemacht und arabische Vandalen und Ganoven entweihen Gräber auf dem Friedhof des historischen Ölbergs und verweigern Juden den Zutritt.

Besitzrecht ist neun Zehntel des Gesetzes. Fakten vor Ort setzen sich über Versprechungen auf dem Papier hinweg. Nutze es oder verliere es. Die Araber verstehen diese Dinge, aber viele verwestlichte, liberale Juden tun das nicht. Wenn Juden nicht in Ost-Jerusalem leben, wenn sie nicht durch die Altstadt gehen, wenn sie nicht auf dem Tempelberg beten, oder ihn nicht einmal besuchen – und vor allem, wenn sie diese Dinge nicht tun aus Angst vor arabischer Gewalt – wie unterscheidet sich dann die Situation von der vor 1967?

Souveränität ist wie die freie Meinungsäußerung. Wenn du sie nicht regelmäßig betreibst, wirst du nach einer Weile feststellen, dass du sie nicht mehr hast. Das ist eine wichtige Lehre nicht nur für Israelis, sondern auch für Europäer und sogar für Amerikaner. Deine Souveränität wird angegriffen. Lass sie nicht wegsickern, jeweils ein bisschen.

Jüdische Soldaten, sprich gewöhnliche israelische Juden mit Familien, die auf sie zu Hause warteten, kämpften und starben 1967 für die Souveränität über Jerusalem. Die Studenten, die gestern durch die Altstadt gingen, trugen auch ihren Teil dazu bei.