Nahost-Berichterstattung: Zw-Ei “Hingucker” aus dem Gazakrieg

ZWEI BEISPIELE, die für sich sprechen! Aufschlussreich!

  • “Gaza-Krieg: Israel erwidert trotz neuer Waffenruhe Beschuss aus Gaza“
    “Israelis und Palästinenser haben sich auf eine Feuerpause bis Montag geeinigt. Trotzdem erwiderte Israel unmittelbar danach den Beschuss durch palästinensische Extremisten.”

    SPIEGEL ONLINE, 13.08.2014
  • “Im Gazastreifen haben Israelis und Palästinenser eine Verlängerung der Waffenruhe um fünf Tage vereinbart. Trotzdem reagierte die israelische Luftwaffe auf Geschosse, die im Süden des Landes einschlugen.“
    “Kurz nach der Verlängerung der Waffenruhe hat die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen angegriffen.”
    TAGES-ANZEIGER, 14.08.2014

Eine Empfehlung der besonderen Art – Zitat des Tages

Aiman Mazyek [Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland] empfahl bei Maischberger, Islamismus mit Islam zu bekämpfen. Ob er auch empfiehlt, Alkoholismus mit Alkohol zu bekämpfen, verriet er nicht.

Kommentar eines Lesers auf der Achse des Guten zu Henryk M. Broders Artikel “Lauter Sachen, die nichts mit dem Islam zu tun haben”, 27.08.2014

50 Tage “Operation Protective Edge”

Das war’s?

Wir werden sehen.”

Sehr trefflich formuliert. Drückt es nicht das aus, was so manch einem durch den Kopf geht? Ist es nicht wirklich irgendwie unwirklich: Kann es tatsächlich sein, dass mit diesem Ergebnis eine “Unbefristete Waffenruhe” in Kraft getreten” ist? Oder ist es doch wieder nur eine Verschnaufpause, bis die Hamas für den nächsten Krieg (noch besser) ausgestattet sein wird? “Die Hamas feiert ihren Sieg, Netanjahu schweigt“. Seine Popularität ist enorm gesunken, auf ganze 38% Zustimmung zusammengeschrumpft. “Die Militäroperation ‘Starker Fels’ [Operation Schutzschild, (engl. Protective Edge)] begann mit großer Unterstützung. Sie endete mit einem beschämten und konfusen Israel,“ so der israelische Likud-Abgeordnete Danny Danon. Also: “Falscher Frieden“!?

Wer an trefflicher Analyse interessiert ist, möge sich auch in “Jubel und Tote” schlau machen oder selbst interessante Artikel aufstöbern! Bitte mitteilen! Danke!

Die IDF tweetet: “Our soldiers remain prepared to defend Israel from every threat.”

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Israelische Soldaten sagen DANKE

Israel versorgt seine Soldaten. Gerade in der derzeitigen Extremsituation ist ganz Israel wie eine große Familie. Ich habe es in diesem August selbst erlebt. Jeder steht für jeden ein, jeder ist um jeden besorgt. Das vermittelt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, das man in Deutschland kaum, und wenn, nur selten findet. In dieser Zeit spürt man dieses Gefühl besonders ausgeprägt. Da machen sich Menschen auf den Weg, die IHREN Soldaten etwas Gutes tun wollen und sie mit Essen, Leckereien, Kleidungsstücken “verwöhnen”. Die Soldaten im Süden des Landes brauchen besonders Zuspruch, Ermutigung und das Wissen, sie sind nicht vergessen. Nein, das sind sie nicht, ganz im Gegenteil, alle bangen mit ihnen. Welch ein Volk! Wenn ein Soldat stirbt, strömt die ganze Stadt zusammen, um an der Beerdigung teilzunehmen, Anteil zu zeigen. Die Beerdigung eines jungen Offiziers auf dem Herzl-Berg in Jerusalem, an der auch wir teilnahmen, zusammen mit mehr als 10.000 (!) Menschen, brennt sich unauslöschlich ins Gedächtnis ein.

Auf das untere Video bin ich durch Lila aufmerksam geworden. Sie hat es gestern Abend auf ihre Seite gestellt. Das, was mich beeindruckt hat und was auch beim Hören/Sehen ‘rüberkommt, ist die pure Lebensfreude der Soldaten! Für manchen nicht vorstellbar. Manch einer wird sich vielleicht fragen: Wie kann das sein? In dieser Situation?

Ja, gerade in dieser (Extrem-)Situation! Ich habe es selbst erlebt – diese von Herzen kommende Freude am Leben. Die lassen sich die Israelis durch nichts nehmen. Und sie zeigen sich immer präsent, dem jetzigen Augenblick hingegeben. Da spürt man echtes Leben. Wenn Israelis tanzen, dann tanzen sie – aus ganzem Herzen. Wenn sie traurig sind, dann sind sie traurig – aus ganzem Herzen. Wenn sie dem anderen helfen können, dann helfen sie – aus ganzem Herzen. In allem, was sie machen, zeigen sie diese Präsenz. Sie schaffen es, dem Jetzt zu leben und das mit allem, was sie sind. Das wirkt ansteckend. Vielleicht bin ich deswegen so gern in Israel, weil ich teilhaben kann an einer ansteckenden Art zu leben, die ich dort schon so oft erlebt habe und nur dort erleben kann. Unbezahlbar diese Energie, diese Kraft, die von dem Einzelnen ausgeht, die aber schwer vermittelbar ist für denjenigen, der das noch nicht so erlebt hat.

Das Video gibt einen kleinen Einblick in dieses volle Leben”! Lila hat weitere,  aufschlussreiche Erläuterungen zu den im Video agierenden Soldaten. Bitte lesen!

Kann ich helfen? Wer diese Frage hat, kann sich hier einige Informationen holen.

Brisanz lässt grüßen

Oder: Solche Nahost-Experten brauchen wir nicht! ERHELLENDES von:

1. Matthias Küntzel. Für uns bleibt ‘Hamas eine populäre politische Partei’“.

Er geht auf die Aussage der Nahost-Experten ein, die in ihrem Offenen Brief vom 19.08.2014 geäußert hatten, dass für sie die “Hamas eine populäre Parteibliebe. Entgegen aller nachweisbarer Fakten, die Matthias Küntzel in seinem Artikel aufweist, u.a. was die totale Missachtung von Menschenrechten durch die Hamas anbetrifft.  Matthias Küntzel spricht von “dreifach[er] Partei”-Ergreifung für die Hamas. Ich zitiere:

Erstens findet sich im Text kein Wort zur Kriegsführung der Hamas. Dass sie den Krieg mit Israel provozierte, dass sie nach der ersten Kriegswoche den ägyptischen Friedensplan, den Israel akzeptiert hatte, zurückwies, dass sie massenweise Zivilisten als Schutzschilde missbrauchte – all dies kommt nicht vor.

Der Brief blendet Kontexte und Zusammenhänge aus und ruft stattdessen Bilder der Zerstörung und des Leids in Erinnerung – Bilder, die keine Hintergründe liefern, sondern Assoziationen wachrufen sollen. Von „Bombardierung“, „Besatzung“ und „Siedlungspolitik“ ist die Rede, während man Worte wie „Tunnel“, „Kassam-Raketen“ oder „Entmilitarisierung“ vergeblich sucht.

Zweitens verniedlichen die Unterzeichner den Terror der Hamas. Dies geschieht zum einen mittels der kühnen Behauptung, dass sich die „bewaffneten Gruppen … von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nähren“. Man greift mit dieser Entschuldigungsformel erneut in die Mottenkiste des Antiimperialismus, um sich mit der totalitären Utopie und der Siegeszuversicht der Islamisten nicht befassen zu müssen. Dieses Ausmaß an Ignoranz ist in einer Zeit, in der der „Islamische Staat“ und „Boko Haram“ Schlagzeilen machen, bemerkenswert.

Zum anderen ist immer nur von „militanten palästinensischen Gruppen“ oder „bewaffneten Gruppen“ die Rede, nie aber von Gewalttätern der Hamas. „Die Hamas bleibt, ungeachtet der Aktivitäten ihres militärischen Flügels, eine populäre politische Partei“, schreiben stattdessen unsere Nahost-Ratgeber. „Der Dialog mit den politischen Vertretern der Hamas sollte deshalb nicht länger verweigert werden, die Bilanz der Isolationspolitik seit dem Wahlsieg 2006 ist ernüchternd.“

Wenn auch von einem kritischen Dialog die Rede ist und davon, dass der Verzicht auf Angriffe und terroristische Mittel Voraussetzung dieses Dialogs sein müsse,[12] ist doch der positive Bezug zu dieser Gruppe, die die EU auf ihre Terrorliste setzte, nicht zu übersehen.

Drittens aber tauchen der Name „Mahmoud Abbas“ oder die Bezeichnungen „PLO“ und „Fatah“ in dem „Offenen Brief“ nicht auf. Helga Baumgartens Widerwille gegen den etwas moderateren Kurs des PLO-Führers Mahmoud Abbas ist bekannt.

[...] “

Brisant: Es sind “Experten“ am Werk, Fachleute also, die bezahlt werden und auf deren Urteil sich der Durchschnittsbürger verlassen können muss. Mildernde Umstände kann es da nicht geben.” (Matthias Küntzel)

[Hervorhebungen im Text: faehrtensuche]

2. Ulrich W. Sahm meint: “Hamas lässt die Katze aus dem Sack“. Er schreibt:

Die Hamas hat sich innerhalb weniger Tagen selber ins Abseits gestellt. Mit öffentlichen Hinrichtungen von mehr als 20 Palästinensern nach dem Freitagsgebet an der Außenmauer einer Moschee haben sich die in schwarz gekleideten und vermummten Männer auf eine Stufe mit den IS-Terroristen gestellt, die den amerikanischen Journalisten James Foley geköpft haben.

Interessant auch zu lesen, dass Hamas ebenfalls Mitglieder der Fatah hingerichtet hat. Und das trotz Einheitsregierung. Nette Ein(ig)keit!

Ganzen Artikel lesen!

3. Binyamin Netanyahu: Die Meinung, dass die Hamas auf eine Stufe zu stellen sei mit IS [ISIS], hat kürzlich auch der israelische Ministerpräsident Binyamin Netanyahu vertreten. Hier nachzuhören!

Mein Vorschlag: Wie wäre es, wenn man den sogenannten “Nahost-Experten” den Namen geben würde, der ihnen zusteht? Ab sofort also “Nahost-Ignoranten”?

Die Frage bleibt, ob die Nahost-Experten weiter durch Ignoranz glänzen oder sich durch Fakten überzeugen lassen (wollen)? Ist es nicht merkwürdig, dass sie alle einer Meinung sind und sich – wenn überhaupt – nur durch Nuancen unterscheiden? Warum ist das so?